Einen Monat ohne (13): Wieder da

Wie ist das eigentlich, wenn die individuelle Mobilität zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dann aber plötzlich wegfällt? Dank eines Fahrverbots habe ich einen Monat lang die Gelegenheit gehabt, das auszuprobieren.

Bis Sonntag lief mein Fahrverbot, am vergangenen Freitag kam schon ein Einschreiben aus Gütersloh mit meinem Führerschein drin sowie den mahnenden Worten, ich solle mir bewusst sein, dass ich erst nach Sonntag, 24:00 Uhr wieder fahren dürfe, weil sonst: Straftat.

Seit Montag bin ich also wieder motorisiert. Und, wie war der autofreie Monat nun?
Interessant war er, und erstaunlich unkompliziert.
Am Herausforderndsten war noch der erste Tag, weil ich quer durch die Stadt zu einem Ladengeschäft und dann rechtzeitig morgens bei der Arbeit sein musste. War machbar, aber stressig. Zum Glück ging es so nicht weiter.

Der Rest des Monats war nahezu völlig unkompliziert und die Gewöhnung recht schnell, nachdem ich erstmal meinen ganzen Tagesablauf umgestellt hatte.

Das alles recht unkompliziert war lag zum einen daran, dass der ÖPNV zwischen Stadt und Dorf im Falle von Mumpfelhausen doch besser ist als ursprünglich befürchtet, zum anderen natürlich an der Vorbereitung. Ich hatte für den Monat keine Dienstreisen angenommen, und auch schwere oder große Dinge wollten nicht eingekauft oder von A nach B bewegt werden. Einzig die Geburtstagsbesuche bei der Familie waren nicht drin, die wohnen auch auf Dörfern, und das wären Tagesreisen gewesen.

Ansonsten hat mir der Monat sogar gut getan. Ich hatte mehr Bewegung, bin früher ins Bett gegangen, habe mehr geschlafen, hatte interessante Erlebnisse und habe tatsächlich so gut wie immer pünktlich nach acht Stunden Feierabend gemacht.

Mein Leben hat sich entschleunigt, und das war gut. Ohne die Möglichkeit ständig überall hin zu können und vielleicht auch zu müssen, habe ich mir mehr Zeit genommen. Für mich selbst, aber auch um einfach mal lange liegen gebliebene Dinge zu tun. Und günstig war der Monat auch noch – 53 Euro für die Busfahrtkarte ist nur die Hälfte von dem, was ich normalerweise allein an Benzin ausgebe.

Was bleibt? Das Wissen, dass es auch ohne Auto geht. Ideal wäre es, gäbe es jetzt im Dorf noch eine Car Sharing-Station. Für den Alltag der Bus, zum Einkaufen und bei Bedarf ein günstiges Leihauto. Das wäre perfekt, dann würde ich tatsächlich auf ein eigenes Auto verzichten wollen.

Außerdem habe ich ernsthaft überlegt, in Zukunft öfter mal den Bus zu nehmen. Das wird vermutlich aber letztlich doch wieder an Bequemlichkeit und Kosten scheitern. Denn wo die Monatskarte mit umgerechnet rund 1,20 Euro pro Fahrt sehr günstig war, kostet das normale Fahrticket dann doch gleich mal 2,20 Euro, und da überlege ich dann doch zweimal ob ich das wirklich will. Milchmädchenrechnung, ich weiß, das Auto ist da nicht günstiger. Es fühlt sich nur anders an.

In der Summe: Die autofreie Zeit hat viel mehr verändert als ich dachte, und sie war gut für mich. Erstaunlich, was aus so einem Geschwindigkeitsverstoß für Erkentnnisse erwachsen können, oder?

Kategorien: Ganz Kurz, Gnadenloses Leben | 16 Kommentare

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16 Gedanken zu „Einen Monat ohne (13): Wieder da

  1. zwerch

    Wow, wie schnell doch die Zeit vergeht.
    Freut mich zu lesen, dass du mal Zeit hattest 😉

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  2. Brigitte Eckert

    Das war ein echt schöner und interessanter Blog. Erlebnisaufsatz, sozusagen. Bravo und danke!

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  3. Gefällt mir sehr gut!
    Seit ich in der Stadt wohne, wird das Auto nur noch sehr wenig bewegt, und würde das Auto schlapp machen, ich würde in der aktuellen Situation (Familienstand, Job und so) kein Auto mehr kaufen, sondern ein E Moped (gut, mit dem liebäugle ich sowieso) und würde das Car Sharing nutzen, das annehmbar erreichbar ist.
    Im Sommer mit dem Rad (… oder E Moped (wie Vespa, E Roller ist missverständlich)) und sonst mit Bus und Bim, wie wir Ösis sagen.

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  4. Sehr schön – manchmal muss man gezwungen werden, um seinen Horizont zu erweitern. Ich habe in den vier Wochen z.T. im Büro übernachtet, ansonsten den Zug genommen. Und freie Tage genutzt 😊

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  5. rudi rüpel

    Hei Silencer,
    schön daß dein Schein wieder zurück ist und schön daß du so viel positives aus dem Monat mitnehmen konntest. Ich habe einen nicht geringen Teil meines Lebens in Zügen, Bussen und Bahnen verbracht.
    Es gab eine Zeit da wurde der Nutzer, von den Erfüllungsgehilfen der Betreiber, fast ausschließlich als
    Störer wahrgenommen. Heutzutage soll man angeblich den Status eines Fahrgastes erreicht haben.
    LIEBEn Gruß
    rudi rüpel

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  6. @kalesco: Falls ich dein Interesse für E-Zweiräder nicht falsch deute, interessierste du dich für „EMoped wie Vespa“ – das müßte demnach in IO-Moped“roller“ sein – wenn du einen ‚Fahrbericht‘ von mir möchtest, schreib ich dir eine eMail, so ich sie in deinem Profil finde. Kurz: ich rate ab vom Kauf dieser Marke, der Hersteller ist höchst unseriös…

    @Marcus/kradblatt: Gratuliere zu dem Produkt ! Habe schon seit Zeiten von „mopped“ keine solchen Zeilen gelesen, die von Fahrer zu Fahrer zu kommen scheinen und keine Markenrücksichten nehmen (müssen) wie das ganze BikerEinerlei, das jene nur allzugerne inhalieren,um sich in ihrer außerordentlichen Einheitlichkeit bestätigt zu fühlen. Der Bericht über die Energica hat meinen Geschmack sehr getroffen – da steht nix über SchnickSchnack, sondern ist unbeschönigende Praxis – wobei mich die Dichte der Lademöglichkeiten in D angenehm überrascht hat – und mann im Notfall praktisch an jeder willigen Wohnungstüre eine Tankstelle findet … 😉 … Ich muß allerdings sagen, daß mich EFahrzeuge begeistern und ich schonmal beinahe eine Quantia gekauft hätte für’s Gelände… Wünsche weiter guten Erfolg und hoffentlich bleiben die Berichte auf ähnlich hohem Niveau für Praktiker und Interessierte…

    @Herr Silencer: Schöne Zusammenfassung und realistische Einschätzung der Vor- und Nachteile der Nutzung von Öffis – und eine Aufgabenstellung für die Grünen was Carsharing betrifft … aber schau doch auch einmal auf die Seite von Herrn kradblatt: dort findest du unter anderem auch eine Werbung für eine Veranstaltung, die ich dir ans Herz legen würde: natürlich wirst du mir antworten, zu dieser Zeit wärest du heuer in Geheimnis unterwegs – aber das macht nix. Denn erstens steh’n dort genau die richtigen Hinweise (und vllt gibt es ja noch andere Möglichkeiten ?), die man zum Teil auch ohne Teilnahme berücksichtigend übernehmen könnte; das ist mir persönlich sympathisch und es klingt überaus seriös was dort angeboten wird und zweitens lernt JEDER in solchen 2 Tagesfahrten am Stück mehr Moppet-Beherrschung und Vertrautheit, als wenn er im 10. ‚Frühjahrs-Aufwärmtraining‘ den Ausweichhaken zum Ixundachtzigsten Mal ‚trainiert‘ und Zielbremsung (mit ABS ;)+bitte wer braucht ZIELbremsung aus Vollgas ?) und ähnlich redundanten Biker-Verunstaltungs-Unsinn „übt“ … 😉 … merken Sie sich’s bitte vor -für irgendwann- Herr Silencer, falls Sie ihnen selbst (und ihrem Moppet) was Gutes tun möchten… es gibt auch Moppets zum leihen ebenda – also richtige Enduros halt, die nicht nach einem kleinen Rutscher bereits unschön oder gar kaputt geworden sind ;} … falls Sie’s irgendwann tun, werden Sie mir ewig danken … *kicher*
    https://kradblatt.de/jetzt-anmelden-3-offroad-kradblatt-leserreise-2020/

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  7. Ali

    Schön finde ich, daß du wieder voll mobil bist.
    Was du daraus machst oder „Lehren“ ziehst, bleibt einem selbst überlassen. Die Lehre für mich war nach (insgesamt 3-jähriger) lappenloser Zeit: Möglichst nicht über Grenzen zu latschen, welche negativ ausgehen.
    @Olpo, ich meine mich erinnern zu können daß Hr. Silence beim Endurotraining in Hechingen war und happy darüber, weil die gesponserten GSsen alle seiner Körperhöhe im Einklang standen und nur im schwierigen Pfad sich bissen.
    Klar passe ich mit meinem eigenen Möpp auf und Kratzer sowie Rost adeln nicht sondern ich sehe erst einmal Kosten.
    Dementsprechend verhalte ich mich auch im Gelände, zu schwierig – muß ich nicht und auch niemandem etwas beweisen.
    Daß die Strom im leichten Offroad besser zu händeln ist als bsw. eine 1250 GS ist eine Tatsache doch der Begriff Enduro erschließt sich mir nicht rein in der Geländegängigkeit sondern das ist nur ein Faktor von vielen.

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  8. Ali: Hatten wir die Begriffsbestimmung Enduro nicht schon abgehandelt ;-? Ich für meinen Teil eigentlich schon und demnach sind weder die Strom, noch die Versys oder eine GS Enduro-Motorräder, so wie auch auf sämtliche anderen Tourenmoppets der Begriff Enduro nicht zutrifft.

    Der Hinweis auf Hechingen trifft den Kern der Sache sehr gut: wer nicht gelernt hat mit einer (leichten) Enduro im Gelände umzugehen, kann das auch nicht mit einer (überschweren) Tourenmaschine bewerkstelligen … ist doch logisch, oder nicht ;-? Wo liegt dabei mein Denkfehler ? Ich kenne halt den Unterschied zwischen geländeungeeigneten +250 Straßenkilo und weniger als halb so viel, extra für Gelände gebaut, dafür nicht autobahnfähig – du auch ? Falls nicht: mach‘ einen Tag Schnuppertraining um 99 €, das lehrt mehr als alle meine Worte oder jene der Welt … 😉

    Das „leichte“ Offroad -. was soll das sein ? Ich wiederhole mich, aber nur ein Mal: Feldwege, festen Schotter, trockene !! Wiesen und gebrochenen Asphalt kann man mit JEDEM Motorrad fahren und mit jedem Profil. Ich bin schon schwierigeres als „leichtes“ Gelände mit Sumo-Slicks gefahren; bis zur ersten richtig feuchten Stelle – mit Glück geht alles. Mit Tourenmoppets wie der Strom geht „leicht“ demnach natürlich auch – sogar ganz leicht und ohne jede ‚echte‘ Geländeerfahrung … 😉

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  9. Ali

    @Olpo, nein….Denkfehler hast du da nicht.
    Wie der Name schon sagt, REISE….also Straßen/ergo GELÄNDE-Enduro, wo halt der Schwerpunkt da liegt.
    Sollte ich jemals, dann nehme ich die Schwalbe, klemme die untern Arm und laufe die ekligen Passagen.
    Der oder das Reizhändling ist eben auch gewichtsabhängig. Bei Strom strakt es schon bei den geringen Federwegen bzw. Bodenfreiheit. Erfahren! vergangenes Jahr u.a. auf dem Tethpass/Albanien.
    Nahe bringen möchtest du ein Endurotraining?
    Voraussetzung: MC-Schuhe (nicht Tourenstiefel) gepadte Hose&Jacke (so nen Airbagjackett scheidet aus weil man garantiert in die Horizontale geht) plus noch eventuell MC-Handschuhe, dazu soll auch das Möpp entsprechend gepimpt sein oder für viel Geld plus Wartezeit eines der Leihmöpps ergattern.
    Bißchen viel Investition für das Event (für mich). Zum (schlechten) Vergleich: Daß Einer den Sägeschein macht, kauft sich teure Schnittschutzkleidung incl. der Schuhe/Handschuhe und heizt trotzdem weiter mit Heizöl.

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  10. Ali: jetzt ist diese ‚Diskussion‘ um nix echt sinnlos geworden, wenn du deine eigenen Argumente widerlegst und gleichzeitig auf ihnen beharrst.
    Man kann auch über die Eigenschaften eines Maserati Biturbo schwadronieren und einem Maserati-Fahrer erklären, wie man sich vorstellt, daß es wäre, wenn … ohne sich jemals einen gemietet zu haben, weil einem das zu kostspielig ist. Und man kann einen Opel Kadett über die Nordschleife prügeln und sich vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn … man sich nicht überschlagen hätte, weil Wunschvorstellung und Können stark divergieren.

    Die Hochebene von Theth kann jeder ein bißchen Erfahrene mit einer GS erreichen, der damit schonmal im ‚leichten‘ Gelände war – von Süden her mit Einschränkung nach Starkregen – von West aus geht’s ganz leicht, denn die hat ausreichend Bodenfreiheit und Federweg. Und die Gabel nickt nicht, das ist nicht unangenehm. Bei 15/16 cm der Strom ist es natürlich Arbeit, aber es ginge. Macht man aber nicht. Solltest du es vllt einmal trotzdem schaffen weil du es unbedingt willst, kannst du mit ein bißchen Glück dort eine 125er Vespa stehen sehen. Mit albanischem Kennzeichen … 😉
    Man kommt auch von Valbona aus hin. Am besten zu Fuß oder per Pferd. Oder mit dem 207er Mercedes direkt. Das machen dort alle Normal-Touris so. Leider. Deswegen ist die Gegend uninteressant geworden, seit die Pauschalreisenden auch dort sind. Für Motorradfahrer. Jetzt, wo die Biker endlich auch da angekommen sind und erklären, wie’s geht. Oder auch nicht geht. Aber ich denke, da, wo vollbesetzte Uralt-Busse hinkommen, käme auch jedes Moppet hin, wenn ich ehrlich bin. Außer man hat nicht genügend Schläuche bzw Kleber mit. Oder keine gute Pumpe. Oder man fährt Schlauchlosgummis auf Dreispeichenfelgen. Dann vielleicht besser doch nicht. Denn DAS wäre für ein derart ungeeignetes Materialkonglomerat bereits Schweres Gelände mit guter Aussicht auf Felgenbruch oder wenigstens Haarriß… das wär‘ ziemlich blöd, weil eine Felge in Albanien und so … Nee … die nächste liegt -vielleicht- in Zagreb oder Volos. Diese Vorstellung beruht natürlich bloß auf meiner persönlichen, unmaßgeblichen Erfahrung im Gelände bzw auf Tour.

    Und ja, ich habe endlich verstanden – DEINE Strom IST eine Enduro und vielleicht sogar die einzige weltweit existierende mit Verkleidung, doppelter Bremsscheibe und kleinem 19″ Leichtmetall-Vorderrad, die überdies voll soziatauglich ist … 😉

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  11. rudi rüpel

    Hei Olpo, hallo Ali,
    gibt es was schöneres als ne echt sinnlose Diskussion um nix? Dieser Titel hat mich animiert mein ältestes Senfglas zu öffnen. Haben wir eigentlich zu viel oder zu wenig Schubladen?
    Also für mich gibt es nur zwei Sorten von Moppeds, meins (die BESTE!) und die anderen! hahahahaha!
    Meine DIVA ist die BESTE weil: sie zu mir gehört, sie mein Gefühlsleben bereichert, ich schon so viel mit ihr erlebt habe, ich durch sie schon viele tolle Begegnungen mit tollen Menschen hatte, sie mich fördert und fordert, ……….. weil ich nur mit ihr richtig gut bin.
    Meine Geisha ist ein Rennmotorrad, eine Strassenmaschine, eine Enduro, ein Geländemotorrad, ein Reisemotorrad und ich habe die klammheimliche Vermutung daß in ihr noch viel mehr steckt.
    LIEBEn Gruß
    vom rüpel

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  12. rudi, wie immer alles andere als rüpelig 😉 …

    Klar steckt in der Geisha noch mehr – sie hat eine Seele wie alle Moppets von Kradreitern – und das unterscheidet sie eben von den Gebrauchsgegenständen der Biker … 😉

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  13. Olpo: Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man in Blogkommentaren dauerhaft nur härter mit Leuten umspringt, an denen einem etwas liegt. Von daher freue mich, dass Dir dieses Blog wichtig ist, und deshalb möchte ich Dir einen Vorschlag machen: Ich gönne Dir Deine Gewissheit, ein perfekter Motorradfahrer zu sein, der in keinem Training der Welt noch etwas lernen kann. Umgekehrt leitest Du bitte aus dieser erhabenen Position nicht stetig kichernd ab, das ich meine Zeit mit Unsinn vertreibe oder dringenden Nachholbedarf in irgendwas habe.

    Glaub mir, dem ist nicht so. Ich habe lediglich für mich das Ding in Sachen motorisiertem Zweiradlertum gefunden, das genau das Richtige für mich ist. Das kann ich nur mit solcher Bestimmtheit sagen, weil ich vorher links und rechts geschaut und in verschiedene Disziplinen mal reingeschnuppert habe.

    Das war alles nicht umsonst – ich bin ein recht guter Fahrer geworden, der sein Material im Griff hat, gerade weil ich alle möglichen Tageskurse und Trainings mitgemacht habe, auch im Gelände. Bei allen habe ich etwas gelernt. Deshalb muss ich aber nicht alles mögen oder in den Mittelpunkt meiner Aktivitäten stellen. Das ich etwas kann, bedeutet nicht, dass ich es gerne tue – im Gelände unterwegs sein gehört dazu.

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  14. Silencer: Du hast 2 Dinge nicht oder falsch verstanden:
    Das Erste: Ich bin keinesfalls der Meinung, nichts mehr lernen zu können. Meine Abneigung und permanente Verunglimpfung der, wie ich sie nenne, Trottelkurse, fußt in der felsenfesten Überzeugung, daß Menschen, die an einer Ampel nicht gezielt anhalten können oder beim Anfahren und gleichzeitig nötigem Abbiegen geradeaus fahren, nicht auf die Straße gehören. Solche notwendigen Basics jenen beizubringen wäre Sache der Fahrschulen und wenn NACH Erhalt der Lenkberechtigung in ‚Perfektionskursen‘ solche Selbstverständlichkeiten geübt werden müssen, stimmt am System etwas nicht.
    Das zweite Mißverständnis dem du anheim fällst, gründet sich auf das erste: meine gekicherten und gegrinsten Empfehlungen gebe ich deshalb ab, weil ich überzeugt bin, daß bei von ihrem Können Überzeugten trotzdem großteils Bedarf besteht. NUR aus diesem Grund empfehle ich rundum, die Trottelkurse den Untalentierten zu überlassen, die Motorradfahren sowieso niemals lernen werden und am Feingefühl zu arbeiten. Den Bedarf kann jeder selbst leicht überprüfen: fahr‘ doch einmal an eine Stoptafel ‚ran, schau nach links und rechts und fahr danach wieder an, ohne einen Fuß abgestellt zu haben. Wenn du dies beherrschst, beherrschst du dein aktuelles Moppet sehr gut. 99,9% der ach so tollen Biker können das nicht. Wenn ich Geländekurse empfehle, dann aus jenem Grund, weil ich aus Erfahrung meine, das größte Feingefühl für das eigene Fahrzeug, egal welches, bekommt man am Besten im Gelände – und nicht, weil ich denke, die ganze Welt müßte im Gelände herumgurken, Gott behüt’… Hier wird von dir fälschlich Einseitigkeit meiner Person impliziert. Was dein Hineinschnuppern in was auch immer angeht: Durch Schnuppern alleine erwirbt man sich keine Fähigkeiten, sondern Vorlieben oder erkennt bestenfalls Schwächen. Ich zelebriere auch keine Wheelies auf der Straße, jedoch wies mich der oben beschriebene Selbsttest auf genau eine solche hin und schließlich war der auch so genannte ‚Kurs‘ zum (selbständigen) Üben der Försterwende hilfreich. Wie geschrieben: es ging mir um das Auffinden von Dingen, die ich nicht beherrsche und allgemein: besseres Handlinggefühl. Wie ebenfalls geschrieben: die Ausfahrt in MeckPom würde ich gerne mitfahren, anderes Terrain, andere ErFAHRung – is‘ aber wirklich sehr viel weiter von hier aus als nach HR und nicht so viel anders und zum Termin komme ich eben aus GR oder AL.
    Allgemein gesehen bin ich der Meinung, daß ich dir noch nie ein ‚das macht man nicht so sondern so‘ an den Kopf warf, sondern im Gegenteil die dir als notwendig empfohlenen Pseudo-Enduroreifen als Humbug abstempelte und auch keinen dringenden Nachholbedarf in etwas attestierte, sowie ebenfalls dir niemals auf den Kopf zusagte, deine Zeit mit Unsinn zu verbringen (sich periodisch wiederholende Trottelkurse ausgenommen).
    Daß ich grundsätzlich jedesmal dann skeptisch bin, wenn jemand von sich behauptet, eine Disziplin zu ‚beherrschen‘, liegt an meiner miesen Lebenserfahrung mit den Wissenden und Könnenden, die -bisher- zu 99,9% zu Enttäuschungen führten, siehe oben: Selbsttest. Bloß als EIN Beispiel.
    Ich vermute außerdem, meine stets provokant vorgetragenen Bonmots lösen bei jenen, die sich angesprochen fühlen, ein unangenehmes Gefühl der Hilflosigkeit und/oder Unsicherheit aus. Einer diesbezüglichen Bestätigung würde ich Aussagekraft zuschreiben.

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  15. Ich hatte vermutet und gehofft dass das so gemeint war. Wie das bei Kommunikation über´s Internet nunmal so ist: Manchmal kommt, was als „provokantes Bonmot“ intentiert war, durch Kanalreduktion beim Gegenüber anders an.

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  16. Zur motorradexkursion hülle ich mich in Schweigen . 🙂

    Ansonsten: Kauf Dir doch noch mal ein Monatsticket und schau, wie oft du die Öffis nutzt.

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