Tanken verboten!
Tanken mit dem Mopped.
Die einen steigen ab, heben den Ride auf den Hauptständer und halten dann den Rüssel rein, andere stellen sie auf den Seitenständer und lassen dann laufen.
Die dritte Methode ist die, die auch ich bevorzuge: Dicht an die Zapfsäule ranfahren und während des Tankvorgangs auf der Maschine sitzen bleiben. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen kann ich von oben genau sehen wie voll der Tank ist. Zum anderen bekomme ich, anders als auf dem Seitenständer, die maximale Menge rein.
Am Wichtigsten aber: In der Regel ist die Maschine gut bepackt, und dann bekomme ich sie einfach nicht auf den Hauptständer gehoben (Das liegt zum Teil an fehlender Größe und Kraft, aber auch am Ständer selbst. BMW-Hauptständer haben eine bessere Hebelwirkung als die von Suzuki). Also bleibe ich drauf sitzen und steige erst ab, wenn ich fertig getankte habe.
Einigermaßen irritiert hat mich dann dieser Aufkleber an der örtlichen Shell-Station. Keine Ahnung, wie lange der da schon klebt.
Ich habe den erstmal ignoriert und wie üblich im Sitzen getankt, das hat niemanden geschert. Das ist aber nicht überall so, es gibt im Netz Berichte von Leuten, die von den Tankwarten angepflaumt wurden und ernsthaft absteigen mussten.
Aber warum denkt sich Shell überhaupt so eine Regel aus? Haben die Angst, das man mit dem Benzin rumplörrt und es in Kontakt mit dem heißen Motor kommt und man sich selbst anzündet? Also DAS Risiko gehe ich ein, ich bin ja kein Amerikaner.
Oder hat Shell Angst, dass man mit dem Mopped umfällt? In dem Fall: Danke für die Fürsorge, aber die Gefahr ist für mich VIEL größer, wenn ich versuche, ein beladenes Motorrad auf den Hauptständer zu wuchten. DANN laufe ich Gefahr sie umzuwerfen. Und wenn es mir doch gelingt, bekomme ich die Maschine im schlimmsten Fall nicht mehr davon runter. Dann sitze ich auf der großen Suzuki und zappele hilflos mit den Beinchen.
Nee, nee, so einen Stress brauche ich nicht, also bleibe ich schön während des Tankvorgangs im Sattel. Falls Shell jemals auf die Idee kommt ihr Verbot flächendeckend durchzusetzen, kommt das für mich einem Tankverbot gleich. Finde ich aber jetzt nicht so schlimm – in der Regel gibt es auch andere Tankstellen in Reichweite, und die ziehen sich nicht absurde Regelungen aus dem Hintern.

26 Gedanken zu „Tanken verboten!“
Das hat Shell schon seit Jahren.
Ich tanke immer auf dem Seitenständer und der Unterschied zur Füllhöhe auf dem Hauptständer ist bei meiner Africa Twin so gut wie nicht vorhanden, es passt nicht mehr rein.
Habe aber immer auch alle anderen Moppeds auf dem Seitenständer betankt, vielleicht hatte ich einfach Glück mit der Positions des Tankdeckels bzw dessen Konstruktion, dass es mMn keinen Unterschied machte.
Die Gefahr der Entzündung durch statische Entladung ist nicht unbegründet und gerade wenn man sitzen bleibt, kann es eher passieren, dass sich durch Reibung ein Potentialunterschied aufbaut.
Interessant, mir ist das jetzt erst aufgefallen. Vielleicht hattest Du auch Glück mit dem Winkel des Seitenständers – meine Kawa liegt förmlich auf der Seite, wenn ich den benutze, da geht signifikant weniger rein wenn ich so tanke.
Die Gefahr durch Entzündung ist demnach aber auch gegeben wenn Leute in billigen Polyesterklamotten ihr Auto betanken? 😉
Im Auto sitzen bleiben und dabei tanken ist etwas schwierig bei PKW, aber ja, es gab auch schon Fälle bei denen sich Menschen während des Tankvorgangs wiederholt reingesetzt haben und ausgestiegen sind, wobei es dann zu Entzündungen kam.
Aber wenn man auf dem Mopped sitzend in Brand gerät, kommt man nicht so flott weg. 😉
Die Anmerkungen von Max kann ich alle bestätigen.
Jetzt in Schottland kam eine neue Variante hinzu. Helm absetzen beim Tanken. Wir bekamen bei einigen Tankstellen nicht die Zapfsäule freigeschaltet, als wir den Helm auf hatten.
Oh, heftig. Das hatte ich auch noch nicht, auch nicht in Schottland. Zum guten Ton gehört es für mich allerdings, den Helm nach dem Tankvorgang abzunehmen, wenn ich zum Bezahlen gehe. Ich kann nachvollziehen, wenn das Tankpersonal Angst bekommt, wenn man den aufbehält; und ich möchte anderen Menschen keine Angst machen.
Im Sitzen zu tanken ist mir viel zu umständlich. Außerdem tut es gut, wenn man mal seinen Bewegungsapparat nach der langen Sitzung wieder in Schwung bringt.
Seitenständer raus, absteigen, Moped auf den Hauptständer stellen, Tankrucksack runter, tanken. Zu voll bis zur Kante sollte man sowieso nicht tanken, dann läuft die Plörre über den Überlauf wieder raus.
In aller Ruhe zum Bezahlen gehen und dann wieder los.
Ist die Kiste vollgepackt, tanke ich nach dem Absteigen auch auf dem Seitenständer. Der Unterschied liegt vielleicht bei 0.1- 0.2 ltr, die Reichweite reduziert sich dadurch vielleicht um 2 bis 4km; je nach Verbrauch.
Da ich sowieso immer tanke, wenn die Reserveleuchte angeht oder ich den Benzinhahn auf Reserve stelle, ist das nie ein Problem. In 50 Jahren mit dem Moped unterwegs bin ich noch nicht einmal wegen Spritmangel liegengeblieben.
Krass, wie steil ist der Winkel vom Seitenständer?! Bei der Suzuki und auch bei der Kawa dürfte da DEUTLICH mehr fehlen.
Kommt sicherlich auf die Tankstelle und Personalverhalten an.
Bisher noch keine Absitzregelung gesehen oder hatte das schlicht ignoriert.
Die V-Strom ist beim Betanken etwas langsam in der Entlüftung. Würde ich beim ersten Klickstopp der Zapfpistole aufhören, fehlen mir zur vollen Km-Reichweite u.U. die in meinem Kopfkino zu fahrende Reichweite.
Fährt meine Verbesserungshälfte mit, ziehe ich zum Tanken außer den Handschuhen nichts herunter, Rest wird für mich adäquat den Vorgaben der Tankstellenbetreiber extern erledigt.
Normal fahre ich weder auf der Autobahn geschweige denn tanke ich da, ein Vergaserproblem zwang mich dazu. Shell hat das Absteigegebot schon sehr lange. Ich wurde der Tanke verwiesen weil ich nicht absteigen wollte. Bei der ZZR ist das u.U. mehr als ein Liter der dann fehlt.
Bin dann gefühlt im Schneckentempo und schon gute 20 km auf Reserve runter von der Bahn zur nächsten Tanke.
Richtig, die ZZR hat einen sehr großen Neigungswinkel zur Seite. Da fehlt noch deutlich mehr als bei der V-Strom.
Also, das Schild habe ich noch nie gesehen.
Bzgl. statischer Aufladung beim Sitzen muss ich Max widersprechen. Der Schlauch zur Zapfpistole ist elektrisch leitend und leitet eventuelle Aufladungen ab. Das eine bekannt Video einer Überwachungskamera, wo eine Dame sich ins Auto setzt, nach Aussteigen ihren Plastik-Pulli zurechtrückt und dann die Zapfpistole anfasst, wo es einen Funkenüberschlag mit Entzündung der austretenden Gase gibt, kenne ich als Schulunsgvideo auch.
Beim Motorrad lasse ich jedoch das Benzin nicht über die Zapfautomatik mit eingerastetem Hebel laufen, dafür ist die Menge zu klein und das Rohr der Zapfpistole ragt zu tief in den Tank und würde bei 2/3 der Menge schon abschalten. Da meine Hand dann an der Pistole ist, wird auch eventuelle elektrische Aufladung abgeleitet. Also kein Problem.
Wenn jemand Fragen zu Ex-Schutz hat, immer her damit. Ich bin aus der Öl- und Gasindustrie und war 4,5 Jahre Tanklagermeister.
Bei meiner Yamaha XT 600E muss ich stehend tanken, weil sie nur einen 11,5 l-Tank hat und auf dem Seitenständer so schräg steht, dass da der Tank nicht voll wird. und bei 11,5 l ist ein Liter weniger schon eine Menge.
Zum auf-den-Hauptständer-stellen:
Ich habe letztens ein Video dazu bei Youtube gesehen und war erstaunt, sofern keine fake-Kommentare darunter waren, wieviele Leute das nicht können. I.d.R. werden die Fahrerandbücher nicht gelesen, denn es gibt signifikante Unterschiede bei den Mopeds, selbst bei BMW. Ich habe unterschiedliche BMW’s von 1975 bis 1981 und selbst bei der Marke werden die Mopeds unterschiedlich auf den Hauptständer gestellt. Aufgefallen ist mir das bei meiner R100 GS, die im Gegensatz zu meiner R60/6 oder meiner Guzzi anders aufgebockt werden müssen. Beachtet man das FHB, ist es einfach. Übrigens kann man die BMW’s älterer Bauart mit Gepäck leichter auf den Hauptständer stellen als ohne. Bei meiner Guzzi ist es umgekehrt. Das liegt an der Kinematik des Hauptständers: Bei den BMW’s ist das Vorderrad in der Luft und das Hinterrad steht auf dem Boden auf. Bei der Guzzi ist es umgekehrt und dort muss ich beim Aufbocken das Hinterrad, über dem sich das Gepäck befindet, über den Totpunkt heben. Bei den BMW’s ist das nicht der Fall.
Bei der Yamaha spielt das keine Rolle: Kein Hauptständer!
Bzgl. Helm ab: Da wurde ich mal bei einer Jet-Tankstelle angepflaumt. Der Aufkleber war jedoch nur an der Tür zum Verkaufsraum angebacht und nicht an der Tanksäule, war also vorher nicht erkenntlich. Lustig wurde das dann bei der Maskenpflicht wegen Corona: Während vor Corona mir die Bedienung erklärte, mein Gesicht sehen zu wollen, deswegen Helm ab, spielte das bei Corona und Maske plötzlich keine Rolle mehr 😉
Gruss
Lupo
Ja, Corona war eine schöne Zeit für Nichthelmabsetzer 😉
“…signifikante Unterschiede bei den Mopeds…”
Jupp. Ist auch meine Erfahrung. Meine GS Adventure lässt sich mit gefüllten Alukoffern leichter auf den Hauptständer heben als ohne bzw. mit leeren Koffern. Bei voller Urlaubsbeladung steht sie auf dem Hauptständer dann sogar in Waage, d.h. durch leichtes Antippen kann ich festlegen, ob sie auf dem Vorder- oder Hinterpneu stehen soll.
Bei der Doppel-X wird es mit zunehmendem Gepäck schwerer, sie aufzubocken und bei Vollbeladung ist es mit normaler Manpower auch nur dann noch möglich, wenn man sich genau an die vorgeschriebene Art und Weise hält.
Ja, ich gucke immer neidisch darauf wie leicht das bei den BMW geht. Bei Suzuki ein Krampf, egal ob alte oder neue V-Strom. Fahrerhandbuch hilft nicht, die hat in der Serie keinen Hauptständer – ist halt ein Billig-Mopped. Bei der DL650 waren die Hauptständer der Drittanbieter oft besser als das Originalzubehör von Suzuki. Was auch eine Rolle spielte: Je höher die Kiste lag, desto leichter ging das Aufbocken. Wenn sie aber tiefergelegt war durch andere Umlenkhebel… dann war der Hauptständer nutzlos. Die Geometrie was dann so kaputt, dass es überhaupt keine Hebelkraft mehr gab.
Bei liefergelegtem Fahrwerk muss man natürlich auch die Ständer anpassen.
Wir haben am WE erst eine liefergelegte Tenere zurückgebaut auf Original. Mit dem ungekürzten Seitenständer reichte ein vorbeifahrender LKW um die umzupusten … 😉
Seitenständer ist klar, meine 650er hatte den auch gestutzt bekommen. Aber Hauptständer? 🤔
Klar auch den HS, wie soll der sonst vernünftig funktionieren?!
Mache viele allerdings nicht und atzen sich lieber einen ab, wenn es überhaupt noch geht…
Mir ist kein Fall bekannt, wo sich das Benzin beim tanken entzündet hat. Bitte klärt mich ansonsten auf. Ich tanke weiterhin im sitzen.
Machst Du richtig!
Ich bin in meinem inzwischen gut 40 Jahre währenden Motorradfahr- und Tankleben ganze zwei Mal angepflaumt worden, ich müsse während des Tankens vom Mopped absteigen. Beide Male bei einer Shelly, das letzte Mal 2016 Wülfeler Str., Hannover, beide Male weniger in einem informativen als vielmehr in einem sehr unfreundlichem Ton und jeweils beim Bezahlvorgang im Shop, also nach abgeschlossenem Tatvorgang. Beim ersten Mal hatte ich es schlicht komplett ignoriert, so wie ich meistens verfahre, wenn ich in einem mir als unangebracht erscheinendem Ton angemacht werde. Beim zweiten Mal, also 2016 mit einer Leih-GS von BMW Expo-Park, kam auf meine erstaunte Frage ‘warum?’ nur ein knappes unfreundliches “Das ist hier so!” Auf meine Gegenfrage, ob ich sonst verhaftet werden würde, kam dann nur noch die Ansage des Zahlbetrags für die Tankung von ihm… Ich weiß also auch immer noch nicht, was jetzt wirklich der Grund für das Verbot sein soll. An ein Schild kann ich mich nicht erinnern.
Dann gibt es die Order so lange schon! Meine Fresse.
Tankstelle hat Hausrecht – ob man jetzt die eine oder andere Maßnahme gut oder sinnvoll findet oder ob man sich dran hält bzw. nicht dran hält, ist geschenkt. Keiner wird gezwungen, dort zu tanken.
Immerhin gab es aber wohl genug Motorradfahrende, die beim Tanken mit ihrer Karre umgefallen sind. Was mich auch nicht wundert wenn sich anschaut, wie unbeholfen so manche Leute sind. Da gibt es für aufmerksamen Silencer und andere Mitdenker eben keine Ausnahmeregelung … 😉
True. Sollte es aber! 😀😂
Umgefallen kann ich mir bei Unbedarften (in der Denke Fahrdoofis) schon vorstellen, da ein sehr ausgeprägtes Gefälle im Zapfsäulenbereich gegeben sein kann was dann den Abstell- und steigemodus im gewohntem Detail überrascht. Wenn ich im Sitzen tanke,
klappe ich gleich den Seitenständer heraus. Absteigen muß ich für Cash eh.
Sollte allerdings die Befüllung von links passieren UND habe noch eine Dose unmittelbar hinter mir stehen, bin ich oft genötigt ein paar Meter nach vorne zu kommen um den Freiraum für Abstieg zu haben.
Abstieg über Seitenständer wäre oft zu knapp.
Helm ab an der Kasse?
Ich lasse den Klapp fast generell auf. Bei Integralhelm wäre das provokativer, wobei in der Coronazeit vom Personal fast erwünscht. Ich vermute, ein freundlich-deutliches “hello” erstickt oft berechtigte Kritik im Keim.
DIR kann man sowieso wegen nix böse sein! das ist Dein natürlicher Charme. 😀
Hey Silencer,
frag nicht mich! Frag shell!
LIEBEn Gruß
r. rüpel