Reisetagebuch (6): Hölle Hardknott

Sommertour mit der V-Strom durch Frankreich, England, Wales und Schottland. Heute: Die zweitschwierigste Prüfung, die ich je mit einem Motorrad in Angriff nehmen musste.
Donnerstag, 07. Juli 2022, Pub „Y Pengwern“, Ffestiniog, Wales

Tiefe Wolken ziehen über Ffestiniog hinweg. Grau und düster liegt das Bergdorf da. Aber wenigstens regnet es nicht, und mit 15 Grad ist es auch nicht kalt.

Über Nacht hat sich ein zweites Motorrad zur Barocca gesellt. Der Fahrer muss hier aus der Gegend sein, sonst hätte er die Pelerine nicht dabei, die die ganze Maschine verhüllt – das ist zumindest mein erster Gedanke. Aber dann sehe ich das gigantische Schloss mit der schweren Kette, die um das Hinterrad liegt, und die Silhouette eines Koffers. Vielleicht ist das einfach auch nur ein sehr vorsichtiger Motorradreisender, dem sein Ride so wertvoll ist, dass er sogar einen Regenschutz mitschleppt. Ich zucke die Schultern und gehe wieder rein.

Das Frühstücksbuffet im Y Pengwern, dem communitygeführten Pub von Ffestiniog, besteht aus zwei länglichen Plastikkisten auf einem schmucklosen Bürotisch. In den Kisten liegt ein Plastikbeutel Weißbrot. Daneben stehen zwei Toaster, ein Körbchen mit Marmeladenpäckchen, zwei Sorten Saft, einer Packung Cornflakes und mehrere kleine Milchflaschen.

Ich bin nicht der erste beim Frühstück, und leider benehmen sich Briten an Buffets wie Piranhas. Das habe ich schon öfter bemerkt, und auch hier lässt sich dieses Verhalten in freier Wildbahn beobachten: Ein älterer Herr und eine gebeugte kleine Dame wieseln über die Länge des schmucklosen Tisches und Zack, sind alle Toaster auf Minuten belegt, der Orangensaft verschwunden und beide laufen gebeugt, weil sie alle Milchflaschen auf einmal wegschleppen.
Mir egal, ich schnappe mir zwei angenehm labberige Toastscheiben und ein Plastikpäckchen mit Orangenmarmelade und suche mir dann den am weitesten von allen entfernten Tisch aus. Der ist wirklich sehr weit entfernt, denn der Frühstücksraum ist wohl ein umfunktionierter, ehemaliger Dorftanzsaal.

Als ich darauf zusteuere, sieht mich eine ältere Frau mit blondierten Haaren und Perlenkette über die Ränder ihrer Goldbrille an, schüttelt den Kopf und „flüstert“ dann in deutlich hörbar ihrem Begleiter zu: „Das ist einer von diesen Leuten die immer noch diese schrecklichen Maske tragen!“

Ja, das tue ich. Egal wo, wenn ich in geschlossenen Räumen mit anderen Menschen bin, trage ich eine FFP2 oder FFP3-Maske. Ist mir egal, was andere sagen. Ist mir auch egal, dass die Briten mit Ausruf ihres „Freedom-Day“ mitten in der Pandemie diese für beendet erklärt haben.

Von der anderen Seite des Raumes, aus sieben oder acht Metern Entfernung, starrt mich ein grauhaariger Mann Mitte sechzig an. Alter, was stimmt hier mit den Leuten nicht?

Dann räuspert er sich und ruft lautstark, wegen der nicht unerheblichen Entfernung, „Ist das Dein Motorrad da draußen?“

„Die V-Strom, das ist meine“, sage ich. „Meine auch!“ ruft der Mann. Oh, dann steckt unter der Pelerine wohl auch eine V-Strom, und der Mann ist ein Stromtrooper, wie sich die englischsprachigen V-Stromer gerne wegen des großen Forums gleichen Namens nennen.

„Hast Du Deine schon lange?“, ruft der Mann. „Fünf Jahre“, rufe ich zurück. „Und, zufrieden?“ „Ja sicher!“
Der Mann grinst und ruft „Ich bin aus Südwales, wo kommst Du her? Warst Du auch schon woanders in Britannien?“
„Ich komme aus Deutschland“, rufe ich und füge hinzu: „Vor drei Tagen mit einer Fähre mit mehreren Hundert hustenden und niesenden Franzosen hier hergekommen, und seitdem in Südengland und jetzt Wales gewesen.“ Beim der Erwähnung der hustenden Franzosen schaut die Brillendame auf und fängt wieder das Tuscheln an.

„Ich habe mich ja auf meine V-Strom gesetzt und wusste: Das ist meine Maschine!“, ruft der Mann.
„War bei mir auch so!“, sage ich. Sowas höre ich immer wieder. Die V-Strom findet einen, und man weiß sofort: Die ist für mich gemacht.

Ich nehme einen Schluck Kaffee und huste vernehmlich. Die Brillendame zuckt zusammen.
Dann packe ich zusammen und wende mich zum Gehen. „Ride Safe“, verabschiede ich mich und huste nochmal ausgiebig, einfach, weil ich mich verschluckt habe. Die Brillendame guckt, als würde sie sich jetzt eine Maske wünschen.

Die Wolken sind verschwunden, als ich die V-Strom ausparke. Blauer Himmel und Sonnenschein strahlen nun über dem Snowdonia Nationalpark.

Der Nationalpark ist schön anzusehen, mit seinen felsigen Bergen und den grünen Wäldern und Wiesen. Fast wie Schottland. Oder zumindest so, wie ich mir Schottland vorstelle. Echte Vergleichswerte werde ich erst in einigen Tagen haben.



Es geht aus den Bergen hinaus und Richtung Küste. Der Himmel zieht sich langsam zu.

Dann ein Stück die Küste von Wales entlang.

Langsam wird die Besiedlung wieder dichter. Zunächst putzige Küstenorte mit dicken Stadtmauern und alten Lädchen an der Hauptstraße und großen Burgen…

…und dann gehen die einzelnen Orte in eine fast durchgehende Bebauung über. Ich befinde mich genau zwischen Liverpool und Manchester.

Hier ist das Vorankommen fürchterlich zäh, weil die Straße alle hundert Meter von Ampeln und Kreiseln und kleinen Ortsdurchfahrten zerstückelt ist. Ich erlaube Anna Autobahn zu rechnen, und sie bringt uns in Nullkommanix aus dem Speckgürtel der Großstädte raus.

Binnen zwei Stunden haben wir die Höhe des Küstenortes Fleetwood erreicht, und jetzt wird alles wieder ländlich.

Als ich halte, checke ich mein Handy, überfliege die Eilmeldungen und stecke das Gerät zufrieden wieder weg.

Ich nähere mich dem Lake District, dem von Engländern als schönster Landstrich Englands in Gedichten und Liedern gehuldigt wird, und der offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Ich will von der Schnellstraße runter, die hier eine vierspurige Autobahn ist, verfahre mich aber nur auf eine weitere vierspurige Autobahn, die in die verkehrte Richtung führt. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit will ich abfahren und zurück in die Richtung, aus der ich gekommen bin, aber das gestaltet sich als unerwartet schwierig.

Zunächst, weil es für die Abfahrt keine Rampe oder Unterführung gibt. Stattdessen gibt es in der Mittelleitplanke eine Öffnung zwischen den beiden Fahrtrichtungen. Eine dichtbefahrene Autobahn zu queren – das ist schon besonderer Nervenkitzel.

Der setzt sich fort, weil die Zufahrt zurück zur Autobahn keinen Beschleunigungsstreifen hat und die Fahrbahn selbst kaum einsehbar ist. So stehe ich da und muss mehr oder weniger raten, wann sich eine Lücke im dichten Strom der Fahrzeuge auftut, und dann gebe ich Gas und lasse die V-Strom mit quietschendem Hinterrad (ja, die hat keine Traktionskontrolle) zurück auf die Bahn schnellen. Uff. Was für ein Mist.

Der Rest der richtigen Schnellstraße führt in den vornehmen Ort Windermere, der direkt am gleichnamigen See liegt. Hunderte von kleinen Segelbooten trieben über den See, dessen Ufer von steil aufragenden, 300 Meter hohen Bergen gesäumt sind. Schönster Landstrich Englands? OK, wenn man keine Alpen hat auf jeden Fall, dann ist das verständlich.

Nun bin ich aber nicht hier um mediokre Seen anzugucken. Ich bin hier um zu testen wie es sich anfühlt, eine Steigung von 30 Prozent zu fahren. So krasse Steigungen gibt es hier am Hardknott-Pass, und deshalb lasse ich die Seen Seen sein und fahre weiter hinein in den Lake District Nationalpark. Schnell bleiben die Wohnmobile und SUVs zurück, die bis eben noch über die Straßen krochen.

Die Straße wird schmaler und zu einer Single Track Road, einer einspurigen Straße, kaum breiter als ein Fußweg, mit Ausweichstellen alle paar hundert Meter.

Am Wegesrand liegen noch einige kleine Häuschen, dann nur noch windschiefe Scheunen, und schließlich gibt es links und rechts der Straße nichts mehr außer Steinen, Gras und Farn, und kleinen Bächen, die die grünen Hügel hinabsprudeln.

Die Straße beginnt anzusteigen. Sie führt aus einer Senke mit einem kleinen See hinaus und zieht sich nun an der Flanke eines Berges entlang.

Die V-Strom kämpft tapfer gegen die immer stärker werdende Steigung, und ich kämpfe gegen die zunehmenden Windböen. Je höher wir kommen, desto mehr reißt der Wind an der Suzuki herum. Das ist nicht dramatisch, während der Fahrt liegt das Motorrad wegen der Kreiselkräfte sehr stabil.

Das wird aber in dem Moment unangenehm, wenn man anhalten… ach Scheiße, schon passiert es.

Weit oben am Berg sehe ich ein Auto. Ich suche mir die nächste Ausweichstelle und halte an. Gaaaanz vorsichtig. Die Steigung beträgt hier über 20 Prozent. Rechts der einspurigen Straße ragt die Bergwand empor, aber wir haben ja Linksverkehr, und neben meinem linken Stiefel ist… nichts. Da geht es einfach 200 Meter sehr steil den Berg hinab.

JETZT ist der Wind gefährlich. Die V-Strom bietet durch ihre schiere Größe, die wuchtige Frontverkleidung und die Koffer große Angriffsflächen. Der Wind reißt und zerrt an ihr herum, während ich sie nur mit dem rechten Bein halten muss, denn erschwerend kommt hinzu: Nach links ist die Haltestelle abschüssig, und wer hier schon länger mitliest oder mich persönlich kennt, weiß, dass meine Beine nicht die längsten sind. Wenn ich auf der Suzuki sitze, komme ich gerade mal so mit den Fußballen an den Boden. Vollflächig aufstellen kann ich einen Fuß nur, wenn der andere in der Luft hängt – schon auf ebener Fläche. Im Augenblick balanciere ich also mehr, als das ich fest stehe. Mit einem Abgrund links von mir. Während Windböen am Motorrad wackeln. Und bei besagten 20 Prozent Steigung.

Wo bleibt dieses verdammte Auto? Ah, da, endlich kommt es um die Kurve. Der Motor der V-Strom klingt nicht gut. Er macht klopfende Geräusche, die dumpfe Schläge durch den ganzen Rahmen senden und das Motorrad auf unangenehme Weise schütteln. Das wird immer heftiger. Ob das daran liegt, dass die Maschine so steil am Berg steht? Ist alles Öl im Motor nach hinten gelaufen und deshalb klingt er nun so komisch? Oder bilde ich mich das alles nur ein?

Das Auto ist nun in Sichtweite, lässt aber weiter auf sich warten. Der Fahrer bestaunt die Aussicht und fährt kaum mehr als Schritttempo, während mein Motorrad leidet und ich hier im Wind herumkippele. „NUN MACH HINNE“, brülle ich den Fahrer an, was der natürlich nicht hört.

Endlich ist die Mistkiste vorbei. Jetzt ganz vorsichtig Gang einlegen… OK, jetzt stehe ich mit der Hinterradbremse und gezogener Kupplung im Berg. Sehr gut. Jetzt muss ich hier nur noch anfahren, ohne die Kupplung zu verschleißen oder einen Wheelie zu machen. Wenn ich zu langsam kuppele, glühen die Kupplungsscheiben. Wenn ich sie zu schnell kommen lasse, besteht bei der krassen Steigung die Möglichkeit, dass ich den Motor abwürge und dann ins Stolpern komme. Oder noch schlimmer, ich lege einen Wheelie hin. Gut, realistisch betrachtet ist das nicht sehr wahrscheinlich. Aber ich stehe echt steil im Berg und die Maschine trägt das ganze Gepäck auf dem Hinterrad, das fühlt sich jetzt schon so an, als ob ich jeden Moment hintenüber falle.

Ich gebe mehr Gas als vielleicht nötig und lasse vorsichtig und langsam die Kupplung kommen. Ich bin noch nie unter solchen Bedingungen und mit vollem Gepäck angefahren, ich habe keine Ahnung wie die Richtige Dosierung ist. Der V-Motor klopft und rappelt wie irre und die Kupplung schleift, aber das Motorrad bewegt sich zwei endlose Sekunden nicht. Ich kuppele weiter ein, und endlich, endlich und ganz langsam setzt sich die Suzuki in Bewegung.

Nach diesem Abschnitt wird es noch einmal kurz deutlich steiler, dann nimmt die Steigung wieder ab. Puh. Ich habe mir echt fast die steilste Stelle der Passstraße zum Anhalten ausgesucht. Nun atme ich tief durch und lausche der Barocca. Der Motor klingt zum Glück wieder normal. Ach Mensch, das war ja jetzt doch gar nicht so schlimm! Immerhin ging die Passstraße relativ gerade am Berg hoch, zum Glück gab es keine Kehren. Wir haben den Hardknott besiegt! YAY!!!!

Ich grinse breit, als die Barocca über den Bergrücken rollt, der die Passhöhe darstellt, und an einem Schild vorbeikommt. Mein Grinsen erlischt. „Wrynose Pass“, steht darauf. Oh bugger, das war noch gar nicht der Hardknott?!? Das erklärt auch, warum Anna noch 1,4 Kilometer bis zum Ziel anzeigt. Ach Mist. Aber Okay, das war nett jetzt gerade. Und dass das nicht der Hardknott war, erklärt auch die schmale Straße. Der Hardknott ist berühmt, das ist bestimmt keine Single Track Road. Kann ja gar nicht sein. Wäre ja viel zu gefährlich.

Das Härteste kommt also noch, aber erstmal freue ich mich über den geradezu idyllischen Ausblick. Der Wyrnose ist ein breiter Bergrücken. Gras und Trockenmauern und Felsen und kleine Bäche in hügeliger Landschaft, mehr gibt es auch hier nicht, aber das sieht toll aus.

Noch schöner sieht es aus, als sich der Bergrücken langsam senkt und sich links und rechts der sanft abfallenden Straße nun wieder Berge erheben. Immer noch ist die Fahrbahn eine schmale Single Track Road, nun schlängelt sich neben ihr ein felsiger Bach entlang. Romantisch sieht das aus.

Nach einigen Kilometern komme ich an eine Wegkreuzung. Ein kleines Gasthaus steht hier, ganz romantisch neben einem großen Baum, unter dem eine Natursteinbrücke über den Bach führt.

Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Hardknott“ zeigt in diese Richtung, und als die V-Strom durch das hölzerne Viehtor und über das Cattle Grid am Ende der Brücke rollt, frage ich mich, ob ich gerade die berühmte Telefonzelle verpasst habe. Irgendwo steht hier nämlich eine rote Telefonzelle, und alle Hardknott-Fahrer müssen davor anhalten und ein Foto machen. So will es die Tradition, und so hat es auch Svendura gemacht. Über ihr Blog ich überhaupt erst auf diesen Pass gekommen. Sie beschrieb das Fahren des Passes als anstrengend, aber letztlich als großen Spaß und als beeindruckendes Erlebnis. Na, das wollen wir mal sehen!

Die Telefonzelle finde ich nicht, aber das ist mir auch egal. In mir steigt die Spannung, denn ich kann die Straße des Passes schon sehen. Fast senkrecht scheint sie eine Bergwand hinaufzuführen. Ein Schild steht am Straßenrand und warnt:


Hardknott Pass. 30%. Extreme Caution. Narrow Route. Severe Bends. Route Suitable for cars and light vehicles only. Unsuitable for all vehicles in Winter conditions.
und etwas weiter fügt ein Zusatzschild hinzu: Unsuitable for Caravans.

Die Warnung hält wohl so manchen Wohnmobilfahrer nicht davon ab trotzdem zu versuchen, seine rollende Muffelbude da hoch zu bekommen. Keine Ahnung, wie man sowas für eine gute Idee halten kann. Vor manchen Straßen sollte man besser Respekt haben, und diese hier gehört definitiv dazu. Der Hardknott-Pass ist der steilste Straßenpass Europas. An seiner steilsten Stelle hat die Straße eine Steigung von 33%, das bedeutet: Auf einer Länge von 100 Metern steigt die Straße um 33 Meter an. Steiler ist nur eine Straße in Australien, die bietet 35 Prozent.

Aber das macht den Kohl auch nicht mehr fett. Auch 33 Prozent sind steil und definitiv nichts für Wohnmobile. Respektiere die Straße, sonst.

Vor mir ist ein Mini rumgedödelt, aber der Fahrer HAT Respekt vor der Straße und hält auf dem letzten Parkplatz vor der Steigung, um sich dieses Monster aus der Entfernung anzusehen. Gut so, ich möchte gerade niemanden vor unter hinter mir haben. Gibt nichts Schlimmeres als hinter einem Auto zu hängen, das in einer Kehre beschließt langsam zu fahren um sich die Landschaft anzugucken. Ein Motorrad fällt dann nämlich einfach um, und bei 30 Prozent Gefälle bedeutet das: Man liegt im schlimmsten Fall nicht einfach auf der Straße, sondern poltert sich überschlagend den Berg hinab.

Ich schüttele mich und verdränge den Gedanken, als ich zügig an der Bergwand entlangfahre. Auf Annas Display sehe ich, dass gleich die erste Kurve kommen muss, die dann den Berg hinaufführt. Aber weiter vorne sehe ich keine Kurve, nur einen länglichen, goldenen Schimmer, wo sich die Sonne auf etwas reflektiert, was in Richtung Berg zeigt. Was ist das? Ein Bach?

Stellt sich raus: Das ist die „Straße“. Die biegt abrupt und in einem so starken Winkel nach oben ab, dass sie die Sonne reflektiert. Zumindest auf dem kleine Wasserstrom, der am Rand der Straße fließt.

In meiner Fantasie (und auf Google Maps) sah der Hardknott immer nach einer breiten Straße aus. Pustekuchen! Dass hier ist eine FUCKING SINGLE TRACK ROAD, gerade mal so breit wie ein Radweg!

Meine Fresse, sowas bin ich noch nie gefahren. Ich checke zur Sicherheit noch einmal, in welchem Gang ich unterwegs bin. Sich hier zu verschalten kann dumme Folgen haben. Der zweite ist der Gang der Wahl, und langsam, aber ohne zu stocken lenke ich die Barocca die erste Kurve hinauf.

Das geht erstaunlich gut, aber mir ist schon klar, dass das nur der Anfang war und es noch besser kommen wird. Der Weg führt über eine Natursteinbrücke, die eine schmale Klamm mit einem Bach überspannt. Danach ein Stück geradeaus und dann sofort wieder in einer steilen Rechtskehre den Berg hinauf.

Ich wage wieder nicht zu atmen. Diese Kehre hier hat bestimmt die 33 Prozent Steigung, die das Maximum des Hardknotts darstellen, da bin ich mir sicher. Und sie ist nicht nur steil, sie ist auch eng. UND die Fahrbahn fällt nach außen hin ab. Leitplanken gibt es natürlich nicht. Diese Kehre ist ein Monster!

Ich schalte in den ersten Gang, als eine Windböe die Maschine trifft und sie ins Schwanken bringt. Nicht das auch noch! Es ist wirklich windig, das lange Gras liegt teil platt am Boden.

ShitShitShit stoße ich zwischen zusammengebissenen Zähne hervor und denke „BitteBitteBitte jetzt kein Gegenverkehr!“, dann lenke ich die V-Strom in die Monsterkehre.

Steil wie Treppe ragt die uns auf, und ich muss selbst im ersten Gang ordentlich Gas geben, um die Barocca dort hinaufzuzwingen. Zwingen ist genau der richtige Ausdruck, es kostet tatsächlich Kraft, das hier zu fahren.

Ich steige ein wenig auf die Hinterradbremse, um mehr Kontrolle zu haben. Jedes Quentchen Kontrolle ist jetzt gut. Die Barocca ist zwar wendig, aber, und das darf man nicht vergessen, sie ist einfach groß – die Suzuki hat einen längeren Radstand als eine aktuelle GS 1.250 Adventure.

Ich lasse den Motor höher drehen als normal, einfach um jederzeit Kraft an den Rädern anliegen zu haben, als das Motorrad langsam die Rechtskehre hinaufklettert. Ich behalte genau die Augen auf der Fahrbahn und verlagere mein Gewicht und gebe noch etwas mehr Gas, als die Barocca wieder vom Wind erfasst wird.

Dann fühlt sich alles plötzlich leicht an, als die V-Strom den steilen Teil der Kehre hinter sich lässt. Als ob wir über eine Kante fahren, so fühlt sich das an. Oder als wären wir gerade eine Treppe, eine WENDELTREPPE, hochgefahren und stünden nun auf dem Treppenabsatz.

Vor Anspannung habe ich wohl die Luft angehalten. Das merke ich aber erst, als ich das tiefe Stöhnen höre, mit der sie wieder entweicht. Ich atme tief durch und presse gleich darauf durch die zusammengepressten Zähen ein „Scheiße!“ hervor, denn an den Ausgang der Monsterkehre schließt unmittelbar eine Linkskehre an. Die ist auch nicht einsehbar und ähnlich steil wie ihre Vorgängerin, aber immerhin nicht ganz so eng und abschüssig.

Auf Google Earth sieht es nicht so schlimm aus, wie es wirklich ist.

Die ganze Zeit hoffe ich, dass von oben nichts kommt. Enge Straße, steile Steigung, Wind – das geht alles, irgendwie. Aber nichts sehen zu können, das macht mich fertig. Wirklich, man hat hier null Einblick und fährt praktisch blind – Gegenverkehr wird man erst bemerken, wenn man sich begegnet und einen Meter voreinander eine Vollbremsung machen muss. Was natürlich fatal ist auf einer Straße, die nicht nur eine unglaubliche Steigung hat, sondern auch noch nach einer Seite abschüssig ist. Und das ist hier der Fall. Stellenweise ist auch noch der Asphalt bröckelig, und gerade in den Kehren ist die Fahrbahn in Richtung Tal geneigt. Und dann gammeln da auch noch Schafe rum! „HAU AB DU MISTVIEH!“, herrsche ich eines davon an, und es gehorchtet und trottet von der Fahrbahn.

So geht das noch zwei Mal in einer rechts-links-Kombination, dann führt die Straße relativ gerade, aber nicht mehr ganz so steil den Berg hinauf, und von oben kommt nichts. Zum Glück.

Der Wind ist jetzt ein Fallwind und kommt in Böen aus verschiedenen Richtungen, sogar von oben. Er reißt und drückt an der Suzuki herum, das es wirklich kein Spaß ist, aber die Barocca bleibt auf Kurs und kämpft sich den Berg hinauf. Wieder wird es steiler, und der Motor beginnt wieder zu klopfen. Immerhin kommen jetzt keine Kehren mehr, nur noch Kurven. Die sind auch nicht ohne, aber kein Vergleich zu dem Monster gleich am Anfang. Trotzdem fühlt es sich an, als würde ich eine senkrechte Wand hochfahren.

Die Straße wird wieder übersichtlicher Endlich kann ich wieder etwas sehen, und jetzt kommt Gegenverkehr. Den vorbei zu lassen ist hier kein Problem.

Die Steigung fällt auf Null, und nun bin ich auf der Passhöhe. Der Bergsattel bietet eine Wahnsinnsaussicht über die vor mir liegenden Täler.

Rechter Hand müssen irgendwo die Grundmauern des Hardknott-Forts liegen, das von den Römern hier als Außenposten gebaut wurde. Die Straße, die ich gerade gefahren bin, war ursprünglich ein Pfad für Packesel. Mir ist nicht nach Ruinen angucken, zumal der Wind hier über den Bergsattel stürmt und ich nicht wüsste, wo das Motorrad sicher abstellen sollte.

Ok. Ich habe es hier hoch geschafft, ich will nicht anhalten – dann muss ich jetzt wieder vom Pass runterkommen.

„Bringen wir es hinter uns“, sage ich zur Barocca und zu mir selbst, dann mache ich mich an die Abfahrt. Die beginnt unvermittelt – von jetzt auf gleich hat die Straße 30 Prozent Gefälle und geht in eine enge Linkskehre über. Ich habe das Gefühl gleich kopfüber über den Lenker zu fallen, so steil geht es bergab, aber das lässt sich einfacher fahren als den Berg hinauf. Später lese ich, das diese Kehre hier den Spitznamen „Corner of Doom“ trägt.

Direkt danach wird die Straße flacher und breiter. Jetzt kommt von unten ein Auto, aber das vorbeizulassen ist wirklich kein Problem mehr. Die Straße zieht sich lang dahin, und wieder taucht ein Bach neben ihr auf. Ich halte an und atme erstmal tief durch, dann nehme ich den Helm ab, trinke einen Schluck Wasser und tätschele den Tank der Barocca. Gutes Motorrad, danke, dass Du das so mitgemacht hast.

Echt, die Westseite des Passes ist, bis auf die Corner of Doom direkt unterhalb des Passes, überhaupt kein Problem. Aber die Ostseite… Alter, das war kein Spaß. Das war ernsthaft gefährlich. Sturmböen, keine Leitplanken, schlechter Belag, schmale Straße, keine Spiegel in den Kehren… ich mag mir gar nicht ausdenken was passiert wäre, wenn in einer der krassen Kurven was von oben gekommen wäre. Oder wenn hinter einer der Kehren plötzlich ein Radfahrer auf der Straße rumgedödelt wäre.

Nachdem das Adrenalin nicht mehr ganz so spürbar durch meine Adern hämmert, fahre ich weiter. Am Fuß des Berges wird die schmale Straße wieder von Hecken und Mauern auf Todesterngrabenniveau begrenzt, und jetzt kommen im Minutenabstand Autos, weshalb ich ganz vorsichtig fahre.

An einer Stelle verlangt ein Autofahrer, dass ich zurücksetze, und dank komplexer Zeichensprache kann ich im signalisieren, dass 1. Motorräder keinen Rückwärtsgang haben und ich nicht absteigen und zurückschieben werde und 2. was er sich ansonsten noch so kann.

Wütend hämmert er den Rückwärtsgang rein und fährt mit satter Geschwindigkeit rückwärts, immer wieder links und rechts die Hecken streifend. An einem Parkplatz kommen wir aneinander vorbei. Im Rückspiegel sehe ich die rote Telefonzelle. Ach HIER ist die? Naja, egal. Ich brauche kein Foto mit der, ich werde mich auch so immer an den Hardknott erinnern. Allerdings nicht als großen Spaß.

Den hatte Svendura vermutlich, weil sie 1. eine erfahrene und sehr gute Endurofahrerin ist, die Gelände wie ein Profi kann. Ich bin dagegen nur Straßenamateur. Und 2., was vielleicht auch eine Rolle spielt: Svendura ist eine hochgewachsene Frau, die eine leichte KLX 250 bewegt. Das ist bestimmt nochmal anders als ich mit meinen zu kurzen Beinen auf einem großen und schweren Motorrad.

Später am Abend schreibe ich Svendura direkt mal an und frage, ob der Pass jetzt besonders gefährlich ist, oder ob ich nur nicht genug ernsthafte Pässe kenne. Sie antwortet „Man sieht viele Fail Videos von Umfallern im Innenkreis der Kehren. Die sind so steil auf so engem Radius, dass manche darin umkippen. Selbst mit Greeny musste ich mit Kupplung arbeiten.“

Ich google ich mal die Failvideos vom Hardknott und finde zahlreiche Videos, in denen Motorräder in den Kehren verrecken, die Fahrer mental nicht mehr weiterkommen, Maschinen umkippen, quer stehen, den Berg runterpurzeln. Die „Corner of Doom“ , die manche in drei Zügen fahren.

Auch Autos und Lieferwagen packen die Kehren teils nicht, stehen da mit durchdrehenden Reifen an der Steigung und kommen nicht weiter, oder kriegen die Kurven nicht und rutschen von der Straße, nur um dann über dem Abgrund zu hängen. Natürlich gibt es auch Videos von Wohnmobilen, hier eines in der Corner of Doom.
Was für eine Hölle.

Oh man, das hätte ich vorher wissen sollen. Obwohl… HÄTTE ich das vorher gewusst, ich wäre da nicht hochgefahren. Schon weil ich gedacht hätte, dass ich dafür nicht gut genug dafür fahre. Nun… anscheinend ist mein fahrerisches Können besser als ich dachte. Das ist gut. Noch besser: Ich werde in Zukunft nie wieder vor einem Pass Bedenken haben oder vor steilen und engen Kehren zaudern, weil: Schlimmer als der Hardknott kann es nicht sein.

Während meiner Fahrt da hoch lief übrigens eine VIRB-Kamera mit, die hat einen Steigungsmesser. Eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne ein Video präsentiert, in dem die aktuelle Steigung immer fein eingeblendet ist, damit sich die Leserschaft selbst ein Bild machen kann. Stellt sich raus: Der Kamera-Gyro hält alle Steigungen über 20% für unrealistisch und wirft die Messergebnisse einfach weg. Schade. Garmin-Kameras sind nicht Hardknott-geeignet.

Wenige Kilometer das Tal hinab liegt ein Gasthaus, und in meiner unendlichen Weisheit habe ich hier ein Zimmer gebucht. Der Bower House Inn besteht aus einem großen Gästehaus, dem Gegenüber ein Pub liegt.

Ich checke ein und sattele die Barocca ab, während gerade ein Radfahrer eincheckt. Ein großer, drahtiger Mann Anfang 50. Sein Fahrrad ist mit Gepäck beladen, und ich höre aus der Rezeption „Yez, I made ze Rezervation for ze room“ – ein Deutscher, ach sowas. Hoffentlich sieht der nicht das Kennzeichen der V-Strom und labert mich an.

„Exkuze me, but where are ze rooms? I did not understand ze rezeptionist“ – ach, zu spät. Statt auf Englisch zu antworten frage ich „Und, wo kommen sie her?“ Der Radfahrer guckt kurz irritiert, dann wechselt er auch ins Deutsche. „Ah Ok, mein Englisch ist echt schlecht, oder? Das man sofort hört das ich Deutscher bin?“ Ich wackele mit dem Kopf.

Als sich die Tür des kleinen Gästezimmers hinter mir schließt, werde ich schlagartig müde. Das Adrenalin ist weg, und nun merke ich, wie anstrengend die Pässe waren und wie angespannt ich die letzten zwei Stunden war.

Ich reiße mich zusammen und nehme eine lange Dusche, dann kleide ich mich wieder an und stromere hinüber zum Pub. Beim Check-in habe ich einen Tisch reserviert. Der ist noch nicht frei, sagt der Barkeeper, ein älterer Herr mit weißem Hemd und Krawatte, dann schiebt er mit ein Lager rüber und meint, ich solle doch so lange am Tresen warten.

Das möchte ich aber nicht. Der Pub ist eng, stickig und voller Menschen, und natürlich trägt hier niemand Maske. „Kann ich draußen warten?“, frage ich eine Bedienung und zeige auf die Terrasse. „Sicher“, sagt sie.
Ich setze mich an einen der Holztische und gucke zufrieden die schöne Landschaft an, Kindern beim Spielen zu und beobachte die lustig bunten Büsche.

Das unterhält so ca. zwei Minuten, dann hole ich das Handy raus und lese. Kann ja nicht mehr lange dauern mit dem Tisch.

Eine dreiviertel Stunde später sterbe ich vor Hunger, aber noch immer hat niemand Bescheid gesagt, dass ich jetzt was essen kann. Schließlich halte ich einen vorbeieilenden Kellner an.

„Ich warte auch meinen Tisch“, sage ich „und das schon länger.“ „Oh Sorry, ich bringe ihnen schon mal die Karte“, sagt der Mann, verschwindet und eine halbe Minute später liegt die Karte vor mir.

Schnell habe ich mich für Steak & Ale-Pie entscheiden, einfach, weil ich keine Ahnung habe was das ist und es probieren möchte. Wer nicht wiederkommt, ist der Kellner. Nach einer weiteren halben Stunde gehe ich wieder rein und greife mir die erste Bedienung, die, die meinte, draußen warten sei OK.

Ob es wohl mittlerweile im Bereich des Möglichen sei meinen Tisch zu bekommen? „Eigentlich nicht mehr“, sagt die Frau, „Sie sind ja zur reservierten Zeit nicht aufgetaucht, jetzt macht die Küche langsam zu.“ „WAS?!“, sage ich entgeistert. „Ich habe die ganze Zeit da draußen gewartet! Warum haben sie nichts gesagt?“, platze ich. „Wir sagen draußen nicht Bescheid“, sagt die Frau und guckt tranig, „Aber ok, sie können jetzt noch schnell was bestellen und hier sitzen“. Sie zeigt auf einen Tisch in der Mitte des Raumes, umgeben von dicht gestellten und noch dichter besetzten Tischen.

Ich nehme Platz, aber während ich auf mein Essen warte, macht sich ein körperlich spürbares Unwohlsein breit. Ich will das hier nicht. Ich will nicht in diesem stickigen Raum zwischen all diesen lachenden, Karten spielenden und hustenden Menschen sitzen und meine Maske abnehmen müssen.
Als das Essen kommt, frage ich, ob ich draußen essen kann. „Wir nehmen draußen keine Bestellungen auf. Wir bringen auch nichts raus. Und wir sagen nicht Bescheid. Aber wenn sie da lieber sitzen wollen…“, die Bedienung zuckt die Schultern und geht weg.

Ich trage meinen Teller nach draußen und nehme wieder am Holztisch Platz. Innerlich platze ich gleich vor Ärger über diese offen zur Schau getragene Gleichgültigkeit. Eigentlich ist dieser Inn wirklich hoch professionell, das merkt man an der Schnelligkeit des Personals, aber durch die Maulfauligkeit der Bedienung habe ich jetzt fast anderthalb Stunden blöde rumgewartet. Eigentlich ärgere ich mich über mich selbst, dass ich die Warte-Gepflogenheiten in Pubs nicht kenne.

Das Essen ist auf jeden Fall gut und genau das richtige nach dem langen Tag.

Tour des Tages: Vom Snowdonia-Nationalpark in Wales nach England, zwischen Liverpool und Manchester hindurch zum Lake District und dort über den Wyrnose und den Hardknott, 383 km.

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Kategorien: Motorrad, Reisen | 13 Kommentare

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13 Gedanken zu „Reisetagebuch (6): Hölle Hardknott

  1. Ali

    Respekt!
    Und….das mit Gepäck, wo man in jeder engen Kurve merkt, dass es mit den Allerwertigsten herumzieht.
    Und….zum Glück bergab Grip, bei Schotter wird es bergab mitunter immer schneller. Da würde nur Zündabschaltung helfen.
    Und….danke für Verlinkte, insbesondere zu Svendura, welche ich auch als Mensch sehr schätze.
    Mein Fazit: Den Hardknott brauche ich nicht, mein Fehlfahren und Stürze suche und habe ich auf weit weniger spektakulären Plätzen.
    Danke für’s Mitnehmen.

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  2. rudi rüpel

    Hei Silencer,

    was für eine imposante Strasse?! Die zu befahren würde mir großen Spasz bereiten. Aber nachdem ich die Filme gesehen habe die Du verlinkt hast wird es dazu wohl niemals kommen. Da sind einfach zu viele Menschen unterwegs die Situationen falsch einschätzen und miserabel fahren.
    Du bist ja jemand der sein Mopped gut beherrscht, doch das reicht nicht immer, ich habe mich gefragt warum Du nicht an der Bergseite angehalten hast? Kannst Du mir das mal verraten?
    Deine Schilderung daß es Streckenabschnitte gibt die man blind fahren muß, hat mich sehr beeindruckt. Da muß man sich halt entscheiden, entweder rumeiern und andauernd wegen nicht angepasster „Geschwindigkeit“ auf der Nase liegen, oder was ich sonst eigentlich nicht mache, schneller fahren als man sehen kann. Und sollte irgendwas unvorhergesehenes sein wenn man über den Buckel kommt, oder hinter der Ecke, dann kann man evtl. immer noch reagieren, oder man kippt dann halt um. Jedenfalls hat man so seine Möglichkeiten ausgereitzt und ich denke nicht daß einem dort ein Fahrzeug mit
    80 Sachen entgegen kommt. Oder?
    Jetzt nochmal zurück zu den Filmchen, Mamamia, es tut mir echt weh zu sehen wie dusselig die Situationen „gemeistert“ werden. Was denken sich die Jungs die meinen sich vor den Minibus zu stellen? Denken die sie können den zu zweit bergab aufhalten oder hoch schieben? Hahahahaha! Sehr schön war der Film von dem Fahrer mit dem amerikanischen Mopped, man sieht viel Landschaft, leider trifft er eine falsche Entscheidung die dann in einen Fahrfehler mündet. Warum hat er nicht Abstand gehalten? Nein er überholt auch noch an einer ganz schlechten Stelle. Blickführung, Linienwahl, Tempo? Nix davon war richtig.
    Viel gelacht habe ich bei: oooooh Gott, oooooh Jesus. Hahahaha. Ich habe alles kommen sehen was dann auch passierte. Hahahahaha! Wie kann man nur so bescheuert anhalten und das gleich in Serie? Vor allen Dingen so was von unnötig. Helfersyndrom? Ich meine die Männer die dort am straucheln waren waren zu dritt und es war niemand ernstlich verletzt.
    Was mich beeindruckt hat war das Video von der doom Ecke, der hat doch tatsächlich eine Handbremse für das Voderrad. Heieiei, was es alles gibt?! Braucht man wohl nicht oft, an dieser Ecke sehr komfortabel.

    Silencer, mein Held, Du hast die Herausforderung angenommen und bestanden. Gratulation! Das nächste mal dann ohne Gepäck.
    Danke für den schönen Tagebucheintrag.

    LIEBEn Gruß
    rudi rüpel

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  3. Albrecht: 👍

    Rudi: Warum hätte ich an der Ostseite anhalten sollen? Ich wollte den Pass fahren, nicht auf dem Weg da hoch parken 🙂

    Auf dem Schlimmen Abschnitt mit nicht angepasster Geschwindigkeit fahren ist nicht drin. Erster, max. zweiter Gang. Die Kehren da fährst Du nicht mit mehr als 15 km/h – und trotzdem ist es richtig großer Müll nicht sehen zu können, ob dir vielleicht in der Kehre was entgegenkommt.

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  4. Suse

    👀😱🙈 holy shit… 33 % Steigung? Puhhh, bin ich froh, dass du das unbeschadet überstanden hast und eine richtig spannende Geschichte erzählen kannst 😅 ich habe solidarisch unbewusst beim Lesen die Luft angehalten und ahne sehr wie anstrengend das war… und auf Bildern sieht es dann immer so harmlos aus… 😇 Danke fürs mitnehmen und warnen 😁.

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  5. LOL – das erinnert mich an eine kleine steile Straße in Südfrankreich. Ich bin mit meiner vollgepackt R1100GS fast gestorben vor Schiss. Meine Freundin mit ihrer R100R ist einfach hinterher gefahren und hat sich keine Gedanken gemacht – wo ich mit dem Brocken rumkomme, kommt sie ja auch rum, meinte sie hinterher.

    Aber du solltest nächstes Jahr wirklich mal ein oder mehrere Offroad-Grundlagentraining machen. Driving Area bei Celle (a.W. mit Leihmotorrädern) macht echt Spaß. ADAC in Lüneburg (eigenes Motorrad, ich war mit dem X-ADV dabei) war auch lehrreich. Das Geld ist in beiden Fällen gut angelegt, mit Instruktoren lernt man einfach mehr 😎

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  6. @marcus: aber ich wollte doch niemals offroad fahren 😬😬😬😆😆😆 aber anscheinend komme ich wirklich nicht drum rum. Und ich höre ja durchaus auf Leute mit mehr Erfahrung 😀 (lvl 21)

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  7. Offroad schult auch ungemein das Gefühl für Onroad. Alleine wenn ich schon sehe, wie die Leute sich bei Rollsplitt ins Höschen machen 😉

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  8. Rollsplitt ist ich tückisch, Ali kann da dieses Jahr ein Lied von singen 😒

    Ich glaub ich bräuchte ein „sanftes“ Off-Road-Training. Mit eigener Maschine fahrbar (um sie dann wirklich besser im Griff zu haben), aber ohne das sie dabei völlig zerlegt wird.

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  9. Die von mir empfohlenen sind sehr sanft und für absolute Einsteiger mit Reiseenduros geeignet. Ich hatte aus redaktionellen Gründen teilgenommen und drüber berichtet. Artikel findest du auf KRADblatt.de.
    Eigene Maschine geht in Celle glaube ich auch. Leihmaschine ist aber klasse, die sind das Umkippen gewohnt 😉
    Wirklich Offroad ist was anderes, da wäre ein Training z.B. im Hoope Park interessant. Da hatte ich schon (ich meine) 6x das Einsteigertraining 😉
    Definitiv haben mir aber alle Offroadtrainings auch für die Straße geholfen!

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  10. Ist notiert, vielen Dank!

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  11. Ali

    @marcus…habe ich mir auch notiert.
    Mein „Ausflug“ auf Rollsplitt hat gegen 1t € gekostet mit teilweise Selbstschraubung, amateurhafter Erfahrenheit in Offroad plus Offroadbereifung.
    Deshalb Leihmaschine schon sinnvoll.

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  12. @Ali … Offroadtraining bewahrt nicht automatisch vor Stürzen. Auf Rollsplitt habe ich auch schon gelegen. Ein paar Einsteigertrainings machen keinen Profi aus einem 😉
    Man lernt aber viele Situationen besser einzuschätzen und verkrampft nicht so schnell.

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  13. Moin Silencer, wenn Du was zur Driving Area in Wesendorf bei Celle, von der Marcus spricht, oder zu Meltewitz bei Leipzig zum Reise-Enduro-Training wissen willst, sprich mich mal an. Ich übe da regelmässig.

    Mein erstes Training hatte ich auch mit Leihmaschine gemacht, bin dann aber auf meine Maschine umgestiegen, weil ich ja wissen will, die die sich im Gelände verhält. Gut, ich gebe zu: Das ist eine XT 600…..aber es haben auch andere Kursteilnehmer selbst im Fortgeschrittenen-Kurs mit ihren normalen Reise-Enduros teilgenommen.

    Angefangen habe ich das, weil auch mir bei jedem Feldweg die Pumpe ging, auf die Fresse zu fallen. Heute lache ich darüber – Übung, Übung, Übung….

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