Reisetagebuch (12): P wie Piacenza, oder wie Pfau
Sommertour mit der Morrigan. Heute verschlägt es mich nach Piacenza, und ich werde quasi Ehrenbürger im Dorf.
Samstag, 14. Juni 2025
“Wow, che meraviglia!” entfährt es mir, als ich das gigantische Tortenbuffet sehe, das Giuliettas Mamma wieder zusammengebacken hat. Der kleine Frühstücktresen biegt sich unter den verschiedensten Kuchen und Keksen und Törtchen und Gebäckstücken, nebenan stehen weitere Gläser mit Keksen und gegenüber unter einer Glasglocke steht Pizza und… Börek? Annamaria ist wirklich ein Backwunder.
Rosanna, die das Frühstück betreut, schaufelt mir ein Stück Kuchen auf den Teller und sagt “Musst Du probieren! Orange-Marzipan, ganz neu!”
Ich nicke anerkennend und verziehe mich mit dem Teller und einem Caffé Doppio vor die Hütte. Der zentrale Raum mit der Küche hat große Glastüren, die nun ganz aufgeschoben sind.
Freiluft-Frühstückszimmer, sozusagen.
Mitten im Grünen. Wunderschön.
Zu hören ist nur das Plätschern der Fischzuchtbecken und Rosannas “gutschi-gutschi-guuuuuuh”, als sie drinnen das Kleinkind eines Gastes bespasst. Ach, wir sind ja in Italien. Es muss natürlich “Gucci-Gucci-Guu” heißen.
Nach dem Frühstück gehe ich zur Bar und zu Giulietta. Auf dem Weg fällt mir eine neue Voliere auf mit… Pfauen?!
Nun sind Pfauen nicht die ungewöhnlichsten Haustiere auf italienischen Höfen, aber warum so viele?
Giulietta zuckt mit den Schultern.
“Non lo so. Sind die von Giovanni”, sagt sie, stellt mir ungefragt einen Caffé Doppio auf den Tresen und macht sich selbst auch einen.
“L’ha comprata a palate, non so perché” – Gab´s vielleicht im Dutzend billiger, keine Ahnung.
Ah. Giovanni ist der manchmal etwas grummelige Vorarbeiter der Farm.
“Nuovo orologio?”, fragt Giulietta, greift meine Hand und dreht das Handgelenk zu sich, um sich die Apple Watch anzusehen.
Ich nicke. Sie findet Smartwatches super und trägt die schon ewig. Ich erst seit diesem Jahr, und ich finde die ganz schön unpraktisch, klobig und hässlich…
“È elegante. Mi piace il braccialetto”, sagt Giulietta und streicht über das Leder des Armbands.
…aber andererseits gewöhnt man sich dran und eigentlich sieht sie auch ganz gut aus, mit dem breiten Cuffband.
Annamaria kommt aus der Küche gewackelt, grinst gutgelaunt und fragt “Oggi cosa fai, caro?” – Was machst Du heute?
“Non lo so, vedró”, sage ich. Keine Ahnung, mal schauen.
Giulie kommt ganz nah an mich heran, schaut mir aus kurzer Distanz tief in die Augen und sagt dann leise “Se ti annoi…”, falls Du Langeweile hast…
“Jaaa?” sage ich.
“…FINDEN WIR BESTIMMT ARBEIT FÜR DICH!”, ruft sie laut und fängt an zu lachen, “Qui, c’è sempre qualcosa da fare!” – Hier gibt es immer etwas zu tun.
“Rrrgh”, mache ich. Ich bin eigentlich nicht hier, um Holz zu hacken oder Pfauenkäfige auszumisten oder – Gott bewahre! – irgendwas mit Fischen zu machen.
Annamaria grinst fast im Kreis. Ich kann ihr ansehen, dass sie irgendeine Frechheit ausheckt. Um ihren komischen Ideen direkt einen Riegel vorzuschieben sage ich streng “Non aiuto in cucina!” – ich werde nicht in der Küche helfen, “Ma… posso provare nuovi dolci! E gusti di gelato!” – aber ich stelle mich als Tester für neue Kuchen und Eissorten zur Verfügung.
Annamaria schaut empört und gibt schnaubend einen Vortrag zum Besten, den ich nicht ganz verstehe. An einzelnen Worten und der Art wie sie es sagt und gestikuliert vermute ich, dass sie feurig erklärt, das Männer ohnehin nichts in der Küche verloren haben und dort nur Unheil anrichten. Die Frauen an den Tischen ringsum, und es sind alles Frauen, nicken zustimmend und ergehen sich dann in, so vermute ich, anekdotischer Beweisführung.
Giulie hört dem Geschnatter zu und lächelt versonnen, bis sie plötzlich irritiert schaut und meine Hand loslässt. “Deine Uhr will etwas”, sagt sie.
Stimmt, die Apple Watch vibriert gerade wie blöd, jetzt fällt es mir auch auf.
Ich blicke auf´s Display.
“Tutto a posto?”, alles in Ordnung?, fragt Giulie.
“Si, certo”, Ja, alles okay, sage ich und verdecke das Display.
Es dauert eine Stunde um aus den Bergen herauszukommen, egal ob nach Norden oder nach Süden. Macht aber nichts, denn die Strecken sind für Motorradfahrer ein Traum. Da heute Samstag ist, sind selbst um kurz nach zehn hier schon superviele Moppedfahrer auf Ausflugstour unterwegs.
Aus dem Augenwinkel sehe ich auf einer Wiese ein Auto stehen, mit einer auffälligen, violetten Abdeckhaube mit irgendeinem Firmennamen darauf.
ChrChr, denke ich noch, gibt´s nicht einfachere Arten der Werbung, als sein ganzes Auto auf eine Wiese zu stellen? In dem Moment sehe ich einen violetten Sonnenschirm, der am Rand der nächsten Kurve steht. Darunter sitzt in einem Campingstuhl ein Mann mit Wanderhut und Sonnenbrille.
Hehe, sieht ja aus wie Dani, der mittlerweile berühmte Fotograf von Kanyar-Foto, der am Stelvio-Pass Bilder macht und die dann gegen Geld verkauft. Aber sowas gibt es hier doch nicht, oder? Oh, der Mann sieht durch eine ziemlich große Kamera und… hat der mich gerade fotografiert??
Leicht irritiert fahre ich weiter. Das am Stilfser Joch, wo alle fünf Sekunden ein Motorrad oder ein Supercar vorbeikommt, ein Fotograf ordentlich an Kurvenbildern verdienen kann – klar. Aber hier? Wir sind hier mitten im nirgendwo, oder?
Egal. Nachdem ich aus den Bergen raus bin, wird die Fahrt schnell langweilig und zäh. Vor den Bergen liegt die Po-Ebene, und in ihr, parallel zu den Bergen und wie an einer Perlenkette aufgefädelt, die Städte Bologna – Modena – Reggio Emilia – Parma und, ziemlich im Norden, Piacenza. Das hat einen Ruf als niedliches Städtchen, und deshalb möchte ich mir das heute ansehen. Piacenza ist besser als Pfauenkäfige ausmisten.
Die Fahrt von 147 Kilometern dauert erstaunliche drei Stunden, obwohl ich die direkt Strecke über Schnellstraßen nehme. Die sind aber völlig seltsam geregelt. Dauernd wird von Tempo 90 auf 50 reduziert, und es wird oft geblitzt.
In Piacenza selbst wird es verkehrstechnisch nicht besser. Durch die Neustadt führt eine schnurgerade Straße, und alle zweihundert Meter steht eine rote Ampel.
Ich habe noch nie in einer italienischen Stadt SO VIELE Ampeln gesehen, und alle sind rot und haben so lange Umlaufzeiten, dass dort Künstler auftreten. Balljongleure, Jongleure mit Keulen, Jongleure mir Ringen – nach wenigen Hundert Metern hat man eine halbe Zirkusvorstellung hinter sich.
Ich persönlich möchte schon dem dritten der Kleinkünstler seine Bälle ins Maul stopfen oder ihn mit seinen Keulen schlagen. Das ich leicht ungehalten bin hat einen Grund. Hier geht gerade wirklich gar nichts voran UND es es ist 35 Grad heiss. Die V-Strom gibt einen Pfiff von sich und schmeisst ihre Lüfter an, und ich merke, wie es am rechten Bein schon wieder mächtig heiß wird. Das ist die Schwachstelle des 800er Paralleltwins: Der wird rechts einfach heiß bis zu einem Grad, dass man meint spüren zu können, wie sich Brandblasen am Bein bilden.
Immerhin gibt es einen Riesenparkplatz am Rand der Altstadt, und ein Teil davon ist kostenfrei.
Ich stelle die V-Strom ab und pelle mich aus den Klamotten und verstaue die in den Koffern. Dann laufe ich los und schaue einfach mal, wie Piacenza so ist.
Der erste Eindruck: Piacenza ist eine wirklich hübsche Mischung aus Klassizismus und Mittelalter und atmet dabei Großzügigkeit in Sachen Platz. Die Straßen sind breit und, im Bereich der alten Stadtmauer, sind Alleen angelegt. Das ist schön, bieten die großen Bäume doch ein wenig Schatten gegen die sengende Sonne.
Im Stadtzentrum steht ein großer Dom. Ich mag Gotik ja sehr.
Rund um den Dom ist Markt, allerdings schließt der schon langsam. Die großen Stände voller Kleidung wurden angemessen durchwühlt, nun ordnen die Händler die Sachen wieder und verstauen sie in Bananenkartons.
Die Geschäfte sind klein und teils allerliebst. Hier hat ein Schokoladengeschäft einen “Chocovelox” aufgestellt, einen Schokoladenblitzer.
Die Brillenmode für das Jahr 2025 ist allerdings mal wieder eher so 🤮
Ich schlendere durch die Straßen und suche nach einer Kleinigkeit für Francesca, meiner toskanischen Adoptivoma. Die besuche ich morgen und beschließe ihr, der ehemaligen Profumarista, eine kleine Duftstatue mitzubringen.
Im Stadtzentrum steht dieses riesige Gebäude, das ich zuerst für das Rathaus halte.
Das ist aber tatsächlich nur die Bank. Das Rathaus steht der gegenüber, kleiner, aber auch ein prächtiger Bau um Stil der italienischen Gotik: Der Palazzo Gotico.
Interessant: Mittlerweile kostet auch in Italien der Toilettengang in öffentlichen Gebäuden Geld.
Vor dem Rathaus steht ein Pferd mit dicken Eier…
…und ansonsten ist Piacenza ein Gewirr aus gepflegten Straßen, an denen es immer wieder etwas Interessantes zu entdecken gibt.
Nach zwei Stunden habe ich genug. Diese Hitze sorgt dafür, dass ich fast alleine in den Straßen unterwegs bin, die sich wie ein Backofen aufgeheizt haben.
Ich will zurück zum Motorrad, aber wo genau war das nochmal? Ah, kann sein, dass ich eine praktische Anwendung für die Smartwatch gefunden habe. Die hat sich gemerkt, wo die Morrigan parkt, und kann mich nun dahin zurückbringen.
Drei Stunden später bin ich wieder in den Bergen. Amüsiert registriere ich, dass in breiten Betten der Schmelzwassserflüsse hunderte Menschen Abkühlung suchen. Sie haben auf die Felsen Klappstühle gestellt oder Handtücher ausgebreitet und waten durch die schmalen Rinnsale, die noch zwischen den Steinen fließen.
Auf dem Weg zurück zum Borgho halte ich Ausschau nach dem violetten Auto, sehe es aber nicht mehr. Hat der hier wirklich fotografiert?
Ja, hat er. Die Firma heißt Picmood und setzt Fotografen an viel befahrene Straßen, auch in dieser Region hier. Fährt man da lang, kann man später anhand von Standort und Uhrzeit nachgucken, ob man fotografiert wurde. Falls ja, kann man das Bild in verschiedenen Auflösungen kaufen oder sich sogar als Wandbild mit Rahmen nach Hause bestellen.
So gibt es noch ein Bild von mir vor der Kulisse des Pietra di Bismantova, des großen Tafelbergs.
Im Dorf, wo Giuliettas Fischfarm liegt, sind es zehn Grad weniger als in der Ebene, das ist viel besser aushaltbar als dieser Backofen.
Als ich auf der Farm ankomme, statte ich als erstes der Bar einen Besuch ab. Ich brauche einen Caffé – und was Kühles.
In dem Moment knattert ohrenbetäubend eine Harley vorbei. Giulie verdreht die Augen.
“So viele Motorradfahrer gerade”, sagt sie.
“Troppo. E troppo rumoroso”, sage ich. zu viele, und zu laut.
Sie nickt. “Noioso. Dich hört man nie”, sagt sie.
Jetzt zucke ich mit den Schultern und grinse. Ich halte halt nichts davon, meine Umwelt mit Krach zu terrorisieren. Diese ganze Akrapovic-Bande mit ihren ausgebauten DB-Killern kann schön weggehen.
Annamaria mustert mich und meint “ein Notfalleis, kommt sofort!”. Dann sitzen wir gemeinsam unter der Laube aus Wisteria, aus chinesischem Blauregen, gönnen uns eine Auszeit und schauen dem Sommertag beim sommerlich sein zu.
Später wandere ich die rund eineinhalb Kilometer ins Dorf und gehe ins zentrale Restaurant.
“Hey, bist Du auch mal wieder da!”, werde ich von Barbu begrüßt. Er ist Rumäne und führt die Locanda hier zusammen mit seiner Frau Alcina, einer begnadeten Köchin.
Ich mag das Restaurant, es ist ein bodenständiger Laden der Einheimischen und der soziale Drehpunkt des Dorfes.
“Ragazzi! Guardate! Silencer! Quello con il video!” ruft Barbu in die Runde, und einige mittelalte Leute sehen mich plötzlich direkt an, lachen und heben die Gläser.
Ich mache eine angedeutete Verneigung und darf dann am zentralen Tisch auf der Terrasse Platz nehmen.
“Ich möchte Dir ein Bier ausgeben”, sagt ein Bauer am Nebentisch. “Barbu, ein Bier für unseren Freund”.
Das fehlte nun noch. Aber ich habe es ja so gewollt. Ich hatte ja im vergangenen Jahr nur über Bande (also durch Rosanna) mitbekommen, dass das 958-Seelen-Dorf ein seltsames Interesse an mir entwickelt hat und mir seitdem viele auf Insta folgen. Da in Italien jeder, vor allen Dingen die Frauen, auf Instagram sind, hatte ich mir dort einen kleinen Gag erlaubt. Vor einiger Zeit hat Barbu ein Logo entworfen. Das sieht ein wenig aus wie das Northface-Logo, nachgebaut in Paint, mit dem Schriftzug “Tutti a borgho”, wir alle im Dorf, und dessen Koordinaten.
Dieses Logo hatte ich auf eine Karte gedruckt und die vor den unterschiedlichsten Orten während meiner Japanreise fotografiert. “Tutti a Borgho” hat es so nach Tokyo oder Sapporo geschafft. Daraus hatte ich dann ein 30 Sekunden-Video geschnitten und das auf Insta unter dem Titel “Ciao Borgho” veröffentlicht. Natürlich hat Alcina das in ihre Story gepackt, und deshalb kennt mich jetzt wirklich der ganze Ort.
Nunja. Ich widme mich erstmal ganz hervorragenden, handgemachten Tagliatelle mit Pilzen…
…gefolgt von Taglia al Manzo, Rindfleischstreifen mit Parmiggiano-Schnitzen.
Währenddessen wird der Himmel dunkel, und dann beginnt Starkregen, so laut, dass man sein eigenes Wort unter der Markise der Terrasse nicht mehr versteht. Wieder klopft es auf meine Schulter, am Nebentisch hat sich Sara mit ihrer ganzen Familie breitgemacht. Auch sie kenne ich von Insta. “Wir sprechen später”, ruft sie.
Als Nachtisch probiere ich Zuppa Inglese, was sich als schwerer, gehaltvoller Kuchen entpuppt. Eine Spezialität der Emilia-Romagna.
Nach dem Essen bin ich mehr als genudelt und will bei Barbu am Tresen zahlen. Er stellt aber erstmal zwei Wassergläser hin und füllt die bis zum Rand mit hausgemachtem Limoncello.
“So schnell kommst Du hier nicht weg”, grinst er und hebt das Glas. Der Zitronenlikör ist sehr gut, und SEHR hochprozentig.
“Perche hai fatto il video?”, will er wissen.
“Warum ich das Video gemacht habe? Ich weiß auch nicht warum. Ich trage ein Stück von hier in meinem Herzen, und denke sehr oft an die Menschen”, sage ich wahrheitsgemäß und trinke zu schnell und zu viel auf einmal vom Limoncello.
Barbu lacht, füllt die Gläser direkt nach und macht ausholende Gesten, als er sinngemäß sagt:
“Du hast Dich sehr darum verdient gemacht, unser Dorf in der Welt bekannt zu machen. Du bist unser ambasciatore, unser Ehrenbotschafter. Und deshalb…”, er hält den Tischzettel mit meiner Rechnung hoch über den Kopf, dann reisst er ihn dramatisch mittendurch und ruft “…deshalb bist Du heute eingeladen! Du zahlst nichts heute Abend! Noch einen Limoncello?”
Ich bin gerührt. Das fühlt sich an, als hätte ich gerade die Ehrenbürgerschaft verliehen bekommen.
Ich bedanke mich, lehne einen weiteren Limoncello aber ab – der erste hat in Kombination mit dem Bier vom Bauern und dem Rotwein zum Essen schon so reingehauen, dass ich meine, meinen Unterkiefer nicht mehr ganz zu spüren.
“Graschie, ma non. Devo andare al letto”, sage ich, ich muss ins Bett, klopfe auf den Tresen und wanke nach draußen.
“Sil!”, ruft Sara am Nebentisch, und ich steuere den grob an und komme tatsächlich neben ihrem Sitzplatz zum stehen.
“Mi Discpiasche”, sage ich verschliffen, “ein andernmal. Ich hatte gerade einen Limoncello zu viel”. Sara lacht und sagt “Barbus selbstgemachter Limoncello ist berüchtigt. Komm gut nach Hause!”
“Graschie”, nuschele ich und mache mich auf den Heimweg, der in einer nicht ganz graden Linie durchs Dorf führt. Was aber auch kein Wunder ist, in Anbetracht der Tatsache, dass die Häuser darauf bestehen sich zu drehen UND mir die ganze Zeit die Straße entgegenspringen will. Unter diesen erschwerten Umständen mache ich in Sachen nicht-über-die-eigenen-Füße-stolpern noch einen guten Job. Finde ich.
Meine Güte, so betrunken war ich vermutlich seit Schulzeiten nicht mehr.
Ich komme an an der Hütte an, lasse mich schwer auf die Holzbank davor fallen und atme tief die frische Nachtluft ein. In dem Moment stolziert ein Pfau mit größter Selbstverständlichkeit vorbei, glotzt mich doof an und verschwindet im Dunkel der Nacht.
Ich glotze doof zurück, seufze und nuschele “Ach Scheise”.
Aber hilft ja nichts.
“Un pavone… è scappato, è corscho…. corso là… dietro”, sage ich, als ich schwankend bei Giulietta im Türrahmen stehen. Ein Pfau ist ausgebrochen und rennt da hinten rum. Ich befürchte, dass wir jetzt den Rest der Nacht damit verbringen werden, das dumme Viech wieder einzufangen.
Zu meinem Erstaunen ist Giulie völlig entspannt und sagt nur “Cé normale”, das ist normal, “Der macht nur seinen Spaziergang. Aber der kommt wieder, sein Harem ist ja noch hier. Sag mal, hast Du getrunken?”
“Limoncello….”, setze ich zu einer Erklärung an, vergesse dann aber, was ich sagen will.
“Barbu?”, fragt Giulietta und zieht die Stirn in Falten. Ich nicke.
“Poverino! Allora, andiamo al letto“, sagt sie.
„Prego“, kichere ich.
Giulie hat einfach die besten Ideen.
Hicks.
Tour des Tages: Einmal Piacenza und zurück, rund 302 Kilometer.
Zurück zu 11. Yogagleiter
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