Einen Monat ohne (7): Momente

Wie ist das eigentlich, wenn die individuelle Mobilität zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dann aber plötzlich wegfällt? Dank eines Fahrverbots habe ich einen Monat lang die Gelegenheit das auszuprobieren.

Und dann dieser Schockmoment, als ich feststelle, dass ich heute die GUTE Jacke anhabe, aber vergessen habe die Monatskarte umzupacken. Den Autoschlüssel habe ich natürlich eingesteckt. Klar, darauf bin ich über Jahrzehnte konditioniert.

Ich mache einen inneren Facepalm und ziehe mir ein elektronisches Ticket aus der App. Das geht neuerdings ganz gut: Einmal Wischen beim Einsteigen in den Bus, ein Mal Wischen beim aussteigen, Ticketpreis wird über Paypal abgebucht. Einfacher gehts kaum.

Nett am Fahren im Bus sind ja auch die vielen Miniaturen, die man so mitbekommt. Kleine Momente, die im nächsten Augenblick schon wieder vorbei sind.

Au-Shit-Moment: Als der Busfahrer eigentlich schon an der Haltestelle vorbeigdonnert war und DANN erst sah, dass da eine Frau im schwarzen Mantel stand, „Au SHIIIIIT!“ rief und eine Vollbremsung hinlegte.

Stinkender-alter-Ron-Moment: In Pratchetts Scheibenweltbüchern gibt es die Figur des Foul ol´Ron, dessen Körpergeruch ein Eigenleben entwickelt hat. Sowas hatte ich hier neulich auch. Während der zerzauste Mann mit dem Zottelbart auf der Rückbank Platz nahm und lautstark mit seinem Spiegelbild in der Scheibe lamentierte, ging sein Körpergeruch auf Entdeckungsreise und schwebte mal hierhin, mal dorthin, über die ganze Länge des Busses und wieder zurück.

Pizza-Moment: Ich mochte den Typ, der im Bus eine Pizza aus dem Karton fraß, vom ersten Augenblick an nicht. Mit beiden Händen schaufelte er sich die rein, als ob er beim Wettessen wäre. Abgesehen davon roch das Ding fürchterlich. Grinsen musst ich dann trotzdem, als der Typ sich an seinen Nebenmann wandte und es mit vollem Mund aus ihm herausbrach: „Weißte was geil wäre? Wenn jetzt hier noch Zwiebeln und Knoblauch drauf wären!“ – Guter Gott, nein.

Telegramm Moment: Die Tussi in der Lederleggings, die bei aktivierten Tastentönen auf ihr Whatsapp einhämmerte und es genauso klang als ob sie ein Telegramm versendet „düd-düd-düüd-düd-düd-düüd“.

Womanspreading Moment: Manspreading, das Dasitzen mit breiten Beinen als seien die Eier große wie Basketbälle, hatte ich noch nicht. Aber Womanspreading: Die Frau, die unbedingt ihre Beine die Bus Wand hoch und breit auseinanderfalten musste. Bizarr, sah aus wie Yoga im Bus.

Gänselieselmoment: Die Rumfahrerei vor Sonnenaufgang hat nette Momente. Ich habe z.B. mal wieder das Gänseliesel mit Beleuchtung gesehen, siehe oben.

Kategorien: Gnadenloses Leben | 33 Kommentare

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33 Gedanken zu „Einen Monat ohne (7): Momente

  1. Is‘ auch fast wie auf einem Markt – nur auf einem anderen Planeten als auf meinem:
    „Ich mache einen inneren Facepalm und ziehe mir ein elektronisches Ticket aus der App. Das geht neuerdings ganz gut: Einmal Wischen beim Einsteigen in den Bus, ein Mal Wischen beim aussteigen, Ticketpreis wird über Paypal abgebucht.“
    Ich habe den Verdacht, du hast die gute Jacke meinethalben angezogen.

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  2. Olpo: Hm? Wieso? Zu modern?

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  3. Ich lerne eben einen neuen Charakterzug an Dir schätzen – du kannst scheinheilig sein … 😉

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  4. Ach waaaas. 😇
    War durchaus ernst gemeint. Sonst müsste ich ja schreiben: ich muss dich enttäuschen, es dreht sich nicht alles nur um dich. 😉

    Ich meine, klar: ich hätte dem Kutscher auch zwei Taler und zwei Groschen hinlegen können und damit ein Billet auf Pergament erwerben können, aber ich mag es, wenn Technik mein Leben leichter macht (und, um ehrlich zu sein: ich hätte nur einen zehn Mark Schein dabei gehabt, und ich weiß gar nicht ob Busfahrer den annehmen.)

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  5. Fast Halbzeit!
    Wie sieht es denn in deiner Gegend mit der unfreiwilligen musikalischen Bespaßung aus?

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  6. Miki: hält sich tatsächlich in Grenzen. Manche Leute gucken YouTube Videos, aber leise.

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  7. Ich meinte die Leute, die mit Instrument bewaffnet loslärmen, oft auch mehrere. Publikum einsperren, zwangsbespaßen und dann mit ner Dose die Runde machen. Wenn niemand was gibt, bleiben sie drin und machen weiter. Berlin.

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  8. Das hättest du durchaus so schreiben können – deine Direktheit kenne ich doch ! Faszinierend ist, was es alles in der Zukunft geben wird, deine Phantasie in Ehren und alle Achtung !! Aber daß ihr eigentlich bereits den Euro habt und Märker nur mehr ungern angenommen werden, solltest du eigentlich schon mitbekommen haben. Frag doch einfach auf deiner Bank nach, vielleicht haben die schon ein paar Taler aus der Vorabprägung bekommen … Mir sind sie ja zu schwer, die Münzen – ich zahle nur mehr mit Plastikkarte. Geht ja beim Hofer schon lange (das ist die Mutter vom Aldi) … die Münzen trag ich einmal im Monat zur Bank und zahl‘ sie dort auf ein „Konto“ ein, das wandelt sie in Plastik um, ein neues Material, das aus Altbenzin gewonnen wird von den letzten Stinkern, die es nicht mehr benötigen, weil sie endlich auf E-Mobilität umgestiegen sind – das funktioniert aber ganz gut, alles in allem. Nur Mut ! Du wirst die Zukunft schon packen ;-!

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  9. Aber Halbzeit ist das noch lange nicht, Herr Silencer, gell !!

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  10. Ah, o. k. Das kenne ich aus Großstädten, aber hier gibt es das nicht.

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  11. Leider nicht, nein.

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  12. So neue Blickwinkel ab und zu am eigenen Leib halten geistig fit und was dir auffällt, ist nicht schlecht ;} – die Technik der Gegenwart in der Praxis auszutesten ist doch beinahe die Arbeit eines Hackers, der Systeme auf Sicherheitslücken überprüft … Frau Wagenbichler ist sozusagen (auch) eine pädagogische Wohltäterin der Gesellschaft 😉

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  13. Wer?

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  14. Ah. Webermann auf österreichisch.

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  15. Himmel ja … danke 😉 … Webermann auf hochdeutsch, Wagenbichler im Ösi-Dialekt.
    Hab die Nacht durchgemacht und war vor dem Kaffee zu müde um nachzusehen. Jetzt geht’s wieder. Grundsätzlich ist es unter meiner Würde, mir die Namen von LappenlosmacherInninnen mit Hang zur Erheiterung bei Minus-1km/h-Anfragen zu merken. Ich bin in diesem Punkt ebenfalls sehr korrekt.

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  16. :-))

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  17. rudi rüpel

    Hallo Silencer, ich warte auf deine erste Kontrolle. Aus dramaturgischen Gründen hoffe ich daß du in dem Fall die GUTE Jacke trägst ohne es zu merken.
    LIEBEn Gruß vom rudi

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  18. Keine Chance, rudi: Herr Silencer ist geübter WunderWuzziHendiWischer !! Und bestimmt schneller als jeder Kontrolleur – die Denkschemata der dem Zeitgeist hinterherhinkenden Technikverlierer greifen heutzutage nicht mehr …
    Der omnipräsente Magnetsmog rund um unser Gehirn wird uns auf Dauer allerdings zu Zombies machen; aber das Gute daran wird sein, daß wir es nicht merken werden und weiter auf unser Menschsein vertrauen können … Seven of Nine ist ein tolles Beispiel dafür, oder ;-?

    Andererseits: hätten die Maschinenstürmer gewonnen, gäbe es noch immer keine Zahnbehandlung auf Rezept.

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  19. Sehr schöne Beobachtungen! Sehr schön beschrieben! Ich sitze gerade auch im vollen Bus habe das richtige Ambiente für die Lektüre.

    Da magst die Scheibenwelt-Romane auch? Ich liebe sie.

    Herzliche Grüsse
    Thomas

    http://www.derhalbhartemann.com

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  20. Ach, lieber Rudi, wie Olpo schon sagt: Das Wisch-Fu ist stark in mir 🙂 (BTW: Warum Wegwerfhendi? Wirfst Du die Dinger dauernd runter?)

    Olpo: Sprich Du nur für Dich- MEIN Hirn wird vom Elektrosmog nicht erreicht. Ich trage einen Aluhut! Und aus Sicherheitsgründen telefoniere ich mit meinem Smartphone nicht! Ha-HA!

    Thomas: Danke und ja, unbedingt. Pratchett war einer der ganz großen.

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  21. rudi rüpel

    Silencer, in meinem Freundeskreis werden Hendis nach ein/zwei Jahren, so schätze ich, vielleicht übertreibe ich auch ein wenig, weggeworfen. Daher die Bezeichnung. Eine Freundin hat mich mal beim telefonieren erWISCHt und war erstaunt das ich, O-Ton Freundin, ein dampfbetriebenes Handy habe.
    Und das alles nur weil das Ding so ca. 10 Jahre hinter sich hat. Es ist weder ein Handy, noch ein Mobile, auch kein Hendi, ein Hendl schon gar nicht, es ist mein tragbarer Telefon Apparat Punkt und!
    Apropos Hendl, es gibt sie die Weglaufhendl, hab schon welche gesehen.
    LIEBEn Gruß
    rudi rüpel

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  22. @Rudi: Sicher, dass da weggeworfen wird? In meiner Wahrnehmung werden Geräte oft weitergegeben/-verkauft, und meine alle zwei Jahre neu gekauften Geräte (gebe ich zu) haben danach bis zu 3-4 Nachnutzende und 5-7 Jahre Lebensdauer. Das ist doch für die meisten wirtschaftlich sinnvoller, weiterverkaufen statt wegwerfen.

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  23. Ah, Ok. Danke für die Erklärung. Finde ich erstaunlich.

    Bei mir wird das Telefon (doofe Bezeichnung, ich benutze es selten zum Telefonieren) vertraglich von der Firma durch ein Neues ersetzt. Deswegen wird es aber nicht zum Wegwerfobjekt. Wie Modnerd richtig schreibt: Die Dinger werden weitergegeben. In meinem Fall zuerst an einen Mitarbeiter, der gibt es nach zwei Jahren an seine Frau, die nach weiteren zwei Jahren an Kinder/Großvater… ich weiß, dass mein altes iPhone 4s von 2011(!) bis vor kurzem noch bei einem Oppa im Einsatz war, der damit nur Whatsapp und Facebook machte.

    Das Gerät hatte zwischenzeitlich mal einen neuen Akku und eine neue Kamera bekommen, aber eine Einsatzdauer von 9 Jahren finde ich dann doch sehr nachhaltig. Geht aber vielleicht auch nur mit Apple, weil die ihre Geräte 5 bis 6 Jahre mit Softwareupdates unterstützen und damit lange am Leben halten.

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  24. Herr Silencer, kann es sein, daß Sie sich irren mit dem Apfelzeugs ? Mein 2680 aus 1997 hatte noch nie ein Update nötig und läuft mit dem 4. Akku wie an seinem Geburtstag !

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  25. Na, ich reden vom Smartphones, nicht von Antiquitäten. Oder, um Dein 2680 mit den Worten von Dr. Henry Jones, Jr. korrekt zu adressieren: „Es gehört in ein Museum!“

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  26. Herr Silencer ! Dies ist ein nahezu perfektes Beispiel der negativen Aspekte deiner schnellebigen Welt: zu meiner Zeit sprach man bei Telefonen von einer Antiquität, wenn sie 200 Jahre alt waren oder älter oder der Hahn nur in hochmittelalterlichem franzoys krächzen konnte. Heutzutage reichen 20 aus, um als Schrott zu gelten, auch wenn voll funktionsfähig und mit 27 Klingeltönen ausgestattet ! Schöne Neue Welt, pfffft…

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  27. Die alten Geräte von Apple (und vielleicht anderen Herstellern, da keine Erfahrung) laufen auch vermutlich genauso lange weiter. Es wird allerdings schwieriger, wenn es um mehr als nur Telefonieren und SMS geht, da dann doch mehr Schnittstellen (=Software) mit dem Netz draussen sprechen können muss. Auch ein iPhone 1 mit frischem Akku wird noch telefonieren können. Nur sonst geht dann doch eher wenig.

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  28. Lieber Herr Olponator, noch mal ergänzend: Die Welt ist nunmal auch unserer aller Welt und es ändert wenig darauf zu schauen, dass früher die Technik langsamer alterte. Ich persönlich bin recht glücklich, dass ich Dank der derzeit raschen Veränderungen in diesem Segment (die gefühlt auch allmählich langsamer werden, weil ein neues ausentwickeltes Plataeu erreicht ist) nicht mehr eine riesige Kamera auf Reisen mitschleppen muss, keine schweren Reiseführer mehr einpacken muss, sprachlich auch in der tiefsten Pampa meist noch spontan Unterstützung bekommen kann, wundervolle Orte finde, die nichtmal in irgendeinem Stück Papier verzeichnet sind, ich dann auch problemlos und stressfrei dort ankomme usw.
    Die nützlichen oder nicht nützlichen Tools darf sich jeder selbst heraussuchen. Ich finde es nur schade wenn da so wertend auf anderen Nutzungsweisen menschlicher Werkzeuge geschaut wird.

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  29. Sehr geehrter Herr Modnerd, es sieht im Moment für mich aus, als wären Sie nicht imstande, Zwischentöne zu hören. Ich denke, Herr Silencer weiß Bescheid, wie ich meine meist überzogenen Kommentare meine. Dies schließe ich aus seinen Antworten und alleine das zählt für mich.
    Weil Sie aber diese unsere gemeinsame Welt ansprechen: es war schon immer so, daß die Jüngeren die Alten mit Neuerungen konfrontierten und die Reaktionen darauf waren bestimmt allzeit unterschiedlich. Hätte sich der Grundsatz durchgesetzt, daß die weisen Alten immer recht haben, säßen wir noch immer auf Bäumen und Sie könnten mich nicht so einfach über hunderte Kilometer hinweg zurechtweisen und mir die Welt „erklären“, wie Sie glauben, dies tun zu müssen. Tatsache ist allerdings, daß manche der Alten nicht widerspruchslos hinnehmen, wovon die Jungen träumen, solange die nur deswegen glauben, nun gehöre Ihnen die Welt, weil sie schon trocken sind hinter den Ohren.
    Mir persönlich ist Ihre Technikfreakerei wurscht. Nicht wurscht wäre mir allerdings, wenn ich einen ganzen Tag auf einen 3000er hinaufsteige und alles perfekt ist, das Wetter, die Laune, die neuen Bergschuhe und Sie dann oben antreffe, der Sie sich mit Stadtschuhen bis auf 2600 Meter hinauftaxieren ließen und mit Ihrer Begleitung, unmittelbar nachdem Sie sich ins Gipfelbuch (es ist nach wie vor aus Papier und nicht Tablet, funktionierende Kulis liegen meist auch daneben) eingetragen hätten, ohne weiteren Blick für den Ausblick über die Vorzüge ihres neuen smarten Phones zu unterhalten begönnen – dann müßten Sie nämlich damit rechnen, daß ich Ihnen Ihr Spielzeug wegnähme mit der Androhung, es den Hügel hinabzupfeffern, sollten Sie nicht augenblicklich die Pappm halten und dem Rest der Anwesenden, inkl. meiner Vieligkeit, mit Ihren Ausführungen weiter auf den Geist gehen (Sie waren das nicht, damals, ich denke es war 2015 ?)…
    Nicht gut gehe ich auch mit den papageibunten Wildradlern um, wenn ich mich joggend oder träumend im Wald bewege und ein solcher an mir mit wahnwitziger Geschwindigkeit vorbeiflitzen möchte, ich aber eben einem Ast ausweiche und ihn mit einem unbeabsichtigten Rempler zu Fall bringe. Ich höre nämlich schlecht. Leider mußte ich schonmal einem solchen Stürzler beide Reifen im Anschluß mit einem spitzen Stöckchen zerstechen, weil mir der nicht glauben wollte, daß ich zwar für ein friktionsfreies Miteinander eintrete, ihm aber nichts schulde, da dies doch auch mein Wald sei und der Schnellere sich immer freihalten muß beim Überholen, der aber mit Polizei und Klage drohte. Im Wald. Lustig, oder ;-?
    Sie benötigen Elektronik und Software und einen Empfangsbereich, um sich mit Sprachunkundigen verständigen zu können ? Sie armer Mensch. Mir reichten bislang noch jedes Mal Finger, Beine und vor Allem der Bauch – spätestens jetzt dürften Sie nicht mehr verstehen, wovon ich rede … oder überraschen Sie mich ;-? Was würden Sie eigentlich in Neuguinea machen, glauben Sie, wo es diese Ihre heile Welt nicht gibt ? Satellitentelefon nach babelfish.de ? Und angenommen: wenn die nicht schreiben können, die Pygmäen ? Zumindest impliziert Ihre Angst, sich ohne künstliche Hilfsmittel nicht verständigen zu können, manchmal von der Zivilisation abgeschnitten zu fühlen, so Sie diese Mittelchen nicht zur Verfügung haben…
    Ja, was ich gar nicht mag: wenn, egal wo man sich bewegt, irgendein Idiot auf einem Wegwischer herumdrückt. Das wirkt auf mich, als wären die alle nicht Herr ihrer Sinne, sondern durch einen Zauberer ferngesteuert und glauben, Sie täten dies freiwillig. Möglicherweise sehen die auch die Welt um sie herum nicht mehr in bunt sondern einheitlich flaugrau und holen sich deswegen irgendeine, eine über ’soziale‘ Dienste beliebig verfügbare, ins Hirn. Ich meine nicht notwendige Geschäftstätigkeiten damit oder Fahrkartenlösevorgänge, sondern eben Freizeitvollbeschäftigte.
    Vielleicht überrasche ich Sie ja mit der Offenbarung, daß ich langjähriger SysAdmin eines Apple-Netzwerkes war und auf Reisen für Notfälle ein GPS-fähiges Hendi mitführe (sodaß ich in der KARTE meinen Standort finde), wegen ev Unfall, Nebel oder anders Widerwärtiges.
    Natürlich finden Sie es ganz toll, immer und überall und überhaupt … die schönsten Straßen, Orte, Plätze … problemlos und streßfrei … ja, ich finde das eben nicht. Denn ich habe mir meine Welt erobert/geschaffen, indem ich sie entdeckte und daher ihren Wert zu schätzen weiß. Manchmal auch, weil ich sie nicht problemlos fand, streßfrei aber immer. Auf Konsumierer und Kumulierer, als welcher Sie sich mit dem salopp gesagt, durchschnittlich klugen Statement mit dem Tollfinden des Jederzeit, für welches ich keinerlei Empathie empfinde, zu erkennen gaben, kann meine Welt gut verzichten – es ist doch schon auch meine Welt ?

    Ich rate Ihnen also: wenn Sie mit meinen Beiträgen nicht (mit)können, lesen Sie sie doch einfach nicht -.erklären müssen Sie mir meine Welt nicht.

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  30. rudi rüpel

    Modnerd, man soll sich NIE sicher sein! LIEBEn Gruß

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  31. Na, mal langsam und bitte nicht überreagieren. Ich lese Modnerds Beitrag so, dass er lediglich dafür werben möchte, Technik nicht grundsätzlich abzulehnen und zu verteufeln. Es geht nicht darum jemandem etwas aufzudrängen. Kein Grund also, krasse Extrembeispiele zu konstruieren oder gar unfreundlich zu werden.

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  32. Fühle ich mich jetzt angesprochen ;-?
    War ich unfreundlich ?
    Ich fühle mich von Modnerd, vielleicht querlesend, ein wenig in die Ecke des Technikfeindes gestellt, obwohl ich gerade in diesem Faden für halbwegs Empfindsame herausstelle, daß ich das nicht bin, wenn auch vllt linkisch und über den Umweg der (Selbst)Ironie – sanfte Technik ist mir willkommen – und die braucht kein vorausgeplantes Ablaufdatum, an welchem sie grundsätzlich nicht mehr funktionieren wird, siehe zB den Linux-Kernel … wer mir genau das jedoch als notwendiges Übel verkaufen will und von ‚ausentwickelt‘ redet, wird keine Zustimmung meinerseits erfahren, denn dann stimmte der Ansatz schon nicht … wie ich niemandem Gram bin, wenn er keine Karten verwenden will, benötige ich keine Hinweise, was Technik alles könnte das ich nicht anwenden möchte – eines ist klar: vor 50 Jahren konnte man noch mit einiger Berechtigung sagen ‚wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh doch in den Osten’… Heute geht das eben nicht mehr, weil die ganze Welt auf Ressourcenverbrauch programmiert ist – und Inseln der Seligen sind „technisch“ nicht mehr möglich, weil, gerade in D, auch der letzte Weiler einen Hendimast in Reichweite hat, der ihn bestrahlt…

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  33. Na, gut dass wir das noch mal klargestellt haben. In einem Punkt ist du aber gewaltig: in Deutschland muss man schon gewaltiges Glück haben, um überhaupt Handy Empfang zu haben. Ich sage nur: Götham Innenstadt, quasi kein Telefonat möglich, Daten schon gar nicht. Das Datennetz von Deutschland ist schlechter entwickelt das von Albanien. Von daher: wer seine Ruhe haben möchte und Angst vor Strahlung hat, der sollte nach Deutschland ziehen 😁

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