Das war das Jahr, das war (2025, Teil 2): Ich Ich Ich
Was bleibt von 2025? Ein persönlicher Rückblick.
Ich Ich Ich
Vor einem Jahr an dieser Stelle schrieb ich: “Zum Jahresende stelle ich fest: Mir geht es gut. Ich fühle mich gut. Mir ist heitere Gelassenheit nicht in die Wiege gelegt, aber aktuell ruhe ich in mir.
Ja, ich bin resilient AF.”
Ich hatte so eine Vorahnung, dass ich diese Resilienz noch dringend brauchen würde. Wie heftig es dann wirklich kam, hätte ich mir aber nie träumen lassen.
Im Januar und Februar lebte ich auf einer Baustelle. Die Wasserschäden in dem Mietshaus, in dem ich wohne, wurden behoben. Monatelang in Lärm und Staub und Unordnung, das war nicht schön.
Gesundheitlich lernte ich im Februar was eine Analvenentrombose ist, und ich sag mal so: Angenehm ist anders. Immerhin ist die Gesundheit ansonsten Okay. Gut, das linke Knie zwickt bei Belastung, aber zumindest ist ansonsten laut ärztlichem Check alles bongo.
Freudig überrascht war ich, dass die Morrigan und ich es auf den Titel der Februarausgabe des Kradblatts geschafft haben. Wir sind jetzt berühmt!
Bei der Arbeit gab es im Februar gigantische Verwerfungen und daraus resultierend Fragen wie: “Kann es überhaupt weitergehen”?
Es blieb nicht lange Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn im März der nächste Klopper: Schwere Krankheiten im allerengsten Familienkreis. Ich musste die Entscheidung fällen, mein bisheriges Leben komplett zu ändern und weg von Götham und zurück in mein Elternhaus zu ziehen, inkl. der Perspektive künftig jeden Tag statt 16 Minuten rund zwei Stunden zu pendeln. Wollte ich das wirklich?
Wenn es kommt, kommt alles auf einmal.
Ich entschied mich dafür und begann in den folgenden Monaten mit Renovierungen, Entrümpelungen und Grundstückspflege. Seitdem gehe ich fünf Tage die Woche übermäßig viel Erwerbsarbeit nach, dann einen Tag Garten- und Renovierungsarbeit, und am Sonntag bin ich dann so müde und kaputt, dass ich den meist komplett verschlafe.
Zeit für Hobbies oder so bleibt da nicht, aber watt mutt dat mutt. Das ist aber auch die Erklärung, warum hier im Blog das ganze Jahr über quasi Null passiert ist.
Im April gab es weitere Schockwellen: Im engsten Freundeskreis schwere OPs, aber auch heftige Motorradunfälle.
Immerhin: Dadurch, dass ich jetzt so oft wieder in der alten Heimat bin, traf ich meinen (kleinen, aber guten) Freundeskreis wieder, und seitdem gehen wir einmal im Monat essen. Das ist schön.
Ebenfalls nice: Das Endurotraining im Mammutpark, bei dem ich mich nicht ganz doof anstellte und seitdem ich mehr Selbstvertrauen und mehr Spaß am Offroadfahren habe.
Im Juni besuchte ich Italien mit dem Motorrad, das war auch schön.
Drei Wochen auf dem Mopped, das machte den Kopf frei. Die Auszeit war nötig, denn ich war so müde, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Egal wann ich ins Bett ging, jede Nacht wachte ich um 4:30 Uhr wieder auf und war eingeschaltet. Erst nach zwei Wochen on the Road kam der Körper wieder aus seinem Alarmmodus heraus und beruhigte sich.
Am Ende der Junitour wurde mir quasi die Ehrenbürgerschaft in einem italienischen Bergdorf verliehen – was für ein unerwartetes Event!
Im Juli und zurück im Job ging es dann an die Grenze zum Burnout und darüber hinaus und durch ihn hindurch und zur anderen Seite wieder raus. Früher gab es in meinem Job auch mal ruhige Wochen, wo ich nach 8 Stunden Feierabend machen konnte, aber das ist schon länger vorbei. Permanent high-Voltage, ständige Deadlines, das führt in Summe zu doch wieder 300 Überstunden im Jahr. Das ist zwar noch etwas unter den Hundejahren oder dem ersten Jahr der Pandemie, aber nicht viel.
Parallel dazu mussten Handwerker für das Elternhaus gesucht werden und der Versuch gestartet werden, die Liegenschaft an den Wochenenden irgendwie in Ordnung zu halten. Gut, dass ich dabei quasi-väterliche Unterstützung habe, mit Rat UND Tat. Danke, D.H., ohne Dich wäre das alles völlig unmöglich.
Zeitgleich der Versuch, die Datenbank des Blogs hier zu bereinigen, um endlich, endlich wordpress.com komplett loszuwerden.
Im August war ich wieder sehr müde, Ende September völlig erschöpft. Kleine Lichtblicke, immer wieder: Besuche von Suse und Mobbedzwerch, Besuche bei Frau Hirnwirr, Treffen mit dem Freundeskreis und die Aussicht, Ende September noch einmal in den Sattel zu steigen und einfach abzuhauen.
Hätte ich nicht vorher schon ein Schiff und eine Unterbringung gebucht, hätte ich im Herbst keine Motorradtour mehr gemacht, aber so ging es noch einmal nach Sardinien und zu Giulietta, und auch das war sehr schön.
Bei meiner Rückkehr gibt es einen weiteren Todesfall in der Familie. Etwas später dann die Erkenntnis, dass sich alle Pläne noch einmal ändern werden. Oder auch nicht. Wer weiß das schon.
Es ist ein Jahr der Veränderungen, und im Herbst gab es regelrechte Stürme davon: Alles ging durcheinander, viele Dinge und Freundschaften und Allianzen zerbrachen und plötzlich fühlte ich mich nicht mal mehr im Ehrenamt wohl. Nichts klappte auf Anhieb, um alles musste gerungen werden und das in einem Maße, dass ich es nur noch mit Humor nehmen konnte. Schon morgens beim Aufstehen dachte ich: “Was wohl heute wieder an Steinen auf dem Weg auftauchen wird?”

Dazu passten die Verabschiedungen. Langjährige Wegbegleiter in Ehrenamt, Job und Privat gingen in den Ruhestand und verabschiedeten sich. Der Seat-Händler, der Suzuki-Meister, der Sattler, geschätzte Geschäftspartner und Kollegen… über Jahrzehnte dauernde Freundschaften und Geschäftsbeziehungen verschwinden im Dunkel der Zeit, und das ist nur der Beginn der Boomer-Rentenwelle.
Im November wurde superbombastisch entrümpelt und ein Badezimmer gebaut und im Dezember gemalert, das es eine Pracht war. Meine Fresse, was ist Baumaterial teuer!
Parallel dazu gab es Streits mit der Krankenkasse um Pflegestufen, Ausgang weiterhin ungewiss. Und eine nahe, aber seit 45 Jahre nicht mehr gesehene Verwandte brauchte Hilfe, und so versuchte ich zu helfen.
Gleichzeitig drehte die Arbeit nochmal alles auf Eleven. Gebraucht hat das niemand, und so blieb noch weniger Zeit für die persönlichen Baustellen, aber immerhin war in dem Bereich alles von Erfolg gekrönt. Arbeitstechnisch haben sich die Anstrengungen des Jahres auf vielen Ebenen ausgezahlt.
Jahresendmusik in den Ohren war das Geheule von wordpress.com, weil ich sie nun endgültig verließ und die Verträge nicht verlängerte. silencer137.wordpress.com ist Geschichte. Endlich.
Jahresendschock war dann wieder eine plötzliche und schwere Krankheit bei einem lieben Kollegen.
Superviel hat sich also getan und verändert, und etliches ist immer noch unklar. Es war ein sehr anstrengendes Jahr, und ich hätte jetzt gerne eine Pause. Die wird es aber nicht geben, die Zeit der Krisen ist noch nicht vorbei, das Schlimmste kommt noch.
Aber ich krieg das hin.
Irgendwie geht es weiter. Ich haushalte mit meinen Kräften und handle entsprechend der neuen Erkenntnis dieses Jahres: Ich stelle mich den Problemen genau dann, wenn sie eintreten. ´
One Battle after Another.
Dazu passend das tolle Zitat von Mark Twain, über das ich im Herbst gestolpert bin: „Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten.“

Und sonst noch?
Worte des Jahres: “La Gente che ha una vita la riconosci subito: Non ha il tempo die rompere i coglioni agli altri” – Giulies Mamma.
(“Man erkennt sofort die Menschen, die ein Leben haben. Die haben keine Zeit, anderen Leuten auf die Eier zu gehen. – Giulies Mamma.)
auch gut: “La mamma degli imbecilli sempre incinta” (Die Mutter der Dummen ist immer Schwanger)
Worte, die ich nicht mehr lesen oder hören möchte: Nullsätze und Wortwolken wie “Auf der Metaebene sind das genau die Pain Points, die die KPIs beeinflussen. Wir sollten erstmal die low hanging fruits für das Produkt mitnehmen.”
Zugenommen oder abgenommen: Zugenommen. Von den, 2024 in Japan verlorenen, sieben Kilo sind alle wieder da. Sorgfältig angefressen in Italien.
Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr als 2024 mit dem Mopped- und Autoneukauf geht kaum. Aber auch 2025 war teuer: Werkzeug, Baustellen, Baumaterial, Mopped- und Autoinspektionen…
Die teuerste Anschaffung: Als Einzelstück: Ein Bosch-Bohrhammer. Geiles Teil, hat aber quasi nichts gekostet im Vergleich zu den Ausgaben für Handwerker und Entrümpelung.
Luxus des Jahres: Ein Silent-Kompressor von Hyundai.
Unnützeste Ausgabe des Jahres: Eine Apple Watch. Gekauft im Januar, als ich noch nicht wusste, was mir an Ausgaben in diesem Jahr bevorstehen würde. Ewig hin- und hergerätselt welche Größe die richtige für meine schmalen Handgelenke ist, dann für die große entschieden. Die Uhr macht nur noch mehr Stress, bietet kaum Nutzwert wenn man keinen Sport macht und muss jeden Tag aufgeladen werden. Immerhin warnt sie vor Herzkammerflimmern.
Mehr bewegt oder weniger: Weniger, aber im vergangenen Jahr haben die 10 bis 20 km zu Fuß in Japan die Statistik verfälscht.
Dümmste Aktion: Mit einem Bremsscheibenschloss im Vorderrad losfahren. Zack, umgefallen und 650 Euro Schaden.
Die hirnrissigste Unternehmung: Die Fahrt einen Olivenberg hoch.
Ort des Jahres: Das Casella Tarughi, ein kleines Bauernhaus auf einem Hügel hinter Pienza.
Person des Jahres: D.H. Ohne ihn wäre das alles gar nicht möglich.
Nervende Person des Jahres: Donald Trump. Die Dummheit eines Mannes und seiner willfährigen Helfer richtet die Welt zugrunde.
Zufall des Jahres: “Una Pasquetta con sole si vede solo ogni morte di Papa!”
– “Gutes Wetter an Ostermontag gibt es nur, wenn der Papst stirbt.” Nun ist am Ostermontag ein Papst gestorben, und das Wetter war bombig.
Das beste Essen: Pferderouladen in Pomarico.
Das seltsamste Essen: Pasta Mezzanotte. Seltsam, aber so geil.
Das beste Süßkram: Pistazienmarzipan.
2025 ENDLICH getan: WordPress.com abgesägt.
2025 zum ersten Mal getan: Mit einem Bohrhammer ein Badezimmer weggestemmt.
2025 das erste Mal seit langer Zeit wieder getan: Das Colledisisto in Pomarico besucht.
Gesundheit: Ist okay. Eine Analvenenthrombose, aber nix ernsthaftes. Und auch in 2025: Immer noch kein Corona. Aber ich trage auch im ÖPNV nach wie vor Maske.
Ein Ding, auf das ich gut hätte verzichten mögen: Fast alles, siehe oben. Gewollt habe ich nur meine Ruhe, bekommen habe ich einen Sack Kacke und viel zu viel Action für meinen Geschmack.
Gereist? Oh ja. War sogar ein gutes Reisejahr: Im Februar London, im Sommer und Herbst mit dem Motorrad.
Film des Jahres: “Konklave” teilt sich diesen Platz mit den fantastischen Ghibli-Film “Der Junge und der Reiher”. Im Gedächtnis bleiben auch “Ballerina”, “Final Destination Bloodlines” und “Mars Express”.
Theaterstück des Jahres: “Stranger Things: The First Shadow” im Phoenix Theatre in London. Ohne das versteht man auch Staffel 5 auf Netflix nicht richtig.
Musical des Jahres: “Back to the Future” im Apollon Theatre.
Konzert des Jahres: –
Song des Jahres: “Radio” von Bershy.
Spiel des Jahres: “Dispatch” ist grandios und mein Spiel des Jahres, die Charaktere werden mir in Erinnerung bleiben. Sehr nice war aber auch “Ghost of Yotei”, und ein Ehrenpunkt geht an “Mafia 3” für die tolle Modellierung eines Siziliens um 1920. Nicht fertig gespielt mangels Zeit, aber auch schön: “Claire Obscure Expedition 33” und “Metaphor: ReFantazio”
Scheißspiel des Jahres: “Assassins Creed: Shadows”. Keine komplette Katastrophe, aber unfokussiert und narrativ einfach schlecht – zumal das Ende erst ein halbes Jahr nach Release als 25 Euro teurer DLC erschien.
Serie des Jahres: The Sandman, Staffel 2.
Buch des Jahres: Jürgen Theiner: Motorprosa – Geschichten aus der Kurve
Graphic Novel des Jahres: Captain Future: Der ewige Herrscher.
Ding des Jahres: Die elektrische Gartenschere von Bosch Professional. Geiles Teil, ständig in Benutzung.
Enttäuschungen des Jahres: Oh viele. Platz 1: Die Fernbedienung der Osmo Action 5 Pro. Exemplar 1 ging sofort bei Benutzung kaputt, bei Exemplar 2 hält die Batterie maximal 6 Stunden und das Aufladen dauert doppelt so lange. Das ist nicht die Qualität, die man von DJI gewohnt ist.
Ansonsten: Der Film “The Substance” wurde viel gehyped, ist aber schlicht nicht gut. “Section 31” ist purer Müll. “Das Kalendermädchen” von Fitzek und “Mission Impossible 8 Dead Reckoning” von Tom Cruise sind einfach nur ärgerlich.
Die schönste Zeit verbracht mit: Freundinnen.
Anzahl Fiat 500s (seit 2016): 6.043.
Vorherrschendes Gefühl 2025:
Erkenntnis(se) des Jahres:
1. Das geht so nicht (2x).
2. und Ich mache mir Sorgen erst dann, wenn die Probleme wirklich da sind. Sonst werde ich irre.
3. This Planet is fucked. Der Kampf gegen die Klimakrise ist vorbei.
In diesem Sinne: Ich wünsche einen guten Start in ein hoffentlich weniger schlimmes 2026. (Spoiler: Wird es natürlich nicht. Aber wünschen darf man das ja.)
Sprengt Euch beim Jahreswechsel keine Körperteile weg!
Nekrolog:
Marianne Faithful (79)
Max Schautzer (85)
Michelle Trachtenberg (39)
Gene Hackmann (95)
Bernhard Vogel (95)
Hans Peter Korff (82)
Richard Chamberlain (90)
Val Kilmer (65)
Horst Mahler (89)
Hulk Hogan (72)
Jamal Warner(55)
Alice und Ellen Kessler (89)
Dick Cheney (84)
Klaus Doldinger (89)
Diane Keaton (79)
Udo Kier (81)
Jane Goodall (91)
Claudia Cardinale (87)
Robert Redford (89)
Giorgio Armani (91)
Ulli Potofski (73)
Ozzy Osbourne (76)
Felix Baumgartner (56)
Michael Madsen (67)
Anita Kupsch (85)
Julian McMahon (56)
Frederick Forsyth (86)
Carlo von Tiedemann (81)
Nadja Abd el Farrag (60)
Papst Franziskus (88)
Rolf Schimpf (100)
George Foremann (76)
Anna R. (55)
Hans Peter Korff (82)
Gerhardt Baum (92)
Horst Köhler(81)
Horst Janson (89)
David Lynch (78)
Rudolf Dressler (84)
Jean Marie Le Pen (96)
Rainer Vorbrug (62)
Rob Reiner (78)
Rosa von Praunheim (83)
Frank Gehry (96)
Chris Rea (74)
Brigitte Bardot (91)
Peter Sattmann (77)
Uwe Kokisch (81)
Früher:
Das war das Jahr, das war (2024)
Das war das Jahr, das war (2023)
Das war das Jahr, was war (2022)
Das war das Jahr, was war (2021)
Das war das Jahr, was war (2020)
Das war das Jahr, was war (2019)
Das war das Jahr, was war (2018)
Das war das Jahr, was war (2017)
Das war das Jahr, was war (2016)
Das war das Jahr, was war (2015)
Das war das Jahr, was war (2014)
Das war das Jahr, was war (2013)













8 Gedanken zu „Das war das Jahr, das war (2025, Teil 2): Ich Ich Ich“
Gefällt mir auch nicht. Ich wünsche uns mehr Ruhe und Entspannung, weniger Cholesterol. Alles Liebe!
Dir auch!
Cortisol …
War eigentlich gemeint.
Im Garten das Grüne nach oben, auf der Straße das Schwarze nach unten..so geht’s auch weiter..
Jetzt noch da Copyright von WordPress auf jeder Seite rausschmeißen dann läufts..lol
guten Rutsch und Happy New Year aus dem Pott..
the_wombel
👍👍👍 So isses!
(wordpress ist schon okay. Nur wordpress.com ist jetzt nicht mehr an Bord.)
Ich wünsche einen guten Start in ein VIEL BESSERES 2026🤗
Und mehr Nutella.
Und überhaupt von allem nur das Beste ❤️
Juten Rutsch jewünscht.
Nächstes Jahr wirds besser.
Interessanter Ausblick. Für die Arbeit würde ich mich nie aufreiben. Wenn du morgen tot umfällst, geht es auch ohne dich weiter. Da bin ich mit zunehmendem Alter egoistischer geworden und lass mich von der Arbeit nicht mehr stressen.
Weiterhin gute Gesundheit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Thom