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Kalte Knochen

16 Nov

Das Haus ist alt. Als es gebaut wurde, hielt man Isolierung in den Wänden für mumpitziösen Firlefanz, und bei Fenstern war der letzte Schrei eine Doppelverglasung. Allerdings keine Thermopen-Doppelverglasung, sondern einfach zwei dünne Fensterscheiben hintereinander, was ziemlich genau gar nichts bringt.

Mein Schlafzimmer hat nun dreieinhalb Meter dieser Un-Isolationsfenster, die in undichten Rahmen stecken, dazu zwei nicht-isolierte Außenwände und einen zu klein dimensionierten Heizkörper. In den Raum kann man Wärme reinkippen wie man will, die ist quasi sofort wieder weg. Das hat in den vergangenen Jahren, wenn es draußen zweistellige Minusgrade hatte, schon dazu geführt, dass ich das Schlafzimmer aufgegeben und im Wohnzimmer übernachtet habe. Ich hatte sogar schon überlegt, diesen Teil der Wohnung von November bis Februar unter zu vermieten, an eine Pinguinfamilie.

Aber nicht in diesem Jahr!

Zwar ist die Raumtemperatur aktuell auch schon wieder weit unter der Wohlfühlmarke, aber dieses Jahr habe ich aufgerüstet!

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Schon im vergangenen Jahr kamen dicke,lichtundurchlässige und passgenau abschliessende Thermovorhänge vor die Fenster. Die machen zumindest, dass es nicht wie Hechtsuppe zieht. Im vergangenen Monat wurde eine dicke Dauenbettdecke angeschafft, und wow, was für ein Unterschied! Die alte Decke war gefüllt mit einer Thermo-Synthetik-Mischung, aber gegen die Naturdaunen ist das überhaupt kein Vergleich! Unter dem Federdeckbett schläft es sich wesentlich angenehmer, und ich wache nachts vor Kälte nicht mehr auf.

Einziger Nachteil: jetzt habe ich Rückenschmerzen. Unter der alten Decke schlief ich immer auf der Seiten, gegen die Kälte eng zusammengerollt. Unter der neuen liege ich vollkommen entspannt und alle Viere davongestreckt auf dem Rücken. Der kennt das nicht und macht Aua, aber da muss er jetzt durch.

Nächste Aufrüstungstufe: Microfleece-Bettwäsche und Bettlaken. Kannte ich gar nicht, ist aber eine weitere Wärmestufe mehr, und kuschelig noch dazu.

Und seit letzter Woche bin ich nun stolzer Besitzer einer Heizdecke. Ja, wirklich. Wie so ein Opa. Aber es ist einfach großartig: Diese Decke liet unter dem Bettlaken. Anstatt die ersten Minuten im eisekalten Bett zu liegen, bis die Körperwärme es auf Temperatur gebracht hat, stelle ich einfach kurz vor dem Zubettgehen die Heizdecke an und kann mich dann in ein muckelig-warmes, vorgeheiztes Bett legen.

So lässt sich der Winter hoffentlich ohne Frostbeulen überstehen.

 
9 Kommentare

Verfasst von - 16. November 2016 in Gnadenloses Leben

 

9 Antworten zu “Kalte Knochen

  1. Leandrah

    16. November 2016 at 09:54

    gute Gardinen vor dem Fenster sind zumindest auch noch ein Schutz das die Kälte nicht so ins Zimmer strahlt.
    .

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  2. Silencer

    16. November 2016 at 10:17

    Hatte ich vergessen zu schreiben, aber ich habe tatsächlich schon seit vergangenem Jahr so ganz dicke, lichtdichte Thermovorhänge vor den Fenster. Die verhindern zumindest das es zieht.

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  3. hirnwirr

    16. November 2016 at 10:33

    So kalt ist es bei mir manchmal auch, aber bewusst. Wenn ich mit geöffnetem Fenster schlafe.

    Nun brauchst Du noch eine neue Matratze. Vielleicht gleich ein Wasserbett, dass Du auf angenehme Temperaturen vorheizen kannst? 🙂

    Meine Daunendecken habe ich gerade alle abgeschafft, da ich keinen Trockner mehr habe, will ich sie auch nicht mehr waschen.
    Ich finde die neuen *wieauchimmersieheißen*-Bettdecken gut und wärmend, nachdem ich alles mögliche probiert hatte.

    Mögest Du unverfroren durch den Winter kommen!

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  4. Silencer

    16. November 2016 at 10:38

    Hast Du eine Matrazenempfehlung?

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  5. JP

    16. November 2016 at 17:53

    Es könnte auch helfen, die Fensterrahmen noch mit einer durchsichtigen Folie zu bekleben als quasi drittes Glas. Ausserdem mit Bauschaum oder auch mit Papierstreifen die Spalten abkleben. Die Fläche hinter dem Heizkörper mit AluFolie auskleiden (es gibt fertige Paneele zu kaufen)

    Ein Zelt im Zimmer aufstellen. 😀

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  6. Silencer

    16. November 2016 at 22:37

    Danke für die Tips! Alubeschichtete Styroporplatten habe ich tatsächlich schon hinter Heizkörper. Was noch fehlt: Lagerfeuer mitten im Zimmer 🙂

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  7. Albrecht Wagenhöfer

    17. November 2016 at 20:23

    Infrarotstrahler? Es gibt die Dinger für die Wand und Decke als dünnes Paneel. Ich kenne Leute, die sind sehr zufrieden. Ansonsten wie hirnwirr, ist es Dank Frauli sehr kühl im Schlafbereich. Lege aber noch eine dickere Decke über die Matratze. Fenster: Meinst du diese Verbundfenster, die man noch mit einem Schlüssel öffnen kann? Also, soooo schlecht isolieren diese auch wieder nicht und durch die latente Zugluft bekomme ich schon – im Gegensatz zu einem totisoliertem Haus – keinen Schimmel. Habe die ca. 60 Jahre alten Fenster abgebeizt und natur geölt. Paßt besser zur alten Hütte. Aber jetzt der Vorteil: Habe auf jeder Etage einen Kaminofen für Holz, zusätzlich zur Ölzentralheizung. Ohne den natürlichen Brennstoff würde ich vermutlich etwas unleidlicher werden in der dunkleren und kälteren Jahreszeit. Im Moment Wandtemperatur 25 Grad in den Wohnräumen, was einerseits meinen Katzen einen dösigen Tag bietet und mir älteren Mensch die Winterschlaffheit erhält.

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  8. Miki

    20. November 2016 at 20:21

    Aber das geht doch nicht! ich meine, deine Ideen sind toll, aber zahlst du denn keine Miete? Da muss sich doch mal jemand grundsätzlich drum kümmern! Mich erinnert das gruslig an eine ehemalige Wohnung von mir, da war auch der Sohn noch klein. Furchtbar, ist doch keine Lebensqualität. Bekommst du denn das Wohnzimmer richtig warm?

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  9. Silencer

    20. November 2016 at 21:36

    Ja, alle anderen Räume sind kein Problem. Nur das Schlafzimmer ist ein Kühlschrank. Aber keine Bange, alles andere hier ist Lebensqualität pur.

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