Strandgespräche

Strandgespräche

Am Strand bei Castelsardo.

Elke (69) zu Gisela (63): “Ich nehm ja immer diesen einen Salat, da, nicht Ruccola, den anderen. Komm´ ich getz nicht drauf. Jedenfalls, der ist hier ja ganz schwer zu kriegen, nicht wahr. Und wenn dann kost´ der richtig teuer und ist auch meist nicht so gut. Aber was willste machen, zu Hause kost ja auch alles teurer. Muss man vielleicht halt auch mal weniger kaufen. Mein Mann kauft immer doppelt so viel wie wie wir brauchen, da schmeiß ma´immer die Hälfte weg. Kann man sich in Zukunft dann nicht mehr leisten, ne. Muss man halt kürzer treten. Wir komm´ ja aus nem kleinen Kaff bei Düsseldorf weg, wissen nicht mal die Düsseldorfer wo das ist, haha. Ich sach ihn, da ist was los! Überall diese Festkleber! Ich habe schon Angst überhaupt ins Auto zu steigen, nicht das sich da einer vor festklebt! Ich bin ja nicht so groß, und aus dem X5 kann ich doch gar nicht sehen, wenn sich da vor dem Auto einer festgeklebt hat! Wenn ich jetzt einen von den tot fahr, wie soll ich dann in Zukunft überhaupt noch ohne Angst Auto fahren! Immer diese Spinner, die sofort das Klima retten wollen. Dabei geht datt nicht von heute auf morgen. Genau wie diese Radfahrers! Datt glaubense nicht, wie das bei uns abgeht! Am Wochenende kommense alle aus ihre Löchers gekrochen, diese Radfahrers, und dann fahrense da links und rechts auffe Straße rum, die wo für Autos ist, mit ihre lange Fahrräders da! Sie glauben ja nicht was die da alles drin haben in diese lange Dingers! Einkauf und Kinder und sogar HUNDE! Müssense sich mal vorstellen! Die dürften gar nicht auf die Straße so, die sollen erstmal die Regels lernen! Wo kommen wir denn da hin, diese Fahrräder da zwischen den ganzen Autos! Gefährden sich und andere, nur weil sie sofort das Klima retten wollen. Und überhaupt braucht es viel mehr Kontrolleure! Neulich im Fernsehn, da habense so junge Bengels gezeigt, auf der Couch und mir teure Handys, die haben direkt in die Kamera gesagt: Was sollen wir arbeiten! Wir kriegen vom Staat so viel geschenkt!”

Gisela (mit schwerem, osteuropäischen Akzent):: “Die krijgn in Deutschland sooooo viiiiel gäschänkt!”

Elke: “Also ich finde, das muss kontrolliert werden und sobald einer arbeitsfähig ist und nicht arbeitet, zack, alles weg. Das geht doch so nicht weiter, aber die Grünen, die lassen ja auch jeden rein. Die Ukraine mussten wir ja nun unterstützen, der Putin, sag ich immer, der hat böse Augen, der macht ja sonst nicht stop. Aber diese ganze Afrikaners, die unterstützen wa ja auch, und das geht ja nicht. Am schlimmsten ist aber mitte Arbeit. Da sollen wir alten länger arbeiten und die jungen wollen nicht!”

Gisela: “Dabei chaben wijr noch gaaaar nicht das raauus, was wijr in die Rente eingezjahlt chaben!”

Elke: “Genau! Aber nun, steckense nicht drin, ne. Manche könn´ ja auch nicht. Unser Nico, der ist jetzt 29 und wohnt auch immer noch zu Hause, ist halt alles nicht so leicht mittem Job und so. Drei Ausbildungen hat er angefangen, aber datt war ja alles nichts. NIIIIICO! NIIIIIIICO! Ne, Du hatt es nicht leicht, Junge!”

Nico (blickt vom Handy auf): “Und Du bist nicht ganz knusper im Kopf, bei dem Müll, den Du den ganzen Tag redest”

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