Impressionen eines Wochenendes (26): Fahrsicherheitstraining, Umfaller, GPS Rollover & Fulda

Lose Impressionen eines Wochendendes: Am freien Freitag die V-Strom gewartet. Alles durchgecheckt, eingestellt, was man halt so macht. Dazu gehört auch: Neue Leuchtmittel für die Scheinwerfer der Dicken. Von Night Racern 50 (angeblich 50 Prozent heller als normales H4-Licht) nun auf die Night Racer 110. Die haben nicht so eine lange Lebensdauer, mal gucken, wie lange die in der Praxis halten. Ist auch egal, wenn ein Scheinwerfer ausfällt. Die V-Strom hat von allem zwei. Montiert wurden sie bei 55.200 Kilometern.

Night Racer 50
Night Racer 110

Schön zu sehen: Die 110er sind von der Farbtemperatur merklich kühler. Das fällt eher auf. Sie sind auch deutlich heller, das kommt aber auf den Bildern nicht rüber.

Was bei meiner V-Strom am beschissensten einzustellen ist, ist die Uhrzeit. Dafür muss man die Knöppsche im Cockpit gleichzeitig drücken und 10 Sekunden halten, und wenn dann Dienstag, Vollmond und Ostwind ist UND man den Ententanz singt, dann kommt man in den Einstellmodus. Schaffe ich erstaunlicherweise nie. Jeder Knopf für sich funktioniert perfekt, aber beide zusammen lassen sich nicht drücken.

Alternative: Batterie ab. Klemmt man die wieder an, startet die Uhr bei 01:00 Uhr. Dooferweise Ante Meridiem, AM.
Also mitten in der Nacht aufgestanden, in die Garage geschlichen, Strom ab, um 1:00 Uhr Strom dran, Uhr geht richtig, fertig.

Am Samstag, während sich die ganze Welt und ihre Mudder in Super- und Baumärkten gegenseitig auf den Sacque ging, dödelte ich bei bestem Wetter die B27 runter in den Spessart. Genauer: Nach Gründau. Das liegt bei Lieblos. In der Nähe von Linsengericht. Das liegt hinter Hosenfeld-Schlitz. Ich muss schon wieder grinsen, wenn ich nur an diese seltsamen Ortsnamen denke.

In Bad Orb, mitten im Spessart, mit Freunden getroffen. Nett gespeist, Spaß gehabt. Am Ostersonntag um unmenschliche 06:30 Uhr aufgestanden, Kaffee reingeschüttet und zu viert nach Lieblos (gnihihihi) gefahren.

In Gründau-Lieblos liegt ein großes Fahrsicherheitszentrum des ADAC. Hier war ich schon drei oder vier Mal, aber noch nie mit der V-Strom. Das letzte Training hatte ich 2017 im Juli. Zu dem Zeitpunkt besaß ich die Barocca gerade vier Monate, aber zwei davon stand sie schon wieder in der Werkstatt, weil sie auf dem Weg in den Süden von einem Auto abgeschossen worden war.

Nun also das erste Mal Bremsübungen mit ABS und Schrägfahrten mit einem tiefergelegten Mopped. Bei bestem Wetter, die Temperaturen stiegen von 5 Grad am Morgen auf über 20 am Vormittag.

Erkenntnisse:
1. ABS ist genau so, wie ich es erwartet habe. Völlig geil. Nie wieder ein Motorrad ohne.
2. Die große V-Strom lässt sich leichter durch Lagsamkeitsparcours oder Slaloms fahren als die kleinere ZZR 600.
3. Die Kurventauglichkeit ist durch die Tieferlegung MASSIV eingeschränkt. (Oder ich bin einfach viel besser im Schräglagen fahren geworden, kann auch sein).

Angeblich sind das ja nur 3 Zentimeter, aber die machen, dass die Kiste gefühlt sehr schnell mit dem Seitenständer oder dem Auspuff aufsetzt. Wäre ich nicht schon zwei Mal auf Sommerreise und in Summe fast 20.000 Kilometer mit der Kiste unterwegs gewesen, ich würde jetzt wirklich zweifeln, ob die Tieferlegung richtig war. Egal. Spätestens, wenn ich die Frau Strom das nächste Mal rückwärts aus tiefem Schotter schieben muss, werde ich wieder feststellen, dass es durchaus richtig war sie abzusenken. Es geht nichts darüber, mit beiden Füßen an den Boden zu kommen. Apropos:

Bonuserkenntnis:

Meine neu gekauften Daytonas sind zu eng. Nach dem ganzen Tag auf dem Platz waren die Füße geschwollen und schmerzten. Viel Geld ausgegeben für The Stiefel to End all Stiefel, und nun das. Sehr ärgerlich. Im Geschäft passten sie nicht nur, sondern hatten sogar Luft für dicke Socken. Aber bei warmem Wetter müssten sie eine Nummer Größer oder breiter sein. Vielleicht auch höher. Mal gucken. Ach, ich hasse Schuhe kaufen. Was anderes: Braucht hier jemand Touring Stars GTX in 41?

Schmerzende Füße, durch von 24 Grad in praller Sonne und 8 Stunden durchgehender Konzentration – daran lag es wohl, dass ich BEIM LETZTEN STOP DES TAGES den Seitenständer nicht erwischt habe, während ich die V-Strom schon in einer fließenden Bewegung auf die Seite senkte. Und plopp, lag sie da. Scheiße. Das ist mir schon ewig nicht mehr passiert. Am Mopped ist nichts passiert, für solche Situationen hat sie ja nun mal den Sturzbügel. Aber gute Laune macht das nicht, zumal ich mir beim wieder Aufrichten was im Rücken gezerrt habe. Grrrrh. Ein beschissener Abschluss eines ansonsten sehr erfolgreichen Trainingstages. Aufheben wollte ich nämlich nicht trainieren.

Auf dem Rückweg dann viel Zeit gelassen und Fulda besucht. Toller Barockdom. Barock, wie erinnern uns, ist das mit den fetten Kinderengeln und dem Zuckerguß überall.

Orangerie und Stadttor auch hübsch, aber alles gerade Baustelle.

Alles in allem eine sehr gute Art, das Wochenende zu verbringen. Zu Hause dann festgestellt, dass der Triprecorder, der BT 747, Opfer des GPS-Rollovers geworden ist. Er loggt noch, aber die Daten sind alle kaputt. Goodbye, kleiner Logger, du warst mir seit 2012 ein treuer Begleiter.

Kategorien: Motorrad | 9 Kommentare

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9 Gedanken zu „Impressionen eines Wochenendes (26): Fahrsicherheitstraining, Umfaller, GPS Rollover & Fulda

  1. In Gründau habe ich früher meine Trainings gemacht. Ekelige Versetz-Rüttelplatte…. Und daher habe ich auch meine Phobie vor Schläuchen.

    Wegen Uhrzeit : der Trick ist der folgende… Du probierst es ca. Eine Stunde wütend in der Garage, triffst sich dann mit Leuten und möchtest denen zeigen, wie dämlich das ist, das das gar nicht geht… Und *schwupps* blinkt die Uhrzeit. Zuhause in der Garage bzw nie wieder reproduzierbar…..

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  2. Daytonas gibt es auch in extra weit bei Louis. Ob es genau deine sind, weiß ich nicht, aber ich habe sie. Im Laden wusste man das übrigens nicht.

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  3. Mädchenmotorrad: Ah, alles klar, SO geht das. Den Vorführeffekt für die eigenen Zwecke nutzen 🙂 Was habt ihr denn in Gründau mit Schläuchen gemacht?

    Bla: Danke für den Hinweis, ist mir bewusst. Leider sind die nirgendwo vorrätig, so dass es wieder auf Onlinebestellerei und Rücksendung rauslaufen wird… Ist es richtig, dass die in 0,5 cm-Schritten weiter werden? Also Breiter S=0,5 mehr, Breiter M = 1,0 mehr, usw?

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  4. Optimisc

    Moin, nachdem ich mich zu oft über die Trackingfunktion beim Zumo scheckig geärgert habe (weil sie mal wieder nicht trackte) und mich mit separaten Triploggern wenig erfolgreich beschäftigt habe, verwende ich nun die einfachste aller Lösungen:
    https://play.google.com/store/apps/details?id=com.mendhak.gpslogger&hl=de
    auf dem Smartphone, eine Ortung/Minute, abends die Datei in meine Owncloud, feddich. Läuft nun ständig mit und braucht recht wenig Akku.

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  5. Optimisc: Danke für den Hinweis. Ich gucke mal, ob es was ähnliches für IOS gibt. Das letzte Mal, dass ich mich damit beschäftigt habe, ist ein paar Jahre her. Damals fraßen die Apps noch Strom wie nichts gutes. Deshalb mochte ich den separaten Logger gerne, der lief auf einem Nokia-Akku und hielt damit über 40 Stunden. Aber sowas gibt es nicht mehr wirklich…

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  6. Gibt es, für iOS: Walkmeter. https://itunes.apple.com/de/app/walkmeter-walken-laufen-gps/id330594424?mt=8

    Das nutze ich seit vielen Jahren für alle Reisen und taggt mir zuverlässig Routen und Fotos (in Kombination mit MyTracks).

    Das Ding ist eigentlich zum Wandern gedacht (daher der Name), kann aber so ziemlich alles, was man sich wünscht. Muss nur einmal ordentlich konfiguriert werden (im Default stellt es sich doof, wenn man schneller wandert, als man normalerweise läuft, eben wenn man Auto oder Motorrad fährt und pausiert dann die Aufzeichnung).

    Ggf. muss man nur aufpassen, dass man es gelegentlich (vielleicht 2-3 Mal am Tag) aufmacht. iOS legt nämlich irgendwann die am längsten nicht mehr genutzten Apps schlafen, leider auch Tracker, die eigentlich noch was machen. Das ist aber eher auf sehr alten Geräten mit wenig Arbeitsspeicher ein Problem.
    Und ein ganz wenig Geld möchten Sie für das Exportieren der GPX-Routen.

    Performance ist absolut kein Problem mehr. Da wird nichts mehr warm oder braucht zuviel Strom, das läuft einfach mit.

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  7. Bla: ah, danke! Die hatte ich schon mal gesehen, aber jetzt nicht mehr wieder gefunden.

    Modnerd: warum myTracks extra? Das teste ich gerade. Macht mich aber nicht so richtig glücklich. Tagebuch Modus ist zu grob, Track Aufzeichnungsmodus ist gut und kommt an den des Loggers dran,braucht aber zu viel Strom.

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  8. MyTracks brauche ich nur, um die Geodaten in die Fotos zu schreiben. Außerdem verwaltet es alle Touren und ich kann so in einem Gebiet alle Touren übereinander legen. Da hattest du aber eine adere Software, oder?

    Oh, ich glaube wir reden über unterschiedliche Software. MyTracks ist bei mir auf macOS – dass es da auch eine App vom gleicher Anbieter gibt, wusste ich gar nicht.

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