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Archiv der Kategorie: Momentaufnahme

Momentaufnahme: August 2016

Herr Silencer im August 2016
DumdiDum.

Wetter: Total pervers: Nachts einstellige Temperaturen von bis 7 Grad, tagsüber dann fast 25 Grad. Dabei aber fast den ganzen Monat trocken. In der vorletzten Woche dreht der Hochsommer auf und liefert tagsüber 35 Grad, nach Starkregen geht es dann mit 12/28 Grad weiter.

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Lesen:

Ernest Cline: Ready Player One
Die Zukunft. Alle Menschen hängen an einem 3D-Facebook, dessen Schöpfer irgendwo einen Schatz versteckt hat. Den findet nur, wer alle möglichen 80er-Jahre-Eastereggs versteht.

Von Kritik und Leserschaft für seine Hommage an die 80er gefeiert, erweist sich „RP1“ schnell als one-Trick-Pony, denn mehr als 80er Jahre Nostalgie bleibt kaum. Für die Vorstellung des Grundsettings, einer Schnitzeljagd in der virtuellen Welt OASIS, wird fast 1/5 des Buchumfangs als Exposition verschwendet. Danach schleppt sich die Handlung dahin und verstrickt sich immer wieder in ausschweifender Prosa. Wieviel besser (und kürzer) das Buch mit der harten, kurzen und präzisen Sprache eines William Gibson gewesen wäre, lässt sich nur erahnen. Bin erst zur Hälfte durch, bislang ist es liest es sich aber zäh und ist für meinen Geschmack zu sehr verhaftet in der 8-Bit-Heimcomputerära der 80er. Deren willkürliche Referenzen nerven.

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Hören:

Tarja: The brightest Void und The Shadow Self [iTunes]
Erst jahrelang kein neues Studioalbum, und nun gleich zwei in kurzer Folge? Fast. „The shadow Self“ ist wirklich ein neues Album mit ausgesuchten Songs und Texten. Roher und wieder stimmgewaltiger als die überproduzierten Vorgänger und dadurch das beste Tarja-Album seit Langem.

„The brightest Void“ hingegen ist Tarjas Resterampe. Alles, was nicht gut genug für „Shadow Self“ war und eigentlich weggeschmissen gehört, hat man in ein eigenes Album gepackt. Das ist seinen Preis nicht wert. Hier wird versucht, die Reste vom Boden des Schneideraums zu verhökern, und so hört sich der seichte Mischmasch auch an.

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Sehen:

Dexter, S.7 & 8 [Netflix]
Dexter Morgan ist ein sozial gut funktionierender Psychopath und Serienkiller. Er bringt nur andere Serienkiller um, und davon gibt es in Miami viele. Als er sich in eine Giftmischerin verliebt und seine Vorgesetzte hinter seine Machenschaften kommt, wird nicht nur Dexters Verhältnis zu seiner Schwester auf eine harte Probe gestellt.

Eigentlich hatte ich angenommen das „Dexter“ zu lange lief. Dem ist aber nicht so, in den letzten beiden Staffeln wird nochmal ordentlich auf- und am Rad gedreht. Mit hervorragenden Charakteren wie dem George-Clooney-Lookalike Isaak oder Charlotte Rampling als Dexters „Schhöpferin“. Eingige Wendungen sind total überdreht, mangelnde Spannung kann man der Serie aber nicht vorwerfen. Umso seltsamer ist es, auf was für einer bittersüßen und wenig dramatischen Note sie endet. Als wäre den Machern am Ende der Mut ausgegangen.


Ghostbusters
[Kino]
Weibliche Ghostbusters, doofe Männer. Muss man nicht gut finden, kann man aber – und dabei lachen. Der Film ist viel besser als ihn viele gemacht haben. Besprechung siehe hier.

Batman V. Superman [X]
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen will Batman dem Dings ans Leder. Die Auseinandersetzung dauert 8 Minuten, der Film drei Stunden, kann man sich ausrechnen wie gut das funktioniert.

Ich hatte Batman V. Superman nach den ersten Reviews boykottiert. Meine Verweigerung an der Kinokasse sollte Warner Bros. signalisieren: So nicht! Nehmt dem Eulenfilmman bitte das DC-Universum weg! Zack Snyder ist der Anti-Midas!

Scheint leider nicht gefruchtet zu haben, er darf auch die „Justice League“ gegen den Baum fahren. Das Grundproblem aller Snyderfilme, das ich seit Jahren anprangere: Er denkt nur in Momenten. Dagegen interessieren ihn Szenen, Story oder Charaktere überhaupt nicht. Für Snyder ist nur wichtig, dass ein Moment in dramatischen Bildern dargestellt wird. Dabei kommt dann sowas raus wie ein schießener und tötender Batman, saudumme Hauptfiguren (ich sage nur: Martha) und in der Summe einfach strunzdumme Filme, die überhaupt keinen Spass machen. Watchman, der Eulenfilm, Man of Steel, nun Batman v. Superman, demnächst die Justice League – alles, was Snyder anfasst, wird zu Scheiße.


Suicide Squad
[Kino]
Noch ein Trottelfilm aus dem Warner Bros-Irrenhaus, bei dem Der Eulenfilmmann mitgeredet hat. Nicht ganz so eine Katastrophe wie BvS, aber dennoch bitte weiträumig umfahren. Besprechung hier.

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Spielen:

Dragon Age: Origins [XBOX 360]
Das Land Ferelden: Die Grey Wardens, eine kleine Bruderschaft von Kämpfern, verteidigt die Welt gegen fiese Ekelviecher aus anderen Dimensionen. Dann werden sie verraten, und nur der Spieler bleibt übrig, um eine neue Allianz der zerstrittenen Völker zu schmieden, den Ruf der Grey Warden wieder herzustellen und die Welt vor den Drachen zu retten.

DA:O lag hier schon Ewigkeiten auf dem Pile of Shame. Im Fahrwasser des großartigen „Witcher 3“ habe ich mich nun an das als episch geltende Dragon Age gewagt und bin damit knap zur Hälfte durch. Leider merkt man „Origins“ sein Alter deutlich an. Beim Erscheinen vor 7 Jahren war das Spiel wohl bombig, mittlerweile sind die Grafik total veraltet, die Bedienung ist fummelig und unintuitiv, das Inventar geht heutzutage problemlos als Frechheit durch und die Userexperience ist inkonsistent. Als Spieler wird man von Optionen erschlagen, dabei bleibt vollkommen unklar, was eigentlich relevant ist. Muss mein Zauberer Dinge craften können? Benötigt der Kämpfer wirklich Taktiken, oder reicht Zweihandkampf? Wozu dient Herbalism, wenn es doch nie eingesetzt wird?

Nicht gealtert ist der tolle (englische) Voicecast und die fein ausgearbeitete Geschichte, von der leider immer wieder durch die tumben Nebenquests abgelenkt wird. Auch der Schwierigkeitsgrad ist extrem unbalanciert, immer wieder musste ich auf „leicht“ zurückschalten, weil manche der nicht-umgehbaren Kämpfe einfach zu schwer waren.

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Machen:
Motorrad-Perfektionstraining in Gründau. Affenwald besuchen. Seit langer Zeit mal wieder im Kino gewesen, und das gleich zwei Mal.

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Neues Spielzeug:
Einen Sumo und einen Bilderrahmen

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. August 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juli 2016

Herr Silencer im Juli 2016

Wetter: Warm, sonnig, trocken.

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Lesen:


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Hören:

2016-07-31 16_36_06-Starten
André Peschke, Christian Schmidt auf ein Bier – 10 Jahre klüger [Podcast]
Was für Themen haben die Gamesszene im Juli 2006 bewegt? Wie bewertet man die heute, 10 Jahre später? Gab es Trends, die erkennbar waren? Oder krasse Fehleinschätzungen? Warum war „Prey“ wichtig, wohin ist die Debatte um Spielesucht verschwunden, und: Funktionieren Episodenspiele wirklich nicht?

Branchenspezialisten André Peschke (ehemals Krawall, später Gamestar) und Christian Schmidt (früher Redakteur Gamestar, heute Analyst bei Bigpoint) unterhalten sich angenehm unaufgeregt, kenntnisreich und mit analytischer Tiefe, und auch nette Anekdoten gibt es. Peschke stellt sich dabei als idealer Partner für Schmidt heraus, der Gedanken weiterspinnt, reflektiert und eigenes hinzufügt – anders als im Schwesterpodcast „Stay Forever“, bei dem Schmidt Gunnar Lott gegenüber sitzt, der immer so wirkt, als wäre er gerade aus dem Tiefschlaf erwacht und habe nicht wirklich aufgepasst.

[Nachtrag] Tatsächlich probieren Lott und Schmidt dieses Konzept in der neuesten Folge von „Stay Forever“ gemeinsam aus. Und es funktioniert tatsächlich nicht so gut wie mit Peschke, vielleicht, weil es zu oft um Layout und andere technische Aspekte von Gamestar geht, und weniger um Spielethemen.

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Sehen:
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Stranger Things [Netflix]
Eine generische, amerikanische Kleinstadt in den 80ern. Ein 12jähriger Junge verschwindet auf dem nächtlichen Nachhauseweg. Seine Freunde machen sich auf die Suche und finden eine gleichaltrige Ausreißerin. Die spricht nicht viel und hat keinen Namen, nur eine Nummer: 11.
Elevens Auftauchen ist nur der Beginn einer Serie unheimlicher Ereignsse, in die schnell nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern verstrickt werden – allen voran Winona Ryder, die Mutter des verschwundenen Jungen. Die wagt sich sogar in die Twilight Zone.

„Wenn Winona Ryder spielt, sieht man ihre Seele auf ihrer Haut“. Das hat in den späten Neunzigern ein Kritiker gesagt, und damit hatte er völlig recht. In „Stranger Things“ sieht man von Ryders Riesentalent leider nur Restspuren. Nach ihrer fast 10jährigen Abwesenheit aus dem Filmgeschäft ist sie immer noch gut, aber leider ist ihre Rolle als Mutter am Rande des Wahnsinns so hysterisch geschrieben, dass unter der 80er-Jahre-Wischmop-Frisur die unglaubliche Begabung der Frau R. nur selten sichtbar wird.

Das ist schade, denn letztlich sind es die Schauspieler, die diese achtteilige Netflixserie, die jetzt schon das Sommerphänomen 2016 ist, tragen. Ohne die Glanzleistungen des sorgfältig zusammengestellten Casts würde die Serie nach einer halben Stunde hinten und vorne auseinanderfallen. Der Plot ist naiv und simpel, der Retrocharme trägt nur eine halbe Stunde, aber die Leistungen der Schauspieler bleiben im Gedächtnis. Insbesondere die 18jährige Natalia Dyer (die man kennen könnte, hätte man „Hannah Montana – der Film“ gesehen hätte) liefert beeindruckend ab.

„Wie ein Destillat aller Spielberg-Filme“ sei Stranger Things, liest man allerorten. Das stimmt nur soweit, als das die Optik und die Protagonisten über weite Teile an „E.T.“ erinnern. Die Ähnlichkeiten erschöpfen sich aber recht schnell, und wer sich die Mühe macht und etwas genauer hinguckt, sieht, wie hier Dutzende Popkulturelle Referenzen verschiedener Dekaden verquirlt werden, von Filmen wie „Contact“, „Poltergeist“, „Goonies“ oder „Alien“ bis hin zu Spielen wie „Silent Hill“. Ist aber letztlich alles Wurst, weil: Winona Ryder.


Star Trek Beyond
[Kino]
Der Weltraum, unendlich langweilige Weiten. James T. Kirk hat die Hälfte der 5-Jahres-Mission abgerissen und keinen Bock mehr mit der Enterprise durchs All zu segeln und seltsame Kulturen ausfindig zu machen. Zu seinem persönlichen Glück spratzt ein extrem hässlicher Außerirdischer die Enterprise kaputt und die Crew strandet auf einem hässlichen Planeten. Dort darf Kirk Moppedfahren.

Simon Pegg (Shaun of the Dead, Hot Fuzz) hat eine sehr schöne Story geschrieben, die Justin Lin (Fast & Furios) in schnellen und furiosen Bildern verfilmt hat. Die Optik ist stellenweise wirklich atemberaubend mit Bildern, die man so noch nicht gesehen hat. Manchmal wirkt alles etwas zu hektisch und verdichtet, denn zum Luftholen bleibt nie Zeit, aber das tut der Freude über einen gut unterhaltenden Film keinen Abbruch.

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Spielen:

witcher3bw

The Witcher 3: Blood & Wine [PS4]

Geralt von Rivia, Monsterjäger for hire, zieht einsam durch die verheerten Landstriche von Nilfgaard, als ihn ein Ruf erreicht. Die Baronessa von Toussaint benötigt seine Dienste, unverzüglich. Der Witcher zögert nicht und macht sich auf die Socken. Die Baronie ist weit von den Kriegsgebieten entfernt, die in Armut und Zerstörung liegen. Toussaint ist sonnendurchflutet und geprägt von malerischer Landschaft. Weinberge, gepflegte Ortschaften, märchenhafte Schlösser werden von edlen Ritter in strahlenden Rüstungen verteidigt. Aber unter der Oberfläche lauern alte Geschichten, die begonnen haben, ihre Klauen nach Toussaint ausstrecken. Der Witcher macht sich an die Arbeit, und stößt schnell auf mehr als nur eine Tragödie.

„Blood and Wine“ ist der Abschluss von „The Witcher 3“. Und was für einer. Der DLC bringt neue Grafiken, neue Spielmechaniken, rund 90 Nebenquests und vor allem: Eine überaus befriedigende Geschichte. Gleich zu Beginn bekommt Geralt ein Weingut übereignet, dass man zu einem echten Zuhause ausbauen kann. Am Ende der Story laufen dann alle Fäden zusammen, und als Spieler kann man mit dem immanent guten Gefühl abschließen, dass Geralt sich jetzt inmitten lauschiger Weinberge und an der Seite seiner Liebe zur Ruhe setzen kann. Kann es einen schöneren Abschluss geben? Rund 30 Stunden Spiel bekommt man für die 14,99 Euro, die man im Seasonpass bezahlt. Unbezahlbar ist das Gefühl, mit dem Blood & Wine einen in dem Moment entlässt, in dem Geralt grummelt „Wir haben uns eine Pause verdient“ und mit einem Seitenblick direkt in die Augen des Spielers die vierte Wand einreisst.

„You deserve a bit of a Rest“ – „That, we do“.

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Machen:
Das Motorrad wieder auf die Beine, äh, Räder bringen.

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Neues Spielzeug:
Ein Fivestars Träger, Angel GTs (der zweite Satz in diesem Jahr!), ein N104 mit einem B5L.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Juli 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juni 2016

Herr Silencer im Juni 2016
„You MUST be kiddin´ me!

Wetter: Schlimm. Kann man nicht anders sagen. Den ganzen Monat über Europa verteilt Starkregenfelder, so schlimm, dass ganze Orte weggeschwommen sind – während im Nachbardorf die Sonne schien.

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Lesen:

Peter Mayle: A Year in Provence [Kindle]
Das Jahr 1987: Der Engländer Peter Mayle kauft ein Haus in der Provence und zieht dort ein. Stück für Stück entdeckt er, wie Frankreich „unter der Haube“ so läuft. Bürokratie, Träume von Hinterwäldlern, ein immobiler Problemtisch, Wein und der Mistral sind nur einige Eigenheiten seines neuen Heimatlandes. Und dann ist da noch die Feststellung, dass französische Renovierungsarbeiten ablaufen wie ein Stellungskrieg: Erst passiert ganz viel auf einmal, dann lange Zeit nichts.

Das Büchlein wurde mir von einer leidgeplagten Deutschen in Frankreich empfohlen. Tatsächlich liest es sich fluffig und sehr witzig, auch wenn das erste Jahr im eigenen Haus in der Provence den Mayles sicher eine Menge Geduld abverlangt haben muss. Das Buch erschien schon vor über 20 Jahren und wurde damals so dermaßen zum Kult, dass Mayles am Ende wieder aus der Provence wegziehen musste, weil sein Haus dauernd von Fans umlagert war.

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Hören:

Heinz Strunk: Junge rettet Freund aus Teich [Hörbuch]
Mathias wächst in den 70ern in Harburg auf. Dönekens, Schulsorgen und Omas Kuchen begleiten ihn, später auch die Sorge um seinen dementen Großvater und seine depressive Mutter.

Vermutlich eines der persönlichsten Bücher von Strunk, der im wirklichen Leben tatsächlich Mathias Halfpape heisst. Die Geschichte beginnt, bevor Matthias eingeschult wird und endet kurz vor der Volljährigkeit. „Fleisch ist mein Gemüse“ ist dann praktisch die Fortsetzung. Wie in seinem größten Erfolg verarbeitet Strunk auch hier persönliche Einsichten, teilabsurde Dialoge und vor allem: Sehr genaue Beobachtungen. Jeder, der in den 70ern und 80ern aufgewachsen ist, wird beim Hören Erinnerungen aus seiner eigenen Kindheit vor Augen sehen. Werke von Strunk sollte man nie lesen, sondern immer in der Fassung hören, die der Autor selbst liest. Das Nuscheln und leiern seines Harburger Akzents macht das Hörbuch zu etwas Besonderem.

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Sehen:

Game of Thrones Season 6 [Amazon]
Jon liegt tot im Schnee, ein Mädchen hat keinen Namen und der Winter ist da. Hodor!

Was für eine Staffel – vielleicht die bislang beste. Natürlich ist nicht jede der 10 Episoden gleich stark, aber der Großteil bläst einen einfach nur weg. Das liegt an starken Szenen, die toll inszeniert und getrickst sind. „GoT“ erklärt seine Handlung nicht in Dialogen, es zeigt die Handlungen, oft ohne Worte oder Erklärungen. Dadurch wirken viele Ereignisse umso eindrücklicher und nehmen emotional mit. Am Ende der Staffel stehen alle Schachfiguren auf dem Brett – in der nächsten Staffel beginnt der War of Thrones. Leider ist die noch 42 Wochen hin.

Captain Future [DVD]
Curt Newton ist Wissenschaftler und auch als „Captain Future“ bekannt. Gemeinsam mit Greg, dem Roboter, Otho, dem Androiden und Simon Wright, dem lebenden Gehirn, erlebt er Abenteuer im Weltraum. Mal muss ein Planet gerettet werden, der schon vor Millionen von Jahren zerstört wurde, mal muss er einen flüchtigen Verbrecher ins Innere eines Edelsteins verfolgen, mal in eine Sonne flüchten.

„Captain Future“ war DIE Serie für mich, als ich ungefähr 5 war. Weltraum! Wissenschaftler! Abenteuer! Roboter! Tatsächlich kann man die Serie auch heute noch sehr gut schauen. Die Geschichten sind clever und gut erzählt, der nachträglich für Deutschland komponierte Soundtrack ein Meisterwerk. Besonders positiv: Die Helden sind Forscher und versuchen Probleme immer friedlich zu lösen, wenn das möglich ist. Und: Zu vielen der Weltraumphänomen gibt es ein Voiceover, dass die wissenschaftlichen Grundlagen erläutert. Das ist intelligente TV-Unterhaltung für Kinder!

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Spielen:

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Machen:
Motorradfahrt durch Europa.
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Neues Spielzeug:
Neue Tischwäsche! Kein Spielzeug im engeren Sinn, macht mich aber trotzdem glücklich, weil: Extrem schön.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. Juni 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Mai 2016

Herr Silencer im Mai 2016
Ich fand das „Happy Chewbacca“-Video nicht lustig. Bin ich jetzt ein schlechter Mensch?

Wetter: In der ersten Monatshälfte warm, kurz sogar hochsommerlich, mit Temperaturen um die 26 Grad. Nach zwei Tagen dann der Absturz wieder in den einstelligen Bereich, mit Heizung an und so. Insgesamt viel zu trocken, Waldbrandgefahr. Nur in den letzten Maitagen wird es noch mal ordentlich warm, dann gibt es aber gleich Gewitter und Starkregen.

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Lesen:

Eoin Colfer: The Hangman´s Revolution [Kindle]
Nach dem Zeitreiseausflug ins viktoriansche England kommt FBI-Agentin Chevron zurück in die Gegenwart. Eine Gegenwart, in der ihr Gegenspieler, der abtrünnige Special Forces Colonel Box, als Gott verehrt wird und ein globales Imperium aufgebaut hat. Also zurück in die Vergangenheit und verhindern, dass Soldaten aus dem Jahr 2016 den Grundstein für die Weltherrschaft im London des 19. Jahrhunderts legen.

So langsam wird klar wohin Colfer mit dieser Serie will. Und die Idee ist wirklich originell. So düster und teilweise grausam verdreht die Story ist, eignet sie sich für Erwachsenenliteratur ab 18. Dummerweise ist Colfer auf ein jüngeres Publikum festgelegt und streut darum immer wieder Kinderdarsteller ein. Das tut der Geschichte genauso wenig gut wie ihre Lahmarschigkeit. Viel zu lang werden hier innere Monologe in 19–Jahrhundert-Englisch beschrieben, viel zu umständlich werden Szenen inszeniert. Das Buch ist für den Inhalt mindestens 50 Prozent zu lang. Selten haben ich mich bei Colfer gelangweilt, hier ist es soweit.

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Hören:

Medienkuh [Podcast]

Herr Körber und Herr Hammes sind beide medienaffin und unterhalten sich über die Szene. Das tun sie ebenso kenntnis- wie temporeich, mit vielen Einblicken in die Hinter- und Untergründe insb. des Fernsehens.

Den Podcast gibt es schon ewig, bislang hatte ich den aber igrnoriert. Mein Fehler. Er ist spitze und hat es auf Anhieb in die Top3 meiner wöchentlichen Podcasts geschafft.

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Sehen:

Captain America: Civil War [Kino]
Robert Downey Jr. gefällt Steve Rogers Nase nicht, darum gibt´s auf die Ommel.

Gut, die Beschreibung ist jetzt arg kurz für einen Zweieinhalbstundenfilm. Tatsächlich nehmen sich die Regiegebrüder Russo viel Zeit, um den Konflikt herzuleiten. Das tut dem Ganzen gut, die Geschichte ist komplex und kann auch schon verwirren, wenn man mal nicht aufpasst. Definitiv kein Blockbuster zum Hirn abschalten. Die Charaktere werden zum Teil sehr gut ausgearbeitet und vorangetrieben (Cap und Iron Man), zum Teil telefonieren die Schauspieler ihre Rolle auch nur durch (erschreckend langweilig: Daniel Brühl als Baron Zemo). Aufgrund der ähnlichen Thematik könnte man sagen, „Civil War“ ist der bessere „Batman v. Superman“. Außerdem bündelt er die Essenz der vorangegangenen Filme und legt Grundsteine für die nächsten. Ein Knoten- und Wendepunkt im Marvel-Leinwanduniversum. Allerdings bleibt er gegen Ende erstaunlich Mut- und Konsequenzlos, was einen faden Geschmack zurücklässt.

The Night Manager [Amazon Prime]
Tom Hiddleston arbeitet als Nachtmanager in einem Hotel. Als Dr. House seinen One-Night-Stand umbringt schwört er Rache. Dummerweise ist House internationaler Waffendealer. Glücklicherweise ist Loki Ex-Marine oder sowas, kennt keine Skrupel und wen beim britischen Geheimdienst. Dummerweise steckt der bis zum Hals im Rektum der Amerikaner, die den Waffenhändler brauchen. Glücklicherweise gibt es eine 1,90 Meter-Blondine, die Cocktailkleider trägt. Dann machen Dinge Bumm.

Es ist die Zeit der Miniserien. Acht Folgen, wie schon bei „Der Anschlag“, bieten mehr Raum als ein Spielfilm, um Charaktere zu entwickeln und Geschichten zu erzählen. Die Story kann dabei gleichzeitig besser kondensiert werden als bei herkömmlichen Serienformaten mit 22 Folgen. Dennoch fühlt sich „Night Manager“ so an, als wäre die Serie zu lang. Das liegt auch an dem typischen John Le Carre-Ballast mit langwierigen Expositionen um Anwälte im Geheimdienstapparat. Die Geschichte kommt erst nicht aus dem Quark, hängt in der Mitte und am Ende passiert auch nicht viel. Warum man sie trotzdem gut ansehen kann: Die Locations (London, Istanbul, Kairo) sind schön in Szene gesetzt, die Kameraarbeit super, und die Schauspieler einfach großartig. Der sonnenverbrannte Tom Hiddleston macht eine gute Figur, Hugh Laurie kann als gerissener Verbrecher noch sadistischer sein als in „House“ und die Blonde trägt ihre Cocktailkleider mit großer Eleganz. Wenn man ohnehin Amazon Prime hat: Angucken.

24 – Live another day [Amazon Prime]
Jack Bauer rettet den Tag, diesmal durch Vereitelung eines Terroranschlags in London.

Ach, was soll man dazu noch sagen? „24“ war in seiner ersten Staffel die innovativste TV-Serie seit „Twin Peaks“. Eine schnell und spannend erzählte Geschichte, interessante Figuren. Im Verlauf der nächsten Staffeln verkamen die Figuren zu Karikaturen und die Serie insgesamt zu reaktionärem Mist und feuchtem Traum von Republikanern. Folterung wurde als legitime und dauernd angewendetes Mittel zur Informationsbeschaffung präsentiert, Jack Bauer überlebte Atomschläge, Vergasung und Schlimmeres, und die Bösen sind meist die Muslime.

So auch in der 9. Staffel, die nicht mehr aus 24, sondern nur noch aus 8 Folgen besteht. Das ist auch gut so, denn selbst die sind schwer zu ertragen. Jack Bauer und Chloe O´Brian nuscheln und motzen sich durch eine hanebüchene Handlung als wollten sie hier Satire abliefern, Jack überlebt einen Raketeneinschlag und die Böse ist diesmal zwar Britin, trägt aber einen arabischen Nachnamen und wurde von ihrem Ehemann, einem Muslim, indoktriniert. Noch Fragen? Diese Serie bitte ab Staffel 3 weiträumig umfahren, das ist ganz großer Mist. Da reisst es selbst London als Kulisse nicht raus.

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Spielen:

Uncharted 4 [PS4]
Nathan Drake hat sein Abenteuerleben an den Nagel gehängt. Statt Schätze zu bergen sitzt er in einem Reihenhaus neben Elena auf der Couch. Der Versuch normales Leben zu simulieren wird jäh unterbrochen, als sein Bruder Sam auftaucht. Der sollte eigentlich tot sein und wird das auch in Kürze sein, wenn er nicht einen legendären Piratenschatz findet. Was natürlich nur mit Nates und Sullys Hilfe geht.

Die letzten beiden „Uncharted“-Teile waren die besten Action-Adventures, die es PS3-exklusiv gab. Ein vierter Teil wurde schon für 2013 erwartet, zum Start der Playstation 4. Daraus wurde nichts, und dann geriet die Kreativmannschaft mit dem Abgang von Lead Writer Amy Henning und Regisseur Justin Richmond in heftige Schieflage, denn ohne diese beiden war ein „Uncharted“ schwer vorstellbar. Richten sollten es Straley und Druckmann, die gerade „The Last of Us“ abgeschlossen hatten und damit erzählerisch Maßstäbe gesetzt hatten. Zwei Jahre lang wurde alles umgeschmissen und neu entwickelt (zumindest hat es den Anschein), und was dabei herausgekommen ist, ist… Wahnsinn.

Noch nie hat es bislang ein Spiel gegeben, was so gut aussah. Egal ob Schottland oder Madagaskar, Wüste oder Urwald, die Grafik ist nahezu fotorealistisch und die Anzahl der verbauten Assets unvorstellbar hoch. Ich habe nicht EIN Hintergrundelement in der riesigen Welt entdeckt, wo sich Bausteine wiederholt hätten. Die Charaktere sind unglaublich detailliert: Haut schimmert transparent im Sonnenlicht und schwitzt, auf Pulloverstoff sind Fusseln aus der Waschmaschine zu sehen.

Die grafische Pracht ist das eine, was einen wirklich umhaut ist die Geschichte. Wirkten Uncharted 2 und 3 machmal so, als habe man coole Actionpieces notdürftig mit ein wenig Story aneinandergeklebt, ist bei Uncharted 4 alle aus einem Guß. Die Geschichte entwickelt sich glaubwürdig, und mit ihr adrenalintreibende Actionsequenzen und die Beziehung der Charaktere untereinander.

Oh, die Charaktere. Definitiv, wie bei „the Last of Us“, das Highlight. Nathan und Elena, Sam und Sully – ihnen wird genug Zeit und ruhige Momente eingeräumt, dass man als Spieler mit Ihnen fühlen kann. Die bessere Grafik hilft dabei, das zu transportieren – wenn Elena entdeckt, dass Nate sie hintergangen hat, kann man an ihren Augen des exakten Moment ablesen, in dem ihr Herz bricht. Auch der Abschluss ist rührend. Es ist zu merken, dass Naughty Dog die Geschichte von Nathan Drake abschließen möchte – und tut das auf respektvolle und herzergreifende Art, aus der man als Spieler zutiefst zufrieden herausgeht.

„Uncharted 4“ ist erzählerisch und optisch eines der besten Spiele das bislang gemacht wurde. Wer eine PS4 hat und Action nur ein wenig mag, kommt darum nicht herum.

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Machen:
Reisevorbereitungen. Routen austüfteln, Sehenswürdigkeiten suchen. Und Sport machen. Erfolgserlebnis: Fünf Kilogramm weniger in den letzten 8 Wochen weniger und wesentlich kräftiger untwerwegs.

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Neues Spielzeug:
Da gab es so einiges. Eine Garmin Virb XE, eine Lumix TZ61 Kamera, ein AEG Autoradio und diverser Kleinkram für die Motorradtour. Dazu neue Stiefel, ein Steißbeinprotektor, was man halt so braucht. Und unsexy Investitionen in das Motorrad: Reifen, Bremsen, Inspektion. Aber nun kann es wieder losgehen.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Mai 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: April 2016

Herr Silencer im Apri 2016
Tick-Tock, Alice, die Zeit rennt!

Diesen Monat zu nichts gekommen, selbst der Medienkonsum ging gegen Null. Demonstrativ nicht im Kino gewesen, um ein Zeichen gegen den „Batman v. Superman“-Unfug des Eulenfilmmannes zu setzen.

Wetter: Kalt, in der ersten Monatshälfte mit wenigen Ausnahmen einstellige Temperaturen, dazu Regenschauer und Sonnenschein. In der zweiten Monatshälfte kommt der Winter nochmal ganz zurück: Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schneeschauer, glatte Straßen.

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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Agents of S.H.I.E.L.D, Season 2
Nach den Ereignissen des Kinofilms „Winter Soldier“: SHIELD ist nicht mehr. Der Megageheimdienst war seit dem zweiten Weltkrieg von einer clandestinen Naziorganisation namens HYDRA unterwandert worden, das ist nun spektakulär aufgeflogen.

Agent Coulson, nun zum Director befördert, versucht den Laden irgendwie zusammen zu halten und HYDRA Einhalt zu gebieten, aber das klappt eher schlecht als recht. Als dann noch seine Visionen von außerirdischen Zeichen überhand nehmen und eine dritte Partei auftaucht, scheint es ganz vorbei.

Ich sag mal: Wow. Die zweite Staffel macht nahtlos da weiter, wo die erste aufgehört hat, aber anders und besser. Wo zuvor oft langweilige Monster-of-the-week-Folgen durchgeorgelt wurden, gibt es in der zweiten Staffel einen durchgehenden Handlungsbogen mit vielen, unvorhersehbaren Wendungen. Der zuvor recht hölzerne und oft nervige Cast bekommt einige exzellent spielende Neuzugänge, und der hohe Productionvalue bringt Actionszenen auf den Bildschirm, die man eher in einem Kinofilm erwarten würde. Sehr lohnenswert, schon allein deswegen, weil man erfährt, was zwischen Marvels Kinofilmen so passiert.

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Spielen:

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Machen:

Sport, viel und heftig. Mit sichtbaren Ergebnissen: 4kg weniger und wesentlich fitter als noch im Februar.

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Neues Spielzeug:

Ein Drucker! Endlich wieder ein Drucker im Haus! Der geliebte, aber 20 Jahre alte Kyocera S/W-Laserdrucker war leider irgendwann doch nicht mehr zu retten. Deshalb war ich das vergangene Jahr ohne Drucker.

Ich drucke eh nicht viel aus, und moderne Drucker, die automatisch aus der Herstellercloud Druckvorlagen runterladen und nebenbei noch als Mediencenter fungieren wollen, sind mir ein Graus.

Jetzt lief mir dieses Ding hier über den Weg: Ein Ricoh SP211. Rasend schneller Laserdrucker, schwarzweiß, keinerlei Schnickidöns dran. Der druckt nur, sonst nichts. Und das beste: Er kostet gerade mal 35 Euro, und die Tonerkartuschen sind ebenfalls günstig! Für 20 Euro mehr gibt es den auch mit WLAN, aber mir reicht das so.

risp21

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. April 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: März 2016

Herr Silencer im März 2016
Es juckt in der Gashand.

Wetter: Kalt, in der ersten Monatshälfte nachts noch bis -5 Grad, tagsüber 3-10 Grad. Wenig Niederschlag. Den Rest des Monats bleibt es grau und trüb bei 4-6 Grad. ——————————————————————————————————————————————————-
Lesen:

Dr. Nadja Hermann: Fettlogik überwinden [Kindle]
Nadja Hermann wog 150 kg, litt unter Bluthochdruck und anderen Beschwerden. Dann begann sich die Verhaltenstherapeutin intensiv mit Ernährung auseinanderzusetzen und entdeckte, dass viel von dem, was sie über Stoffwechsel und Ernährung zu wissen glaubte, dem Reich der Märchen entstammte. Manche dieser „Fettlogiken“ hielten sie vom Abnehmen ab. Dabei ist es im Kern ganz einfach: 1Kg Fett sind 7.000 Kalorien. Wer weniger isst, als sein Körper an Kalorien benötigt, nimmt ab. Eineinhalb Jahre später hatte Hermann Normalgewicht.

Auf das Buch bin ich durch „Erzählmirnix“ aufmerksam geworden – ja, die Autorin der tiefgründigen Strichmännchengeschichten ist die selbe wie die der „Fettlogik“. Das Buch ist mit dem gleichen Witz geschrieben, den sie in den Comics an den Tag legt. Im Mittelpunkt des Buchs steht dabei nicht Hermanns persönliche Geschichte des Abnehmens, die dient lediglich als Illustration für einzelne Kapitel. „Fettlogik“ beschäftigt sich in der Hauptsache mit populären Mythen zum Thema Stoffwechslen und Ernährung, und widerlegt sie anhand von wissenschaftlichen Studien. Nebenbei fällt allerlei Wissenswertes zum Thema Nahrung und Körperfunktionen sowie den Auswirkungen von Übergewicht ab. Das bspw. Fett ein Organ ist und sogar Hormone produziert, wusste ich noch nicht.

„Fettlogik“ ist kein dezidiertes Motivations- oder Diätbuch aus der „Tschakka! Sie schaffen das!“-Ecke der Brigitte-Fraktion. Dazu ist es zu wissenschaftlich. Es kann für Abnehmwillige aber das sein, was Alan Carrs „Endlich Nichtraucher“ für Raucher ist: Ein Buch, das einem dabei hilft, die eigenen Verhaltensweisen auf intellektuellem Weg zu erkennen und zu hinterfragen. Dabei ist das Buch interessant, spannend und witzig zu lesen, während man nebenbei viel lernt. Auch für Normalgewichtige sehr empfehlenswert.

Willingham et. al.: Fables: Farewell [Graphic Novel]
Sowohl Rose Red als auch Snow White sammeln riesige Armeen um sich und bereiten sich darauf vor, gegeneinander in den Krieg zu ziehen. Die Schwestern sind sich bewusst, dass dieser Kampf die Erde in Schutt und Asche legen wird.

„Fables“ war mal eine absolut großartige Serie, so ungefähr das Beste, was die Comicwelt seit Neil Gaimans „Sandman“ und „Lucifer“ zu bieten hatte. 2002 startete die Reihe mit der Grundidee, dass Märchenfiguren in einer Enklave in New York leben. Geflüchtet vor einem großen Feind, der ihre Welten systematisch versklavt hat. Von den großen und kleinen Problemen der Charaktere (z.B. Rapunzel: Wie kommt man durch den Tag, wenn das eigene Haar 15 cm pro Stunde wächst?) und dem Kampf gegen den übermächtigen Feind erzählte die Reihe, und war dabei immer originell und nie langweilig.

Allerdings gilt das nur bis Band 11, dann ist die Hauptstory auserzählt. Was dann folgt, fühlt sich erst falsch an, wird dann hanebüchen ärgerlich und endet nun, im 22. Band, in schlimmem Schwachsinn. Die ganzen letzten Bücher wurden genutzt, um einen Konflikt zwischen den Geschwistern Rosenrot und Schneeweißchen herbei zu konstruieren, und er ergibt trotzdem keinerlei Sinn. Vermutlich wissen das auch die Autoren, denn hier ziehen sie einfach den Stecker. Nicht, ohne vorher noch dummes Zeug zu machen und bekannte und beliebte Figuren im Sekundentakt um die Ecke zu bringen. Und dann? Wird der Endkampf abgesagt und alle gehen ihrer Wege.

Das hätte man vor 11 Bänden auch schon tun können. Alles ab Band 12 wirkt so, als hätte das gleich Team daran rumgefuhrwerkt, dass auch das Spin-off „Jack of Fables“ gegen die Wand gefahren hat. Handwerklich begabt, aber null Sinn für Konsistenz und den richtigen Ton einer Erzählung und keine Ahnung, wo sie mit ihrer Geschichte hinwollten. Ein unwürdiges Ende.

Bill Watterson: Calvin & Hobbes [Paperback]
In der Fantasie des sechsjährigen Calvin wird sein Stofftiger Hobbes lebendig.

Zu Calvin & Hobbes muss man nicht viel sagen. Es sind wunderbare Minigeschichten in meist nur drei Bildern, aber mit einem oft sehr tiefgründigen Humor. 10 Jahre lang, von 1985 bis 1995, war C&H der erfolgreichste Comicstrip der Welt und erschien zeitweise gleichzeitig in 2.400 Zeitungen. Dann zog Bill Watterson einfach den Stecker und sagt von heute auf morgen: „So, alles was ich zu erzählen hatte, habe ich erzählt, jetzt ist Schluß, und Lizensierung an andere Autoren mache ich nicht.“ Er wehrte sich auch gegen Vermarktung in Form von Merchandising. Das ist konsequent und bewundernswert, und wenn man sieht, was durch Dauerverwurstung mit den „Peanuts“ passierte, ist das ein Segen. So haben sich Calvin & Hobbes bis heute einen sehr eigenen Zauber bewahrt. Einen Zauber, der am nächsten an den der Kindheit herankommt.

Rund 6,5 kg bringt diese Gesamtausgabe auf die Waage. Vier dicke Bände in einem Schuber enthalten alle Calvin & Hobbes & Strips, die je erschienen sind – und je erscheinen werden.

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Hören:

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Sehen:

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Ash vs. Evil Dead
Vor 30 Jahren stieß Ash auf das Böse, das in einem Kampf gegen die Armee der Finsternis mündete. Mehr durch Zufall als durch Können gelang es ihm, das Böse in ein Buch zu bannen. Heute ist Ash Mitte 60 und lebt versteckt in einem Trailerpark. Als er bekifft einer Studentin imponieren will und aus dem Nekronomicom liest, bahnt sich das Böse wieder einen Weg in unsere Welt. Gegen seinen Willen muss Ash noch einmal die Kettensäge auspacken.

Was galten die „Tanz der Teufel“-Filme als legendär böse! 1981 kam der erste, und der wurde erst indiziert, dann wurde wegen ihm die Jugendschutzregelungen in Deutschland drastisch verschärft und eine Beschlagsnahmungswelle losgetreten. Was verboten ist, ist interessant, und so standen VHS-Kopien auf den Schulhöfen hoch im Kurs. Ich fand die Filme langweilig, eklig und doof.

Die achtteilige Serie „Ash vs. Evil Dead“ ist immer noch eklig, aber alles andere als langweilig. Die einzelnen Folgen sind mit 22 Minuten recht kurz, und das ist gut so: Es gibt quasi ohne Atempause Slapstick, Splatter und Action. Bruce Campell macht dabei eine fantastische (korsettgestützte) Figur, genau wie die anderen Schauspieler, die eine tolle Performance abliefern. Allein Lucy „Xena“ Lawless Auftritt ist ein Grund, die Serie zu schauen. Heutige Serien sind aufgeladen mit Ernsthaftigkeit und bedeutungsschwangerem Grübelüberbau. „Ash“ nicht. Hier geht es nur um den puren Jux.

The Knick [Bluray/Amazon Prime]
New York, 1900. Im Knickerbocker-Krankenhaus operiert und forscht ein Ärzteteam, und entwickelt dabei immer neue Methoden. Im Mittelpunkt stehen nicht die Patienten, hier geht es um die Ärzte. Jeder einzelne von ihnen ist von Ehrgeiz getrieben, und jeder einzelne zahlt den Preis dafür.

„The Knick“ ist eine düstere Serie, auf mehreren Ebenen. Zum einen beginnt um 1900 gerade erst die Elektrifizierung, und Regisseur Steven Soderbergh verzichtet oft auf mehr Ausleuchtung als die eine Gaslichtflamme, die irgendwo flackert. Zum anderen ist „The Knick“ gnadenlos No-Nonsense. Hier gibt es keine Helden im OP, alle Protagonisten werden von ihren eigenen Dämonen letztlich ins Unglück geführt – während die zwielichtigeren, die mit weniger moralischem Gepäck unterwegs sind, mit ihren Machenschaften durchkommen. Es sind harte Zeiten, in denen Glück nur im kleinen Rahmen und im Verborgenen vorkommt. Die schlimmen Implikationen mancher Handlungen, die beiläufig gezeigt werden, muss sich der Zuschauer sogar selbst erschließen. Rassenunruhen, Banden organisierten Polizisten, Philippinenkrieg, das alles wird kurz thematisiert, aber selten vertieft.

Die Serie zeigt die Abgründe des ausgehenden 19. Jahrhunderts genauso wie die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technik und erläutert ganz nebenbei, warum manche Dinge heute noch so sind, wie sie sind. Wer hätte gedacht, dass Elektroautos im Jahr 1900 der letzte Schrei und relativ verbreitet waren? Verschwunden sind die nur, weil die Ölindustrie neue Absatzmärkte für ihr Lampenöl brauchte und den Verbrennungsmotor pushte.

Der Cast, allen voran Clive Owen, ist phänomenal und spielt fantastisch. Bilder und Ausstattung sind top notch. Die historischen Referenzen sind mal offensichtlich (Typhoid Mary), mal dezent (erste Ärztin Sara Josephine Baker). Also alles supi? Nein, nicht uneingeschränkt. Was nervt, ist Soderberghs artsi-fartsiness. Dazu gehört sein Fimmel, dauernd leinwandfüllend die Hinterköpfe von Leuten zu Filmen, oder diese seltsame 12tonähnliche Musik, die ab und zu durch die Szenarie wabert und wohl ein Soundtrack sein möchte. Dafür sollte man den Regisseur und den Musiker mit der Bontempi-Orgel verprügeln. Abgesehen davon: Tolle Serie, die nach der 2. Staffel enden muss. Bitte keine dritte mehr drehen.

The Martian – Rettet Matt Damon [PSN]
Astronaut wird bei einer Marsmission für tot gehalten und auf dem roten Planeten vergessen. Hilfe von Außen hat er nicht zu erwarten, also muss er sich was einfallen lassen um zu überleben. Dann passiert Science, baby!

Das Buch „The Martian“ gilt in SciFi-Kreisen als Ingenieursporno. Wenn Astronaut Mark Watney Kartoffeln in Fäkalien anbaut, aus altem „Pathfinder“-Schrott Funkstrecken bastelt oder an seiner Unterkunft rumschraubt, hat das alles einen nachvollziehbaren, wissenschaftlichen Hintergrund und basiert auf soliden Berechnungen, die im Buch aus ausgeführt sind. Das macht einen Teil des Charmes aus – mit diesem Buch als Anleitung wäre bei den gegebenen Parametern ein Überleben auf dem Mars möglich. Der Film hämmert zum Glück nicht auf seiner wissenschaftlichen Basis herum und kommt lockerer daher, aber dadruch nicht weniger unterhaltsam. Matt Damon als MacGyver vom Mars macht seine Sache gut, und die Story hat ein so gutes Pacing, dass es in den gut 2,5 Filmstunden keine Hänger gibt.

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Spielen:

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Assassins Creed Syndicate: The Last Maharaja [PS4]
Duleep Singh, der letzte Maharadscha Indiens, hängt er lieber auf den dekadenten Partys der Londoner Oberschicht rum, als sich um die Belange Indiens zu kümmern. Das geht dem Londoner Assassinenchef Henry Green auf die Nerven. Da der selbst nichts gebacken bekommt, müssen Evie und Jacob Frye den Playboy davon überzeugen, nach Indien zurück zu kehren und sich um seinen Kram zu kümmern.

Der neueste und letzte DLC für Assassins Creed: Syndicate wirkt so, als hätten ihn irgendwelche Praktikanten in der Mittagspause zusammengepfriemelt und dann an der Qualitätssicherung vorbei in den Store geschmuggelt. Das ganze Ding ist eine Vollkatastrophe, auf drei Ebenen:

1.Narration: Die Story zwischen den einzelnen Missionen ist vollkommen zusammenhanglos, wirr erzählt und mit einer fragwürdigen Grundaussage. Eben noch superwichtige McGuffins spielen in der nächsten Sekunde keine Rolle. Die Figuren handeln vollkommen erratisch und nerven. Dazu kommt das langweillige Missionsdesign – Schon wieder muss in den Tower und in die Bank von England eingrochen werden, als ob man das nicht zur Genüge im Hauptspiel gemacht hätte.

2. Gameplay: Die wenigen, guten Ideen werden ausgewalzt bis sie nerven – Jacob betrunken zu sehen ist ungefähr zwei Sekunden lang spaßig, ihn eine halbe Stunde nur torkelnd und mit unpräziser Steuerung spielen zu können aber pain in the ass.

3. Technik: Der DLC stürzt auf der PS4 gerne und oft ab, die Skripte von Ereignissen und Fahrzeugen lösen gelegentlich nicht aus, Figuren bleiben irgendwo hängen oder reagieren einfach nicht, wichtige Objekte sind gelegentlich nicht interaktiv. Ein Mal fiel mir sogar ein Questgeber-NPC aus einem fahrenden Zug, starb dabei und tauchte dann nie wieder auf.

Finger weg von diesem Mist!

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Machen:
Krank sein – Dienstreisen – Wieder krank sein😦
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Neues Spielzeug:

 

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Neue Ohrhörer, kabellose Anker Soundbuds. IPX-7 spritzwassergeschützt, guter Sound und Bluetooth, dabei eine Akkulaufzeit von 8 Stunden. Ideal für den Sport. Für knapp 25 Euro ist das ein ein No-Brainer!

Und natürlich, wie jedes Jahr um diese Zeit, ein Satz neuer Reifen für das Motorrad.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. März 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Februar 2016

Herr Silencer im Februar 2016
Maybe I am flying solo, but I am flying free, defying Gravity.

Wetter: Nass und kalt. Bis Monatsmitte sowas wie Plusgrade, dann Temperatursturz auf -3 Grad und nochmal verhaltenen Schneefall. ——————————————————————————————————————————————————-
Lesen:

Stephen King 11/22/63 [Kindle]
Ein alter Mann erzählt dem Englischlehrer Jake Epping eine unglaubliche Geschichte: Im Keller seines Restaurants befindet sich ein Loch in der Zeit, das ins Jahr 1958 führt. Jake probiert es aus und stellt fest, dass das der Wahrheit entspricht. Dann wird er vom Restaurantbetreiber auf eine Mission geschickt: Er soll 5 Jahre in der Vergangenheit ausharren und dann, am 22. November 1963, das Attentat auf Kennedy verhindern und so den Lauf Welt zum Besseren ändern. Soweit der Plan. Aber die Vergangenheit wehrt sich gegen Veränderungen. Mit allen Mitteln.

Das erste Mal richtig gepackt hat mich King mit „IT“. Das Buch konnte ich 1989 nicht mehr aus der Hand legen. Spätere Werke kamen nie gegen die erzählerische Wucht dieser Geschichte an. Bis jetzt. „Der Anschlag“, wie 11.3.63 auf Deutsch heisst, ist wieder genauso detailverliebt, lesbar und spannend wie „ES“. Außerdem ist es eine schöne Parabel über die Konsequenzen des eigenen Handelns, denn auch wenn Jake stets die Welt zum Guten ändern will, meistens geht doch was nicht so wie geplant. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, trotzdem dauerte es ein wenig bis ich durch war: Auf Papier hat das Werk fast 1.200 Seiten.

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Hören:

Wicked [Musicalsoundtrack]
Wer ist eigentlich die böse Hexe des Ostens? In „Der Zauberer von Oz“ hat sie nur einen kurzen Auftritt und schmilzt, als sie von Dorothy mit Wasser überschüttet wird. „Wicked“ zeigt nun die wahre Geschichte: Die junge Elphaba wird von allen gehänselt, weil ihre Haut grün ist. Dabei ist sie eine überaus intelligente ud begabte, junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat und ihre Meinung vertritt. Anders als die hübsche, aber oberflächliche Glinda. Als in Oz Diskriminierung und Faschismus Einzug halten, tritt Elphaba für Minderheiten ein – und wird dadurch als „böse“ Hexe gebrandmarkt.

Die Geschichte ist toll und spielt sich quasi in den Lücken des Films. Der Soundtrack ist leider nichts besonderes, die meisten Lieder sind aus dem Standard-Musical-Baukasten zusammengepfriemelt. Lediglich „Defying Gravity“, das Lied zu einer Schlüsselszene, sticht heraus und bleibt im Gedächtnis.

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Sehen:

Harry Potter I-VII [Bluray]
Junge geht auf Zauberschule und macht da alles mögliche, aber nicht lernen.

Ich mag die Harry Potter-Bücher sehr, war aber nie ein Fan der Filme. Ich habe die im Kino gesehen, begeistert haben sie mich aber nicht. Vermutlich auch deshalb, weil zu viel Zeit zwischen den einzelnen Filmen lag. Back-to-Back und in Ruhe zu Hause angeschaut habe ich erst gemerkt, wieviel Liebe zum Detail da drin steckt und wie umwerfend gut die Schauspieler sind. Lediglich Rupert Grint als Ron Weasly ist ein Ausfall, der Rest ist einfach nur beeindruckend. Faszinierend: Tricktechnisch steckt viel mehr traditionelle Arbeit mit Modellen und Prothesen in den Filmen, als man zunächst glaubt. Was auch gut ist, denn bis Teil 6 ist ausnahmslos jedes CGI-Element Murks. Inhaltlich unterscheiden sich die Werke stark. Während „Der Gefangene von Askaban“ eine Achterbahnfahrt ohne Pause ist, schnarcht „Der Halbblutprinz“ in viel zu langsamer Inszenierung vor sich hin. So ist das halt, wenn immer unterschiedliche Regisseure an einer Serie arbeiten.

Alles steht Kopf [PSN]
Jeder Mensch hat eine Emotionszentrale im Kopf. Dort stehen an einem großen Schaltpult vier Figuren: Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel steuern uns durchs Leben. So ist das auch bei der jungen Riley. In deren Emotionszentrale geht aber einiges durcheinander, als sie mit ihren Eltern umziehen muss. Und dann verlaufen sich auch noch die hyperaktive Freude und die lethargische Kummer im Langzeitgedächtnis und lassen Riley allein mit Ekel und Wut zurück.

Normalerweile spiele ich immer mit dem Handy rum, wenn im Heimkino ein Film läuft. Bei diesem nicht. Guckt man hier 5 Sekunden nicht hin, verpasst man eine tolle Idee oder einen lustigen Gag. Zu fantastisch und emotional ist die Geschichte um Riley und die Metaphern für ihr Innenleben. Die Welt im Kopf eines Menschen ist hier extrem toll umgesetzt, und die Story berührt – ich habe lauthals gelacht und ebenso die ein odere andere Träne verdrückt. Endlich mal wieder ein Anmimationsfilm, der nicht von Slapstick lebt, sondern sich auf seine Geschichte konzentriert. Uneingeschränkte Guckempfehlung, das ist definitiv das beste, was Pixar in den vergangenen Jahren gemacht hat.

Deadpool [BFI IMax]
Nicht ganz dichter Söldner wird zu hässlichem Supersoldaten mutiert. Daraufhin wird er vollkommen Gaga.

Ja, ach, Deadpool. Kein schlechter Film, wirklich gut aber auch nicht. Schöne Szenen, nette Action, aber der Bösewicht taugt genau gar nicht und das Pacing rumpelt total: Nach 3/4 der Laufzeit steht man immer noch auf der Autobahnbrücke aus den ersten Minuten rum. Originstories sind ja oft etwas bleiern, und das trifft leider auch hier zu. Aber die Grundlagen sind großartig, ich bin schon gespannt auf Deadpool 2

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Spielen:

Assassins Creed Chronicles: India & Russia [PS4]
Im Lauf der Jahrhunderte taucht immer mal wieder ein Kästchen auf, dass ein Precursor-Artfeakt ist. Ezio Auditore vertraute es 1515 Shao Jun an, die es prompt verbaselte. 1850 jagt der Inder Arbaaz Mir in den Wirren des Ostindien-Kriegs der Zigarrenkiste bis nach Afghanistan hinterher, im Jahr 1918 versucht es Nikolai Orelow es in Jekaterinenburg an sich zu bringen, während in den Straßen die Oktoberrevolution tobt.

Climax Studios haben etwas geschafft, was in der heutigen Zeit Seltenheitswert hat: Sie haben gleich zwei Spiele entwickelt, die ü-ber-haupt keinen Spaß machen. Die 2,5D-Sidescroller sind „kleine“ Assassins Creed Ableger und fokussieren auf Stealth. Der erste Teil der Trilogie „China-India-Russia“ erschien vor einem Jahr, spielte in China und beeindruckte durch das frische Spielprinzip und eine kunstvolle Optik. „Assassins Creed: China“ sah aus wie spielbares Gemälde und hat, trotz der schwachen Story, begeistert.

Dann war ein Jahr Pause, und nun wurden die Nachfolger „India“ und „Russia“ innerhalb von vier Wochen veröffentlicht. Es wirkt fast, als ob Ubisoft die Spiele schnell vom Hals haben wollte. Vielleicht, weil man um deren Qualität wusste. Die lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Unterirdisch. Zwar ist zumindest die Optik von „India“ toll – sie erstrahlt in bunten Farben und indischen Mustern – aber das ist auch schon das einzig gute. Die Steuerung ist immer noch unpräzise und nun auch noch überfrachtet. Die Animationen sind die gleichen wie im ersten Teil, man hat einfach „China“ genommen und ein neues Skin drüber gepackt.

Dazu kommen die belanglosen Geschichten, unmotivierte und nuschelnde Sprecher, ein geradezu unfair hoher Schwierigkeitsgrad und überaus nerviges Leveldesign. Viele Aufgaben müssen unter Zeitdruck gelöst werden, und wer den exakt richtigen Weg nicht in dutzenden Durchläufen auf die Zehntelsekunde auswendig lernt, verliert. Jede Spielmechanik wird dutzendfach ausgeschlachtet, und wenn den Entwickler gar nichts mehr einfällt, dann finden sie einen Vorwand, um die ganze Ausrüstung und hart erarbeitete Skills der Spielfigur einzukassieren und so den Schwierigkeitsgrad nochmal nach oben zu schrauben. Das passiert dauernd, und in der Summe der addierten Frechheiten und Zumutungen ist man davon nur noch angenervt. Spiele, die überhaupt keinen Flow haben, deren Inszenierung und Präsentation niemandem vom Hocker hauen und die DANN noch unfair sind, machen einfach null Spaß. Sowas braucht kein Mensch. Auch nicht für die knapp zehn Euro, die Ubisoft für die jeweils ca. 5 Stunden dauernden Spielchen haben will. „China“ kann man sich angucken, vom Rest sollte man die Finger lassen.

Firewatch [PS4]
Wyoming, 1989: Henry braucht eine Pause. Ausgebrannt von einem sehr persönlichen Drama übernimmt er für einen Sommer einen Feuerwachturm in einem Nationalpark. Dort ist er ganz allein, nur seine Chefin Delilah spricht mit ihm über Funk. Wenn er nicht auf seinem Turm sitzt und nach Feuern Ausschau hält, wandert Henry durch seinen Waldabschnitt oder quatscht mit Delilah.

„Firewatch“ ist ein sehr ruhiges Spiel. Es gibt keine Actionmomemente, stattdessen baut es ganz auf die Dialoge von Henry und Delilah und die langsame Fortbewegung im Nationalpark. Von den Kritikern wird Firewatch als Indie-Meisterwerk abgefeiert, bei näherer Betrachtung weiß aber keiner so recht, warum. Die Grafik ist abstrakt und nicht halb so stimmig wie gepriesen, die Animationen ruckhaft, die Steuerung per Controller ein Grauen und die technische Umsetzung ist so mies optimiert, dass die PS4 dauernd mit hochdrehendem Lüfter läuft. Trotzdem ruckelt die Grafik an etlichen Stellen.

Die Dialoge sind gut geschrieben und vertont, aber meist sehr kurz und ohne große Entwicklung. Der Nationalpark, der zunächst riesige Offenheit suggeriert, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein Netz von Laufschläuchen mit harten Grenzen, die zudem erstaunlich leer sind. Hier lebt nichts, und abseits der Versorgungskisten gibt es auch nichts zu entdecken.

Die beiden größeren Storylines, denen Henry nachgehen kann, scheinen zwar spannend und motivieren zum Weiterspielen, sind dann aber doch beide äußerst dünn und ihre Auflösungen hingeschludert. Dazu kommt noch die nicht vorhandene Charakterentwicklung und die ultrakurze Spielzeit von 4 Stunden. Firewatch ist mit seinem Riesenteam und EA im Hintergrund weder Indie, noch ist es spielerisch eine Offenbarung. Es ist nicht mal ein gutes Spiel. Die einzige Erklärung, warum es gerade so abgefeiert wird: Es ist mit seiner Langsamkeit ein geradezu Zen-gleicher Kontrapunkt zu adrenalingetränkten Multiplayerspielen.
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Machen:
London!
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Neues Spielzeug:
Neue Ohrhörer, EM-JE041-MI Smile Jamaica Midnight von House of Marley. Billig, aber witzigerweise aus Holze, mit Textilkabel und gutem Klang.

smile house

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
3 Kommentare

Verfasst von - 29. Februar 2016 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Januar 2016

Herr Silencer im Januar 2016
Hust-Schnauf-Röchel. Krank gewesen, deshalb viel Zeit für Medienkonsum.

Wetter:  Bis Monatsmitte sowas wie Plusgrade, dann Temperatursturz auf -5 bis -15 Grad. Dabei meist trocken, nur wenig Schnee.
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Lesen:

Frank Panthöfer: Krad-Vagabunden – Licht- und Schattenseiten einer Weltreise, Teil 2: Süd-Ost-Asien, Himalaya, Orient und Resozialisierung [Kindle]
Der zweite Teil der Weltreise von Frank „Pany“ Panthöfer und Freundin „Simon“. Wie der Name schon sagt: Es geht über die Inseln Süd-Ost-Asiens, Indien, Pakistan, den Iran und die Türkei bis zurück nach Deutschland. Im letzten Kapitel versuchen sich die Heimkehrer wieder in den deutschen Alltag einzufinden.

Wie schon bei Teil 1 angemerkt: Mir persönlich gefällt Panthöfers Schreibstil nicht. Zu Anfang ist die raubatzige Direktheit erfrischend, sehr schnell wird die Sprache aber dem Thema nicht mehr gerecht. Die Schattenseiten der Weltreise werden oberflächlich, aber häufig geschildert, während die schönen Erlebnisse stark verkürzt beschrieben werden – meist in Form von „wir werden mit einer tollen Aussicht belohnt“. Hätte mich ja schon mal interessiert, was genau an der Aussicht denn toll war. Das Buch ist voller solcher Verkürzungen und hinterlässt in der Summe den Eindruck, dass Pany die Hälfte der Zeit mit dem Kampf gegen Betrüger, korrupte Beamte und dem Flicken von Reifen beschäftigt war und stets vor dem Explodieren stand, während Simon quasi nur hinterherfuhr und ein paar Mal umfiel. Durch diese Gewichtung bleibt in der Summe der Eindruck zurück, dass Motorradreisen in erster Linie eine Qual ist. Über ein Reisetagebuch auf eine Weltreise mitgenommen zu werden ist toll, aber dem (mittlerweile hauptberuflichen) Autor wünsche ich einen guten Lektor, der hilft, die Erlebnisse in ansprechendere Form zu gießen – ich hätte mir ernsthaft eindrücklichere Beschreibungen und ein paar Fotos mehr gewünscht. [Update: Ich sehe gerade, dass es jetzt auch eine Special Edition des Buchs gibt, mit mehr Bildern]

Marc Haddon: The Curious Incident with the dog in the Night-time [Kindle]
Christopher ist 15 und Autist. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er allein mit seinem Vater in der englischen Stadt Swindon. Er mag: Primzahlen, komplexe Formeln, Astronauten, allein sein, Sherlock Holmes-Geschichten, rote Dinge, seine zahme Ratte Toby und Wellington, den Hund der Nachbarin. Was Christopher nicht mag: Andere Menschen, berührt werden, laute Geräusche, Gefühle, Gedichte, Sir Arthur Conan Doyle, gelbe und braune Dinge. Christophers Tagesablauf ist streng in in Ritualen organisiert, das gibt ihm Sicherheit. Alles gerät durcheinander, als er eines Morgens den Hund Wellington tot auf dem Gehweg findet. Jemand hat den Hund mit einer Forke umgebracht, und Christopher ist fest entschlossen herauszufinden, wer das war. Auch wenn das bedeutet, dass er mit fremden Menschen sprechen muss.

Die Geschichte ist vollständig aus der Sicht von Christopher geschrieben. Das lässt die Leser tief eintauchen in die Art, wie ein autistisches Kind die Welt wahrnimmt und ist faszinierend, weil die Regeln, die Chrisopher sich selbst aufgestellt hat und nach denen er funktioniert, plötzlich sichtbar werden. Über die einfache Grammatik (Aneinanderreihung von Sätzen durch „und“) sowie den Verzicht auf die Schilderung von Emotionen, die Christopher nicht zu begreifen in der Lage ist, ist der Stil ziemlich einzigartig.

„The Curious Incident“ ist ein bittersüßes Vergnügen. Das Buch ist überaus witzig.
Zwischen den einfachen Worten und Sätzen verbergen sich allerdings Abgründe. So schildert Christopher Ereignisse und Handlungen, die für ihn eine inhärente Logik aufweisen, die aus Sicht Außenstehender aber geradezu verheerend chaotisch wirken. Oder er verkürzt Dinge stark, weil sie für ihn nicht wichtig sind, man als Leser aber ahnt, dass sich hier in Wirklichkeit ein Jahre dauerndes Drama abgespielt haben muss, dass seine Eltern bis über die Grenzen hinaus belastet haben muss.

Ich habe das Buch vor 10 Jahren schon einmal und nun, als Vorbereitung auf das Musical, noch einmal gelesen. Zurück bleibt Mitleid mit dem Protagonisten genauso wie der Respekt vor dem Mut und den Strategien, mit denen er sein Leben meistert und eine Hochachtung vor dem Autor: Marc Haddon behandelt alle Charaktere in dieser sorgfältig erzählten Geschichte mit großem Respekt und gerät nie in die Versuchung, den leichten Weg zu gehen und zu verurteilen oder Partei zu ergreifen. Unbedingt lesen- nach den ersten Seiten kann man es nicht mehr aus der Hand legen! Auf Deutsch ist es erhältlich unter dem sperrigen Titel „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“.

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Hören:
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Die Sprechkabine [Podcast]
Timo Hetzel und Phillip Seidel reden über Dinge. Was ihnen gerade so einfällt. Ein klassischer Laberpodcast. Das Besondere: Beide Sprecher haben überaus angenehme und ruhige Stimmen, sind spontan wirklich lustig und dennoch immer fokussiert auf das, was sie gerade erzählen – anders als bei den Tim-Pritlove-Podcasts, bei denen man sich die Hälfte der Zeit fragt, ob der Host überhaupt geistig anwesend ist und nicht nebenbei Nachrichten guckt oder Kuchen backt.

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Sehen:

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Kingsman [Bluray]
Eggsy ist ein Teenager in England. Er ist clever, aber mit Schulbildung ist es nicht weit her. In der Perspektivlosigkeit der britischen Arbeiterklasse oszilliert er zwischen Kneipenschlägereien und der Trostlosigkeit von Sozialhilfebauten. Das ändert sich, als ein Gentlemen in feinem Tuch auftaucht und Eggsy für einen sehr geheimen Geheimdienst rekrutieren will: Die Kingsmen.

So sähe „Bond“ im Jahr 2015 aus, wenn man in nicht in ein weinerliches Weichei rebootet hätte, das Buchhaltern und Immobilienmaklern hinterherlaufen muss. Bei „Kingsman“ gibt es sie noch, die megalomanischen Superverbrecher (ein lispelnder und nur schwer zu ertragender Samuel L. Jackson), eine weltweite Verschwörung zum Untergang der Zivilisation, riesige Setpieces und Actionszenen und dazu mit „Gazelle“ (Sofia Boutella) die coolste, schrägste und tödlichste Bodyguard seid Odd Job.

Die Britishness ist far over the top und mit Michael Caine UND Colin Firth fast schon zu gut besetzt. Ab der Hälfte des Filmes agiert Firth ein einer ungewohnten Rolle: In einer atemberaubenden und scheinbar ohne Schnitt gedrehten Sequenz muss er sich als Actionstar behaupten, und richtet dabei das größte Gemetzel an, dass man seit „300“ auf der Leinwand gesehen hat. Die Geschichte hinter dem Ganzen ist zudem überaus clever, so daß sich zusammengefasst sagen lässt: „Kingsman“ ist pure, seeligmachende Unterhaltung für alle, die als Kind die Abenteuer von 007 toll fanden.

Morgen hör´ ich auf [ZDF]
Jochen Lehmann hat finanzielle Probleme. Der Familienvater hat die Druckerei seiner Schwiegereltern übernommen und den Laden an die Wand gefahren. Als die Bank ihm einen weiteren Kredit verwehrt, sieht er in seiner Verzweifelung nur einen Ausweg: Er nutzt die modernen Maschinen seiner Firma, um ein paar Scheine Falschgeld herzustellen. Nur ein paar, da ist er sich sicher, und morgen hört er auf.

Im Vorfeld war die Serie als „das deutsche Breaking Bad mit Bastian Pastewka“ angekündigt worden. Mit dem Vergleich haben sich die Macher keinen Gefallen getan, wie das kollektive Aufstöhnen genervter Kritiker und Serienfans zeigte. Zu schlecht sind die Erinnerungen an schlimme deutsche Plagiate von US-Serien. Machwerke wie „Hilfe, meine Familie spinnt“ als Plagiat von „Eine schrecklich nette Familie“ haben eine so traumatischen Eindruck hinterlassen, dass man sich auch mehr als 20 Jahre später noch an sie erinnert.

Dabei stimmt der Vergleich im Kern, denn hier wie da handelt die Geschichte von einem Normalo, der seiner Familie zuliebe in die Kriminalität abrutscht und immer tiefer in den Morast einsinkt, je stärker er versucht wieder herauszukommen. Darin liegt auch der Charme: Der Geschichte bei der Eskalation zuzusehen, die schon in Folge zwei vollkommen ausser Kontrolle gerät. Das Ganze Größtenteils gut gespielt und bedient sich technisch z.T. an der Machart des großen Vorbilds – was z.B. beim Schnitt und den Szenenteilern überaus erfrischend rüberkommt. Eine feine, 5-teilige Serie, die aktuell jeden Samstag Abend auf ZDF läuft, in der Mediathek abrufbar und ab dem 20.02. auf DVD und BluRay verfügbar ist.

Italy – Love it or Leave it [Watchever]
Rom. Das Journalistenpaar Luca und Gustav hat in den letzten Jahren den Wegzug ihres Freundeskreises erlebt. Hohe Lebenshaltungkosten, Monsterbürokratie, schlechtes Bildungssystem und hohe Arbeitslosigkeit treiben eine ganze Generation von Italienern ins Ausland. Die beiden müssen sich nun entscheiden: Verlassen auch sie das sinkende Schiff?

Der in Südtirol geborene und von Italien desillusionierte Gustav will, dass beide nach Berlin ziehen. Lucamöchte in Rom bleiben. Sie geben sich sechs Monate für die Entscheidung. In dieser Zeit reisen sie durch das Land und sehen sich vor Ort an, wie Italien nach 20 Jahren unter Berlusconi aussieht. Gustav zeigt die Schattenseiten auf, Luca versucht das Schöne zu finden, was ihm nicht leicht fällt.

Nach Besuchen vom Piedmont bis nach Sizilien und Gesprächen mit Politikern, Schriftstellern, Philosophen und Fließbandarbeitern stellen sie fest: Nach Außen ist Italien schön, aber alles hinter der Fassade ist runtergekommen und in schlimmen Zustand. Hoffnung gibt es nur in einzelnen Menschen: Denen, die nicht bereit sind, ihren Platz aufzugeben und zu flüchten, die gegen Korruption und für eine Zukunft kämpfen.

Der Film ist sehr persönlich, ohne dabei jemals die Distanz zu verlieren. Die Reise von Gustav und Luca zeigt Italien im Jahr 2013 ohne jede Schönfärberei: Zu Beton geronnenen Fördermittelbetrügereien werden ebenso wenig ausgelassen wie der wirtschaftliche Niedergang, das Wirken der N´Dragheta oder das Bild der Frauen in Berlusconis Sendungen. Aufgelockert wird das Ganze durch originelle und informative Animationssequenzen. Italienanfänger sind vielleicht geschockt vom Ausmaß der Probleme, Italienkenner freuen sich über die Hintergrundinfos und die ungewöhnlichen Bilder.

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Spielen:

AKsoI

Arkham Knight – Season of Infamy [PS4]
Vor der Ostküste Bleake Islands ist die „Iron Heights“ abgestürzt. Das Luftschiff war ein Hochsicherheitsgefängnis und beherbergte u.a. Killer Croc, nun liegt es geborsten im Gotham River. Klar, dass sich der dunkle Ritter den entflohenen Insassen ebenso annimmt wie der Frage, wer eigentlich gerade Victor Fries erpresst, warum sich Mad Hatter freiwillig gestellt hat und was mit Ras al Ghul passierte.

„Sechs Monate lang ständig Nachschub an Content“ versprach der Publisher und rechtfertigte damit den saftigen Preis von 40 Euro für den Season Pass zu „Arkham Knight“, verriet aber nicht, was genau dieser Content denn sein sollte. Eine fragwürdige Politik. Ich war skeptisch und habe da die Finger von gelassen, und das nicht bereut: Tatsächlich kam zwar im Monatstakt neuer Downloadable Content (DLC), aber der war Mist: Ein paar Challengekarten und Storymissionen mit einer Länge von 15 Minuten rechtfertigen keine Ausgabe in der Höhe.

„Season of Infamy“ ist da zum Glück anders, da stecken mehrere Stunden Spielspass und echte Stories drin, die sich auch direkt in das Hauptspiel integrieren – mit einer kuriosen Folge: Um nach der Installation das Knightfall-Protokoll auszulösen, muss man das Spiel nicht mehr zu 100, sondern zu 120 Prozent schaffen. Einzeln lässt sich die Erweiterung für 9,99 Euro kaufen, und das ist sie in jedem Fall wert.

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The Witcher III: Hearts of Stone [PS4]
Geralt von Rivia hat ein Problem. Ein Kontrakt ist spektakulär schief gelaufen, und nun findet sich der Witcher eingekerkert im Bauch eines Schiffes wieder, auf dem Weg zu einem fernen Kontinent und seiner Hinrichtung. Da taucht ein Fremder an seiner Zelle auf und bietet Geralt freundlich lächelnd an, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Im Gegenzug verlangt er nur einen Gefallen. Geralt hat keine Wahl und willigt ein, stellt danach aber schnell fest, das hinter dem Fremden mehr stecken muss, als er auf den ersten Blick vermutet hat. Langsam, aber stetig wird deutlich, dass Geralt sich mit dem Teufel persönlich eingelassen haben muss. Der Witcher wird zu einer Spielfigur in einem Schachspiel mit dem Leibhaftigen, an dessen Ende er die Entscheidung fällen muss, was mit den Herzen aus Stein geschieht.

CD Projekt Red, die polnischen Entwickler von „The Witcher III“, sind ein Phänomen. Seit dem Erscheinen des Spiels im Mai vergangenen Jahres sind 13 Updates erschienen sind, die nicht nur Bugs fixten, sondern das Spiel in Sachen Usability verbesserten und um Spielmodi erweiterten. Dazu wurde ein halbes Jahr lang DLC verschenkt. Gut, nur Charakterskins und Ausrüstungsgedöns, dafür wollen andere Publisher Geld haben. CDPR dagegen pflegt das Spiel und verschenkt Content, um die Leute bei der Stange zu halten. Für „Hearts of Stone“ wollten sie nun erstmals Geld haben. Das konnte man quasi blind investieren, denn wenn man das fantastische Hauptspiel kennt und weiß, das Kleinkram verschenkt wird, ist klar: Hier kommt etwas Großes, das sein Geld wert sein muss.

Das ist auch so: „Hearts of Stone“ erweitert die Spielwelt von Witcher III um einen ganzen Landstrich, führt neue Charaktere und Mechaniken ein und ist für Spieler ab Stufe 32 gedacht (wer nach Abschluss der Hauptkampagne nicht so weit ist, wird automatisch hochgelevelt). Absolut fantastisch sind die Experimente, die im DLC gewagt werden: Ein kompletter Heist im „Oceans Eleven“ Stil muss durchgezogen werden, ein Toter muss eine Party mitmachen und am Ende muss sich Geralt aus der Erinnerungswelt einer Toten befreien. Die Geschichte ist auf den Punkt geschrieben, abwechselungsreich und voller Anspielungen. So begegnet der Witcher einer Figur, die dem TOD aus den Scheibenweltromanen verdächtig ähnlich sieht – Bienenstöcke, Pferd und Katze inklusive. Vor der Geschichte und deren Inszensierung kann man nur den Hut ziehen, da stimmt einfach alles.

Rund 20 Stunden kann man im DLC verbringen. Anderswo wäre das ein Vollpreisspiel, bei CD Projekt Red gibt es das für 9,99 Euro. Die nächste Erweiterung ist schon am Horizont zu sehen: „Blood and Wine“ soll ähnlich umfangreich wie „Hearts of Stone“ werden und die Geschichte von Geralt von Rivia zu Ende führen.

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Machen:
Kranksein. Ausrüstung basteln.
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Neues Spielzeug:
Ein neues Mifi für´s Motorrad. Der Huawei 5377s ist mit 150 MBit ein rasend schneller LTE-Accesspoint für bis zu 10 Geräte, der auch als Fileserver taugt. Dabei ist das Ding viel kleiner als vergleichbare Modelle, bringt aber trotzdem noch ordentliche Akkulaufzeit mit. Auf sowas will ich im Ausland nicht mehr verzichten. Ob der Neue wirklich ein würdiger Nachfolger für den heiß geliebten E585 ist, wird sich bald zeigen.

huawei 5377

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. Januar 2016 in Momentaufnahme

 

Das war das Jahr, das war (2015)

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Im Januar schleppte mich über die Schwelle des neuen Jahres, ausgepowert und körperlich nicht wirklich gut drauf. Der Umzug im Dezember 2014 hatte Spuren hinterlassen, in Form von Erschöpfung und Fußaua. 2015 begann mit Schmerzen und wurde nur noch schlimmer. Geliebte Menschen im Umfeld wurden schlimm krank oder starben, und weltpolitisch konnte man 2015 Europa beim Auseinanderbrechen zusehen.

Trotzdem ließ ich mich nicht entmutigen und besuchte erst im Februar Mailand, Genua und Turin, im Sommer Norditalien und im Herbst folgte eine kleine Weltreise. Dazwischen ein kurzer Krankenhausaufenthalt, der das Fußaua beseitigte, mich aber für Monate zur Couchkartoffel werden ließ, die sich nur an Krücken rumbewegen konnte. Alles in allem: 2015 war persönlich kein schönes Jahr, aber es könnte alles viel schlimmer sein.

Und sonst noch?

Worte des Jahres: „the 02/11 is ok“

Einschneidenstes Erlebnis:
Einschneidend, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Fußgelenks-OP. Nichts schlimmes, aber hat mich lange Zeit körperlich unbeweglich gemacht.

Zugenommen oder abgenommen? Im Schnitt gleich, aber in der Summe aktuell zugenommen.

Mehr Kohle oder weniger? Mehr, was sehr cool ist.

Mehr ausgegeben oder weniger? Gleich geblieben. In diesem Jahr war zwar kein Umzug zu stemmen, aber die Fahrzeuge brauchten erhöhten Pflegeaufwand, und auf Reisen ist Sparen doof.

Mehr bewegt oder weniger? Weniger, zwangsverordnet.

Die hirnrissigste Unternehmung? Erzähle ich in Kürze an dieser Stelle. Der Quatsch kostete enorm viel Nerven und Geld und irritierte Menschen in drei Ländern nachhaltig.

Ort des Jahres? Genua.

Die teuerste Anschaffung? Eine neue Brille. Sehr teuer, aber sehr gutes Stück.

Das leckerste Essen? Das schlichte Bauernessen in der kleinen Taverna von Granitsa.

2015 zum ersten Mal getan? Nach Asien gereist.

2015 nach langer Zeit wieder getan? Star Wars im Kino geschaut und dabei Spaß gehabt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Die Fuß-OP, 5 Kilo mehr auf den Hüften, Nachmietersuche für Nachbarn im Dezember.

Gereist? Oh ja.

2015 war in einem Wort…? Beh.

Überraschendster Film des Jahres: Mad Max: Fury Road.

Album des Jahres: „Schmidt“ von Femme Schmidt

Spiel des Jahres: „The Witcher III: The Wild Hunt“

Enttäuschung des Jahres: „Assassins Creed: Syndicate“

Buch des Jahres: Tery Pratchetts „The Shepherds Crown“.

Bestes Musikstück des Jahres: Ach, dazu habe ich zu wenig gehört.

Spielzeug des Jahres: Ein kleiner Elektrogrill, der den neuen Balkon gleich nochmal viel angenehmer machte und so manche Abendstunde lecker gestaltete.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Arbeit-Planung-Reisen, in der Reihenfolge und guter Mischung.

Die schönste Zeit verbracht damit…? Fremde Orte zu erkunden.

Vorherrschendes Gefühl 2015? Die Welt zerfällt und ich gleich mit.

Erkenntnis des Jahres: Bestimmte Landschaften können Glücksgefühle auslösen.

In diesem Sinne: Ich wünschen einen guten Start in ein tolles 2016!

 
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Verfasst von - 30. Dezember 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Dezember 2015

Herr Silencer im Dezember 2015
Mein Mitgefühl gilt tapferen Paketbotinnen und Paketboten dieser Republik.

Wetter:  Absurd warm, teilweise bis zu 15 Grad (und damit doppelt so warm wie manche Tage im Juni).
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Lesen:

Oliver Bowden: Underworld
Indien, 1860: Ethan Frye bildet eine jungen Adepten zum Assassinen aus. Sein Schüler ist der schnellste und geschickteste, den Frye jemals unterrichtet hat – doch beide scheitern auf spektakuläre Weise an ihrem Leben. Wenige Jahre später findet sich der Inder in London wieder. Namen- und Identitätslos hilft der „Geist“ beim Bau der ersten U-Bahn der Welt.

Ach ja, die übliche Bowden-Auftragsarbeit zu „Assassins Creed: Syndicate“. Fluffig geschrieben, geschickt eingewobene Details der Zeit, ergänzt das Spiel um interessante Backstories. Kann man lesen, man kann es auch lassen. Der Unterschied ist derselbe.

Judith Flanders: The Victorian City: Everyday Life in Dicken´s London
Der Alltag in London zur Zeit der industriellen Revolution: Armut, Slums, Kinderarbeit sind die Schattenseiten einer Welt, die mit Siebenmeilenstiefeln den Weg zur Moderne entlangeilt.

Flanders ist Fan von Charles Dickens, und das schon über die Grenze zur Verehrung hinaus. Die Lobhudelei auf den Schriftsteller ist schwer erträglich, der Rest des Buchs sperrig. Dennoch liefert es interessante Einblicke wie der Alltag in London vor 170 Jahren aussah.

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Hören:

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Sehen:

Airwolf [Bluray]
Ein amerikanischer Geheimdienst baut Anfang der 80er den ultimativen Hubschrauber: Überschallschnell, fürs Radar unsichtbar, schwer bewaffnet. Dummerweise wird Airwolf, so der Codename des Prototypen, von seinem Erbauer gestohlen und nach Libyen entführt. Airwolfs Testpilot, ein Vietnamveteran, holt die Kiste aus Ghaddafis Klauen, versteckt den Heli dann aber und verkündet, ihn erst wieder rauszurücken, wenn er erfährt was mit seinem vermissten Bruder im Vietnamkrieg wirklich passiert ist. So lange liefern sich Geheimdienst und Testpilot ein Katz- und Mausspiel.
„Das uneheliche Kind von „Knight Rider“ und „Das fliegende Auge““ sei Airwolf, steht auf der BluRay-Box, und das trifft es gut. Wichtigster Unterschied ist aber, dass im Gegensatz zu Knight Rider hier durchaus ernste Themen verhandelt werden, und das sowohl grimmig ernst als auch stilvoll. Die guten Drehbücher und die tollen Schauspieler, allen voran Alex Cord als Archangel, Ernest Borgnine als Hubschrauberverleiher Dominik Santini und Jan-Michael Vincent als Einzelgänger Stringfellow Hawke, sind es denn auch, die haarscharf verhindern können, dass die Serie auf ein Niveau wie der hingerotzte 80er-Trash „Streethawk“ hinabgleitet. Denn die Production Values sind nicht nur gering, sie sind schlicht nicht vorhanden: Gedreht wird stets in drei Kulissen und alle (!) Kampfaufnahmen in jeder(!) Folge stammen aus dem Pilotfilm.

Codename U.N.C.L.E [PSN]
Ein russischer und ein amerikanischer Agent müssen zusammenarbeiten um die Welt in den 60ern vor einer schlimmen Bedrohung zu schützen. Remake einer alten TV-Serie.
„Mad Men“ trifft Agentenfilm. Dem Film trieft der Style aus jeder Pore, und genau das ist sein Problem. Außer für Optik und Ausstattung interessiert er sich für kaum etwas, weder für die Story noch für seine Charaktere. Die Actionpieces sind OK, die Dialoge aber grauenhaft. Trotz aller betonten Unterschiede haben die Protagonisten eines gemeinsam: Sie sind nervige Arschgeigen, derem unsympathischen Getue man nicht wirklich zusehen will. Das fällt einem aber erst auf, wenn man zu drei Vierteln durch ist – der Film unterhält gut.

Ripper Street [Watchever]
London, 1889: Jack the Ripper treibt sein Unwesen in Whitechapel. Eine Gruppe Polizisten jagt ihm hinterher, muss sich aber immer wieder mit anderen Verbrechen beschäftigen. Zu deren Aufklärung gehen sie neue Wege und halten sich u.a. einen Polizeiarzt, der Leichen untersucht – damals revolutionär!
Interessante Serie mit guten Drehbüchern und schickem Setdesign. Das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist dreckig, laut, eng, Gewalt nur eine Straßenecke entfernt. Das kommt gut rüber. Weniger gut kommt der Cast. Zwar verkörpert Jerome Flynn (Bronn aus „Game of Thrones“) einen Kriegsveteranen und Sergeant absolut glaubhaft. Die Hauptperson der Serie wird aber von Matthew Macfadyen verkörpert, und das ohne jegliches Charisma. Zu oberflächlich spielt er seine Figur, der von den Drehbüchern Tiefe verlangt wird. Ähnliches gilt für Adam Rothenberg, der den Pinkerton-Arzt in keiner Sekunde glaubhaft rüberbringt. Schade, mit etwas mehr Sorgfalt beim Casting wäre „Ripper Street“ ein echter Knaller.

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Spielen:

Assassins Creed: Unity [PS4]
Paris, 1785: In den Straßen fliesst das Blut, die französische Revolution frisst ihre Kinder und alles andere gleich mit. Vor diesem Hintergrund kämpft der junge Arno Dorian gegen seine Schuldgefühle und gegen einen Feind, der Assassinen und Templer gegeneinander ausspielt.

War ja nicht alles schlecht an Unity, als das vor einem Jahr erschien. Die Grafik ist viel schöner als im diesjährigen Nachfolger „Syndicate“, Paris ist viel detailreicher und belebter als London. Nach dessen enttäuschender Story musste ich „Unity“ nochmal vorkramen. Und siehe da: Wenn man die Kampagne halbwegs stringent durchspielt und sich nicht zwischendurch in einer den hunderten von Open-World- und Online-Koop-Aufgaben verliert, bietet „Unity“ eine okaye Story und macht sogar Spaß.

Assassins Creed Syndicate: Jack the Ripper [PS4]
London, 1888. Jack the Ripper mordet in Whitechapel, die Assassinen von London versuchen ihn zu stoppen. Das gelingt nicht, Jack dezimiert die Bruderschaft auf Null. Evie Frye reist aus Indien an um der Sache auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was mit ihrem Bruder geschehen ist.

DLC bei „Assassins Creed“ sind seit Teil 3 eine Spielwiese für neue Ideen. Das ist gut, denn auf diese Weise hat man als Kunde nicht das Gefühl, zuvor aus dem Hauptspiel entfernte Inhalte nachkaufen zu müssen. Auch „Jack the Ripper“ bietet viel neues. NPCs können sich jetzt in mehreren Stufen fürchten, was interessante Effekte hat. Will Evie irgendwo eindringen, kann sie Wachen so dermaßen verängstigen, dass diese sich verstecken und damit Wege freimachen. Großer Teil der Schnitzeljagd nach dem Ripper ist die Auswertung von Tatorten, was ähnlich wie im Hauptspiel funktioniert, aber erweitert wurde. Ein ums andere Mal kommt man sich als Spieler vor wie in einer guten Folge „Sherlock“. Sehr lohnender DLC, der eine bessere Geschichte besser erzählt als das Hauptspiel – und bei dem es tatsächlich auch emotional um etwas geht.

Rise of the Tomb Raider [XBOX360]
Niemand glaubt den Crofts. Lord Croft suchte nach einer „göttlichen Quelle“, wurde dafür von der Öffentlichkeit für verrückt erklärt und in den Selbstmord getrieben. Seiner Tochter Lara geht es nicht besser. Die hat nach den übernatürlichen Erlebnissen auf der Insel Blut geleckt und will beweisen, dass ihr Vater nicht verrückt war. Ihre Reise führt sie auf die Spuren alter Geheimorden, eines seltsamen Propheten und ins äußerste Sybirien.

Microsoft hat sich „Rise of the Tomb Raider“ als zeitexklusiven Titel eingekauft, um die Veröffentlichung auf der PS4 für ein Jahr aufzuhalten und so den lahmenden Absatz der XBOX One anzukurbeln. Tja, da hätten sie mal besser nicht Nixxes mit einem Port für die XBOX 360 beauftragen sollen. Was die Portierungsexperten aus Utrecht aus der 10 Jahre alten Konsole rausholen, ist amtlich beeindruckend. „Rise“ ist eines der hübschesten Spiele für die 360 und sieht auf der fast genauso aus wie auf der One.  Im Gegensatz zur XBOX One-Version wurden lediglich einige Grafikeffekte durch unaufwändigere ersetzt. So werden die Bewegungen von Laras Haaren auf der One physikalisch korrekt berechnet, auf der 360 aber nur durch eine Animation dargestellt – das kann man verschmerzen! Gameplaytechnisch unterscheidet sich das Spiel nicht von der CurrentGen-Version. Hier wie da wird erkundet, gejagt, gebastelt und in Feuergefechten Gegnerhorden erledigt. Das spielt sich nicht nur super, dabei wird auch eine sehr gut ausgearbeitete Geschichte erzählt, in deren Narration die Actionpieces geschickt eingewoben sind. Super Spiel, unbedingt empfehlenswert – aber den Kauf einer XBOX One kann man sich sparen.
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Machen:
Rumlungern
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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 28. Dezember 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: November 2015

Herr Silencer im November 2015
Danke, Rosa!

Wetter: Bis Mitte des Monats im Ausland gewesen, dort zwischen -2 und +23 Grad. In Deutschland wechselhaft: Anfang des Monats Sommerwetter, ab dem 22. Minusgrade und der erste Schnee des Jahres.
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Lesen:

Asa Akira: Insatiable – A porn love story
Asa Akira ist erst dreißig, hat aber bereits viel zu erzählen. Als einziges Kind japanischer Eltern in New York geboren und aufgewachsen, entdeckt sie als Studentin an der United Nations International School ihre Liebe zu Sex und Pornographie. Mit 19 arbeitet sie als Domina, mit 22 drehte sie Pornofilme und wird zu einem der größten Stars der Pornoindustrie.

Das Buch ist clever aufgebaut – es springt chonologisch in Akiras Leben vor und zurück, fokussiert mal auf bestimmte Themen wie Drogen oder den Aufbau der Pornooindustrie, mal kreisen Kapitel um Anekdoten aus der Arbeit einer Domina. Freimütig erzählt die Autorin dabei auch über ihre eigenen Neurosen und Abhängikeiten. Ein intelligentes und unterhaltsames Buch mit (wörtlich zu nehmenden) tiefen Einblicken.

Neil Gaiman: Sandman Ouverture
Dream ist Herrscher über die Träume von allem. Dummerweise träumt ein Stern den Wahnsinn, und der breitet sich im Universum aus und wird es zerstören. Dream macht sich auf eine schwierige Reise und rüstet sich für einen harten Kampf.

Die „Sandman“-Reihe ist eine der besten Comicreihen, die jemals geschaffen wurde. Sie lief von 1989 bis 1996 und erzählt auf über 2000 Seiten die Geschichte von Dream und seinen Geschwistern Death, Destiny, Despair, Delirium und Desire. Die Beziehungen der Familie und die Ereignisse, die später zum Tod von Dream führen werden, wurden damals nur angedeutet. Heute, 20 Jahre später, gibt es nun ein Prequel – und das hat es in sich. Die Geschichte ist fantastisch, Gaiman-at-his-best, und die Zeichnungen gleichen einem Fiebertraum. Dazu sprüht das Ganze vor Ideen, und wenn man mit dem Sandman-Lore vertraut ist, kann man nicht mehr aufhören zu lesen, wenn Dream seine Eltern besucht, Delight zu Delirium wird und Dinge passieren, die nicht in Destinys Buch stehen. Ganz. Große. Kunst. Bonus: Der nahtlose Übergang zur Serie und die Erklärung, warum Traum überhaupt gefangen werden konnte.

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Hören:

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Sehen:

Minions [PSN]
Minions sind kleine, gelbe Männchen. Sie sind auf der Suche nach dem ultimativen Bösen – um ihm zu dienen.

Als Sidekicks (oder eben Minions) funktionierten die Minions in den „Despicable me“-Filmen einfach hervorragend. Ihr eigener Film dagegen ist eher so Meh. Die erste Hälfte unterhält noch leidlich, danach verliert man sich aber in unkomischem Slapstick, den Aufzulösen am Ende nicht mal mehr die Drehbuchautoren Lust hatten.

Spectre [Kino]
James Bond versiebt einen Auftrag, wird freigestellt, versenkt Autos und rettet am Ende die Welt vor der Überwachung.

Der neue Bond ist ein seltsam Ding. Ich fühlte mich gut unterhalten, kann aber im Nachhinein nicht sagen warum: Die Schauspieler fahren, mit Ausnahme von Ralph Fiennes, mit angezogener Handbremse, das Drehbuch ist unspannend und der Regisseur hat erkennbar keinen Bock auf Actionsequenzen. Der ganze Film wirkt merkwürdig artifiziell, wenn er sich immer wieder in kammerspielartige Situationen zurückzieht und seinen Helden in jedem Frame als Anzugmodel inszeniert. Die grundlegende Prämisse, dass der MI6 gegen Überwachung kämpft, ist zudem vollkommen absurd, genau wie der Kniff, dass alles Ungemach der Welt auf einen Minderwertigkeitskomplex bei Bonds Halbbruder zurückzuführen ist. In der Mitte hängt der, ohnehin zu lange, Film so durch, dass sein Bauch auf dem Boden schleift. Bis auf die Anfangssequenz fehlt dem Ganzen zudem der Scope, die Größe früherer Filme. Natürlich waren Todeslaser aus dem All immer albern, aber in den Craig-Bonds kämpft ein krank aussehender Bond gegen… Buchhalter (Casino Royal), Immobilienmakler (Quantum) oder versteckt sich in einem Bauernhaus (Skyfall). Da fehlt eindeutig Größe. Immerhin: Mit Monica Belucci hat „Spectre“ die heisseste Bondwoman seit… ever.

Terminator: GeniSys [PSN]
Die Zukunft: Der Krieg gegen die Maschinen ist in der Endphase. Supercomputer Skynet schickt einen Terminator zurück durch die Zeit, um Sarah Connnor zu töten. Bei seiner Ankunft in 1984 wird der T800 sofort zerstört – von einem anderen Terminator, der dort schon auf in wartete.

Eine alternative Zeitlinie, ein ganz anderer Outcome. Hier wird Kyle Reese von Sarah Connor gerettet und John Connor ist der Böse. Als Kenner des Terminator-Universums windet man sich die ganze Zeit im Kinosessel und möchte rufen „Das ist so nie passiert! Das ist alles nicht richtig!“ Dabei macht „GeniSys“ aber ordentlich Spaß und hat viele gute Ideen, allein der gealterte T800 ist schon nett. Ein fader Beigeschmack bleibt, weil das Ende des Films runter geht bis auf Trashniveau, und der Cast zu 50 Prozent echt schlecht ist: Die Darsteller von John Connor und Kyle Reese sind derbe Fehlbesetzungen. Das sieht alles mehr nach einem Piloten für eine TV-Serie aus als nach großem Kino, und tatsächlich gab es wohl solche Pläne, die aber nach dem ausbleibenden Kinoerfolg ad Acta gelegt worden sind.

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Spielen:

Assassins Creed: Syndicate [PS4]
London, 1860: Zwillingsgeschwister beschließen, der herrschenden Klasse den Kampf anzusagen. Dazu ermorden sie wichtige Personen, treffen die Charleses Dickens und Darwin, Karl Marx Alexander Bell und Queen Victoria. Nebenbei bauen sie eine kriminelle Vereinigung, ein Syndikat, auf.

Was hatte Ubisoft im Vorfeld nicht rumgetönt: Man wolle sich auf die Ursprünge der Serie besinnen und deren Stärken wieder ans Licht bringen. Deswegen wurden Spielereien wie Multiplayer oder Companion-App, an denen der Vorgänger „Unity“ gebrach, ersatzlos gestrichen. Stattdessen gibt es neue Bewegungsmechaniken (Seilwerfer, Kutschen), erstmals die Wahl zwischen männlichem und weiblichem Charakter (überfällig!) und eine Missionstruktur, bei der jede einzelne der jetzt abwechselungsreichen Nebenquest sinnvoll etwas für die Kampagne tut. Soweit die Habenseite.

Der negative Bereich wiegt leider schwer: Syndicate geht bei allem dem Weg des geringsten Widerstands. Wo „Unity“ Mut zeigte und Dinge wagte (und damit auf den Bauch fiel), dreht Syndicate alles eine Stufe runter. Im direkten Vergelich sieht es optisch auf der PS4 schlechter aus als sein Vorgänger, die Charaktere künstlicher, die Straßen sind so sparsam bevölkert wie in Teil 1 von 2007. Vorbei sind die Massenszenen, die Unity zumindest optisch beeindruckend machte. Leider gibt es auch in Syndicate schon wieder keine Gegenwartsstory, schon wieder sind die Charaktere aus nasser Pappe.“Syndicate“ ist das am faulsten geschriebene AC bislang. Die Hauptfiguren kommen aus dem Nichts und beschliessen im Vorspann vollkommen unmotiviert „Ey, lass mal London befreien“ – „gute Idee, und ich gründe eine Gang“, und dann geht es auch schon gegen Templer. Die sind mittlerweile nicht mehr ambivalent gezeichnet, sondern als grimmig schauende Nazis in schwarzem Leder mit rotem Kreuz. Davon legt man einen nach dem anderen um, und irgendwann ist das Spiel halt vorbei.

Nein, storytechnisch hat man sich hier überhaupt keine Mühe gegeben, die Geschichte passt auf den Zettel in einem Glückskeks. Das teilweise die Missionen der Kampagne konfus erzählt und gelegentlich in der falschen Reihenfolge auftauchen verstärkt den Schludereindruck. Statt historischer Fiktion gibt es entweder Fantasiefiguren, wie den fiktiven Antagonisten Starrick, oder historische Persönlichkeiten, die einfach als Questgeber an irgendeiner Straßenecke stehen. So läuft einem Charles Darwin über den Weg, der Undercover gegen Kinderarbeit ermittelt, Charles Dickens braucht Inspiration für seine Geschichten, und Karl Marx hat Probleme mit sprengwütigen Genossen. Das ist so platt, dass es doof ist.

Dass „Syndicate“ doch Spaß macht, liegt an der Welt: Das viktorianische London ist umwerfend detailliert in Szene gesetzt, und sich darin zu verlieren macht einfach Spaß. Dennoch gilt, wie schon seit ACIII von 2012: Ubisoft hat keine Ahnung, wo sie mit der Serie hinwollen. Sie haben nicht zu erzählen, und das merkt man. „Syndicate“ stellt aktuell den neuen Tiefpunkt der Serie dar.

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Machen:
Reisen!
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Neues Spielzeug:
Die James Bond Collection auf BluRay.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
 

Momentaufnahme: Oktober 2015

Herr Silencer im Oktober 2015
Bibber.

Wetter: Anfang des Monats viel Regen, dann ab dem 10. sonnig, aber mit Nachtfrost und tagsüber mit 5 Grad zu kalt für die Jahreszeit. Ab Monatsmitte Temperaturen um 0 Grad und Schnee, Monatsende um die 9 Grad.
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Lesen:

Terry Pratchett: The Shepherds Crown
Esmé Weatherwax trifft auf einen ALTEN BEKANNTEN, und diesmal ist es an der Zeit. Die Meisterhexe stirbt, nicht ohne vorher Tiffany Aching zur Nachfolgerin bestimmt zu haben. Die versucht der Aufgabe gerecht zu werden und gleichzeitig für die Menschen in Lancre als auch im Kreideland da zu sein. Während sich Tiffany aufreibt, wird die Barriere zwischen den Welten schwächer. Dadurch fallen kurze Zeit später mordlüsterne Elfen ein und sehen sich mit einer Welt voller metallener Eisenbahnen konfrontiert. Außerdem treten auf: Eine männliche Hexe, dem Ruhe aus den Ohren quillt, und natürlich die Nac Mac Feegle. Crivens!

Ob in der Figur der Esmé Wetterwax viel von ihm steckt, wurde Terry Pratchett mal gefragt, und zumindest hat er das nicht verneint. Folgerichtig stirbt seine Personifizierung nun ebenso in der Fantasywelt wie der echten. Dieses Buch ist eine Abschiednahme, von der Scheibenwelt und ihrem großartigen Autor. In 30 Jahren hat Pratchett eine Philosophie erarbeitet, die er uns nun nochmal deutlich zeigt und uns auffordert, den Weg in seinem Sinne allein weiterzugehen. Verpackt in eine Geschichte über Verantwortung, Freundschaft und stille Hoffnung in großem Leid.

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Hören:

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Sehen:


Tomorrowland [PSN]
Eine hochbegabte Teenagerin findet einen Ansteck-Button, der sie bei Berührung in eine volltechnisierte Welt voller fliegender Autos und glücklicher Nerds katapultiert. Leider ist das nicht die Zukunft, sondern eine Parallelwelt, in die sich die Genies der Menschheit zurückgezogen haben. Leider haben sie damit unsere Welt zum Untergang verdammt. Einzig die Hochbegabte, ein schmuddeliger George Clooney und ein Terminator in Kinderform können was-auch-immer verhindern.

An den Kinokassen ist der Film böse gefloppt, was sicherlich auch daran lag, dass man nach den Trailern so gar keinen Eindruck hatte, was das eigentlich sein soll. Dieser Eindruck bliebt auch während der Laufzeit viel zu lange erhalten. Der Film mäandert durch eine stundenlange Exposition, verliert sich in unsinnigen Wegen und kommt mit der eigentlichen Handlung erst zu Potte, wenn der Großteil des Publikums schon weggedöst ist. Kein schlechter Film, nur schlecht geschnitten.

Jurassic World [PSN]
Eine Insel vor der Küste von Costa Rica: Ein gigantischer Vergnügungspark bietet eine ganz besondere Attraktion: Lebende Saurier, geklont aus versteinerter DNA. Alles geht den Bach runter, als die Wissenschaftler des Parks einen Hybridsaurier splicen, der prompt den Park auseinandernimmt.

Wieso bitte ist DAS der erfolgreichste Filme des Jahres 2015 (bisher)? Sicher, der Film hat seine Momente und mit Chris Pratt einen sympathischen Schauspieler. Jurassic World krankt allerdings auch an allen Ecken und Enden. Das fängt bei der uninspirierten Geschichte an, die einfach „Jurassic Park“ von 1992 nochmal erzählt und die beiden Sequels ignoriert. Enden tut es bei den Charakteren, die allesamt nervige und unsympathische Arschgeigen sind: Die coole Wissenschaftslady braucht einen Mann an ihrer Seite zum glücklich sein, Chris Pratt stolpert von einer Sequenz zur nächsten, und was Vincent d´Onofrio da eigentlich macht, weiß keiner so genau. Was mich aber am meisten stört: Das Setting ist dumm. Nicht unglaubwürdig, sondern dumm. Wie abgeranzt und desinteressiert muss eine Gesellschaft sein, das binnen 10 Jahre lebende Dinos langweilig geworden sind und größere und rockigere Mutationsviecher gezüchtet werden müssen? Wie dämlich ist die Idee in glatten und unglaubwürdig gerenderten Hamsterkugeln durch Gelände zu rollen? Was muss man geraucht haben um Saurier mit Tarnfunktion herbei zu fantasieren? Tonal eiert der Film von einem Extrem ins andere: Mal will er Kinderfilm sein, mal Horrorfilm – ohne dabei jemals die Größe des Originals zu erreichen. Vermutlich ist der Film so erfolgreich, weil er für wirklich jeden was bietet – aber dieser Frankenstein ist dadurch auch ein kleinster, gemeinsamer Nenner und deswegen kein memorables Werk.

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Spielen:

Until Dawn [PS4]
Eine Gruppe von unsympathischen Teenagern schneit in einer verlassen Berghütte ein, genau ein Jahr, nachdem ein gemeiner Streich der jugendlichen Arschgeigen zwei Mädchen das Leben gekostet hat. Nach Einbruch der Dunkelheit ist klar: Dort passieren finstere Dinge, und irgend jemand oder irgend etwas spielt ein mörderisches Spiel mit den Arschlochkindern. Wer wird bis zum Sonnenaufgang überleben?

„Until Dawn“ ist ein Teenieslasher in Spielform. Das Spiel kommt dabei als interaktiver Film mit Quicktime Events daher, ganz in der Tradition eines „Beyond – Two Souls“ oder „Heavy Rain“, aber ohne deren deprimierenden und bleischweren, weil bedeutungsüberladenen Überbau. Hier haben wir einfach nur die Gruppe der Klischeejugendlichen – die reiche Zicke, den Quarterback, die Cheerleaderin, die Nerdtussi, der hemlich verliebte Brillengeek u.a., die Stück für Stück dezimiert werden, wenn man nicht aufpasst. Tatsächlich ist es sogar möglich, alle Spielfiguren vor dem Morgengrauen zu verlieren, speichern und neuladen gibt es nicht, die Geschichte läuft stehst weiter. „Until Dawn“ ist dabei in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. 1. Nimmt es seine Charaktere ernst und macht aus den anfänglichen Klischeefiguren echte Personen, mit denen man leidet. 2. Ist es handwerklich fantstisch gemacht, Schauspielerinnen wie Hayden Panettiere erkennt man sofort, und selbst kleinste Regungen  ihres Spiels werden wiedergegeben 3. Ist des verammt gut geschrieben, inklusive interessanten und unerwarteten Twists, 4. haben kleine Aktionen Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte. Beispiel: Ist der Brillentyp nett zu der Nerdtussi,wird sie ihm später helfen – falls nein, kann das seinen Tod bedeuten.

Wer also alle 5 Minuten einen Jumpscare aushält, bekommt hier eine stimmungsvolle und spannende Geschichte mit hohem Wiederspielwert und toller Atmosphäre.

Tales of the Borderlands [PS4]
Der Planet Pandora: Ein staubiges Höllenloch, das Gesindel und Glücksritter anzieht die nach „Vaults“ suchen, geheimnisvollen Schatzhöhlen. Der Konzernangestellte Rhyse ist davon weit weg, er arbeitet für einen Konzern auf einer luxuriösen Raumstation, die Pandora umkreist. Das ändert sich, als er ein Komplott spinnt, um in der Konzernhierarchie aufzusteigen. Plötzlich findet er sich auf Pandora wieder, und ab da wird der Tag nur noch schlechter.

„Borderlands“ ist ein Shooter von Gearbox, der mich nie interessiert hat. „Tales from the Borderlands“ dagegen ist von Telltale und ein reinrassiges Adventure. Telltale-typisch läuft das ganze wie ein Film ab und bietet wenig Interaktionsmöglichkeiten. Dafür entschädigt die spannende und wendungsreiche Geschichte, die tollen Charaktere und die witzigen Dialoge. Ein toller Trip und eines der besten Telltale-Adventures bislang. Die insgesamt 5 Episoden mit je 2 Stunden Spielzeit erschienen im Verlauf der letzten 12 Monate und liegen nun vollständig und als Seasonpass-Angebot vor.

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Machen:
Immer noch recht viel Arbeiten. Motorrad einmotten. Reisevorbereitungen.

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Neues Spielzeug:
Assassins Creed Syndicate Merchandise, in allen Varianten.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 29. Oktober 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: September 2015

Herr Silencer im September 2015
Das kann doch noch nicht der Herbst sein. Das DARF noch nicht sein!

Wetter: Morgens schon kalt, mit 8-12 Grad. Tagsüber oft bedeckt, regnerisch, zwischendurch wenig Sonne. Ende des Monats ein Blutmond, in der Nacht noch drei Grad, tagsüber noch sonnig – aber der Herbst lässt sich nicht mehr leugnen.
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Lesen:

 

Vanessa Giese: Gewöhnze Dich dran!
Vanessa „Nessy“ Giese kommt aus dem Sauerland und zieht ins Ruhrgebiet. Da ist einiges Gewöhnungsbedürftig, vor allem die Menschen, vom Feinripp-tragenden Fensterrenter über die blondierte Fickmaus im Supermarkt bis hin zum nerdigen Arbeitskollegen. Auf den ersten Blick wandeln hier Klischees auf zwei Beinen, auf den zweiten Blick sind das interessante und vielschichtige Charaktere.

Ich bin schon lange ein Fan von „Frau Nessy“, unter diesem Pseudonym betreibt die Autorin das Blog „Draußen nur Kännchen“, aus dem das autobiogrphische Buch enstanden ist. Vanessa Giese verfügt nicht nur über einen ersten und zweiten, sondern auch über den dritten Blick. Sie sieht nicht nur genau hin, sondern auch unter die Oberfläche und kann das, was sie dort findet, mit wenigen und schönen Worten darstellen. Sie malt mit Buchstaben leicht verständliche und oft komische Bilder von Alltagssituationen. Nur Strichzeichnungen, die man beim Lesen mit den Details und den Farben der eigenen Erfahrungen auffüllt. Sehr feines, manchmal komisches und gelegntlich nachdenklich machendes Lesematerial.

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Hören:

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Sehen:

 

Mad Max: Fury Road [BluRay]
Die Zukunft: Die Welt ist eine verhehrte Einöde, die letzten Überlebenden kämpfen um Wasser und Benzin. Mit Letzterem füllen die Endzeitmenschen selbstgebastelte Schrottautos und heizen damit gröhlend durch die Wüste. Max Rokatansky gröhlt nicht, sondern sagt selten was. Das liegt daran, dass er ständig während der Fahrt auf dem Auto von Charlize Theron rumklettern muss. Die hat Sexsklavinnen aus der Burg eines bösen Königs entführt und will sie nach Sonstwo bringen. Sonstwo gibt es aber gar nicht, und deshalb fährt sie nach der Hälfte des Films zurück zur Burg, während der verrückte Klettermaxe immer noch auf ihrem Auto rumspringt.

Was für ein irrer Film. Sowas habe ich echt noch nicht gesehen. „Fury Road“ ist das ultimative Roadmovie. Hier ist alles in Bewegung, ständig. Es gibt keinen Set, es gibt nur 100 Autos, die durch die namibische Wüste rasen. Die erste Hälfte des Films ist eine Jagd, die zweite ein Rennen. Im Mittelpunkt: Eine großartige Charlize Theron. Als Nebenfigur in seinem eigenen Film: Mad Max, der mal an einen Kühlergrill gefesselt, mal von Frauen verprügelt wird. Der Film wirkt auch deswegen so grandios, weil die apokalyptischen Autos wirklich echt und die Stunts handgemacht sind. Weder Fahrzeuge noch Menschen sind gerendert, hier wird echtes Blech verbeult. Dabei wird viel CGI eingesetzt, aber „nur“ für Colorgrading und um Kameras und Sicherheitskabel raus zu retuschieren. Duch diese „Echtheit“ entwickelt der Film eine brutale Wucht, das Momentum reisst die Zuschauer geradezu mit.

Chappie [DVD]
Johannisburg, 20 Minuten in der Zukunft: Der Gewalt der Straßengangs können nur zweibeinige Roboterpolizisten Einhalt gebieten. Das klappt auch ganz gut, sehr zum Leidwesen von Hugh Jackman, der lieber seinen waffenstarrenden ED-209 einsetzen würde. Er wittert Morgenluft für sein Projekt, als ein Techniker eine neue AI in einen alten Polizeiroboter einbaut und der von einer Bande Krimineller geklaut und „großgezogen“ wird. Als Roboter-AI „Chappie“ erste Überfälle begeht, schmiedet Jackman einen Plan, der die Stadt prompt in Anarchie stürzt.

Uhm, was ist DAS denn? Die Bilder sind toll, die computeranimierten Roboterpolizisten wirken total echt. Im Gegensatz zu den Menschen: Die klischeehaften Charaktere sind allesamt nervige Arschgeigen mit Frisuren, die körperliche Schmerzen verursachen. Die Geschichte hat interessante Ansätze, die aber immer wieder durch ärgerliche Szenen ausgehöhlt werden. Vom Ende wollen wir gar nicht erst sprechen – SPOILER: Die Hauptpersonen sterben, werden aber in Roboterkörper geladen und SIND SUPER HAPPY DAMIT EIN WANDELNDER BLECHHAUFEN ZU SEIN. Bah. Mies, echt. Und wenn in einem Film von Columbia Pictures, die zum Sony-Konzern gehören, in 120 Minuten gefühlt 200 Mal ein Sony Handy/-Notebook/- TV ins Bild gehalten und auf´s Logo gezoomt wird, ist das ärgerlich. Wenn Chappie dann aber mittels eines Technovoodoo-Helms und eines Clusters aus Playstation 4s das Geheimnis des Lebens erhackt, dann möchte man sich nur noch übergeben vor Fremdscham.

Ex Machina
Ahnungsloser Programmierer soll der menschliche Teil eines Turing-Tests sein. Allerdings von einem mit abgewandelten Regeln: Sein Gegenüber ist auf den ersten Blick erkennbar ein Roboterkörper mit einer künstlichen Intelligenz. Überwacht wird der Test vom Erbauer der KI, einem verschrobenen, alkoholsüchtigen Sonderlings, der mitten in Grönland in einem einsamen Hightech-Anwesen hockt und zufällig der Erfinder und Chef von Google ist – oder zumindest einer Firma, die Google darstellen soll. Was als wissenschaftliches Experiment beginnt, nimmt schnell beklemmende Züge an. Irgendwer spielt falsch – die Frage ist nur: Ist es der Sonderling oder die KI?

Der Film wirkt nach, definitiv. In ruhigen Bildern wird die Geschichte wie in einem Kammerspiel erzählt. Die Dynamik, die sich zwischen den Menschen und der Maschine entwickelt, steuert dabei auf eine unaufhaltsame Katastrophe zu – die aber ein ganz unerwartetes Ende mit sich bringt. Absolut sehenswert und definitiv der bessere „Chappie“.

 

Fast & Furious 487
Dom und diese Dings und The Rock sollen irgendwas gegen Statham machen und dann fliegt ein Auto von einem Wolkenkratzer zum anderen.

Ach Gott ja, was soll man dazu sagen? Die fahren halt schon seit 6 Filmteilen Auto, und wenn sie nicht gestorben sind… …oh, Sorry, Paul Walker.

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Spielen:

The Witcher 3: Wild Hunt [PS4]
Geralt von Riva ist ein Witcher, eine Art Ghostbuster-Söldner in einem Fantasy-Setting. Er jagt Monster und Geister gegen Geld. Nachdem er seine Ziehtochter Ciri gefunden hat, hilft er ihr bei der Flucht vor der Wild Hunt, einer Gruppe von furchteinflössenden Geistersoldaten in Skelettrüstungen. Als die beiden nicht mehr weiter flüchten können, beschließt Ciri, dass es an der Zeit ist, zurück zu schlagen.

Unfassbare 125 Stunden habe ich in den letzten Monaten in „Witcher III“ versenkt, bis der Abspann über die Leinwand lief – und dabei habe ich noch nicht mal alle „?“-Orte der Spielwelt erkundet. Ich habe mit den Charakteren gelitten, gelacht und getrauert, habe die Welt erkundet und skurrile Wesen getroffen. Die offene Welt von „Witcher III“ ist die erste, die tatsächlich gut funktioniert. Hier gibt es keine repetetiven Sammelaufgaben oder die immer gleichen Nebenmissionen. Jede Quest, egal ob Hauptstory oder nicht, ist fein ausgearbeitet, interessant, spannend – und sie erzählt eine Geschichte. „Witcher“ ist voll von Geschichten, guten wie schlimmen, aber immer sind sie gut erzählt. Als Spieler ist man Teil dieser Welt: Wie man sich verhält, was man tut, hat direkte Auswirkungen, die zu einem von 32 (!) Enden führen können. Was für ein fantastisches, erwachsenes, lebendiges Spiel voller Liebe.

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Machen:
Gaaanz viel Arbeiten. Wieder auf die Beine kommen. Das ägyptische Museum in Hildesheim besuchen. Über den Herbstmarkt schlendern. Das Musical „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ ansehen. Mit der Hauptdarstellerin essen gehen. 

 

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Neues Spielzeug:

Ein iPhone 6s, löst das (immer noch makellose) 5s ab. Erster Eindruck: Ja, das Ding kann was. Sobald man Touch-ID nur anguckt, ist es entsperrt. Das Display ist ordentlich, und der Druck mit unterschiedlicher Stärke praktisch.

 

 

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. September 2015 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: August 2015

Herr Silencer im August 2015
Immobil.

Wetter: Heiß, über 30 Grad, zumindest die ersten zweieinhalb Wochen. Dann Temperatursturz auf 12 Grad und Herbstwetter, Ende des Monats wieder sonnig und nicht zu heiß bei 25 Grad.
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Lesen:

Jasper Fforde: The Eyre Affair
Thursday Next ist Agentin bei Special Operations, Abteilung 29. Dort kümmert sich die ehemalige Soldatin und Heldin des Krim-Kriegs um Literaturverbrechen. Die Jagd nach gefälschten Shakespeare-Manuskripten in der englischen Provinz ist langweilige Routinearbeit. Das ändert sich, als der Schwerverbrecher Archeron Hades das Buchportal von Thursdays Onkel MyCroft stiehlt. Mit diesem, von Bücherwürmern angetriebenen, Gerät kann man direkt in Geschichten hineinspringen. Thursday Next folgt Hades in das Originalmanuskript von Jane Eyre, was zu einer Katastrophe führt.

Jasper Ffordes erster „Thursday Next“ Roman ist klassische Bildungsbürgerliteratur, der man die Hosen runtergezogen hat und die nun auf Speed über eine Straße torkelt und bei dem Versuch „Stirb Langsam“ zu imitieren von Monty Python über den Haufen gefahren wird. „Die Affäre Jane Eyre“ ist nur eine Fingerübung im Vergleich zu dem, was in den folgenden sechs Bänden der Trilogie passiert. Nichtsdestotrotz ist schon der erste Band ein reines Lesevergnügen, wenn man mit absurden Wortspielen etwas anfangen kann und Spaß an skurrilem Humor hat.

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Hören:

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Sehen:

Drachenzähmen leicht gemacht 2 [DVD]
Einige Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils: Alle Wikinger von Berk reiten mittlerweile auf Drachen, mit denen sie friedlich zusammenleben. Dadurch wird ihre Welt größer, und Häuptlingssohn Hicks entdeckt, dass in der großen, weiten Welt durchaus noch andere Interesse an Drache haben.

DZLG2 ist ein sehr feiner Film, der sich Zeit für seine Charaktere nimmt. Tolle Figuren, anrührende Geschichte, viel intelligente Action. 90 Minuten superfeinste Unterhaltung, die einen mit dem Gefühl entlässt, gerade was Berührendes gesehen zu haben.

Die Reise ins Labyrinth [DVD]
Mit 16 sind alle Teenager egoistisch und hassen die Welt. So auch Sarah, die beim Baysitten so in Rage gerät, dass sie leichtfertig ihren Babybruder verflucht. Der wird prompt von Koboldkönig David Bowie entführt. Sarah bereut den Fluch sofort, aber nun bleiben ihr nur 13 Stunden um ein lebendes Labyrinth zu meistern und ihren Bruder zu retten.

Was für ein fantastisches Abenteuer! In jeder einzelnen Szene steckt mehr Kreativität und Fantasie als in so manchem Film über die ganze Laufzeit. Seien es die sprechenden Hände, die tanzenden Goblins, die putzenden Zwerge – „Labyrinth“ sprotzt die Fantasie aus den Ohren heraus UND hat eine tolle Geschichte und tolle Darsteller. David Bowie als singender Koboldkönig ist gleichermaßen albern (die Socken in der Spandexhose!) wie creepy (das Escher-Labyrinth!), in Jennifer Connellys Augen habe ich mich damals schon verliebt und die Kreaturen sind einfach nur herzallerliebst. Gerade weil hier mit Gummipuppen gefilmt wurde, ist der Film erstaunlich gut gealtert. Der war 1986 toll – und ist es dreißig Jahre später immer noch.

Mission Impossible: Rogue Nation [DVD]
Tom Cruise hüpft total gerne von Sachen runter (Hochhäuser, Hubschrauber, noch höhere Hochhäuser) oder klammert sich an Sachen (Motorräder, Felsen, Züge). Irgendwann sieht sein Arbeitgeber, ein Geheimer Geheimdienst, nicht mehr ein, dass er für all das runterhüpfen und dranklammern zahlen soll, und setzt Cruise vor die Tür. Der zieht sich flugs einen noch geheimeren Geheimdienst als Gegner aus dem Hintern und findet so tolle Sachen zum Dranklammern (Flugzeug), dass er auch ohne Bezahlung oder Auftrag weitermacht.

Tja. Tom Cruise-Filme sind mein Guilty Pleasure. Er arbeitet bei seine Produktionen mit den Besten zusammen und macht stets eine gute Figur. So auch in M:I:V, der zudem mit einem cleveren Gegner, Actionsequenzen und einem weiblichen Lead daherkommt, die es so bislang noch nicht gab. Nicht so over the Top wie der Vorgänger „Phantom Protocol“, in dem Cruise Humor für sich entdeckte, aber gerade dieser Verzicht auf Wiederholung macht den 5 zu einem der wirklich guten Teile der Reihe.

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Spielen:

The Witcher 3: Wild Hunt [PS4]
Geralt von Riva ist ein Witcher, eine Art Ghostbuster-Söldner in einem Fantasy-Setting. Er jagt Monster und Geister, natürlich nur gegen Geld. Im Augenblick ist er jedoch auf der Suche nach seiner Ziehtochter Ciri. Und er ist nicht alleine: Eine Gruppe übernatürlicher Jäger ist der jungen Witcherin auf den Fersen. Die „Wild Hunt“ ist Geralt mehr als einen Schritt voraus und hinterlässt eine Spur der Zerstörung – aber was wollen die überhaupt von Ciri?

Bislang sind die „Witcher“-Rollenspiele an mir vorbeigegangene. Die Welt des Witchers stammt aus einer Serie polnischer Fantasyromane und unterscheidet sich deutlich von Tolkien und Co: Hier ist alles dreckig, die Fantasywelt zerrissen von blutigen Kriegen, die Menschen haben Angst. Wie immer, wenn Menschen Angst haben, blüht Rassismus und Ausgrenzung gegenüber andersartigen. In den größeren Städten der Welt sind Pogrome gegen Magier und Diskriminierung von Elfen an der Tagesordnung. „Witcher“ erzählt diese Geschichten, und noch viele andere. Haupt- und Nebenquests in der offenen Welt sind gleichermaßen mit anspruchsvollen Stories vollgestopft: Häusliche Gewalt, Folgen von Abtreibungen, verstoßene Kinder – die ganze Palette menschlicher Schicksale wird hier durchdekliniert. Dabei fehlen auch politische Machtspiele, Sex und eine Liebesaffaire nicht. Witcher III erzählt erwachsene Geschichten. Ein sehr großes, sehr schönes, sehr gutes Spiel.

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Machen:
Nix, zwangsweise.
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Neues Spielzeug: Eine Menage von Auerhahn.
Bislang kannte und schätzte ich nur die Menage-à-trois, die hat aber normalerweise nicht so viel mit Essen zu tun. Dabei ist eine Menage (à quattre?) eigentlich eine Vorrichtung um Essig & Öl, Salz & Pfeffer zum Salat zu reichen. Diese hier ist von Auerhahn. Habe ich auf Dienstreise in einem Restaurant gesehen und mich spontan reinverliebt. Essig und Öl sind in zwei großen Pipetten. Drückt man oben drauf, tropft unten die Flüssigkeit auf den Salat. Großartig.

  
Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 

Momentaufnahme: Juli 2015

Herr Silencer im Juli 2015
Immobil.

Wetter: Warm, zumindest die ersten drei Wochen. Dann Temperatursturz auf 20 Grad und Regen und Sturm.
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Lesen:

Joschau Sauer: Nicht Lustig 6
Der Titel lügt. Das Buch ist IRRE lustig.

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Hören:

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Sehen:

Jupiter Ascending [Blu-Ray]
Mila Kunis hält eine Klobürste wie einen Staubwedel. Diese ungeschickteste Klofrau der Welt gerät in das Fadenkreuz von Killern, die sich als Außerirdische entpuppen. Die wollen ihr ans Leder, weil ihr die Erde gehört. Zum Glück hilft ihr ein spitzohriger Werwolf-Supersoldat. Zusammen mit dem Möter mischt die intergalaktische Putze ein altes Imperium auf.

Was für ein grandioser Schwachsinn! Was sich die Wachowskis hier zusammenfantasieren ist das Kreativste, was sie seit Matrix abgeliefert haben. Jedes einzelne Actionpiece ist innovativ und erstaunlich in Szene gesetzt. Leider ist die Erzählung episodenhaft, und harte tonale Sprünge von „Star Wars“ nach „Brazil“ dürften nicht jedermanns Sache sein. Außerdem ist er mit drei Stunden zu lang, und Mila Kunis wie immer ein Ärgernis. Dennoch: Ein unterschätzter Film, der zu Unrecht im Kino floppte.

Die Piraten! [Watchever]
Der Piratenkapitän (das IST sein Name) möchte Pirat des Jahres werden. Aber wie soll er nur gegen die wirklich erfolgreichen Piraten wie Entermesser-Liz ankommen? Da trifft er auf einen gewissen Charles Darwin, der ihm den größten Schatz überhaupt verspricht. Dumm nur: Dafür muss der Piratenkapitän samt Schiff, Crew und Dodo nach London, und Königing Viktoria hasst Piraten über alles.

Was die Aardman-Studios („Wallace & Gromit“, „Shaun das Schaf“) hier abgeliefert haben ist der verdammt lustigste Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Dichte an hervorragenden Gags ist enorm hoch. „Die Piraten“ ist das filmgewordene Kind von „Monkey Island“ und den „Fluch der Karibik“-Filmen. Super!

The Dark Knight Returns [Blu-Ray]
Gotham City, 20 Jahr in der Zukunft: Die Superhelden sind vergessene Geschichte, die Kriminalität ist auf einem Allzeithoch, die Politik korrupt und die Bürger lethargisch. Nach einem traumatischen Erlebnis beschliesst ein alter und müde gewordener Bruce Wayne, noch einmal den Mantel der Fledermaus anzulegen, um etwas zu verändern. Die Geschehnisse eskalieren, als die USA in einem nuklearen Winter versinken. Im ganzen Land herrscht Chaos, nur in Gotham hält Batmans Armee die zivile Ordnung aufrecht. Das bringt die Regierung dazu, ihre mächtigste Waffe auf den Vigilanten anzusetzen: Es kommt zum Duell Batman vs. Superman.

Was Frank Miller Mitte der 80er mit dem Graphic Novel „The Dark Knight returns“ ablieferte, ist mit „episch“ noch nicht groß genug beschrieben. Eine kaputte Gesellschaft, nukleare Ängste, ein alter Mann in einer Rüstung… hier ist alles anders als man es aus dem DC-Universum kennt. Der darauf basierende Film ist nicht weniger episch und genauso wenig zimperlich – sowohl Geschichte als auch Darstellung richtet sich definitiv an ein volljähriges Publikum. Der Film kam originär in zwei Teilen heraus, denn eine so riesige Story lässt sich nicht auf 90 Minuten eindampfen. Stattdessen wird auf der BluRay nun in rund 2,5 Stunden eine Geschichte erzählt, an deren Ende eine Ära zu Grabe getragen wird. Nicht ohne vorher Gänzehauterzeugende Dialoge abzufeuern…

„Ich hätte Dich töten können. Ich bin der einzige, der Dich je besiegt hat, Clarke. Ich bin der Mann, dem Du Dein Leben zu verdanken hast. Ich will, dass Du das weißt und jeden Tag daran denkst.“

John Wick [PSN]
Keanu Reeves ist der beste Killer der Welt, im Ruhestand und gerade in Trauer. Dann klaut ihm Theon „Reek“ Greyjoy das Auto, und dann macht es Peng und hört nicht mehr auf.

Keanu Reeves ballert sich durch ca. 587 generische Söldner. Mehr passiert eigentlich nicht. Allerdings ist hier alles sehr präzise auf den Punkt gebracht: Reeves hat ja nur einen GEsichtsausdruck, und um diesen hat man den Film gebaut. Beeindruckende Performance, coole Stunts, eine clandestine wie interessante Gangster-Subkultur mit eigener Infrastruktur, stylistisch in der Folge von Mel Gibsons „Payback“ – nett anzusehen, aber leider auch schnell wieder vergessen.

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Spielen:

Arkham Knight [PS4]
Neun Monate nach den Ereignissen von Arkham City: Der Joker ist tot (und bleibt das auch!), Gotham erholt sich langsam. Da tritt ScareCrow auf den Plan und droht damit, Angsttoxin in der Stadt freizusetzen. Die Einwohner werden evakuiert. Kaum sind alle Zivilisten weg, marschieren schwer bewaffnete Truppen mit Panzern ein. Ihr Anführer nennt sich Arkham Knight, und der hat noch ein ganz persönliches Hühnchen mit Batman zu rupfen. Der rüstet seinerseits auf: Mit einem Panzeranzug und einem Batmobil, das sich in einen Tank verwandeln kannt, räumt er Stück für Stück in den Straßen von Gotham auf. Eine Sisyphusarbeit, wie er bald erkennen muss. Die Konsequenz daraus: Die Legende von Batman muss ein Ende finden.

Lange mussten Fans auf den letzten „Arkham“-Teil von Rocksteady warten. Trotz der mehrfachen Verschiebungen ist leider nicht alles Supi: Gerade die neuen Elemente funktionieren nur so mittel. Der neue Charakter des Arkham Knight telegrafiert schon nach 5 Minuten seine wahre Identität durch, und das Batmobil wird eingangs zu sehr gepusht und fährt sich dann wie eine Wurst auf Rädern. Das ändert aber nichts daran, dass „Arkham Knight“ ein sehr, sehr gutes Spiel ist. Die Story ist lang, dicht und voller Wendungen, die Missionen spannend, und das Ende lässt einen mit offenem Mund und befriedigt zurück. Dabei ist die Spielgrafik auf dem Niveau der Renderfilme der Vorgänger. Nicht mein persönliches „Spiel des Jahres“, wie es die beiden Vorgänger waren, aber ein würdiger Abschluss des Arkham-Universums. Als nächstes dann bitte die Sucide Squad als Spiel, das wird immerhin schon seit 2013 angeteasert.

Arkham Origins: Blackgate [PS Vita]
Ganz zu Beginn von Batmans Karriere: Alarm im Gefängnis von Blackgate, Stromausfall, Meuterei, Superschurken on the Loose. Batman rein, Zack, Aua-Aua.
Was hier als Origin-Spiel für das Playstation-Handheld rauskam, ist ein 2,5 Metroid im Arkham-Universum. Dabei hat es alle Zutaten der „großen“ Ableger: FreeFlow-Kämpfe genauso wie Predator-Szenarien sowie interessante Bosskämpfe und eine halbwegs interessante Story. Damit hätte man ein 3 Stunden langes, wirklich gutes Spiel machen können. Leider ist „Blackgate“ neun Stunden lang, wobei mehr als die Hälfte mit sinnlosem Backtracking durch das Labyrinth des Gefängnisses gefüllt sind. Das verleidet einem, in Kombination mit dem völlig unbalancierten Schwierigkeitsgrad, gründlich die Laune.

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Machen:
OP, Krankenhaus, rumhumpeln.

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Neues Spielzeug:
Neue Handschuhe, Xtrafit von Held. Und ein neues Slingpack, ein Mass Sling von Patagonia. Man muss ja auch an die Zeit nach der Rumhumpelei denken.

xtrafit

patagonia mass sling

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Verfasst von - 29. Juli 2015 in Momentaufnahme

 
 
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