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Momentaufnahme: Juli 2017

31 Jul

Herr Silencer im Juli 2017
Wort des Monats: „Kuchenhoffnung“

Wetter: Warm und sonnig, Temperaturen minimal immer so 20 Grad, meist höher. Bis am 25. die Sintflut kommt: Dauerregen spült die Temperaturen in den 12 Grad-Keller und verursacht in Teilen Südniedersachsens heftige Überschwemmungenn. Dann geht es hochtemperaturig mit 20-28 Grad weiter.

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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Saturday Night Fever [Domfestspiele]
Ausführliche Besprechung hier.

Beautiful Thing [Theater im OP]
Ein trostloser Plattenbau in Thames Mead im Südosten von London. Hier leben leicht defekte, aber liebenswerte White-Trash-Charaktere. In dieser Umgebung entdecken zwei Pubertierende homosexuelle Gefühle füreinander.

Tolle Szenebilder, starke Darsteller, mäandernde Geschichte mit einem zu langen, ersten Akt. Coming of Age-Geschichten finde ich normalerweise furchtbar, diese hier ging so – noch besser wäre sie gewesen, hätte man das Material um 30 Minuten gestrafft. Die Stärke des Stücks ist eindeutig die Darstellung der skurrilen Charaktere, es macht Spaß, denen beim Leben zuzusehen.

The Amazing Spider-Man (2012) [Netflix]
Peter Parker wird von einer Spinne gebissen. Natürlich tut er, was jeder Schüler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, zieht sich Strumpfhosen an und bekämpft das Böse. Zeitgleich: Wissenschaftler wird von Echse gebissen. Natürlich tut er, was jeder Wissenchaftler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, rennt halbnackt durch New York, beisst Leute und will eine Armee aus Echsenmenschen erschaffen.

ARGH. WAS FÜR EIN UNGLAUBLICHER SCHEIß! Dieser Film ist so brüllend schlecht, sowas habe ich echt selten erlebt. Das beginnt beim miserablen Casting – es wirkt, als hätte Sony die erstbesten Leute von der Straße gezerrt und vor die Kamera gestellt. Kein Schauspieler trifft seinen Charakter, untereinander gibt es keine Chemie, kein gutes Spiel, nirgends. Am wenigsten von dem Boyband-Typen mit der Monchichi-Frisur, der Peter Parker darstellen soll. Dazu kommt: Die Story ist schlimm. Die Effekte sind schlecht. In jeder Szene passiert etwas, das mich Facepalmen lässt. Unfassbarer Müll, keine Ahnung weshalb der Film seinerzeit so hoch bewertet wurde.

Spiderman: Homecoming (2017) [Kino]
Peter Parker wird NICHT von einer Spinne gebissen, zumindest wird das nicht nochmal erklärt. Er hat schon seine Kräfte, deswegen wurde er von Tony Stark mit zum Kampf gegen Captain America nach Berlin genommen (in „Civil War“). Das hat den Jungen verändert. Seitdem sitzt er in seinem Appartment in New York und wartet darauf, dass sich die Avengers wieder bei ihm melden. Die haben aber ganz anderes zu tun, und so kämpft Peter in der Zwischenzeit mit seinem Doppelleben, einer unerwiderten Liebe, und den Tatsachen, dass bald der Homecoming-Ball stattfindet und jeder seine Tante May heiß findet. Bis er einen illegalen Waffenhandel in New York aufdeckt und dann richtig Mist baut.

Wow, SO muss Spiderman! Endlich liegt die Lizenz wieder bei Marvel, und yeah, haben die das richtig hinbekommen. Das Casting ist auf den Punkt: Tom Holland spielt Peter exakt so, wie er nach den Comics sein muss. Michael Keaton darf endlich als Bösewicht glänzen. Die Story ist simpel, aber nicht doof, und wird dadurhc veredelt, dass wirklich jeder Charakter glaubwürdige Motive für sein Handeln hat. Nach „Guardians 2“, der der bislang schlechteste Marvel-Film war, ist „Spiderman“ nun der vielleicht beste.

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Spielen:

Nier Automata [PS4]
In ferner Zukunft: Die Erde wurde von Maschinenwesen übernommen, die von Aliens geschickt wurden. Die Menschheit ist vor Tausenden von Jahren auf den Mond geflüchtet und schickt von dort Kampfandroiden, die den Maschinen einheizen sollen. Eine solche Androidin ist 2B, die in den Überresten der Erde ihren Missionen nachgeht.

WTF? „Nier Automata“ ist konzentrierte Absurdität. Das beginnt bei der Hauptfigur: Androidin 2B trägt Kampfschwerter, eine Augenbinde und ein Goth-Lolita-Röckchen. Die Gegener sind knuffige Roboterchen, die man am Liebsten knuddeln möchte. Das Gameplay variiert zwischen Actionadventure, RPG, Sidescroller, Hack´n´Slay und Stickshooter und wechselt manchmal von Szene zu Szene – man hat das Gefühl, mehr als ein Spiel zu spielen.

Dabei ist es so schwer zugänglich, dass es an eine Zumutung grenzt. Bis nach dem ersten Bosskampf kann man nicht mal speichern. Verliert man den, muss man 20 Minuten noch einmal spielen. Auch die Schnellreisefunktion muss erkämpft werden. Der Schwierigkeitsgrad ist heftig, die Bedienung in der Standardbelegung fummelig und die Konfiguration der Spielfigur fast unmöglich. Und doch: Nier Automata sprüht vor Kreativität. Überraschungen und WTF-Momente sind ist die Belohnungen für die Zumutungen. Ein Spiel, dass wirklich ständig mit Skurrilitäten überrascht.

Zur Sperrigkeit gehört leider auch, dass man nach einem Spieldurchlauf nur einen Teil der Geschichte erlebt hat. Beim jedem neuen Spielstart erlebt man Geschehnisse, die parallel oder nach der Haupthandlung spielen, und zwar aus der Sicht einer anderen Figur. Das ist originell, aber ebenfalls sperrig – es dauert zu lange, bis man den diesem Punkt ist. Narrationsfans kommen nicht bis dahin, weil die Geschichte zu dünn gestreut ist, und durchschnittliche Spieler sind nach einem Durchlauf am Ende, weil die Core-Spielmechanik seltsam unbefriedigend ist. „Nier: Automata“ ist dennoch ein Riesenerfolg geworden, irgendeinen (japanischen) Nerv muss es also treffen.

„Nier: Automata“ ist eine Wundertüte, bei der man nie weiß, was man als nächstes findet. Wenn man was findet, weiß man nichts mit anzufangen, weil die Fundsache absurd ist.

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Machen:
– Der Nachbarin einen neuen Job erschreiben
– Die V-Strom wieder auf Vordermann bringen
– Reiseplanung für Oktober.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
5 Kommentare

Verfasst von - 31. Juli 2017 in Momentaufnahme

 

5 Antworten zu “Momentaufnahme: Juli 2017

  1. ruediger

    31. Juli 2017 at 11:05

    Kuchenhoffnung. Großartig! ❤

    Nier Automata habe ich mich nicht getraut. Diese japanische Stil und mit den irgendwie immer zu sexy Heldinnen ist nicht meines.

    Filmempfehlung (kein Kino) :Mean Dreams. Eine Geschichte, die mich am Ende neugierig auf eine Fortsezung macht.

    Gefällt 1 Person

     
  2. Silencer

    31. Juli 2017 at 11:20

    Hängt bei dem das Ende nicht ziemlich in der Luft?

    Gefällt mir

     
  3. ruediger

    31. Juli 2017 at 11:29

    Irgendwie schon und doch wieder nicht. Der Plot des Films ist am Ende schon erzählt,,, die Gesichte als solche gehört einfach weiter erzählt. Ich bin doch so ein Geschichtenonkel……

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  4. Ursus310

    1. August 2017 at 15:32

    Ich fand GoG2 übrigens sehr lustig … hatte aber auch keine großen Erwartungen.

    Netter Gimick bei Spiderman: Homecomming ist, dass Michel Keaton (wo war der nur so lang) 2014 erst den „Birdman“ gespielt hat ;-P

    Gefällt 1 Person

     
  5. Silencer

    1. August 2017 at 16:08

    Fledermaus, Vogelmensch, Geier… wo soll das hinführen?

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