Momentaufnahme: Mai 2026
Herr Silencer im Mai 2026
Das Wetter will mich doch verarschen!
Wetter: Regen. Bei 2 bis 10 Grad. Dann Sonne. Bei 33 Grad. WTF?
Lesen:

Terry Pratchett: Witches Abroad [1991, Kindle]
Magrat Knoblauch, eine nah am Wasser gebaute Junghexe mit Hang zur Esoterik, erbt einen Zauberstab – und ist damit von jetzt auf gleich eine gute Fee. Teil des Erbes ist auch, dass sie eine arme Magd auf dem Weg zur Prinzessin begleiten muss. In der fernen Stadt Genua. Und Granny Wetterwachs und Nanny Ogg, die verschrobendsten Hexen der Spitzhornberge, dürfen auf keinen Fall mitkommen. Klar, dass sie wenig später zu Dritt auf Reisen gehen – und dabei entdecken, dass irgendjemand Geschichten manipuliert.
“Witches Abroad” ist eines der ersten Bücher über die Hexen der Scheibenwelt. Das ist deutlich zu merken – der große, wegen seiner Klugheit und Hintergründigkeit beeindruckende Stil der späteren Jahre von Pratchetts Schaffen findet sich hier noch nicht.
Hier gibt´s die billigen Lacher a la “Per Anhalter durch die Galaxis”, wenn die Hexen in Fish-out-of-Water-Manier durch bekannte Sagen und Märchen stolpern und die in Ordnung bringen, was bis hin zu durch Feminismus verhinderten Märchenhochzeiten reicht. Das ist lustig und immer noch toll lesbar – und ein kurzlebige Aufheiterung ist ja nichts Falsches.

Anette Dittert: Dear Britain [2026, Kindle]
Annette Dittert ist nicht mehr für die ARD tätig (leider), aber arbeitet weiterhin. Eines der Ergebnisse ist “Dear Britain”, quasi der Nachfolger des von mir sehr gemochten “London Calling”.
An dessen Qualität kommt das neue Buch für mich leider nicht ran. In “London Calling” schätzte ich sehr die vielen, kleinen Einsichten aus Gesprächssituationen, die dabei halfen, Großbritannien und seine Insassen besser zu verstehen. Solche kleinen “Aha”-Momente fand ich in “Dear Britain” wenig. Das Buch versucht sich an größeren Zusammenhängen – Fremdenfeindlichkeit, die Rolle des Haus of Lords, das Verhältnis der vier Länder zueinander usw. Zwischen diesen Kapiteln finden sich immer wieder welche, die sich mit kleineren Dingen wie Gartengestaltung befassen. Das liest sich alles nicht so interessant weg wie im Vorgänger, den ich in wenigen Tagen verschlungen habe – und das liegt nicht daran, dass die Themen in “Dear Britain” zu schwer sind.
Ich bin nicht sicher, was mich am Ende genau an dem Buch gestört hat. Vielleicht ist es die Vermengung zu vieler Ebenen – Themen werden anhand von Gesprächssituationen behandelt, die viel Atmo mitbringen, und über allem liegt die Suche nach der Identität Großbritanniens und dem Platz der Autorin darin. Vielleicht geht da ein wenig zu viel durcheinander für meinen Geschmack.
Zur Ordnung trägt auch nicht bei, dass das Buch merkwürdig aufgebaut ist – immer wieder werden gewisse Dinge wiederholt, wie z.B, die Erklärung, wer oder was Emilia eigentlich ist. Gerade so, als wäre das Buch darauf angelegt, dass man es Kapitelweise, aber ohne Reihenfolge liest. Oder als würde es aus einer Sammlung von Kolumnen bestehen. Ein wenig besseres Lektorat hätte vielleicht geholfen, aus einem netten ein hervorragendes Buch zu machen.
Hören:
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Sehen:

Australia [2008, BluRay]
Australien, in den 1930ern: Die britische Adlige Nicole Kidman reist ihrem Mann nach Australien hinterher. Dort angekommen entdeckt sie, dass ihr Mann ermordet wurde – vermutlich, weil jemand die 30.000 Quadratkilometer große Rinderfarm haben will. Kurzentschlossen übernimmt Kidman selbst das Anwesen und versucht sich mit Hugh Jackman am Viehtrieb. Dann passieren Dinge. VIELE Dinge.
“Australia” ist ein Baz Luhrmann-Film. Das muss man wissen um zu begreifen, mit was man es hier zu tun hat und warum der Film wirkt, als sei er das uneheliche Kind von “Moulin Rouge” und “Vom Winde verweht”. Denn exakt das ist der Fall!
Von “Moulin Rouge” stammt die überdrehte Optik, die visuelle Wundertüte an Bildern und die skurrilen Kameraeinstellungen, wie in “Vom Winde verweht” wird hier eine epische Geschichte erzählt, die einfach nicht aufhören will. Damit tut der Film sich keinen Gefallen, weder mit der Optik noch mit der Länge der Geschichte.
Wenn Kidman und Jackman endlich die Rinder durch Wüsten und Unwetter bis zum Hafen gebracht haben, sich in de Armen liegen und das kleine Aborigines-Kind glücklich grinst, dann könnte der Film eigentlich gefühlt vorbei sein – aber zu diesem Zeitpunkt hat man die Hälfte der fast drei Stunden Laufzeit noch vor sich!
Ähnlich wie einst Tara muss auch “Faraway Down”, so der Name der Farm, erst noch brennen, die Japaner Australien angreifen und das Kind erschossen werden und und und… Das ist alles in einer Sekunde hoch dramatisch und in der nächsten Sekunde wieder total cheesy gefilmt und wirkt deshalb tonal all over the place. Schade, denn der Film möchte gerne eine ernsthafte Message rüberbringen. Schon im Titeltext verweist er auf die “gestohlenen Generationen” von Aborigines, aber dann kann Lurhmann nicht anders als Luhrmann-Sachen zu machen und dadurch ständig neue Dinge auzuhäufen, ohne die Kernstory wirklich aus zu erzählen.
Kunterbunt, entgleist tonal dauernd, viel zu lang.
Spielen:
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Machen:
- Im Regen bei 3 Grad Mopped fahren
- In glühender Hitze Mopped fahren
- Mopped fahren!
Neues Spielzeug:
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Ding des Monats:
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