MKG: Otto. Die Austellung.

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg hat aktuell neben „68. Pop & Protest“ noch drei weitere, temporäre Ausstellungen. Eine davon heißt schlicht: Otto.

Otto? Otto Waalkes? Das ist doch dieser etwas überdrehte, ältere Herr, der keinen Satz sagen kann ohne „Holla-dah-iti“ oder sowas hinten dran zu hängen, oder?
Stimmt schon.

Vor ungefähr hundert Jahren, im Jahr 1971, als Otto noch mit den unbekannten Musikern Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen in einer WG lebte, da war sein schneller Wortwitz und seine überdrehte Art revolutionär komisch. Von der WG hatte er als erstes seinen Durchbruch, vornehmlich mit Shows im Fernsehen in den 70ern. In den 80ern folgten die Otto-Kinofilme, dann eine Serie in den 90ern, in den frühen Zweitausendern wieder Kino mir „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“ und „Ottos Eleven“, dazwischen sprach er Sid, das Faultier(?) in den Ice Age Filmen, und und und.

Otto hat sich zwar inhaltlich seit den 70ern nicht weiterentwickelt und macht immer noch die gleichen Gags wie damals, aber irgendwie war er auch nie ganz weg – und nie erfolglos. Selbst dieser Zwergenfilm ist noch unter den Top-10 der erfolgreichsten deutschen Kinofilme.

Die Ausstellung im Museum für Kunst & Gewerbe zeigt nun eine ganz andere Ausdrucksform des Siebzigjährigen und macht deutlich, was für ein vielfältiger Künstler hinter dem ganzen „Holla-da-hiti“ steckt. Otto Waalkes, der Sohn eines Malers, malt nämlich auch, und das so gut, dass er sogar andere Künstler imitieren kann. Von Klassikern bis zur Pop-Art reicht seine Bandbreite, qualitativ unheimlich gut und immer, wirklich IMMER ist irgendwo ein Ottifant versteckt – und sei es nur auf dem Druck von Sophia Lorens Kleid.

Ich bin ehrlich beeindruckt. Wer hätte gedacht, das ausgerechnet Otto einfach still sitzen und konzentriert malen kann? Und dann noch in der Qualität?

Funfact am Rande: Die sepiabraune Grundierung vieler Werke ist getrockneter Friesentee. Was auch sonst?

Albert Füssli.

Madonna

Sophia Loren.
Marylin Monroe.

Henri Toulouse-Lautrec.
PinUp-Style.

Keith Haring.
Dalì
Japanische Kunst

Banksy.
Picasso.
Gaugin.
Jeff Koons.

Auch ein paar andere Exponate sind zu sehen, u.a. die Kostüme für Harry Hirsch oder Heino, Plattencover, ein zwei Meter hoher Sid und Tourplakate. Aber die Bilder stehen klar im Mittelpunkt der Ausstellung, deren Besuch sehr lohnt.

„Otto. Die Ausstellung“, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 14.09.18-17.02.19.

2 Gedanken zu “MKG: Otto. Die Austellung.

  1. Tauti

    Danke fürs Mitnehmen, Herr Silencer. Otto ist ja über Jahrzehnte schon immer für Überraschungen gut. Ich wusste auch das er malt, aber diese Ausstellung ist ja wirklich faszinierend. Wie treffend er die Stile der einzelnen Künstler kopiert und immer mit einem Augenzwinkern, sprich Ottifanten. Chapeau, Altmeister Waalkes!

    Gefällt 1 Person

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