Momentaufnahme: Mai 2020

Herr Silencer im Mai 2020

Wetter: Anfang des Monats nachts kalt, mit -1 Grad, tagsüber dafür dann bis über 20. Ab Mitte des Monats moderate Temperaturen, zum Monatsende hin erst frühsommerlich warm, dann wieder kühl. So gut wie kein Regen.


Lesen:


Hören:


Sehen:

Last Action Hero [1993, BluRay]
Danny ist 11 Jahre alt und verbringt jede freie Sekunde in einem alten Kino. Am Liebsten guckt er die „Jack Slater“-Actionfilme, in denen der Schauspieler Arnold Schwarzenegger einen wortkargen Superpolizisten spielt. Eines Tages schenkt ein alter Filmvorführer Danny ein magisches Kinoticket.

Mit dem findet sich der Schüler unversehens mitten im neuesten „Jack Slater“-Film wieder und damit in einer Filmversion von Los Angeles, in der immer alles perfekt ist, Autos beim ersten Schuss explodieren, Helden immer nur Fleischwunden davontragen und die Bösen immer verlieren. Doch dann kommt einer der Filmbösewichte an das Zauberticket und landet damit im New York der realen Welt. Schnell merkt er, dass in der echten Welt nicht automatisch die Guten gewinnen, und da er als brillanter Bösewicht geschrieben ist, macht er nun Jagd auf den Schauspieler Arnold Schwarzenegger, damit es keinen Jack Slater mehr gibt.

1993 war Schwarzenegger auf dem Höhepunkt seiner Filmkarriere und suchte nach Stoffen, die abseits seines Terminator-Images lagen. „Last Action Hero“ passte da perfekt, denn der Film ist absolut clever konstruiert: Die „Film-in-Film“-Erzählung kann gleichzeitig Schwarzeneggers Actionklischees persiflieren und eine ernstere Note anschlagen. Das war so unerwartet, das Kritiker den Film verrissen und das Publikum ihn verschmähte, „Last Action Hero“ wurde Schwarzeneggers größter Flop. Zu Unrecht – denn neben einem überaus cleveren und überraschenden Plot und dem großartigen Cast (u.a. Charles Dance als Bösewicht) hat man als Filmfan einfach nur Spaß an den Dutzenden Gastauftritten.

Im Film-Los Angeles kommt Sharon Stone gerade im weißen Kleid aus dem Verhörraum, der T-1000 bahnt sich seinen Weg aus dem Polizeirevier, Tina Turner spielt eine aufgeregte Bürgermeisterin, Maria Shriver ermahnt Schwarzenegger keine Werbung für seine Restaurants zu machen und und und. Schönste Szene: Als Danny versucht Slater klar zu machen, das er in einem Film ist und ihm einen Pappaufsteller von „Terminator 2“ zeigen will und dann feststellt, dass in der Filmwelt die Hauptrolle von Sylvester Stallone gespielt wird:

Stallone bedankte sich für diese Würdigung mit der „Präsident Schwarzenegger Bibliothek“, die in „Demolition Man“ auftaucht. Ach, die 90er.

Wer Last Action Hero nicht kennt: Angucken, großer, ironischer Filmspaß.

1917 [2020, Bluray]
Der erste Weltkrieg, Frankreich. Zwei junge, britische Soldaten bekommen den Auftrag, einem Regiment einen Befehl zu überbringen. Das Ziel liegt 14 Kilometer entfernt, dafür haben sie acht Stunden Zeit. Problem: Um die Nachricht zu überbringen, müssen sie durch das Niemandsland und die Frontlinie. Versagen sie, sterben 1.600 Männer.

Wie macht man eine sehr einfache Story zu einer intensiven und emotionalen Erfahrung? Regisseur Sam Mendes wählte dazu die Form des Continous Shots. Der Film wirkt, als sei er in einer einzigen, langen Plansequenz ohne einen Schnitt gedreht worden. Der Effekt ist verblüffend und hat mich schon bei „Birdman“ beeindruckt, „1917“ geht da aber noch viel weiter. Die Kamera bleibt ständig an den Protagonisten, folgt ihnen durch Stacheldrahverhaue, durch Schützengräben, Flüsse, Häuser – scheinbar ohne auch nur ein Mal zu stoppen. Das ist faszinierend anzusehen, immer wieder fragt man sich: Wie haben die das gemacht? Der Ablauf der Story in Echtzeit macht die Geschichte, die angeblich auf den Erfahrungen von Mendes´Großvater im ersten Weltkrieg basiert, greifbar. Ganz große Filmkunst.


Spielen:

Persona 5 Royal [2019, PS4]

Ein Schüler wird in einer Provinzstadt wegen Körperverletzung verurteilt und ob dieser Schande zu seinem Onkel nach Tokio geschickt. Der Neustart dort knirscht und rumpelt: An der neuen Schule hat ein tyrannischer Sportlehrer das Sagen, der seine Schüler körperlich züchtigt und Schülerinnen sexuell belästigt.

Durch eine Reihe seltsamer Ereignisse erhält der Schüler die Möglichkeit, in die Gedankenwelt des Lehrers einzudringen, in der dieser die Schule als seinen Palast und sich selbst als den König sieht. Zusammen mit einigen Mitschülern fasst der Schüler einen Plan: Er wird den Wesenskern des Lehrer aus dessen Gedankenpalast stehlen und so sein Verhalten ändern. Das Vorhaben gelingt, der Lehrer zeigt Reue und schämt sich.

Das ist aber erst der Anfang – immer häufiger müssen die „Phantom Thieves“ von der realen Welt in das „Metaverse“ wechseln und dort die dunklen Seiten menschlicher Seelen bekämpfen.

Sehr seltsames Spiel. „Persona“ ist sowohl Simulator des Alltags eines japanischen Schülers als auch ein Action-Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen. Das ist typisch Japan-RPG, und Persona 5 soll das beste von allen sein. Ich kannte sowas nicht und war erstmal von allem irritiert. Der Einstieg ist zudem äußerst langsam gestaltet und schon deshalb etwas sperrig, weil sich das Spiel viiiiiiel Zeit für Erklärungen lässt einen mit Text nur so zulabert.

Mit etwas Orientierung entfaltet sich dann ein ganz besonderer Zauber. In dem Teil des Spiels, das den Alltag eines japanischen Schülers simuliert, muss man die Schulbank drücken und überlegen was man nach der Schule tut – Abhängen mit Freunden, soziale Bindungen festigen, lernen oder doch lieber einen Nebenjob ausüben? Für all diese Tätigkeiten gibt es Erfahrungspunkte, aber die Zeit pro Tag und pro Spieldurchlauf ist begrenzt, so dass man nie alles tun kann.

Die Skills, die man in der Story in der realen Welt sammelt, kommen in der Gedankenwelt dann in den rundenbasierten Kämpfen zum Einsatz. Die sind äußerst ausgewogen gestaltet, fordernd und belohnend zu gleich, mit einer befriedigenden Lernkurve.

Die Story ist manchmal etwas zäh, aber immer wieder überraschend. Vor allem aber ist sie LANG. Nach über 40 Stunden habe ich das Gefühl, nur an der Oberfläche gekratzt zu haben.


Machen:


Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

Kategorien: Momentaufnahme | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Momentaufnahme: Mai 2020

  1. zwerch

    Ist das nur bei mir so, dass ich den größten Teil der Bilder nicht sehen kann?

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  2. WordPress hat Schluckauf bei Bildverlinkungen. Jetzt müssten aber alle da sein (sind nur drei Cover)

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  3. zwerch

    Kaum abgeschickt, schon sind die Bilder da….
    Kommis bitte löschen 🙂

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  4. Zauberei!

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