Momentaufnahme: Juli 2025

Momentaufnahme: Juli 2025

Herr Silencer im Juli 2025

“La Gente che ha una vita riconosci subito. Non ha il tempo di rompere i coglioni agli altri”
(“Menschen, die ein Leben haben, erkennt man sofort. Die haben nämlich keine Zeit, anderen auf die Eier zu gehen”)
– Giuliettas Mamma.

Wetter: Anfang des Monats sehr extrem heiß, mit bis zu 38 Grad. Ab der dritten Woche Regen und um die 15 Grad, letzte Woche bedeckt und ebenfalls kühl mit 13-20 Grad.


Lesen:

Sebastian Fitzek: Der Augensammler
Eine Mutter nach der nächsten wird ermordet, und ab dem Auffinden der Leichen läuft ein Countdown: 45 Stunden, dann sterben auch ihre Kinder. Ex-Polizist und jetzt Journalist Alexander Dingsbums bekommt Besuch von einer blinden Frau, die behauptet, sie habe nicht nur Kontakt mit dem Serientäter, sondern durch Berührungen auch Visionen seiner Taten empfangen. Da gerade wieder ein Countdown läuft, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wieder ein typischer Fitzek: Hochspannend, Story-Driven, alle paar Seiten eine neue Wendung, Charaktere eher meh. Wirkt stellenweise wie aus der Millennium-Reihe von Stieg Larsson. Wieder fast am Stück weggelesen. Zwischendurch gibt es Szenen, die direkt aus einem “Saw”-Film stammen könnten. Ich mag die, ist aber nicht für jeden.


Hören:


Sehen:
Diesen Monat mit einem 7-Tage-Paramount+ Probeabo. Gratis, hat aber mit krass viel Werbung genervt.

Legende [1985, Bluray]
Der Herr der Finsternis will selbige über die Welt bringen. Dazu muss er das letzte Gute auf der Welt töten: Zwei Glitzereinhörner, die durch einen Märchenwald galoppeln. Prinzessin Lilyfee beauftrag Tom Cruise das zu verhindern.

Ich hatte den Film als “da läuft ein 16jähriger Tom Cruise ohne Unterbuchs´ durch den Wald” abgespeichert und wollte den nie sehen. Ein Fehler!

Meine Güte, ist das ein toller Film! Ridley Scott brauchte nach Blade Runner (1982) wohl einen Genrewechsel. Seine Fantasywelt bietet ähnlich opulente Bilder wie die Replikanten-Dystopie. Bei vielen Szenen frage ich mich, wie das ohne CGI überhaupt gedreht werden konnte.

Wobei hier alles over the Top ist: Hier funkeln und schimmern die Guten, während die bösen Schergen schwitzen und sabbern. Unglaublich ist aber die Maske von Tim Curry als Finsternis, eine Mischung aus Gremlin und Hellboy – ich habe noch nie einen so beeindruckenden Teufel gesehen! Das die Story an sich banal ist, merkt man ob der Opulenz der Bilder kaum.

Die Naivität muss man der Handlung letztlich nachsehen. Die Filme aus der Zeit – egal ob “Der dunkle Kristall” oder das von mir sehr geliebte “Labyrinth” – sind alle so simpel gestrickt.

The Sandman, Season 2 [Netflix]
Dream of the Endless, the Lordshaper, Morpheus – der Herrscher des Traumreichs hat viele Namen. Seit das erste Wesen begonnen hat zu träumen gibt es ihn, nur seine Schwester Death und sein Bruder Destiny sind älter als er. Stoisch erfüllt er seine Pflichten, seit Äonen, aber genau dieses Pflichtbewusstsein wird zu seinem Untergang führen.

Was geschieht, wenn die Hölle plötzlich schließt? Kann es ein Akt der Gnade sein, das Blut seiner Familie zu vergießen? Was hat es für Folgen, wenn die Verkörperung der Zestörung plötzlich keine Lust mehr hat seinem Job nachzukommen? Was tut man 3.000 Jahre lang, wenn einem der Körper abhanden gekommen ist und man nur noch ein lebendiger Kopf ist?

Diese und andere Fragen beantwortet die zweite und letzte Staffel von “Sandman” und nutzt dabei, genau wie die 2.000 Seiten umfassende Graphic-Novel-Vorlage, eine anthologische Erzählweise. Jede Geschichte für sich ist faszinierend, alle zusammen bilden einen übergreifenden Handlungsbogen. Folgen 1-6 sind dabei abgeschlossene Geschichten, Episoden 7-11 konzentrieren sich stark auf Dream.

Das ist wieder exzellent geschrieben und im wahrsten Wortsinn traumhaft gefilmt. Man kann in dieser Serie an einer beliebigen Stelle auf “Pause” drücken, einen Screenshot machen und das Ergebnis ausgedruckt an die Wand hängen, es wird wirken wir ein Gemälde. Every Frame a Picture.

Sehr, sehr toll – und das in 11 kurze Folgen fast alle Bücher, beginnend ab “Seasons of Mist” über “The Kindly Ones” bis hin zu “The Wake” enthalten sein können, hätte ich nicht für möglich gehalten. Eine Bonusepisode enthält sogar noch “The High Cost of Living” mit einer Story um Death. Das war als Buch eher meh.

Star Trek Discovery, The final Season [2024, Bluray]
900 Jahre nach Picard: Die Discovery entdeckt Spuren der Progenitoren, der Spezies, die laut “Next Generation” für alles Leben im Universum verantwortlich sind. Es beginnt eine Schnitzeljagd nach Hinweisen auf deren Standort und ein Wettlauf gegen die Breen.

Man kann und muss “Discovery” viel vorwerfen: Schlechte Drehbücher, Plotholes so groß wie eine Subraumspalte und eine unerträglich overactende Hauptdarstellerin, die immer so aussieht, als ob sie gleich anfängt zu heulen.

Als die Serie 2017 startete, war sie vor allem ein radikaler Bruch mit bisherigen Star-Trek-Gewohnheiten. “Monster of the Week”-Folgen gab es nur noch in Ausnahmefällen, stattdessen konzentrierte sich “Discovery” auf einen Handlungsbogen über eine gesamte Season, wie ein 13 Stunden langer Spielfilm. Dabei fokussierte man nicht mehr auf ein klassisches Ensemble um eine Brückcrew, sondern auf eine Person, die dann leider oft wie Space-Jesus wirkte. All das führte dazu, das ein ordentlicher Teil der Hardcore-Trekker “Discovery” bis heute inbrünstig hasst.

Aber: Gerade WEIL Discovery ganz anders war und sehr mutig alles über Bord beamte, was klassisches “Trek” war, hat es das Franchise grundlegend erneuert. Wäre “Strange New Worlds”, eine klassische Raumschiff Enterprise-Serie, als erstes an den Start gegangen, hätten viele gegähnt und gesagt: “Ach guck, sie machen GENAU das selbe wie in den letzten 50 Jahren, laaaangweilig!” Erst durch das radikale Anderssein hat Discovery Serien wie SNW (das ein Spin-Off von Discovery ist) überhaupt ermöglicht.

Ich persönlich hatte einen gemischten Start mit Discovery. Ich mochte die Prämisse der Show nicht zeitlich VOR Kirk angesiedelt zu sein, denn ich wollte endlich wissen wie es NACH “Next Generation” weiterging.

Die erste Staffel krankte zudem an schlechten Designs (diese Klingonen!), seltsamen Ideen (ein Warpantrieb auf Basis von PILZEN?!) und holperiger Erzählung. Trotzdem mochte ich ich die Story, war beeindruckt vom Production Value und den Tricks und bewunderte den Mut des Writing Rooms was Plot-Twists anging.

Staffel zwei machte dann ein spannendes Mysterium auf und ballerte am Ende die Discovery 900 Jahre in die Zukunft, und damit nicht nur in eine Zeit nach TNG, sondern auch nach dem Ende der Sternenflotte. Spätestens jetzt war ich hooked und verfolgte jede neue Episode. Die waren mal besser, mal schlechter, aber in Summe kam auf jedes schlechte Drehbuch drei gute.

Nun also die fünfte und letzte Season, und die ist wirklich sehr gut geschrieben und umgesetzt. Die anderen Charaktere bekommen etwas mehr Raum, die neue “Nummer 1” ist ein hervorragender Knurrhahn mit einer echten Entwicklung, und das Ende ist befriedigender als manche der vorherigen Staffeln.

Ich hatte viel Freude mit “Discovery”. Die BluRay-Box mit der ganzen Serie bietet exzellentes Bild und tollen Ton, leider ist die “Short Treks”-Anthologie nicht dabei. Schade, zeigt doch der Kurzfilm “Calypso”, wie es nach dem Ende der Show mit der Discovery weiter ging.

Section 31 [2025, Paramount+]
Michelle Yeoh ist die Ex-Imperatorin des Spiegluniversums von “Discovery” und gestrandet in unserem Universum. Als eine seltsame Waffe auftaucht, wird Yeoh von Section 31 rekrutiert, jener geheimen Organisation, die immer dann tätig wird, wenn die Sternenflotte sich nicht die Hände schmutzig machen will.

Dieser Film ist Schmutz. Alles hier ist schlecht. Soll wohl eine Art “Mission Impossible” oder so sein, aber das Ding ist reiner Dreck. Schlimmer Plot, mit Ausnahme von Michelle Yeoh und Jamie Lee Curtis (?!) schlechte Schauspieler, dazu schlechte Tricks, billige Sets, verwackelte Kamera und keinerlei durchgehende Handlung. Das Ganze ist eine episodenhafte Aneinanderreihung von schlechten Actionsequenzen. Warum man die im Schnitt dann auch noch völlig zersägt, was die eigentlich coolen Choreos und die Kampfkunst von Michelle Yeoh auch noch schlimm aussehen lässt, weiß man nicht.

“Section 31” benimmt sich tonal in fast jeder Szene anders (und nie gut), und wenn ich eine Vermutung äußern darf: Hier wurde versucht eine Miniserie zu drehen, die in der Qualitätskontrolle so dermaßen durchgefallen ist, dass man die einzelnen Episoden runtergekürzt hat auf die Actionsequenzen und die einfach hintereinandergeschnitten hat. Eigentlich hätte man alles wegwerfen und von der Steuer absetzen müssen, aber vermutlich hätten dann bis in alle Ewigkeit die Star Trek-Fans á là “Release the Snyder Cut” rumgeheult.

Mobland [2025, Paramount+]
Die Harringtons sind eine schreckliche Familie und alles andere als nett. Von ihrem Landsitz in den Cotswolds aus lenkt Patriarch Pierce Brosnan die Gangstergeschäfte in London, immer unterstützt von seiner Frau Helen Mirren und seinen ehelichen und unehelichen Kindern und Enkelkindern. Erzfeind der Harringtons ist eine andere Londoner Verbrecherfamilie, und als deren Sohnemann verschwindet, beginnt ein Krieg. Mittendrin: Tom Hardy, der stoische Fixer der Harringtons, der ein Problem nach dem nächsten abräumen muss.

Wollte ich gar nicht gucken, blieb dann nach einer Empfehlung von Bernd Sträter doch dran hängen. Das lag natürlich an den großartigen Schauspielern: Tom Hardy ist ein resigniert-cooler Badass, die 80jährige Helen Mirren hat sichtlich Spaß an ihrer Rolle als Giftspritze und Gangsterqueen, und der 72jährige Pierce Brosnan ist zwar immer noch kein guter Schauspieler, darf hier aber mal ein wenig ausrasten und versuchen furchteinflößend zu gucken.

Das ich die Serie mag liegt auch an London, wo die “Mobland” von Herbst 2024 bis Februar 2025 gedreht wurde.

Die Handlung ist für die 10 Episoden mal wieder zu dünn. Nach einem interessanten, Guy-Ritchie-mäßigen Auftakt folgen leider etliche Episoden die sich wie Füllmaterial anfühlen, dann geht es ab Folge 6 aber richtig krass los.

Leider gibt es tonal kaum einen Fokus. Beginnt das ganze als Murder-Mystery, fühlt sich die Serie im Mittelteil an als wäre sie gerne ein zeitgenössisches Game of Thrones, um am Ende sogar Ausflüge in die Regionen des Folter-Porns zu machen und mehr absurde Wendungen aufzufahren als ein Fitzek-Roman.

Das Ende ist leider gänzlich unbefriedigend und schreit nach einer zweiten Staffel, und auch das wirkt angeflanscht und falsch.

Nicht falsch verstehen: Ich hatte SEHR viel Spaß an der Serie, sehe aber leider die Einflüsse eines Streaming-Studios, das aus einer guten Geschichte wieder nur stundenlangen und verwässerten Content gemacht hat und sich alle Türen offenhält. “Mobland” hätte als Film oder als konzentriertere und abgeschlossene 5-teilige Miniserie intensiver funktioniert.


Spielen:

Keine Zeit dafür.


Machen:
Teurer Monat:

  • Auto durch große Inspektion
  • V-Strom neue Reifen, Kettensatz, Bremsbeläge hinten, Öl
  • Ausstattung und Werkzeug

Neues Spielzeug:
Ein Linienlaser für Bauarbeiten. Schon cool, er hilft nicht nur bei der exakten Ausrichtung von z.B. Fliesen, er verwandelt auch das eigene Wohnzimmer in ein Holodeck.


Ding des Monats:

Bosch GAS 18V-10
Ist der NIEDLICH! Und er sieht aus wie ein kleiner Saugdroide! – das war meine erste Reaktion auf den Akku-Werkstattsauger von Bosch.

Die kompakten Abmessungen täuschen, der kleine Staubsauger hat eine wirklich gute Saugleistung. Er steht der teuren Haushaltsstaubsaugern m.E. nicht nach, lässt sich allerdings nicht regeln – an oder aus, mehr Einstellmöglichkeiten gibt es nicht.

Dafür läuft er länger als die Akku-Haushaltsgeräte. Er wird mit den 18V Werkzeugakkus von Bosch Professional betrieben und kriegt aus den Standardakkus pro Ah ca. 4 Minuten Laufzeit heraus. Der GAS (“Gewerblicher Absauger”) saugt Staub und Späne genauso wie er Flüssigkeiten wegschlürft.

Die Teppichdüse ist sehr schmal, es passen aber die Standard-Düsen anderer Staubsauger auf das 35mm-Saugrohr. Ebenfalls passt das Bosch Click&Clean System dran, damit lassen sich Werkzeuge absaugen.

Das Gerät ist nicht nur kompakt, es ist auch sehr leicht – man kann es sich mit dem mitglieferten Schultergurt auch über die Schulter hängen und damit easy Treppenhäuser saugen. Zum Transport oder zur Lagerung lässt sich das ganze Zubehör ganz platzsparend am Gerät befestigen, bis alles zusammen nur noch so groß ist wie ein Putzeimer.

Der Sauger hat einen Klasse L-Filter und braucht keine Staubbeutel oder ähnliches, einfach den 10-Liter-Behälter ausleeren und ab und zu den Filter ausklopfen/auspusten reicht.

Das Beste aber ist: Er ist supergünstig. Ich habe meinen als Retoure gekauft und unter 100 Euro bezahlt, Neu kostet er um die 120 Euro.

Der kleine Bosch hat in meiner Wohnung den großen Kärcher Staubsauger abgelöst, der in den echten Baustelleneinsatz übergeht.


Archiv Momentaufnahmen ab 2008

5 Gedanken zu „Momentaufnahme: Juli 2025

  1. Hallo Silencer,

    danke dir erstmal für die wunderbaren Reiseberichte! Gerade die Japan-Reisen habe ich sehr gerne gelesen.
    Seit geraumer Zeit werden mir allerdings nicht mehr alle Bilder angezeigt. Ich soll mich wohl bei wordpress anmelden.
    Wurde hier etwas verändert?

    Ich danke dir bereits jetzt schon mal für eine Antwort und für weitere, spannende Reiseberichte!

    1. Hallo Felix! Danke fürs Mitlesen und den netten Kommentar! Tatsächlich hat sich vor Kurzem herausgestellt, dass der Blogumzug von wordpress.com auf eine eigene Instanz nicht komplett funktioniert hat. In der Datenbank gibt es immer noch 2.000 Einträge, die auf Bilder auf wordpress.com verweisen. Das ist so lange nicht aufgefallen, wie das alte Blog dort noch aktiv war. Vor ein paar Tagen habe ich es jedoch inaktiv gesetzt, die Datenbank eingefroren und jetzt versucht ein findiger Techniker ein Skript zu schreiben, um die Bilder wieder richtig zu zuordnen und anzuzeigen.

      Sobald die Datenbank repariert und eingespielt ist, werden alle Bilder wieder korrekt angezeigt und dieses Blog ist endlich unabhängig von WordPress.com. Dummerweise wird dann aber dieser Kommentar hier verschwunden sein, genau wie meine Antwort.

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