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Review: Suicide Squad (2016)

20 Aug

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Superman war ein nettes Alien, aber was, wenn das nächste Wesen mit übermenschlichen Kräften den Menschen nicht so wohlgesonnen ist? Um für so einen Fall gewappnet zu sein, tut die US-Regierung das selbstverständlich völlig naheliegendste: Sie stellt exakt so eine Gruppe von bösen Metawesen mit übermenschlichen Kräften zusammen. Allesamt sind fies und gemein oder haben einen an der Waffel oder beides. Tatsächlich taucht kurze Zeit später mit Cara Delevingne ein nur mit CGI-bekleidetes Supermodel mit einem furchtbaren Plan auf: Sie will eine Schlechtwettermaschine bauen und damit überall auf der Welt dunkle Wolken machen. Was in Deutschland niemand bemerken würde, erregt die Amerikaner so dermaßen, dass sie ihre Beklopptentruppe losschicken.

Ach, DC. Ich würde es dem Verlag ja so gerne gönnen, dass er gemeinsam mit Warner Bros sein eigenes „Cinematic Universe“ (DCU) auf die Beine gestellt bekommt: Superheldenfilme, die miteinander verwoben sind, genau wir Konkurrent Marvel das auch macht. Aber es soll wohl nicht sein, denn „Suidice Squad“ ist schon der dritte von drei Film im DCU, der einfach nur… Grütze ist.

Dabei ist das Problem nicht die Ausstattung, die Schauspieler oder die Effekte – alles, was man für Geld kaufen kann, ist wirklich top notch. Nein, dem DCU mangelt es an Charakteren und Geschichten. Kein Wunder, wenn man sich ausgerechnet den Eulenfilmmann Zack Snyder als Mastermind an Bord holt.

Snyder liefert zwar tolle Standbilder, aber spätestens seit „Watchmen“ wissen wir, dass er sich kein Stück um Geschichten und Charaktere schert. Folgerichtig lieferte Snyder mit „Man of Steel“ und „Batman v. Supermann“ zwei strunzdumme und hässliche Filme ab. Das einzig verwunderliche ist, dass er mit der Masche weitermachen darf und nicht gefeuert wurde: Sofort nach dem letzten Flop darf Snyder nun „Justice League“ kaputtmachen und „kreative Kontrolle“ über andere Filme ausüben.

Wie das aussieht, kann man nun am Beispiel von Suicide Squad gut sehen. Der Film hat viele Probleme, am Schlimmsten ist aber der fehlende Fokus. Er mäandert irgendwo zwischen Buddy- und Kriegsmovie, hat keinen richtigen Plot, bekommt die große Anzahl an Charakteren nicht sinnvoll unter und geht zudem lieblos mit seinen Figuren um. Warum sollen die mich, als Zuschauer, scheren, wenn der Film selbst sich auch nicht für sie interessiert?

Dabei fängt es nicht schlecht an: Einige Charaktere werden gut eingeführt, und der erste Akt beeindruckt mit einem dreckigen und realistischen Look. Gewalt ist im DCU, anders als bei Marvel, wirklich fühlbar – und Jared Letos Version des Jokers ist so fruchteinflößend wie zuvor nur Gruselfiguren wie Hannibal oder Scarface. Der aktuelle Joker ist ein offensichtliches Monster, das wirklich Angst beim Zuschauer erzeugt.

Im ersten Akt nerven offensichtlich wirklich nur die willkürlich und offenbar nach dem Erfolg von „Bohemian Rapsody“ im Trailer hastig über den Film geklebten 80er-Jahre-Popsongs. Alle zwei Minuten liegt ein Musikstück über Szenen und Dialogen, egal ob es passt oder nicht, und meistens passt es nicht.

Ist aber auch egal, denn spätestens im dritten Akt fällt alles hinten und vorne auseinander. Der Mangel an Story sorgt dafür, dass alle noch schnell ihr Ding zu Ende machen und dann wird ausgestempelt und nach Hause gegangen. Der Film verabschiedet sich damit genauso schnell von der Leinwand wie aus dem Gedächtnis. Was OK ist, denn so vergisst man als DC-Fan wenigstens schnell die Schmach, die den Figuren hier angetan wurde. Dann lieber den Animationsfilm „Assault on Arkham“ gucken. Da hat das Suicide Squad einen coolen Einsatz und zeigt, was aus der Realverfilmung hätte werden können.

 
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Verfasst von - 20. August 2016 in Film, review

 

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