Alternativen zu Gmail, iCloud & Co: Weg von US-Services!

Alternativen zu Gmail, iCloud & Co: Weg von US-Services!

Die USA prägten jahrzehntelang Kultur und Politik in Europa. Das hatte Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen von uns. Wir sind mit amerikanischer Musik, amerikanischen Filmen und amerikanischen Produkten aufgewachsen. Die USA waren ein Teil europäischer Identität, und dementsprechend hatten die meisten von uns wenig Berührungsprobleme, als aus dem Silicon Valley coole und meist kostenlose Services in die Welt getragen wurden. Die wurden schnell Teil unseres Alltags.

Wir kommunizieren über Whatsapp oder verbringen Zeit auf Facebook oder Instagram, die allesamt Marc Zuckerbergs “Meta” gehören. Wir nutzen Gmail, Google Maps oder Google Docs. Wir sehen dabei zu, wie die KI Copilot immer tiefer in Microsoft Windows und Office integriert wird und immer mehr Dateien nach OneDrive überträgt. Wir syncen Fotos über Apples iCloud und lesen Bücher über Amazons Kindle. Aber ist das alles wirklich noch zeitgemäß?

Alle diese Dienste haben zwei Gemeinsamkeiten:
1. Sie sind in der Hand von Konzernen. Deren Daseinszweck ist Steigerung des Shareholder Value und damit per Definition: Gier.
2. die US-Regierung kann auf alle Daten dieser Unternehmen zugreifen.

Für Letzteres sorgt der Cloud Act von 2018, der besagt, dass die Behörden der USA auf alle Daten amerikanischer Unternehmen zugreifen dürfen, selbst dann, wenn deren Server in Europa stehen. Es bringt also nicht, wenn Microsoft beteuert, dass seine Cloudserver in Frankfurt stehen – wenn die US-Regierung es will, greift sie auf die dort gespeicherten Clouddaten von deutschen Nutzern zu. Dazu gehören Arbeitsdokumente genauso wie private Dateien und persönliche Fotos.

Apple behauptet aktuell noch, dass iCloud-Daten so verschlüsselt sind, dass niemand außer den Nutzer drankommt. Aber wie lange ist das noch der Fall? Die USA sind im vergangenen Jahr in eine faschistische Autokratie abgerutscht. Apple-Chef Tim Cook bringt Trump goldene Präsente und küsst gemeinsam mit den anderen Chefs von Big Tech seinen Ring.

Redefreiheit und Grundrechte sind außer Kraft gesetzt oder unterliegen der Willkür. So müssen Einreisende in die USA aktuell ihre Social Media-Konten angeben, die dann von einer KI fünf Jahre rückwirkend ausgewertet und auf Regimekonforme Einstellungen geprüft wird.

Findet sich Trump-Kritisches, wird das als Beleidigung des Führers gewertet und die Einreise kann verweigert werden. Bereits geplant ist, das auf die Konten von Angehörigen auszuweiten. Meine Schwester wird dann nie wieder in die USA reisen können, weil sie einen Bruder hat, der die Gesinnungsprüfung nicht bestehen würde. Oh wait, GENAU sowas ist ja der Grund, weshalb ich pseudonym blogge.

Aber möchte man, dass in Zukunft das rachsüchtige US-Regime auch die eigenen Clouddaten durchsucht, um zu schauen, ob man auf Linie der Faschisten liegt? Und diese Infos vielleicht sogar mit einer AFD-Landesregierung teilt?

Zum Glück gibt es starke und teils sogar bessere Alternativen zu den US-Services. Die sind in vielen Fällen nicht mal funktional schlechter oder weniger gut in Mobilgeräte oder Desktoprechner integriert. Wichtig auch: Da die meisten nicht auf Teufel komm raus Aktionäre zufriedenstellen müssen, Durchlaufen sie keine Phase der Enshittification, bei der die Services immer schlechter werden, bis keiner mehr Freude dran hat.

Die Alternativen sind oft nicht mal weniger zuverlässig. Denn wer glaubt, dass seine Daten ja vor Verlust geschützt seien, weil sie bei einem großen Konzern liegen, der irrt. Erst jüngst hat Microsoft es wieder mal geschafft, Onedrive-Inhalte von Tausenden von Nutzern zu verbaseln, und die Backups gleich mit.

Ich möchte hier kurz vorstellen, welche Alternativen ich nutze, und wo ich vielleicht doch noch nicht ganz von US-Firmen wegkomme oder weg will. Richtig fein raus ist man natürlich, wenn man Ahnung von der Materie hat und einen eigenen Server betreibt, wo man sich dann selbst etwas aus freier Open-Source-Sofware bauen kann. Leider gehöre ich nicht dazu und erschrecke mich schon, wenn ich nur eine Konsole benutzen soll.

Ich komme von der Anwenderseite, und habe trotzdem einige schöne Alternativen entdeckt und kann die gut nutzen. Der Wechsel hat nicht mal weh getan, im Gegenteil: Ich habe eine Freude an den guten neuen Services und meiner wiedergefundenen digitalen Souveränität!

Alternative zu Gmail, iCloud Mail oder Outlook.com: Posteo
Kostenlose Maildienste mit unbegrenztem Speicherplatz waren in den 2000ern der heiße Shice, mittlerweile sind sie nur noch nervig. Die US-Anbieter scannen jede Mail mit KI, mal um Werbung zu verhökern (Gmail), mal um fragwürdige Zusammenfassungen zu destillieren, die meist das Gegenteil von dem besagen, was in der Mail steht (Apple Intelligence). Von Outlook will ich gar nicht anfangen: Das “neue Outlook” ist nichts weiter als eine Überwachungsmaschine. JEDE Mail die über das Outlook-Mailprogramm unter Windows versendet wird, egal mit welcher Mailadresse, geht erstmal an Microsoft, wird dort geöffnet, gelesen und dann erst weitergschickt. Deswegen: Kein Outlook verwenden, sondern ein anderes Mailprogramm, z.B. Thunderbird. Aber mit welchem Mailservice?

Ich bin seit 2014 bei Posteo. Das Berliner Unternehmen hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben und nimmt – Gasp! – GELD für seine Mailpostfächer, nämlich einen Euro pro Monat.

Was man dafür bekommt sind eine Mailadresse mit der Endung posteo.de, zwei Aliase und zwei Gigabyte Speicherplatz. Jedes weitere GB kostet monatlich 25 Cent, jedes weitere Alias 10 Cent (auf Wunsch auch mit posteo.com oder posteo.co.uk-Endung). Es gibt einen Umzugsservice, der einem alle Mails z.B. von Gmail rüberzieht nach Posteo, so dass nichts verlorengeht.

Das Postfach ist natürlich mit zweiten Faktor geschützt und lässt sich auf Wunsch auch so verschlüsseln, das selbst Posteo nicht rankommt und auch nicht mehr helfen kann, wenn man den Schlüssel verliert. Es gibt eine übersichtliche Webmail-Oberfläche sowie eine Einbindung in Mailprogramme wie Apple Mail oder KMail oder Thunderbird und auch ein Adressbuch und einen Webkalender, der sich ebenfalls überall einbinden lässt, auch auf Android- oder Apple-Telefonen.

Alternative für Vieles: Synology Diskstation
Alle Serveradmins bitte weglesen. Ich weiß, dass kann man alles ganz anders und bestimmt viel besser machen, ich schreibe hier nur auf was ich, mit meinen Kenntnissen, hinbekomme und was für mich funktioniert.

Das begann mit einem Zufall. Ich brauchte Speicherplatz für Bilder und Videos und wollte zuhause mit mehreren Rechnern und Mobilgeräten darauf zugreifen. Also kaufte ich 2017 ein kleines NAS (Network Attached Storage). Das ist nur ein Plastegehäuse mit zwei Festplatten drin und einem winzig kleinen Computer. Den stellt man sich ins Wohnzimmer, Stecker in die Steckdose, Netzwerkkabel in die Fritzbox, zack, Speicherplatz.

Synology Diskstation DS218+ in meinem Wohnzimmer.

Was ich damals nicht wusste: Ich wollte einen Traktor, hatte aber gerade die Schlüssel zu einem Sportwagen in die Hand gedrückt bekommen. Der Hersteller des NAS, eine Firma namens Synology, hatte der “Diskstation” nämlich eine eigene, kleine Benutzeroberfläche mitgegeben. Die lässt sich über jeden Browser aufrufen, sieht aus wie ein Windows-Desktop und bedient sich auch so.

Über die Oberfläche kann ich nicht nur auf meine Dateien zugreifen – was ich ja eigentlich nur wollte – sondern per Knopfdruck auch andere Softwarepakete aus einer Auswahl installieren, denn die Synology Diskstation ist ein eigener, kleiner Server.

Über die Fritzbox kann dieser Server auch ans Internet angeschlossen werden. Die Konfiguration machen die Geräte unter sich aus, und dann kann man von wirklich überall, nicht nur aus dem Heimnetzwerk, darauf zugreifen.

Der Zugriff erfolgt entweder per VPN oder einfach per HTTPS, das Zertifikat kommt auf Knopfdruck von Let´s Encrypt. Natürlich lässt sich ein zweiter Faktor einrichten, bspw. per One Time Passwort oder als Bestätigung über die Synology-eigene Secure Signin-App. Die Diskstation meldet sogar Anmeldeverhalten, was ihr nicht koscher vorkommt. Backups erfolgen automatisiert und verschlüsselt in eine beliebige Cloud, auf eine andere Diskstation oder auf ein lokales Gerät.

Ich begann einfach mal herumzuklicken, machte mir aber keine große Hoffnung, dass mir die Internetanbindung taugen würde – immerhin war ich hier auf dem Dorf nur mit 2 MBit Download und 0,5 Upload angebunden. Viel zu wenig, um wirklich gut zu funktionieren.

Zu meiner Überraschung funktionierten einige Dinge aber schon mit diesem 90er-Jahre-Internet. Fast 10 Jahre später habe ich hier DSL mit bescheidenen 80 Down und 40 Up, damit läuft alles völlig reibungslos: Ich kann von überall an meine Dateien und sogar meine Musik streamen.

Das Beste ist: Die Zusatzprogramme zur Diskstation (Die alle “Irgendwas Station” heißen, z.B. Audiostation oder Diskstation Audio oder DS Audio) sind kostenlos. Synology möchte Hardware verkaufen, und als Verkaufsargument bauen sie tolle Software, die für mich eine Alternative zu US-Diensten ist.

Synology-Apps auf dem iPhone.

Alternative zu Dropbox, iCloud, OneDrive, Google-Drive: Synology Drive
Die Synology Diskstation bietet mit Synology Drive eine Alternative zu den Filehosting-Services. Meint: Daten liegen auf dem NAS, lassen sich aber auf Geräten lokal ablegen und syncen dann automatisch. Funktioniert exakt so wie Dropbox, ist vermutlich im Unterbau ein Nextcloud-Derivat. Ich nutze die Synology Drive iOS-App für das iPhone sowie Desktop Clients für Mac und Windows. Synct absolut zuverlässig und bei mir schneller als Nextcloud.

Alternative zu Fotodiensten wie iCloud, OneDrive, Google Photos oder Amazon Photos: DS Photo
Die Synology Photostation ist eine Fotoverwaltung.

Mit “Photos Mobile” gibt es eine App, die genauso funktioniert wie Apple Fotos, bevor es scheiße wurde. Die App sichert automatisch alle Bilder und Videos auf die Diskstation, wenn sich mein Telefon im heimischen WLAN befindet (Für unterwegs lässt sich das aber auch auf mobile Daten umstellen).

Zusätzlich lässt sich die Photostation in jedem Browser öffnen. Eine lokal laufende KI analysiert die Bilder und stellt aus den Infos dynamisch Sammlungen zusammen, z.B. nach Zeit, erkannten Personen oder Orten.

Screenshot

Alternative zu Musikstreamingdiensten wie Spotify, Amazon Music oder Apple Music: DS Audio
Das hier ist nicht für jeden, für mich taugt es aber: Diskstation Audio. Das sortiert den eigenen Musikbestand und zeigt ihn übersichtlich an, nach üblichen Sortierkriterien wie Genre, Album, Titel oder Interpretin.

Dazu muss ich sagen: Musik spielt in meinem Leben keine große Rolle. Was ich gerne höre, kaufe ich, früher auf CD, jetzt digital. Alle CDs wurden schon vor Jahren digitalisiert und auf die Diskstation gepackt, und auch die Musik aus iTunes, Amazon Music usw. ist dort hin gewandert.

Die Audiostation-Software Musik auch selbst streamen kann, z.B. über die Smartphone App, habe ich ständig Zugriff auf meine komplette Musiksammlung.

Alternative zu Videostreaming wie Netflix, Apple TV, Amazon Video, Disney+: DS Video
Die Videostation ist ein kleiner Medienserver, der Videos streamen kann. Erkennt sie einen Film oder eine Serie oder macht man per Hand Einstellungen, dann holt sie sich Cover und Beschreibungen aus dem Netz und zeigt die hybsch an.

Ich habe mal eine zeitlang exzessiv den Online-TV-Recorder genutzt um Dinge im TV aufzuzeichnen, weswegen da nette Schätze schlummern. Natürlich nutze ich aktuell noch Netflix und Amazon Video. Aber ich sage mal so: Wenn Trump morgen Netflix abdreht, dann habe ich keine Langeweile. Und wenn die Videostation leergeguckt ist, steht hier noch eine BluRay-Sammlung mit 1.400 Filmen und Serien, die zum überwiegenden Teil jetzt schon nicht mehr Online verfügbar sind.

Die Diskstation kann auch Plex, aber das tut bei mir nicht richtig und ist mir auch ein wenig unheimlich.

Alternative zu Apple Notes: DS Note
Ich liebte Apples “Notizen”-App. Am Ende hatte ich 800 Notizen auf meinem Telefon und, Dank icloud-Sync, auch auf dem Desktop.

Die Synology Notestation bietet fast das selbe. Dank einer App ist sie auf meinem Telefon und über die Desktopclient auch auf jedem Rechner. Sie kann nicht ganz so viel wie das Apple-Pendant, z.B. fehlt ein Scanmodus oder die Möglichkeit, Bilder zu einer Notiz hinzuzufügen. Dafür lassen sich to-Do und Erinnerungslisten anlegen, und eine Browsererweiterung namens Webclipper kann ganze Webseiten als Screenshot oder Fulltext ins Notizbuch übertragen.

Alternative zu Microsoft Office: Libre Office
Libre Office ist so wie MicroSoft Office war, bevor es scheiße wurde. Außer für Präsentationen nutze ich Libreoffice wo ich kann, und bin bislang selten bis nie in Kompatibilitätsprobleme reingelaufen.

Alternative zur Google-Suche
DuckDuckGo. Kommt zwar aus den USA, findet aber gute Ergebnisse, trackt nicht und macht keinen Werbemurks.

Alternative zu Google Maps, Apple Maps, Bing Karten
Machen wir uns nichts vor, es GIBT keine Alternative zu Google Maps. Ich halte es für das mächtigste Internetwerkzeug der Welt, und es gibt keinen Kartendienst, der da auch nur annährend rankommt.

Für Teilbereiche gibt es aber durchaus Alternativen, die allesamt auf Open Street Maps basieren, für Reiseplanung z.B. https://routing.openstreetmap.de/

Alternative zu Sozialen Medien: Blog
Jaja, Blogs sind ja sowas von 2008 und total oldschool. Und dennoch haben sie starke Vorteile. Meine Gedanken und Fotos und Meinungen liegen hier an einem Ort, nicht verstreut über acht Plattformen. Vor allem: Den Plattformen von Unternehmen, die es vielleicht morgen nicht mehr gibt. Ich trauere heute noch Inhalten nach, die ich in Path oder Foursquare angelegt habe – beides gibt es heute in der Form nicht mehr, und wer weiß wann Gooreads oder Letterboxd dicht machen und große Mengen an nutzergenerierten Texten mit sich reißen.

Alternative zu WordPress.com: Selber hosten
Seit 2008 war ich bei WordPress.com und MAN, ist mir das Unternehmen auf den Sacque gegangen. Am Ende wollten die mir nicht mal mehr Speicherplatz verkaufen, drückten an jeder Ecke Monetarisierung rein (“Mach aus deine Blog eine Brand!”, “Verdiene jetzt Geld mit deinem Blog!”, “Ermittele durch Tracking Deiner Besucher ihre Satisfaction und steigere deine KPIs!”) und schränkt dabei Spielräume immer weiter ein.

Nun kenne ich mich mit Servern nicht aus und scheute lange vor einem selbstgehosteten Blog zurück. Als ich den Schritt dann endlich ging, was es befreiend. Das Hostingunternehmen Manitu stellt Webspace mit 1-Klick-Wordpress-Installation zur Verfügung. Der Umzug meines Blogs hier per XML-Export/Import (was anderes bietet WordPress.com nicht mehr) war schwierig, weil es so alt und riesig ist, aber bei kleineren Blogs sollte der Umzug reibungslos gehen.

Alternative zu Twitter: Das Fediverse
Ich habe Twitter genauso geliebt wie ich X nun hasse. Was da passiert ist, war keine Enshittification, das war Evilisierung.

Ich habe mein neues Social Media-Heim bei Mastodon gefunden, einem dezentralen Netzwerk. Die ersten Schritte waren einfach. Als mir die Admins bei chaos.social auf die Nerven gingen (ich wurde mehrfach verwarnt, weil ich keine Triggerwarnung wegen politischer Inhalte gesetzt hatte) konnte ich zum Glück einfach nach mastodon.social wechseln. Alles nicht so inspirierend wie Twitter früher war, aber nette Menschen und kein Tribalism. Mit der App “Ivory” kommt die Bedienung fast an Twitter ran.

Bluesky möchte ich nicht nutzen. Auch wenn das Protokoll angeblich irgendwie halb offen ist, ist das dennoch aktuell ein zentrales Netzwerk. Will ich nicht.

Alternative zu Facebook
Niemand braucht Facebook. Deshalb braucht man eine Alternative dazu genauso dringend wie eine zu Studi-VZ oder zu MySpace.

Alternative zu Whatsapp: Signal
Gibt es als App, für den Desktop, kann Gruppen, ist verschlüsselt, macht keinen KI-Scheiss. Download hier. Ich konnte nahezu meinen gesamten Bekanntenkreis überzeugen, Signal zumindest als Zweitmessenger zu installieren.

Alternative zu Instagram: Pixelfed?
Ist gekoppelt an Mastodon, sieht aus wie Insta, fühlt sich an wie Insta, hat aber keinen KI-Slob, Algorithmenwahn oder Werbung: Pixelfed. Manchmal etwas sluggish, aber eigentlich okay. Leider leider steht ein Soziales Netzwerk immer mit den Menschen, die da sind. Ich bin da – außer mir aber kaum jemand. Deshalb leider keine vollwertige Alternative.

Alternative zu Amazon Kindle: Tolino
Ich liebe meinen Kindle Paperwhite. Aber will man Bücher von einem Konzern kaufen, der missliebige Inhalte in meiner Bibliothek austauschen oder zensieren kann? Ich nicht mehr, der Wechsel zu einem Tolino 5 Shine steht deshalb dringend an, aber noch aus. Ich freue mich aber schon drauf, immerhin kann der Tolino nicht nur alle möglichen eBook-Formate anzeigen, er beherrscht auch den Umgang mit lokalen Buchhandlungen und Büchereien.

Kein Witz: Man kann über das Tolino-Netzwerk eBücher bei seinem lokalen Buchhändler kaufen. Online, natürlich, aber der Buchhändler kriegt dafür Geld. Hoffe ich.

Alternativen zu Amazon
Amazon ist für mich nach wie vor Shoppingplattform Nummer 1, aber immer häufiger nutze ich die Alternativen. Im vergangenen Jahr war das u.a. die Böttcher AG, die preislich meist besser sind als Amazon und in Sachen Lieferung fast genauso schnell.(Deren Chef aber leider AFD-nah ist. Schade, sowas kann ich natürlich nicht weiter unterstützen).

Mittlerweise nutze ich gerne idealo um Alternativen oder kleinere Geschäfte zu entdecken.

Gute Erfahrungen habe ich bei Elektronik und Haushaltswaren mit Galaxus und Coolblue gemacht. Oder ich bestelle gleich in den kleinen Spezialgeschäften wie Bikers Point oder Riders Point, die haben mittlerweile auch gute Onlineshops.

Alternativen zu Slack, Teams, Zoom, Webex
Eher für die Arbeit. Dort kommen wir mit eigenen Instanzen von BigBlueButton und Matrix gut zurecht.

Alternative zu Hollywood: Überall.
Zum Abschluss ein Hinweis, dass es auch in anderen Bereichen ohne die USA geht. Hollywood leidet unter Ideenarmut, und da Trump anachronistische Inhalte angeordnet hat, wird das bestimmt nicht besser. Abahey, es gibt alternativen! Überall auf der Welt! Der beste Agententhriller-Abenteuer-Heist-Film der letzten Jahre kam aus Bollywood, aus Japan kommen coole Serien und gruselige Filme, die besten Dokus macht eh die BBC, Komödien können die Briten auch und selbst die Italiener und Franzosen haben ihre Momente. Was besseres als in Hollywood findet man überall.

Und, wie ist´s bei Euch? Auch schon weg von den US-Services? Oder jetzt Interesse daran bekommen, sich mal nach Alternativen umzusehen?

20 Gedanken zu „Alternativen zu Gmail, iCloud & Co: Weg von US-Services!

  1. Bei vielen der angezeigten Alternativen bin ich mit Dir konform, bzw. werden diese auch von mir genutzt. Allerdings solltest Du das mit B*ttcher als Amazon Alternative nochmal überdenken. Oder möchtest Du einen Faschistenladen unterstützen?
    Das Fediversum ist aufgrund nicht vorhandener Algorithmen sehr stark vom eigenen Mitwirken abhängig. Bei Pixelfed bist du mir noch gar nicht untergekommen.

    1. Ich habe die Berichterstattung rund um Böttcher recht genau verfolgt und fand die Distanzierung von dem Aufsichtsratmitglied glaubwürdig. Ich sehe aber gerade, dass Böttcher selbst große Nähe zur AFD hat. Nee, das war´s dann.

      Zu Pixelfed hast Du mich überhaupt gebracht, und ich folge Dir dort 🙂

  2. Ich habe vor ca. 6-8 Monaten angefangen mich von den gewohnten US-Diensten zu lösen, als der Dumbatz began die Welt zu erpressen. Im ersten Schritt habe ich alle verzichtbare US-Dienste gekündigt und auf EU oder De umgestellt, das alleine hat mir knapp 50€ gespart, ohne das ich einen Nutzungsnachteil verspüre.

    AppleTV, Dropbox wurden gekündigt, iCloud drastisch reduziert, aber… Apple TV ist nach Sonderangebot für 5€ für 3 Monate wieder reaktiviert auch weil ich Slow Horse weiter schauen wollte.

    Amazon Prime wird bald gekündigt. Es hat Immer mehr China-Ramsch dort und die Zustellung ist mittlerweile so unzuverlässig, da lohnt sich nicht mehr und der Kauf über andere Quellen geht auch. Portokosten sind halt doof, aber was solls.

    Meine Cloud habe ich auf filen.io umgezogen, die Apple-Cloud habe ich auf ein Minimum gestutzt, damit iPhone und iPad noch Backups machen können, sowie die Familie ihre Basics noch hat.

    Fotos aus dem iPhone spiegele ich schon nach filen.io, mir fehlt noch eine hübsche Foto.app. Wobei ich in 1-2 Jahren plane kein neues iPhone mehr zu kaufen, sondern evtl. auf das finnische Jolla mit Sailfish umzusteigen. Hier zögere ich noch etwas, ich habe nur theoretisches Wissen und noch keine Möglichkeit das in den Händen zu halten.

    Ich habe ein QNAP-NAS zu Hause, möchte das aber nicht aus dem Internet erreichbar machen, weil es schon etwas älter ist und kaum noch Updates bekommt. Im LAN ist es noch sehr gut. Meine Medien (Filme, Musik) usw. liegen dort schon.

    Spotify gibt es noch, auch weil FamilyAccount. Aber Schweden ist kein Problem.

    Outlook war das Erste was ich vom privaten Win11 entfernt habe, direkt auf Thunderbird gegangen. Nachdem die jetzt aber auch AI-Slop integrieren wollen wie auch Firefox, sind die alle wieder entfernt. Als Browser nutze ich Waterfox, das Windows kann keine Mails mehr, die Linuxe nutzen Evolution, mac-iPhone-iPad noch MacMail.

    Ich nutze auch posteo als Haupt-Mail für alles, Kalender und Adressen aller System holen sich die Daten von dort, der iCloud-Sync dafür ist schon lange angeschaltet.

    Als Suchmaschine bin ich weg von google usw. Lange Zeit habe ich DuckDuckGo genutzt, seit heute versuche ich qwnat.com, die ersten Nutzungserfahrungen sind positiv.

    Für Notizen nutze ich jetzt Joplin, weil ich etwas unter Win, Mac und Linux brauche. Bis auf das iPhone synchen mittlerweile alle Systeme die Notizen im LAN, eine Datenbasis für alle. Das freut. Nächste Woche transferiere ich die Apple-Noitizen rüber, dann kann auch der iCloud-Sync dafür abgeschaltet werden.

    MS-Office gab es hier noch nie, LibreOffice funktioniert unter allen Systemen.

    Meine wenigen US-ETF Investments sind verkauft und auf EU-EFT umgestellt, eine kurze Anpassungsphase und etwas Nerven hat es gebraucht, aber das läuft jetzt langsam wieder zufriedenstellend.

    und und und. Es geht voran.

    Ich forciere mich nicht alles sofort umzustellen, ähnlich wie Du gehe ich Schritt-für-Schritt daran EU oder DE Alternativen zu nutzen. #lessUS

  3. So einen Artikel zu schreiben ist auf meiner todo-list. Dein Artikel hat das etwas höher priorisiert, danke! Ich bin eher der selbst-Hoster, insofern fällt das etwas anders aus, vieles ist aber auch gleich.
    Rüdiger: Denk nochmal über Spotify nach. Ich bin aus Gründen zu Tidal. Mehr in meinem Artikel, wenn er denn mal geschrieben wird.

      1. Ich weiß nicht ob das was wird mit dem Artikel. Deswegen in Kürze: Spotify zahlt am wenigsten an die Künstler:innen, ist überflutet mit KI-generierter Musik und hatte bis Ende letzten Jahres eine katastrophale Soundqualität. Außerdem gibt es Gerüchte über fragwürdige Aktivitäten des CIO.
        Ich bin zu Tidal gewechselt und vermisse nix, im Gegenteil. Egal, wohin: Der Wechsel gestaltet sich einfach, Playlisten und Kram umziehen geht schmerzfrei mit ein paar Providern (oder selbst coden, die APIs sind alle offen). Umzug hat mich 1 h gekostet, Details via der Suchmaschine des Vertrauens (und damit meine ich bestimmt nicht Google, sondern z.B. Kagi).

  4. Hallo Silencer,
    danke für die tolle Übersicht!

    Zur DS-Notestation:
    “Sie kann nicht ganz so viel wie das Apple-Pendant, z.B. fehlt ein Scanmodus oder die Möglichkeit, Bilder zu einer Notiz hinzuzufügen. ”

    Zumindest auf dem Desktop geht das mit den Bildern. Wir nutzen die auf der Arbeit für unsere internen übergaben und haben da regelmäßig Bilder drin… einfach ein Bild per Drag & Drop in die Notiz ziehen.

    Liebe Grüße,
    Thanika

  5. Hallo,
    sehr interessanter Beitrag. Werde mich auch mal in Alternativen einarbeiten.
    Vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich habe einen Reiseblog mit den Notizen auf den Apple gemacht und dort auch Bilder eingefügt. Ich bekomme aber den Text und die Bilder nicht aus den Notizen heraus. Ich kann zwar die Notiz versenden, per Mail, WA, kopieren etc. aber dann sind immer die Bilder weg.
    Kann jemand helfen?

  6. Was übrigens oft übersehen wird: Die Notizen App ist nicht per se böse sondern sync zB. Notizen auch mit anderen Mailservern (hier zB. auch mit dem meines Arbeitgebers). Da gibt es zwar ein paar Abstriche aber am Ende kann man die gleiche (sehr gute, finde ich) App auf allen Geräten nutzen, dennoch syncen und nicht in iCloud hängen.

  7. Der Notizen-Sync in Mailservern können nach meiner Erfahrung leider kein Rich-Text, sondern ‘nur’ Markdown. Damit ist die Darstellung einer Notiz aus Apple nicht oder teilweise mit erheblichen Einschränkungen möglich. (leider eigene Erfahrung)

    posteo z.B kann auch Notizen syncen, wenn man jedoch von Apple kommt, hat man danach ein ziemliches Chaos in der Darstellung. Oder man schiebt alles einzeln auf PDF und macht daraus dann separate Notizen.

    Letztlich hängt es auch davon ab, wie man die Notizen nutzt. Bei mir ist es so etwas wie ein privates Wiki, mit Sammlungen von Webseitextrakten, Artikeln, PDF, Texten, usw. Sobald eingebettete Daten wie Bilder, PDF, Apps, Scripte, …. dabei sind, wird es problematisch.

    Mit die besten Ergebnisse beim Ausstieg aus Apple-Notizen habe ich mit Joplin gemacht (Sync läuft nun über WebDav) und Evernote gemacht. Letzteres kommt aber wegen der Preis-/Servicevorstellung und der Herkunft nicht mehr in Frage. Und doch muss ich auch in Joplin nahezu jede Notiz anfassen und in der Darstellung korrigieren. Markdown ist einfach, beim Import leider nicht fehlerfrei.

  8. Moin,
    alles sehr spannend, wobei ich fast nur Bahnhof verstehe. (Kann aber auch am Jetlag liegen.)

    Facebook brauchen noch alte Menschen, aber ich kann Dir anbieten von Whatsapp zu Signal zu wechseln, wenn Dir das lieber ist. 🙂

  9. Ich mache meine Motorrad-Reiseplanung inzwischen durchgängig mit https://kurviger.com

    Verschiedene Kartengrundlagen, unter anderem OpenStreetMaps, detailierte Vorgaben zu “Kurvigkeit” und Vermeidungen, Infos zu Straßensperrungen und Fähren, eigene Touren-Datenbank und es funktioniert unproblematisch mit meinen Navis zusammen.

    Jahresabo waren bisher € 10,-

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