Momentaufnahme: August 2025
Herr Silencer im August 2025
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Wetter: Anfang des Monats mit um die 15 Grad kühl und sehr, sehr nass. Nach einigen Tagen mit Sonne und wärme gleiten die Temperaturen weiter in Richtung Herbst, wir sprechen von Morgens 4 und Mittags 13 Grad. Letzte Woche dann plötzlich wieder schwül, aber es lässt sich nicht leugnen: Die ersten Blätter fallen und es riecht nach Herbst.
Lesen:

Sebastian Fitzek: Der Augenjäger
Unmittelbar nach den Ereignissen von Teil 1: Alexander Dingsbums ist tot, der Augensammler auf freiem Fuß und nun ist auch noch ein neues Monster unterwegs: Ein Mann trennt Frauen die Augenlider ab, dann vergewaltigt er sie und lässt sie wieder frei. Die so traumatisierten Frauen können nie wieder schlafen und bringen sich nacheinander um. Der Täter wird gefasst, muss aber mangels Beweisen freigelassen werden.
Das blinde Medium aus Teil dem Vorgängerband wird in die Sache hineingezogen, und prompt droht ihr der Täter damit, sie wieder sehend zu machen und dafür zu sorgen, dass sie nie wieder NICHT sehen kann.
Ach, hm. Vielleicht liegt es daran, dass ich das hier nicht am Stück gelesen habe, aber ich mag die Story nicht. Jedes Ereignis ist einen kleinen Ticken zu sehr drüber, und das muss dann mit seitenlangen Erklärungen wieder eingefangen werden. Schwächer als Teil 1, sehr blutig und irgendwie nicht meins.
Hören:
Sehen:
Walk the Line – Die große Johnny-Cash-Show [Gandersheimer Domfestspiele]
Die Lebensgeschichte von Johnny Cash. Allerdings nicht als große Show, sondern als kleines drei-Personen-Stück. Ein Moderator erläutert in einer episodischen Erzählung die Stationen im Leben von Cash, eingeflochten sind kurze Spiel- und Gesangsszenen. Hat mich nicht bewegt, und schon gar nicht mitgerissen.
Ein Sommernachtstraum [Gandersheimer Domfestspiele]
Im Wald vor Athen, in den Nacht vor einer Hochzeitsfeier, richtet der Kobold Puck seltsame Dinge an.
Okay, DAS ist mal eine tolle Produktion. Zum ersten Mal habe ich die vier komplexen Handlungsstränge wirklich verstanden. Das liegt vor allem daran, dass die Domfestspiele um 22:00 Uhr enden müssen und deshalb nur zwei Stunden Zeit haben. Die starke Verkürzung des Stoffs (der normalerweise dreieinhalb bis vier Stunden auf der Bühne braucht) führt dazu, das die verwobene und komplexen Handlungsfäden viel besser verständlich sind.
Die Inszenierung ist fantasievoll, hier ist an jeder Ecke die Kreativität des Teams zu spüren. Netter Kniff: Viele Charaktere haben einen Genderswap erfahren, und konsequent treten alle Männer in Frauenkostümen auf und umgekehrt. Das stört nie, und ist eine nette Umkehr.
Cabaret [Gandersheimer Domfestspiele]
Ein amerikanischer Schriftsteller stolpert in das Berlin der frühen 1930er und verliebt sich in eine Cabaret-Tänzerin. Zur Miete wohnt er bei Fräulein Schneider. Die alte Jungfer scheint ihr Glück mit einem jüdischen Obsthändler gefunden zu haben, aber dann beginnt der Aufstieg der NSDAP.
Ich wusste vorher nichts über das Stück, außer, das Liza Minelli in der 1972er Verfilmung mitspielte. Erwartet hatte ich Showgirls in Las Vegas, stattdessen geht es im Kern um eine sehr ernste Geschichte über die Folgen von Faschismus und von Angst. Star der Inszenierung ist nämlich für mich klar die Figur des Fräulein Schneider, die sich das langersehnte Glück versagt, weil sie Angst vor Veränderung und Oppression hat. Toll gespielt, schön inszeniert, bitterer und aktueller Stoff.

Paddington in Peru [2024, BluRay]
Paddingtons Tante Lucy geht es nicht gut! Da der Brexit-Bär gerade seinen neuen (blauen!) Reisepass erhalten hat, jettet er nach Peru – und trifft dort auf Dampfschiffahrtskapitän Antonio Banderas, singende Nonnen und Waldgeister.
Herzallerliebst und Grundgut, das sind die Werte, die die Realverfilmungen aus den Büchern rübergerettet haben. Das kann man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen, gerade bei den vielen Slapsticksequenzen muss die Verlockung bestanden haben in Plattitüden oder Pipikacka-Humor abzugleiten. Nicht so Paddington, der bleibt Gentleman.

Final Destination Bloodlines [2025, BluRay]
1969 stürzt ein Aussichtsturm ein und reisst hunderte Menschen in den Tod. Also, fast – eine junge Frau hat eine Vorahnung und verhindert das Unglück, womit sie dem Tod in die Quere kommt. Der hat nun alle Hände voll zu tun, um all diejenigen zu holen, die eigentlich bei dem Unglück hätten sterben sollen. Weil das Jahre dauert, bekommen die Überlebenden Kinder, die es nach dem Plan des Tods auch nicht geben dürfte und die nun ebenfalls Opfer einer unglücklichen Verkettung bizarrer Umstände werden müssen.
Ach, Final Destination! Ich mag diese Filmreihe ja, die Anfang der Zweitausender fünf Filme hervorbrachte und 2011 mit einem schönen Loop abschloss.
Die Grundprämisse ist dabei stets gleich: Menschen, die eigentlich sterben sein sollten, überleben durch eine Vorwarnung. Das mag der Tod gar nicht, der sie im Nachgang zu erwischen versucht, meist durch unnötig komplizierte Unfälle nach Art einer Rube-Goldberg-Maschine. Das ist häufig sehr interessant inszeniert und war seinerzeit prägend – meine Generation fährt nicht freiwillig hinter einem Holztransport her, und das liegt an Final Destination!
Nun, nach 14 Jahre, der sechste Teil. Der ist extrem clever geschrieben, sehr blutig und macht trotz des sehr schlechten CGIs einfach großen Spaß.
Spielen:

Mafia. The Old Country.
Sizilien im Jahr 1904. Die ersten Autos rollen über buckelige Schlaglochpisten, die Elektrifizierung beginnt und in der Ferne grollt der Ätna. Das bemerkt auch Enzo, der als Sklave in einer Schwefelmine schuften muss. Als er flieht, findet er unerwartet Schutz auf dem Weingut der Familie Torrisi. Enzo steigt in der Gunst des Familienoberhaupts, und bald erledigt er Aufträge der etwas anderen Art und wird selbst teil der “Ehrenwerten”. Doof nur, das nicht nur die Spannungen mit anderen Familien auf Sizilien steigen, Enzo verliebt sich zu allem Überfluss auch noch in Isabella, der Tochter des Don Torrisi.
Au was für ein feines Game. Gerade mal 12 Stunden lang und straff inszeniert, wie eine gute Serie. Zwar ist ein Teil Siziliens wirklich so fotorealistisch modelliert, dass es schon eine Freude ist durch die Weinberge und Zitronenhaine zu streifen und dabei zuzusehen, wie das Abendlicht durch das Blätterdach filtert, aber(!) das ist keine Open World – und das ist gut so!
Statt die Karte mit optionalen Aktivitäten vollzustopfen, konzentriert sich “The Old Country” auf seine Geschichte. Die ist gut geschrieben und dank Motion Capturing auch hervorragend eingefangen – meine Güte, Don Torrisi wirkt selbst in freundlichen Szenen immer latent bedrohlich, das muss man erstmal hinbekommen. Inszenierung und Story machen, dass man darüber hinweg sieht, dass das Gameplay sehr, sehr simpel ist. Entweder gibt es Schleichsequenzen, die dank dummer KI angenehm unkompliziert sind, oder es gibt Deckungsshooter-Passagen, oder man fährt ein geskriptetes Rennen oder macht ein Messerduell- mehr Abwechselung gibt es nicht.
Das ist aber nicht schlimm, im Gegenteil. “Old Country” spielt sich erfrischend kurzweilig, gerade weil es kein unnützes Fett hat. Das war sicher nicht so geplant. Die Welt hat eine Größe und Detailliertheit und besitzt Reste von Funktionen, die erahnen lassen, dass der ursprüngliche Scope viel größer war und dann zurückgefahren wurde. Das gilt leider auch für die Geschichte, die manche Schleifen aufweist, die offensichtlich nicht auserzählt sind und die einen noch größeren Impact gehabt hätten. Aber nun – “Old Country” ist ein sehr launiges und kurzes Game, dass genau deswegen auch nur zur Hälfte eines Vollpreistitels verkauft wird und sich definitiv lohnt.
Ach was, es lohnt sich schon, weil man durch die Oper von Palermo laufen kann!
Machen:
- Ein Badezimmer abreißen und Dinge Entrümpeln
- Sehr viel arbeiten
- Das Blog hier entgültig umziehen
- Sehr müde sein
Neues Spielzeug:
Ein GluePen. Das ist eigentlich nur eine Heißklebepistole, aber eine extrem clevere: So klein und leicht, dass man sie wrklich wie einen Stift halten kann. Mit der roten Taste appliziert man punktgenau den Klebstoff fahin, wo er hinsoll. Lässt man die Taste los, schlürft der Stift den Rest wieder ein – da tropft nichts, und Fäden zieht es auch weniger. Gamechanger ist das fehlende Kabel, der eingebaute LiOn-Akku heizt das Ding binnen 10 Sekunden auf Betriebstemperatur. Die Heißklebestifte gibt es auch mit Glitzer und farbig, für mich sind nur drei Sorten relevant: “Extra Stark”, “Transparent” und “Kunststoff”. Lustiges kleines Teil.
Witzig: Mein Vater unterstellte mir als Kind immer, ich würde ja alles mit Heißkleber basteln. Das lag daran, dass er mir nie beigebracht hat, wie man Schrauben benutzt oder anders Verbindungen herstellt. Der GluePen ist nun meine erste Heißklebepistole seit über 40 Jahren.
Ding des Monats:

Bosch GBH 18V-26F
Ein Boschhammer. Nicht der größte, aber auch nicht das kleinste Modell der 18V-Akkuserie und schon mit genug Schlagenergie zum Meißeln und Stemmen. Gekauft hatte ich den schon vor einiger Zeit, aber bislang nie richtig zum Einsatz gekommen – weil ich erst später gelernt habe, das die Wände meiner Mietwohnung aus einem Hohlstein bestehen, bei dem man nicht schlagbohren darf, weil er sonst im Inneren zertrümmert wird.
Nun standen und stehen ganz andere Sachen an, und man, dass Ding kann was. Die Carbidbeschichten Bohrköpfe haben vor Stahlbeton keine Angst und bohren auch durch die Armierung, und alte Fliesen wegstemmen geht damit so einfach wie Schorf abpulen.
Besonders schön: Die Absaugung, die ein kleiner Aufsatz ist. Einfach aufstecken, und schon läuft beim Bohren ein eigener Staubsauger mit und hält die Wohnung sauber.
Ebenfalls fein: In der LBoxx lag noch ein Wechselbohrfutter, damit passen neben SDS auch normale Rundbohrer.







2 Gedanken zu „Momentaufnahme: August 2025“
Die Welt braucht mehr Paddingtons als Psychopathen, die Augenlieder abschneiden. War blutiger Grusel früher ganz nett, erspare ich mir angesichts der Realität solche “Ausflüge” mittlerweile fast vollständig.
Final Destination ist natürlich ausgenommen, dem Tod lacht man am besten entgegen. Neben vorausfahrenden Holzlastern sind z.B. auch Sonnenbänke nicht nur Aufgrund potentiellen Hautkrebs zu meiden … 😉
Bin ich absolut bei Dir! Die Welt braucht mehr höflichen Flausch. Und ARGH die Sonnebänke hatte ich schon völlig vergessen 🙂