Impressionen eines Wochenendes (37): Weimar
Lange nichts mehr zum Vergnügen am Wochenende unternommen. Das Wochenende war auch kein Spaß, aber zumindest fand es in Weimar statt. Aus wenig erfreulichen Gründen, es musste halbanaloge Datenforensik betrieben werden. In einem Nachlass, dessen digitaler Teil sich auf rund 50 USB-Sticks befand. Das hier ist nur ein kleiner Teil davon.
Aber immerhin blieb ein wenig Zeit die Stadt zu bewundern. Weimar ist der Himmel für alle Fans von Klassizismus. Und von Bauhaus. Und von Kultur im allgemeinen. Die Stadt birst fast vor Kultur, an jeder Ecke gibt es Konzerte, Lesungen, Theater.
Auf dem Ettersberg gibt es die “Zeitschneise”. Ein gewisser Fürst Pückler begann hier mit dem Schlagen von Schneisen, der Aussicht vom Schloß Ettersburg wegen. Ein Kunstprojekt verlängerte die Schneise, heut führt sie bis zum KZ Buchenwald. Wir erinnern uns: Die Weimarer protestierten, als das gebaut wurde. Nicht gegen das KZ selbst, nur gegen den Namen “KZ Ettersberg”, weil man fürchtete, dass können verwechselt werden mit der “Ettersburg”. Aber “KZ Buchenwald”, das war Okay. Mehr dazu hier.
Immerhin gibt sich Weimar heute Mühe, mit diesem schweren Erbe angemessen umzugehen. Es gibt u.a. mitten in der Stadt ein Gedenkmuseum.
Nun, die Stadt gibt sich Mühe, mit dem Erbe umzugehen. In der Bevölkerung gährt es schon wieder, denn Bildungsbürger sind vor faschistischem Gedankengut nicht gefeit, und im Osten wird das hemmungsloser ausgelebt. Das führt dazu, dass sich in Weimar trotz ausreichend Interessentinnen niemand traut, ein Chapter der “Omas gegen Rechts” zu gründen. Traurig.
Die Bauhaus-Uni ist natürlich auch eine Schau, von Innen wie von Außen.

Am Samstag gab es den “Bauhaus-Weihnachtsmarkt”. Studierende der Bauhaus-Uni präsentierten selbstgebasteltes. Wunderschöne Linolschnitte, angefertigt nach selbst ausgedacht Geschichten. Schmuck aus alten Gitarrenseiten. Handgemachte Ohrringe, Schals und Quilts. Am Schönsten aber: Der Stolz auf die eigene Arbeit in den Augen der Studis.
Überhaupt, Kunst: In der Hauptstadt des Bildungsbürgertums hängen sogar Automaten, aus denen man sich frische Kunst ziehen kann, wenn einen plötzlich der Jieper überkommt.
Wenn man im “Art Hotel” übernachtet, kann es passieren, dass beim Frühstück plötzlich enin Pianist auftaucht und einfach mal meisterlich Klavier spielt.
Abends ist´s natürlich auch hybsch, wenn festliche Beleuchtung die Gassen voller Buchläden in warmes Licht taucht.
Ungeklärt blieb wie immer die Frage: “Warum liegt hier eigentlich Stroh rum?”
Nunja. Bestimmt Kunst.




























Ein Gedanke zu „Impressionen eines Wochenendes (37): Weimar“
Weimar, scheint als sollte ich nicht immer nur durchfahren.
Einen Kunstautomaten gibt es auch bei mir im Städtchen, leider wird er immer wieder aufgebrochen 🙁