Alternativen zu Gmail, iCloud & Co: Weg von US-Services!
Die USA prägten jahrzehntelang Kultur und Politik in Europa. Das hatte Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen von uns. Wir sind mit amerikanischer Musik, amerikanischen Filmen und amerikanischen Produkten aufgewachsen. Die USA waren ein Teil europäischer Identität, und dementsprechend hatten die meisten von uns wenig Berührungsprobleme, als aus dem Silicon Valley coole und meist kostenlose Services in die Welt getragen wurden. Die wurden schnell Teil unseres Alltags.
Wir kommunizieren über Whatsapp oder verbringen Zeit auf Facebook oder Instagram, die allesamt Marc Zuckerbergs “Meta” gehören. Wir nutzen Gmail, Google Maps oder Google Docs. Wir sehen dabei zu, wie die KI Copilot immer tiefer in Microsoft Windows und Office integriert wird und immer mehr Dateien nach OneDrive überträgt. Wir syncen Fotos über Apples iCloud und lesen Bücher über Amazons Kindle. Aber ist das alles wirklich noch zeitgemäß?
Alle diese Dienste haben zwei Gemeinsamkeiten:
1. Sie sind in der Hand von Konzernen. Deren Daseinszweck ist Steigerung des Shareholder Value und damit per Definition: Gier.
2. die US-Regierung kann auf alle Daten dieser Unternehmen zugreifen.
Für Letzteres sorgt der Cloud Act von 2018, der besagt, dass die Behörden der USA auf alle Daten amerikanischer Unternehmen zugreifen dürfen, selbst dann, wenn deren Server in Europa stehen. Es bringt also nicht, wenn Microsoft beteuert, dass seine Cloudserver in Frankfurt stehen – wenn die US-Regierung es will, greift sie auf die dort gespeicherten Clouddaten von deutschen Nutzern zu. Dazu gehören Arbeitsdokumente genauso wie private Dateien und persönliche Fotos.
Apple behauptet aktuell noch, dass iCloud-Daten so verschlüsselt sind, dass niemand außer den Nutzer drankommt. Aber wie lange ist das noch der Fall? Die USA sind im vergangenen Jahr in eine faschistische Autokratie abgerutscht. Apple-Chef Tim Cook bringt Trump goldene Präsente und küsst gemeinsam mit den anderen Chefs von Big Tech seinen Ring.
Redefreiheit und Grundrechte sind außer Kraft gesetzt oder unterliegen der Willkür. So müssen Einreisende in die USA aktuell ihre Social Media-Konten angeben, die dann von einer KI fünf Jahre rückwirkend ausgewertet und auf Regimekonforme Einstellungen geprüft wird.
Findet sich Trump-Kritisches, wird das als Beleidigung des Führers gewertet und die Einreise kann verweigert werden. Bereits geplant ist, das auf die Konten von Angehörigen auszuweiten. Meine Schwester wird dann nie wieder in die USA reisen können, weil sie einen Bruder hat, der die Gesinnungsprüfung nicht bestehen würde. Oh wait, GENAU sowas ist ja der Grund, weshalb ich pseudonym blogge.
Aber möchte man, dass in Zukunft das rachsüchtige US-Regime auch die eigenen Clouddaten durchsucht, um zu schauen, ob man auf Linie der Faschisten liegt? Und diese Infos vielleicht sogar mit einer AFD-Landesregierung teilt?
Zum Glück gibt es starke und teils sogar bessere Alternativen zu den US-Services. Die sind in vielen Fällen nicht mal funktional schlechter oder weniger gut in Mobilgeräte oder Desktoprechner integriert. Wichtig auch: Da die meisten nicht auf Teufel komm raus Aktionäre zufriedenstellen müssen, Durchlaufen sie keine Phase der Enshittification, bei der die Services immer schlechter werden, bis keiner mehr Freude dran hat.
Die Alternativen sind oft nicht mal weniger zuverlässig. Denn wer glaubt, dass seine Daten ja vor Verlust geschützt seien, weil sie bei einem großen Konzern liegen, der irrt. Erst jüngst hat Microsoft es wieder mal geschafft, Onedrive-Inhalte von Tausenden von Nutzern zu verbaseln, und die Backups gleich mit.
Ich möchte hier kurz vorstellen, welche Alternativen ich nutze, und wo ich vielleicht doch noch nicht ganz von US-Firmen wegkomme oder weg will. Richtig fein raus ist man natürlich, wenn man Ahnung von der Materie hat und einen eigenen Server betreibt, wo man sich dann selbst etwas aus freier Open-Source-Sofware bauen kann. Leider gehöre ich nicht dazu und erschrecke mich schon, wenn ich nur eine Konsole benutzen soll.
Ich komme von der Anwenderseite, und habe trotzdem einige schöne Alternativen entdeckt und kann die gut nutzen. Der Wechsel hat nicht mal weh getan, im Gegenteil: Ich habe eine Freude an den guten neuen Services und meiner wiedergefundenen digitalen Souveränität! …












