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Lerchenberg, Staffel 2

02 Okt

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Wer übrigens nicht weiß, wer der Böhmermann ist: Der wird in Folge 4 der zweiten Staffel von „Lerchenberg“ ausführlich vorgestellt. Dort spielt er sich selbst, wie er schwer bewaffnet und mit einer Gruppe Häschen das „Aktuelle Sportstudio“ während einer Livesendung kapert. Seine Forderung an den ZDF-Intendanten: Eine Sendung im Hauptprogramm, statt im Spartenexperiment ZDF-Neo zu vergammeln. Zum Glück ist Sascha Hehn im Sendegebäude, und befreit im „Stirb Langsam“-Stil das besetzte Studio.

Wait, What? Oh ja. Und die Bruce-Willis-Gedächtnisnummer ist nur einer von vielen, lustigen Einfällen, die „Lerchenberg“ zu etwas Besonderem machen. Selbstironisch wird hier alles dekonstruiert, was dem ZDF heilig ist. Das beginnt schon bei der Hauptfigur: Sascha Hehn spielt eine Version von sich, die überheblich, eitel, arrogant und unbegabt ist. Der „Lerchenberg“-Hehn ist ein unausstehliches Ekel, der von längst vergangenem „Traumschiff-“ und „Schwarzwaldklinik“-Ruhm zehrt und nur noch gelegentlich ins Fernsehen darf, weil er sich durch den weiblichen Anteil der Chefetage des ZDFs vögelt. Ging es in den vier Folgen der ersten Staffel noch darum, den abgehalfterten und nicht sonderlich guten SChauspieler auf Teufel komm raus in irgendeinem Format des Senders unterzubringen (unvergessen: Hehn in „Ein Fall für zwei“ oder in einer Kochshow), dreht sich die zweite Staffel eher um den absurden Irrsinn, der (angeblich) täglich im ZDF herrscht.

Das beginnt mit Hehns Idee nach seinem Erfolg als „Hitlers Hundeführer“ jetzt Charakterrollen spielen zu wollen, wofür er aber bei einer durchgeknallten Iris Berben einen zweiten Gesichtsausdruck lernen muss, führt zu einem Wiedersehen mit Pfleger Mischa in der „Zombieklinik“, dem deutschen Walking-Dead-Pendant, und endet bei der Geiselnahme durch Böhmermann. Das ist zum Teil urkomisch in Szene gesetzt und wirkt nicht selten, als hätten sich die Autoren der Serie den realen ZDF-Frust von der Seele geschrieben und dann nur noch zwei Millimeter mehr an der Übertreibungsschraueb gedreht. Die Gagdichte in den 20-minütigen Folgen ist enorm hoch und reicht von Platitüden bis hin zum, im Vorbeigehen und glaubhaft eingestreuten, Han Solo-Zitat. Blass bleibt ledilich die zweite Hauptfigur, die Jungredakteurin Billie, die unter Hehn leiden soll, die meiste Zeit aber nur bedröppelt guckt.

Sei´s drum, „Lerchenberg“ ist auch in der zweiten Staffel ein Kracher. Leider versteckt das ZDF, aus Angst vor der eigenen Courage, die Serie im Nachtprogramm. Zum Glück gibt es ja das Internet. Staffel 2 besteht wieder nur aus vier Folgen, die momentan in der Mediathek zu finden sind: HIER

Schnell angucken, bevor sie wieder weg sind!

 
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Verfasst von - 2. Oktober 2015 in TV-Serie

 

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