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Der gackernde Busch

25 Jul

Komme ich aus dem Urlaub wieder, hat die hiesige Fauna komische Dinge gemacht. Anscheinend gibt es den Hahn des Nachbarn nicht mehr, der sonst immer mitten in der Nacht über den Zaun geflattert und vor meinem Schlafzimmerfenster aufmarschiert ist, um dann in ohrenbetäubender Lautstärke herumzukrähen, bis er heiser war.

Dafür hat eines der Hühner jetzt Nachwuchs und die Rolle der Anführerin übernommen. Sobald es Mittags richtig heiss wird, führt das Huhn seine vier Küken und drei andere Hühner über und unter dem Zaun durch, marschiert über unseren Rasen und wacht darüber, dass all seine Schützlinge unter dem großen Rhododendronbusch vor unserem Haus Platz nehmen. Darin ist es schattig und kühl, und die Hühner picken und scharren darin herum. Das sieht man von außen natürlich nicht. Von meinem Balkon aus sieht man nur einen Busch, der aus unerklärlichen Gründen wackelt und gackert.

Vor meiner Abreise zur Sommertour versteckte sich ein dickes, braunes Kaninchen irgendwo im Garten. Das ist jetzt weg, dafür sind zwei dicke, schwarze Kaninchen da.

Das eine wird von einer, ebenfalls neu zugezogenenen, Nachbarskatze durch den Garten gejagt. Das sieht merkwürdig aus, weil die Katze sehr klein ist und das Karnickel sehr dick. Würde es nicht weglaufen, sondern sich auf die Katze setzen, wäre die platt.

Das andere Karnickel hat offensichtlich schon mal kargestellt, wer hier der Boss ist. Dementsprechend unbehelligt von der Katze liegt es mitten auf dem Rasen rum und macht mal nix, was bei der Hitze naürlich gut ist.

Wohnen auf dem Dorf. Man muss es einfach lieben.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 25. Juli 2018 in Ganz Kurz

 

5 Antworten zu “Der gackernde Busch

  1. noch_ein_Markus

    25. Juli 2018 at 14:30

    darf ich gegen die 46 neuen Nachbarfamilien mit den vielen Schreikindern tauschen?

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  2. Albrecht Wagenhöfer

    25. Juli 2018 at 15:27

    Als „fast-Frankfurter“ geniese ich Idylle auf dem Dorf immer noch. Klar, es ist kein Laufweg von wenigen Minuten zum Metzger&Bäcker, dafür honorieren andere Möglichkeiten das Dorfleben wie z. B. Nachbarschaft, Freiraum….. in der Stadt eher in der menschlichen Anonymität.

    Gefällt 1 Person

     
  3. Silencer

    26. Juli 2018 at 10:51

    Markus: Bitte nicht!

    Albrecht: Ich liebe es auch, und zum Glück haben wir noch den Dorfladen an der Ecke. Stadt kann ich mir für mich nur noch begrenzt vorstellen.

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  4. Leandrah

    27. Juli 2018 at 15:46

    nun ist doch schon wenn du vor deinem Balkon ein wenig Abwechselung hast und vor allem das deine Wahrnehmung in Takt ist. Wie viele sind heute nicht mehr in der Lage das aufzunehmen. Ich werde heute Abend weil SüdOst Balkon den Vollmond richtig schön sehen können.

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  5. Silencer

    30. Juli 2018 at 09:09

    Mond gab es hier nicht, alle bedeckt 😦

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