Schwarzer Tag

Schwarzer Tag

Schwarzer Tag fĂŒr die Meinungsfreiheit. FĂŒr Urheber/-innen. FĂŒr die Demokratie. FĂŒr Europa.

Heute wurde die EU-Urheberrechtsreform im Europaparlament beschlossen. Mit dabei: Art.11, 12 und 13. Nicht mal Änderungen wurden angenommen. Das ist schlimm.

Es ist direkt schlimm, weil Art. 12 die VergĂŒtung der Urheber halbiert und Art.13 die Meinungsfreiheit in Europa gefĂ€hrdet.

FĂŒr den Stop der EU-Urheberrechtsreform gibt es noch eine Chance, aber die existiert nicht wirklich. Sie beruht nĂ€mlich auf der Bundesregierung, und DIE hat, wie wir seit heute wissen, Gas aus Russland gegen Freiheitsrechet der Zivilgesellschaft eingetauscht. Laut Recherchen der FAZ hat sich Frankreich die Uploadfilter gesichert, im Gegenzug dĂŒrfen die Deutschen die russische Pipeline Northstream II weiterbauen.

Die ganze Sache ist aber vor allem deshalb schlimm, weil das Bild, das EuropÀische Politikerinnen und Politiker abgegeben haben, so ein erbÀrmliches war.

Das reichte von naiv-doofen Aussagen von Chefverhandler Axel Voss die er fast nach Belieben zu offensichtlichen LĂŒgen steigerte bis hin zu Pöbeleien und unverhohlenen Lobbyaktionen fĂŒr Verwetugsgesellschaften von Abgegordneten wie der GrĂŒnen Helag TrĂŒpel.

Menschen, die gegen die EU-Urheberrechtsreform protestierten, wurden als “Bots” abgetan, eine Petition mit 5.000.000.000 Stimmen ignoriert und Protest in den Straßen als von Internetfirmen gekauft und gesteuert abgetan. In Interview pöbelten Politikerinnen herum, logen offen oder verbaten sich am Ende komplett, ĂŒber unliebsame Themen zu reden.

Stattdessen ließen sich die Abgeordneten zu Dinnerveranstaltungen der Verlage und Verwerter einladen und gerieten nicht mal ins Nachdenken, als Verlage ihnen mit schlechter Presse drohten.

Das ist alles so bitter. Was ist denn das fĂŒr ein Gebaren, Politik OHNE jeglichen Interessenausgleich mit der Zivilgesellschaft und nur im Sinne der Lobbyisten durchzudrĂŒcken, und jeglichen demokratischen Protest zu verhöhnen und zu ignorieren?

Was bleibt ist ein Bild von Politik, die die Interessen großer Konzerne vertritt, Desinformation betreibt, LĂŒgen verbreitet und die Zivilgesellschaft, deren Interessen sie vertreten sollte, verhöhnt, bepöbelt und gefĂ€hrdet.

Damit haben sie den Vertrag gebrochen, wie Jonathan Pie in einem anderen Zusammenhang, aber einem Ă€hnlichen Szenario gesagt hat. Sie haben den Vertrag zwischen Ihnen und uns gebrochen. Wir geben ihnen Geld und Macht, und sie sollten damit etwas fĂŒr uns tun, und nicht gegen die Interessen der Menschen handeln.

Die Listen mit dem Abstimmungsverhalten der Abgeordneten sind ĂŒbrigens öffentlich einsehbar, und am 26.05. sind Europawahlen. Ich hoffe sehr, dass JungwĂ€hler in Horden zur Wahl strömen und den Vollversagern im Parlament ihr bequemes GemĂŒt auf die FĂŒĂŸe fĂ€llt.

Ich vermute, Abgeordnete wie TrĂŒpel und Voss haben sich bereits gute Jobs bei einem Verlag oder Verwerter gesichert. Ihre Wiederwahl im Mai dĂŒrften sie nĂ€mlich vergessen können.

8 Gedanken zu „Schwarzer Tag“

  1. Kohlrabenschwarz!

    Naja, ich gehe gleich meinen Frust in Alkohol ertrĂ€nken und werde die 450 euro, die ich fĂŒrs demonstrieren erhalten habe, auf den Kopp hauen.
    Ein gutes hat die ganze Schmierenkomödie auf jeden Fall, sie passt gut in mein Bild welches ich von Politik habe. Es wundert mich nicht daß der Hauptkomödiant das Ergebniss als großen Sieg der Demokratie feiert. Der Voss wird nochn ganz Großer!
    LIEBEn Gruß vom rudi

  2. Gibt es eigentlich irgendwo seriöse Informationen darĂŒber, warum die Franzosen so unglaublich auf Uploadfilter abfahren? Hat das etwas mit der Bedrohung der französischen (Sprach)Kultur durch das böse englischsprachige Internet zu tun?

  3. Rudi: Werde bitte jetzt bloss nicht zum AFD-WĂ€hler o_0

    X_Fish: Ich auch!

    Bla: ah, das erklĂ€rt einiges. Dann kann man auch mit einer scheiß-egal-Einstellung die Felder hinter sich niederbrennen, wenn man danach eh Laissez-Faire geplant hat.

    ssuchi: Keinen blassen Schimmer. Ich weiß, dass die französischen Verleger das unbedingt wollten. Die sind laut Geschichte des Droit dÂŽAuteur wohl seit den 1930ern sehr stark und haben auch andere KĂŒnstler an Bord geholt, Kollektiv haben die dann z.B. die Panormafreiheit eingeschrĂ€nkt. https://en.wikipedia.org/wiki/Copyright_law_of_France

    In der aktuellen Diskussion hat die AFP ordentlich mitgemischt.

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