Impressionen

Impressionen eines Wochenendes (29): Wikingerkirche

Viel zu tun gehabt die letzten Wochen, und eigentlich müsste ich auch an diesem Sonntag arbeiten. Als um 07:30 Uhr der Wecker klingelt, gucke ich kurz auf´s Thermometer. Draußen sind 5 Grad. Nee, so nicht. Nochmal kurz umgedreht, Zack, ist´s halb eins. Woah, brauchte ich den Schlaf so nötig? Mist, halber Tag vorbei. Dafür mit 20 Grad warm, und die Sonne scheint.

Ach, komm, was soll´s. Ein Tag Ruhe wird nicht schaden. Also Arbeit Arbeit sein lassen und rauf auf´s Motorrad. Einfach mal so in den Harz gebritzt. Der ist natürlich voller Touristen, aber was soll´s.

Bei Hahnenklee steht eine Stabkirche.

Außen aus norwegischer Lärche, innen aus einheimischer Fichte. Hübsch anzusehen, als hätten die Wikinger sie hier vergessen.

Die kleinen Harzstraßen sind tückisch. Der Straßenbelag ist schlecht, und Kehren tauchen völlig unvermittelt und unausgeschildert auf.

Die Talsperren führen noch Wasser, aber sehr wenig. Bis die wieder mal richtig voll sind, braucht es sicher einige Winter mit ordentlich Schnee.

Beim Torfhaus sieht man, was der Borkenkäfer so angestellt hat. Ganze Täler sind voller toter Bäume. Das bleibt so, weil das hier Naturpark ist. Die Parkverantwortlichen weisen darauf hin, dass der Harz vor 200 Jahren schon einmal komplett kahl war. Damals hat man dann überall diese Fichten-Monokulturen angepflanzt. Nun sterben die Fichten, aber der Wald wird in neuer Form wiederkommen. In hundert Jahren oder so.

Das ärgert jetzt natürlich Waldbesitzer, die ihre Wälder in der Nähe des Borkenkäferschutzparks haben. Und die Einheimischen, die hier vom Tourismus leben. Mit am Lautesten protestiert die Bürgermeisterin von Schierke, aber die hat auch mehrere Ferienwohnungen.

Egal. Goldener September, frische Luft. Osterode, Clausthal-Zellerfeld, Wildemann, Hahnenklee, Goslar, Okertalsperre, Altenburg, Torfhaus, Sankt Andreasberg, Silberhütte, Herzberg. 194 Kilometer. Nette Runde.

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Impressionen (28): Dienstreisen

Beruflich unterwegs, an interessanten Orten mit schlecht maskierten Pferden, Anna und dem Charme der 80er.

Berlin:

Schlecht maskiertes Pferd.

Anna, die Motorradintelligenz, durfte in einem A4 werkeln. Hat sie auch nicht all zu oft, lief aber gut. Sie hat die fette Kiste besser navigiert als der Bordcomputer des Audi. Für mich war es ungewöhnlich, die Stimme meiner virtuellen CoPilotin nicht direkt im Ohr zu haben, sondern sie aus der Konzertsaalgleichen Audioanlage überall um mich rum zu hören.

Rüdesheim. Da war ich zuletzt als ich fünf war. Und es gibt immer noch die gleichen Plastik-Kuckuksuhren zu kaufen! Die Altstadt um die berühmte Drosselgasse ist dabei ganz auf chinesische Besucher eingestellt.

In Heidelberg gibt es das Mathematikon, ein Kaufhaus mit einem Fetisch für Mathematik. An den Wänden stehen Zitate berühmter Mathematiker, auf den Kassenbändern sind Formeln aufgedruckt, und über die Spiegel der Toiletten laufen Textaufgaben. Wie abgefahren ist das denn? Science Rocks!

In Karlsruhe steht ein völlig irres Hotel. Der Besitzer hat quasi einen Straßenblock zusammengekauft und im Inneren eine völlig absurde Mischung aus Vergnügungspark und Müllhalde angelegt. Hölzerne Zirkuspferdchen stehen vor Felsattrappen, in alten Elekroautos sitzen gruselige Rupfenpuppen, überall ragen Türmchen aus dichten Büschen und an einer Stelle schmücken riesige Gesichter die Hauswand. Hier kann man wahlweise in seltsamen Themenzimmern, normalen Hotelzimmern oder „Bungalows“ übernachten. Abgefahren. Unter dem Gelände ist eine riesige Tiefgarage. So riesig, dass man bei den Bauarbeiten dafür in den Kellern der umliegenden Häuser gelandet ist.

Die Bungalowzimmer glänzen mit modernster Unterhaltungselektrik. Die Lautsprecher dafür sind in den Füßen des Doppelbetts.

Das Bundesverfassungsgericht hatte ich mir pompöser vorgestellt. Es ist nur ein zweigeschossiger 60er Jahre Betonbau.

Aber das Karlsruher Schloß ist hübsch.

Ein paar Kilometer westlich, im Schwabenland, gibt man sich dagegen Mühe wirklich allen Klischees gerecht zu werden.

Immerhin gibt es hier skurrile Mischungen aus den 60er-Jahre-Bunkern und windschiefen Fachwerkhäuschen, die direkt daneben stehen.

Ich mag die Mentalität und Sprache der Schwaben nicht, aber das hier macht sie dann doch sympathisch:

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Impressionen eines Wochenendes (27): Wirtshaus im Spessart

Bad Orb ist ein kleines Örtchen, ca. 50 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Frankfurt am Main. Hier beginnt der Spessart, ein kleines Mittelgebirge zwischen Rhön und Odenwald. In Bad Orb scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Rentner watscheln betulich durch den Park, Familien mit Kindern vergnügen sich auf dem Kneipp-Weg. Kurort, eben.

In Bad Orb steht das Helvetia. Das ist nicht das Wirtshaus im Spessart.

Ich komme gerne ins Helvetia, weil die Wirtin nett, das Frühstück gut und der Garten verwunschen ist.

Außerdem kann man sich hier trefflich mit anderen Leuten treffen und zu einem Ausflug in den Spessart starten.


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Impressionen eines Wochenendes (25): Wismar

Was fällt einem zu Wismar ein? Fischbrötchen, vielleicht. Das Folgende aber bestimmt nicht.

Arbeitswochenende in Wismar. Wismar ist eine Hansestadt an der Ostsee, auf halbem Weg zwischen Hamburg und Rostock. Aus irgendwelchen Gründen hält der Zug zwischen Hamburg und Wismar in Bad Kleinen. Das Bad Kleinen mit der RAF-Hinrichtung, wissen schon. Der Zug steht da mindestens eine halbe Stunde rum, manchmal auch eine Stunde. Als Reisender hat man Angst, da nie wieder weg zu kommen.

Wismar selbst ist hübsch und schmuck. Breite Straßen, typisch norddeutsche Backsteinbauten. Zumindest im Stadtzentrum. In der Periphie steht auf der einen Straßenseite Backsteinhäuschen und auf der anderen Plattenbauten. Eine Mischung, die mein Kopf nicht überein bekommt.

Aber wie gesagt, die Innenstadt ist sehr putzig.


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Impressionen eines Wochenendes (23): Oktoberliebe mit Eule, Strunk, Weserbergland, Engelke & Berben

Mein linkes Auge zuckt. Der Rücken so verspannt, das ich mich kaum rühren kann. Lange Arbeitstage, nachts wirre Träume. Ich wusste gar nicht, dass man eine Knirschschiene kaputtbeißen kann, aber das habe ich gerade geschafft.

Ich muss mal raus. Eigentlich stand jetzt am Wochenende Haus- und Blogarbeit an, aber dann kam der Sommer zurück. Sonne, 14 bis 25 Grad, wer kann da widerstehen. Raus, auf´s Motorrad, an Orte, die mir gut tun.

Nach dem ersten Kaffee runter in die Garage. Die ZZR schläft schon den Winterschlaf, aber die V-Strom steht frisch gewartet und vollgetankt da und ist bereit für einen Ausflug.


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Impressionen einer Novemberwoche

Ja, der November ist kalt und grau und nass und doof. Umso mehr ist man verpflichtet sich selbst was Gutes zu tun. In dem man z.B. Herrn Wischmeyer besucht, der einer vollbesetzten Schulaula voller Wohnmbobilbesitzer und ältlicher Jägerzaunfans erzählt, wie spießig und verschroben sie doch sind. Die Texte aus seinem neuen Buch „Vorspeise zum jüngsten Gericht“ waren unterlegt mit netten Bildern und – Drohnenfilmen. Ja, der Herr Wischeimer experimentiert wohl ganz gerne mit Drohnen.

Dienstreise nach Dienstreise… zum Wochenausklang verschlug es mich nach Hamburg.

Am ersten Abend dort muss ich immer zu Soul Kebab am Busbahnhof, einer der besten Dönerteller der Stadt.

Endlich mal einen Changhong in freier Wildbahn gesichtet. „Bits & So“-Hörer werden jetzt wissend grinsen.

Wenn schonmal in Hamburg, dann gleich Kultur gucken. Ich bin ja ein Fan von Musicals, und „König der Löwen“ kannte ich noch nicht. Die beiden Stage Theater liegen mitten im Hafen, dahin kommt man mit einem Shuttle-Boot.

Die Inszenierung war schon sehr beeindruckend, und das die Texte auf Deutsch waren, war gar nicht schlimm. Der Cast bestand nämlich zum großen Teil aus Amerikanern mit sehr, nun, sagen wir: Amerikanischer Aussprache. Bei manchen Darstellern konnte man echt kein Wort verstehen, es klang, als würden sie englisch sprechen. Diese Radebrechen hat mich bei „Starlight Express“ sehr genervt, hier war es mir egal.

Das ist keine Sonne, sondern deren Reflexion in einer Gebäudefassade.

Erstaunlich fand ich übrigens, dass ich sogar im Theater einigen Umsitzenden erklären musste, dass es maximal uncool ist, sich während der Aufführung anzuschreien, um die Musik zu übertönen und die Unterhaltung mit dem Kumpel fortzuführen. Was geht in diesen Leuten vor? „Ich habe 150 Euro für die Karte bezahlt, ich habe mir damit das Recht erworben mich zu benehmen wie ich will“

Die Heimreise erfolgte im Nebel und direkt in einen abgeriegelten Bahnhof. Waren wohl wieder Nazis unterwegs oder Fußballfans oder beides.

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Test & Meinung Kindle Paperwhite

Ich gebe es zu: ICH LIEBE ES ZU LESEN!
Was sich gut trifft, denn in meinem Job muss ich das sehr häufig tun. Auch in meiner Freizeit lese ich gerne. Hey, ich bin der, der in zwei Wochen Urlaub sieben dicke Wälzer durchliest.So nebenbei, während ich eigentlich von morgens bis abends was anderes mache. Allerdings nur, wenn Platz für das Transportmedium der Texte ist. Denn was ich am Lesen nicht mehr mag sind – die Bücher. Hört sich merkwürdig an, aber nicht erst seitdem ich in 2011 gleich zwei Mal umgezogen bin und dabei 30 Kisten mit Büchern und DVDS schleppen musste ist mir aufgefallen, dass die Dinger tierisch (Wohn-)raum wegnehmen, viel wiegen und heute oft (zumindest die letzten Britischen, die ich in der Hand hatte) billig produziert sind. Besonders das Gewichtsproblem ist zuletzt der springende Punkt gewesen. Gerade beim Verreisen mit dem Motorrad zählt jedes Gramm, was dazu führte, dass ich bei meinen letzten Urlaubsfahrten nix zu lesen dabei hatte.

Daher liebäuglte ich schon lange mit einem elektronischem Lesegerät. Ein iPad oder anderer Tabletcomputer kam nicht in Frage. Zum einen sind die Dinger zu schwer, zum anderen brauchen sie ständig Strom. Und zum Dritten: Dort ist die Ablenkung durchs Internet wieder nur einen Klick weit weg.

So dumm sich das anhört: Im letzten Jahr habe ich so viel gelesen wie nie zuvor in meinem Leben, gleichzeitig aber in zwölf Monaten nicht ein Buch durch bekommen, weil ich ständig im Internet auf Nachrichtenseiten, Blogs und Twitter rumlese. Daher wollte ich nun ein Lesegerät, dass mich nicht ablenkt, wirklich nur Text anzeigen kann, klein und leicht ist und eine lange Batterielaufzeit hat.

Als Amazon vor einigen Wochen den Kindle Paperwhite vorstellte, bin ich schwach geworden. Seit heute wird der eReader in Deutschland ausgeliefert, und ich habe als einer der Ersten einen bekommen. Das ist mein erster eReader, weshalb ich keine Vergleiche ziehen und unvorbelastet an die Sache rangehen kann. Unvorbelastet ist übrigens ganz oft der Euphemismus für „habe keinen Bock gehabt zu recherchieren oder mich vorzubereiten“. Hier aber nicht 😉
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Impressionen eines Wochenendes (10): Occupy, Wachtmeister Schnuffel und Caro Emerald

Treppenhaus im Apple Store Frankfurt.

Boy, WAS für ein Wochenende. Innerhalb von 24 Stunden war ich auf der Zeil shoppen, habe mit Bankern in Frankfurt über die Lage Europas diskutiert (in einer Cafébar, aus Versehen und nur ganz kurz), bin in eine „Occupy Frankfurt“-Demo geraten (auch aus Versehen, dafür aber länger und ernsthaft mitgelaufen), habe Jack Skellington und das Alien und fanatische Comicbuchladenbesitzer und Caro Emerald getroffen, mehr über Isländische Architektur und die Frankfurter Normküche und Crisis on Infinite Earth erfahren als ein einzelner Mensch wissen dürfte, DIE Blechtrommel aus Die Blechtrommel gesehen und dann, am nächsten Morgen, Marburg von oben erlebt. Phew. Jetzt bin ich reif für ein Wochenende.

Klick auf Bilder macht selbige groß:

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Impressionen eines Wochenendes (9): Herbst, Halloweenschneemänner und Tad Williams


Ha, gelogen. Das sind gar nicht die Impressionen eines Wochenendes, sondern von zweien! Hier gibt es zwei zum Preis von einem, nur hier und heute, greifen sie zu!

Das vorvergangene Wochenende stand natürlich im Zeichen des neuen Moppeds und der Reise, die zur Überführung notwendig war. Auf dem Weg liefen mir ein paar nette Motive über den Weg, die mit der Kamera im neuen iPhone fotografiert wurden. Erstaunlich ist übrigens, das es vielerorts noch gar nicht herbstlich aussieht. Die Bäume sind noch knackegrün, so als wollten sie damit gegen den verlorenen Sommer antrotzen. Diesen Sommer, den eine meiner Lieblingspostillen nur noch als „längste Herbstferien aller Zeiten“ nennt.

Das vergangene Wochenende war von Außerhausaktivitäten geprägt. Zu Arkham City bin ich nicht gekommen, dafür habe ich interessante Dinge angeguckt. Und der Tad Williams hat mir aus seinem neuen Buch vorgelesen, nachdem er sich beklagt hat, wie schlimm doch die Türen in deutschen ICEs seien. Er wollte die Glastür aufschieben, und als sie sich von allein öffnete, hat er sich vor Schreck die Finger im Türrahmen eingeklemmt. „Und dann stand ich da und mir lief das Blut über die Finger und die Leute aus der ersten Klasse haben mich irritiert angesehen. Die haben bestimmt gedacht: Warum blutet dieser Typ aus der zweiten Klasse unsere erste Klasse-Teppich voll?“

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