Follow me! Der Trackimo

Trackingtechnologie finde ich faszinierend. Vielleicht, weil sie wie für mich gemacht ist. Zu meinen geheimen Superkräften gehört es ja, dass ich mich überall verlaufen kann, selbst im kleinsten Ort. Seitdem ich einen kleinen Tracker mit mir rumtrage, ärgere ich mich in solchen Situationen nicht mehr, sondern denke nur noch „Na, das wird später ein interessantes Bild abgeben“. Abends gucke ich mir dann am Rechner an, wie und wo ich mich verlaufen oder verfahren habe. Meist muss ich dann selbst schmunzeln, wenn ich sehe, wo genau ich nun wieder vom rechten Weg abgekommen und überall rumgeeiert bin.

Auf Reisen begleitet mich immer ein kleiner Tracker der BT-Baureihe. Gibt es schon lange nicht mehr neu zu kaufen.

Der Hauptvorteil ist, dass der Nokia-Akku mehr als 24 Stunden durchhält, während der Tracker alle 5 Sekunden Koordinaten, Richtung und Geschwindigkeit speichert. Der Nachtteil: Um diese Infos auszulesen, muss das Gerät per Kabel an einen Rechner geklemmt werden.

Mittlerweile gibt es kleinere Tracker, die ihren Standort online mitteilen. Einer der besten, laut c´t, ist der Trackimo. Da das Ding mit knapp 70 Euro sehr günstig ist, habe ich mir mal einen bestellt. Der deutsche Importeur reagiert schnell und freundlich. Das er Schwabe ist, merkt man SEHR deutlich am Dialekt. Das er dennoch die Werbevideos von Trackimo selbst übersetzt und vertont, hat bei mir für ein breites Grinsen gesorgt.

Fix flatterte der winzige Karton hier ein, wobei kleiner = besser ist. Der Trackimo ist tatsächlich winzig, gerade mal 47x40x17 mm groß und dabei 42 Gramm leicht.

In der Schachtel befindet sich noch eine Silikonhülle, eine Rückseite mit Klettverschluss sowie passende Klett-Klebepads, ein Klett-Magnet und ein Micro-USB-Kabel.

Der Silikonüberzieher wird bei Outdooreinsätzen als Spritzwasserschutz benötigt. Wasserdicht ist der Trackimo nämlich nicht.

Im Inneren des Trackimos werkelt eine SIM-Karte. Genau die ist auch der Grund, weshalb man unbedingt vom Importeur kaufen sollte, und nicht über Amazon oder ähnliches. Dem Vernehmen nach ist bei Drittanbietern die Chance relativ hoch z.B. einen polnischen Trackimo zu bekommen, der sich in Deutschland nicht oder nur unter Würgen aktivieren lässt.

Das der Trackimo über ein eigenes GSM-Modul verfügt, hat zwei Vorteile:
1. kann er zur Standortbestimmung Funkzellen auswerten, was die Ortung schneller und genauer macht und
2. kann er damit nach Hause telefonieren.

Das Gerät meldet seine Daten ständig an den Trackimo-Server, die Meldeintervalle lassen sich zwischen 1 mal pro Minute bis 1 Mal alle zwei Stunden einstellen. Je nachdem hält der Akku zwischen 3 und 5 Tagen.

Einmal registriert, kann man sich als Anwender in eine App auf dem Smartphine (iOS/Android) oder auf einer Website einloggen. Dort werden die Standortdaten, Akkuladung und die Geschwindigkeit angezeigt. Der Verlauf lässt sich Tage- oder Stundenweise aufrufen, so lässt sich genau sehen, wann der Trackimo wo war. Je nach Vorliebe kann man die Website mit Open Street Maps, Map Box oder Google Maps und Google Satellite nutzen, wo vorhanden funktioniert sogar Street View.

In der Weboberfläche lassen sich Geofences anlegen, bei deren Überschreitung der Tracker eine Infomail an eine zuvor definierte Webadresse sendet. Ebenso lässt sich ein Bewegungsalarm einstellen. Bewegt sich der Tracker bei aktiviertem Alarm, versendet er eine SMS an eine zuvor hinterlegte Telefonnummer.

Auch die drei Tasten auf der Vorderseite lassen sich mit Telefonnummern vorkonfigurieren.

Ein Druck auf den „SOS“-Button in der Mitte oder die beiden Seitentasten löst dann eine SMS mit einem vorher festgelegten Hilfetext und den Koordinaten aus. Bis zu 10 SMS pro Monat sind im Service enthalten. Der ist im ersten Jahr ab Aktivierung kostenlos und kostet danach 5 Dollar pro Monat.

Die Standortbestimmung nach dem Einschalten ist dank der Funkzellenpeilung rasant, teilweise hat das Gerät schon 10 Sekunden nach dem Einschalten seine Position gefunden. Die Positionsbestimmung ist für ein Gerät von der Preisklasse OK, in bebauten Gebieten liegt sie bei rund 5-10 Metern.

Die eigene Datenverbindung macht den Trackimo als Tracker in vielen Situationen nützlich. Besitzer renitenter Haustiere können den Vierbeiner damit verfolgen (es gibt spezielle Halsbänder), auf Flugreisen lassen sich Koffer tracken und Helikoptereltern können die Kinder verwanzen. Mein Anwendungsfall ist naturgemäß ein anderer, bei mir kommt der Trackimo in den fahrbaren Untersatz.

Ich mache mir dabei gar keine Illusionen; Ich fahre keine neuen Motorräder, dementsprechend gering ist auch die Wahrscheinlichkeit, das eines meiner Moppeds gestohlen wird. Welcher professionelle Dieb klaut eine 7 Jahre alte Suzuki, wenn der Schwarzmarkt nach brandneuen BMWs giert?

Trotzdem mag ich es, immer noch ein Ass im Ärmel zu haben. Es gibt halt auch genügend unprofessionelle Diebe. Die Renaissance hat deshalb einen versteckten Hauptschalter, mit dem man die gesamte Elektrik der Maschine einfach abschalten kann. Das ist das kleine Quentchen mehr an Beruhigung, das ich möchte wenn die Maschine in zwielichtigen Hafengegenden am Mittelmeer parkt.

Die V-Strom hat sowas nicht, was aber beide Maschinen haben ist eine Halterung für das Garmin ZUMO. Die bringt einen ziemlichen Kabelbaum mit, in dem unter anderem auch ein wassergeschützter USB-Anschluss ist.

Damit ist es ein leichtes, den Trackimo mit Ladestrom zu versorgen und ihn unauffällig in eine Seitenverkleidung zu stopfen. Unauffälliger als hier, das war nur zur Probe.

Damit kann ich sehen wo ich mit dem Motorrad war. Parkt es in zwielichtigen Gegenden, kann ich den Bewegungsalarm aktivieren. Wird es gestohlen, bekomme ich sofort eine SMS und kann sehen wo es sich befindet.

Der Trackimo im Motorrad ist hoffentlich nur ein Gimmick, das nie im Ernstfall gebraucht wird. Man kann das natürlich zu recht albern finden, aber wie ich eingangs schrieb: Trackingtechnologie fasziniert mich.

Worüber man sich vor dem Kauf im Klaren sein sollte: Vermutlich ist der Trackimo-Webservice billig zusammengeklebter Kram, der irgendwo in der AWS-Wolke läuft und von Chinesen kontrolliert und von der NSA abgeschnorchelt wird. Man sollte sich vorher bewusst machen, dass man hier persönlichste Bewegungsprofile aus der Hand gibt. Zum einen werden diese Daten irgendwann abhanden kommen, zum anderen hat der Trackimo im Gehäuse auch Löcher, die verdächtig nach Mikrofonöffnungen aussehen. Wer also solchen Dingen mißtraut, sollte die Finger davon lassen. Dafür ist der Trackimo mit seinen Webservices bequemer als einen eigenen Trackingserver aufzusetzen. Muss letztlich jeder selbst wissen, meine Kinder würde ich damit aber sicher nicht tracken.

5 Gedanken zu “Follow me! Der Trackimo

  1. Mich würde ja so ein Gerät interessieren um damit gefahrene Strecken festzuhalten und einfach (!) in leicht verständlicher Form für Leser in meinem Blog anzubieten.

    Sprich: Routeninformationen ohne genaue Daten wie Datum und Uhrzeit aber eben »wenn man da lang fährt sieht man die Bilder, welche es im Beitrag auch zu sehen gibt – nur ohne Schrift drumherum und sogar mit Animationen wie Wellengang und Soundeffekten wie Blätterrauschen«. 😉

    Soll auch mit dem Schmarrnfon gehen… Aber da war mir die stark eingeschränkte Akkulaufzeit ein Dorn im Auge (wenn GPS aktiv). Zudem greift auch sonst noch was vermutlich auf die GPS-Daten beim Schmarrnfon zu -> da wären wir wieder bei deinem Hinweis für Personen, welche die NSA fürchten. 😉

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  2. X_Fish: Sowas geht durchaus mit einem keinen Handtracker, den man dann später an den PC anschliesst und Screenshots von der Karte macht – so entstehen die meisten Karten im Reisetagebuch. Die Routen lassen sich in alle möglichen Formate konvertieren und zum Download anbieten.

    Beim Trackimo kann man den Kram nur als CSV exportierern, was de facto unnütz ist.

    Bezüglich Smartphone: Zumindest die meisten Androiden da draußen werden ohnehin schon getrackt, auch IOS schneidet automatisiert und per Default „wichtige Orte“ mit. Sogar Google Maps reicht schon für Tracking, siehe https://silencer137.com/2017/12/18/google-weiss-was-ich-letzten-sommer-getan-habe/

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  3. Schöner Bericht, das Gerät kannte ich bisher auch noch nicht.
    Wenn Du noch einen Schritt weitergehen möchtest und das Tracking auch in Gebieten ohne GSM-Netz funktionieren soll, kannst Du Dir ja mal den SPOT Satellite Messenger anschauen. Ist allerdings etwas teurer in Anschaffung und Nutzung.
    Ein aktuelles Anwendungsbeispiel siehst Du hier in meinem Blog –> https://spongeborns.de/spot/

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  4. Diebstahl: Aus sicherer Quelle weiß ich, daß an den Grenzen (meist an den östlichen, das ist eben so…) sehr wohl auch so altes Material wie AfricaTwins die Erste oder stinknormale XT500 aus den 1990ern abgefangen werden. Lächerlich ist das Tracken einer VStrom in den besten Jahren nicht.

    NSA: Latürnich kann mann das Ding einfach zuhause lassen wie auch ein Hendi, wenn man nicht getrackt werden will. In Verbindung mit einer schonmal zeitgleich benutzten Nummerntafel hat man jedoch schlechte Karten dafür … 😉

    Wer sich nicht fürchtet oder keinen Grund hat anzunehmen, daß er zu den für Dienste interessanten Objekten zählt: preiswerte Sache, falls man sie anwendet Zu überlegen wäre aus finanzieller Sicht ev ein Neukauf nach Ablauf eines Jahres … ;-).

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