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Mikroklima

01 Okt

„Und wenn es zu heiss/kalt/regnerisch wird, fahren wir an die Küste/die Berge/auf´s Land. Dort haben wir eine Ferienhütte. Da ist die Luft ganz anders. Überall drum rum ist es schlecht, aber da, wo wir Land haben, ist ein ganz gesundes Mikroklima“.

Sowas haben mir, bei verschiedenen Gelegenheiten, Italiener/-innen erzählt. Das gesunde Mikroklima der eigenen Parzelle, das WUNDER wirkt für Körper, Geist und Bronchien. Mikroklima, das gehört untrennbar zum Wochenenddomizil. Und natürlich ist das eigene Mikroklima VIEL besser als das der Nachbarn.

Mikroklima? Kenne ich. Mumpfelhausen hat nämlich auch eines.
Der winzige Ort liegt direkt hinter einem Berg, der sich westlich erhebt. Im Wald des Berges gibt es viele Quellen, genau wie in der Senke dahinter.

Die Kombination aus Westberg und Wasser macht nun nicht nur das Tal fruchtbar und grün, sondern es sorgt auch noch für ganz andere Effekte. Zum Beispiel, dass die Sonne in Mumpfelhausen eine Stunde eher weg ist als woandes. Während die große Stadt auf der anderen Seite des Bergs noch die Abendsonne genießt, werden in Mumpfelhausen schon die Lichter angemacht.

Außerdem ist es feucht. Ständig. Wenn es irgendwo Nebel gibt, dann in dem kleinen Ort mit den wenigen Sonnenstunden. Das bleibt nicht ohne Folgen. Dächer, Zäune und Mauern haben einen nach wenigen Jahren einen grünlichen Überzug, als wenn sit mit Algenglibber bedeckt wären. Bäume sind dick bemoost. Und selbst im Hochsommer sind die Autos Morgens beschlagen.

Wenn es dann etwas kühler wird, schlägt das Mikroklima von Mumpfelhausen absonderliche Kapriolen. So wie heute. Die Lufttemperatur beträgt noch 3,5 Grad, sagt das Thermometer. Und trotzdem ist das Auto schon dick übergefroren und will freigekratzt werden. Eisbildung bei Plusgraden. Mikroklima, my Ass.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 1. Oktober 2015 in Gnadenloses Leben

 

7 Antworten zu “Mikroklima

  1. Albrecht Wagenhöfer

    1. Oktober 2015 at 12:57

    Plus-Frost-Glosse. Tolle Tagerheiterung. (Grins)

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  2. Silencer

    2. Oktober 2015 at 09:46

    Entstanden aus Plus-Frost-Frust 🙂

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  3. noch_ein_Markus

    2. Oktober 2015 at 17:50

    Eis kratzen muss ich im Normalfall auch ab +2°C, es sei denn es ist wirklich sehrsehr trocken.
    die Nachbar-Autos, 5 Meter weiter, lustigerweise meistens nicht bei Plus-Temperaturen.

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  4. Silencer

    2. Oktober 2015 at 20:24

    Woah, das bedeutet… Du hast ein Auto mit eingebauten Mikroklima!!!

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  5. Die Wunderbare Welt des Wissens

    11. Oktober 2015 at 14:45

    Blöde Frage: Warum steht Mumpfelhausen als Wohnort fest? Gibt es in der Nähe nicht etwas, wo das Klima Ihren Bedarfen etwas mehr entgegen kommt? Bzw. etwas weniger ungemütlich ist?

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  6. Silencer

    11. Oktober 2015 at 14:54

    Man darf die Vorteile nicht außer acht lassen: Es ist ruhig, die Nachbarn nett, die Miete exorbitant billig (und das in der Stadt mit den höchsten Mieten Niedersachsens!). Wohnungen mit Ausblick in Hanglagen sind unbezahlbar, und was das Klima angeht – wenn ich in mein Wunschklima wollte, müsste ich 1.800 Kilometer nach Süden ziehen o_0

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  7. Die Wunderbare Welt des Wissens

    11. Oktober 2015 at 17:57

    Niedersachsen und umzu nahm ich als gesetzt an, damit die Pendelei zur Arbeit nicht so anstrengend ist. Ich dachte nur, das Mikroklima sei vielleicht ein paar Kilometer weiter schon anders. Aber die übrigen Argumente zählen selbstverständlich.

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