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Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

Bundestagswahl 2017

„Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und uns unser Land und unser Volk zurückholen!“

– Alexander Gauland, Führer der Nazi-Partei AfD, kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen

Das Ergebnis der Bundestagswahl ist da, und es ist leider so ausgefallen wir befürchtet. Die AfD zieht zweistellig in den Bundestag ein und beginnt gleich mit Nazidrohungen (s.o.),  auch die FDP ist mit über 10 Prozent dabei. Bei der letzten Wahl 2013 waren beide an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Zugelegt haben auch die Linken und die Grünen. Letztere hatten Beobachter bei unter 5 Prozent gesehen, ich dagegen hatte mit noch stärkeren Zuwächsen gerechnet.

Der Grund dafür: Es war klar, dass es keine Wechselstimmung im Land gibt, weil Merkel sich tatsächlich alternativlos gemacht hat. Es gibt unter ihr keinen frischen Nachwuchs in der CDU, und die SPD hat sich durch die Zusammenarbeit mit der CDU und einen desaströs fehlgelaufenen Wahlkampf selbst demontiert. Martin Schulz ist dabei noch die geringste Schuld anzulasten, er war die Idealbesetzung, denn als Europapolitiker trug er keine Schuld an dem, was Gabriel, Oppermann und Konsorten mit der SPD angerichtet hatten. Die hatten 2013 schon die SPD versenkt, sich dann in die Regierung gelogen und die Zwischenzeit kein Stück genutzt um sich sauber aufzustellen.

Nun also Schulz. Seine Schuld ist es, dass er sich auf diesen Uralt-Wahlkampf eingelassennhat. Er, ein glühender Verfechter von Europa, thematisierte dies im Wahlkampf  kein Stück – genausowenig wie z.B. die Verteidigung der Grundrechte oder Digitalisierung. Stattdessen machte er lieber Wahlkampf für… ja, wen eigentlich? Nach meinem Gefühl für Bergleute und Kohlekumpels, also einem Milieu, was so schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr vorhanden ist.

„Soziale Gerechtigkeit“ ist nett, aber zu abstrakt, und ich würde mal behaupten, dass die SPD einen Großteil der Leute in ihrer Lebenswirklichkeit schlicht nicht erreicht hat.

Dass nun die Randparteien, und insbesondere die Nazis von der AfD, so abgeräumt haben, ist ein sehr deutliches Signal. In meinen Augen ein Signal, dass eine quasi oppositionslose Große Koalition, die tun und lassen konnte was sie wollte und das auch gemacht hat, gerade NICHT dem Wählerwillen entsprach. Das hätte man der SPD auch schon sagen können, als Gabriel sich diese irre Idee aus dem Hintern zog. Es ist außerdem ein Signal dafür, dieses visionslose, pragmatische und vollkommen entkoppelte Reagieren von Merkel so nicht weiter laufen darf. Das wurde schon bei der letzten Wahl deutlich, und diese hier ist ein extrem lauter Schuß vor den Bug. 

Was schon sehr lange gebraucht wird ist eine Politik mit einer Vision, die alle einbindet – national und international. Genau das kann Merkel nicht. Sie steht für den Erhalt des Status Quo, für ein von-links-nach-rechts verwalten und etwas tun, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden. Eine Machtfrau in ihrem Machtvakuum.

Das kann nicht gesund sein und ist es auch nicht. Die Visionslosigkeit der deutschen Politik und die Weigerung, die Integrationsrolle auszufüllen, hat erst Europa an den Rand des Zerbrechens gebracht, und nun Nazis in den Bundestag.

Fassen wir zusammen: Die CDU wird visionslos bleiben, die SPD ist mit dem jetzigen Personal komplett unglaubwürdig und liegt auf absehbare Zeit in rauchenden Trümmern. Die Grünen sind personell mit einem nicht vermittelbaren Hofreiter schlecht aufgestellt, haben aber einen guten Stand. Genauso wie diese Partei, die nur noch aus Sarah Wagenknecht besteht. Oder diese andere Partei, die nur noch aus diesem miesepetrigen Fotomodell und dem Graubart aus Schleswig-Holstein besteht. Und wir haben nun Nazis im Parlament. Damit sollte die Demokratie wieder erheblich spannender werden, und alle Beteiligten müssen sich endlich mal wieder richtig anstrengen. Von daher: Auch wenn das Wahlergebnis niederschmetternd und nicht schön zu saufen ist: Im großen Zusammenhang ist es ein guter Tag für die Demokratie.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Politik und Gesellschaft zwei Systeme sind, die einander bedingen und beeinflussen, aber nicht 1:1. Was das gute Abschneiden der Nazis über unsere Gesellschaft aussagt, dass müssen jetzt meine Kollegen von den Sozialwissenschaften schnellstens aufarbeiten und Empfehlungen an die Politik weitergeben. Politischer Unterricht als Pflichtfach sollte dazugehören. was ich nicht hoffen will, ist, dass die Nazis auch in der Gesellschaft schamlos wiedererstarken. Denn unsere Erinnerungskultur ist eine der größten Stärken der Deutschen, und wenn die Nazi-AfD ihr erklärtes Ziel umsetzt und es schafft die auszuhöhlen, lächerlich zu machen und letztlich abzuschaffen, DANN haben wir ein echtes Problem.

 
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Verfasst von - 24. September 2017 in Betrachtung, Event, Politik

 

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[Gelöst] Was ist das?

Hier, ich schon wieder, der Typ der Pflanzen hybsch findet, aber keine Ahnung davon hat. Deshalb eine Frage an die geneigten LeserInnen: Was´n das, was hier so herbstlich bunt in form einer Hecke rumsteht?

Lösung: Frau B. Hat´s gewusst: Feuerdorn muss das sein. Dankeschön!

 
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Verfasst von - 24. September 2017 in Ganz Kurz

 

Auf die Barrikaden!

Auch italienische Innenstädte werden jetzt mit Barrikaden gegen Terrorismus geschützt. Man stellt am Eingang der Fußgängerzonen das Härteste auf, was es in diesem Land gibt: Nonnas, Großmütter. Denen entgeht nichts, an denen kommt keiner vorbei.

 
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Verfasst von - 23. September 2017 in Ganz Kurz

 

Reistagebuch Shorties (4): Man isst deutsch

In italienischen Supermärkten gehen seltsame Veränderungen vor sich. Meine geliebten Reiskekse oder die guten Sternchenkeksriegel gibt es nicht mehr, dafür jede Menge Kram der zumindest deutsch klingt.

Der Morgen stirbt nie, er kriegt nur schnell Druckstellen.

Anscheinend hat man entweder die deutschen Touristen als Zielgruppe für Lebensmitteleinkäufe entdeckt, oder die Italiener finden gefallen an Essen, dass sich irgendwie deutsch anhört. Ich tippe auf letzteres, denn etliche der Waren sind im Eigenmarkensegment angesiedelt und auch dort erhältlich, wo es keinen Touristen hin verschlägt.

Ein Klassiker ist natürlich das unkaputtbare Würstel, das auch gerne mal Bestandteil der Pizza Wurstel wird. Ja, mit Umlauten ist es halt nicht so leicht.

Schwäbische Nudelen gibt es nun auch, liegen in trauter Einsamkeit neben den einheimischen Sorten. Bei der Benamsung hat man offensichtlich den Punkten auf dem „a“ nicht getraut und sie deshalb gleich mal weg gelassen. Nachher fallen die da noch runter und verletzen jemanden.

Gebäck ist einfacher, da kann man sich einen Namen ohne Umlaut aussuchen. Krapfen, zum Beispiel:

Und wenn man gar nicht um Umlaute rumkommt? Vielleicht macht man es sich dann einfach und macht statt der gefährlichen Punkte auf den Vokal einfach ein „e“ hinten dran? Ach scheiß drauf, wir machen BEIDES! Es lebe das MÜESli!

Den umgekehrten Fall gibt es natürlich auch. Besonders elegant ist neulich der LIDL bei mir um die Ecke an Weintrauben aus Italien gescheitert. „Herkunft: Ferrovia“ stand auf dem Schild darüber. So schön sich der Name auch anhört: Ferrovia ist kein Ort, den man auf irgendeiner Landkarte finden würde. Das Wort beschreibt, wie die Weintrauben nach Deutschland gekommen sind: Mit dem Zug. Ferrovia bedeutet einfach „Eisenbahn“ und stand groß auf der Verpackung der Trauben.

 
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Verfasst von - 21. September 2017 in Reisen

 

Zünglein an der Waage

Ich bin gerade nicht da, aber wählen war ich schon.

Warum eigentlich? Die Wahl ist doch gelaufen, oder? Mutti Merkel macht´s nochmal, Schulz sieht kein Land. Ist doch so, oder?

Sicher. Regierungen werden in Deutschland nur abgewählt, wenn wirklich massive Wechselstimmung herrscht. Das ist im Moment ganz sicher nicht der Fall, in weltpolitisch so unsicheren Zeiten SEHNEN sich die Leute nach Muttis „Weiter so“ und halten daran fest.

Wählen muss man aber trotzdem, denn sonst passieren komische Dinge. Die SPD könnte z.B. wieder auf die Idee kommen, dass ihr „Auftrag“ darin besteht, große Koalitionen zu bilden anstatt ordentliche Opposition zu machen und die Regierung zu kontrollieren. Oder die faschistische AfD wird überproportional stark, denn je mehr Leute nicht wählen gehen, umso stärker werden die Extremisten, die ihre Wähler zu mobilisieren verstehen.

Übrigens sind nicht nur Nichtwähler ein Problem. Auch die Wahl von Kleinstparteien, die keine Chance auf den Einzug in den Bundestag haben, wie „Die grauen Panther“ oder eben auch „Die Partei“ kann nach hinten losgehen. Denn deren Stimmen werden bei Verfehlen der 5-Prozent-Hürde den anderen zugeschlagen. Wenn in den Bundestag also CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke und die Faschisten kommen, und die Stimmen für die Kleinstparteien werden auf diese 6 umgelegt, dann hat jeder PARTEI-Wähler zu einem sechstel AFD gewählt. Ist ein krudes Beispiel, ich weiß. Aber wenn das eigene Ziele das Verhindern der Faschisten ist, sollte man das wissen.

Bei dieser Wahl geht es insgesamt nicht darum, wer den Kanzler stellt (das steht fest), sondern wie die kleinen Parteien abschneiden und wer am Ende wie koaliert. Es geht um den dritten Platz, der diesmal wichtiger ist als der erste. Und es geht darum, die Schande, dass 72 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs wieder Nazis in den Bundestag einziehen werden, möglichst klein zu halten.

Darum: Dieses Wochenende wählen gehen!

 
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Verfasst von - 19. September 2017 in Betrachtung, Politik

 

Hauptsache unterwegs

Ich bin unterwegs. Endlich wieder. Wie ich das vermisst habe, das Motorradfahren mit dem Blick am Himmel und der Straße unter den Reifen. Urlaubsreif war ich schon im Juni, und seitdem ist es nicht besser geworden. Jetzt also raus aus allem und rauf auf die Straße.

Die V-Strom und ich haben es dieses Mal schon weiter als nur bis zum ersten Tankstop geschafft. Sogar über die Alpen sind wir schon, trotz Schnee und Sturm. Leider ist Regen ein ständiger Begleiter. Wo auch immer ich bin fallen die Temperaturen und der Himmel öffnet seine Schleusen. Egal, Hauptsache unterwegs.

 
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Verfasst von - 18. September 2017 in Motorrad, Reisen

 

Fokus

Bunte Blätter kleben auf regennassen Straßen. Es ist kalt. Ich leugne den Herbst, kann ihn aber nicht ignorieren. Der Balkon ist schon eingemottet. 8.000 Kleinigkeiten stehen noch an. Lange Tage und kurze Nächte. Dann die beiden aufregendsten Tage des Jahres. Dann alles in Ordnung bringen. Nicht von den Wetteraussichten irritieren lassen, die von Schnee sprechen.
Alles ausblenden.
Auf das Wesentliche konzentieren.
Fokussieren.

Die letzten Meter sind die schwersten. Jetzt nur nicht nachlassen, nicht aufgeben und vor allem nicht krank werden.
Durchhalten.
Nur noch bis Ende der Woche.

 
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Verfasst von - 11. September 2017 in Ganz Kurz

 

Wie ich mal den Verteidigungsminister von Georgia irritierte

Es begab sich im Jahr 2006, dass ich in einem nassen und kalten November auf einer internationalen Messe in Berlin als Aussteller tätig war. Besucher aus aller Herren Länder schlenderten an unserem Stand vorbei, man unterhielt sich locker und tauschte sich aus. Ich war noch nie ein fanatischer Sammler von „Leads“, von Visitenkarten. Mir geht es bei einer Messe wirklich eher um gute und vernünftige Gespräche als um eine möglichst hohe Anzahl von Erstkontakten.

Ein solch wirklich gutes Gespräch führte ich auf englisch mit einem älteren Herrn mit Vollbart und Nickelbrille, der mir von seinen Assistenten als „Secretary of Defense of Georgia“ vorgestellt wurde. Das fand ich seltsam – an Kriegsminister wollte ich nichts verkaufen, und außerdem wusste ich bis zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass US-Bundesstaaten eigene Verteidigungsministerien haben.

Egal, föderale Systeme sind eh´seltsam, und unterhalten tue ich mich erstmal mit fast jedem, also auch mit dem Bartträger. Außerdem: Wann bekommt man schon die Gelegenheit Amerikanern mal zu erzählen, wie man es richtig macht? Wir wechselten ein paar Worte, ich erklärte unser Produkt. Der Bartträger, der entfernt wie Eddie Jordan aussah, hörte sehr genau zu, nickte und stellte clevere Nachfragen. Nach ein paar Minuten drehte er den Kopf zu seinem Assistenten und sagte etwas, das ich nicht verstand. Der Assistent blickte sich suchend um und schüttelte den Kopf. Dann verabschiedete sich der Bartträger von mir, und dann trat sein Assistent an mich heran und meinte „Der Minister würde ihnen gerne noch etwas schenken, wir kommen gleich nochmal wieder“.

Wenige Minuten später kam die Delegation tatsächlich nochmal wieder an unserem Stand vorbei, und der Bartträger überreichte mir freudestrahlend eine kleine Notebooktasche mit einer Applikation. Die, so zeigte er mir freudestrahlend, trug eine NATO-ähnliche Windrose und darüber das Wappen des „Ministry of Defense, Georgia“. Offensichtlich hatte ihm unser Gespräch so gut gefallen, dass er mir die Tasche, die auch noch mit Werbebroschüren und -kulis gefüllt war, schenken wollte.

Ich freute mich ernsthaft und bedankte mich für seine Großzügigkeit. „Sie haben ja diese tollen Berge im Norden, die Blue Ridge Mountains, die sind toll“, sagte ich, „und die Küste muss ja auch super sein, so weit im Süden“ Der Bartträger sah mich irritiert an. Ich war aber in Fahrt und lobte alles, was mein Gedächtnis zu Georgia ausspukte. Viel war das nicht, also lobte ich die Vereinigten Staaten als großartiges Land voller toller Errungenschaften und schöner Landschaft und schloss ich damit, dass ich noch nie in den USA war, aber wenn, dann würde ich ganz bestimmt Georgia besuchen. Der Bartträger sah mich mit gerunzelter Stirn und verwirrt und zweifelnd an und sah für einen Moment so aus, als würde er mir die Notebooktasche wieder wegnehmen wollen. Hatte ich was Falsches gesagt? Dann schüttelte er den Kopf und verschwand wortlos mit seiner Entourage im Messegewühl.

Ich sah mir das Wappen auf der Tasche nochmal genau an. Wo war hier eigentlich der Amerikanische Adler, der sonst überall drauf ist? Und was war das für ein komischer Landesumriss in der Windrose? Das war doch nie und nimmer Amerika?

Und da dämmerte es mir, ganz, ganz langsam.

Ich hatte Georgia und Georgien verwechselt.

Im Englischen haben der amerikanische Bundesstaat und das kleine Land am schwarzen Meer denselben Namen. Kein Wunder, der der Bartträger mich für umnachtet hielt, als ich völlig unvermittelt vor ihm, einem hohen Vertreter eines ehemaligen Staates der Sowjetunion, freundlich lächelnd die USA als ach-so-tolles Land lobte.
Ich Doof.
Aber egal, die Notebooktasche habe ich heute noch.

 
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Verfasst von - 7. September 2017 in Historische Anekdoten

 

Machtübernahme

„Kommen wir zu Ihnen. Der Statistik nach sind sie männlich und zwischen 40 und 50 Jahren alt. Mit dem Internet haben Sie es nicht so, aber mit Facebook. Sie sind von einem Typen befreundet worden, der hat sie in die Gruppe eingeladen, und jetzt sind sie hier.“

So beginnt das Video von Shahak Shapira, das gestern zeitgleich in 31 Facebookgruppen veröffentlicht wurde. Diese Gruppen sind es, die mit „Hier“ gemeint sind. Es handelt sich um vormals geheime Gruppen wie „Heimatliebe“, „Mein Vaterland“, „Der Koran“ oder auch „Dr. Frauke Petry Fanclub“.

Rund 180.000 Menschen sind in diesen versteckten Gruppen organisiert, die alle eines gemein haben: Sie wurden von der AfD angelegt und orchestriert. Und nun wurden sie von der Partei „Die Partei“ übernommen. Nicht durch das Ausnutzen einer Sicherheitslücke, sondern in dem „Partei“-Mitlieder die Gruppen seit Beginn des Jahres infiltiert und sich zu Admins hochgedient haben. Am gestrigen Sonntag nun haben die „Partei“-Admins alle Administratoren rausgeworfen, die Gruppen auf „Öffentlich sichtbar“ gestellt und dieses Video veröffentlicht:

Ich finde: Sehr coole Aktion. Die zudem zeigt, wieviele Menschen tagtäglich und insgheim von der braunen Propoganda umspült werden. Denn Facebook baut Filterbubbles um Menschen anhand deren Vorlieben, und wenn man in zwei, drei dieser AfD-Gruppen ist, bekommt man nur noch Meldungen über kriminelle Ausländer und Hetze gegen Muslime in der Timeline angezeigt.

Von daher: Sehr coole Aktion! Die Partei, sie ist sehr gut.

 
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Verfasst von - 4. September 2017 in Internet

 

AlarmAlarmAlarm!!!

Deutschland im Jahr 2017: Der Mittelstand bekommt Publikationen auf Papier, die roten Alarm ausgerufen, weil Elektromobilität nicht von alleine wieder verschwindet. Nun wird das Ende der Zulieferer herbeifantasiert.

Gerade so, als bräuchten Elektroautos kein Fahrwerk, keine Sitze, usw. Aber wer ist eigentlich Schuld am Niedergang des deutschen Wohlstands? Ganz klar: Ein arglistiger Widersacher von Außen!

Zitat aus dem Artikel:

„In diese einträchtige Partnerschaft (aus Zulieferern und Automobilherstellern, Anm. S.), (…), griff plötzlich ein arglistiger Widersacher -nämlich die EU- von Außen ein. Im Namen der Umwelt stand von heute auf Morgen alles, was gestern noch als gut galt, als Gesundheitsschädling unter Generalverdacht: die Abgase der Fahrzeugantriebe mit Verbrennermotoren“

WTF?
Wenn ich sowas lese, kriege ich Blutdruck. „Der deutsche Mittelstand geht unter, weil sich die Ökos von der EU urplötzlich in alles einmischen müssen“, will uns dieser Artikel weißmachen.
WAS. Für. Ein. Müll.

An diesen Sätzen stimmt irgendwie gar nichts.

Zunächst mal: Was hier als „einträchtige Partnerschaft“ hochgejubelt wird, ist spätestens seit Zeiten von Ignacio Lopez ein erbittertes Erpressungsspiel, bei der die Autokonzerne die Zulieferer in Daumenschrauben halten. Das hat u.a. dazu geführt, dass die Zulieferer nun auch mit Elektrostartups arbeiten – man kann sich von Zulieferern quasi ein komplettes Auto liefern lassen, lediglich der Motor muss woanders herkommen.

Der Rest des Zitats ist eine einzige Frechheit. Abgase aus Verbrennermotoren galten NIE als Gesund, und die EU hat sich auch nicht von heute auf Morgen in Grenzwertfestsetzung eingemischt, sondern erst, als die Mitgliedsstaaten den Arsch nicht hochbekamen.

Solche Artikel sind ärgerlich, aber leider im Moment nicht selten. Der SPIEGEL hat in letzter Zeit auch in einer Reihe von Beiträgen versucht dazulegen, warum Elektroautos jetzt doch nicht soooo sauber sind. Aber der SPIEGEL schreibt auch gegen Windkraft, wenn in Sichtweite vor der Pferdekoppel des Chefredakteurs ein Windrad gebaut wird.

Deppen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Der Tod der Verbrennungsmotoren ist nicht auzuhalten, und Elektromobilität eine Riesenchance für den deutschen Mittelstand. Ich glaube, der hat das in der Tat auch schon mitbekommen – egal, was die Printhefte schreiben. In Deutschland. Im Jahr 2017.

 
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Verfasst von - 1. September 2017 in Medienschau, Rant

 

Demokratischer Volksport 2017

„Die Befragung des Wahl-O-Mat ist demokratischer Volkssport geworden“, sagt Thomas Krüger. Er muss es wissen, denn als Chef der Bundeszentrale für politische Bildung verantwortet er den interaktiven Fragebogen, der seit 2002 rund 50 Millionen mal geklickt wurde.

In den Wahl-O-Maten sind die Positionen aller Parteien hinter 38 zugespitzte Aussagen hinterlegt. Klickt man sich da durch, bekommt man am Ende als Ergebnis die Partei, die die eigenen Standpunkte am Besten zu vertreten behauptet.

Seit heute ist der Wahl-O-Mat mit den Positionen zur Bundestagswahl am 24.09. bestückt – und der Anstrurm so hoch, dass er aktuell nicht erreichbar ist.

Wenn sich der Ansturm etwas gelegt hat, findet man den Wahl-O-Maten hier:
https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/

 
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Verfasst von - 30. August 2017 in Ganz Kurz

 

Momentaufnahme: August 2017

Herr Silencer im August 2017
Ich brauch´mal Urlaub…

Wort des Monats:
„Unzuparkbar“ (auf Empfehlung von Olpo)

Wetter:
Anfang des Monats sonnig und heiß, dann regnerisch und lauwarm, und am 20. kommt der Herbst durch die Tür: Morgens teilweise nur 6-9 Grad Grad und Regen. In der Nacht bleibt es dann auch kalt, tagsüber springen die Temperaturen dann wie wild zwischen 20 und 30 Grad. Fühlt sich an wie ein warmer Herbst.
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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Dunkirk [Kino]
Der zweite Weltkrieg: Am Strand von Dünnkirchen sitzen 400.000 Soldaten fest, eingekesselt von deutscher Infanterie und unter Beschuss der Luftwaffe. Die Navy schickt zivile Boote los, um die Leute da rauszuholen.

Filme von Christopher Nolan haben immer einen besonderen Twist. In „Memento“ lief die Geschichte rückwärts, in „Prestige“ war der Film ein Zauberstück. In „Dunkirk“ laufen nun drei Handlungsebenen ab, aber in unterschiedlichen Zeitrahmen. Eine Handlung erstreckt sich über den Verlauf einer Woche, einer über einen Tag, einer über eine Stunde, aber alle sind parallel montiert und finden einen Knotenpunkt, an dem sich alle verschränken.

Die Zeit ist ohnehin das beherrschende Element. Der Film macht Druck, Druck, Druck – auch im Soundtrack, in dem beständig eine Uhr tickt. Zusammen mit der kurzen Laufzeit von 2 Stunden (für Nolan-Verhältnisse ist das kurz!) kommt dabei ein spannender wie sehenswerter Film heraus, der mit erzählerischen Traditionen bricht, ein ohrenbetäubendes Sounddesign hat und den Zuschauer verwundert, aber mit einem seltsam leeren Gefühl zurücklässt. Das kommt daher, dass der Film sich für alles Wesentliche schlicht nicht interessiert.

Historische Korrektheit, Charaktere, Zeichnung, Empathie – das wird alles zurückgefahren und erstarrt in Platzhaltern und Posen, die den Zuschauer nie mitleiden lassen, sondern ihn zum distanzierten Beobachter machen. Das kann man entweder als geniale Weiterentwicklung des Genres „Kriegsfilm“ sehen, oder als „schlecht gemacht“. In jedem Fall ist die Wirkung besonders, was Dunkirk in meinen Augen nicht zu einem überragenden, aber zu einem sehr interessanten Film macht.

Valerian und die Stadt der tausend Planeten [Kino]
Valerian ist ein Superduperweltraumagent, der ein Dings klauen und auf eine Multi-Spezies-Raumstation, die Stadt der tausend Planeten, bringen soll. Dort hat man andere Probleme, anscheinend gehen im historischen Teil der Station seltsame Dinge vor. Valerian geht dem nach, stellt sich möglichst dumm an und trifft Rhianna.

„Der teuerste europäische Film“, posaunte es im Vorfeld des Streifens. Das sieht man auch, die 200 Millionen sind nämlich sämtlich in die Spezialeffekte geflossen. Luc Besson wollte hier einen Kindheitstraum wahr machen und einen Comic aus seiner Kindheit auf die Leinwand bringen. Kein Geld mehr übrig war leider für Drehbuch und Schauspieler: Der Protagonist sieht so verquollen aus als hätte er jede Nacht Party gemacht, und die Geschichte wirkt, als hätte Besson besoffen in einer Bar einer beliebigen Person erzählt, was er von seinen 60er-Jahre-Comics noch so im Kopf hat, und diese Person durfte dann das Drehbuch schreiben.

Anders ist die Menge an geballtem Mumpitz nicht zu erklären, die sich hier ansammelt. Allein schon, dass Valerian in den ersten Minuten an seiner CoPilotin rumfummelt, dann aber trotz halbnacktem Gespiels nicht zum Stich kommt und sie daraufhin den Rest des Films heiraten will ist ein Plotdevice gone horribly wrong. Von den hirnzermatschenden Dialogen will ich gar nicht erst anfangen, zumal die Plotholes und das schlimme Pacing noch viel übler sind. Höchstrafe ist dann, dass der Film zwischendurch 10 Minuten anhält um ein Musikvideo von Rhianna zu zeigen. WTF? In der Summe: Schöne Bilder, aber Zeitverschwendung das zu gucken.

Schüsse, Küsse und Omelets [Theater im OP]
Mr. Fisher ist Geschäftsführer eines Autohauses in Hamburg, gleichzeitig in Teilzeit auch Spion für die britische Wirtschaftskammer. Er ist zudem ein wenig verpeilt, und so wundert es nicht, als zwischen streng vertraulichen Operationen, dem Umgang mit seiner Geliebten, seiner Frau, einer Prostituierten und einer Vertreterin der Autokette alles drunter und drüber geht.

Hm. Noch eine Screwball-Komödie am ThOP, und keine gute. Wenn ausnahmslos alle Charaktere abgrundtief doof handeln, Situationen unglaubwürdig herbeigeschrieben werden, dann bricht irgdendwann der Suspension of Disbelief und damit die Aufführung. Das die Schauspieler allesamt tolle Leistungen abliefern, macht es umso trauriger, dass diese Inszenierung auf der Bananenschale des schlechten Quellmaterial ausgerutscht ist.

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Spielen:

Senuas Sacrifice [PS4]
Schottland, im Jahr 500 oder so. Senua ist eine Pikte und letzte Überlebende eines Massakers an ihrem Clan. Sie macht sich auf um die Seele ihres Geliebten aus Helheim, dem Reich des Todes, zurück zu holen. Das Problem dabei: Senua ist psychisch schwer krank, sie leidet an Psychosen, sieht Halluzinationen und kämpft in Wahrheit nicht gegen die Unterwelt, sondern gegen ihre Krankheit: Die Monster sind in ihr.

„Senuas Sacrfice“ will Psychosen erfahrbar machen, und der dafür betriebene Aufwand ist beachtlich. In Zusammenarbeit mit Betroffenen und Ärzten haben die Entwickler versucht, die Symptome zu simulieren. Widerstreitende Stimmen wispern um den Spieler herum und verunsichern ihn, Migräneanfälle lassen Kerzen zu Flutlichtern werden, Schatten in den Augenwinkeln bewegen sich und bei vielen Aktionen ist der der enorme Kraftaufwand spürbar, den Senua betreiben muss, um Überhaupt mit ihrem Leben weiter zu machen und gegen die Leere in sich selbst anzukämpfen. Mitfühlbar wird das auch durch die realistische Darstellung der Hauptfigur, mit der man wirklich mitleidet. Überhaupt, die Grafik: Nicht nur Senua, auch die sturmumtoste Küste ist wahnwitzig schön und detailliert dargestellt. Senuas Sacrfice ist das bislang schönste Spiel für die PS4. Das verwundert umso mehr, als das ein Team von nur 12 Personen das Spiel entwickelt hat und selbst distributiert, das hat kein Publisher finanziert.

Was leider nur so mittel funktioniert ist das Gameplay. Senua muss abwechselnd mit dem Schwert kämpfen und Umgebungsrätsel lösen. Das unterhält nicht wirklich, denn Steuerung ist unpräzise: Die Hälfte der Zeit hat man das Gefühl keine Kontrolle über die Spielfigur zu haben, weil man während Ausweichanimationen keine Kontrolle hat. Dazu kommt, dass die Seuerung nicht erklärt wird: Senuas Sacrifice verzichtet auf jegliche Oncsreen-Einblendungen, und bis zum Ende wusste ich nicht, was die Tastenbelegung alles kann. In den Kämpfen wiederholen sich Gegner ständig und sind selbst auf einfachen Schwierigkeitsstufen stark. Die Rätselmechanik funktioniert, nutzt sich schnell ab und nervt dann stellenweise. Durchbrochen wird die Struktur aus Räsel und Kampf immer wieder durch erzählerische Passagen und solche, die wirklich ungewöhnlich sind. So liegt ein Level nahezu im Dunkel, und lässt sich nur nach Gehör navigieren. Das ist innovativ, aber sicher auch nicht jedermans Sache.

Diese kleinen spielerischen Mängel sind aber nicht wild, denn zum einen ist das Pacing sehr gut, zum anderen ist das Game mit ca. 6-8 Stunden recht kurz, aber dafür atmosphärisch sehr dicht. Immer wollte ich wissen, wie es mit Senua weitergeht und wie ihre Geschichte ausgeht. Ein interessantes und wichtiges Spiel, aber leider kein Meisterwerk. Die 30 Euro, die Entwickler Ninja Theory dafür im Direktvertrieb haben möchte, ist es aber allemal wert.

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Machen:
ArbeitArbeitArbeit

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. August 2017 in Momentaufnahme

 

Bye, SPON

Ach, SPIEGEL Online fehlt mir ja schon ein wenig.

Schon länger kann man die Seite nicht mehr ohne Adblocker besuchen, weil man dann von blinkenden und blitzenden Bannern, animierten Skyscrapern und durch´s Bild fliegendem Videomüll blind wird. Unabhängig davon konnte man echte Videos nicht angucken, weil SPON vor einen 10 sekündigen Nachrichtenschnipsel von Youtube oder REUTERS 30 bis 60 Sekunden Werbung schaltete. Erträglich war das Ganze wirklich nur mir Adblocker, auch wenn durch den immer mehr Werbung durchrutschte.

Seit vergangener Woche wird man nun von SPIEGEL Online geblockt, wenn man einen Adblocker im Browser hat. Sowas kannte ich bislang nur von den Seiten des SPRINGER-Verlags, aber BILD und Co. lese ich ohnehin nicht. Nun also auch SPON.

Die bieten zwar auch ein Abo an, aber das ist 1. preislich nicht angemessen für Inhalte wie „Massentourismus an der Ostsee“, „die Enttäuschung der Trump-Anhänger“ oder „So gefährlich ist ihr Küchenschwamm“ und 2. wird m.W. auch dieser Content mit Werbung ausgeliefert. Und das ist es dann genau nicht wert.

Tja. Wir hatten eine lange, gemeinsam Geschichte. Seit 1997 lese ich SPON, jetzt heißt es Abschied nehmen. Mach´s gut, SPIEGEL ONLINE.

 
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Verfasst von - 28. August 2017 in Ganz Kurz

 

Thanatourismus: Ohlsdorf

Wo ist wohl der größte Parkfriedhof der Welt? Bestimmt irgendwo in den USA, oder? Immerhin, so habe ich das in „Agentin mit Herz“ gesehen,  fahren die doch mit dem Auto bis ans Grab. Also Amerika?

Weit gefehlt – der größte Parkfriedhof  ist mitten in Hamburg. Der 1877 eröffnete Friedhof Ohlsdorf ist wirklich riesig. Wie groß, sieht man nur auf dem Satellitenbild:

Der Friedhof wird von Straßen durchzogen, auf denen auch Busse fahren. Abseits davon wird es aber schnell friedlich, und nach zwei mal abbiegen ist man schon in wirklich verwunschenen und teilweise verwucherten Ecken. Als echter Thanatourist kenne ich schon viele prominente Friedhöfe, von Highgate in London über Père LaChaise in Paris bis zur Königin aller Friedhöfe, Staglieno in Genua. Ohlsdorf ist mit nichts zu vergleichen. Die schiere Größe und das Grün der Anlage sind eine Sache, warum es hier besonders ist. Die andere ist, dass hier alles so durcheinander ist. Schlichte Familiengräber stehen neben aufwendigen und fein gearbeiteten Grabskulpturen. Lichtungen öffnen sich und geben Gedenkstätten für Feuerwehreinsätze und Deichbrüche preis. Und anonyme Grabfelder werden von Löwen bewacht, die man eher vor dem Dom erwarten würde als versteckt hinter einer Hecke.

Bei meinem ersten Besuch bin ich ungefähr zwei Stunden dort rumgestrolcht, habe aber nur einen winzigen Teil gesehen.

Tja, muss ich da wohl nochmal hin 🙂


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Verfasst von - 26. August 2017 in Reisen

 

Wer hat uns verraten…?

Martin Schulz ist gerade in Göttingen.

Göttingen ist nicht ganz ohne, was Kandidaten für die Bundestagswahl angeht: Thomas Oppermann (Fraktionschef SPD) und Jürgen Trittin (Grüne) haben hier ihren Wahlkreis. Und nun ist gerade Der Martin Chulz in der Stadt.

Irgendwie tut er mir ein wenig leid. In seiner Zeit als Chef des Europaparlaments habe ich ihn als guten Mann erlebt: Demokrat, streitbar, pragmatisch. Und für die bundesdeutsche SPD ist er ohnehin ein Glücksfall: Frei von den Verfehlungen der Partei in den letzten Jahre konnte er quasi aus Brüssel einschweben und sich gleich in den Wahlkampf stürzen. Genützt hat es freilich nichts, nach einem kurzen Populartätsschub stürzte Schulz in den Umfragen ab wie nichts Gutes.

Die Situation ist ja auch nicht einfach: Merkel hat sich auf jedes Thema gesetzt, was irgendwie rot oder grün ist. Vor allem aber ist es seine Partei, die Schulz wie ein Bleiklotz am Bein hängt. Es mag ja sein, dass die SPD in der Großen Koalition sozialdemokratische Anliegen wie Mindestlohn, Mütterrente oder Rente mit 63 durchsetzen konnte, nur: Belohnt wird sie dafür nicht. Die Lorbeeren setzt sich Merkel auf´s Haupt. Was dem Wähler im Gedächtnis bleibt sind die Schattenseiten der GroKo.

Was von der SPD bleibt, ist das Bild der Partei, die…

…Gegen den Wunsch der Wähler und nur um der Macht Willen in eine große Koalition eingestiegen ist und dadurch die Demokratie in Deutschland nachhaltig beschädigt hat.

… die illegale Vorratsdatenspeicherung (mehrfach!) mitgetragen hat.

… bereitwillig Grundrechte geopfert hat um „Sicherheit“ zu produzieren.

…in der GroKo Merkel beim Verwalten des Status quo geholfen, aber kaum etwas selbst gestaltet hat: Kein Einwanderungsgesetz, keine Digitalpolitik, keine Verkehrspolitik zustande gebracht hat.

Meine Verbitterung über diese Fehlleistungen sitzt tief. All das sind Dinge, wegen denen allein die SPD schon unwählbar geworden ist. Und anstatt jetzt einen ordentlichen Richtungswahlkampf zu machen, der mitsamt dem neuen Kandiaten frischen Wind bringt, kommt die SPD wieder nur mit der Phase „Soziale Gerechtigkeit“ um die Ecke, spart es sich aber lieber zu erklären, was das sein soll.

Nein, für so ein Verhalten – Demontage der Demokratie in der Vergangenheit, Visionslosigkeit in der Zukunft – wählt man eine Partei nicht.

Ich warte ja darauf, dass eine smarte, linke Politikerin à la Macron den Durchmarsch probt und die großen Parteien als das demaskiert, was sie aktuell sind: Rauchende Ruinen. Daran ändert auch ein Chulz nichts. Ganz im Gegenteil: Wenn man seinen Wahlkampf so anschaut, könnte man meinen, er hat sich schon geschlagen gegeben.

 
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Verfasst von - 23. August 2017 in Betrachtung, Politik

 
 
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