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Hühner!

11 Apr

Die Hühner meines Nachbarn genießen das Maximalmaß an möglicher Huhnfreiheit. Die sind die Definition von Freilaufend. Morgens frühstücken sie im Stall, dann flattern sie über den Zaun in meinen Garten und picken und staubbaden und sonnen sich da den ganzen Tag rum. Manchmal drehen sie gegen Abend noch eine Runde durchs Dorf, ehe sie zur Nachtruhe in den Stall zurückkehren.

Ist für mich alles OK, soweit. Leider werden die Hühner immer auch von einem Hahn begleitet, der auf sie aufpasst und beschützt. Das dumme Hahnenviech hat die Eigenheit sich ab 4 Uhr unter meinem Schlafzimmerfenster auzubauen und laut zu krähen. Dann wache ich auf, drehe mich zur Seite und greife mir die Ohrenstöpsel, die auf dem Nachttisch bereit liegen.

Schon ironisch: Da wohne ich an einem Ort, der so still ist, dass man beim Einschlafen das eigene Blut in den Ohren rauschen hört und komme trotzdem nicht ohne Oropax durch die Nacht. Aber immerhin ist der neue Hahn schon moderat im Krähverhalten. Sein Vorgänger legte mit der doppelten Lautstärke schon um 1 Uhr nachts los, krähte ein mal pro Minute und hörte damit vor 18 Uhr am Abend nicht mehr auf. Das Tier war total psychotisch und heiser und ist vermutlich an Erschöpfung gestorben.

Hühner sind bäh. Es gibt kaum ein Tier das dümmer ist als ein Huhn. Abgesehen davon sind sie laut, dreckig und können nichst außer picken und Eier legen. Daschte ich zumindest. Und dann las Stella Fabianos Artikel „10 faszinierende Dinge über Hennen“ und, nun, der ist faszinierend. Zumindest in Teilen. Ich wusste zumindest vorher nicht, das Hühner Gras wie Spaghetti schlürfen. Seitdem sehe ich Hühner mit etwas anderen Augen. Der Hahn sollte trotzdem in die Suppe.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 11. April 2017 in Gnadenloses Leben

 

5 Antworten zu “Hühner!

  1. Albrecht Wagenhöfer

    11. April 2017 at 16:16

    Hast noch den Gestank in der Aufzählung vergessen. Hier, nur noch durch ein Nachbar getrennt, hatte es auch Hühner. Nicht nur die Aufregung, wenn Dezimierung durch Fuchs oder Habicht erfolgte, sondern durch die Fütterung auch anderes Viehzeugs anzog. Bisamratten sind so klein nicht. Bei Alarm durch die Vogelgrippe machte man sich auch Gedanken, weil das Federvieh fast direkt nebenan war. Zu Anfangs durch einen Hahn geschützt, waren die Hühner dann durch Gerichtskrähurteil danach ohne Begatterschutz. Es gibt Leute, auch auf dem Land, welche sich schon gegen Kirchengeläut juristisch schützen, aber als Landbewohner bin ich der Meinung, den Hahn durchaus in seinem Krähkorb zu lassen.

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  2. Silencer

    11. April 2017 at 16:20

    Das sind die geilsten: Leute, die auf´s Land ziehen und dann anfangen gegen das Landleben zu klagen. Ich sag mal so: Der alte Hahn trieb mich fast in den Wahnsinn, aber er war zuerst da. Ich war es, der auf´s Dorf gezogen ist – da muss ich dann halt durch.

    Gefällt 1 Person

     
  3. Albrecht Wagenhöfer

    11. April 2017 at 16:50

    Das stimmt mit der Reihenfolge. Das einzigste Geräusch, welches mich richtig stört, ist lautstarkes Geschrei von Bauarbeitern oder Monteuren. Habe 25 Jahre Nachtdienst hinter mir und gegensätzlich gelebt und geschlafen. Daß ich in „meiner Nacht“ einem erheblich höherem Geräuschpegel ausgesetzt war, ist einleuchtend, vor allem, wenn in der Tiefschlafphase ringsum Rasenmäher oder Motorsägen angeworfen werden.

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  4. Leandrah

    24. April 2017 at 10:07

    und wenn sie Löwenzahnblüten erpicken , gibt das richtig schönen gelben Dotter.

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  5. Albrecht Wagenhöfer

    24. April 2017 at 15:46

    Und bei Maikäfern in Massen? Eher bräunlich?
    Mußte als Schulkind verpflichtend in den Maikäferplagejahren….. na gut, schon über nen halbes Jahrhundert her.. mit anderen Kindern Maikäfer einsammeln, welche dann an Hühner und Enten verfüttert wurden. Ähnlich auch mit den von Amis eingeführten Kartoffelkäfern hatte in den Nachkriegsjahren auf den Feldern gut zu tun.

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