kleines gelbes Auto

Endlich wieder auf gewohnt niedrigem Niveau

Das Kleine Gelbe AutoTM existiert noch, und es hat in letzter Zeit einige Abenteuer erlebt. Grund, dem vermutlich letzten Verbrennerauto, dass ich besitzen werde, noch mal ein wenig zu huldigen und die neuesten Werkstattgeschichten aufzuschreiben.

Die Älteren unter der Leserschaft werden sich vielleicht noch an das Kleine Gelbe AutoTM erinnern, dass hier im Blog vor zehn Jahren mal prominent vorkam. Das fahre ich immer noch.

Es ist ein Seat Leon, Baujahr 2001. Früher leuchtete er in einem satten Sonnengelb, heute weißt er mehre Schattierungen von Gelb auf, von fahlem Zitronengelb (Alle Blechteile) bis zu Bananengelb (Plastikteile). Das Auto habe ich 2007 gebraucht gekauft und fahre es immer noch, denn zum einen ist außer dem üblichen Verschleißkram nichts dran, zum anderen wirken andere Autos im Vergleich zu der gelben Kiste… billig.

Es gab immer wieder Phasen, insbesondere wenn das KGA irgendwelche seltsamen Defekte hatte, in denen ich mich nach kleinen, gebrauchten Autos umgeguckt habe. Vor fünf Jahren schon, aber da waren alle Autos furchtbar, und der Gebrauchtmarkt bei Kleinstwagen war leer. So wenig, wie ich Auto fahre, würde mir immerhin ein Ibiza oder ein Clio oder auch ein Fiat 500 völlig reichen. Aber ach, letztlich ließen sich die Wehwechen der gelben Kiste immer recht günstig wieder reparieren, und so bin ich daran hängengeblieben.

In Frankreich.

Die Trennung fällt halt schwer. Aber warum? Ist doch nur ein doofer Seat Leon, die Billigversion eines Uralt-Golf aus dem VW-Konzernbaukasten, oder? Das stimmt so halb. Ja, alles an meinem Leon ist aus dem VW-Baukasten. Vom Golf 4 ist aber nur die Bodengruppe. Das KGA ist nämlich das Modell „Top Sport“, der Vorläufer der Seat Cupras und der heutigen FR-Linie. Im Gegensatz zu den sportlichen Seats, die heute so verkauft werden, war die Top-Sport Linie wesentlich radikaler – aber nur in dem, was UNTER dem Blech steckt.

Von Außen sieht mein Kleines Gelbes AutoTM tatsächlich aus wie ein völlig stinknormales Modell der Leon-Reihe, wie ihn heute noch alte Omas oder junge Leute mit wenig Geld fahren. Keine zusätzliche Lufthutze, keine lustige Rennflagge, kein Namenszusatz, nicht mal ein roter Streifen zeigt an, was in dieser Kiste steckt: Ein waschechter Sportwagen. Ich mag dieses Undestatement.

Lediglich die Buchstabenkombination „20VT“ am Heck verrät, dass das hier keine Omakutsche ist.

Zwischen der Golf-Bodengruppe und der Karosserie von SEAT steckt nämlich die Innenausstattung eines Audi A3 und der Vierzylinder, 20 Ventiler Turbomotor mit 180 PS aus dem Audi TT. Der ist so selten, dass die Auzubis zusammengerufen werden, wenn das Gelbe Auto in die Werkstatt rollt. Dazu kommt noch ein knallhartes Sportfahrwerk, bessere Bremsen, Recaro-Sitze und das Weglassen von allem überflüssigem Schnickschnack. Mein Leon hat keine Klimaanlage, ja nicht mal elektrische Außenspiegel. Das spart Gewicht. Dabei ist in der Summe ein Auto rausgekommen, das völlig abgefahrene Fahrleistungen bringt.

180 PS ist jetzt aber nicht sooo viel, oder? Klar, mittlerweile hat jeder Vertreterpassat doppelt so viel Leistung. Aber der Leon fährt sich halt sportlich. Er hat keinerlei Assistenzssysteme, außer ABS und Traktionskontrolle. Er liegt in den Kurven wie ein Brett und wird immer stabiler, je schneller man fährt. Das, und die tolle Verarbeitung auf Audi-Qualität, macht es mir halt schwer zu wechseln. Zumindest so lange alles in Ordnung ist. Aktuell hat das Gelbe Auto mal wieder ziemlich gelitten.

Winter.

Von der Albtraumepisode mit dem nicht verhinderbaren Auffahrunfall hatte ich ja schon erzählt. Zu dem Zeitpunkt war ein anderer Kampf gerade zu Ende gegangen.

Es begann einen Tag vor Weihnachten im vergangenen Jahr. Vorne rechts brach eine Feder. Ich kannte das schon, im Sommer war eine Feder hinten gebrochen. Also morgens ab zur Werkstatt. Ich rechnete damit, dass die Reperatur einige Werktage dauern würde. Umso erstaunter war ich, als am Abend schon der Anruf kam: „Auto ist fertig, können Sie abholen“. Wollte ich gar nicht glauben, denn der Leon hat ein Spezialfahrwerk, die Federn dafür hat niemand auf Lager. Und tatsächlich, als ich den Hof des Autohauses betrat, sah ich sofort, was hier passiert war: Die hatten die Federn eines normalen Leons verbaut. Resultat: Das Auto lag vorne mindestens 3 Zentimeter höher. Damit stand auch die Front höher als das Heck. Sah aus wie ein Clownsauto.

„Nein, das ist normal so“, sagte der Meister. „Wir haben nach Fahrzeugnummer bestellt, und Ich habe den Farbcode auf den Federn selbst kontrolliert, das sind die richtigen. Aber wir haben auch die Querlenker mitgemacht. Deshalb liegt er in den ersten Tagen etwas höher, das muss sich erst setzen.“

Ich glaubte ihm kein Wort, und natürlich setzte sich da genau gar nichts. Setzen tat nur ich, und zwar den Meister auf den Pott. Gleich Anfang Januar, nachdem er aus dem Weihnachtsurlaub wieder da war.

„Das sind nicht die richtigen Federn“, sagte ich. „Wer sagt das?“, bekam ich zur Antwort. Ruhig bleiben fiel da schwer. Ich schaffte es trotzdem und begründete, dass ich den Wagen schon zwölf Jahre fahren und MERKE, wenn was nicht stimmt. Die neuen Federn waren nicht nur zu lang, sondern auch zu weich. Das merkte ich bei jeder Fahrt, der Wagen liegt scheiße auf der Straße. Nein, das seien die richtigen Federn, meinte der Meister. Farbcode und so. Wenn dem so sei, sagte ich, dann stimme wohl die Qualität nicht, und das sei nicht mein Problem.

Egal was er mir jetzt noch erzählen wollte, ich wollte nur eines hören: Das er die jetzigen Federn gegen Originalteile tauschen würde. Die Preisdifferenz der Teile würde ich bezahlen, die Werkstattkosten nicht. OK, bekam ich zur Antwort, er wollte sich beim Hersteller nach Gutachten erkundigen. Wenn klar wäre, dass die Qualität nicht stimmte, dann würde man die Federn tauschen. Wäre aber bestimmt nicht nötig, weil, so gab er mir indirekt zu verstehen: Ich würde mir das einbilden. Das seien die richtigen Federn. Fahrgestellnummer und Farbcode und so, wissen schon.

Wochenlang zog sich das hin. Es wurde Februar, es wurde März. Mal war der Meister krank, mal hatte der Hersteller noch nicht geantwortet. Mittlerweile zweifelte ich fast an mit selbst. Bildete ich mir das am Ende doch alles nur ein? Ich hatte einen Zollstock in der Tasche und maß die Bauhöhen von Leons, die aber allesamt noch höher lagen als mein Kleines Gelbes AutoTM. Jeden Tag beschäftigte mich das, schlicht auch deshalb, weil mich das alles maßlos ärgerte.

Mitte März setzte ich dann eine Frist von zwei Wochen. Die verstrich, und so bat ich die Besitzer des Autohauses zum Gespräch. Ein Ehepaar, ich kenne die schon ewig. Zum Termin führ ich mit Vokabeln wie „Festellungsgutachten“, die mir meine Anwältin beigebracht hatte. Es war dann aber gar nicht nötig, solche Geschütze aufzufahren.

Als ich das Büro betrat, sah ich auf jedem Bildschirm Querschnitte des Leon-Fahrwerks. Noch bevor ich ein Wort sagen konnte, meinte der mittlerweile fast 70jährige Chef „Wussten Sie, dass es alleine für den Leon 17 verschiedene Federarten gibt? Aber in ihren 20VT, da passt nur eine Sorte.“ Das habe ihm sein Lagerist gesagt. Den Lageristen kenne ich, der ist ein Guter. Und der weiß umgekehrt auch, dass da was dran sein muss, wenn ich sage, das was nicht stimmt. Also hatte der sich auf die Suche gemacht, als er von der Federsache hörte, und, anders als der Meister, auch die Ursache der Probleme gefunden. Wenn man nur nach der Fahrzeugnummer bestellt, bekommt man die verkehrten Federn. Bei meinem Auto muss man zusätzlich noch eine spezielle Kennung aus drei Buchstaben anhängen, DANN bekommt man die richtigen.

Lange Geschichte, kurzer Sinn: Nach drei Monaten Rumärgerei war die Problemlösung dann superschnell gemacht. Mit den Sommerreifen bekam das KGA die richtigen Federn, und liegt seitdem wieder auf gewohnt niedrigem Niveau.

Mit dem fuhr ich vor drei Tagen über die Autobahn. Um das Fahrwerk zu testen, schneller als ich normalerweise unterwegs wäre. Bei Tempo 220 piepte es dann plötzlich: Die Motortemperatur war im roten Bereich, die Nadel stand auf Anschlag. Schnell abgefahren, angehalten, Motor abkühlen lassen. Verdammt, was war das denn? Eine halbe Stunde später Motor angelassen, zwei Kilometer gefahren, wieder überhitzt. Angehalten, zwei Stunden mit offener Haube auf einem Baumarktparkplatz rumgestanden. Dann ganz langsam nach Hause und am nächsten Morgen in die Werkstatt gefahren, jedes Mal wieder Überhitzung.

Ich tippte auf Thermostat, die Werkstatt auf Wasserpumpe. Stellte sich raus: Thermostat wurde vor drei Jahren erneuert, aber die Wasserpumpe noch nie. Bei normalen Seat Leons wird die nach 120.000 Kilometern gewechselt, zusammen mit dem Zahnriemen. Bei dem speziellen 20VT-Motor ist das aber erst bei 180.000 nötig, und die hat der Wagen gerade erst erreicht.

Ich hatte eine Bange Nacht, denn durch die Überhitzung hätte der Zylinderkopf Schaden nehmen können. Dann aber die Entwarnung: Alles OK, Nach Zahnriemen- und Wasserpumpenwechsel lief das Auto wieder. Puh.

Man stelle sich das vor: Ein Teil soll 180.000 Km halten und geht bei 180.184 km kaputt? Gut kalkuliert. Oder Zufall, denn VW hat allen Ernstes Anfang der 2000er Wasserpumpen mit Schaufelrädern aus Kunststoff verbaut. Ein Kunststoffteil auf einer Metallwelle, die sich in der Hitze des Motors ausdehnt und zusammenzieht! Das Resultat war damals: Haufenweise kaputte Wasserpumpem, die nicht mal 50.000 Kilometer hielten. Ist ein Wunder, dass meine so lange hielt.

Als sie dann ihr Leben aushauchte, tat sie das spektakulär, in dem sie in drei Teile zerbrach.

So. Nun läuft die Gelbe Kiste wieder. Irgendwann sind nochmal die Nuffelmuffen an der Hinterachse fällig, aber ansonsten hat sie nichts. Kein Rost, keine verschlissenen Bremsleitungen. Gut, dass die Sitzheizung und der Funkschlüssel gerade ausgfallen sind ist nervig, aber nicht kritisch. Im jetzigen Zustand kommt die Kiste nochmal durch die Hauptuntersuchung. Dann fahre ich den Wagen noch ein wenig, und vielleicht brauche ich mir dann nicht nochmal einen Verbrenner zuzulegen. Wenn die Autoindustrie jetzt wirklich mal Dampf macht, gibt es in zwei Jahren vielleicht sinnvoll bepreiste Brennstofzellenautos.

Träumen wird man ja noch dürfen.

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Zwei weitere Jahre

Werkstatt: „Ihr Auto ist nicht durch die TÜV-Prüfung gekommen“

Ich: 😱

Werkstatt: „Keine Bange. Wir sind dann zur DEKRA gefahren. Hier, Plakette.“

Ich: 😳

Tja. 16 Jahre hat das Kleine Gelbe AutoTM mittlerweile auf dem Buckel, 10 davon in meinem Besitz. Nun sind also mal wieder die Nuffelmuffen an Hinterachse und Querlenker fällig. Trotz des Alters: Ich mag mich von dem Leon 20 VT einfach nicht trennen. Alles, was ich sonst mal probegefahren bin, ist weniger wertig, weniger präzise, weniger auf den Punkt als der gelbe Hot Hatch, der nach den letzteren Reparaturen an Luftmasssenmesser und Lambdasonde wieder rennt wie Pferd.

Das einzige Argument für ein neues Auto wäre geringerer Verbrauch – und da liegen erstaunlicherweise Neuwagen und der 16 Jahre alte Bolide nicht wirklich weit auseinander.

Von daher fahre ich das KGA jetzt, bis auch die DEKRA nicht mehr will. Bis dahin, so hoffe ich, sind Elektroautos in akzeptablen Preisregionen angekommen.

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New Hatch

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So, jetzt wo die Sache mit den Schuhen geklärt wäre, können wir uns einem anderen Fortbewegungsmittel widmen. Damit das hier nicht wirklich noch zum Modeblog verkommt, wird es jetzt dezidiert und ureigenst männlich. Man stelle sich jetzt bitte Benzingeruch in der Luft vor, denn nun geht es um: Autos! Jawoll.

Autos sind ja eigentlich voll unspannend. Müssen halt vier Räder haben und fahren. Meine vier Räder hängen an einem Kleinen Gelben AutoTM, und das kommt leider so langsam in die Jahre. Die Zentralverriegelung funktioniert nicht mehr, durch die Türen dringt seid Jahr und Tag Wasser ein, manchmal lässt sich der Kofferraum tagelang nicht öffnen, die Frontscheibe pfeift. Das neueste Ungemach ist ein Scheibenwischer, der sich nur noch in Zeitlupe bewegt, weil sich das Metallgestänge in die Alubuchsen eingearbeitet hat.

Wenn Sie auf diesem Bild ZWEI gelbe Autos sehen, sollten Sie ihrne Optiker kontaktieren.

Wenn Sie auf diesem Bild ZWEI gelbe Autos sehen, sollten Sie ihren Optiker kontaktieren.

Ein Jahr TÜV hat das Kleine Gelbe AutoTM noch, und bis dahin muss ein Nachfolger her, denn ganz ohne Auto geht es hier auf dem Dorf halt nicht. Ehrlich gesagt habe ich kaum Lust mich damit zu beschäftigen – aber es muss sein, das KGATM hat schon 14 Jahre auf dem Buckel, sieben davon in meinem Besitz. Auch der Nachfolger sollte auch ein Gebrauchter sein. Bei dem Wertverlust in den ersten vier Jahren lohnt sich ein Neuer nicht, und außerdem kenne ich mein Glück: Wenn ich mir ein neues Auto kaufe, sind am nächsten Tag die fossilen Brennstoffe alle. Nee, nee, so nicht.

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Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Da ich einen großen Penis habe und nicht kompensieren muss, kann es ein kleines Auto sein. Möglichst sparsam, ich bin hauptsächlich allein und in der Stadt unterwegs. Da ich gelegentlich auch mal Autobahn fahren muss, sollte es nicht in der Microklasse von Smart und Aygo sein, sondern eins drüber. Ganz doof aussehen sollte es nach Möglichkeit auch nicht.

Damit, man glaubt es nicht, habe ich bereits Anforderungen definiert, die kaum ein Wagen sinnvoll umsetzt.

Ich hätte es ja echt nicht gedacht, aber anscheinend haben die Automobilhersteller die letzten 15 Jahre mit dem Kopf im eigenen Rektum verbracht.

1. Verbrauch.
Während das Öl immer knapper wird, bauen die kleine Autos, die Verbräuche jenseits von gut und böse haben. Vielleicht sind die Motoren effizienter geworden, aber das wird wieder aufgefressen, weil die Autos mehr wiegen – neben der Sicherheitstechnik braucht ja jede kleine Kasperbude heute drei Klimanlagen und Gedöns. Kleinwagen von der Größe eines Polo verbrauchen immer noch 6 bis 9 Liter. Das ist Inakzeptabel. Früher war immer die Rede vom DreiLiterAuto. Wo ist das? Nicht in Sicht. Stattdessen verbrauchen die Kisten heute immer noch genauso viel wie mein jetziges Auto, und das ist 15 Jahre alt.

2. Aussehen
Alles, was in den letzten 10 Jahren rausgekommen ist, sieht furchtbar und gleich aus, vieles sogar ausgesprochen peinlich. Da gefällt mir exakt gar nichts. Man merkt halt einfach, dass alle Hersteller die gleiche Bezier-Software zur Gestaltung der Karosserien verwenden. Was natürlich keine Entschuldigung für einen Fiat Multipla ist, aber wie der passieren konnte, weiß ja eh niemand.

Es gibt noch ein drittes Problem, aber das liegt nicht bei den Autoherstellern, sondern bei mir. Ich bin nämlich verwöhnt. Das Kleine Gelbe AutoTM ist das, was die Engländer gerne als Hot Hatch bezeichnen. Eine Kiste, die nach Serie aussieht, aber deutlich anderes unter der Haube hat.

Seat Leon 20V Turbo, der BMW-Killer. Bildquelle: Nicht von mir.

Seat Leon 20V Turbo, der BMW-Killer. Bildquelle: Nicht von mir.

Das KGA ist ein Seat Leon. Der Spanier kommt aus dem VW-Baukasten, ist aber eine ganz besondere Zusammenstellung. Er basiert auf der Bodengruppe des VW Golf IV, die wertige Innenausstattung mit guten Sitzen kommt vom Audi A3, und das Fahrwerk und der Motor von einem Audi TT für Fortgeschrittene: Ein turbobeatmeter Zwanzigventiler mit 180 PS, der das Gelbe Dings in 7,7 Sekunden auf 100 bringt und eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Km/h bringt. Der Leon 20VT „Top Sport“ ist so selten, dass die Lehrlinge zum Anschauungsunterricht zusammengerufen werden, wenn der Wagen in die Werkstatt rollt. Um Gewicht zu sparen, verfügt der Wagen dafür über keinerlei Extras, sieht man von einer Sitzheizung ab. Keine Klimaanlage, kein Bordcomputer, nicht mal elektrisch einstellbare Außenspiegel. Das spart Gewicht.

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Diese Hot Hatch-Austattung sorgt dafür, dass das Kleine Gelbe AutoTM bis auf die geringere Bodenfreiheit aussieht wie ein Serienfahrzeug mit 60 PS, aber so unglaublich viel Leistung freisetzen kann, das 90 Prozent aller Spinner auf der Autobahn nur noch die Rücklichter sehen. Ich fahre meistens zügig, aber sinnig. Aber wenn ich mal mehr Leistung will, kommt die sofort – Der Wagen hängt am Gas und explodiert förmlich, wenn man das Pedal durchtritt. Dabei liegt der Wagen wie ein Brett auf der Straße und wird immer ruhiger, je schneller er fährt. Da wackelt und klappert nichts, weder im Innenraum noch sonstwo. Noch schneller als er beschleunigt steht er auch wieder: Die Bremsen des Leons sind griffig, ein Tipp und die Kiste steht. Wenn ich mal andere Wagen fahre, bin ich immer wieder überrascht was für lange Wege die Bremspedale haben und wie gering die Bremsleistung ist.

Das hat nun leider echt dazu geführt, dass ich so schäbig verarbeitete und untermotorisierte Autochen nicht mehr ertrage. Ein 55 PS Seat IBIZA der Einstiegsklasse klappert, wackelt, fällt gefühlt in Kurven fast um und braucht ewig, um in den Quark zu kommen und noch ewiger zum Bremsen. Damit sind wir also bei Problem drei und vier:

3. Verarbeitung
Was viele Hersteller im Kleinwagensegment zusammenpfriemeln ist eine ziemlich Unverschämtheit. Viel Mühe geben sich z.B. die Koreaner, aber was bei Opel, Seat, Skoda und Konsorten angeboten wird, ist in Punkto Qualität und Schalldämmung auf einem Niveau mit einem Trabant.

4. Leistung in Relation
Hey, ich habe nichts gegen wenig PS. Mein Golf I hatte auch nur 55 PS, aber die Kiste wog auch nur 800 Kilo und war daher sehr agil. Heute sind nahezu alle Autos irrsinnig schwer und die Einstiegsklasse im Verhältnis untermotorisiert – und trotzdem sind die Verbräuche zu hoch. Muss man auch erstmal hinkriegen, so eine Fehlkonstruktion.

Wir fassen zusammen: Ein neues Auto wird in absehbarer Zeit gebraucht, und überraschenderweise gibt es wenige Wagen, die meinen ästhetischen und ökonomischen Ansprüchen gerecht werden. Dennoch: Die Suche beginnt jetzt. Und wenn ich mir ansehe, was so an rotnasigem Verkaufspersonal in Autohäusern unterwegs ist, dann wird da noch der ein oder andere lustige Artikel bei rausspringen.

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Kenngezeichnet

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Endlich trägt das Kleine Gelbe AutoTM das Kennzeichen von Götham City. Das war bislang nicht so, aus historischen Gründen fuhr es immer mit einem NOM herum. NOM steht für Northeim. Das Kennzeichen war immer eine gute Tarnung: Ein Northeimer hackt dem anderen kein Auge aus, und mit einem NOM auf dem Nummernschild konnte ich in Northeim wenigstens ohne Sorge an einer roten Ampel anhalten. Leute mit auswärtigem Kennzeichen hören dann oft das Sirren eine Pressluftschraubers, und wenn die Ampel wieder grün wird, sind die Räder verschwunden. Ein NOM bezeichnet übrigens zugleich die kleinste Einheit fahrerischen Könnens. Das heißt aber nicht, dass die Northeimer die schlimmsten aller Autofahrer sind. Ein EIC entspricht 0,25 NOM, und ESW lässt sich nur noch in MilliNOM angeben.

Wie auch immer, zukünftig segeln wir also unter „Gö“-Flagge. Und das ist gut so, denn das neue Kennzeichen zeigt auch an, dass der Wagen jetzt endlich nur auf mich zugelassen ist – das war bislang, ebenfalls aus historischen Gründen, zumindest auf dem Papier anders und hat in letzter Zeit für, äh, familiäre Dialoge gesorgt. Muss ja nicht erst zum Streit eskalieren.

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Durchbescheuert

„Sehen´se, hier, da ist ein Riss, da ist das durchgescheuert“, sagt der Werkstattmeister und hält mir eine kleine Tülle hin. Die ist nur ein paar Zentimeter lang, aus schwarzem Plastik und geformt wie ein kleines Rohr, das an einem Ende etwas dünner ist.
„Wo, hier?“, frage ich. „Ja, genau“, strahlt der Meister. Ich kenne den noch nicht, der ist neu, aber ich mag ihn schon jetzt nicht. Er hat etwas seltsames ans sich, irgendwie… fischig.

Ich sehe mir die Tülle genau an. „Das ist kein Riss“, sage ich dann, „Das ist die Seriennummer“.
Der Meister setzt die Brille auf und guckt noch mal genauer hin. „Auch nee, HIER, da, da ist der Riss“, sagt er dann und deutet auf eine andere Stelle. Ich nehme ihm die Tülle aus der Hand und sehe mir die neue Stelle an. Das Ding ist aus hartem Plastik, da ist nichts durchgescheuert. „Das ist ein Gußgrat, kein Riss“, brumme ich verdrießlich.
Wieder guckt der Meister verwirrt. „Aber das ist undicht, auf jeden Fall, durchgescheuert, jawoll!“
Ich sehe ihm fest in die Augen, dann stecke ich mir die Tülle mit einem Ende zwischen die Lippen, halte das andere Ende zu und blase kräftig hinein. Es entweicht keine Luft. Der Meister guckt meine dicken Backen an und guckt dann zu Boden, wringt die Hände und sagt „Aber auf jeden Fall war das undicht und jetzt ist es dicht. Macht 65 Euro.“

Ich atme tief durch. Die Tülle ist Bestandteil des Scheibenwaschsystems des Kleinen Gelben AutosTM. Das verlor in den letzten Tagen Wischwasser. Und zwar exakt nachdem die Werkstatt einen „durchgescheuerten Schlauch“ der Scheinwerferreinigung ersetzt hat. Die ging nämlich angeblich nicht. OK, das kann passieren, Schläuche können durchscheuern. Deshalb hatte ich mir auch vergangene Woche keine Gedanken gemacht, als die Werkstatt das festgestellt hatte. Wurde halt repariert und fertig. Ich benutze die Scheinwerferwaschanlage nie, aber für die Hauptuntersuchung muss das Ding halt funktionieren.

NUR: Als ich dann das Leck feststellte und nochmal in die Werkstatt kam, sagte der Techniker, der vergangene Woche am Wagen gearbeitet hatte: „Ach ja, an den erinnere ich mich… Die ganze Anlage ging nicht, und bis zum Ende habe ich die nicht repariert bekommen.“ Die Aussage passte schon mal gar nicht zum Betrag, der auf meiner Rechnung aufgeführt war. Was der Techniker nicht wusste: Bei dänischen Autos, und so eines ist das KGA, brennt das Abblendlicht IMMER. Es hat trotzdem einen An-/Aus-Schalter fürs Licht, der weitgehend nutzlos ist. Das Licht lässt sich darüber nicht regeln, aber die Waschanlage der Scheinwerfer funktioniert nur, wenn der eigentlich unnütze Lichtschalter von 0 auf 1 gedreht wird.

Vermutlich ist folgendes passiert: TÜV-Prüfer macht Auto an, testet Licht, testet Scheinwerferwaschanlage. Die geht nicht, weil der Lichtschalter auf 0 steht. Das merkt aber keiner, weil das Licht ja an ist. Der Techniker sucht stundenlang nach einem Fehler. Der Meister merkt dann, was eigentlich wirklich los ist, und schreibt – als Kompensation für die mit der Suche nach einem vermeintlichen Fehler verplemperte Arbeitszeit- irgendwas mit durchgescheuerten Schläuchen auf den Stundenzettel. Bei der Fehlersuche wurde aber was anderes beschädigt, weshalb der Wagen nun Wischwasser verlor. Ich halte diese Theorie für plausibel, dummerweise kann ich sie nicht belegen.

„Neinnein“, sagt der Meister. „So war das nicht, das war wirklich alles durchgescheuert und hat gar nichts miteinander zu tun. Nein, Gewährleistung kann das deshalb gar nicht sein.“

HmHm. Meine Fresse. Die Besitzer des Autohauses ganz liebe Leute, jeder einzelne Techniker ist fähig, aber in der Summe schaffen sie es immer wieder zu verkacken. Man erinnere sich nur an die Scheibe, die ersetzt werden sollte. Das endete damit, dass das Dach neu lackiert werden musste und die neue Scheibe pfeift noch heute. Oder die Türen, die schon drei Mal abgedichtet wurden und die immer noch Wasser ins Innere lassen. Und mit diesem irgendwie fischigen neuen Meister…. wird es vielleicht Zeit, sich eine neue Werkstatt des Vertrauens zu suchen.

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Ey man, wo is mein Auto?

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Aus der Kategorie: Fragen, die ich mir nie stellen muss.
Gelb ist toll. Wenn nur nicht immer die kurzsichtigen Rentner versuchen würden, Briefe einzuwerfen.

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Schneetanz

Was für ein Gegensatz: Anfang der Woche bin ich noch mit offenem Hemd bei 30 Grad durch die staubigen Strassen Livornos gewandert, heute tanzen Schneeflocken vor dem Fenster des Arbeitszimmers herum.

Gutes Timing, dass das Kleine Gelbe AutoTM unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Italien neue Winterreifen bekommen hat. Die alten wären von der Profiltiefe her noch gut gewesen, aber ich wollte mit denen nicht mehr fahren. Vermutlich waren die einfach ausgehärtet. Bei Nässe driftete der Wagen in scharfen Kurven sofort, und auf Schnee waren die Fahreigenschaften äußerst gemischt. Keine Ahnung wie alt die waren, hatte ich noch vom Vorbesitzer übernommen.

Deshalb hatte ich nach dem letzten Winter den Vorsatz gefasst neue Winterreifen anzuschaffen. Die wurden schon vor zwei Monaten bestellt und jetzt aufgezogen. Auch der Kaufzeitpunkt war gutes Timing, denn die Continental Wintercontact 850 TS, die ich mir ausgesucht hatte, sind, kurz nachdem ich sie gekauft hatte, Testsieger beim ADAC geworden und waren unmittelbar darauf in der Größe, die ich wollte, schon ausverkauft.

Bei der Reifenumziehaktion wurde der Wagen dann auch gleich mal vermessen, weil die letzen Reifen einen Sägezahn aufwiesen. So nennt man ein unregelmäßiges Verschleißbild, dass das Rad huppeln lässt und das mich beinahe in den Wahnsinn getrieben hat. Beim Vermessen kam dann raus, dass ein Hinterrad aus der Spur steht. Kann man dooferweise nicht einstellen, nur die Achse austauschen. Tja, dann bleibt das halt jetzt so. Lieber öfter mal (= alle 5 Jahre) einen neuen Reifen kaufen, als jetzt 1.200 Euro in eine Achse investieren.

Der ganze Winterreifenkram war schon teuer genug, aber ich bin trotzdem zufrieden – auch, wenn es mir keinen Spass macht und es generell unbefriedigend ist, so viel Geld nur für die Erhaltung des Status Quo auszugeben. Aber jetzt kann der Winter kommen, wenn er denn unbedingt will, denke ich und gucke von meinem Schreibtisch aus dem Tanz der Schneeflocken zu.

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Original und Fälschung

Ich traute meinen Augen kaum: ZWEI Kleine Gelbe AutosTM nebeneinander. Aber natürlich kann es nur eines geben!

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Requiem für Nuffelmuffen

„Dann wollen wir mal. Also.“

Herr Südmann rückt seine Lesebrille zurecht und starrt angestrengt auf das Blatt vor ihm. Ich hocke derweil auf dem Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch und weiß schon, was jetzt kommt. Bedeutungsschwanger und langsam, voller Ernst und als rezitiere er ein Requiem, beginnt Südmann zu lesen.

„Da haben wir: drei Unterlegscheiben zu je 17 Cent. Drei Schrauben, 8 mal 1,4, Sechskant Hohlimbus, Edelstahl verzinkt, zu je 68 Cent, macht zusammen…“

Herr Südmann sieht er aus wie ein freundlicher Landwirt. Laut Meisterbrief an der Wand ist er 61 Jahre alt. Herr Südmann ist der Chef des gleichnamigen Autohauses. Eine nette kleine Vertragswerkstatt, in der Lagerist Kalinowski und Werkstattmeister Robart die ganze Bude schmeißen. Die beiden versuchen ihren Chef aus dem Tagesgeschäft rauszuhalten, denn wo Herr Südmann auftaucht, verbreitet er auf eine liebenswürdig-hilflose Art Chaos. Er scheint schlichtweg überhaupt nicht zu wissen was um ihn herum passiert, und wenn er nicht gerade von seinen Untergebenen mit so wichtigen Aufgaben wie „Fahrzeugschein zur Dekra bringen“ ausgelastet wurde, versucht er anderweitig zu helfen. Das endet meist in Loriothaften Vorstellungen.

„… Dichtungen, 50mm, Papier und 50mm, Gummi. Dann 4,5 Liter Öl, 15 W 40. Wischwaschmittel, 6 Liter….“

Loriothafte Vorstellungen, so wie jetzt. Weil Kalinowski und die Sexbombe vom Empfang schon im Feierabend sind und Robart auf Weiterbildung, macht Südmann die Endbesprechung mit mir. Und besteht darauf, wirklich jede Position der Rechnung vorzulesen und zu erläutern. Echt, keine Ahnung wie Südmann zu seinem Geschäft gekommen ist.

„…und einen neuen Ölfilter, der Luftfilter wurde erneuert, dafür brauchten wir dann so Befestigungsmaterial, vier 18er Klemmschellen. Ist ja so kompliziert bei ihrem Wagen, da muss man ja dieses Dings, diese Luftbrücke vom Turbolader für abmachen. Moment, heisst das Luftbrücke? Oder war Luftbrücke das in Berlin und das im Auto heisst anders?“

Ich zucke mit den Schultern. Mich interessiert nur die Stelle der Rechnung, wo „Gesamtsumme“ steht. Bzw. die Zahl dahinter. Ich befürchte das Schlimmste: Hauptuntersuchung, Abgasuntersuchung. Dazu eine Große Inspektion. Neue Vorderreifen. Ausserdem ist die Nuffelmuffe, also diese Manschette an der Antriebsachse, so kaputt, dass das Radlager Geräusche macht wie ein Affe auf dem Schleifstein („Schlapp-Ugh-Quieck“). Ausserdem klappert der Auspuff. Tja, das Kleine Gelbe AutoTM ist nun auch schon zehn Jahre alt. Aber es läuft wie Sau und ist zuverlässig, darum hege ich gar keine Ambitionen es gegen was anderes einzutauschen. Wenn nur diese Nuffelmuffensache jetzt nicht so teuer wird…

„…Bremsflüssigkeit musste gewechselt werden, dann steht hier noch so Bremsenreiniger drauf, da weiß ich jetzt gar nicht was das ist. Muss ich mal fragen, ruf ich sie dann an wenn ich das weiß. Und dann noch Gebühr für TÜV, aber die heißen ja jetzt auch Dekra, haha, und hier noch eine Auslage…“

Andererseits: In den Jahren davor habe ich quasi nichts in das Auto investieren müssen. Und was hat es in den letzten 12 Monaten nicht alles mitgemacht: Ein irre harter und langer Winter. Fahrten über verschneite Pässe. Eisregen. Danach Fahrten durch die Camargue. Kurverei durch winziger Bergstädte und durch Saint Tropez. Sogar über die weltberühmte Croisette in Cannes ist das Kleine Gelbe AutoTM gerollt. dann hat es zwei Umzüge mitgemacht. Insgesamt ist es in den letzten 12 Monaten 30.000 Kilometer gelaufen, so viel wie sonst in 3 Jahren. Alles ohne Mucken. Da darf dann auch mal die Inspektion was kosten. Hoffentlich haben die nicht zu viel gefunden. Und hoffentlich war die Nuffelmuffe nicht so teuer.

„Macht zusammen: das hier“

Verschämt und mit Trauermiene reicht mir Herr Südmann die Rechnung. Mein Herz macht einen Sprung. Ich bin Fassungslos.

„So wenig?“ stammele ich. Südmann strahlt. Was da hinter „Gesamt“ steht ist gerade mal die Hälfte von dem, was ich befürchtet hatte. Ich habe schlagartig gute Laune und möchte Herrn Südmann umarmen. Mein Wägelchen ist durch den TÜV, nichts ist groß kaputt und ich bin nicht pleite! Da fällt mir auf, das auf der Rechnung was fehlt.

„Und was ist mit den Nuffelmuffen?“, frage ich.
„Die Nuffelmuffen?“, fragt Südmann.
„Die Nuffelmuffen“, bestätige ich.
„Die sind kaputt, die Nuffelmuffen.“
„Das WEISS ich.“
„Da fällt schon das Fett raus“, sagt Südmann und ringt seine fleischigen Finger.
„Auch das weiß ich, ich habe mir das zusammen mit Meister Robart angeguckt.“
„Sollten wir das machen? Vielleicht kann man da noch bis zum Frühjahr mit warten oder so, wenn sie nicht zu viel fahren…“
„Ich würde das schon besser finden, bevor das Radlager hin ist. Und die Reifen? Die stehen hier auch nicht drauf.“
„Ja, also, die Reifen“, Südmann wirkt als suche er etwas, hinter dem er sich verstecken kann, „Die Reifen… die gibt es nicht mehr. Und den Nachfolger gibt es erst nächstes Jahr wieder. Aber ihr Profil, also das von den Reifen, das ist noch gut, also, das reicht noch.“

Um es an dieser Stelle abzukürzen: Herr Südmann ist vermutlich der schlechteste Verkäufer der Welt und kann froh sein, kompetente Mitarbeiter zu haben, die seinen Laden schmeißen. Er selbst würde den Kunden vermutlich nur alles ausreden.

Die Nuffelmuffen wurden dann doch noch gemacht, gleich am nächsten Tag. Zusammen mit dem klappernden Auspuffblechen.
Und ich werde mich jetzt bis zum Monatsende von Nudeln mit Maggi ernähren. Den billigen.

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Irgendwie hat so ein Moment ja schon ein wenig Magie:

Herzlichen Glückwunsch, Kleines Gelbes AutoTM!

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Aufgerüstet

Das Kleine Gelbe AutoTM war ja noch nie schlecht ausgestattet, aber für die kommenden Abenteuer musste gerade noch ein wenig zusätzliche Ausrüstung an Bord genommen werden:
– Abtropfschale
– Wasserdichte Kofferraumauskleidung
– Große Schneeschippe
– Klappspaten
– Teleskopfeger mit Metallschaber
– 2 Reserveeiskratzer
– Zusätzliche Warnwesten
– Mehrere Foliendecken
– 3 kg Streusalz
– 5 kg Streugranulat
– Luftentfeuchter
– Schneeketten
– Stulpenhandschuhe für Aufziehen der Ketten
– Kleines Brecheisen
– Rubbelschwamm gegen Innenvereisung

Jetzt kann´s losgehen.

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Gegen die Wand

Kurz vor dem Ziel muss man ganz besonders aufpassen. Das letzte Stück der Reise ist IMMER das gefährliste. Manchmal sind es sogar noch die letzten Zentimeter, die sich als heimtückisch herausstellen.

Anscheinend war ich nicht der einzige, der einen Abdruck seines Kennzeichens in der Wand hinterlassen hat.

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Verrückte unterwegs

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Und dann war da noch: Der Opa auf dem Rewe Parkplatz. Der mir nach dem ordnungsgemäßen Abstellen des KleinenGelbenAutosTM hinterher gehumpelt kam und kund tat „Das ist ja gerade nochmal gutgegangen! Aber das nächste mal setzen sie den Fahrtrichtungsanzeiger, sonst zeige ich sie an!“.

My Ass, erstaunlich, wie gnädig und nachsichtig unsere Mitbürger doch sind. Ebenso erstaunlich: die geradezu übermenschlichen Reflexe, die der gute man an den Tag legte, als ich in ca. 3 Meter Entfernung im Schritttempo vorbeifuhr. Da habe ich echt mehr Glück als Verstand gehabt, das er mir im letzten Moment aus dem Weg springen konnte.

Nicht unwesentlich besser ist die Situation als Fußgänger: Der Autofahrer, der mir „WAS WAR DENN DAS?!“ hinterherbrüllte. Ja, was war denn das? Das war mein reflexhaft herausgeschnellter Mittelfinger, der eine angemessene Reaktion auf eine überdramatische Vollbremsung und das wilde Rumgehupe darstellte. „WAS WAR DENN DAS?!“ Ja, das war ein ca. Mittfünfziger, der schlicht nicht in der Lage war, das große, gelbe „Achtung“ Fußgänger!“-Signal zu sehen und zu begreifen, dass sowohl er als auch ich grün hatten und der dann, nachdem er den Fußgänger fast überfahren hatte, die Frechheit besass mitten auf der Kreuzung anzuhalten, das Fenster runterzukurbeln und rumzubrüllen.

Was mich im Nachhinein ärgert: Er glaubt echt im Recht zu sein, weil er es nicht gerafft hat – und hatte mit einem gebrüllten „Lebensmüder Vollltrottel“ sogar das letzte Wort. Aber 1. Bin ich in solchen Situationen selten Schlagfertig und 2. Muss ich ja wohl dankbar sein, dass er nicht an der nächsten Ampel umgekehrt ist, die Bullen gerufen und mich wegen Ehrverletzung oder sowas verklagt hat.

Langer Post, kurz zusammengefasst: Heute waren nur Wichser unterwegs.

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Im Trockendock

So, beim Kleinen Gelben AutoTM wurden die Trägheitsdämpfer neu eingestellt, das Stasisfeld kalibiriert, das Deuterium aufgefüllt, die sonischen Kopplungen ausgetauscht, das Unwahrscheinlichkeitsfeld justiert und der verchromte Knopf am Armaturenbrett, von dem keiner weiß wozu er gut ist, poliert.

Darauf eine HU-Plakette! Aber keine mehr für die Abgasuntersuchung. Die AU darf man zwar noch bezahlen, aber eine Plakette gibt es dafür nicht mehr. Mein Vorschlag: den freigewordenen Platz auf dem vorderen Nummernschild könnte man prima für dieses Umweltplakettenvieh verwenden. Das stört mich an der Frontscheibe doch ganz gewaltig. Weshalb ich meine Umweltplakette hinter der Sonnenblende verwahre und nur auf Verlangen vorzeige.

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Knrz-Hmpf-Uff

Zu Hause. Endlich.
Auf den letzten Metern fast noch gescheitert. Im Parkhaus am Bahnhof wird renoviert. Die Ausfahrt führt jetzt über die Rampen, die normalerweise getrennt für Auf- und Abfahrt sind, sprich: Die direkt nebeneinander liegen.

Die Bauarbeiter haben einen hübschen Weg abgeklebt, den man fahren soll. Sieht gut aus, ist aber unrealistisch: KEIN existierendes Seienfahrzeug hat einen SO engen Wendekreis. Um um die Kurve zu kommen, muss man noch einmal zurücksetzen. Dummerweise hat das der Passatfahrer hinter mir nicht gerafft. Und der BMW hinter ihm auch nicht. Uns so standen wir da. Der Passat, der BMW und das Kleine Gelbe AutoTM und konnten weder vor noch zurück.

Für heute freue ich mich nur noch auf eine Dusche und dann BETT. Reisen kann anstrengend sein.
Wann wird eigentlich das Beamen erfunden? Ach, erst im 23. Jahrhundert? Schade, das es jetzt erst Viertel vor Zehn ist. Gute Nacht.

Kategorien: Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto, Reisen | 3 Kommentare

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