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Fantastic Beasts and where to find them (2016)

16 Nov

fanta-viecher

New York, 1926. Auf Staten Island stolpert ein junger Mann aus dem Bauch eines Schiffes. Sein einziges Gepäckstück: Ein abgewetzter Koffer. Was niemand bei der Einreisekontrolle bemerkt: Dieser harmlos aussehende Koffer beinhaltet lebende Biowaffen, die New York in Schutt und Asche legen könnten. Der Besitzer des Koffers: Ein junger Zauberer namens Nude Scaramanga. Der mutmaßliche Terrorist braucht lediglich 5 Minuten auf offener Straße bis das US-Zauberministerium mit allem, was es hat, hinter ihm her ist. Nebenbei gibt es noch liebeskranke Nashörner, irgendwas mit Brennen muss Salem und – Carrie.

OK, das war jetzt nicht wirklich die Story des Films. Aber von der darf man auch nicht mehr als drei Worte schreiben, sonst hat man schon den halben Film erzählt. Kein Wunder, geht „Fanatische Viecher und wo zu finden“ doch auf ein Lehrbuch in Hogwarts, dass in „Harry Potter“ mal erwähnt wurde und das J.K. Rowlings, als ihr nach dem 7. Teil wirklich gar nichts mehr einfiel, einfach mal verfasst hat. Herausgekommen ist dabei ein dünnes Büchlein ohne Substanz. Und nun ein Film, basierend auf dieser Nullnummer?

Nicht ganz. Lediglich die Figur des Njut Salamander und einige der lustige Kreaturen borgt sich der Film, der Rest ist eine neue Story. Auch die ist allerdings so dünn, dass man problemlos durchgucken kann. Ich bin ja bekennender Narrationsjunkie, deshalb dürfte ich den Film eigentlich nicht mögen. Das er mich trotzdem gut unterhalten hat liegt an der tollen Art, wie die dünne Story erzählt wird.

Auch wenn sie im Harry-Potter-Universum spielt, ist die Handlung von „Phantastische Tierfabeln und wo sie verlegt wurden“ wesentlich erwachsener und düsterer als alles, was man woher im Potterverse gesehen hat, einschliesslich der „Heiligtümer des Todes“. Zusätzliche Schwere – oder Leichtigkeit, je nach Situation – verleihen der Story die Schauspieler. Die sind durch die Bank einfach fantastisch gecastet und spielen mit einer Performance, dass man gar nicht weggucken mag, weil man sonst was verpassen könnte. Eddie Redmayne spielt den Protagonisten vielschichtig. Im Umgang mit anderen Menschen linkisch, Augenkontakt meidend, an der Grenze zu leichtem Asperger. Im Umgang mit Tieren dagegen blüht er auf, ist Spezialist und in seinem Element. Richtig umwerfend sind aber die Sidekicks Allison Sudol (aka Sängerin „A fine Frenzy“) als leicht weltfremde Gedankenleserin Queenie und Dan Fogler als Muggel Jacob.

queeniejac

Was die beiden sich zusammenspielen sorgt in einer Minute für Tränen der Rührung und in der nächsten für Lachanfälle – einfach großartig! Das Sudol in ihren größten Momenten das Beste von Cameron Diaz zu channeln scheint, macht das Ganze nur noch besser.

Diese, recht unbekannten, Schauspieler scheinen es zu schaffen, zuletzt so lustlose Recken wie Colin Ferrell und Ron Perlman zu erstklassig-fiesen Performances zu motivieren.

Dann sind da natürlich noch die titelgebenden Viecher. Alles CGI, aber so gut und liebevoll gemacht, dass es nicht stört. Es sind Fantasieviecher in einer Zauberwelt, das stört das Zuschauerhirn nicht, dass alles aus dem Computer ist. Die Gestaltung der Unterschiedlichen Spezies ist äußerst gelungen, so viel Kreativität hat man seit „Hellboy II“ nicht mehr auf der Leinwand gesehen.

Bleibt in der Summe ein äußerst unterhaltsamer Film, der von einem interessanten Setting, detailverliebter Ausstattung, Kreativität und tollen Schauspielern getragen wird. Das kann man sich gut angucken. Klar ist aber auch, dass „Fantastische Viecher 2“ mehr Substanz brauchen wird, um zu funktionieren. Aber das weiß Rowling auch – „Viecher 1“ ist nur der Prolog für eine weitaus düstere Geschichte um die Frage, ob Zauberer die überlegenere Rasse sind. Mehr als genug Potential für große Konflikte, zumal in deren Zentrum eine Figur steht, die Dumbledores große Liebe sein wird. Das macht direkt Vorfreude auf die Fortsetzung!


Alle Bilder: Rechte bei Warner Bros.

 
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Verfasst von - 16. November 2016 in Film, review

 

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