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Euronotruf: Eine Nummer für Alles.

19 Okt

Und dann biste im Ausland und plötzlich passiert was. Du brauchst die Polizei. Oder einen Krankenwagen. Oder die Feuerwehr. Und nun? Wie lautet die nationale Notrufnummer? Und wenn Du dann jemanden erreichst: Kannst Du Dich mit dem verständigen? Was, wenn Du einen Dorfpolizisten am anderen Ende hast, der kein Wort englisch spricht? Was dann?

Bislang hatte ich mir vor jeder Reise die landesspezifischen Notrufnummern notiert. Gegen potentielle Sprachprobleme kann man sich nicht vorbereiten, dachte ich. Tatsächlich, und das war mir neu, gibt es einen einheitlichen, europäischen Notruf.

Was hat die EU je für uns getan? Nun, zum Beispiel hat sie dafür gesorgt, dass dieser Quatsch mit den national unterschiedlichen Notrufnummern aufhört, der Notruf vereinheitlicht wird und kompetentes Personal die Anrufe entgegennimmt.

Über die 112 kommt man IN JEDEM EUROPÄISCHEN LAND in der nächsten Leitstelle raus. Das Personal dort MUSS englisch sprechen können und ist zuständig für ALLE Arten von Notfällen. Je nach Bedarf schicken die dann Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei los.

Die 112 hat aber noch weitere, ziemlich coole Features:

  • Sie lässt sich von jedem Telefon aus wählen, und zwar IMMER. In Telefonzellen ohne Einwurf von Münzen, bei Handys ohne eingelegte SIM-Karte.
  • Hat ein Handy keinen Empfang im eigenen Netz, benutzt es andere Netze, falls verfügbar.
  • 112-Notrufe haben im Handynetz Priorität, notfalls schaltet das Netz andere Verbindungen ab, um Notrufe weiterzuleiten. Deshalb funktioniert selbst an Silvester die 112, während andere Anrufe im überlasteten Netz nicht durchkommen.
  • Die Leitstelle bekommt IMMER die Telefonnummer des Anrufers gezeigt, auch wenn der sie auf „Anonym“ gestellt hat und verbergen will.
  • Die Leitstelle kann eine GSM-Ortung auslösen und so den Standort bestimmen, das funktioniert in manchen Ländern allerdings nicht so super.
  • In den USA funktioniert die 112 auch, dort wird sie auf die 911 weitergeleitet. Umgekehrt wird für Amerikaner in Europa die 911 auf die 112 geleitet.

Cool, oder? Und der Hammer ist: Das ist schon seit 2007 so. Mit meinem Nichtwissen bin ich nicht allein. Nur ca. 20 Prozent wissen, dass die 112 so funktioniert. Um den einheitlichen Euronotruf bekannter zu machen, gibt es seit 2009 den „Tag des europäischen Notrufs“. Es ist der 11. Februar.

 
9 Kommentare

Verfasst von - 19. Oktober 2016 in Service

 

9 Antworten zu “Euronotruf: Eine Nummer für Alles.

  1. Albrecht Wagenhöfer

    19. Oktober 2016 at 21:29

    Hi,
    ist doch schön. Brauche mir für den FalldesFalles nur drei Zahlen zu merken und kann in der übrigen Zeit unbeschwert spazierenschauen.
    Nee, darum geht’s und ging’s gar nicht bei der Vereinheitlichung. Es ist die schnelle Art der Hilferufe an der richtigen Stelle mit dem richtigen Ergebnis reproduzierfähig. Und das im Prinzip kinderleicht. Natürlich kann man noch selektieren.
    Neues Spielzeug: Schuberth Klapphelm für die späte Saison.

    Gefällt 1 Person

     
  2. Rufus

    20. Oktober 2016 at 07:54

    Ja, cool. Allerdings habe ich in Erinnerung, dass es in ganz Europa noch nicht so lange funktioniert. Aber wichtig ist, dass es jetzt funktioniert.

    Gefällt 1 Person

     
  3. Albrecht Wagenhöfer

    20. Oktober 2016 at 10:13

    @rufus
    nicht nur für den körperlichen Erhalt und Unversehrtheit, ähnlich mit Nr. ist es ja auch, wenn man bei gelben Engeln anruft, die Zahlen sind auch im Kopfkino drin.
    Bin jedenfalls froh als etwas älteres Semester, daß es so ist und im eventuellen Notfall schnell Hilfe dadurch bekomme/geben kann, auch – weil heutzutage fast jeder mobil „bewaffnet“ ist.
    Für den Rest in der Lebenslaufbahn, wo keine Möglichkeit besteht eine Unterstützung anzurufen, hake ich ab als unwägbares Lebensrisiko oder vertraue auf Glück. Gerade mit Motorrad auf Ferntour heißt das öfter zurückzustecken als am Kabel zu ziehen.

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  4. Silencer

    20. Oktober 2016 at 10:21

    Albrecht: Und, wie ist der C3?

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  5. Albrecht Wagenhöfer

    20. Oktober 2016 at 13:17

    @Silencer
    Habe den noch nicht ausprobiert, hier regnet es wie aus Kübeln. Bin auch mal gespannt wegen der Doppelscheibe und Beschlagerei. Von der Paßform her gut, finde aber den Einstieg enger wie bei einem Integralen. Das Funkgedöns brauche ich nicht unbedingt. War ein Vorführer mit leichten Kratzern, die ich schon nicht selbst reinmachen brauche. Dafür vom Preis her meiner Rente angepaßt. Gegenüber einem Carbonhelm oder meinen Fiberglashelmen schwerer.
    Je mehr Gerödel da ist, umso mehr entsteht die Schwierigkeit einer Entscheidung, WAS ist jetzt richtig. Sollte ich quer einparken, ist natürlich nicht das passende Utensil angezogen worden.
    Das Leben ist an sich schon schwer, ich versuche dann zwingend, nochwas draufzupacken.
    (Grins)

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  6. kalesco

    21. Oktober 2016 at 08:42

    Coole Info, danke!

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  7. Albrecht Wagenhöfer

    21. Oktober 2016 at 11:19

    @kalesko
    in welchem Bezug meinst du das?

    Helm: Heute regenfreier und Rundtoürchen…..stört mich die Pin-lock mit freier Aussicht.
    Entweder gewöhne ich mich dran oder es kommt ein normales Visier drauf.
    Geräusch: Er sitzt satter auf den Watscheln, ist dadurch besser abgeschirmt.
    Flattern: Bei nassen Straßen fahre ich nicht Fullspeed, kann noch nix aussagen.
    Vorteil: Bei ner Polkontrolle brauche ich nur hochklappen um die Fresse zu zeigen.

    Oder Gerödel? Bin fast wie ne Frau, die nen größeren Kleiderschrank braucht. Und immer kommt
    noch was dazu was nicht lebensnotwendig ist, das Leben aber verschönert.
    (PS: meine Holde hat sich nach über 40 Jahren an’s Fehlverhalten gewöhnt)

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  8. Silencer

    21. Oktober 2016 at 13:49

    Kalesco: Danke!

    Albrecht: Gewöhn Dich an das Pinlock. Das ist Gold wert!

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  9. Albrecht Wagenhöfer

    21. Oktober 2016 at 17:33

    Silencer, hast ja recht. Habe heute mal richtig rausgeatmet und bei ca. 7* noch Rausblick gehabt, der Rest vom Visier…..naja Nebel. Blickfeld ist halt gefühlt enger und nicht mehr ganz verzerrungsfrei.
    Bin aber auch grotzedoof. Zuerst geärgert, daß das Visier oben nen Spalt hat, dann festgestellt, daß sich das gewollt von der Befestigung her verändern läßt. Also quasi Sommer/Winterbetrieb. Jetzt ist alles o.k.
    Das Ding ist ergonomisch dermaßen rundgelutscht, daß ich mich jetzt schwertue, da ne Befestigung für die Cam draufzukleben um nicht zu verschandeln. Der Begriff „Eierkopp“ kommt jetzt voll zur Geltung.
    Zu deinem Beitrag ganz oben: Habe ich eher eine überbordne Hilfe und menschliche Kontakte verbunden mit erhöhtem sozialem Engagement erfahren. Je südlicher oder östlicher, umso mehr, da hier das Rückgrad des Staates weniger greift, dafür die schlichte Menschlichkeit.

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