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V-Strom (5): Elektrik & Gedöns

26 Mai

In den letzten Wochen war ich damit beschäftigt eine Suzuki DL 650 V-Strom so herzurichten, dass ich damit auf Touren gehen kann. In einer Miniserie werden die Änderungen an der Maschine vorgestellt. Im letzten Teil: Gedöns!

Elektrik
Keine Ahnung wie lange die Batterie in der Maschine war. Vermutlich war es noch die erste. Zwar war die noch gut, aber nach 7 Jahren darf mal eine neue her. Wieder eine Yuasa.

Licht
Der Vorbesitzer hat Givi S310 „Trekker“ Zusatzscheinwerfer an den Sturzbügel gebastelt. In meinen Augen eine Spielerei, weil die Dinger trotz Halogen recht funzelig sind und die V-Strom schon zwei große Hauptscheinwerfer hat. Aber hey, wenn es die Sichtbarkeit erhöht, warum nicht.

Um die Sichtbarkeit WIRKLICH zu erhöhen, hat die V-Strom Osram Nightracer 50-Lampen bekommen. Wie der Name schon sagt, sind die 50 Prozent heller als andere H4-Lampen, halten dafür aber weniger lange. Ist ein Kompromiss. Eine Alternative wäre die Nightracer 110 gewesen, die irre hell sind, aber nur 160 Stunden halten. Das war mir ein Bisschen zu wenig.

Auch die anderen Leuchtmittel wurden einmal durchgetauscht. Sowohl die Blinker als auch die Standlichtbirnchen sind gegen neue ausgetauscht wurden, und gleich viel sichtbarer. Richtig sichtabr wäre man natürlich mit hellen LED-Birnchen. Die gibt es am Markt, die Nutzung ist aber in Deutschland verboten.


Heizgriffe

Hätte ich auch nicht missen wollen, hat sich zum Glück schon der Vorbesitzer drum gekümmert: Heizgriffe. Die Guten, von Daytona. Dazu Handprotektoren von Suzuki. Geschützte und warme Hände, was will man mehr.


Reifen, Reifendruckkontrolle und Ventile

Ein Reifendruckkontrollsystem ist normalerweise ein Luxus, der den ganz dicken BMWs vorbehalten ist. Aber nicht bei mir. Von Garmin gibt es Ventilkappen, in denen Bluetooth-Sensoren stecken. Die vernetzen sich mit dem Navi und zeigen den jeweiligen Status an. Das ist ein gutes Maß an Beruhigung, wenn man zwischendurch mal den Reifendruck checken kann, besonders, wenn man gerade über spitze Dinge gefahren ist.

Die Reifendruckradkappen sind zwar mit 9 Gramm recht leicht, aber an einem schnell laufenden Rad reicht das Gewicht, um normale Gummiventile aus der Felge zu reissen. Deshalb wurden Metallventile verbaut, die diese Kräfte aushalten.

Das Reifendruckkontrollsystem in den Ventilkappen wurde allerdings von der Renaissance transferiert. Die kleinen Dinger sind mittlerweile mehr als doppelt so teuer wie früher, ein Satz kostet aktuell 180 Euro. Das tut nicht not.

In dem Zug kamen gleich mal neue Reifen drauf. Statt meiner geliebten Angel GTs fährt die V-Strom auf Tourance Next von Metzler. Das Marketing nennt die „Straßen-Enduro-Reifen“, aber Enduro ist daran mal gar nichts. Tourentauglich sind sie aber, und bringen dazu Spitzenwerte für Haftung auf nassem Asphalt mit. Ich bin gespannt wie die sich machen, bislang gefallen mir die Eigendämpfung, das Kurvenverhalten und die Tastache, dass der Reifen nicht dazu neigt Längsrillen nachzulaufen.

Vom Vorbesitzer: Kotflügelverlängerung.

Die Metallventile sind übrigens recht lang, was das Nachfüllen der Reifen noch schwerer macht als ohnehin schon. Winkelventile wären ideal, um das etwas leichter zu machen, aber die funktionieren nicht im Zusammenspiel mit den Reifendruckkappen.

Eine gute Alternative ist dieses Ding hier: Ein Winkeladapterdapter.

Sehr wertiges, CNC-gefrästes Teil, das mit der großen Rändelschraube aufs Ventil geschraubt wird. Das rote Drehrad öffnet und schliesst das Ventil dann. Damit kann man ganz bequem und ohne Luftverlust den Reifen nachfüllen.

Luft stellte sich in der Vergangenheit ohnehin gelegentlich als Problem raus. Gerade im Ausland haben Tankstellen oft gar keine Luftstationen, und wenn doch, dann sind sie häufig defekt. Sehr glücklich macht mich gerade diese kleine, aber sehr leistungsfähige Fußluftpumpe von Bikers Dream.

Die ist minifuzziklaan, wie wir Kölner sagen, und wiegt so gut wie nix. Mal gucken, vielleicht nehme ich die mit, damit wäre die nervige Suche nach Tankstellen mit funktinierender Luft Geschichte. Dafür könnten auch die Pressluftpatronen aus dem Reifenreparaturset zu Hause bleiben. Denen traue ich ohnehin nicht, und vom Gewicht nehmen sich Pumpe und Patronen nichts.

Navigation
Natürlich wird an der V-Strom auch das Garmin Zumo 590 verwendet. Da die Originalhalterung fest an der ZZR 600 verbaut ist, wurde in der V-Strom eine zusätzlich beschaffte Cradle verlegt.

Testaufbau im Winter.

Die ist nun fest eingebaut und versorgt das Navi mit Strom über geschaltetes Plus. Meine V-Strom hat das eine oder andere Relais mehr als eine Standardmaschine, da liess sich das gut anklemmen.

Die Cradle sitzt übrigens am Lenker. Die meisten V-Strom-Piloten bevorzugen eine Position an der Frontscheibe, weil dann der Blickweg nicht so weit ist. Geht bei mir aber nicht, zum einen komme ich während der Fahrt nicht mit den Armen bis an die Scheibe, zum anderen ist der Madstad-Scheibenhalter dafür nicht geeignet.

Gedöns
In die Rubrik Gedöns fallen noch der GPS-Tracker und der WLAN-Access-Point, die nun auch der V-Strom stecken. Genauso wie das kleine Thermometer, das nun im Cockpit klebt. Ist ja immer wieder erstaunlich… Es gibt keine kleinen, wasserdichten und batteriebetriebenen Thermometer mit Fühler für Motorräder. Das hier ist selbstgebaut, aus einem Termomodul, einem Elektronikgehäuse und Teilen eines Mini-Kamerastativs.

Ebenfalls Gedöns: Die Kamerahalterungen. Erstaunlicherweise hat die V-Strom gar nicht so viele Punkte, wo man eine Kamera sicher und vibrationsarm anbringen kann. Ich probiere es mal so:
Die VIRB XE klebt mit einem Saugnapf auf der vorderen Verkleidung. Sie zeichnet nicht nur Bilder, sondern auf, sondern auch Position, Lage, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Temperatur (über einen Sensor im Heck).

Gesteuert wird sie mit einer kleinen Fernbedienung am Lenker.

Davon unabhängig gibt es noch die kleine Rollei, die im Fahrwerk hängt.

So. Damit wäre das Motorrad dann soweit. Ich will hoffe, dass die Frau Strom genauso zuverlässig ist wie die ZZR 600. Wie sie sich schlägt, werde ich ab kommender Woche erfahren – dann geht es auf Tour. Mehrere Wochen lang.

 
18 Kommentare

Verfasst von - 26. Mai 2017 in Motorrad

 

18 Antworten zu “V-Strom (5): Elektrik & Gedöns

  1. Wolfgang

    26. Mai 2017 at 20:19

    Das war eine anregende Reihe; Gute Fahrt!

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  2. Albrecht Wagenhöfer

    27. Mai 2017 at 15:16

    Fehlt eventuell noch ne Alarmanlage.

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  3. Silencer

    27. Mai 2017 at 15:38

    Genau! Und eine Kaffeemaschine!

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  4. Albrecht Wagenhöfer

    27. Mai 2017 at 17:08

    Genau sowas habe ich dann dabei. Heißt Pulverkaffee und läßt sich zur Not auch kalt einrühren.
    Du mußt an etliches denken, wenn du die Maschine abstellst. Also Schlüssel ab und fortlaufen ist da nicht bei Navi, zwei Cams.

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  5. Silencer

    28. Mai 2017 at 16:54

    Den Pulverkaffee habe ich in der Tat auch dabei.

    Das Zeugs ist aber kein Problem. Absteigen, ein Handgriff und das Navi ist in der Jackentasche.

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  6. typ3typ

    29. Mai 2017 at 09:04

    Ich müsste mir ja auch mal eine Alternative zu meiner alten GoPro1 suchen…
    So mit Fernebdienung, hat das schon was für sich.

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  7. Silencer

    29. Mai 2017 at 09:34

    Fernbedienung haben die meisten mittlerweile, man muss aber ausprobieren, ob die wirklich taugen. AEE (= Rollei und andere) funktioniert echt schlecht, 30 Zentimeter sind schon zu viel und man weiß nie, ob die Kamera dann wirklich läuft. Bei der Garmin ist das total super gemacht, und man sieht auch an der Fernbedienung, ob die Aufzeichnung wirklich läuft. In der Mitte ist eine LED, die dann rot blinkt.

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  8. Albrecht Wagenhöfer

    29. Mai 2017 at 11:43

    Eventuell noch einen 12 V Stecker von der Batterie unter die Sitzbank ziehen. Daran könnte das Handy laden oder anderes. Halt dann den oder die Verbraucher abziehen, sonst lutschen diese die Batterie beim Abstellen leer.

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  9. Silencer

    29. Mai 2017 at 12:44

    Die Kiste hat eine Steckdose, vorne links im Cockpit. Allerdings bezweifele ich, dass da genug Saft rauskommt um ein iphone zu laden, die Dinger ziehen zu viel Strom.

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  10. Wolfgang

    29. Mai 2017 at 12:57

    Meine Steckdose (V-Strom aus 2017) ist mit 34 Watt gekennzeichnet.

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  11. Silencer

    29. Mai 2017 at 13:06

    Ich habe halt so eine nachträglich verbaute. Ich hab´s noch nicht ausprobiert, aber an der ZZR ging da gar nichts.

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  12. Albrecht Wagenhöfer

    29. Mai 2017 at 15:53

    Die vorne ist doch auch über Relais geschaltet?
    Deshalb sprach ich ja auch über die unter der Sitzbank. Die zerrt so viel, wie deine Batterie hergibt ohne elektr. Riegel oder Limiter.

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  13. Silencer

    29. Mai 2017 at 15:55

    Weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die an der ZZR hing direkt an der Batterie, damit verweigerte das iPhone die Zusammenarbeit. Spielt aber auch keine Rolle, ich habe eine kleine Powerbank im Topcase. Damit kann ich im allergrößten Notfall das Telefon 3 Mal aufladen.

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  14. Albrecht Wagenhöfer

    29. Mai 2017 at 15:56

    Und noch’n „unzufriedener“ Stromer, der den Schnabel gratis dazubekommen hat.

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  15. Wolfgang

    29. Mai 2017 at 15:58

    Ich, jetzt? Ne, bin absolut zufrieden mit der Optik. Gelb mit Speichenrädern. Sehr schick! 🙂

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  16. Albrecht Wagenhöfer

    29. Mai 2017 at 16:03

    Sorry für den Sarkasmus. Ne XT, dafür kann ich mich auch begeistern.

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  17. Silencer

    29. Mai 2017 at 16:10

    Oh, die gelbe? Die ist super, gefällt mir auch!

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  18. Stephan

    30. Mai 2017 at 17:26

    na dann gute Fahrt. Ich hoffe du hast nur positives zu berichten

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