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Momentaufnahme: August 2015

30 Aug

Herr Silencer im August 2015
Immobil.

Wetter: Heiß, über 30 Grad, zumindest die ersten zweieinhalb Wochen. Dann Temperatursturz auf 12 Grad und Herbstwetter, Ende des Monats wieder sonnig und nicht zu heiß bei 25 Grad.
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Lesen:

Jasper Fforde: The Eyre Affair
Thursday Next ist Agentin bei Special Operations, Abteilung 29. Dort kümmert sich die ehemalige Soldatin und Heldin des Krim-Kriegs um Literaturverbrechen. Die Jagd nach gefälschten Shakespeare-Manuskripten in der englischen Provinz ist langweilige Routinearbeit. Das ändert sich, als der Schwerverbrecher Archeron Hades das Buchportal von Thursdays Onkel MyCroft stiehlt. Mit diesem, von Bücherwürmern angetriebenen, Gerät kann man direkt in Geschichten hineinspringen. Thursday Next folgt Hades in das Originalmanuskript von Jane Eyre, was zu einer Katastrophe führt.

Jasper Ffordes erster „Thursday Next“ Roman ist klassische Bildungsbürgerliteratur, der man die Hosen runtergezogen hat und die nun auf Speed über eine Straße torkelt und bei dem Versuch „Stirb Langsam“ zu imitieren von Monty Python über den Haufen gefahren wird. „Die Affäre Jane Eyre“ ist nur eine Fingerübung im Vergleich zu dem, was in den folgenden sechs Bänden der Trilogie passiert. Nichtsdestotrotz ist schon der erste Band ein reines Lesevergnügen, wenn man mit absurden Wortspielen etwas anfangen kann und Spaß an skurrilem Humor hat.

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Hören:

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Sehen:

Drachenzähmen leicht gemacht 2 [DVD]
Einige Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils: Alle Wikinger von Berk reiten mittlerweile auf Drachen, mit denen sie friedlich zusammenleben. Dadurch wird ihre Welt größer, und Häuptlingssohn Hicks entdeckt, dass in der großen, weiten Welt durchaus noch andere Interesse an Drache haben.

DZLG2 ist ein sehr feiner Film, der sich Zeit für seine Charaktere nimmt. Tolle Figuren, anrührende Geschichte, viel intelligente Action. 90 Minuten superfeinste Unterhaltung, die einen mit dem Gefühl entlässt, gerade was Berührendes gesehen zu haben.

Die Reise ins Labyrinth [DVD]
Mit 16 sind alle Teenager egoistisch und hassen die Welt. So auch Sarah, die beim Baysitten so in Rage gerät, dass sie leichtfertig ihren Babybruder verflucht. Der wird prompt von Koboldkönig David Bowie entführt. Sarah bereut den Fluch sofort, aber nun bleiben ihr nur 13 Stunden um ein lebendes Labyrinth zu meistern und ihren Bruder zu retten.

Was für ein fantastisches Abenteuer! In jeder einzelnen Szene steckt mehr Kreativität und Fantasie als in so manchem Film über die ganze Laufzeit. Seien es die sprechenden Hände, die tanzenden Goblins, die putzenden Zwerge – „Labyrinth“ sprotzt die Fantasie aus den Ohren heraus UND hat eine tolle Geschichte und tolle Darsteller. David Bowie als singender Koboldkönig ist gleichermaßen albern (die Socken in der Spandexhose!) wie creepy (das Escher-Labyrinth!), in Jennifer Connellys Augen habe ich mich damals schon verliebt und die Kreaturen sind einfach nur herzallerliebst. Gerade weil hier mit Gummipuppen gefilmt wurde, ist der Film erstaunlich gut gealtert. Der war 1986 toll – und ist es dreißig Jahre später immer noch.

Mission Impossible: Rogue Nation [DVD]
Tom Cruise hüpft total gerne von Sachen runter (Hochhäuser, Hubschrauber, noch höhere Hochhäuser) oder klammert sich an Sachen (Motorräder, Felsen, Züge). Irgendwann sieht sein Arbeitgeber, ein Geheimer Geheimdienst, nicht mehr ein, dass er für all das runterhüpfen und dranklammern zahlen soll, und setzt Cruise vor die Tür. Der zieht sich flugs einen noch geheimeren Geheimdienst als Gegner aus dem Hintern und findet so tolle Sachen zum Dranklammern (Flugzeug), dass er auch ohne Bezahlung oder Auftrag weitermacht.

Tja. Tom Cruise-Filme sind mein Guilty Pleasure. Er arbeitet bei seine Produktionen mit den Besten zusammen und macht stets eine gute Figur. So auch in M:I:V, der zudem mit einem cleveren Gegner, Actionsequenzen und einem weiblichen Lead daherkommt, die es so bislang noch nicht gab. Nicht so over the Top wie der Vorgänger „Phantom Protocol“, in dem Cruise Humor für sich entdeckte, aber gerade dieser Verzicht auf Wiederholung macht den 5 zu einem der wirklich guten Teile der Reihe.

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Spielen:

The Witcher 3: Wild Hunt [PS4]
Geralt von Riva ist ein Witcher, eine Art Ghostbuster-Söldner in einem Fantasy-Setting. Er jagt Monster und Geister, natürlich nur gegen Geld. Im Augenblick ist er jedoch auf der Suche nach seiner Ziehtochter Ciri. Und er ist nicht alleine: Eine Gruppe übernatürlicher Jäger ist der jungen Witcherin auf den Fersen. Die „Wild Hunt“ ist Geralt mehr als einen Schritt voraus und hinterlässt eine Spur der Zerstörung – aber was wollen die überhaupt von Ciri?

Bislang sind die „Witcher“-Rollenspiele an mir vorbeigegangene. Die Welt des Witchers stammt aus einer Serie polnischer Fantasyromane und unterscheidet sich deutlich von Tolkien und Co: Hier ist alles dreckig, die Fantasywelt zerrissen von blutigen Kriegen, die Menschen haben Angst. Wie immer, wenn Menschen Angst haben, blüht Rassismus und Ausgrenzung gegenüber andersartigen. In den größeren Städten der Welt sind Pogrome gegen Magier und Diskriminierung von Elfen an der Tagesordnung. „Witcher“ erzählt diese Geschichten, und noch viele andere. Haupt- und Nebenquests in der offenen Welt sind gleichermaßen mit anspruchsvollen Stories vollgestopft: Häusliche Gewalt, Folgen von Abtreibungen, verstoßene Kinder – die ganze Palette menschlicher Schicksale wird hier durchdekliniert. Dabei fehlen auch politische Machtspiele, Sex und eine Liebesaffaire nicht. Witcher III erzählt erwachsene Geschichten. Ein sehr großes, sehr schönes, sehr gutes Spiel.

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Machen:
Nix, zwangsweise.
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Neues Spielzeug: Eine Menage von Auerhahn.
Bislang kannte und schätzte ich nur die Menage-à-trois, die hat aber normalerweise nicht so viel mit Essen zu tun. Dabei ist eine Menage (à quattre?) eigentlich eine Vorrichtung um Essig & Öl, Salz & Pfeffer zum Salat zu reichen. Diese hier ist von Auerhahn. Habe ich auf Dienstreise in einem Restaurant gesehen und mich spontan reinverliebt. Essig und Öl sind in zwei großen Pipetten. Drückt man oben drauf, tropft unten die Flüssigkeit auf den Salat. Großartig.

  
Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 

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