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Momentaufnahme: Januar 2017

31 Jan

Herr Silencer im Januar 2017
„Waage sagt waaas?!“

Wetter: Anfang des Monats bitterkalt, mit bis zu -15 Grad – Übernachtung im Wohnzimmer ist angesagt, das Schlafzimmmer lässt sich nicht über einstellige Temperaturen beheizen. Danach wird es mit -8 bis -2 etwas „wärmer“ und bleibt trocken, neuen Schneefall gibt es nicht.

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Lesen:

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Hören:


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Sehen:


Lemony Snicket: A Series of unfortunate Events
[Netflix]
Ein Ehepaar kommt bei einem Hausbrand ums Leben. Sie hinterlassen drei Waisen – und ein riesiges Vermögen. Hinter dem ist der heruntergekommene Schauspieler Graf Olaf her. Auf ihrer Flucht vor dem Grafen stolpern die Kinder von einem betrüblichen Ereignis ins nächste und kommen an so schreckliche Orte wie den Seufzersee.

Die „Betrübliche Ereignisse“-Bücher sind herrlich deprimierende und dennoch unterhaltsame Kinderbücher. Die skurril-hoffnungslose Stimmung wird im Kinofilm, der 2004 die Ereignisse der ersten beiden Bücher auf die Leinwand brachte, perfekt transportiert. Leider erschien nie eine Fortsetzung – bis jetzt!

Netflix hat eine Serie daraus gemacht, bei der je zwei einstündige Folgen ein Buch ergeben. Acht Folgen gibt es bislang, was das Äquivalent zu vier Kinofilmen ist. Und was für welchen! Die Originaldesigner (die man beim Film noch während der Produktion feuerte) sind wieder für den fantastischen Look zuständig, die Jungschauspieler sind exakt auf die 2004er Vorbilder gecastet und eine Reihe neuer Einfälle modernisiert die Erzählung behutsam. Star des Ganzen ist aber Neil Patrick Harris (den meisten vermutlich als Barney aus „How I met your Mother“ bekannt). Während sich im Kinofilm Jim Carrey durch die Rolle des Grafen Olaf schlicht durchgrimassierte, haucht Harris der absurden Figur echte Bedrohlichkeit ein. Sein Count Olaf ist auch verrückt, aber dabei berechnend, eiskalt und ernsthaft gefährlich. Umso besser können sich die Helden daran abarbeiten. Eine unerwartete Anguckempfehlung!


1984
[Amazon Video]
Allgegenwärtiger Überwachungsstaat, im Krieg mit dem Rest der Welt. Mittendrin: Winston, der für das „Ministerium der Wahrheit“ Ereignisse der Vergangenheit anpasst. Denn wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft, und wer die Gegenwart behrrscht, beherrscht die Vergangenheit. Winston hat ein Geheimnis: Er schreibt Tagebuch und liebt Julia. Beides ist im totalitären Regime verboten, und als das rauskommt, wird Winston gefangengenommen, gefoltert und hirngewaschen. Am Ende ist er glücklich, aber nicht mehr Winston.

Was für ein sperriger Film. Ich weiß schon, warum ich den zuletzt vor 30 gesehen habe – und damals schon doof fand. Regisseur Michael Radford nimmt den starken Stoff der Buchvorlage, entschärft ihn inhaltlich und wählt dann noch eine Form, die sich eher für Ausdruckstanz als für einen Film eignet. John Hurt spielt stark, aber glaubhaft agiert hier niemand. Offensichtlich kann Radford Filme nicht ausstehen und möchte viel lieber Theaterstücke inszenieren, und das merkt man. So wird aus einem starken Buch ein schlechter Film. Eine Neuauflage wäre mal angebracht. Denn die Grundaussage ist aktueller den je: Was machen faschistische, totalitäre Regime mit umfassenden Überwachungsmöglichkeiten mit Menschen? Da Trump sogar „Neusprech“ beherrscht, könnte „1984“ eine Blaupause für die Zukunft sein. Oder, wie Richard Burton im Film sagt: „Sei wollen eine Vision der Zukunft? Stellen Sie sich ein Paar Stiefel vor, die unablässig auf ein menschliches Gesicht eintreten.“

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Spielen:

Dishonored 2 [PS4]
In einer britisch angehauchten Steampunkwelt berrschen mechanische und elektrische Apparate das Stadtbild. Walöl ist der Antriebsstoff für die seltsamen Maschinen und Grund für den Reichtum des Empires. Regiert wird das Reich von der jungen Emily Kaldwin, seit den Geschehnissen aus Teil 1 Kaiserin des Reichs. Das ändert sich, als eine unbekannte Frau in den Palast marschiert, Anspruch auf den Thron erhebt und den ganzen Bumms kurzerhand übernimmt. Emily flieht nach Karnaca, im Süden des Reichs, und versucht herauszufinden, wie sie gegen die Besetzerin vorgehen kann. Die scheint nämlich unsterblich zu sein und zu allem Überfluss auch noch zaubern zu können. Gut, dass Emily Bekanntschaft einer dunklen Gestalt macht, die ihr eine Rune in die Hand brennt. Ab diesem Moment kann Emily per Gedankenkraft teleportieren oder sich in Schatten verwandeln, was für einen Rachefeldzug nützlich ist.

„Dishonored 2“ war die große Storyhoffnung des vergangenen Herbstes. Das fertige Spiel könnte allerdings nicht weiter von „plotdriven“ entfernt sein, die Geschichte ist nömlich schlicht ein Witz und die Charaktere so egal, dass ich vor dem Schreiben dieses Textes tatsächlich den Namen der Protagonistin nachschlagen musste. Das ist bitter, denn diese Fehler hat auch der Vorgänger schon gemacht, und das passt überhaupt nicht zur sonst so origiellen Welt und dem tollen Artwork. Das Design ist auch der Star des Spiels, sowohl von der Grafik als auch vom Levelaufbau. In ein Haus einzubrechen, in dem sich mechanisch die Räume verändern, ist schon abgefahren. Aber einen Stealtheinbruch, bei dem man durch mehrere Zeitebenen springt? Sowas cooles hat es noch nicht gegeben!

Schleichen und aus den Schatten heraus agieren ist übrigens der Weg für den das Spiel gemacht wurde. Dafür braucht man aber Geduld und viele Versuche, quasi permanent bedient man Quicksave und Quickload, wenn man wirklich Stealthy und nicht-tödlich vorgehen will. Alternativ steht es einem frei, in bester Assassinenmanier durch die Level zu meucheln und Berge von toten Wachen zurückzulassen. Das Vorgehen funktioniert, hat aber seinen Preis: Die Welt wird dunkler, die Straßen werden von Blutfliegen heimgesucht, Gefährten wenden sich ab und das Ende des Spiel verändert sich.

Ich habe nicht-stealth aber nicht-tödlich gespielt. Das ist ausgewogen, aber auch nicht zu leicht. Gerade der (selbstauferlegte) Schwierigkeitsgrad und das tolle Design waren es, die „Dishonored 2“ einen hohen Grad an Immersion hat erreichen lassen. Für lange Winterabende und Designfans empfehlenswert.

Quantum Break [XBOX One]
Jack Joyce kommt nach Jahren zurück nach Riverport. Ein alter Kumpel hat ihn einfliegen lassen, damit Jack ihm mitten in der Nacht bei einem Experiment in einem Unilabor helfen kann. Das Experiment funktioniert nur so mittelgut – plötzlich wird das Labor von bewaffneten Soldaten gestürmt, Jacks Bruder taucht auf und der Kumpel verschwindet. Kurz darauf ist er wieder da – aber 17 Jahre älter, Befehlshaber der Konzerntruppen und anscheinend mit übersinnlichen Kräften ausgestattet. Da passt es, das Jack seit dem Experiment ebenfalls ungewöhnliche Kräfte hat: Er kann die Zeit manipulieren. Das tut auch Not, denn in Riverport ist die Zeit selbst zerbrochen und kurz davor zu enden.

„Quantum Break“ ist das einzige Spiel, um das ich als PS4-Besitzer die XBOX-One-Fraktion immer bendeidet habe. Das Spiel sieht fantastisch aus, was zum einen an der fast fotorealistischen Grafik liegt, zum anderen daran, wie die zerbrochene Zeit visualisiert wird: Alles friert ein, auch Explosionen oder Ereignisse wie ein Autounfall. Durch dieses Stilleben kann man als Spieler wandern und die vielen Details bewundern, die diese stille Welt zu bieten hat.

Daneben hat das Spiel exzellente Schauspieler (wie den Littlefinger aus „Game of Thrones“ als Bösewicht) und eine komplexe Story. Die wird nicht nur über Zettel und Cutscenes erzählt, denn Quantum Break ist auch eine vierteilige Fernsehserie mit eben den Schauspielern, die auch im Spiel auftauchen. 20 minuten geht jede Folge, und je nachdem, wie man sich im Spiel verhalten hat, ändert sich der Storyverlauf leicht.

Microsoft hat viel Geld und Zeit in das finnische Studio Remedy investiert, und das „Quantum Break“ ein Systemseller sein soll, sieht man dem hochpolierten Spiel auch an. Das Ende ist offen, und eine Fortsetzung sehr wünschenswert – nach den mäßigen Verkaufszahlen der XBONE und der Lahmarschigkeit der Entwickler wird es dazu aber wohl nicht kommen.

Titanfall 2 [XBOX One]
In der Zukunft, auf irgendeinem egalen Planeten, tobt irgendein egaler Krieg. Darin laufen Leute mit Düsenrucksäcken rum. Wenn sie vom rumdüsen genug haben, rufen sie einen großen Roboter. Der fällt vom Himmel (daher der Titel), dann setzen sich die Düsenrucksackleute da rein und machen Sachen kaputt.

Riesenroboter? Mechgefechte? Count me in! War das erste Titanfall noch ein reiner Multiplayertitel, bringt Teil 2 eine sehr gelungene Kampagne mit. Für einen Shooter ist die Story erstaunlich überraschend und hat am laufenden Meter tolle Einfälle, der Charakter des eigenen Titans ist ebenso liebenswert wie komisch und die Gegner wirklich glaubwürdig böse. Abseits davon ist es mal wieder erfrischend durch eine Welt laufen zu können ohne das Gefühl zu haben zu müssen was zu verpassen. In „Titanfall 2“ gibt es nichts zu sammeln (also, nicht wirklich), alles ist linear und sehr gradlinig. Nach dem ganzen Open-World-Kram der letzten Monate, mit seinen trillionen Side- und Sammelquests, wirklich befreiend.

Halo 5: Guardians [XBOX One]
Lauf von A nach B, Peng, Bumm, Spratz.

Was für ein himmelschreiend dummer Shooter. Story Banane, wie immer unbefriedigender Cliffhanger. Gegner immer noch die gleichen wie in Teil 1. Das heißt: Immer noch der gleiche Mist WIE VOR 15 JAHREN! Animationen holprig, Schwierigkeitsgrad unausgewogen, Texturen mittelscharf und in heftigen Gefechten ruckelt es. DER XBOX-One-Vorzeigetitel ruckelt! Das man auch als Solospieler zwangsweise mit 3 minderbemittelten Teamkollegen unterwegs ist, macht die Sache noch schlimmer.

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Machen:
Crazy Ideen ausbrüten und endlich mal wieder träumen.

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Neues Spielzeug:
Eine XBOX One der ersten Generation, billig gebraucht gekauft. Und eine neues USB-Reiseladegerät geschenkt bekommen, eine Tizi „Tankstelle“. Prima verarbeitet, vier Anschlüsse, kraftvoll, aber mit 96 Gramm viel leichter als die Anker-Geräte. Danke, Leandrah!

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Januar 2017 in Momentaufnahme

 

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