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Noch zu retten

12 Jun

Wow, ich bin gerade ein wenig überwältigt. Ganz dicken Dank für die vielen lieben und aufmunternden Kommentare und die Anteilnahme in Mails und Tweets! Die haben mich wirklich gefreut und aufgebaut. Im Moment geht es mir ganz okay – traurig, aber okay.

Mittlerweile gibt es auch gute Nachrichten zu vermelden. Ich hatte zwei Tage nach dem Unfall mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Fühlte sich an wie Muskelkater. Fand ich erstmal nicht unlogisch, immerhin hatte ich beim Aufprall nicht nur einen Schlag in den Nacken bekommen, sondern das vollbepackte Motorrad auch alleine hochgewuchtet. Das kann die Muskeln schon mal strapazieren. Als nach 4 Tagen aber Kopfschmerzen dazukamen, suchte ich mal Tante Doktor auf – die mich prompt in die chirurgische Notaufnahme des örtlichen Klinikums verwies.

Dort habe ich dann den Freitag Vormittag verbracht. Nach mehrfachem Röntgen dann aber die Entwarnung: Alles OK, nur eine leichte Prellung an der Schädelbasis.

Die zweite gute Nachricht: Nach einer Woche des bangen Wartens kam ein Anruf von der Werkstatt. Die V-Strom wurde dort zerlegt und vermessen, mit dem Ergebnis: Weder Rahmen noch Schwinge, Achse oder Hinterrad sind verzogen. Anscheinend hat das Auto die Frau Strom genau so erwischt, dass zwar möglichst viel eingedrückt wurde (hinterer Kotflügel und Kennzeichen hatten sich ein Mal um die Strebe des Kofferhalters gewickelt und klebten oben auf dem Hinterrad), aber dadurch, dass der Treffer in den „Weichteilen“ landete, wurde die Energie des Aufpralls nicht direkt über das Hinterrad in das Fahrwerk geleitet. Glück im Unglück, könnte man sagen. Die Strom ist kein Totalverlust, sie wird wieder fahren.

Der Unfallgegner war niedlicherweise der Überzeugung, dass er „das verbogene Metallding“ (die Strebe des Kofferträgers) aus eigener Tasche bezahlen würde. Nun, mit dem Metallding ist es nicht getan. Der ganze Kofferhalter ist verzogen und muss komplett getauscht werden, ebenso Sturzbügel, Lenker und Handprotektoren. Hinzu kommen Stornokosten für Hotels und Kosten für die Rückholung meines Gepäcks aus dem Odenwald. Alles in allem wird der kleine Bumser über 2.200 Euro kosten. Was ich mit dem beschädigten Koffer mache weiß ich noch gar nicht, denn die guten Givi E45 gibt es gar nicht mehr neu zu kaufen, und andere will ich nicht.

Aber das wird sich finden. Jetzt warte ich erstmal darauf, dass die gegnerische Versicherung sich meldet. Das dauert, sagt die Werkstatt, gerne mal zwei bis drei Wochen. Dann werden die einen Gutachter schicken wollen, weil der Schaden größer als 1.000 Euro ist. Bis dann die Freigabe zur Reparatur kommt, wird es Mitte/Ende Juli sein.
Aber egal, ich will gerade eh nirgendwo hin.

Und so habe ich wenigstens genug Zeit, um das Andenken hier gegen ein gültiges Kennzeichen auszutauschen:

Wenn man genau hinguckt, kann man sehen, wo das Kennzeichen umgeklappt war: Genau auf halber Höhe der Europaflagge.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 12. Juni 2017 in Motorrad

 

7 Antworten zu “Noch zu retten

  1. ruediger

    12. Juni 2017 at 18:00

    Schön, dass Frau Strom wieder fahren wird.

    Gefällt 1 Person

     
  2. Wolfgang

    12. Juni 2017 at 20:05

    Wünsche Dir alles Gute!
    Bei mir hat sich in einem vergleichbaren Fall die gegnerische Versicherung (HUK) gleich am nächsten Werktag gemeldet. Den Gutachter solltest Du aussuchen und nicht die Gegner. Die tricksen da gerne. Dein Motorraddealer wird Dir sicher einen guten Gutachter nennen. Und: ich kann nur einen Rechtsanwalt empfehlen; die wissen, was man da gerne übersieht (Schmerzensgeld? Ausgleichszahlungen für die Ausfallzeit? Und, und.) Für die Kosten des Rechtsanwalts kommt auch die gegnerische Versicherung auf.

    Gefällt 1 Person

     
  3. Albrecht Wagenhöfer

    12. Juni 2017 at 20:59

    War da noch nicht was mit Wertminderung?

    Gefällt 1 Person

     
  4. Katja

    12. Juni 2017 at 22:38

    Was Rüdiger sagt!
    Und gut, dass das bei dir nichts Ernstes ist.

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  5. typ3typ

    13. Juni 2017 at 07:26

    Ja, die vom Verursacher gerne geschätzte Schadenshöhe. 😉 War doch nur ein kleiner Rempler. Wie kann das soviel kosten. Ist doch nur ein Motorrad. Kennt man alles…
    Auch beim Oldtimer. Werde nie vergessen, wie blöd selbst der Gutachter bei der Rechereche nach einer hinteren Stoßstange für den Blauen und den aufgerufenen Preisen (für Gebrauchtteile, weil neu schon seit 1975 nix mehr) geguckt hat! Die Ersatzteilpreise für den mittlerweile recht seltenen Typ3 liegen auf 356er Niveau…
    Kann dir wirklich auch nur empfehlen, einen Rechtsanwalt und eigenen Gutachter hinzu zu ziehen!

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  6. Silencer

    13. Juni 2017 at 08:18

    So wird das auch gemacht, Anwältin kümmert sich.

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  7. Miki

    16. Juni 2017 at 21:53

    Da kann man wohl sagen Glück im Unglück. Wünsche euch 😉 gute Besserung! Ich freu mich, dass die Schöne bei dir bleiben kann. Und kann (mit ihr) ja nur besser werden! Alles Gute!

    Gefällt 1 Person

     

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