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Momentaufnahme: Dezember 2017

28 Dez

Herr Silencer im Dezember 2017
„Noch 6 Monate bis Sommersonnenwende.“

Wetter: Pünktlich am 01. Advent fallen 20 Zentimeter Schnee – sehr gemütlich! Dann wird es erst kalt und regnerisch, dann warm und regnerisch. Pünktlich zu Weihnachten ist es mit 10 Grad frühlingshaft und windig.

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Lesen:

Jean-Yves Ferri und Didier Conrad: Asterix in Italien
Obelix hat sich in den Kopf gesetzt Rennfahrer werden zu wollen. Da trifft es sich gut, dass das römische Reich just ein Rennen ausgelobt hat um die Qualität seiner Straßen zu beweisen. Zusammen mit Kumpel Asterix startet der Hinkelsteinhersteller zu einer Wettfahrt quer durch Italien und muss dabei gegen Briten, Römer, Goten, Russen und Kuschiterinnen antreten.

Urvater Uderzo (der gerade 90 geworden ist) hatte die Asterix-Reihe in den letzten Jahren an den Baum gefahren. Spätestens als er außerirdische Mickeymäuse mit Twitterfeeds angreifen ließ war klar, dass der alte Mann nicht mehr wirklich weiß worüber er schreibt, aber generell mal gegen die Welt von heute ist.

Mit den neuen Autoren hat sich das zum Glück geändert. Der Zeichenstil ist eine 1:1 Kopie des klassischen Asterix-Stils, wie er seit den 70ern gepflegt wird, aber die Story ist wieder liebenswert, naiv und lustig. „Asterix in Italien“ ist so, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne: Mit lustigen Wimmelbildern und Karikaturen und leicht zu folgender Handlung. Letztlich zwar belanglos, aber ganz witzig. Mehr erwarte ich gar nicht.

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Hören:

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Sehen:

The Good Place (Season 1) [Amazon Video]
Eleanor (Kristen Bell, „Veronica Mars“, „Assassins Creed II“) stirbt bei einem Unfall und wacht im „Good Place“ auf. So erklärt es ihr zumindest Michael (Ted Danson, „Cheers“, „CSI“) als er sie voller Stolz durch den von ihm geplanten Ort im Jenseits führt. Die Vorortnachbarschaft wird nur von den besten und reinsten Seelen bevölkert, die allesamt ihren Seelenpartner gefunden haben, den ganzen Tag lächelnd durch die Gegend laufen und sich voll lieb haben.

Das Problem dabei: Der Neuzugang ist weder eine gute Seele noch war sie ein guter Mensch, ganz im Gegenteil. Eleanor war eine stinkstiefelige white Trash Bitch, die nur durch ein dummes Versehen im „Good Place“ gelandet ist. Nun ist sie von den ganzen guten Menschen im Himmel tödlich angenervt. Die Anwesenheit einer zynischen Seele führt zu Problemen: Der gute Ort bekommt Fehlfunktionen, gigantische Shrimps fallen vom Himmel, Höllenschlunde öffnen sich unvermittelt und die ortseigene Siri spackt ab. Während Michael nach dem Grund für die Katastrophen sucht, muss sich Eleanor anstrengen zu verbergen, das sie hier eigentlich nicht hin gehört.

„Höher schneller weiter“ scheint bei Serien ja aktuell zu gelten. Immer monströser die Budgets, immer größer die Casts und die Namen der Stars. „The Good Place“ ist das genaue Gegenteil: In nur einem Set gedreht, ein Kern-Cast aus nur 6 Personen. Die Schauspieler sind großartig: Ted Danson als leicht trotteliger Engel ist super, Kristen Bell kann endlich noch zynischer als in „Veronica Mars“ ihre böse Seite ausleben und die Nebencharaktere sind allesamt gut besetzt.

Die mit 13 Folgen recht kurze Staffel, die Episodenlänge von nur 20 Minuten und die fantastischen Drehbücher sorgen dafür, dass überhaupt keine Durchhänger entstehen. Im Gegenteil: Immer, wenn man denkt man habe verstanden, worum es eigentlich geht, dreht die Serie alles um 90 Grad, spätestens ab Folge 5 ist das oben geschilderte Szenario nicht mehr Grundlage der Serie. Scheint es anfangs, als würde sich die gesamte Story um Eleanor drehen, rücken plötzlich andere Charaktere in den Vordergrund um andere Fragen abzuhandeln und die Serie weiterzutragen.

Kern von Staffel 1 ist am ehesten die Erforschung der Frage „Wann ist man eigentlich „gut“?“. Ist die Charitylady eine gute Person, weil sie ihr ganzes Leben Spenden für Arme gesammelt hat? Oder zählt das nicht, weil sie das nur getan hat um ihre Schwester auszustechen? Dieser Kernfrage wird mit großem Witz zuleibe gerückt. Allein als die Leitung des „Bad Place“ auftaucht und „Böse Politikerreden-Karaoke spielt, musste ich mehrfach lauthals loslachen. Die große, größte Überraschung kommt dann am Ende von Staffel 1 und lässt einen mit offenem Mund zurück. Da Staffel 2 schon verfügbar ist, ist es zumindest kein totaler Cliffhanger.

In der Summe würde ich sagen: Innovativste Serien seit Jahren, aber nicht für jeden geeignet. Unter den Jensseitsserien ist „Good Place“ nicht so stylisch oder überdreht wie „Pushing Daisies“ und nicht so muffelig langweilig wie „Dead Like me“. Fans der beiden Serien (oder Verehrer von Kristen Bell) werden „Good Place“ lieben, alle anderen können zumindest mal einen Blick drauf werfen.

Baby Driver [BluRay]
Der junge Baby steht in der Schuld von Kevin Spacey, deshalb muss er Fluchtwagen für dessen Banküberfälle fahren. Als seine Kollegen immer bösartiger und durchgeknallter werden, bringt das Baby dazu sein Leben zu überdenken. Da er darin nicht der schnellste ist, geht das ganze südwärts.

OK, die Story passt auf einen Bierdeckel, das besondere ist hier was anderes: Nahezu alle Actionszenen sind passgenau auf die Musik geschnitten. Storyvehikel dafür ist, dass Baby einen Tinnitus hat, den er dadurch überspielt, dass er ständig Musik hört. Daher läuft, ballert und fährt hier alles im Takt der Musik. Dafür gibt es ein Fleißsternchen, der Rest ist nett – aber warum der Film so dermaßen von der Kritik gehyped wurde, erschliesst sich mir nicht ganz, denn letztlich ist das ganze recht dumm.

Star Wars: The Last Jedi [Kino]
Ausführliche Besprechung hier.

Hexenschuss [Theater im OP]
England, in den prüden 50ern: Gelangweilte Hausfrau holt sich Lover ins Haus, der verrenkt sich den Rücken, fällt in die Badewanne und kann sich nicht mehr bewegen. Dummerweise kommt der Ehemann nach Hause, mit ganz anderen Sorgen im Gepäck, in Form einer zugedröhnten und liebestollen Stewardess. Und dann ist da noch der ständig mampfende Klavierstimmer.

Uuuuund noch eine Screwball-Komödie am ThOP, damit haben die es dieses Jahr echt. „Hexenschuss“ folgt zwar klassischen Mustern und lässt kein Klischee aus, ist aber dennoch eine der lustigeren. Das liegt an den netten Ideen der Regie, aber auch an der durchgehend guten Leistung der Darsteller. Mit zweieinhalb Stunden ist es lediglich mindestens 30 Minuten zu lang, aber hey, für eine lustigen Abend ist das OK.

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Spielen:

Horizon: Zero Dawn. The Frozen Wilds.
Die Zivilisation ist zerfallen, Städte sind nur noch Ruinen, die primitive Menschen ziehen durch die verheerte Landschaft. Aber genug von Sachsen, jetzt zum DLC von „Horizon: Zero Dawn“.

Seltsame Geschichten erzählt man sich ein Tal im Norden. Die Maschinentiere dort seien bösartig geworden und Berge würden Feuer spucken. Jägerin Aloy macht sich auf und wandert über die schneebedeckten Pässe der Gebirge, um auf die Stämme der Banuk zu treffen. Die berichten von einem Dämon, der die Tiere des Nordens stark und aggressiv macht und von ganz neue Tierarten, die Jagd auf die Jäger machen.

Eine bessere Sci-Fi-Geschichte als in dem, im Februar erschienenen, „Horizon: Zero Dawn“ ist in den letzten 10 Jahren nicht erzählt worden, weder in Büchern noch in Filmen oder Spielen. „Frozen Wilds“ knüpft nicht an das Ende von Aloys Geschichte an, sondern spielt kurz davor und passt sich perfekt in das Hauptspiel ein. Am Ende der Suche hat Aloy eine neue Verbündete.

Bis es soweit ist, verbringt man rund 30 Stunden mit „More of the same“ aus jagen, handeln und spannenden Missionen. Auch die Dualität funktioniert noch, selbst wenn man den Twist des Hauptspiels schon kennt. Wenn Aloy „Metallvögel“ in einem unterirdischen Bunker findet und damit nichts anfangen kann, oder gar nicht begreift, was Vulkane und Yellowstone miteinander zu tun haben weiß man als Spieler, was Reaperdrohnen sind und warum der Yellowstone stabilisiert werden musste. Die Kluft zwischen dem Wissen des Spielcharakters und des Spielers hat immer noch seinen Reiz.

Unter Level 40 und ohne die Shieldweaver-Rüstung sollte man sich allerdings nicht in den Norden trauen, dazu ist er zu rau. Wer sich dorthin wagt, wird schon optisch belohnt. Die gefrorene Wildnis ist wunderschön in Szene gesetzt: Verharschte Schneefelder glitzern im Sonnenlicht, Pulverschnee wird über Bergkämme gewirbelt und Geysire dampfen am Rand von farbigen Seen. Die Landschaft ist so schön, dass man oft einfach stehenbleiben und sich in Ruhe umschauen möchte. Dafür bleibt aber nicht viel Zeit, denn neue Maschinentypen und urige Menschencharaktere beschäftigen einen ständig. „Frozen Wilds“ ist viel DLC für´s Geld und gibt Hoffnung, dass Hersteller Guerilla Games den Zauber des Hauptspiels in einem echten Sequel wiederholen kann.

Ausserdem gespielt: Horizon: Zero Dawn Hauptspiel

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Machen:
Erst viel Arbeit, dann über Weihnachten: Nüscht.

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Neues Spielzeug:
FritzBox 7580, noch eine Folge des Derangements.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Verfasst von - 28. Dezember 2017 in Momentaufnahme

 

2 Antworten zu “Momentaufnahme: Dezember 2017

  1. Rufus

    8. Januar 2018 at 10:02

    Asterix leidet bereits seit einigen Ausgaben unter einer sehr schlecht lesbaren Schrift 😦

    Gefällt mir

     
  2. Silencer

    11. Januar 2018 at 17:17

    Findest Du? Das ist doch der gleiche Schriftsatz wie schon in den 80ern, oder?

    Gefällt mir

     

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