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Neue Beamerlampe – Ruby No. 3

05 Jan

„Du hast noch ne´Röhre?“, fragen manche Besucher ungläubig und können es gar nicht fassen, dass in meinem Wohnzimmer tatsächlich noch ein 20 Jahre alter, 30 kg schwerer Röhrenfernseher im 4:3 Format steht. Der Trick ist: Der uralt-TV wird praktisch nicht mehr benutzt und steht da nur noch, damit der WLAN-Router ein gutes Plätzchen hat.

Die Flimmerkiste steht aber neben an einer ansonsten leeren Wand, und DIE ist der eigentliche Bildschirm, denn darauf projiziert ein alter Sanyo Z700-Beamer ein FullHD-Bild mit einer Diagonale von drei Metern siebzig. Ja, 55 Zoll Fernseher mögen groß scheinen, aber DAS sind rund 140 Zoll.

So ein Beamer ist, unter den richtigen Umständen, ein tolles Ding. Ich nutze den praktisch jeden Tag, zum Anschauen von Filmen und Serien, aber auch für die Spielkonsolen. Ein Spiel, das auf einer ganzen Wohnzimmerwand läuft, ist oft so richtig immersiv. Die Betriebsgeräusche stören mich dabei gar nicht, der Sanyo hat zwar schon 7 Jahre auf dem Buckel, aber in Punkto Lautstärke und Bildeinstellung ist er besser als das meiste, was man heute kaufen kann.

Allerdings braucht so ein Beamer auch alle paar Jahre eine neue Lampe. Das Leuchtmittel verliert im Laufe seines Lebens kontinuierlich an Leuchtkraft, das Bild wird immer dunkler. Insgesamt hält die Lampe zwischen zwei- und dreitausend Stunden, dann wird eine neue fällig. Und da fangen die Probleme an, denn der Markt für Ersatzlampen ist bestenfalls unübersichtlich. Originallampen sind mit 300 Euro sehr teuer, auf der anderen Seite der Preisskala gibt es chinesische Billigangebote ab 50 Euro. Was soll man nun kaufen?

Antwort: Keines von beiden. Bei den Originalen bezahlt man den Namen, die Billiglampen sind in der Regel ihr Geld nicht wert und können auch schon mal gesundheitsgefährdend sein. Ich habe mich vor einigen Jahren da mal durchgetestet: Die Billigteile bis 130 Euro hatten oft nicht die richtige Lichtstärke, manche stanken beim Betrieb, andere gaben das Licht ungleichmäßig ab oder produzierten Fehlfarben. In einem Fall ist mir die Lampe sogar im Gerät explodiert, und alles war voller Glassplitter (und das Wohnzimmer vermutlich voller Quecksilbernebel).

Die wirklich gute Alternative sind Ruby-Lampen. Das sind Lampen aus den Werken der drei großen Hersteller Philips, Osram und Ushio, die auch die Erstausrüster für alle Beamer aller Marken sind. Die „Ruby“ ist quasi eine Eigenmarke, um Originallampen günstiger zu verkaufen. Das Lampenmodul entspricht aber in Qualität und Passform exakt den Originallampen. Die Dinger sind so gut, dass der deutsche Vertrieb sogar 5 Monate Garantie gewährt.

Der Vertrieb, das ist in Deutschland u.a. Andy Hess mit seiner Firma HCinema. Die Website sieht zwar immer noch so aus, als sei sie durch ein Zeitloch aus den Neunzigern gefallen, aber die Inhalte sind hochprofessionell, die Preise fair und die Lieferung superfix.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Blogeintrag ist eigentlich eine Erinnerung an mich selbst, dass ich heute die Lampe gewechselt habe. Ist jetzt die 4. Lampe seit 2011 und die dritte Ruby. Die Vorgängerin hätte mir gerade 1.892 Stunden auf der Uhr seit April 2016 noch mindestens 500 Stunden Lebensdauer gehabt, aber das Bild war schon leicht, aber merklich dunkler geworden. Seit heute strahlt die Wohnzimmerwand wieder in voller Helligkeit und Farbtreue. Da kann der alte Röhrenfernseher nur noch neidisch gucken.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 5. Januar 2018 in Service

 

4 Antworten zu “Neue Beamerlampe – Ruby No. 3

  1. X_FISH

    5. Januar 2018 at 23:02

    Ein Bild von dem Beamer würde mich jetzt interessieren. Also nicht vom Beamer sondern von der Wand die der Beamer gerade bestrahlt. 😀

    Eine Röhre habe ich auch noch. Funktioniert, ist im Flur zwischengelagert. Will aber keiner mehr haben. Habe im Oktober 2017 aufgerüstet: Mein erster Flachbild-TV. Ohne Tuner. Macht nichts, den Receiver habe ich schon vor Jahren für die Röhre gekauft.

    Aber: Es ist einer der wohl ersten Plasmas in 42″. Seit dem ich den habe friere ich nicht mehr im Winter. 315 Watt und die deutlich spürbare Wärme an der Oberkante des Geräts sprechen da für sich. 😀

    Beamer stand auch kurz als Idee im Raum… Aber tagsüber sehe ich dann vermutlich nicht viel vom Bild. Der Architekt vom Gebäude hatte soffensichtilch ein »sonnendurchflutetes Konzept« vor Augen – und umgesetzt…

    Oder tue ich da deinem Beamer unrecht und der kann auch bei Tageslicht an der Wand überzeugen?

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  2. Silencer

    5. Januar 2018 at 23:24

    An einen Monitor in Kombination mit dem vorhandenen Receiver hatte ich auch schon gedacht. Aber vermutlich fällt da die Fritzbox dauernd runter 🙂

    Die Plasmadinger sollen echt üble Heizer gewesen sein, das ist also wirklich so? Krass! Was da an Energie so weggeht…

    Beamer geht wirklich nur wenn der Raum nicht direkt in der Sonne liegt. Bei mir geht das, das Wohnzimmer liegt hinter einem Berg und halb im Wald und ist daher praktisch immer dunkel. Trotzdem braucht es im Sommer Lichtdichte Vorhänge, sonst sieht man nur die Hälfte.

    Das ist übrigens die Wand. Links daneben die Röhre.

    Es wird direkt auf die Rauhfaser projiziert. Auf 5 Meter Abstand sieht man die Struktur nicht, und die Schwarzwerte sind damit besser als mit einer Leinwand.

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  3. modnerd1138

    6. Januar 2018 at 13:32

    Jetzt juckt es mich, hier auch mal was einzuwerfen 🙂

    Größe dürfte ähnlich sein und der Beamer (Sanyo Z 3000) ist trotz viel größerer Modellnummer quasi baugleich.

    Hier mit selbstgebauter Leinwand, aus ähnlichen Gründen wie Silencer schreibt, mit grauem (statt weißem) Molton (statt reflektionstarker Projektionsfolie) um den Kontrastwert zu erhöhen.
    Wichtig ist mir noch der schwarze Rand, weil er einerseits viel Kino macht, andererseits noch am subjektiven Kontrast dreht.

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  4. Silencer

    6. Januar 2018 at 19:28

    Sowas wollte ich mir auch schon immer bauen, aber irgendwie scheitert es immer an der Motivation 🙂

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