RSS

Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

Test & Meinung: Nolan N104 Evo mit N-Com B5L ESS

IMG_8755

Bei Klapphelmen mit Tourenaustattung und integriertem Bluetoothsystem gibt es keine allzu große Auswahl. Ich habe mir den fast aktuellen N104 von Nolan und die zugehörige, brandneue Kommunkationslösung N-Com B5L mal genau angesehen – und sofort kaputt gemacht. Ich schreibe meine Erfahrungen hier mal auf, weil sich diese Informationen sonst nirgendwo im Internet finden.

„Ein Motorradhelm sollte nach fünf bis sieben Jahren ausgetauscht werden“, sagen „Experten“. Weil: „Die Weichmacher im Kunststoff verflüchtigen sich, dann wird die Helmschale spröde und verliert ihre Schutzwirkung.“ Bei Experten muss man immer genau hinsehen, von wem die bezahlt werden…

Ich persönlich glaube nicht, dass man pauschale Aussagen über die Haltbarkeit machen kann. Dazu spielen zu viele externe Faktoren eine Rolle. Meinen sehr geliebten Nolan N90 habe ich jetzt dennoch nach fünf Jahren und 45.000 Kilometern in den Vorruhestand geschickt. Er war nämlich nicht mehr dicht. Regen, insbesondere von der starken Sorte wie wir sie im Juni öfter hatten, schlug durch die Visierdichtungen. Hat man erstmal Tropfen auf der Innenseite des Visiers und auf der Brille, sieht man nur noch sehr wenig. Außerdem saß der Helm nach der diesjährigen Sommerfahrt nicht mehr wirklich fest auf dem Kopf. Das Innenfutter hatte sich im Laufe der Zeit geweitet. Beides ist sicherheitsrelevant, deshalb kam ich um einen Neukauf nicht rum.

Der neue sollte wieder ein Klapphelm sein und wieder Bluetooth fest eingebaut haben. Von der Sorte gibt es nicht viele. Die teureren Helme der Firma Schuberth gelten gemeinhin als Referenz in der Klasse. Will man von denen aber etwas Hochwertiges haben, muss man inkl. Bluetooth 800 Euro auf den Tisch packen. Günstiger, aber ebenfalls gut sind die Helme der italienischen Firma Nolan. Beim Helmkauf sollte der Preis natürlich nicht die erste Geige spielen. Das Wichtigste ist, dass der Helm perfekt passen muss. Ich habe einfach keinen Schuberth-Kopf, Nolan-Helme dagegen passen mir gut. Die bisherigen Erfahrungen mit dem N90 waren prima, darum fiel mein Auge nun auf die N104-Serie von Nolan. Das ist quasi der große Bruder des Nachfolgers von meinem N90.

Als 2012 der N104 rauskam versprach Nolan nicht weniger als den besten Helm, den sie je gebaut hatten. Eine Revolution, in allen Belangen besser als der Vorgänger N103 und schlicht der beste Tourenhelm, den Nolan je gebaut. Fachpresse und die Motorradfahrer waren sich schnell einig: Das war maßlos übertrieben. Der erste 104 war ein netter Helm, hatte aber ein gravierendes Problem: Er war viel zu laut. Die Windgeräusche bei schneller Fahrt seien unerträglich, las man.

Gut, sowas sagte man über meinen alten N90 auch, aber dennoch besserte Hersteller Nolan nach und schob 2015 den N104 Evo in den Markt, der eine neue Lüftung mitbrachte und durch ein anderes Innenfutter ruhiger sein sollte. Der Evo wird jetzt gerade abgelöst durch den N104 Absolute, der nochmal leiser sein soll.

Im hiesigen Helmfachgeschäft standen jetzt beide Helme, Evo und Absolute, direkt nebeneinander, und ganz ehrlich: Bis auf genau eine geänderte Stelle an der Kinnriemenpolsterung und etwas andere Materialien im Innenfutter habe ich keinen Unterschied feststellen können. Was sich dagegen stark unterscheidet ist aktuell der Preis: Satte 130 Euro unter normalem Verkaufspreis sollte die Nobelvariante „Classic“ des Auslaufmodells N104 Evo kosten, und damit immer noch 100 Euro weniger als die Billigvariante „N104 Special Absolute“ des Nachfolgers. Sogar die Farbe gefiel mir.

Das ist er, mein neuer Nolan N104 Evo in Platinsilber.

IMG_8756
Read the rest of this entry »

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 23. Juli 2016 in Motorrad, review

 

Werkstatt

Eineinhalb Tage war sie schon im Trockendock, jetzt stehen noch zwei Besuche in der Werkstatt für Schweißarbeiten an. Aber dann kann die Renaissance wieder auf die Straße, sagt diese freundliche Kawasaki-Fachkraft:

IMG_8736

 
2 Kommentare

Verfasst von - 23. Juli 2016 in Motorrad

 

Goodbye

Für eine Leistung, die ich nicht in Anspruch nehme, sind auch 8,99 Euro im Monat zu viel. Ich komme einfach nicht mehr dazu, lang und breit Filme und Serien zu schauen. Folgerichtig habe ich vergangenen Freitag mein Watchever-Abo gekündigt. Und heute steht das hier in der Zeitung:

2016-07-22 11_36_17-Vivendi schließt deutschen Videodienst Watchever _ heise online

Eine Woche hat es nur gedauert zwischen meiner Kündigung und der Ankündigung der Schließung. Verdammt. Die armen Mitarbeiter. Ich versprechem, mit Kündigungen von anderen Mitgliedschaften zukünftig sehr vorsichtig zu sein. Nicht, dass nachher noch der ADAC dichtmachen muss, nur weil ich austrete.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 22. Juli 2016 in Ganz Kurz

 

Soundtrack eines Sommers

Kleiner Nachschlag zum letzten Beitrag und weil´s gerade vom Wetter her so gut passt.

Joe Cocker – Summer in the City

Mehr nach dem Klick. Aber kein Kindertechno!
Read the rest of this entry »

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 21. Juli 2016 in musik, Webvideo

 

Sommer ´94

1994 begann seltsam. Erst starb Telly Savalas, dann Jackie Kennedy. Curt Kobain schoss sich den Kopf weg. Solche persönlichen Schicksale dominierten die Nachrichten, denn die großen Themen waren abstrakt und fanden weit weg statt. Die Apartheid endete, Ayrton Senner starb und Politiker unterschrieben Vereinbarungen, aber das alles passierte am anderen Ende der Welt.

Meine eigene Welt wurde währenddessen immer kleiner. Erst war sie wochenlang von Büffeln geprägt, dann bestand sie nur noch aus Nervosität und Anspannung während der Abiprüfungen, und danach war alles… Leere.

Die letzten Monate der Schulzeit verbrachte ich mit dem Warten auf die Abiturnoten und dem diffusen Gefühl, dass ein großer Lebensabschnitt sich dem Ende zuneigte, aber etwas anderes noch nicht begonnen hatte. April und Mai 1994 waren ein Limbo, ein Leben zwischen den Welten.

Das änderte sich, als mir im Juni endlich das Abiturzeugnis in die Hand gedrückt wurde. Das war wie eine Befreiung, der Fahrschein in eine neue Welt. Ich wollte ab Oktober in Göttingen, der nächsten Stadt mit einer Uni, studieren. Bis dahin waren es noch vier Monate, und um studieren zu können brauchte ich eine Wohnung – und einen Computer.

1994, das ist schon 22 Jahre her. Eine andere Zeit, eine andere Welt.
Kein Internet.
Keine Smartphones.
Keine Mobiltelefone.
Kaum Rechner, wenn man von Heimcomputern wie dem Amiga absah.
Eine unvernetzte Welt.

Computer waren unfassbar teuer – ein 486 DXII-66 mit einer 40 Megabyte Festplatte und Monitor kostete mindestens 2.700 DM. Das war auch der Grund, weshalb ich in diesem Sommer fast jeden Tag in einem Schnellrestaurant arbeitete. Einer der wenigen Jobs, den es in unserer strukturschwachen Region für Schüler und Studenten gab, und der dazu gut bezahlt wurde.

Ab Juni machte ich fast jeden Tag Früh-, Tages- oder Nachtschichten, immer so, wie es gerade gebraucht wurde. Mal begannen meine Tage um 04.30 morgens, mal waren sie von Schichten von 12.00 Uhr bis 20.30 Uhr regelrecht zerstückelt, mal kam ich erst um drei Uhr nachts nach Hause. Die Arbeit war zwar nicht so schwer wie z.B. auf dem Bau, aber schon anstrengend. Am Ende einer 8,5-Stunden-Schicht (die an Tagen mit hohem Krankenstand in der Belegschaft auch schon mal 10 oder 12 Stunden lang werden konnte) hatte ich manchmal keinerlei Kraft mehr im Körper. Gute, ehrliche Arbeit macht sowas.

Dazu kam das Wetter. Es war heiß. Im Juni, Juli und August schien fast jeden Tag die Sonne, die Temperaturen kletterten regelmäßig über 30 Grad, und in drei Monaten fiel kaum mal mehr als ein kleiner Regenschauer. Bei der Arbeit in der Restaurantküche, zwischen heißen Grills und Friteusen, konnte man literweise Wasser trinken und musste trotzdem stundenlang nicht auf´s Klo.

Eine Klimaanlage gab es nicht, aber wenigstens eine Radio. Je nachdem, wer gerade Schichtleiter war, lief dort ein anderer Radiosender. Ich mochte NDR2 oder FFN. Die spielten zwar viel zu viel altes Zeug aus den achtzigern, aber immer wieder lief auch mal was, womit ich was anfangen konnte: Die 4Non Blondes mit „What´s going on“, die Crash Test Dummies mit „Mmm mmm mmm“, die Spin Doctors mit „2Princes“ oder auch Lucilectric, die davon sang, dass sie so froh sei ein Mädchen zu sein.

Nicht ausstehen konnte ich N-Joy. Der Radiosender war vor zwei Monaten erst an den Start gegangen und spielte rund um die Uhr Kindertecho, sowas wir Marc Ohs „Hörst Du mich“, Maruschas „Over the Rainbow“ oder Scooters „Hyper Hyper“. Sowas konnte doch niemand ernsthaft gut finden!

Wenn ich es mir aussuchen konnte, hörte ich eh´ ganz andere Dinge. Portishead waren super, aber für´s Radio natürlich viel zu düster und zu langsam. Aerosmith´ „Get a Grip“ hatte ich gerade erst im Bertelsmann Buchclub als Quartalskauf erstanden. Darauf war“Living in the edge“, was im CD-Player auf repeat-one lief, und auch „Cryin“ und „Crazy“, denn zu denen es tolle Videos gab. Musikvideos waren die neue Form des Erzählens in Bildern, und Künstler wie Aerosmith oder R.E.M. erzählten in vier Minuten komplexe Geschichten. Die besten Videos liefen auf MTV, wo sie von coolen Typen wie Ray Cokes angesagt wurden. Man mustse natürlich Glück haben und zufällig gerade vor dem Fenrseher sitzen, dann konnte man vielleicht sein Lieblingsvideo sehen. Wenigstens lernte man nebenbei von den Moderatoren englisch, denn MTV auf Deutsch gab es nicht.

Was es auf deutsch gab war „VIVA“. Das war ein ganz neuer Musiksender, den ich inbrünstig verachtete. Bei Viva moderierten ausschließlich nervige Arschgeigen, die wie auf Koks Unsinn plapperten und die ich keine zwei Minuten ertrug. Außerdem wurde auf VIVA nur Kindertechno oder unsäglicher Europop gespielt. Sowas wie Dr. Albans „What is love“. Ace of Base gehörten gerade noch zu den erträglicheren Nummern, aber ich hatte mich festgelegt, ich guckte gerne MTV. Die hatten nicht nur die besseren Moderatoren, sondern zeigten auch die cooleren Videos.

War aber eigentlich auch egal was da draußen gesendet und gespielt wurde. Ich konnte in meinen vier Wänden hören und sehen was ich wollte. „Meine vier Wände“, woah, wie das schon klang! MEINE VIER WÄNDE! Ja, ich hatte vier Wände ganz für mich allein. Zusammen mit einer Arbeitskollegin aus dem Restaurant, die ebenfalls im Herbst ein Studium beginnen wollte, hatte ich eine Wohnung angemietet.

Der Wohnungsmarkt in Göttingen war schlimm. Es gab viel zu wenige Wohnungen für die vielen Studierenden, und die Mieten waren exorbitant. Sowas wie 1994 schafften später nicht mal doppelte Abiturjahrgänge: Hausbesitzer vermieteten selbst breitere Flure als Durchgangszimmer oder fensterlose Abstellräume im Keller voller verdreckter Gartenmöbel als „möblierte 1-Zimmer Appartements“. Mehrere hundert D-Mark sollte man dafür hinlegen, und tatsächlich konnten sich die Vermieter vor dem Ansturm auf diese Unverschämtheiten kaum retten.

Deshalb hatte ich mich mit Sandra zusammengetan. Wir hegten keine besonderen Sympathien füreinander, aber als Wohngemeinschaft würden wir uns mit dem, was wir im Schnellrestaurant verdienten, zumindest eine ordentliche Wohnung leisten können. Ordentlich hieß: Ein zwei Zimmer-Appartement in einem riesigen Plattenbau, in dem links die Nazis, rechts die Punks und in der Mitte die Studis wohnten. Aber wenigstens hatte das Ding alle Wände, dichte Fenster und einen funktionierenden Telefonanschluss.

Sandras Zimmer war 10 Quadratmeter groß, meines 16. Dafür war in meinem Zimmer die Kochnische und der Kühlschrank, der laut vor sich hinsummte und ab und zu quiekte. Aber das war mir alles egal, denn zum einen wollten wir eh nur ein Jahr hier wohnen, in der Zeit was anderes suchen und dann die WG auflösen. Viel wichtiger aber: Mit Unterzeichnung des Mietvertrags waren das hier MEINE eigenen vier Wände geworden. Okay, UNSERE, aber Sandra würde erst im Herbst hier einziehen. Den Sommer über hatte ich die Wohnung ganz für mich allein.

Das Schnellrestaurant lag genau auf halber Strecke zwischen meinem Elternhaus und Göttingen, ich konnte mir also nach jeder Schicht aussuchen wohin ich fuhr. Nach sehr kurzer Zeit steuerte ich nicht mehr nach Hause zu meinen Eltern, sondern in die Wohnung in der Stadt.

Die Einrichtung bestand in den ersten Wochen nur aus einer alten Matratze, die direkt auf dem Boden lag. Ihr gegenüber stand ein kleiner schwarzweiß-Fernseher auf einem Tomatenkarton. Sehr spartanisch, aber für mich Luxus, denn das war etwas eigenes, ganz für mich.

Wenn ich mitten in der Nacht nach Hause kam, nach Friteusenfett stinkend und durchgeschwitzt, konnte ich ohne Wartezeit in ein Badezimmer, dass ich mit niemandem teilen musste. Dann warf ich eine Tiefkühlpizza in den Backofen, was auch um 3 Uhr niemanden störte, und hockte mich in Unterwäsche vor den Röhrenfernseher. Dann guckte ich MTV oder RTLplus, wo im Nachtprogramm „Verrückt nach Dir“ lief oder „Eine schrecklich nette Familie“, oder Pro Sieben, wo Wiederholungen von „Roseanne“ gesendet wurden. Dazwischen priesen nervige Werbspots „Punica“ an, oder „Wick Rachendrachen“. In Villariba oder in Villabajo (ich vergesse immer wo) wurde Fairy Ultra verwendet um die Paellapfannen schneller sauber zu bekommen als im Nachbardorf, nichts ging über Bärenmarke und bei Milka pries ein Almöhi mit Sonnenbrille etwas mit den Worten „Aber vorsicht, it´s cool man“ an und blieb damit besser in Erinnerung als das Produkt selbst (Milka Mint Crisp).

In diesem Sommer wurde es auch Nachts nicht kühler. Eine willkommene Ausrede um Eis in rauen Mengen zu verschlingen. Von Schöller gab es „Manhattan“, ein Vanilleeis mit Fruchteinrührung in den Sorten „Strawberry Swirl“ und „Apple Fudge“. So eine 1,5 Liter-Packung überlebte meist nur einen Abend.

In diesen warmen Nächten strahlte durch das Fenster des Appartements orangefarbenes Licht vom Rangierbahnhof, an dem es lag. Die ganze Nacht wurden da Züge bewegt, aber das störte mich nicht. Ich war mit dem Geräusch von Bahnen aufgewachsen und nahm das Rumpeln auf den Gleisen als beruhigend, ja einschläfernd wahr.

Arbeiten bis zur Erschöpfung, dann total kaputt nach Hause kommen, dann vor dem Fernseher die Nacht verdahmeln. Für mich war es der Himmel auf Erden.

Über den Sommer brachte ich immer mehr Dinge in diese eigene Wohnung. Aus einer Arbeitsplatte und zwei angemalten Sägeböcken wurde ein Schreibtisch. Aus Kellerregalen wurden Bücherregale. An die leeren Wände kamen Poster. Unter anderem Ansichten von New York bei Nacht und ein selbstgmaltes, auf den ich mit Edding den Text von R.E.M. „Losing my Religion“ geschrieben hatte. Das Video zum Song hatte mich nachhaltig beeindruckt, und mir kam es sehr erwachsen vor, so tolle Liedtexte an der Wand zu haben. In erster Linie wollte ich damit natürlich zeigen was für ein deeper Typ ich war und Frauen beeindrucken. Das funktionierte auch, sogar besser als ich erwartete. Bis eine Eroberung anmerkte, das ich „Losing“ schon in der Überschrift falsch, nämlich mit zwei „o“ geschrieben hatte. Das Poster verschwand sofort und wurde nie wieder aufgehängt, aber weggeworfen habe ich es auch nicht. In irgendeiner Ecke im Keller muss es noch liegen.

Wenn ich nicht arbeiten musste, ging ich abends ins Kino. Da meine ehemaligen Klassenkameraden den Sommer über nichts zu tun hatten, war ich dabei nie allein.

Etwas zum Ansehen fand sich immer, denn 1994 war ein exzellentes Kinojahr. Während in den Straßen noch die warme Luft stand, lümmelten wir uns in den Sesseln der vielen kleinen Kinos, die damals noch nicht vom Cinemaxx plattgemacht waren. Unsinn wie „Police Academy 7“ oder „Beverly Hilly Cop III“ guckten wir natürlich nicht an. Wir amüsierten uns bei Leslie Nielsens „Die nackte Kanone 33 1/3“, vergötterten Una Thurmann in „Pulp Fiction“, waren nachhaltig beeindruckt von Brandon Lees „The Crow“ und holten uns schmerzende Hintern auf den Holzstühlen im „Cinema“, weil „Forrest Gump“ fast drei Stunden lief.

Danach ging es meist noch in „Thanners Tag- und Nachtschänke“ auf ein Bier. Warum auch nicht, ich musste ja nicht mehr fahren, denn ich WOHNTE ja nun in der großen Stadt. Der Weg nach Hause war nicht lang, und wenn ich nachts durch die Straßen streifte, die in der warmen Sommerluft immer noch belebt waren, hatte ich meist ein breites Grinsen im Gesicht. Ein neuer Lebensabschnitt hatte begonnen, und der Anfang war genau nach meinem Geschmack.

Bei meinen Eltern war ich nur noch ab und zu, um ein paar Sachen zu holen oder um Wäsche zu waschen. Viel zu sehr genoss ich das Gefühl der Freiheit, dass mit dem Leben in den eigenen vier Wänden und in der Stadt einher ging. Die kleine Wohnung hatte mein Leben plötzlich sehr viel größer gemacht, und mit dem Sommer 1994 verbinde ich nicht nur heiße Tage und warme Nächte, sondern vor allem das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.

In der Rückschau verschwimmen die meisten Sommer zu einem Amalgam aus Eindrücken, bei dem einzelne Ereignisse nicht mehr einem Jahr zuzuordnen sind. Aber dieser eine Sommer, der wird mir in Erinnerung bleiben.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 19. Juli 2016 in Historische Anekdoten

 

Ghostbusters 3 kostenlos ansehen

(Ja, sorry für die SEO-Überschrift.)

In Kürze kommt „Ghostbusters – Answer the Call“ in die Kinos. Ein Reboot des ersten Films, der mit leichten Variationen einfach neu verfilmt wurde. Eine der Variationen ist, das nun alle Ghostbusters weiblich sind. Das Gejaule der Fanboys über diese Entscheidung war so laut, dass es bei der Bekanntgabe eine Erschütterung in der Macht auslöste. Ich finde es cool. Ich sehe generell lieber Frauen als Männer an, deshalb kommt mir das entgegen.

Der Zeitpunkt kurz vor dem Kinostart ist günstig um mal darauf hinzuweisen, dass es einen „echten“ Ghostbusters III gibt. Keinen Reboot, sondern die Fortsetzung von Ghostbusters II von 1989. Der der Original Cast spielt mit (inkl. Bill Murray! Und Harold Ramis!) und das Drehbuch stammt von den Originalautoren.

Die Geschichte spielt 1991, zwei Jahre nach Ghostbusters II, und greift die Ereignisse der ersten beiden Filme auf. Die Geisterjäger sind nun offiziell von der Stadt New York bestellt und kümmern sich – in Zusammenarbeit mit Walter Peck, dem Ex-Umweltinspektor – um rauhbatzige Geister in der Stadt.

Merkwürdige Ereignisse in einem Museum und ein Hinweis von Alyssa Milano bringen die Geisterjäger darauf, dass Ivan Shandor (der Architekt des Gozer-Gebäzudes aus Teil 1) auch ein Netz von Tunneln unter der Stadt gebaut hat, das ectoplasmischen Schleim und seine Wirkung kanalisiert. Die Ghostbusters legen das Netzwerk lahm, ziehen damit allerdings den Zorn von Shandors Geist auf sich, der daraufhin ein riesiges Mausoleum im Central Park erscheinen lässt, die Toten erweckt, die Geisterlagereinheit sprengt und die Stadt ins Chaos stürzt.

Tatsächlich ist die Geschichte spannend erzählt, verbindet die Ereignisse aus den ersten beiden Kinofilmen und bringt alles zu einem sinnvollen Ende.

Warum die Story niemand kennt? Weil sie 2009 nicht ins Kino kam, sondern als Videospiel erschien.

In dem begleitet der Spieler als neuer Mitarbeiter die Geistertruppe und erlebt so die Geschichte mittendrin. Das klappt erstaunlich gut, das Geisterjagen mit zwirbelnden Protonenstrahlen ist spaßig, und es ist cool, Orte aus den Filmen zu besuchen. Außerdem strotzt das spielt vor liebevollen Details und schönen Gags. So erfährt man u.a. auch, dass es den Ghostbusters nie gelang, den allerersten Geist, den aus der Bibliothek, selbst zu fangen. Das erledigt man dann mal als Spieler.

Die gute Nachricht ist nun: Jemand hat das Vidospiel zu einem Film zusammengschnitten. Jetzt kann man sich also ganz entspannt zurücklehnen und Ghostbusters III gucken. Ohne den Adrenalinrausch, den man beim Spielen erlebt, verliert das Ganze zwar etwas, aber die Story kann man so auch genießen.
Ist eine nette Überbrückung bis die Geisterjägerinnen ins Kino kommen.

Hier ist der Film:

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 14. Juli 2016 in Games, Historisches

 

Unwohl

Es gibt so Orte, an denen fühle ich mich sofort unwohl. Die jagen mir einen Schauer über den Rücken. Ich rede nicht von Burgen in den Karpaten, Friedhöfen oder Höhlen. Ich meine Orte, bei denen ich sofort weiß, dass es da Menschen gibt mit denen ich nichts gemein habe und nichts zu tun haben will.

Das hier ist so ein Ort:

IMG_8606

Vermutlich hat es viel Zeit Geld gekostet das zusätzliche „N“ für den Ortsnamen anzuschaffen. Der Grund des Unwohlseins ist aber weniger der Name als vielmehr die Erscheinung des Ortes.

Fährt man die Hauptstraße entlang, steht in nahezu jedem Vorgarten – vermutlich in 90 Prozent – ein Fahnenmast. Kein Miniding, sondern das ausgewachsene 4-Meter-Modell, mit dem sich eine amtliche Beflaggung realisieren lässt. Wie am vergangenen Wochenende. Der ganze Ort war voller schwarzrotgoldender Fahnen, die vor fast jedem Haus wehten.

IMG_8607

Gut, am Samstag war auch noch EM. Und sicher, das sagt letztlich nichts über die Bewohner aus. Dennoch vermittelt es einen Einblick in die Geisteshaltung, wenn sich jeder einen Monsterfahnemast in den Vorgarten stellt und die blitzblanke Hauptstraße so beflaggt wird, das man unweigerlich darauf wartet, dass jeden Augenblick eine Militärparade um die Ecke biegt.
Hier würde ich nicht wohnen wollen. Oder auch nur anhalten.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 12. Juli 2016 in Ganz Kurz

 

Das Regieren der Kartoffel

Er wuchs in den 60ern in Polen auf, in armen Verhältnissen. Ein Bild von 1961 zeigt ihn und seinen Zwillingsbruder. Die Kinder sitzen  auf einem Feld. Die Kleidung der beiden scheint aus dem Mittelalter zu stammen: Grobgewebter Stoff, Sackhemd, ausgefranste Hosen.

Er hat nur einmal Urlaub außerhalb von Polen gemacht. Das war in den 60ern, als er mit seiner Mutter Verwandte in der Urkaine besucht hat. Außer polisch spricht er keine andere Sprache, kennt keine anderen Länder. Er besitzt bis heute keinen Computer. Das Internet nutzt er nicht. Sein erstes Bankkonto hat er 2009 eingerichtet. Bis dahin hat er das Geld in der Matratze versteckt. Für Geld interessiert er sich genauso wenig wie für Frauen. Er war sein Leben lang Jungeselle.

Wichtig waren ihm nur seine Mutter und sein Bruder. Seit beide tot sind, trägt er nur noch schwarz und redet kaum noch, selbst langjährige Weggefährten haben sich von ihm abgewandt.

Heute sitzt er in seinem Büro hinter einem großen Schreibtisch. Dort suchen ihn andere auf, Minister und Bittsteller und Lobbyisten. Er lässt sich ihnen berichten, über die Welt. Über das draußen. Über Polen. Polen ist das einzige, was ihn interessiert. Es ist sein Land, und seine Herrschaft über das Land ist absolut. Er hört den Ministern und Lobbyisten zu und fällt dann Entscheidungen. Diese Entscheidungen sind entgültig.
So regiert Jaroslaw Kaczyński Polen.

Diese Infos stammen aus „Politico EU„, dem seit 2015 erscheinende Politikmagazin. Das verblüfft mich immer wieder. Wie jetzt, denn allein durch das Zusammentragen von Fakten über Kaczyński wird absolut klar, warum Polen heute so erratisch wie aggresiv in der EU auftritt. Es erklärt auch, weshalb die Regierung, die er aus den Reihen seiner PIS-Partei handverlesen hat, das Land gerade wieder in eine Autokratie aus dem 19. Jahrhundert zurückbaut. Weil das genau die Regierungsform und das Zeitalter ist, die maßgeschneidert auf Kaczyński passen.

Polen wird von jemandem regiert der informationstechnisch so lebt wie vor 150 Jahren und der außer seinem Land nichts kennt. Eine traurige, graue, weltfremde Kartoffel. Das schlimmste: Der Mann ist nicht mal gewählt. Er steuert die Regierung aus einem Hinterzimmerbüro.

Zum Beitrag „Polands Powerholic“ auf politico.eu

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 9. Juli 2016 in Ganz Kurz

 

Istanbul Flowmotion

Einen zu Istanbul habe ich noch, dann ist aber auch gut. Hier ein Werbefilmchen. Beeindruckend ist es, weil es in einer Einstellung gedreht zu sein schein und damit hirnschmelzende Dinge macht. Die Technik dahinter heisst Flowmotion und ist irre aufwendig – aber das Resultat rechtfertigt alles.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 4. Juli 2016 in Ganz Kurz

 

Istanbul bei Nacht

P1150265

Istanbul im November 2015, fotografiert mit der winzigen Lumix Tz41.

Mehr Städte bei Nacht:
Athen bei Nacht
Turin bei Nacht
Genua bei Nacht
Mailand bei Nacht
Paris bei Nacht
Rom bei Nacht
Florenz bei Nacht
Venedig bei Nacht
London bei Nacht
Prag bei Nacht
Würzburg bei Nacht
Bremen bei Nacht

P1150271

P1150339

P1150345

P1150346
Read the rest of this entry »

 
5 Kommentare

Verfasst von - 2. Juli 2016 in Reisen

 

Vielen Dank f�r Ihren Auftrag.

Der produzierende Mittelstand im Jahr 2016: Ihm ist schon irgendwie klar das man irgendwas mit Internet machen muss, kosten darf es aber nichts.

Aktuelles Beispiel: Das metallverarbeitende Unternehmen, dass neue Teile für die Renaissance fertigen soll. Die haben eine Website, aber die sieht aus, als wäre sie durch ein Zeitloch aus dem Jahr 1997 gefallen. Es gibt einen Katalog, aber der ist exakt so wie der auf Papier: Wer was bestellen möchte, macht das bitte schriftlich per Mail, zahlt per Nachname oder Vorkasse und darf dafür Skonto vom Rechnungsbetrag abziehen. Skonto! Deutsche Mittelständler sind gefühlt nur fünf Minuten vom Jahr 1960 entfernt.

Der Katalog des Metallbetriebs besteht aus einer langen Liste an kryptischen Zahlen und Abkürzungen, da steht dann sowas wie:

Artikel 7077 T KA BRB LOL ZZR600

Gut, die Abkürzung für mein Motorrad erkenne ich noch. Alles andere muss man nachschlagen. T steht für verchromt, KA für Seitenträger, BRB für Beifahrer-Rack, LOL für Abdeckung aus Edelstahl, usw. Was die Abkürzungen bedeuten steht aber nicht direkt am Artikel, oder wenigstens auf der Katalogseite, sondern auf einer eigenen Webseite, weit entfernt vom Katalog.

Eine Suche gibt es auch nicht, also muss man die kryptische Katalogliste durchgehen und dabei die andere Liste mit den 48(!) Abkürzungen abgleichen, bis man das Passende gefunden hat.

Bei manchen Artikeln kann man über einen separaten Link immerhin ein Bild aufrufen. Das ist dann ein Foto von… der Anbauanleitung. Kein Witz, das hier ist die ganze Produktpräsentation.

MitSta002

MitSt003

Immerhin ist es präzise und auf den Punkt, aber mal ehrlich: Schön ist anders.

Ein Shopsystem gibt es nicht. Wer etwas bestellen möchte, wechselt auf die Seite „Bestellungen“ und tippt dann die kryptischen Zahlen und Abkürzungen händisch in ein Mailformular ein, dass dann schlicht eine Mail an info@Firmenname.de schickt.

MitSta001

Eine Bestellbestätigung kommt dann zwei Tage später, muss ja auch händisch verschickt werden. Keine Ahnung auf welchem exotischen Mailprogramm aus den 90ern die Firmenmails verfasst werden, auf jeden Fall gehen die Umlaute allesamt kaputt;
„Vielen Dank f�r Ihren Auftrag“, steht dann da.

Einige Tage später trudelt dann eine „Pro forma-Rechnung“ ein, die man bezahlen soll, bevor der Artikel versendet wird.

Wählt man als Zahlungsweise Überweisung, darf man Skonto abziehen. Bei Zahlungen per Paypal oder Kreditkarte aber nicht. Ich war, ehrlich gesagt, etwas irritiert. Skonto, dass kenne ich nur vom Kolonialwarenhändler aus meiner Kindheit, aber hey, das kann auch an mir liegen. In der Internetwelt gibt es halt kein Skonto.

Bei aller Häme über diese sehr unelegante Art der Internetnutzung muss ich natürlich eines zugeben: Das System funktioniert. Es ist unbequem, aber es funktioniert. Und vermutlich sichert es in der Firma 3 Arbeitsplätze, von daher habe ich überhaupt keinen Grund mich zu beklagen. Aber ein bißchen lustig machen darf ich mich.

 
8 Kommentare

Verfasst von - 1. Juli 2016 in Ganz Kurz, Motorrad

 

Hilfe, bitte! (Gelöst)


Einmal Followerpower, bitte! Ich habe eine Pflanze im Billigmarkt gekauft, einfach, weil ich sie hübsch fand. Es steht nicht dran was das ist, und jetzt habe ich keine Ahnung wie die gegossen wird und was für ein Licht die mag. Weiß jemand was das ist?
Edit: Danke an das Ferienhaus, das schon nach wenigen Minuten mit der Antwort kam: es ist eine Taglilie! Danke!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Taglilien

 
8 Kommentare

Verfasst von - 30. Juni 2016 in Ganz Kurz

 

Momentaufnahme: Juni 2016

Herr Silencer im Juni 2016
„You MUST be kiddin´ me!

Wetter: Schlimm. Kann man nicht anders sagen. Den ganzen Monat über Europa verteilt Starkregenfelder, so schlimm, dass ganze Orte weggeschwommen sind – während im Nachbardorf die Sonne schien.

——————————————————————————————————————————————————-
Lesen:

Peter Mayle: A Year in Provence [Kindle]
Das Jahr 1987: Der Engländer Peter Mayle kauft ein Haus in der Provence und zieht dort ein. Stück für Stück entdeckt er, wie Frankreich „unter der Haube“ so läuft. Bürokratie, Träume von Hinterwäldlern, ein immobiler Problemtisch, Wein und der Mistral sind nur einige Eigenheiten seines neuen Heimatlandes. Und dann ist da noch die Feststellung, dass französische Renovierungsarbeiten ablaufen wie ein Stellungskrieg: Erst passiert ganz viel auf einmal, dann lange Zeit nichts.

Das Büchlein wurde mir von einer leidgeplagten Deutschen in Frankreich empfohlen. Tatsächlich liest es sich fluffig und sehr witzig, auch wenn das erste Jahr im eigenen Haus in der Provence den Mayles sicher eine Menge Geduld abverlangt haben muss. Das Buch erschien schon vor über 20 Jahren und wurde damals so dermaßen zum Kult, dass Mayles am Ende wieder aus der Provence wegziehen musste, weil sein Haus dauernd von Fans umlagert war.

——————————————————————————————————————————————————-

Hören:

Heinz Strunk: Junge rettet Freund aus Teich [Hörbuch]
Mathias wächst in den 70ern in Harburg auf. Dönekens, Schulsorgen und Omas Kuchen begleiten ihn, später auch die Sorge um seinen dementen Großvater und seine depressive Mutter.

Vermutlich eines der persönlichsten Bücher von Strunk, der im wirklichen Leben tatsächlich Mathias Halfpape heisst. Die Geschichte beginnt, bevor Matthias eingeschult wird und endet kurz vor der Volljährigkeit. „Fleisch ist mein Gemüse“ ist dann praktisch die Fortsetzung. Wie in seinem größten Erfolg verarbeitet Strunk auch hier persönliche Einsichten, teilabsurde Dialoge und vor allem: Sehr genaue Beobachtungen. Jeder, der in den 70ern und 80ern aufgewachsen ist, wird beim Hören Erinnerungen aus seiner eigenen Kindheit vor Augen sehen. Werke von Strunk sollte man nie lesen, sondern immer in der Fassung hören, die der Autor selbst liest. Das Nuscheln und leiern seines Harburger Akzents macht das Hörbuch zu etwas Besonderem.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Game of Thrones Season 6 [Amazon]
Jon liegt tot im Schnee, ein Mädchen hat keinen Namen und der Winter ist da. Hodor!

Was für eine Staffel – vielleicht die bislang beste. Natürlich ist nicht jede der 10 Episoden gleich stark, aber der Großteil bläst einen einfach nur weg. Das liegt an starken Szenen, die toll inszeniert und getrickst sind. „GoT“ erklärt seine Handlung nicht in Dialogen, es zeigt die Handlungen, oft ohne Worte oder Erklärungen. Dadurch wirken viele Ereignisse umso eindrücklicher und nehmen emotional mit. Am Ende der Staffel stehen alle Schachfiguren auf dem Brett – in der nächsten Staffel beginnt der War of Thrones. Leider ist die noch 42 Wochen hin.

Captain Future [DVD]
Curt Newton ist Wissenschaftler und auch als „Captain Future“ bekannt. Gemeinsam mit Greg, dem Roboter, Otho, dem Androiden und Simon Wright, dem lebenden Gehirn, erlebt er Abenteuer im Weltraum. Mal muss ein Planet gerettet werden, der schon vor Millionen von Jahren zerstört wurde, mal muss er einen flüchtigen Verbrecher ins Innere eines Edelsteins verfolgen, mal in eine Sonne flüchten.

„Captain Future“ war DIE Serie für mich, als ich ungefähr 5 war. Weltraum! Wissenschaftler! Abenteuer! Roboter! Tatsächlich kann man die Serie auch heute noch sehr gut schauen. Die Geschichten sind clever und gut erzählt, der nachträglich für Deutschland komponierte Soundtrack ein Meisterwerk. Besonders positiv: Die Helden sind Forscher und versuchen Probleme immer friedlich zu lösen, wenn das möglich ist. Und: Zu vielen der Weltraumphänomen gibt es ein Voiceover, dass die wissenschaftlichen Grundlagen erläutert. Das ist intelligente TV-Unterhaltung für Kinder!

———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

———————————————————————————————————————————————————

Machen:
Motorradfahrt durch Europa.
———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:
Neue Tischwäsche! Kein Spielzeug im engeren Sinn, macht mich aber trotzdem glücklich, weil: Extrem schön.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Verfasst von - 29. Juni 2016 in Momentaufnahme

 

6.605

P1020041

So, ich wäre dann auch mal wieder da. Sechstausendsechshundertundfünf Kilometer habe ich in den letzten drei Wochen auf den Straßen Europas zurückgelegt. Mir geht´s gut, dem Motorrad… nicht so.

IMG_8154

Einen Unfall gab es zum Glück nicht, aber dafür auf allen anderen Frequenzbändern Scheiße am laufenden Meter. Nach vier Jahren ohne Panne kam es dieses Jahr ganz geballt: Probleme mit der Elektrik und strukturelles Versagen tragender Teile am Motorrad waren Grund für Sorge und Anspannung. Die Schlaglochorgien, die man in Umbrien „Straßen“ nennt, haben der 600er dann den Rest gegeben.

IMG_8403

IMG_8181

Jetzt muss die Renaissance erst mal ins Trockendock. Bis sie wieder tauglich für längere Fahrten ist, wird viel Arbeit und Geld nötig sein: Der Motor muss neu eingestellt werden, ein neues Rad- oder Lenkkopflager ist fällig, neue Reifen und ein neuer Kettensatz sind nötig, Öl und Zündkerzen ebenso. Und wenn ich jemals wieder mit ihr auf Reisen will, dann muss sie auch rundherum komplett neue Kofferträger bekommen müssen. 

Das hier wird vermutlich nicht die letzte lange Fahrt der Renaissance gewesen sein, aber ich werde jetzt dennoch mal die ein oder andere Probefahrt mit Reiseenduros machen. Deren Konzept ergibt auf den Strecken, auf denen ich zuletzt unterwegs war, durchaus einen Sinn. Aber erstmal bin ich froh, dass die ZZR und ich es überhaupt zurück nach Hause geschafft haben.
Fahrten durch Starkregen und Gewitterstürmen in den Bergen sorgten ebenfalls für gedämpfte Laune und den ein oder anderen Wutausbruch unterm Helm. Aber es gab auch schöne Momente, Treffen mit tollen Leuten und Augenblicke voller Glück in großartigen Landschaften und an sehr speziellen Orten.

IMG_8392

P1000995

IMG_8286

Schön zu sehen, dass das Blog noch steht. Hatte ich aber auch nicht anders erwartet, war ja nix los hier.

Huhu döst gerade auf dem Balkon vor sich hin, vermutlich hat er in meiner Abwesenheit die ganze Zeit Langeweile geschoben. Nunja, dass ist nun vorbei, es geht wieder los. Was ich auf dieser sehr abenteuerlichen Fahrt alles erlebt habe, gibt es dann in einiger Zeit hier zu lesen, im Reisetagebuch: Motorradtour 2016.

P1000709

 
9 Kommentare

Verfasst von - 28. Juni 2016 in Meta, Motorrad, Reisen

 
Bild

Sendepause

testbild002

 
3 Kommentare

Verfasst von - 27. Juni 2016 in Ganz Kurz

 
 
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 44 Followern an

%d Bloggern gefällt das: