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Momentaufnahme: September 2017

29 Sep

Herr Silencer im September 2017
„Ich werde mir den Urlaub sowas von verdient haben, aber SOWAS von!“

Wort des Monats:
„Verlikung“

Wetter: Schon zum Monatsanfang reden alle davon, dass der Herbst kommt. Mich nervt das an, ich will nicht, dass der Sommer schon vorbei ist. Tatsächlich schwankt das Wetter zwischen Sonnenschein und 8 Grad, Regen und 17 Grad, und allem dazwischen. Dann wird es kühler.

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Lesen:

Eoin Colfer: And another Thing [Kindle]
Der sechste Teil der Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“, ca. 30 Jahre später: Trillian besteht nur noch aus kybernetischen Ersatzteilen, Arthur Dent lebt wie ein Einsiedler auf einer einsamen Insel und freut sich, dass ihn keiner anschreit, ihre gemeinsame Tochter Random Dent ist Präsidentin der Galaxis und verliebt in ein Wiesel, und Ford Prefect malträtiert seine Leber. Also alles gut? Mitnichten, denn der bösartige Hitchhikers Guide Mark 2 spielt mit Zeit und Raum herum, um ein für alle Mal die Erde auszulöschen – in ALLEN Paralleluniversen.

Vor sieben Jahren zuletzt gelesen, aber auch heute noch finde ich die Fortsetzung großartig. Anders als der, nach eigenem Bekunden schlampige und faule, Douglas Adams hat sich der von den Erben engagierte Eoin Colfer wirklich Gedanken um eine ordentliche Story gemacht, und dann exakt die Tonalität der frühen Bücher getroffen. Das ist erwachsen, witzig und gut gemacht. Schade, dass Colfer dafür einen Shitstorm der Fanboys abbekommen hat, der ihm die Lust an weiteren Fortsetzungen gründlich verleidet hat.

Jason Schreier: Blood, Sweat and Pixels [Kindle]
„Hier ist eine andere Theorie: JEDES Videspiel wird unter Ausnahmebedingungen produziert. Wie auch sonst? In Videospielen kommt Kunst und Technik zusammen, und beides ändert sich zu schnell um planbar zu sein. Es ist, als ob man jedes Mal, bevor man einen Film dreht, eine neue Kamera erfinden muss. Und während man filmt, wird jeden Tag das Drehbuch umgeschrieben.“

„Kotaku“-Autor Jason Schreier erzählt aus der Games Industrie und wirft einen Blick hinter die Kulissen. In 13 Kapiteln erzählt er Anekdoten aus der Entstehung von 13 Spielen, darunter „Pillars of Eternity“, „Uncharted 4“, berichtet von den Katastrophen in der Entwicklung von „Mass Effect: Andromeda“ oder „Dragon Age Inquisition“ und beleuchtet, warum „Star Wars 1313“ nie erschienen ist. Unmenschliche Crunchtimes, Eitelkeiten, durchdrehende Produzenten und fremdgehende Autoren inklusive. Wer schon immer mal wissen wollte was geschah nachdem Amy Henning Naughty Dog verließ, wo die Ballsaal-Szene mit Nathan und Elena in „Uncharted 4“ hin ist, warum „Shovel Knight“ immer noch nicht fertig ist und wie es zu „Witcher III“ kam, der wird dieses Buch nicht aus der Hand legen können. Nebenbei lernt man was über Softwareprojektmanagement.

Marc-Uwe Kling: Quality Land [Kindle]
In der Zukunft: Das Leben der Menschen wird von Algorithmen bestimmt. Peter nimmt an, dass es Systemfehler gibt. Aber wer glaubt ihm das?

Marc-Uwe Kling wirft einfach mal alles auf einen Haufen: Gesellschaftskritik, Kapitalismuskritik, Superintelligenztheorie, Plattformkritik, Filterbubblephänomene und Schirrmachersche Algorithmenangst. Nichts bahnbrechend neues, alles woanders schon tiefer und besser dargestellt worden, aber so nett und gesammelt erklärt hat man Netztheorien selten gelesen. Leider kommt keine gute Geschichte dabei raus. Die Charaktere sind erratisch-egal, die Handlung belanglos und unspannend – und unkomisch. das überrascht nicht wirklich, abseits des Kängurus ist Klings schaffen dann doch eher so meh.

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Hören:

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Sehen:

Fast & Furious 8 [PS Network]
Dominik Touretto fährt Auto, dann Bumm, dann Charlize Theron, dann The Rock, dann irgendwas mit U-Booten im Schnee.

Hä? Ach, egal. Unterhaltsam, wie immer, aber fragen Sie mich nicht worum es da ging. Irgendwas mit Autos, vermutlich.

The Founder [PS Network]
Ray Croc ist Vertreter. Mit einem Kofferraum voller fünfarmiger Multimixer fährt er durch die USA und hält sich gerade so über Wasser, denn kein Schnellrestaurant der Welt will fünf Milchshakes gleichzeitig herstellen. Dann bestellt ein Kunde aber gleich ein halbes Dutzend Mixer. Und dann nochmal. Neugierig, wer so viele Shakes verkauft, besucht Croc das Restaurant der Brüder McDonald und lässt sich ihr „Speedy System“ zeigen. Begeistert von der Idee einer neuen Art von Fast Food macht Croc aus „McDonald´s“ ein Franchise und wird dabei immer skrupelloser – bis er sogar die Brüder ausbootet.

Die Geschichte von Croc und McDonalds ist eine der großen Legenden der Businesswelt und wird hier wunderbar ausgspielt. Weder wird Croc als Bösewicht gezeichnet, noch die Brüder McDonald als die Hinterwäldler, als die sie oft dargestellt werden. Ein interessanter und spannender Film über die Gründung des größten Franchises der Welt. Für ehemalige „McD“-Mitarbeiter (wie mich) ist es spannend zu sehen, wie alles begonnen hat und was sich seit Restaurant Nr. 1 getan hat. Alle anderen lernen nebenbei die Grundprinzipien kennen und woher die „Standards“ kommen.

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Spielen:

Uncharted: The Lost Legacy [PS4]

Chloe Frazer ist eine Diebin, und jetzt hat sie sich entschieden, etwas sehr wertvolles zu stehlen: Den Stoßzahn der indischen Gottheit Ganesha. Hinter der Reliquie ist auch eine Rebellengruppe her, die ausgerüstet ist wie eine Armee. Zum Glück ist Chloe bei der Schnitzeljagd durch indische Großstädte und den Dschungel nicht allein: Sie hat die Söldnerin Nadine Ross engagiert. Das Muskelpaket, das zuletzt den Drake-Brüdern ordentlich einheizte, soll der Diebin den Rücken frei halten. Das tut sie auch – bis Chloe, ganz ihrer Natur entsprechend, alle verrät.

Ursprünglich als DLC zu „Uncharted 4“ konzipiert, ist „The Lost Legacy“ nun in ein Standalone-Spiel mutiert. Und das hat es in sich: Mit Frazer und Ross sind die beiden interessantesten Nebencharaktere aus allen Uncharted-Teilen am Start. Die beiden stellen nicht nur geballte Frauenpower dar, sondern unterhalten vor allem durch ihre unterschiedlichen Sichten auf die Welt.

Die kleinen Gespräche und Wortgeplänkel während Kletter- und Entdeckungspassagen machen die Figuren lebendig. Der dritte Star im Bund ist die Umwelt. Selbst Uncharted 4 kann nicht mit so lebendiger Flora und Fauna und so spektakulären Schauplätzen aufwarten. dazu sehen die Hauptfiguren nahezu lebensecht aus:

Dazu kommt die spannende Geschichte, der interessante Widersacher und ein perfekt balanciertes Gameplay. Dass die Spielzeit kürzer ist als bei den großen Uncharteds ist verkraftbar, dafür gibt es keine Hänger. In der Summe: Ein in jeder Hinsicht großartiges Actionadventure, dass stolz neben den „großen“ „Uncharteds“ und den letzten „Tomb Raiders“ stehen kann.

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Machen:
ArbeitArbeitArbeit… ah, Urlaub!

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. September 2017 in Momentaufnahme

 

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