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Archiv der Kategorie: Film

Portal: No Escape

Ein beeindruckender „Portal“-Short. Und DAS jetzt bitte als abendfüllenden Spielfilm.

 
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Verfasst von - 23. August 2011 in Film, Webvideo

 

Fanfilm: Outside Aperture

Chell backt einen Kuchen.

 
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Verfasst von - 1. Juni 2011 in Film

 

Teaser: Toy Story 3

Wer braucht einen dritten Teil von Toy Story?
Naja, zumindest ist der Teaser witzig gemacht.

Ab 18.06.2010 im Kino.
Via Fünf Filmfreunde

 
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Verfasst von - 31. Mai 2009 in Film, Upcoming

 

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Wolverine: Nach dem Abspann

Hu, ich komme gerade aus einem zweistündigen Hugh-Jackman-Werbespot. Hugh Jackman in engen Jeans, Hugh Jackmann in Feinripp, Hugh Jackman halb entblösst, Hugh Jackmann in heroischen Posen, Hugh Jackmann wie er den Kopf in den Nacken legt, gen Himmel schaut und brüllt „Neeeeeeiiiiiiiin“ (kommt 3 Mal vor) und Hugh Jackman, wie er ganz nackig über eine Wiese hoppelt.

Beweisstück A: Hugh Jackman.

Beweisstück A: Hugh Jackman.

OK, wo gibt es Hugh Jackman zu kaufen?

Auch ansonsten verwirrt der Film. Bzw.: Er ist verwirrt, weiß er doch bis zum Ende nicht, wo er eigentlich hinwill. Die Story plätschert so mal nach links, mal nach rechts und bremst sich durch Absurditäten (DER BLOB! UH!) aus. Wolverine ist unterhaltsam und kurzweilig, aber nie wirklich gefährlich, spannend oder emotional berührend. Hier setzt aktuell Heroes Maßstäbe, die aber für Wolverine unerreichbar sind. Sei´s drum: 3 große WTF-Momente werden geboten, und das reicht für einen Popcorn-Blockbuster allemal, wenn die Hauptrolle von Hugh Jackmann gespielt wird.

Apropos Ende: Ich stelle mir gerade vor, wie dem Regisseur kurz vor dem Release eingefallen ist, dass er noch eine Brücke zu den X-Men-Filmen schlagen muss:

„Ey, wir brauchen noch diesen Dings, diesen Captain Picard im Film“
„Das geht nicht, Chef, Patrick Stewart ist ein vielbeschäftigter und sehr teurer Schauspieler“
„Mir do´egal. Wir haben doch noch Bilder aus dem letzten Film, dann machen wir den halt digital.“

Leider sieht der Gastauftritt von Professor X aus, als hätte der Praktikant des Praktikanten von ILM einen Patrick-Stewart-Homunkulus mit Microsoft Paint zusammengelökert. In seiner Mittagspause. Im Ernst, ich habe mich erschreckt, als ich diesen digitalen Frankenstein gesehen habe. Angeblich ist das der echte Schauspieler in einer Uncredited Cameo mit digitalem Make-Up um ihn zu verjüngen, aber trotzdem: Geht ja gar nicht, sowas.

Überhaupt: Erschreckend. Da wird der Film geschnitten und nochmal geschnitten, damit nur ja kein Tröpfchen Blut zu sehen ist – und dann stellen die da mit „Waffe XI“ ein Viech hin, dass mir noch einige Zeit Alpträume bereiten wird. Aber Hauptsache kein Blut. Und keine Nippel.

Szenen nach dem Abspann
Wer übrigens nicht lange genug sitzen bleiben konnte hat auch nichts verpasst. Nach dem Abspann sieht man Wolverine in einer Bar in Japan sitzen. Es folgt ein Dialog zwischen ihm und der Bardame, wie man ihn auch schon aus X-Men kennt. „Trinken Sie um zu vergessen?“ „Nein, ich trinke um mich zu erinnern.“
Ha, ein Brüller. Und evtl. eine Brücke zu einem zweiten Wolverine-Film, da einige der Comicstories in Japan spielen.
So weit, so lame.

ABER: Je nach Filmkopie gibt es ein zweites, alternatives Ende. In diesem gleitet die Kamera über Schutt, unter dem Waffe XI liegt und verharrt auf dessen abgetrennten Kopf. Plötzlich fingert eine Hand (seine eigene?) nach dem Schädel. Hinweis auf einen Deadpool-Film?

Egal, ich gucke jetzt erst einmal, ob es Hugh Jackman über Amazon gibt. Oder ich warte, bis die Wirkung des Werbespots nachgelassen hat.

 
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Verfasst von - 19. Mai 2009 in Film, Service

 

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Review: Star Trek (2009)

Star Trek und ich
Früher, also, ganz früher, fand ich die alte Star Trek Serie supi. Das war zu entschuldigen, denn ich war erst ca. 6 Jahre alt. Wenn es nicht spannender war im Wald mit Stöcken zu spielen, hockte ich also einmal in der Woche vor dem TV und beguckte fasziniert diesen Cäpt´n Kirk, den bösen Mann mit den komischen Ohren und Dingen die Piiiu-Piiu machten.

Der Zustand hielt nicht lange an, schon wenige Jahre später fiel mir auf, dass man die alte Serie eigentlich nicht gut finden durfte: Doofe Drehbücher, Macho-Rumgemache des Captains, halbnackte, willige Weiber und schlechte Gummiattrappen-die-Piiiu-Piiiu machen sind als tragende Elemente einer Serie fast eine Beleidigung für die Zuschauer.

Dann kam The next Generation ins Fernsehen. Ich liebte diese Serie, lediglich mit Zottel-Riker und dem Troi-Hasi bin ich nie wirklich warm geworden, wohl auch, weil diese Charaktere stets wie ein Zugeständnis an Fans der alten Serie wirkten.

Die Folgeserien Deep Space Nine dümpelte vor sich hin, bis Commander Sisko sich endlich die Wolle vom Schädel schabte und der Krieg mit dem Dominion begann – hier wurden große Geschichten erzählt, und das war gut so.

Ohne Eier gegen die Wand
Diese Größe hat die Voyager mitsamt ihrem unausstehlichen Führungsriege nie erreicht, und auch Enterprise ist da auf halbem Weg stecken geblieben.

Im Kino war es nicht viel besser: Bisher funktionierte auf der großen Leinwand kein Star Trek-Film. Entweder waren die Kinofilme strunzlangweilig, nur für Insider zu verstehen oder so gequält auf lustig getrimmt, dass es weh tat (man erinnere sich an die 80er-Klamotte Zurück in die Gegenwart aka Rettet die Wale, uh). „Aber was ist mit First Contact?! DER war gut!“ höre ich jetzt schon die erbosten Fanboys/-girls schreien. Ja, liebe Trekker, First Contact war nicht schlecht. Für Leute ohne Star Trek-Vorbildung war der aber kaum verständlich. Zu viel wurde da vorausgesetzt: Wer sind die Borg, was ist ein Warpantrieb, warum ist die Sternenflotte wichtig, was hat der Sicherheitsmann für komische Höcker auf dem Kopf?

Die Produzenten Brannon und Braga hatten bei den letzten TV-Serien schlicht keine Eier in der Hose, und durch das stetige klein-klein in Kombination mit beschissenen Kinofilmen haben sie das Franchise über Jahre hinweg, quasi in Zeitlupe, gegen die Wand gefahren. Man hätte ihnen die Vernatwortung für Star Trek eigentlich nach der 2. Staffel TNG mit Gewalt abnehmen müssen.

Ich mochte Star Trek wirklich mal überaus gerne. Hey, als Geldanlage habe ich irgendwo noch sprechende Figuren der TNG-Crew originalverpackt rumliegen. In 30 Jahren machen die mich die reich.
Als kritischer Fan musste ich aber nach Nemesis und Enterprise auch sagen: Gut, dass jetzt erst mal Schluss ist. Die sollen sich mal alle eine Auszeit nehmen und sich überlegen, wie man Star Trek vernünftig gestalten kann.

Die Stärken von Star Trek war immer die Erzählung im Fernsehen. Entfaltung und Auslotung der Charaktere, Erzählung von großen Handlungsbögen, Entwurf von großen Visionen. Für sowas braucht man Zeit, das bekommt man in einem Kinofilm nur schlecht hin.

Der Film, das Reboot, Gähn
Und nun also der Reboot von Star Trek im Kino? Und das ausgerechnet mit Kirk und Spock? Und dann noch als Jugendliche? Das weckt unangenehme Erinnerungen an den ewigen Nervenarsch Wesley Crusher oder die Kadetten-Schnarchnase Jake aus DS9. Statt vernünftiger Weiterentwicklung des Trek-Universums zwei Schritte zurück. Ist das eine gute Idee?

Nun, um ehrlich zu sein ist es die einzige Idee des Films: Wir setzen alles auf Null, werfen den ganzen Quatsch um die Föderation der Planeten, Borg und wiesiealleheißen weg und machen einen Film, den man auch dann sofort verstehen kann, wenn man sich noch nie mit Star Trek beschäftigt hat. Kein Technobabble, keine philosophischen Ausführungen, keine Parallelen auf Politik und Gesellschaft, und sogar auf den Großteil des klassischen Star Trek Unterbaus (Föderation der Planeten, etc.) bzw. des moralischen Überbaus (Gutmenschentum, erste Direktive) wird verzichtet.

Klar sind echte Trekker davon angepisst – ihr ganzes, jahrelang angeeignetes Wissen ist hier nutzlos, der Sonder-Geek-Status der Geheimloge der Trek-Fans ist verloren. Dieser Film will neue Zielgruppen erschliessen und eine neue Generation für Star Trek begeistern. Das tut er, ohne Rücksicht auf die alten Fans – die gehen sowieso ins Kino, und sei es nur, damit sie was zum Jammern haben.
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Verfasst von - 14. Mai 2009 in Film, review

 

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Trekkies entäuscht: Neuer Star Trek-Film ist …gut?!

Noch 12 Stunden, dann werde ich mich selbst davon überzeugen können, ob die Kritiken zutreffen.

Langjährige Star Trek Fans klagen schon über den Film:
– Der Film enthält einen sinnvolle Story
– William Shatner spielt NICHT James T. Kirk
– Die Effekte sind gut
– Es gibt keinen endlosen Tech-Talk
– Es gibt keinen Pseudo-Parabel-Toleranz-Überbau
– Die Schauspieler sind GUT
– Man kann die Klingonen verstehen OHNE wirklich Klingonisch gelernt zu haben
– William Shatner spielt NICHT James T. Kirk

Das kann nicht Star Trek sein!

Diese Kritikpunkte hat The Onion Network auf der Strasse eingefangen. Money Quote:

„Fans felt that Star Trek BELONGED to them. But the Studio turned it in something the people actually like.“

Sehr spassig:

Na, mal sehen. Den Trailer halte ich ja für das Schlechteste, was ich seit langem gesehen habe. Die klassische Trek-Serie darf man nur gut finden wenn man 6 Jahre alt ist. Die Charaktere, von Kirk über Spock bis hin zu Scottie sind allesamt Grütze. Alles, was J.J. Abrams bisher ablieferte, hatte doch riesige Macken.
Mal gucken, ob der neue Star Trek mich überzeugen kann. Würde mich wundern.

 
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Verfasst von - 6. Mai 2009 in Film

 

Welcher Song läuft da in Watchmen?

Mit etwas Verspätung, aber ob der Anfragen dann doch.
„Watchmen“ hat einen etwas eigenwilligen Soundtrack. Er klingt, als hätten die Macher etwas willkürlich Klassiker über einzelne Szenen gestreut („99 Luftballons“ für ein Abendessen?). Ausserdem kommen viele zu Tode genudelten Stücke drin vor – wer heute noch „Halleluja“ für eine Liebesszene verwendet, sollte genauso mit Stockhieben bestraft werden wie Leute, die „Carmina Burana“ als Untermalung verwenden.

Egal, los geht´s:

Lied im Vorspann von Watchmen:
Bob Dylan: „The Times They Are A’Changin'“

Im Film:
Janis Joplin: „Me and Bobby McGee“ (Bar in Vietnam)
Jimi Hendrix: „All Along The Watchtower“ (Reise in die Antarktis)
Paul Simon and Art Garfunkel: „The Sounds of Silence“ (Beerdigung)
Nena: „99 Luftballons“ (Abendessen Laurie und Dan)
The Sunshine Band: „I’m Your Boogie Man“ (während der Demo)
Tears for Fears: „Everybody Wants to Rule the World“ (Mordversuch an Ozymandias)
The Philip Glass Ensemble: „Prophecies“ (Laurie in Dans Haus)
The Philip Glass Ensemble: „Pruit Igoe“ (Laurie in Dans Haus)
The Philip Glass Ensemble: „Something She Has To Do“ (Laurie in Dans Haus)
The Philip Glass Ensemble: „Protest“ (Laurie in Dans Haus)
Billie Holiday: „You’re My Thrill“ (Laurie in Dans Haus)
Nat King Cole: „Unforgettable“ (Läuft im Fernsehen und als Laurie zu Dans Haus kommt)
Budapest Symphony Orchestra: „Walkürenritt“ (Vietnam)
Jonathan Elias and John Petersen: „Man On The Moon“ (MTV-Thema)
Waylon Jennings: „Clyde“ (Rohrschach verhört jemanden in der Bar)

Songs im Abspann:
My Chemical Romance: „Desolation Row“
Leonard Cohen: „First We Take Manhattan“

Der Song aus dem Trailer, der im Film nicht vorkommt, ist „The Beginning Is The End Is The Beginning“ von The Smashing Pumpkins. Wird immer wieder gerne genommen, zum ersten Mal tauchte er in einem der unsäglichen Joel-Schumaker-Batman-Filme auf.
Ausserdem wurden „Take a Bow“ (Danke an Skriegel) von Muse und „Angel“ von Massive Attack in Teasern verwendet.

 
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Verfasst von - 24. März 2009 in Film, Soundtracks

 

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Watchmen (2009)

Nach langen Jahren der Vorbereitung und diversen Rechtsstreitigkeiten gibt es nun doch eine Verfilmung des unverfilmbaren Graphic Novels Watchmen – und der Regisseur wird nicht müde zu beteuern, wie sehr er doch versucht hat, der Vorlage gerecht zu werden. Tatsächlich sahen die Trailer und Poster sehr stimmungsvoll aus, aber ist dabei nun DIE Comicverfilmung herausgekommen, die jeder gesehen haben muss?
Ich meine: Nein. Obwohl der Film besser ist, als man nach dem Hype erwarten durfte.

Was wäre wenn? Aus diesem Ansatz baut Alan Moore, der von mir sehr geschätzte Autor des Graphic Novels, die Parallelwelt auf, in der Watchmen im Jahr 1985 spielt. Diese Welt gleicht unserer, nur kleiden sich dort in den 40er Jahren einige Menschen in absurde Kostüme und nehmen als „Superhelden“ das Gesetz in die eigene Hand. Die zweite Generation dieser Männer und Frauen in Strumpfhosen formiert sich in den 60er Jahren und nennt sich Watchmen. Wirkliche „Superkräfte“ hat nur einer von Ihnen, ein blauer Muskelschlumpf namens Dr. Manhattan, der durch einen Unfall mit irgendwas zu einem gottgleichen Superwesen mit Kifferattitüde wurde. Er schert sich nicht wirklich um die Menschheit oder irgendwas anderes, sondern denkt in kosmischen Maßstäben, was dazu führt, dass er permanent Blödsinn redet und nackt rumrennen muss.

Auch seine Watchmen Kollegen machen nicht mehr viel, denn Ende der 70er erklärt die Regierung Superheldentum für illegal. Die Welt hat auch ohne die selbsternannten Helden genug Probleme: Es ist 1985, und da es in der Was-wäre-wenn-Welt kein Watergate gab, ist Nixon noch Präsident. Der kalte Krieg mit den Russen ist auf seinem Höhepunkt, der Ausbruch eines Atomkriegs steht bevor. Die Menschen leben in ständiger Angst. In diesem Klima wird einer der ehemaligen Watchmen ermordet, und die Geschichte beginnt.

Viel wurde schon über „Watchmen“ geschrieben, die literarische Vorlage als der großartigste Grafik Novel aller Zeiten gelobt und als unverfilmbar deklariert.

Nun, die wenigsten, die sowas zusammenschreiben, haben das Buch wirklich gelesen, sondern einfach nur die Pressemitteilung zum Film abgepinnt. Tatsächlich ist das Comic was Besonderes – wegen der Mischung aus Gesellschaftskritik und Dekonstruktion von Superhelden, wegen seiner Erzählweise und seiner zynischen Grundhaltung.

Aber: Es ist beim ersten Lesen auch ziemlich zäh und langweilig. Typisch für den Autor Alan Moore ist eine lange Exposition, ohne das der Leser überhaupt erfährt, wohin die Reise eigentlich geht. Über mehrere hundert Seiten werden Charaktere eingeführt, teils auf unterschiedlichen Zeitebenen, ohne das man wirklich einen Plan hat, was da eigentlich gerade passiert.

Ein der letzten, noch illegal arbeitenden, Watchmen ist Rohrschach, der nach dem Mörder seines Kollegen fahndet und eine Verschwörung wittert. Was nicht viel zu sagen hat, denn Rohrschach ist ein paranoider Psychopath, der als einziger noch die Watchmen im Auge behält. Er warnt seine ehemaligen Mitstreiter vor einem Killer, der es auf Ex-Superhelden abgesehen hat. Aber weder das verweichlichte Bruce-Wayne-Imitat Nite Owl, noch die Latexfetischistin Silk Spectre glauben ihm. Die beteuern lieber, das ihnen das Superheld sein nicht fehlt, sind aber ohne ihre Fetisch-Anzüge nicht in der Lage ein Nümmerchen zu schieben.

Ein Nacktschlumpf-Kiffer, ein ungewascherner Psycho, ein liberales Weichei und eine Fetischistin – um diesen Haufen Kaputter, die nun wirklich überhaupt kein Identifikationsmaterial abgeben, vorzustellen, braucht das Buch mehrere Hundert Seiten inkl. Zeitsprünge und Rückblenden. Das ist verwirrend, langatmig und stellenweise auch langweilig – einer der Gründe, warum Watchmen NICHT der „größte Graphic Novel aller Zeiten“ ist, auch, wenn er durch Zufall auf irgendwelchen Bestsellerlisten gelandet ist. Der große Verdienst der Vorlage ist das Durchschütteln eines Genres: Ein Buch über Superhelden, das ohne wirklichen Bösewicht auskommt, und die Protagonisten als selbstgefällige Saubeutel mit „Wir wissen was gut für Euch ist“-Attiüde zeigt, die sich am Ende die Frage stellen müssen, ob sie den Preis der Freiheit zu zahlen bereit sind.

Der Film folgt der Erzählstruktur der Vorlage sehr genau, und absurderweise muss man ihm genau das vorwerfen: Das er zu eng an der Vorlage klebt.

Was im Graphic Novel gut funktionierte, erweist sich beim Kinobesuch als Bruch mit den üblichen Sehgewohnheiten. Statt nach dem üblichen Blockbusterschema mit 1-3 Höhepunkten vorzugehen, nimmt sich der Film Zeit, um seine Figuren vorzustellen. Viel Zeit.

Rund 100 Minuten lang sehen wir, wie aus einem Physiker der Muskelschlumpf wird, was für Probleme die Mutter der Fetischistin hatte undundund. Der Spannungsbogen um den Mord an dem alten Watchmen wird nur zögerlich und mit vielen, langen Einschüben verfolgt. Das ist durchaus unterhaltsam, wenn man als Zuschauer begreift, dass hier der Weg das Ziel ist. Aber selbst wenn man die Vorlage kennt, wünscht man sich (und dem schmerzenden Hintern im Kinosessel), dass die Geschichte um die große Verschwörung etwas stringenter und straffer erzählt wird. Zum Vergleich: Die „Herr der Ringe“-Filme waren auch deshalb gut, weil die Elemente der Geschichte verwürfelt wurden und eben NICHT jedes Frühstück der Hobbits zelebriert wurde.

Wenn es dann endlich losgeht und die Story um den Mord wieder in den Vordergrund tritt, dürften 2/3 der Kinobesucher schon weggedämmert oder verwirrt unter ihre Sitze gekrochen sein.

Das liegt nicht an der Umsetzung, die z.T. wirklich gut ist, auch wenn die Effekte einen nicht vom Hocker reissen. Nur: Die memorablen Bilder sind nicht unbedingt der Verdienst des Filmes. Fast jedes Bild, teilweise sogar die Kamerawinkel, entstammen der Vorlage. Jeder coole Einfall (abspritzendes Eulenschiff) stammt aus dem Buch. Dialoge sind meist eins zu eins übernommen.

Die einzigen Bereiche, in denen der Film ein wenig Selbstständigkeit entfaltet, sind der Soundtrack, die exzessive Ausführung der Gewaltszenen und das geänderte Ende der Geschichte. Die beiden erstgenannten Punkte sind dabei nicht wirklich gut gelungen. Die eingespielten Musikstücke sind im Filmkontext nervig, abgenudelt oder nur skurril (Bob Dylan, Nena). Die Darstellung von Gewalt, die im Buch nur angedeutet wird, ist so widerlich und übertrieben, als hätten die Macher des Filmes sich noch mal auf die Schnelle überlegt, hier ein Meta-Irgendwas in SAW-Manier transportieren zu müssen. Lediglich das neue Ende passt besser als der Originalschluss.

Muss man das jetzt gesehen haben?
Nein, nicht unbedingt.
Watchmen ist ein wirklich guter und unterhaltsamer Film geworden, aber beileibe kein must-see-for-everyone.
Das Festhalten an den mäandernden Erzählstrukturen und die übertriebene Gewaltdarstellung werden viele abschrecken. Wer die Vorlage kennt und mag, wird begeistert sein, auch wenn viel von der Mooreschen Gesellschaftskritik fehlt und das wichtige Element der atomaren Krisenangst sehr cheesy umgesetzt ist.
Wer gänzlich unvorbereitet einen klassischen Superheldenfilm a la „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“ erwartet, wird sein blaues Wunder erleben. Auch in Form eines nackten Pimmelschlumpfs.

 
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Verfasst von - 11. März 2009 in Film, review

 

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Review: Underworld 3 – Rise of the Lycans (2009)

Es gibt Schauspieler, die sind einfach geboren um Gänsehaut zu erzeugen.
Bela Lugosi war so einer. Oder Boris Karloff. Vincent Price. Aktuell ist Bill Nighy einer der Besten.
Selbst unter drei Metern CGI-Maske war sein Davy Jones erschreckend, und die Verkörperung des Victor in den „Underworld“ Filmen lässt einen wohlig schuddern.

Diese Schauspieler leiden aber auch unter einem Fluch: Sie sind gezwungen, in regelmäßigen Abständen in schlechten Filmen mitzuspielen. Nighy bildet da keine Ausnahme, er bleibt das einzige Highlight im, ansonsten unterirdischen, „Aufstand der Lykaner“.

Underworld konnte 2003 überraschend mit coolen Vampiren, ungewohnter Optik und einer, in Latex eingeschweißten, Kate Beckinsale punkten. „Underworld: Evolution“ war more of the same und streckenweise langweilig, bot aber immer noch eine halbnackte Kate Beckinsale, die als Vampirin Seline den jahrhundertealten Krieg zwischen Werwölfen und Vampiren im Alleingang beendete.

In Teil 3 ist keine Beckinsale mehr zu sehen – der Film ist ein Prequel und rollt noch einmal die Story um die Entstehung der Lykaner auf. Die kennt man aus einer dreiminütigen Rückblende in Teil 1.

Für alle, die die Geschichte nicht kennen: Victor (Bill Nighy) ist DER böse Oberhoncho-Vampir des Mittelalters, der den ganzen Tag finster guckend in seiner Burg hockt und andere gegen Riesenwölfe kämpfen lässt. Eines Tages purzelt aus einem gefangenen Wolf ein Menschenbaby heraus – Lucien. Der sieht zwar weniger wie ein Mensch/Wolf-Hybrid aus, sondern eher wie eine Mischung aus Mensch und Frosch, dennoch züchtet Victor aus seinem Blut eine neue Rasse von Mötern.

Schließlich verliebt sich Victors Tochter Sonja (gespielt von Rhona Mitra und ihren Brüsten) in den glubschäugigen Froschmann. Das mag Victor gar nicht, deshalb stellt er das ungezogene Vampirtöchterli ins Sonnenlicht und guckt dabei zu, wie ihr die Brüste abfallen. Dazwischen wird noch ordentlich gepeitscht und rumgehauen.

Gruppenbild: Froschaugen-Möter, Brüste. Ohne Beckinsale macht Underworld keinen Spass mehr.

Gruppenbild: Vampirgöre, Brüste, Froschaugen-Möter. Insidergags tragen keinen Film, dessen Story in drei Minuten auserzählt ist.

Das war´s. Mehr passiert nicht. Und in obiger Beschreibung stecken mehr Dramaturgie, Action und Brüste, als im Film tatsächlich vorkommen.

Das die Werwölfe schlecht gemacht sind, die Kämpfe lächerlich, die Dialoge schmerzerzeugend und der ganze Film mit 2 1/2 Kulissen auskommt, fällt da auch nicht mehr groß ins Gewicht.
Ganz nett sind lediglich die Anspielungen und Figuren, die in Nebenrollen in den anderen Filmen wieder auftauchen. aber Insidergags tragen keinen Film, dessen Story in drei Minuten filmisch erzählt werden kann.

Von daher muss das Fazit lauten: Hätte man es mal bei der kurzen Rückblende belassen, alles wäre gut. So haben die Produzenten versucht, aus der Teigmenge für einen Keks eine Torte zu backen.
Geht gar nicht, so was.
Besonders schade: Die Underworld-Geschichte ist eigentlich intelligent gemacht – und wie der erste Film verriet, gibt es durchaus interessante Aspekte, die noch nicht erzählt wurden. Was hat bspw. Craven mit Lucien zu tun? Nun, anscheinend soll es noch mehr Sequel-Prequels geben.

Momentan bewegt sich Underworld 3 in etwa auf dem Niveau einer Fernsehserie, hätte ich noch vor ein paar Jahren gesagt. Das passt nicht mehr, denn US-Serien sind heutzutage qualitativ sehr hochwertig.

 
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Verfasst von - 4. März 2009 in Film, review

 

Kurzreview: „Ein Quantum Trost“ (2008)

Eine lange und ausgewogene Kritik ist der Film einfach nicht wert.
Daher in aller Kürze: NICHT REINGEHEN!

OK, macht ja doch jeder, daher noch etwas ausführlicher.
Eines vorweg: Ich mag Bond-Filme. Ich verstehe, wie und nach welchen Regeln sie funktionieren. Mir gefällt auch das Reboot des Franchise, das mit „Casino Royale“ begonnen hat.
Und dennoch ist „Quantum“ ein schlechter Film.

Hier die 10 wichtigsten Gründe:

1. Wer „Casino Royale“ nicht gesehen hat, wird „Quantum“ nur zur Hälfte verstehen. Ich mag die Idee, eine filmübergreifende Geschichte zu erzählen, aber hier werden die Zuschauer, die den Vorgänger nicht kennen oder nicht mehr präsent haben, mehr im Regen stehen gelassen als nötig. Ohne „Casino“ funktioniert „Quantum“ nicht, und das stinkt.

2. Regisseur Marc Foster verhaut grundsätzlich seine Filme und macht nicht das daraus, was sie sein könnten („Stranger than Fiction“, „Monsters Ball“). Einen Bond-Film wollte er schon gar nicht machen, und das merkt man: Er kann nichts mit den Figuren oder dem Konzept anfangen. Oder mit Actionszenen. Oder einer Story. Hergott, der Mann dürfte nicht mal Werbespots drehen.

3. Die Affinität Fosters zu Parallelmontagen NERVT. In „Quantum“ wirken diese Szenen zudem beliebig, unmotiviert und lieblos. Was aber passt, da alles andere auch beliebig, unmotiviert und lieblos ist.

4. Es gibt keine Spannung, keine Story, keinen Humor. Nirgendwo. Alles passiert unmotiviert und dabei toternst. An einigen Ecken und Enden meint man Elemente alter Drehbuchversionen durchblitzen zu sehen. Das am Ende verfilmte Buch enthält keine Story mehr, der Film versucht darüber hinwegzutäuschen indem er so tut als GÄBE es eine, die aber um der Spannung Willen noch nicht enthüllt wird. Und dann ist er vorbei.

5. Es gibt genau EINE, zwei Sekunden lange, optisch beeindruckende Szene mit Wow-Effekt. Und die kennt man aus dem Trailer. Alles andere ist billiger, beliebiger Mist. Das fängt bei den Zwischentiteln an, bei denen die Designer Amok gelaufen sind, und hört bei dem bescheuert explodierenden Brennstoffzellenhotel in der Wüste auf.

6. Die Actionszenen sind so schnell geschnitten, unverständlich und verwackelt, dass man genauso gut in der Zeit ein Testbild einblenden könnte. Welches Auto fährt hinter welchem? Was macht der da mit dem Flugzeug? Wo befinden sich die Leute da gerade? Alles egal. Es gibt keine Kameraführung, vielmehr wirkt es, als habe der Kameramann sein Arbeitgerät einfach in die Luft geworfen und später geguckt, ob vielleicht Bilder vom Set drauf sind. Von den tollen Drehorten ist dadurch wenig zu sehen, hätte man auch alles im Studio drehen können.

7. Insbesondere die weiblichen Charaktere sind absurd und tun noch absurdere Dinge. Bis auf Dench sind die Damen zudem extrem miserable Schauspielerinnen. Wurden die aus einem Katalog für sedierte Stand-Ins gecastet?

8. Der „Bösewicht“ froschaugt durch die Gegend wie ein Buchhalter auf Koffein. Nicht böse, nicht für fünf Cent. Wenn es keinen Bösewicht gibt, funktioniert auch der Held nicht. Punkt.

9. Daniel Craig hat im Vergleich zum Vorgängerfilm noch einmal 0,5 Gesichtsausdrücke eingespart und kommt nun mit genau EINEM aus.

10. Bond kennt nur noch zwei Modi: Leute abmurksen und rumheulen. Ersteres ist doof und schlecht umgesetzt (siehe Punkt 6), Letzteres zum Fremdschämen peinlich. Trägt in Kombination mit Punkt 8 dazu bei, dass die Figur in diesem Film überhaupt nicht mehr funktioniert.

Ein Quentchen Trost bleibt am Ende: Marc Foster wird NIE WIEDER einen Bondfilm drehen.

 
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Verfasst von - 13. November 2008 in Film, review

 

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„Wanted“: Welcher Song läuft da im Abspann?

Zeit, mal wieder serviceorientiert eine Suchanfrage zu beantworten:
Während des Abspanns von „Wanted“ läuft der Song „The little Things“ von Komponist Danny Elfmann, zu finden auf der Soundtrack-CD.

Und so hört er sich an:

 
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Verfasst von - 20. September 2008 in Film, Service

 

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„Ein Quantum Trost“- Neuer Bond-Titelsong

Holperig der Titel, merkwürdig die Musik. Amy Koksnase Whinehouse wäre für mich die perfekte Bondsängerin gewesen, aber die war wohl nicht mehr tragbar. Was hätte die für einen mondänen Sound rüberbringen können. Stattdessen gibt es nun komisches Geschrammel und Gejaule von Steve White („Seven Nation Army“, EM-Soundtrack) und Alicia Keys. Gefällt mir nicht.
Anyway, hier ist er, der neue Bond-Song „Another way to die“ :

Fällt denen eigentlich nie was besseres ein als dieser „die“-Quatsch?
Nach Madonnas unsäglichem „Die another Day“, Sheryl Crows großartigem „Tomorrow never dies“ und Paul McCartney „Live and let die“ sollten sie sich echt mal eines der anderen Worte der englischen Sprache aussuchen, wenn es um das Montieren des Titels geht.

 
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Verfasst von - 19. September 2008 in Film, Medienschau

 

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Review: „Wanted“ (2008)

Der Film „Wanted“ verhält sich zur Comicvorlage exakt wie der Film „Wing Commander“ seinerzeit zu den Spielen. Wer weiß, was das zu bedeuten hat, darf heute eher Feierabend machen und jetzt ins nächste Blog skippen. Alles klar?
Nein? Tja, dann heisst es wohl weiterlesen…

„You high or somethin´?“
Timur Bekmambetov ist ein fülliger Kasache mit schlimmen Depressionen.
Die hat er, weil er als Kind nie richtig spielen durfte.
Timur ist heute Regisseur und Drehbuchschreiber und hat schon einen Film gedreht.
Und den bereits drei Mal.
Einmal kam der Film unter dem Namen „Wächter der Nacht“ in die Kinos, dann als „Wächter des Tages“ und jetzt nochmal als „Wanted“. Was genau das für ein Film ist weiß man nicht, aber stets läuft darin die Zeit ganz komisch vor- und rückwärts, geht Glas kaputt und rote Autos fahren an Hauswänden oder auf Bussen rum oder fliegen einfach so durch die Gegend. Dabei ist es Timur völlig egal, dass hinter den Titeln ziemlich großartige literarische Vorlagen stehen, die viele Leute kennen und lieben. Nein, er spielt lieber mit seinen, in Zeitlupe fliegenden, Autos rum.
Nur fliegende Autos zeigen ist doof, sagt das Filmstudio, also muss der Timur auch Leute in seinen Film reinmachen. Weil er aber Leute nicht leiden kann, die in seinen fliegenden Autos sitzen dürfen, filmt er die so hässlich wie es geht.

Autos, kaputtes Glas und Pistolenkugeln fliegen darum in „Wanted“ ästhetisch durch die Gegend, während Morgan Freeman so aussieht als wäre er seit Monaten nicht beim Friseur gewesen, Hauptfigur James McAvoy durch die Leinwand hindurch müffelt und Angelina Jolie so abgemagert und ausgezehrt aussieht, dass sie sich eigentlich auf der Stelle selbst adoptieren müsste.

„Want some?“
Wer übrigens jetzt loszieht und sich die Vorlage des Films, den Graphic Novel, holt, weil er die absurde Geschichte um die webstuhllesende Bruderschaft der Killer, in die ein Versagertyp aufgenommen wird, so interessant findet, wird enttäuscht. Die kommt nämlich im Buch gar nicht vor.

Das Buch handelt vom Nine-to-Five-Looser Wesley (gezeichnet als Eminem), dessen Freundin von seinem besten Freund gepoppt wird, dessen lesbische Chefin ihn quält und der eines Tages von einer geheimnisvollen Frau namens „Fox“ (gezeichnet als Halle Berry) vor die Wahl gestellt wird: rote oder blaue Pille? Verharren im Looserleben oder in die Fusstapfen des Vaters treten? So weit, so Film.
Allerdings ist im Orginal der Papi ein Superschurke, der im Verbund mit anderen Superbösewichten (inkl. Spandex-Kostümen, Todeslasern und allem Schisselaweng) zuerst alle Superhelden und dann die Erinnerung der Menschen an selbige ausgelöscht hat und seitdem die Welt im Geheimen regiert. Nun schlagen einige der Superschurken quer, weil sie nicht mehr im Verborgenen evil sein wolllen, bringen die etablierte Ordnung durcheinander und Wesleys Vater um. Per Erbrecht wird dieser nun berufen und in einer Tour de Force erst psychisch zerstört, dann zum Bösewicht umgekrempelt, um im Showdown die Superschurken und den Super-Superschurken kalt zu machen. Wirklich interessante Geschichte, super in Szene gesetzt – nur sehr kurz.

Fazit
Wie gesagt, Timur hält Vorlagen für dummes Zeug und dreht lieber nochmal seine fliegenden Autos. Dabei liefert er in der Regel etwas ab, was schon nach 15 Minuten hinten und vorne auseinanderfällt. „Wanted“ bildet da keine Ausnahme. Im ersten Drittel so-naja, in der Mitte strunzlangweilig mit Karate-Kid-Flair und zum Ende hin OMG-Fremdschäm-Bäh, alles garniert mit hübschen Effekten aus dem Rechner. Die coolen „Wow!“-Szenen kennt man allerdings schon sämtlichst aus den Trailern, so dass man sich das Geld für die Kinokarte sparen kann.

„Wanted“ ist nur zu einem Gut: Die von mir postulierte Regel „Ein Film, der einen Einleitungstext samt Voice-Over nötig hat, ist Grütze“ zu bestätigen.
Und um wieder die Kurve zum Anfang zu bekommen: Auch bei „Wing Commander“ gab es eine gute und geliebte Vorlage. Verfilmt wurde dann aber letztlich was gänzlich anderes. Nämlich Murks.

 
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Verfasst von - 4. September 2008 in Film, review

 

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Nachlese: „The Dark Knight“

Was ich vom Film halte, habe ich ja hier schon kund getan. Ja, er ist großartig. Anschauen. Mehrmals. Am besten auf Englisch, denn Heath Ledgers irres Jokerlachen übersteht keine Synchro.
Der Film ist im Kino fast durch, Zeit für eine kleine Nachlese.

Damit meine ich nicht sowas wie „wie viele Box-Office-Rekorde hat der Film gebrochen“.
Der Hype und das Markting um den Film hat stellenweise sehr seltsame Blüten getrieben, die herausragendsten Dinge sind es wert dokumentiert zu werden. Am herausragend Ärgerlichsten ist dabei sicherlich

Gotham Knight
Erinnert sich noch jemand an „Animatrix“? Das waren neun gezeichnete oder computeranimierte Kurzfilme von max. 12 Minuten Länge, die 2003 auf einer DVD erschienen und allesamt im „Matrix“-Universum spielten. Dadurch wurde die Lücke zwischen dem ersten Matrix-Film und seinen Nachfolgern gefüllt und der Hype angeheizt. Das jede Episode von einem anderen Künstler gestaltet wurde und daher in einer anderen Optik daherkam, machte das Ganze noch interessanter.
„Gotham Knight“ versucht genau das zu wiederholen, und macht dabei alles falsch. „Animatrix“ hat auch deshalb funktioniert, weil die Kinofilme wieder Bezug auf die Zeichentrickepisoden genommen haben. Die Geschichten in „Gotham Knight“ sind dagegen nicht konsistent zu den Filmen, neu eingeführte Figuren tauchen in „Dark Knight“ nicht auf bzw. verhalten sich nicht wie in „Gotham Knight“ eingeführt, von den Geschehnissen der Kurzgeschichten weiss im Kinofilm keiner mehr was usw. usf.


[Bild: Amazon.com
]
Die Zeichenstile sind größtenteils schludrig, manchmal gibt es Manga-Geraffel aus TV-Niveau, stellenweise wird einem einfach auch nur schlecht.
Fazit: Mißlungener Versuch noch ein wenig Geld aus dem Franchise zu leiern. Kleiner Lichtblick: In der, mit 20 Euro viel zu teuren, Steelbook-Variante liegt eine zweite DVD mit vier (unsynchronisierten) Folgen der „Animated Series“. Die sind allesamt erste Sahne, retten das Produkt aber auch nicht.

Sowas mögen nicht mal Hardcore-Batman-Fans wie der hier, der sich das Batsymbol in den Rücken hat stechen lassen:


[Bild: Tony Siemer, New Breed Tattoos, Dayton, Ohio]

Fantastisch, wie der Künstler den 3D-Effekt hinbekommen hat. Übrigens wurde damit ein altes Tattoo überdeckt.

Der Tumbler
Das Batmobil der Nolan-Filme ist ja nun mehr Panzer als Sportwagen. Das es aber auch ein Transformer ist, dass war mir neu:


[Quelle: Jesterpictures]

Apropos Transformers, so hätte das Drehbuch zu „Dark Knight“ ausgesehen, wenn Michael „dreht nur Bumm-Filme“ Bay es verfasst hätte:


[Quelle]

Natürlich werden auch noch alle Internets gehackt. Sehr amüsant, in voller Länge hier nachzulesen.

Geschwindigkeitstechnisch hat der Tumbler keine Chance, trotzdem fuhr das schwere Gerät eine Runde mit dem Formel-1-Team von Toyota:

Virales Marketing im Netz
Alles begann mit dem Auftauchen von seltsamen Internetseiten. Werbeseiten für Restaurants, Taxibetriebe, Stadtwerke. Eigentlich nichts besonderes, nur: alle Einrichtungen waren in Gotham beheimatet. Immer mehr Seiten wurden von Fans entdeckt. Die „Gotham Times“ berichtete über Geschehnisse der weltgrößten Stadt, Harvey Dent und seine Mitbewerber befeuerten ihre Wahlkampagnen über das Netz. Dann ging „Whysoserious.com“ an den Start, und das Spiel begann. Wenn man die Webseite genau absuchte, entdeckte man geheime Botschaften. Die schickten einen kreuz und quer über die anderen Webseiten. Das lösen mancher Rätsel führte zu Audiodateien oder Bildern, die die Geschehnisse zwischen „Batman Begins“ und „Dark Knight“ beleuchteten oder den Figuren der Filme Hintergrundgeschichten verpassten. Neue Rätsel erschienen praktisch im Tagestakt, schließlich hatte auch der Joker seine Finger im Spiel und führte die Teilnehmer der Rätselrunde sogar zu Geheimverstecken rund um den Globus. Mal fanden die Gewinner dort Taschen mit Handys, über die geheimnisvolle Anrufe kamen, mal wurden sie Zeuge, wie für kurze Zeit ein Hochhaus vom Batsymbol angestrahlt wurde.
Am Ende der Aktion marodierte der Joker durchs Netz und „jokerisierte“ alle Seiten im Spiel.


[Quelle: thehahahatimes.com]

Es gibt sie immer noch, allerdings arg verunstaltet. Eine Liste und History gibt es HIER.
Großartige, sehr aufwendige und dabei effektive Aktion. So funktioniert vernünftiges virales Marketing. Wollen wir mal hoffen, dass zukünftig nicht jeder Pupsfilm sowas macht.

Der Soundtrack auf CD
…ist so ziemlich das Ödeste was man sich antun kann. Wird er im Kino noch vom guten Film durchgeschleppt, funktioniert er auf CD gar nicht mehr. Ganze zwei Male taucht das Batman-Theme auf. Viele der Stücke sind zwischen 9 und 16 Minuten lang. Lang und weilig. Es passiert einfach null. Ein guter Soundtrack projiziert Bilder und weckt Emotionen. Dieser nicht.

Detail am Rande:

The nine-minute suite composed for the Joker is based around two notes, D and C. Interestingly enough, Batman’s comic book company (who also produces the film) is DC Comics.


[Quelle: imdb.com]

 
5 Kommentare

Verfasst von - 31. August 2008 in Betrachtung, Film

 

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Review: „The Dark Knight“ (2008)

(Test & Preisvergleich)

Quelle: whysoserious.com

Viel ist über diesen Film schon geschrieben worden – manch Richtiges, viel Falsches, wenig Relevantes. Der Film läuft in den USA schon ein paar Wochen und bricht dort alle Rekorde. Warum eigentlich, fragt man sich nach dem Kinobesuch unweigerlich. Denn „The Dark Knight“, die Fortsetzung von „Batman Begins“, verlangt den Zuschauern körperlich und geistig so Einiges ab. Körperlich, weil es gilt 152 Minuten abzusitzen – da schmerzt schonmal die Rückseite. Mental ist der Streifen fordernd, weil es für eine Comicinterpretation verhältnismäßig wenige Actionsequenzen gibt. Stattdessen gibt es Handlung satt: Politik, Plotwists und sogar eine Lektion über Moral und Wirtschaftskriminalitität in einer globalisierten Welt. Ob wohl mit den Amerikanern alles OK ist, dass die solche Filme machen und gucken?

„Let´s put a smile on this face!“

Zur Handlung sage ich nicht viel. Jeder, der nicht die letzten Wochen auf einem Baum verbracht hat, weiß, dass in dem Film Batman, der Joker, das (schlecht-)organisierte Verbrechen und Harvey Dent vorkommen. Worauf das hinsteuert weiß jeder, der nicht die letzten Jahrzehnte auf einem Baum verbracht hat. Das Thema der Handlung hat zudem das Ende von „Batman Begins“ vorgegeben:
Eskalation.
Und wie es eskaliert:

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9 Kommentare

Verfasst von - 21. August 2008 in Film, review

 

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