Das war das Jahr, das war (2022)

Jahresende. Zeit für die Rückschau. Was bleibt von 2022? Plus: Beste Bilder.

Lage der Welt:
Es war das Jahr III der COVID-Pandemie, Jahr I des Russland-Kriegs in der Ukraine sowie ein weiteres und sehr heftiges Dürrejahr.

Krieg in Europa – wer hätte gedacht, dass wir das noch einmal erleben müssen. Im Februar überfiel Russland die Ukraine, laut Propaganda um das Land „in einer Spezialoperation“ von „Nazis zu befreien und zu demilitarisieren“. Der schnelle Fall des Landes schien ausgemacht, alle Experten und Politiker nahmen an, dass die Ukraine binnen weniger Tage annektiert sei. Dann die Überraschung: Der Regierungschef, ein ehemaliger TV-Komiker, floh nicht, die Ukrainer wehrten sich und die russischen Truppen erwiesen sich als schlecht ausgerüstet, nicht vorbereitet und unfähig. Es gelang den Angriff zu stoppen und, nach Waffenlieferungen aus dem Westen, im zweiten Halbjahr sogar eine Gegenoffensive zu starten.

Der Preis für die Ukraine ist hoch: Millionen Menschen sind auf der Flucht, die verbliebenen harren oft ohne Strom und Wasser aus. Russland bombt das Land in Grund und Boden, verschleißt dabei aber eigenes Material, verliert viele Soldaten und muss eine Generalmobilmachung ausrufen. Putin verkauft das als Vorwärtsverteidigung gegen die Nato, die angeblich einen Stellvertreter- und Angriffskrieg über die Ukraine führen würde.

In den USA erodiert die Demokratie weiter. Auf Ebene der Einzelstaaten und Countys installieren die Republikaner weiterhin Personen und Mechanismen, die es ihnen erlauben, sich auch dann zu Gewinnern zu erklären, wenn sie nicht die Mehrheit der Stimmen bekommen. Nach wie vor ist die ganze Partei auf faschistischer Linie und Trump hörig, der wie „der Pate“ in Florida hockt und Entscheidungen im Hinterzimmer trifft.

Immerhin werden die Midterm-Wahlen keine Vollkatastrophe für die Demokratie. Zwar geht der Kongress an die Republikaner, der Senat ist aber kurz in der Hand der Demokraten – bis eine demokratische Senatorin, die schon zuvor durch Arbeitsverweigerung auffiel, stiften geht. Nun steht es wieder 50:50.

Getrieben von seinem Ego und anhängigen Gerichtsverfahren will Trump 2024 noch einmal Präsident werden. Soll er mal antreten, mit ihm besteht eine reelle Chance, das die Republikaner verlieren. Die Alternative wäre fürchterlich: Ron de Santis, Gouverneur von Florida, ist ein rechtsextremer selbsternannter „Gotteskrieger“ und kopiert Trumps Methoden, seine Rhetorik und sogar seine Körpersprache, hat dabei aber ein funktionierendes und sehr bösartiges Hirn.

In Brasilien wird Bolsonaro knapp abgewählt, und protestiert dagegen nur verhalten. Der neue Präsident verspricht, die Abholzung der Regenwälder zu stoppen.

Taiwan fühlt sich von China bedroht, das an den Grenzen und in staatlichen Medien einen Krieg vorbereitet.

Aserbaidschan überfällt Armenien, weil die dort stationierten russischen Friedenstruppen gerade anderes zu tun haben.
Ungarn werden endlich EU-Mittel gekürzt, nachdem Orban die Gemeinschaft monatelang mit einem Veto zu Ukraine-Hilfslieferungen(!) erpresste.

Die Türkei wirft ein Veto gegen die Aufnahme von Finland und Schweden in die Nato, um geflüchtete Dissidenten ausgeliefert zu bekommen. Das ist so unwürdig, kleingeistig und rachsüchtig wie es klingt.

Zum Ausgleich sorgt das Unvereinigte Königreich für Amüsement, das bei mir sämtliche strategische Popcornreserven aufgebraucht hat. Erst mach Boris Johnson ein weiteres halbes Jahr groben Unfug, dann wird er von seiner eigenen Partei abgesägt.

Nachfolgerin wird Liz Truss, die eine so offensichtliche Ausgeburt an Inkompetenz und Unwissenheit darstellt, das Börsen abstürzen und Unternehmen das Land noch schneller verlassen als zuvor. Sie bleibt quälend lange 47 Tage im Amt und hält sich damit kürzer als ein Salatkopf, der von der Zeitung The Sun vor eine Webcam gestellt wurde.

Weil UK so lange mit sich selbst beschäftigt war, blieb keine Zeit, das Land auf den Winter vorzubereiten. Energie- und Lebenshaltungskosten explodieren noch schlimmer als in der EU, eine Armutswelle steht bevor, im Dezember laufen die Tafeln des Landes über.

Die hohen Lebensmittelpreise kommen nicht nur durch den Brexit. Überall gibt es Lieferprobleme und explodierende Kosten. Ganze Lieferketten sanieren sich durch, weil jedes Glied Preisaufschläge nimmt. Bei Lebensmitteln kommt hinzu, das mit Russland und der Ukraine die größten Weizen- und Düngerexporteure wegfallen bzw. weniger liefern. Die Inflation galoppiert.

Außerdem war da natürlich noch die Dürre. Rund um den Globus war es den Großteil des Jahres viel zu trocken und sehr, sehr heiß. In Italien fielen 70% der Reisproduktion aus, Flüsse trockneten weg und Meerwasser floss in das Landesinnere. Ähnlich war es in Deutschland, selbst der Rhein lag stellenweise trocken und den Juli konnte man eigentlich nur im kühlen Keller hockend verbringen. Der Backlash kam später, in Form von Stürmen, Eiseskälte und Flutregen. Das ist mindestens das dritte Dürrejahr in den letzten fünf Jahren. Schon krass, wie schnell sich das Klima ändert.


Lage der Nation:
Russland wird mit Sanktionen belegt, mindestens die dortige Tech- und Automobilindustrie brechen daraufhin zusammen. Im Gegenzug liefert Russland unter fadenscheinigen Gründen (Turbine kaputt, Wetter schlecht) massiv weniger Gas, was insbesondere Deutschland trifft.

Spätestens jetzt rächt sich, das in den vergangenen 10 Jahren der Ausbau erneuerbarer Energien nicht verschlafen, sondern von der Regierung aus CDU und SPD massiv beschnitten wurde und eine starke Abhängigkeit von russischen Rohstoffen bestand. Stellt sich raus: Die krassen Guys von der GroKo haben sogar die Gasspeicher auf deutschem Boden an Russland verscherbelt, und Gasprom hat die in Vorbereitung auf den Ukraineüberfall leer laufen lassen. Dementsprechend schwer tut sich Kanzler Scholz auch klare Kante zu zeigen, und immer wieder fordern konservative Politiker aller Parteien die Inbetriebnahme der neuen Nordstream2-Pipeline. Die Entscheidung treffen letztlich aber andere: Die Pipeline wird unterseeisch gesprengt und ist dauerhaft zerstört. Nächste Idee der Liberal-Konservativen: Atomkraftwerke neu bauen. Aber das will außer den Knallchargen CDU und FDP niemand, am Wenigsten die Energiekonzerne.

Ebenjene Energiekonzerne haben sich in diesem Jahr die Penisse vergolden lassen, weil sie nicht mehr wussten wohin mit ihrem Geld, besonders in Deutschland. Wo es in anderen Ländern eine Übergewinnsteuer gab, faselt die FDP was davon, das man Unternehmen so etwas nicht aufbürden dürfte, weil sonst deren Innovationskraft… blabla, da hört dann schon keiner mehr zu, so lächerlich ist das. Am Ende gibt es eine Übergewinnsteuer, die darf bloß nicht so heißen.

Überhaupt, die FDP. Macht Opposition, obwohl sie an der Regierung ist, demütigt Koalitionspartner und verhindert mit Symbol- und Klientelpolitik echtes Vorankommen. Kalkül der Parteispitze: Sie wollen als „konservative Stimme der Vernunft“ wahrgenommen werden. Klappt nur nicht, das ständige Stehen auf der Bremse fällt auch den Wähler:innen auf, was in den Landtagswahlen grottenschlechte Ergebnisse bringt. Vielleicht sollte Parteichef Lindner weniger auf Saufnase Kubicki hören und mehr auf seine Parteibasis. Die wollen nämlich eine moderne Partei, die Veränderungen bringt, die bezahlbare erneuerbare Energie und einen Verkehrswandel und Digitalisierung vorantreibt, und nicht so einen Friedrich-Merz-gefällt-das-90er-Jahre Müll mit „mehr Autobahnen und freie Fahrt für freie Bürger“. Liebe FDP, das Problem eurer schlechten Wahlergebnisse liegt NICHT an den bösen Grünen oder eurer gefühlt zu linken Ampel. Das Problem seid ihr, mit euren erkennbaren Luftnummern und dem destruktiven Verhalten.

In der SPD lief es nicht besser. Kanzler Scholz ist so gut wie unsichtbar in der Tagespolitik, und wenn er dann mal auftaucht, redet er von „Wumms“ und „Doppelwumms“. Klingt wie ein Dreijähriger, passt aber zu der farblosen Knallcharge, die er ist.

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich auch Karl Lauterbach. In der Pandemie fiel er durch kluge Analysen und Vorschläge auf Twitter auf, und man dachte immer: Dieser Mann, wenn der doch nur Gesundheitsminister wäre! Nun ist er es, und er agiert… glücklos, bestenfalls. Seine klugen Vorschläge twittert er weiter, aber in der Politik kann er sich nicht gegen die FDP und besonders Justizmurkel Marco Buschmann durchsetzen. am Ende macht der Gesundheitsminister Lauterbach immer das Gegenteil von dem, was der Twitterer Lauterbach für richtig hält. Schizophrenie, dein Vorname sei Karl.

Ist aber eh´ egal, Corona wurde im April von der FDP für beendet erklärt und die Pandemie im Dezember von Christian Drosten. Das Virus ist jetzt endemisch, das werden wir nicht mehr los. Immerhin sind dank Impfung und doppeltem Booster (insgesamt 4 Injektionen) die akuten Folgen meist nicht mehr dramatisch, über die Langzeitschäden im Körper kann aber noch niemand was sagen. Was die Pandemie auf jeden Fall sichtbar gemacht hat, sind die Risse in der Gesellschaft. Ein guter Teil der Bevölkerung wähnt sich in einer unrechten Diktatur, ergeht sich in Umsturzphantasien und ist komplett Wissenschaftsfern. Es sollte unbedingt eine gesamtgesellschaftliche Diskussion angestoßen werden, wie damit umzugehen und wie dem zu begegnen ist (Hint: Investitionen in Bildung wären ein guter Anfang).

In der CDU hat Friedrich Merz das Ruder übernommen. Er wollte ja schon immer Kalif anstelle der Kalifin werden, nun ist er am Ziel seiner Träume – und verwaltet nur noch Ruinen. Merkel hat nicht nur das Land sediert und Politik als Verwaltungsakt dargestellt, auch die Partei ist nicht mehr leistungsfähig und hat kein kluges Personal. Merz versucht das mit markigen Sprüchen zu übertünchen und Kampagnen aus den 90ern wiederzubeleben („Das Boot ist voll“), erntet dafür aber nur müdes Gähnen von den Wähler:innen und den demokratischen Parteien – und Beifall von der AfD, gegen die er noch im Frühjahr versprach eine Brandmauer errichten zu wollen.

Positiv überrascht haben lediglich Kanzlerin-der-Herzen Annalena Bärbock, die nicht nur die Probleme mit Nordstream und Russland exakt vorhergesagt hat, sonder die auch als Außenministerin weitsichtige und feministische Politik vertritt und selbst schwergewichtigen Außenpolitik-Schlachtrössern wie Sergey Lavrov die Meinung geigt. Ebenfalls gut: Robert Habeck, der als Wirtschaftsminister absolut pragmatisch handelt. Dazu gehört leider, dass er den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und Braunkohlekraftwerken in seiner Partei durchsetzt, aber auch die recht rabiaten Maßnahmen um Gasfirmen in Deutschland zu verstaatlichen. Mit Erfolg, zu Beginn des Winters sind die Gasspeicher zu über 100% gefüllt und Deutschland erzeugt sogar genug Strom für Frankreich, dessen AKWs zur Hälfte vom Netz sind, weil baufällig. Das die FDP Habeck trotz allem „Ideologiegetriebene Politik“ vorwirft, zeigt deutlich den Realitätsverlust des Porschefahrerclubs.

Es ist einfach unfair. Immer, wenn eine progressive Regierung an´s Ruder kommt, fallen alle möglichen Krisen zusammen und die sind gezwungen, gegen ihre Überzeugungen zu agieren. So wie die SPD die Agenda 2010 einführen musste, um das Land wieder aus der Kohl´schen Krise zu bekommen, so müssen die Grünen nun Energie aus AKWs und Kohlekraftwerken zustimmen. Ich hätte ja gerne mal gesehen was mit so einer Ampelregierung möglich ist, wenn nicht gerade die Welt zusammenbricht.

Unter all den schlimmen Meldungen gab es in diesem Jahr noch eine gute Tendenz und eine, deren Richtung noch nicht ganz klar ist. Die gute: Die Welt hat sich auf weitreichende und tiefgreifende Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen verständigt. Es ist noch ein weiter Weg, bis das auch umgesetzt wird, aber erstmal ein guter Start.

Die unklare Tendenz: Künstliche Intelligenz ist da, und verändert sichtbar Dinge. Werkelten vorher nur kleine KIs in Geräten und Services herum, ist die Firma OpenAI nun mit ChatGPT am Start, und das Ding frisst Turing-Tests zum Frühstück und ist kreativer als die meisten Autoren. Prompt nutzen es die ersten Schüler und Studenten, um ihre Hausarbeiten davon schreiben zu lassen. Ob zum Besseren oder schlechteren: Es wird die Menschheit verändern.

Ich Ich Ich
Beruflich weniger Stress. Sommerhitze gut überstanden. Tour durch UK und Wohnen auf Sardinien. Belastend: Familiäre Situation. Älter werden ist manchmal kein Spaß, und wenn eine anverwandte Person schon immer ein sehr schwieriger Mensch war, wird das durch Demenz nicht besser. Immerhin, Dinge sind angestoßen und werden sich im kommenden Jahr klären. Ein wenig irre macht mich, weil ich nicht weiß, was da auf mich zu kommt.


Und sonst noch?

Worte des Jahres: „London wurde vom Geld verwüstet“ (Annette Dittert)

Zugenommen oder abgenommen: Gleich geblieben. Aber auf zu hohem Niveau.

Die teuerste Anschaffung: Am meisten Geld ausgegeben für die Wartung der Motorräder, aber nun. Teuerste Einzelanschaffung sicherlich das Notebook für rund 690 Euro.

Luxus des Jahres: Drei Bücher, gekauft für zusammen mehr als 350 Euro. Bildbände, um genau zu sein. Ich liebe den Taschen-Verlag. Außerdem: Spontankauf einer Switch + Games.

Mehr bewegt oder weniger: Mehr.

Die hirnrissigste Unternehmung: Zum Mont-Saint-Michel zu Fuß wandern zu wollen. In Motorradstiefeln. In der Hauptsaison. Im Hochsommer. Das gab Blasen!

Ort des Jahres: La Ciaccia.

Zufallspromi des Jahres: Jenna Ortega.

Nervende Person des Jahres: Den Titel teilen sich Friedrich Merz und Elon Musk. Der eine hatte 1992 einen Unfall mit einer Cryo-Maschine und wurde erst jetzt wieder aufgetaut, der andere hat sich radikalisiert. Beiden gemein ist, das sie vielleicht wissen wie Unternehmen funktionieren, aber keine Ahnung vom Funktionieren einer Gesellschaft haben, überaus miese Kommunikatoren sind und dabei denken, dass sie alles könnten und auf alles eine Antwort hätten. Das sind Anzeichen für Soziopathie. Ernsthaft, das Musk sich rechts radikalisiert, während die Käuferschicht seiner Autos zum mittelinks-Milieu gehören und nun bei jedem Tesla, den sie sehen, denken: „Scheiße, wenn ich den Wagen kaufen würde, unterstütze ich einen rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker“ – so dumm muss man erstmal sein.

Das beste Essen: Pizza Ogliastrina + Ichnusa im Restaurant von La Pineta, Bari Sardo. Das es das beste Essen war, mag auch an der Gesellschaft gelegen haben.

Das seltsamste Essen: Der Doppel-Steak-Teller, der ohne einen Bissen Fleisch auskam, im „Crown Inn“ in Frampton-Mansell.

2022 zum ersten Mal getan: Darmspiegelung. Dank Propofol kein Problem. Hicks.

2022 das erste mal seit langer Zeit wieder getan: Waschlappen gekauft und benutzt, letzteres habe ich seit ca. 1983 nicht mehr getan. Und: Actionfilme aus den 90ern geguckt, weil die sich noch „echt“ anfühlen und nicht nur aus schlechtem CGI bestehen oder ein Schnittmassaker sind.

Gesundheit: Geht so. Magenprobleme und, auch das erste mal, Ischias. It´s not the years, honey, it´s the mileage.

Ein Ding, auf das ich gut hätte verzichten mögen: Zu merken, das mein Vater Anzeichen von Demenz aufweist und eine Betreuung durch das Amtsgericht bekommen muss.

Gereist? Jahaa! Motorradtour durch das Unvereinigte Königreich und nach Sardinien.

Film des Jahres: „Everything, everywhere, all at once“ ist völlig verquer und überraschend, „Ghostbusters Legacy“ ist ein toller wie würdiger Nachfolger der 80er-Jahre-Filme, „Nobody“ überrascht mit einem superbrutalen Bob „Better Call Saul“-Odenkirk. „Maverick“ kam auch endlich raus und war gut.

Theaterstück des Jahres: „Harry Potter und das verfluchte Kind“ in Hamburg – auf Deutsch fast genauso gut wie im Original.

Musical des Jahres: „Monty Pythons Ritter der Kokosnuss“ bei den Gandersheimer Domfestspielen.

Spiel des Jahres: War in Summe ein schwaches Spielejahr, es gab aber einige Highlights. Meine persönlichen GOTYs: „Horizon: Forbidden West“, das mit toller Protagonistin, Grafik und einer spannenden Story zu begeistern wusste. Außerdem: Das grafisch wie atmosphärisch überwältigende und sehr traurige „A Plague Tale: Requiem“. 30 Jahre nach Erscheinen von Teil eins kam dann noch „Return to Monkey Island“ raus und wäre schon aufgrund des Humors ein heißer Anwärter auf das Spiel des Jahres gewesen, aber das habe ich bis Redaktionsschluss nicht durchgespielt.

Entertainment-Doku des Jahres: „Trainwreck 99“ über die Woodstock-Neuauflage auf Netflix.

Serie des Jahres: „The Sandman“ auf Netflix. Endlich eine angemessene Umsetzung der Vorlage. „Westworld“, Staffel 4 war auch spitze, „Wednesday“ kam überraschend aus dem Nichts und machte die Addams-Family cool.

Buch des Jahres: „Lost Girls“ von Alan Moore und Melinda Gebbie. Ist schon von 1992, habe ich aber jetzt erst entdeckt. Kranker Scheiß, ein Buch wie eine Orgie auf Drogen.

Ding des Jahres: Gleich mehre Sachen machten mich sehr glücklich: Das neue Reisenotebook Asus UM425UAZ-KI023T ist der absolute Hammer, blitzkrank schnell und nach Militärstandard robust. Das Ding lässt die meisten MacBooks und Lenovos im Office-Betrieb alt aussehen, kein Witz. Die Patagonia Micropuff-Jacke hat ausgezeichnete Dienste geleistet, und das Anker 735 GaNprime USB-Ladegerät ist ein Powerhouse und taugt auch als Netzteil für das Asus und ist täglich im Einsatz.

Spielzeug des Jahres: Die PS-Vita. Ich besitze die schon länger, aber in diesem Jahr habe ich gemerkt, wie sehr ich die liebe. Die kleine Konsole ist von 2013. In heißen Sommernächten nachts auf dem Balkon sitzen und Persona 4 spielen oder Games von der PS4 streamen – super.

Originellstes Spiel: Die „Ring Fit Adventures“ auf der Switch. Wahnsinn, was man aus so einem Plastikring an Übungen rausholen kann.

Enttäuschungen des Jahres: Disney. Egal ob Serien wie „Moon Knight“ oder „She-Hulk“ oder Filme wie „Eternals“, „Dr. Strange 2“ oder „Thor 3“ – früher habe ich alles von Marvel gerne geguckt, aber in 2023 war nichts dabei, was ich auch nur ein Bißchen gut fand. „Book of Boba Fett“ war im Bereich Star Wars auch ein Totalausfall. Sonderpreise gehen an „The Brits are Coming“, der ein dampfender Haufen Scheiße von ungekanntem Ausmaß ist, und an „Cyberpunk 2077“. Dessen Nextgen-Update ist, 18 Monate nach Release von Version 1.0, immer noch buggy und unbelebt. Damit holt das selbe Spiel diese Auszeichnung das zweite Mal, nach 2020! Ach ja, und der Doppel-Steak-Teller ohne einen Bissen Fleisch im „Crown Inn“ in Frampton-Mansell, der war auch eine große Enttäuschung.

Unbeachtetes Event des Jahres: Die Fußballweltmeisterschaft in Katar. Habe ich kein Spiel von geguckt. Aber gut, ich gucke auch sonst keine Spiele von Fußballweltmeisterschaften.

Die schönste Zeit verbracht mit: Auf dem Balkon eines verranzten Appartements auf Sardinien „Westworld“ zu gucken und dabei warme Sommernächte zu genießen.

Anzahl Fiat 500s (seit 2016): 2.364

Vorherrschendes Gefühl 2022: Alles zerfällt.

Erkenntnis(se) des Jahres: Die Welt wie sie war, gibt es nicht mehr. Und: WD40 ist gar kein Schmieröl.

In diesem Sinne: Ich wünsche einen guten Start in ein hoffentlich weniger schlimmes 2023. Sprengt Euch beim Jahreswechsel keine Körperteile weg.

Nekrolog:

Christiane Hörbiger (84)
Hans Magnus Enzensberger (93)
Angela Lansbury (96)
Uwe Seeler (85)
Dieter Wedel (82)
Michael Degen (90)
Uwe Bohm (60)
Hardy Krüger (93)
Sidney Poitier (94)
Meat Loaf (74)
Monica Vitti (90)
Ivan Reitman (75)
Mitchell Ryan (88)
William Hurt (71)
Ray Liotta (67)
Julee Cruise (65)
Tony Sirico (79)
Ivana Trump (73)
Roger E. Mosley (83)
Olivia Newton-John (73)
Anne Heche (53)
Coolio (59)
Robbie Coltrane (72)
Kevin Conroy (66)
Hans-Christian Ströbele (83)
James Caan (82)
Mick Schnelle (58)
William Cohn (65)
Martin Bangemann (87)
Queen Elizabeth II (96)
Vangelis (79)
Vader Abraham (87)
Fred Fussbroich (81)
Kirstie Alley (71)
Thierry Mugler (73)
Madelein Albright (84)
Hans Scheibner (85)
Shinzo Abe (67)
Nichelle Nichols (89)
Wolfgang Petersen (81)
Rolf Eden (92)
Michail Gorbatschow (91)
Jean-Luc Godard (91)
Fritz Pleitgen (84)
Jerry Lee Lewis (87)
Vivienne Westwood (81)
Pelé (82)

Früher:
Das war das Jahr, was war (2021)
Das war das Jahr, was war (2020)
Das war das Jahr, was war (2019)
Das war das Jahr, was war (2018)
Das war das Jahr, was war (2017)
Das war das Jahr, was war (2016)
Das war das Jahr, was war (2015)
Das war das Jahr, was war (2014)
Das war das Jahr, was war (2013)

Kategorien: Betrachtung, Momentaufnahme | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Das war das Jahr, das war (2022)

  1. Ich wünsche dir ein frohes & gesegnetes neues Jahr und freue mich über weitere Beiträge 😉

    LG, Marcus

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  2. Vielen Dank, mein lieber!

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  3. Gesundes Neues …

    Stichwort PS Vita, wollte ich früher nach der PSP auch haben. Habs dann gelassen, aber letztes Jahr dann doch eine zugelegt.
    Remote-Play ist, zumindest bei älteren PS4-Titeln, echt knorke und geht sogar ganz ordentlich wenn man nicht daheim ist.
    Aber auch die Touch- und Bewegungsfunktionen in den Vita-Spielen ist ziemlich schnafte.

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