Impressionen (28): Dienstreisen
Beruflich unterwegs, an interessanten Orten mit schlecht maskierten Pferden, Anna und dem Charme der 80er.
Berlin:

Anna, die Motorradintelligenz, durfte in einem A4 werkeln. Hat sie auch nicht all zu oft, lief aber gut. Sie hat die fette Kiste besser navigiert als der Bordcomputer des Audi. FĂŒr mich war es ungewöhnlich, die Stimme meiner virtuellen CoPilotin nicht direkt im Ohr zu haben, sondern sie aus der Konzertsaalgleichen Audioanlage ĂŒberall um mich rum zu hören.
RĂŒdesheim. Da war ich zuletzt als ich fĂŒnf war. Und es gibt immer noch die gleichen Plastik-Kuckuksuhren zu kaufen! Die Altstadt um die berĂŒhmte Drosselgasse ist dabei ganz auf chinesische Besucher eingestellt.
In Heidelberg gibt es das Mathematikon, ein Kaufhaus mit einem Fetisch fĂŒr Mathematik. An den WĂ€nden stehen Zitate berĂŒhmter Mathematiker, auf den KassenbĂ€ndern sind Formeln aufgedruckt, und ĂŒber die Spiegel der Toiletten laufen Textaufgaben. Wie abgefahren ist das denn? Science Rocks!
In Karlsruhe steht ein völlig irres Hotel. Der Besitzer hat quasi einen StraĂenblock zusammengekauft und im Inneren eine völlig absurde Mischung aus VergnĂŒgungspark und MĂŒllhalde angelegt. Hölzerne Zirkuspferdchen stehen vor Felsattrappen, in alten Elekroautos sitzen gruselige Rupfenpuppen, ĂŒberall ragen TĂŒrmchen aus dichten BĂŒschen und an einer Stelle schmĂŒcken riesige Gesichter die Hauswand. Hier kann man wahlweise in seltsamen Themenzimmern, normalen Hotelzimmern oder “Bungalows” ĂŒbernachten. Abgefahren. Unter dem GelĂ€nde ist eine riesige Tiefgarage. So riesig, dass man bei den Bauarbeiten dafĂŒr in den Kellern der umliegenden HĂ€user gelandet ist.
Die Bungalowzimmer glĂ€nzen mit modernster Unterhaltungselektrik. Die Lautsprecher dafĂŒr sind in den FĂŒĂen des Doppelbetts.
Das Bundesverfassungsgericht hatte ich mir pompöser vorgestellt. Es ist nur ein zweigeschossiger 60er Jahre Betonbau.
Aber das Karlsruher SchloĂ ist hĂŒbsch.
Ein paar Kilometer westlich, im Schwabenland, gibt man sich dagegen MĂŒhe wirklich allen Klischees gerecht zu werden.
Immerhin gibt es hier skurrile Mischungen aus den 60er-Jahre-Bunkern und windschiefen FachwerkhÀuschen, die direkt daneben stehen.
Ich mag die MentalitÀt und Sprache der Schwaben nicht, aber das hier macht sie dann doch sympathisch:
















































8Â Gedanken zu âImpressionen (28): Dienstreisenâ
Da isser mal in Berlin und sacht nĂŒscht.
Schön schön. Solche Dienstreisen liesse ich mir auch gefallen. Wenn ich dienstlich reise, dann meist nur nach Frankfurt, Immerhin gibt’s dann gutes Essen und ein tolles Hotel.
Schöne Bilder. Berlin: wo ist denn der Ausblick ĂŒber den Schotter? Ich habe eine Idee, war aber noch nicht dort.
Meine Anna heisst Steffie! đ
RĂŒdesheim…..was ich, glaube ich zumindest, einmal in der Jugend. Brauche ich nicht noch mal.
Heidelberg kenne ich auch nur vom Durchfahren, aber das Mathematikon wĂ€re was fĂŒr meinen rechenaffinen Gatten.
Wobei die Textaufgabe nun Pippi einfach ist!
Karlsruhe, einmal gewesen 1990! aber eigentlich sehenswert.
und wo nun ist der Ort im SchwabenlÀndle?
Ach, ist es schön sich von der Arbeit abzulenken, in dem man Blogkommentare schreibt. *lol*
Die sollten sich ein weniger um Mathematik kĂŒmmern – “Aus wie vielen Kinder muĂ die Familie mindestens bestehen?” đ
@Max: Nur Durchflug đ
Hirnwirr: Da sagste was. Der Schotterort ist ein Blick aus einem Hotelzimmerfenster in die Berlin Mall. Sehr seltsames Konstrukt. Der Ort im LĂ€ndle ist NĂŒrtingen. “Pipieinfach” ist bei den Matheaufgaben wohl genau das Konzept đ
Rufus: Hm? Schreibt man das nicht so?
Also mein Satz war ja auch nicht gerade genial – man sollte einen fertigen Satz eben nicht noch im letzten Moment anpassen – aber ich wĂŒrde fĂŒr “…Kindern…” plĂ€dieren.
(beim muĂ/muss seid Ihr ja auf einer anderen Linie, was ich mich erinnere)
Achje, jetzt sehe ich es auch! Naja, sind halt Mathematiker, keine Schreibkundler. đ
WofĂŒr du auf Dienstreisen so alles Zeit findest… đ
Tolle Bilder, wie immer!
Wie immer gerne gelesen!