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#Umfallera: So schnell geht das

30 Mrz

Die weitaus häufigste Art ein Motorrad zu verbeulen ist nicht der Unfall, sondern der gemeine UMFALL. Der ist deshalb besonders doof, weil man fast immer niemandem außer sich selbst die Schuld geben kann. Nur durch eigene Dummheit fällt das Mopped um, und im schlimmsten Fall entsteht ein Schaden von vielen hundert Euro. Da wird nicht nur das Möpp verbeult, sondern auch gleich noch das Ego. Eben noch war man ein Held, jetzt ist man ein Doof.

Mädchenmotorrad hat eine 10-Schritte-Anleitung geschrieben, wie man das Motorrad an den Boden bekommt. Daraus hat Griesi unter dem Hashtag #Umfallera einen Trend auf Twitter gestartet, unter dem z.B. Mr. Transalp oder Ernie Troelf und 55Achim von ihren schönsten Umfallern erzählen. 10 Schritte? Ich schaffe das schneller. Hier die bisherigen Highlights meines Motorradlebens:


Der Umfaller mit der längsten Ansage:
Wochen im voraus war mir klar, dass ein Wendemanöver mit der ZZR 600 auf dem abschüssigen und tief geschotterten Parkplatz der Pension in der Nähe von Livorno echt schwer werden würde. Zu meinem eigenen Erstaunen ging das aber dann doch recht gut – ich kriegte die Karre rückwärts rausgewuchtet, und irgendwann stand sie quer zum Hang. Jetzt musste ich nur noch vorsichtig Gas geben und eine weite Rechstkurve fahren. Tja. „Nur noch“.

Dummerweise gab ich zu wenig Gas um aus dem Kiesbett zu kommen, die Maschine kippelte noch im Stehen, ich versuchte mit den rechten Fuß zu stützen. Auf der Seite war aber das Gefälle, und als der Fuß Bodenkontakt hatte, war der Neigungswinkel schon zu groß zum Abfangen, und außerdem rutschte ich im Schotter weg. Zack, lag die Kiste mit dem Sattel bergab im Kiesbett. Allein bekam ich die nicht mehr hoch, zum Glück war ein Harleyfahrer in der Nähe. Schäden gab es wenige, nur Kratzer an der Verkleidung und am Auspuff, aber mein Ego leidet daran bis heute.
Benötigte Schritte: 5 (Gas geben, rumkippeln, mit dem Fuß rumrudern, ausrutschen, Peng)

Der tiefste Umfaller: Die Honda CB 450 N parkte auf einer bröckeligen Parkbucht. Links Straße, rechts Böschung, fast senkrecht, zwei Meter tief, an einem Zaun endend. Irgendwann hatte ich es wohl zu eilig. Vielleicht bin mit zu viel Schwung von links aufgestiegen, jedenfalls bin ich gleich rechts die Böschung runtergefallen. Das Motorrad hat sich dabei überschlagen, einer der Hepco&Becker-Koffer hat einen Riss bekommen. Sonst ist nichts passiert. Das Ganze muss aber so traumatisch gewesen sein, dass ich den Vorfall wirklich komplett verdrängt hatte. Als meine Schwester neulich meinte „Weisst Du noch, damals, als wir zu zweit das schwere Mopped aus der Böschung bergen mussten?“ konnte ich ehrlich mit „Nö“ antworten. Das sind die Selbstheilungskräfte des Geistes.
Benötigte Schritte: 3. (Aufsteigen, Gleichgewicht verlieren, Peng)

Der schnellste Umfaller: Fahrschule. Ich wartete auf den Fahrlehrer, einen ehemaligen Bundeswehrbullen mit dem Benehmen eines Dampfhammers. Während ich wartete, saß ich ganz locker und lässig mit einer Arschbacke auf der Virago XV535. Das war das Schulungsmotorrad und die geliebte Privatmaschine des Fahrlehrers („MACHSTE DA AUCH NUR EINEN KRATZER REIN REISS ICH DIR DEN KOPP AB!“). Als der Fahrschulwagen um die Ecke kam, stand uch zur Begrüßung lässig auf Virago und ging in seine Richtung, als ich es hinter mir plötzlich Scheppern hörte. Schaden weiß ich gerade nicht mehr, er war aber auf jeden Fall deutlich sichtbar und der Rest der Fahrschulzeit kein Vergnügen.
Benötigte Schritte: 2. (Aufstehen, Peng)

 
17 Kommentare

Verfasst von - 30. März 2017 in Motorrad

 

17 Antworten zu “#Umfallera: So schnell geht das

  1. Griesi

    30. März 2017 at 10:32

    Danke, dass Du an der Blogparade teilnimmst.
    Eine kurze Korrektur zu Deinem Text oben. Nicht der Blogger „motorradblogger“ hat den Beitrag geschrieben, sondern die Blogger „ErnieTroelf“ und „55Achim“ haben kurze Beiträge direkt bei Reddit im Unterordner „Motorradblogger“ geschrieben.
    Der Link führt ja auch dorthin.

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  2. Albrecht Wagenhöfer

    30. März 2017 at 11:15

    Haha, meine ging letztes Jahr zweimal zu Boden. An der roten Ampel fast noch im Stand und Schneckentempo runterschalten wollen, Dann nicht schnell genug den Standfuß rausgebracht. Sehe noch im Spiegel, wie sich meine Sozia genau mit mir neigt……..mittlerweile hat sie es nach Gesprächen begriffen, als momentanes Gegengewicht zu fungieren.
    Kaputt außer Krätzerchen am Koffer nix.
    Der nächste war: Hab ja ne Enduro, also runter von der hohen Bankette in abschüssigen Schotter um das Navi zu checken. War alles gut bis zum längs! wegen starkem Verkehr rauffahren.
    Das Vorderrad hatte es noch geschafft, der Rest halt nicht und klatschte bergab.
    Schaden: Von Scheibe an bis hintenraus alles verkratzt. Waren 700 € weg (hab‘ noch alles selbst montiert) durch Dämlichkeit.
    Ist aber auch ein Anspruch, wie die Mühle aussehen soll. Bei mir z.B., wie neu.

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  3. kalesco

    30. März 2017 at 11:15

    Kategorie schnell: Fahrschule, 250er Suzuki halb Chopper – Winter (Januar?) – Übungsparkplatz, Kurven fahren. Eisplatte, Zack, Möpp liegt. Sandra steht, und geht sehr kleinlaut in Richtung Fahrlehrer, der außer Sichtweite war. Nix passiert, weder mir noch dem Fahrzeug, aber schön ist das nicht, wenn der Fahrlehrer das Moped aufheben muss…

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  4. Silencer

    30. März 2017 at 11:46

    Griesi: Danke, ist korrigiert!

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  5. Silencer

    30. März 2017 at 11:47

    Kalesco: Das war dann aber mehr ein Unfall, oder?

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  6. Silencer

    30. März 2017 at 11:48

    Alrbecht: Ist Dir dabei auch der Sturzbügel übern Dutten gegangen? Oder hat der es abgefangen?

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  7. Albrecht Wagenhöfer

    30. März 2017 at 12:15

    @Silencer, klar drückt es den Sturzbügel dran, dafür ist der konstuiert. Beim
    weichen Schotter hat es aber Abdrücke davon an der Verkleidung gegeben, weil sich der
    Sturzbügel eingegraben hatte. Beim „Bergen“ gibt’s noch zusätzlich einen obendrauf, weil erstmal das Möpp zurechtgezogen werden musste. Selbst wenn der Sturzbügel mal beim Sturz von
    hinnen geht, ist das immer noch billiger mit nem Hunni, wie ein neues Bein oder Teile der Verkleidung.

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  8. Silencer

    30. März 2017 at 13:07

    Nein, anders: Ist beim Umfall der Sturzbügel so verbogen worden, dass er sich in die Verkleidung gedrückt und die beschädigt hat?

    Das ein Sturzbügel seine Berechtigung hat und gerne kaputt gehen kann, wenn er Verkleidung und Bein rettet, ist mir klar. Ich habe seit meiner ersten dicken Kiste einen Sturzbügel dran, der hat mir damals das Bein gerettet. An der ZZR kann keiner dran, weil Vollverkleidet, aber die hat zumindest Sturzpads nachgerüstet bekommen. Die haben tatsächlich auch beim Umfall die Verkleidung geschützt.

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  9. Albrecht Wagenhöfer

    30. März 2017 at 13:29

    Nein. Vor 3 Jahren bin ich unter der Leitplanke durch. Der Sturzbügel links war zwar angedrückt, die Verkleidung hatte nichts. Dafür untenrum die Hebeleien alles abrasiert. Mir: Gebrochener kleiner Fußzeh. Riesenglück gehabt mit der Herde von Schutzengeln.

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  10. Silencer

    30. März 2017 at 13:34

    Ah, das war die Nummer wo es Dich so richtig zerrissen hat. Puh… Glück im Unglück, was? Leitenplanke, das hätte auch schlimmer ausgehen können.

    Wie ist das bei unseren V-Stroms, brechen die Fußhebel und Fußrasten? Oder verbiegen die sich?

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  11. Albrecht Wagenhöfer

    30. März 2017 at 16:37

    Fußrasten klappen ja nach oben, wenn die aber hängenbleiben, dann scheeren die ab. Glück, wenn es nur die Raste und nicht die Halterung ist. 12.90 im Nachbau bei 123. Touratech hatte (leider) nen klappbaren Fußbremshebel, der mit 60 € deutlich günstiger war, wie Original (100 €), der brach zwar nicht weg, die Auflagefläche für den Fuß hat es um die Hälfte reduziert. Links der Ganghebel hat es an der Leitplanke nicht ausgehalten. Ü/Bremshebel….hat eh ne Sollbruchstelle, da ist eingeschnitten vor der äußersten Kugelverdickung. Habe mir klappbare eingebaut und seitdem sind diese ganz geblieben. Blinker: Legst de die Mühle auch nur sachte ab, sind die überlangen Originalblinker kaputt. Abhilfe: LED oder Miniblinker mit flexiblem Arm. Halt noch n günstiges Blinkerrelais 7-8€ in Sekunden austauschen und du hast freie Auswahl.
    Das ist im Prinzip n Nacketbike, hätte ich mich z.B. mit ner LT langgemacht, wäre es sehr schmerzhaft im Geldbeutel.
    Das wichtigste ist doch: Wieder gesund heimzukommen. Wenn Teile abrasiert sind, hat man noch ganz andere Probleme….Frust/SchockGesundheit plus dem anderen Ärger.

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  12. kalesco

    30. März 2017 at 19:35

    Bei 3km/h hätte ich es schon noch eher als Umfall bezeichnet.

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  13. Albrecht Wagenhöfer

    30. März 2017 at 20:50

    Das hast schon gut gemacht, so nen Halbchopper versucht wegzuwerfen. Entweder es wird erwachsen zu nem Chopper, oder eben geerdet. Hättest das Ding an der Hand genommen um spazieren zu laufen, wäre fast (Fußgänger – ca. 5 km/h) das doppelte Tempo rausgekommen.

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  14. Silencer

    30. März 2017 at 21:27

    Kalesco: OK, das hörte sich schneller an. 3 Km/h geht noch als Stand durch 🙂

    Albrecht: Klar, Gesundheit ist das wichtigste. Trotzdem mal interessant zu wissen, was WIE kaputt gehen kann. Bei der ZZR z.B. reicht im Standardzustand ein Umfaller nach recht um Dir die Verkleidung, den Kupplungshebel, das Kupplungspedal, die Fußraste UND den Limadeckel zu zerstören. Das ist der Grund, warum die Renaissance Sturzpads und diesen Carbon/Alu-Panzer um den Motor hat.

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  15. hirnwirr

    2. April 2017 at 11:15

    und ich werde jetzt Stillschweigen über meine Motorradumfallerlebnisse halten. 🙂

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  16. Albrecht Wagenhöfer

    2. April 2017 at 18:15

    @hirnwirr……nehme an, daß dieso so oft waren, daß der Mechaniker fast alleine davon schon recht gut leben konnte.

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  17. Silencer

    3. April 2017 at 08:51

    @Hirnwirr: Beim nächsten Grillen, dann 🙂

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