Wie ich einst Englisch lernte

„Piong! -WushWush – Brrrrrhhh – Piong!“
„Piong! -WushWush – Brrrrrhhh – Piong!“

Beim Aufräumen hinter der ersten Reihe Bücher meine alten Musik-CDs gefunden. Jetzt sitze ich schon das ganze Wochenende daran, eine Scheibe nach der anderen in den letzten Rechner zu stopfen, der hier noch ein optisches Laufwerk hat.

Immer die gleichen Handgriffe. CD in die Lade, WushWush, Rechner holt sich Titelinformationen und rippt Brrrrrhhh, Programm meldet Vollzug Piong! und wieder von vorn.

Die Musik geht direkt in den Wohnzimmerserver, von wo aus sie dann überall – auch über das Internet – zur Verfügung steht. Willkommen in der Zukunft.

Der Großteil meiner CDs stammt aus den Neunzigern. Davor gab es für mich keine CDs, danach habe ich nicht mehr viel gekauft.

Beim Durchschauen musste ich schon manchmal sehr schmunzeln. In der Sammlung finden sich frühe Sampler-Perlen wie die „Teenage Mutant Ninja Turtles Power Hits“ oder „Max Headroom Dance Compilation“, Verirrungen wie Shanks & Bigfoots „Sweet like Chocolate“ oder Puff Daddys „Come withe me“, aber auch Raritäten wie das Duett von Bono und Frank Sinatra mit „Under my Skin“.

Der Anzahl der Alben nach bin ich Tori Amos, Alanis Morisette und Sheryl Crow lange Zeit treu geblieben, zumindest so lange bis die entweder verrückt oder langweilig geworden sind.

Einen besonderen Platz in meinem Herzen wird immer Roxette haben. Nicht nur, weil Marie Fredriksson das Rolemodel einer starken Frau und nebenbei das heißeste war, was die 80er zu bieten hatten, sondern auch, weil ich ausgerechnet mit den strunzdummen Texten von Per Gessle Englisch gelernt habe.

Hatte ich fast vergessen, aber zwischen zwei Piongs fiel das da oben aus einer CD-Hülle: Ein Liedzettel aus der Bravo. Und die Erinnerung kam wieder: Ich habe tatsächlich langweilige Erkdundestunden und Freizeit investiert, um die englischen Texte ins Deutsche zu übersetzen, um dann mit den Übersetzungen die die Bravo damals noch abdruckte zu vergleichen ob ich richtig lag. Darüber, und über englische Computerspiele, habe ich meinen Englischen Wortschatz aufgebaut.

Genutzt hat das in der Schule freilich erstmal recht wenig. Meine erste Englischlehrerin auf dem Gymnasium mochte mich so dermaßen nicht, dass sie mir in Klassenarbeiten Vokabeln, die nicht offiziell im Lehrmaterial vorkamen, als Fehler anstrich und mir so eine Unterwertung nach der nächsten reindonnerte. Oh, what a joyride. Piong!

Kategorien: Ganz Kurz | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Wie ich einst Englisch lernte

  1. rudi rüpel

    Hei Silencer,

    der Held meiner Jugendjahre war Herman Brood mit seiner Band Wild Romance, sein rock n roll trifft mich heute noch mitten ins Mark. Habe die Band so oft gesehen wie es nur ging, in einem Jahr sogar an drei Abenden direkt hintereinander und niemals waren die Konzerte gleich, dafür waren die einfach zu variantenreich. Wie groß die waren kann man allein schon daran erkennen, daß wenn sie, was immer gerne und oft taten, Fremdmaterial verarbeitet haben, es ein Stück von ihnen wurde. Sowieso muß sich bei mir eine Band immer im Konzert bewähren, es gab Gruppen die mochte ich nicht, als ich sie allerdings dann live gesehen habe war es um mich geschehen, anders rum gibts auch Beispiele. Die achtziger waren musikalisch eigentlich ne Katastrophe. Wie kann der rudi rüpel so etwas behaupten? Die achtziger waren soooo geil! Nein waren sie nicht, weil z.B. Schlagzeuger und sogar Bläser produktionstechnisch von Maschinen ersetzt wurden, dann die ganzen überproduzierten Alben mit ihrem wischiwaschi Klang einfach nur unnatürlich und zum gruseln. Ich weiß wovon ich rede denn ich höre hin wenn Musik gespielt wird. Viele „Musikfreunde“ können nicht mal einzelne Instrumente aus einer Aufnahme heraus hören.

    Meine Favoriten Alben die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde:
    von der KÖNIGIN Cassandra Wilson, new moon daughter
    Miles Davis, kind of blue, (würde heute so niemals veröffentlicht, toller dichter und warmer Klang, an einer Stelle hört man Kondensat im Blasinstrument blubbern, hahahaha, doch die Stimmung stimmt, die Stücke wurden alle in einem Rutsch live eingespielt)
    Herman Brood, alle Live Alben

    Bands die im Konzert sowas von geil sind:
    deWolff, Paul Weller, Gruppo Sportivo, G. LOVE and special Sauce, My Baby

    Bands die Live geil waren: Amparanoia, Fela Kuti, Rausch, Cowboys on Dope, Cassandra Wilson,
    MC 900 ft Jesus, Spin Doctors

    Bands die ich Live verpasst habe: Jimi Hendrix, the who, Joe Strummer and the Mescaleros,
    Aretha Franklin, Worldparty, Amadou e Mariam, Mano Negra, Les Negresses Vertes

    So Silencer, jetzt leg ich als erstes ne Platte vom Herman auf.
    Und für dich habe ich zwei gute Bespiele rausgesucht wie der Brood einen alten Soulklassiker und eine Jazz Nummer für sich vereinnahmt

    Machs gut und halt durch!
    LIEBEn Gruß vom rüpel

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  2. Die 80er WAREN eine Katastrophe, schon wegen der Frisuren, der Schulterpolster und dem allgegenwärtigen Synthi Quark.

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  3. rudi rüpel

    Silencer, stimmt! Aber ich war super drauf und habe zum Glück mein Schlagzeug verkauft um mir meine DIVA leisten zu können, einer der besten Entscheidungen.

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  4. ruediger

    Meine CDs habe ich auch vor Jahren geripped, nur um sie heute doch gegen _bessere_ Versionen im Streaming zu hören. So gesehen war die Digitalisierung der Sammlung reine Zeitverschwendung und eher von Verlustängsten getrieben. 😉

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  5. Rudi: „Eine der besten Entscheidungen. Sagen auch meine Nachbarn“ 😀
    Rüdiger: Auf dem Dorf hamwa keinen Stream 🙂

    Gefällt 1 Person

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