Momentaufnahme: November 2025

Momentaufnahme: November 2025

Herr Silencer im November 2025

Wetter: Anfang des Monats feucht und mild, bei 7-13 Grad. Ab Monatsmitte dann plötzlich 3 Grad und Graupel, Tendenz fallend bis runter auf -8 Grad und geschlossene Schneedecke. An den letzten Tagen wieder Regen und +9 Grad.


Lesen:

Jeremy Clarkson: The Farmers Dog
Geschichten von Clarksons Farm. Jeremy Clarkson schreibt eine wöchentliche Kolumne für die Sunday Times, das hier ist die 284. jährliche Sammlung. Routiniert geschrieben, wie immer sehr polterig und endlich gibt es ja wieder eine Labour-Regierung, der Clarkson für alles die Schuld geben kann. Teilweise ärgerlich, aber meistens unterhaltsam geschrieben und in den besten Momenten ein Blick hinter die Kulissen von “Clarksons Farm”.


Hören:

Heinz Strunk: Ein Sommer in Niendorf
Herr Dr. Roth nimmt sich eine Auszeit. Im Ostseebad Niendorf will er die Geschichte seiner Familie aufarbeiten, die ihm sein Vater auf Tonbändern hinterlassen hat. Aber dazu kommt es nicht, denn das kleinbürgerliche Niendorf zieht den Karrierejuristen in seinen Bann. Immer mehr verliert sich Roth in Alkoholexzessen, Fantasien über junge Kellnerinnen und Verfolgungswahn.

Es gibt Bücher, die muss man einfach hören. Weil sie der Autor selbst liest, mit genau der Betonung und dem Dialekt, die er beim Schreiben im Kopf hatte. Marc-Uwe Klings “Kängurus” gehören dazu, und von Heinz Strunk muss man auch alles hören, was er geschrieben hat.
Strunk trägt seine Geschichte in teils hektischem Stakkato mit Harburger Zungenschlag und leichtem Lispeln vor. Das gab schon “Fleisch ist mein Gemüse” eine besondere Note, und auch bei “Niendorf” funktioniert das ganz hervorragend.

Inhaltlich ist “Ein Sommer in Niendorf” tatsächlich strukturiert wie “Der Tod in Venedig”. Hier wie dort verschlägt es einen gutsituierten Kleinbürger in eine Situation, in der er beginnt sich selbst zu zerstören und gleichzeitig die Nähe von denen zu suchen, die ihm wenig Gutes wollen.

Damit folgt Strunk seinen früheren Werken, an jeder Ecke riecht es hier nach “Goldener Handschuh” und stellt Typen in den Mittelpunkt, die versuchen ihr kleines Glück ganz am unteren Rand der Kleinbürgerlichkeit zu finden.

In seinen besten Momenten ist Heinz Strunk ein deutscher Bukowski. Vielleicht wäre er gerne ein deutscher Hemingway, aber Charles fand ich immer schon interessanter.


Sehen:

Fantastic 4: First Steps [2025, Disney+]
Die USA in den 60ern: Eine Astronautenfamilie fliegt ins All und wird versehentlich genetisch verändert. Fortan ist einer von ihnen aus Gummi, einer aus Stein, einer aus Feuer und die Frau kann sich unsichtbar machen. Zusammen müssen sie sich gegen eine silberne Surferin und einen Eimerkopf behaupten, der sie vor die Wahl stellt: Entweder er isst ihr Baby – oder den Planeten Erde.

Ich fand die Fantastischen Vier schon immer irgendwie meh, war aber sehr gespannt auf diese Verfilmung mit Pedro Pascal und Vanessa Kirby (die weiße Witwe aus “Mission Impossible” 6 und 7). Ein guter Cast, dazu Retro-Charme – was kann da schiefgehen?

Stellt sich raus: Alles.

Als die letzte Szene lief, entfuhr mir spontan ein “Was für ein reaktionärer Scheiß!” – und das trifft es ganz genau. Der Film ist nicht Retro auf eine charmante Art, also im Artdesign, sondern tatsächlich völlig rückwärtsgewandt was Charaktere und Erzählung angeht.

Hier wird das Bild der USA in den 60ern als heimeliger Ort gezeigt, wo Frauen noch wussten, dass sie hauptsächlich zum Kinderkriegen da sind und die Familie aus Mutti, Vati und den Kindern besteht besteht. Wie eine Werbereklame aus den 50ern wirkt das. Die Revoluzzer-Elemente, die die realen 60er prägten, werden völlig ausgelassen, und auch Ironie findet nicht statt. Die Welt von “First Steps” ist der feuchte Traum aller US-Republikaner und Rechtskonservativer anderer Länder.

So besteht Sue Storms gesamter Charakter aus schwanger und später Mutter sein, und der zentrale Plotpoint des Films ist ein Baby. Das ist dann ab dem ersten Drittel auch in nahezu jeder Szene, oder es wird darüber geredet. Baby hier, Baby da, Rabääääh.

Das ist für normale Zuschauer nervig, für Menschen mit z.B. meinem Hintergrund oder mit unerfülltem Kinderwunsch ist es schlicht unerträglich. Aber nun, es passt halt gut zum Zeitgeist in den USA. Die Familie als Keimzelle der heilen Welt.

Auch erzählerisch wird hier auf Nummer sicher gegangen und eine Geschichte vorgetragen, die bitte bloß niemandem auf die Füße treten soll. Das Ergebnis ist völlig langweiliger und irgendwie muffig riechender Quark.

Crocodile Dundee [1986, Bluray Neuauflage 2025]
Ein Krokodil hat einem Mann ein Bein abgebissen, und der hat dann drei Tage allein im Dschungel überlebt – so steht es zumindest in einer australischen Kleinstadtpostille. Eine amerikanische Journalistin recherchiert die Räuberpistole und trifft dabei auf Mick “Crocodile” Dundee, einen von Aborigines großgezogenen Abenteurer. Er zeigt ihr seinen Busch, sie nimmt ihn dafür mit nach New York.

“Das ist doch kein Messer. DAS ist ein Messer”

– Wunderbare “Fish out of Water”-Geschichte, hier in einer ganz frisch erschienenen BluRay-Neuauflage. Man muss die kleine, deutsche BluRay-Manufaktur Winkler-Film wirklich loben: Das Bild ist knackscharf und voller Details, der Ton ist selbst in der Synchro sehr gut und die Extras reichlich – So ist bspw. der Dokumentarfilm “Love of an Icon” komplett enthalten.

Ich finde den verschmitzten Charme, den Witz und die Chemie zwischen Paul Hogan und der (20 Jahre jüngeren) Linda Kozlowski nach wie vor großartig und kann mich über den Film immer noch genauso amüsieren wie zu der Zeit, als ich ihn in den Achtzigern im Kino sah. Sicher würde man einige Szenen so heute nicht mehr drehen, wie etwas die am Fluß, wo die Kamera etwas zu lange auf Kozlowskis teilentblößtem Hintern verweilt. Das sind aber absolute und seltene Ausnahmen, der Film ist auch heute nicht peinlich.

Die einzig WIRKLICH peinliche Szene ist nicht mehr im Film zu finden. Das war die mit dem Moment, als Dundee in New York auf eine Transfrau trifft und der zwischen die Beine fasst, um sich anschließen darüber lustig zu machen. Diese Szene darf nicht mehr gezeigt werden und ist weltweit in keiner Schnittfassung mehr enthalten. Dafür haben aber keine woken Aktivisten gesorgt, sondern Paul Hogan und Regisseur Peter Fairman selbst haben das so verfügt. Sie fanden die Szene Out-of-Character, denn es passt einfach nicht zum Gentlemen Dundee, dass der einfach so fremde Frauen by the Pussy grabbed. Recht haben sie.

Crocodile Dundee II [1988, Bluray Neuauflage 2025]
Linda Kozlowski gerät in New York in Gefahr und wird von kolumbianischen Drogenhändlern gejagt. Mick Dundee bringt sie an den Ort, an dem er sie beschützen kann: Den australischen Outback.

Reverse-Fish-Out-of-the-Water, wenn Stadtganster durch Australien stolpern und Stück für Stück aus dem Verkehr gezogen werden. Actionreicher als Teil 1, kann man immer noch gut gucken. Die Chemie der Darsteller stimmt immer noch – nicht umsonst heirateten Kozlowski und Hogan nach den Dreharbeiten und blieben 25 Jahre zusammen. Bemerkenswert: Die “Dundee”-Filme funktionieren tatsächlich für ein Publikum von 7 bis 70 Jahren – das waren wirklich noch Familienfilme.


Spielen:

Ghost of Yotei [PS5]
Japan, ca. 1580: Eine Bande maskentragender Unholde schlachtet auf Hokkaido eine ganze Familie gnadenlos ab. Selbst Atsu, die kleine Tochter, wird nicht verschont, sondern mit einem Schwert an einen Baum gepfählt und in Brand gesetzt. Wie durch ein Wunder überlebt sie das Massaker und flieht nach Honshu, wo sie auf den Straßen Osakas und auf den Schlachtfeldern des gerade beginnenden Edo-Shogunats zu einer kampferprobten Söldnerin wird.

Nach 20 Jahren kehrt sie zurück nach Hokkaido und macht dort Jagd auf die Mitglieder der Bande. Die regieren mittlerweile die gesamte Insel, aber als totgeglaubter Onryo, als Geist, nimmt sich Atsu einen Verbrecher-Lord nach dem nächsten vor. Für sie ist klar: Sie wird jeden einzelnen der “Yotei Six” zur Strecke bringen, und am Ende dieser Reise sterben. Aber das Schicksal hat andere Pläne.

Vor fünf Jahren war “Ghost of Tsushima” ein Überraschungserfolg. Quasi ein Assassins Creed in Japan, nur in schöner, ohne die Altlasten der Ubisoft-Games und mit einem Protagonisten, der nachvollziehbar handelte und bei den Spielern äußerst beliebt wurde. Nun also der Nachfolger, der nicht nur anders heißt, sondern auch 330 Jahre(!) nach dem Vorgänger spielt. Das ist mutig, denn das bedeutet auch, dass es eine neue Geschichte und einen neuen Hauptcharakter gibt.

Das Entwicklungsstudio Suckerpunch muss man dafür echt loben, allerdings dürften die sich mittlerweile schon mehrfach in den Hintern gebissen haben. Zum einen, weil im Kernmarkt USA mittlerweile Frauen als Hauptfiguren nicht mehr gut ankommen (ja, an DEM Punkt sind wir schon wieder!) und zum anderen, weil früher im Jahr “Assassins Creed: Shadows” rauskam und EXAKT DIE SELBE Geschichte erzählt, also auch tote Familie, Maskenheinis, Tochter überlebt und macht Jahre später Jagd auf die Bande. Sind sich beide Spiele auch abseits der Ausgangslage der Story ähnlich?

Nun, “Assassins Creed: Shadows” ist deutlich anzumerken, dass die Macher keinen Plan hatten, wo sie mit ihrer Geschichte hinwollten, und selbst die verschiedenen Spielmechaniken wirken so grob aneinandergenäht, bis der Frankenstein kaum noch laufen konnte. Bei “Ghost of Yotei” ist alles simpler, dafür aber eleganter ineinander verwoben – ganz wie in den frühen “Assassins Creeds”, bevor die zu Rollenspielen werden wollten.

Atsu ist ein toller Hauptcharakter. Als einsame, latent wütende und gleichzeitig tief traurige Rächerin zieht sie, wie in einem Western, durch Hokkaido und hilft Menschen in Not, wenn sie nicht gerade ihre eigene Rache vorantreibt.

“Yotei” bietet tatsächlich mal wieder eine Open World die nicht nervt, sondern die ich gerne erkundet habe und die mich häufig überrascht hat. Immer wieder stolpert man unvermittelt über Sidequests und besondere Orte. Mal folgt man einem goldenen Vogel und findet dabei eine Heilquelle, mal kommt man an einer Höhle vorbei, vor der ein Wolf die Zähne fletscht. Folgt man ihm, findet man Wilderer, die seine Wolfkumpels eingefangen haben. Befreit man die, sieht man später den Wolf wieder und freundet sich langsam mit ihm an, bis er immer öfter in Kämpfen auftaucht und einem hilft.

Das fühlt sich cool an und nach echter Progression: Meine Spielfigur erlebt etwas, weil ich mich dafür entschieden habe, und das hat Einfluss auf spätere Ereignisse und Begegnungen. Dabei sind die Nebenmissionen meist in fünf Minuten erledigt – keine endlosen und schlecht geschriebenen Questketten, mit denen Ubisoft bei “Star Wars Outlaws” und “Assassins Creed” nervte (ich sage nur: 45 Minuten Spiel für “Finde 5 Eier damit eine Frau furzen kann”), sondern kurze, knappe, abwechslungsreiche und oft überraschende Stories, die man gerne nebenbei erledigt. Die sind zum guten Teil sehr gut geschrieben und bringen sogar tiefe mit – wenn Atsu der Legende eines verrückt gewordenen Geistergenerals nachgeht und unvermittelt einen trauernden und einsamen Mann vorfindet, der versehentlich seine eigene Tochter getötet hat, ist das nicht nur ein Spiegel von Atsus eigener Quest, sondern versprüht “Roter Baron”-Vibes aus Witcher III.

Das Gameplay mit Katana und Co. ist easy to learn, hard to master und bietet bis zum Ende neue Variationen und Abwechselung. Beeindruckt hat mich die Präzision der Steuerung und wie wuchtig und kraftvoll sich alles anfühlt.

Die Grafik ist nicht der allermodernste Hammer, sieht aber sehr gut aus, und die Art Direction ist wirklich gelungen. Da ich selbst schon um den namensgebenden Berg Yotei rumgekurvt bin kann ich sagen: Die Landschaft dort ist auch in echt unrealistisch schön, und im Spiel eine überirdische Augenweide. Lediglich die Charaktermodelle der NPCs sehen aus etwas, was einen schlimmen Autounfall hatte.

Ansonsten gibt es technisch nichts zu meckern. Es gibt praktisch keine Ladezeiten, die Haptikfunktionen des Controllers werden gut unterstützt, Glitches oder Bugs hatte ich während der gesamten 56 Stunden Spielzeit nicht.

In Erinnerung bleiben wird mir aber das Writing der Hauptstory. Die Geschichte scheint so simpel und dumm wie in “Assassins Creed Shadows” zu sein, aber das täuscht. Sie ist sehr gut geschrieben und wendungsreich und schwingt in Richtung “Last of Us II”, während sie mit Charakteren jongliert, die einem ans Herz wachsen.

Mit “Ghost of Yotei” hatte ich sehr viel Spaß. Das erste Spiel seit langem, wo ich mich tagsüber direkt drauf freute, nach Feierabend wieder in die Welt des Spiels eintauchen zu können.

Assassins Creed Shadows: Claws of Awaji [PS5 DLC, 2025]
Ich hatte mich ja HIER schon über “AC: Shadows” geärgert und mich verwundert gezeigt, dass die Handlung in dem Moment abbrach, als es spannend zu werden schien. Stellt sich raus: Das war System, das eigentliche Ende wurde nun als DLC nachgereicht.

Ist nicht das erste Mal, das Ubisoft einzelne Kapitel eines “Assassins Creed” nachreicht – schon 2009 wurde ein wichtiger Teil aus dem Hauptspiel entfernt und später einzeln verkauft. Aber das FUCKING ENDE DES SPIELS für 30 Ocken extra verkaufen? Und das ein halbes Jahr nach Release des Hauptspiels, wo man als Spieler schon lange die überladene Steuerung und die egale Geschichte vergessen hat? GEHT´S NOCH?

“Claws” spielt in einem neuen Gebiet, der Insel Awaji vor Oasaka. Für die haben sich die Entwickler bei Ubisoft was ganz besonderes ausgedacht. Denn wie wäre es, wenn so ein neues Gebiet aussieht wie der Rest des Spiels aber einfach… grundfeindlich wäre? Wenn jeder NPC jederzeit die Spielerfigur angreifen kann? Superidee, oder?

Natürlich nicht. In der Realität ist der DLC ein einziger Pain in the Ass. Von Anfang an fährt er mit angezogener Handbremse. Das beginnt beim Intro, in dem man eine Figur in einem Puppenspiel spielt. Sieht nett aus, dauert aber viel zu lange und ist nervtötend, weil sich die Puppe sich nur in Zeitlupe bewegt.

Das geht weiter mit den NPCs, die in Siedlungen völlig unvermittelt aggro werden oder in menschenleeren Wäldern gerne einfach mal so aus dem Boden ploppen und sofort angreifen. Man kann praktisch keine fünf Meter laufen, ohne dass man vom Pferd geschossen wird und sich in einem minutenlangen Gefecht wiederfindet. Wenn es schlecht läuft, ziehen diese Encounter die Stadtwache an, und am Ende ist die ganze Map hinter einem her und man muss das Game neu starten.

Es endet bei der Spielstruktur, bei der man sich wieder einmal erst um X Nebenaufgaben kümmern muss, bis man endlich die eigentliche Mission angehen darf.

Beispiel: Der große Bösewicht hat einen Leibwächter, der soll ausgeschaltet werden. Damit man überhaupt erstmal an den rankommt, muss man 12(!) seiner eigenen Sheriffs assassinieren. Und wo sind die? Die laufen irgendwo random in der Welt rum, jeden einzelnen von denen muss man erstmal finden und dann zu denen hinstoffeln!

Die einzige echte Neuerung ist ein Kampfstab, und ohne den geht es auch gar nicht. Die Gegner auf Awaji haben nämlich alle Steroide gefrühstückt und sind selbst auf einfachstem Schwierigkeitsgrad so stark, dass es Minuten dauert, bis man einen der Random-Aggro-Bauern verhauen hat, der nur mit einem Lendenschurz und einem Strohhut bekleidet ist. Der Lendenschurz hat wohl Rüstungsklasse 60, und das Moveset und die Angriffsmuster der Bauern entspricht denen der Ninjameister aus dem Hauptspiel. Was für ein Unfug!

Gerade bei den zufälligen Gefechten fällt der Hauptunterschied zwischen “Ghost of Yotei” und “Shadows” besonders auf: Das Kampfsystem. In “Yotei” ist es präzise, wuchtig und schnell, kleine Encounter dauern nur eine Minute und machen auch nach dem Hundertsten Mal noch Spaß. “Shadows” ist dagegen verpfriemelt, überladen und völlig wurschtig. Die Hälfte der Zeit macht die Spielfigur einfach nicht was sie soll, reagiert viel zu spät auf Eingaben oder rollt in Wände oder bleibt an Gegenständen hängen.

Dazu kommen inhaltliche und technische Fehler. Mal gibt es nicht nachvollziehbare Handlungsbrüche, mal fällt auf der PS5 der Ton aus, mal spielen die Gesichtsanimationen nicht ab, mal tauchen Questgiver nicht auf oder NPCs einer ganzen Stadt geraten unvermittelt in Panik und kriegen sich nicht mehr ein. Mein liebster Glitch: Explodierende Blätterhaufen. Kein Witz! Und dabei ist “Claws” schon zwei Monate draußen!

Grundlegende Probleme des Hauptspiels, wie elendige Ladezeiten und laggende Eingabe in überladenden Menüs, adressieren auch die letzten Funktionsupdates nicht. Wie unpoliert “Claws” veröffentlicht wurde, merkt man auch daran, dass man nach einem Tod im Leibwächter-Bosskampf nicht unmittelbar wieder einsteigen kann. Nein, man wird aus der Arena geworfen und muss erst wieder einen Questgiver ansprechen und DANN wieder eine Cutscene angucken und dann geht es erst wieder los. Je-Des-Mal der gleiche Mist, jedesmal mit ordentlich Ladezeiten dazwischen.

Nein, “Claws” macht keinen Spaß. Die Geschichte ist ein Dreizeiler auf einem Bierdeckel, und wird mit Arbeitsaufgaben so gestreckt und verdünnt, bis es halt doch wieder alles nur “Content” ist, der einem merklich nur die eigene Lebenszeit rauben will. Vermutlich, damit Ubisoft seinen Shareholdern was von langer Spielzeit erzählen kann.

Um die oben gestellte Frage abschließend zu beantworten: Obwohl “Ghost of Yotei” und “Shadows” das gleiche Setting und die gleiche Hintergrundgeschichte haben, ist Yotei das eindeutig bessere Spiel. “Shadows” ist ein überladender Homunkulus, der schlecht funktioniert und der statt einer Geschichte nur Fleißaufgaben zum Abhaken hat. Bei “Yotei” funktioniert das Kampfsystem besser, alles ist gestreamlined, die Welt organisch und am Wichtigsten: Es erzählt eine echte Geschichte, die bis zum Ende gedacht ist.

Oder anders: “Yotei” ist ein Stück Kunst und wird getragen von wirklich gutem Handwerk. “Assassins Creed Shadows” ist “Checkliste, The Game”, wo sich alles nach Arbeit und Excellisten anfühlt. Die Story von “Shadows” bekam ich schon beim Ende des Spiels nicht mehr zusammen. Die Reise mit Atsu und unsere gemeinsamem Erlebnisse werde ich so schnell nicht vergessen.


Machen:

  • Entrümpeln

Neues Spielzeug:


Ding des Monats:

Anfang 2025 sind mir beim Jasmin die Blütenansätze erfroren, weil ich den zu früh auf den Balkon gebracht hatte. Das hatte ich aber nicht freiwillig getan, sondern weil die Pflanzen nach Sonne dürsteten und schon Eimerweise Blätter verloren. Im Arbeitszimmer gibt es halt nur ein Nordfenster, und da kommt keine Sonne durch.

Neulich fiel mir dann ein: Gibt es wohl auch UV-Lampen für Pflanzen? Ja klar gibt es die! Besonders gelobt werden die UV-Strahler des deutschen Unternehmens “Meine Orangerie”. Aus deren Programm habe ich jetzt den dicksten Strahler samt Stativ und Zeitschaltuhr beschafft, und nun gedeihen Jasmin, Olivenbaum, Erdbeeren, Agathe und Oleander im Licht der künstlichen Sonne.

Nun, vielleicht sind 50 Watt doch etwas viel – zumindest sieht es von Außen aus, als hätte Gozer der Gozerianer in meinem Arbeitszimmer ein Portal geöffnet, so hell scheint das Licht aus dem Fenster. Ich warte noch, was zuerst passiert: Ob die Nachbarn sich über das helle Licht beschweren, oder ob gleich eine Polizeistreife auf der Suche nach einer illegalen Cannabisplantage vor der Tür steht.


Archiv Momentaufnahmen ab 2008

4 Gedanken zu „Momentaufnahme: November 2025

  1. Hab ich nie probiert mit der unqualifizierten Begründung, dass soviel Licht im Winter nicht gut sein KANN. Auch die Mediterranen brauchen Jahreszeiten. Um das Problem einzugrenzen und der Bequemlichkeit halber achte seit Jahren darauf, nur winterfeste neue Pflanzen aufzunehmen. Diverse mediterrane dabei, z.B. seit Jahren lebt ein größerer Mastixstrauch auf dem Balkon. Ansonsten werden die großen Zitronen draußen fest eingepackt, die kleinen und runtergeschnittene Jasmine bleiben draußen, werden aber ab 2 Grad nachts reingeschleppt und morgens wieder raus.
    Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen. Checken Sie mal den Oleander vorsichtshalber wöchentlich auf Schildläuse.

    0
    0
    1. So rein theoretisch ist Jasmin auch winterfest… Allerdings trotz gut eingepackt sind wir schon bei wenigen Minusgraden Pflanzen erfroren, deswegen jetzt das Exil im Arbeitszimmer.

      Mit den Jahreszeiten haben sie völlig recht. Das simuliere ich dadurch, dass sie nicht jeden Tag zehn oder 12 Stunden Licht bekommen, sondern nur fünf oder sechs. Mal gucken, ob das funktioniert.

      Den Oleander behalte ich ständig im Auge. Der ist quasi auf Bewährung. Wenn der nur noch einmal Schildläuse bekommt, fliegt er raus. 😄

      0
      0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.