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Kradtour Ost

Wer schon Entzugserscheinungen hat, weil das Reisetagbuch noch Pause macht: Das Kradblatt 10/21 bringt auf neun Seiten die Osttour ins Riesengebirge. Sehr schön layoutet und in fokussierterer Form als hier im Blog.

Das Kradblatt liegt kostenlos an über 500 Orten in Papier aus, man kann es aber auch online unter Kradblatt.de oder in der iOS- oder der Android-App lesen.

Wer gerne die Langfassung lesen möchte, inkl. einer Pre- und einer Posttour: Die gibt es unter den folgenden Einträgen.

Juni/Juli: Osttour mit dem Motorrad

Kategorien: Meta, Motorrad, Reisen | 4 Kommentare

Wie ich auf Reisen blogge

Julia von Mädchenmotorrad hat vor einiger Zeit darüber geschrieben, wie sie von unterwegs bloggt und welche Technik sie dafür nutzt. Im Nachgang wurde ich gefragt, wie ich das eigentlich handhabe. Ich hatte dann versprochen darüber zu schreiben, und obwohl es ein wenig gedauert hat: Hier ist der Post dazu!

Vorab: Julia macht quasi Liveblogging von unterwegs und veröffentlicht jeden Abend einen Eintrag über die aktuellen Erlebnisse des Tages. Damit ist sie die totale Ausnahme und ich bin immer wieder erstaunt und überrascht, in welch hoher Qualität sie es schafft, wirklich jeden Abend von ihren Touren zu berichten.

Ich reiseblogge tatsächlich ganz anders. Das Format des „Reisetagebuchs“, so wie es hier im Blog stattfindet, hat meist einen zeitlichen Nachlauf von einigen Wochen oder Monaten. Das gibt mir die Zeit über ein paar Sachen zu reflektieren, mich zu Dingen, die mir unterwegs aufgefallen sind, nachträglich schlau zu machen, und es eröffnet eine andere Perspektive. Manchmal gibt es nämlich Zusammenhänge über mehrere Tage oder verschiedene Personen oder über Ereignisse hinweg, die einem erst in der Gesamtrückschau auffallen und die man dann ganz anders herausarbeiten kann.

Das Rohmaterial für das Reisetagebuch entsteht jeweils am Abend oder in der Nacht nach einem Urlaubstag. Jeden Abend setze ich mich hin und schreibe auf, was mir frisch im Gedächtnis ist.

Manchmal sind die abendlichen Blogarbeitsplätze sehr schön und bequem….

…und manchmal nicht:

Grundgerüst für den ersten Textentwurf ist meist die Chronologie des Tages, also „Was ist in welcher Reihenfolge passiert“ angereichert um „Wie fühlte ich mich dabei“. Denn das Reisetagebuch ist eines ganz bestimmt nicht: Neutral. Alles was da drin steht ist immer vorgeprägt durch meine Sichtweise, meine Haltung und natürlich auch: Meinen Befindlichkeiten.

Ich bin immer bemüht, dass das Blog nicht zur wehleidigen Nabelschau verkommt. Das hier soll kein unappetitlicher Blick in die Unterhose sein, aber wenn es mir aus irgendeinem Grund besonders gut oder schlecht geht, wird sich das im Text wiederfinden.

Ein Tagebucheintrag ist natürlich dann besonders dankbar, wenn es Ereignisse gab die sich als Hindernis rausstellten, dass es zu überwinden galt. Eine Panne, ein Unfall, Missgeschicke – alles Material für die klassische Heldenreise, sowas ist spannend, sowas liest jeder gern. Zum Glück hat man aber unterwegs meistens nicht jeden Tag eine Panne oder einen Unfall. Wenn aber etwas besonderes passiert, wird das oft der Einstieg für den Text – getreu dem Motto von Lokaljournalisten „Wenn der Clown vom Hochseil fällt, dann erzähle den Zirkusbesuch um Himmels Willen nicht chronologisch und halte Dich erst stundenlang mit der Ponynummer auf“.

Spielen bei einem Ereignis Personen eine Rolle, versuche ich die im Text möglichst genau zu skizzieren, damit sowohl ich als auch andere beim späteren Lesen sofort ein Bild im Kopf haben und sich die Person vorstellen können. Dazu gehört vor allem: Alter, Kleidung, Marotten, Körperhaltung, sprachliche Besonderheiten. Sowas vergisst man schnell, deswegen schreibe ich es gleich am Abend auf.

Dann kommt das aller wichtigste: Dialoge. Ich bin immer wieder erstaunt, in was für interessante und lehrreiche Unterhaltungen ich unterwegs so reinstolpere, und Dialoge sind das, was man als erstes vergisst. Daher gebe ich mir immer große Mühe die möglichst detailliert aufzuschreiben, zumal auftauchende Personen oft durch das was und wie sie etwas sagen oder tun viel besser charakterisiert werden als wenn man es einfach nur als Beschreibung notiert. Das alles einzufangen und festzuhalten, so lange die Erinnerung noch frisch ist, das ist mir das wichtigste. So entsteht ein Blogeintrag im Rohbau, ist aber noch lange nicht fertig.

Die Technik

Auf Reisen habe ich tatsächlich immer ein Netbook dabei. Früher ein Acer, dann ein Asus, jetzt ein Medion. Allen gemein ist:

  • 11,6 Zoll Bildschirm
  • leicht, max. 1,15 Kilogramm
  • Lüfterlos, keine Festplatte, keine anderen beweglichen Teile
  • Lange Akkulaufzeit (10-12 Stunden)
  • Windows Professional als Betriebssystem
  • Sehr billig (neu um die 200 Euro)

In der Klasse gibt es leider nicht viel Auswahl.

Warum kein Tablet oder Chromebook? Ganz einfach: Ich brauche eine echte Tastatur, und ich benötige Windows, weil die Software für Helm/Jacke/Navi nur unter Windows läuft. Vernünftige Windows-Tablets gibt es aber nicht in billig, und ich habe keine Lust ein teures Gerät mitzuschleppen. Ein ordentliches Windows-Tablet mit brauchbarer Tastatur kostet vierstellig, das von mit bevorzugte Netbook um die 200 Euro. Wenn das geklaut wird oder kaputt geht, ist es nicht so schlimm.

Das Reisenetbook mit dem perfekten Formfaktor ist mein geliebtes ASUS X205 aus dem Jahr 2014. Das lüfterlose Gerät kombiniert Tablettechnologie mit Netbook-Vorteilen, wiegt nur 950 Gramm, hat 12 Stunden Akkulaufzeit, ein brauchbares Display und eine sehr, sehr gute Chiclet-Tastatur, wie man sie in der Größe und Qualität sonst nur in Apple Geräten von 2012 findet.

Leider ist die Hardware des Asus nach heutigem Stand völlig inakzeptabel. Die USB2-Ports waren schon beim Erscheinen zu lahm, 2GB Hauptspeicher waren auch 2014 schon nicht viel, und die 32 GB-Nandspeicher sind mittlerweile für den reinen Betrieb eines Windows 10 zu wenig.

Nur deswegen habe ich seit diesem Jahr ein 200-Euro-Netbook von Aldi, ein Medion Akoya 2292 Dingenskirchen. Es ist ebenfalls Lüfterlos, hat eine 128GB SSD, ein stabiles Alugehäuse und ein sehr gutes Touchdisplay.

Dank der massiven Scharniere lässt sich der Bildschirm ein Mal ganz umklappen und damit auch als Tablet verwenden, und im Zeltmodus lassen sich damit schön Filme gucken oder Videokonferenzen bestreiten. Es kann von allem ein Bißchen, das meiste aber nicht richtig gut.

Das Akoya mag ich nicht so sehr wie das X205. Es wiegt mit 1,15 Kilo rund 200 Gramm mehr als das ASUS, was erstaunlicherweise genau den Unterschied ausmacht zwischen „das Gerät ist federleicht“ und „das Ding hat ein stattliches Gewicht“. Die Lautsprecher sind ein Witz, am schlimmsten ist aber die wirklich richtig schlechte Tastatur. Die Tasten sind zu klein, zu rund und zu glatt, und wer bitte ist auf die Idee gekommen die „Entfernen“ Taste als Funktionstaste zu bauen, die nur funktioniert wenn man
FN und F10 gemeinsam drückt??!

Trotzdem wird es mich bis auf weiteres begleiten, aber wenn Asus mal einen vernünftigen Nachfolger zum X205 rausbringt, wechsele ich sofort wieder.

Das Notebook dient nicht nur als Schreibmaschine, sondern auch der Kommunikation mit den anderen Gerätschaften. Wenn die PRISM-Tube-Kamera am Helm mal wieder Schluckauf hat, dann verrät sie nur dem Notebook woran es liegt:

Die VIRB XE-Kamera am Motorrad ist pflegeleichter, über dieses coole Ding habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben.

Leider gehen bei den VIRBs so langsam die Sensoren kaputt, die Bilder werden immer dunkler. Da muss in absehbarer Zeit mal was neues her.

Bei Fotos und Videos bin ich der totale Schnappschussfotograf. Ich knipse alles was nicht bei drei auf dem Baum ist und wähle anschließend aus tausenden Fotos aus. Dafür habe ich eigentlich immer eine Lumix Travelzoom mit einem Ministativ dabei.

„Eigentlich“, weil ich mittlerweile keine Lust mehr auf die Kamera habe. Über die Jahre hat Panasonic alle Vorteile der Travel-Serie, wie geringe Größe und Gewicht, eliminiert, dafür sind die Bilder immer schlechter geworden. Die TZ81 hat kein GPS mehr, dafür eine unbrauchbare 4K-Funktion, eine nicht funktionierende Bildstabilisierung und einen Autofokus, der zwar Postfokus zulässt, beim schnellen Schnappschuss aber oft unscharfen Murks liefert.

Hier der Vergleich zwischen der TZ81 (links) und dem iPhone 8 (rechts):

Aus diesen Gründen fotografiere ich mittlerweile fast nur noch mit dem Telefon – es macht einfach die geileren Bilder. Seitdem das iPhone 11 Pro auch einen Nachtmodus besitzt, ist der vorletzte Grund für die Lumix entfallen. Der letzte ist der wirklich gute 30-fach Zoom der Kamera, aber auch der wird sich überleben.

Das iPhone liefert sehr genaue Standortdaten, die Kamera nicht. Damit ich den Fotos aus der Lumix später Koordinaten hinzufügen kann, trage ich einen GPS-Recorder mit mir rum.

Das ist ein chinesisches Gerät, dass auf den etwas umständlichen Namen „Qstarz BT-Q1000XT“ hört. Es ist so groß wie eine Streichholzschachtel und kann nichts außer GPS-Punkte aufzeichnen, aber das alle 5 Sekunden, sehr genau und über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden, denn es läuft mit einem unverwüstlichen Nokia-Akku.

Die zugehörige Software spioniert einem den Desktop aus, vermute ich zumindest, aber sie kann anhand der Timestamps GPS-Daten in die EXIF-Dateien von Fotos schreiben.

Das mache ich aber selten, viel wichtiger ist mir: Die QSTARZ-Software spuckt aber die Daten des Recorders in handlichen Track-Dateien aus, entweder im NEMEA-, GPX-, KMZ- oder KML-Format. Letzte bevorzuge ich, weil die 10 Mal kleiner sind als GPX und sich in Google Earth reinwerfen lässt. Ein Großteil des Spaßes abends am Notebook ist anhand dieser Tracks zu schauen wie bekloppt ich mich heute schon wieder verfahren habe.

Die Daten der Kameras, des GPS-Geräts und was sonst noch so anfällt werden dann auf dem Netbook und über das Netbook auf einer kleinen 1TB-Platte gespeichert. So habe ich drei Sicherheitskopien: 1. auf dem Gerät, 2. auf dem Computer, 3. auf der Backup-Platte. Die Tagebuch-Einträge sind reine Textdateien und werden zusätzlich in die Cloud geschoben. Damit das klappt, habe ich meist einen kleinen 150 Mbit-LTE-Accesspoint mit einer lokalen SIM dabei.

Warum ein Accesspoint? Weil der bis zu 15 Geräte gleichzeitig mit schnellem WLAN versorgen kann, und lokale SIMS meist schneller sind als geroamte. Dazu kommt: Der Vertrag zu meinem Telefon hat nur 4GB Datenvolumen, während Urlaubs- oder Touristen-SIM-Karten teils für 10 Euro 25 GB und mehr bieten.

So kommt alles zusammen

Wenn ich wieder zu Hause bin wird der ganze Kram, also alle Bilder, Filme, Texte und GPS-Daten auf das heimische NAS und den Desktoprechner gesichert und die einzelnen Geräte gelöscht, damit sie bereit sind für den nächsten Einsatz.

Dann setze ich mich jeden Samstag hin und nehme mir die Texte vor. Nach einer ersten Sichtung der Tagesnotizen gehe ich durch die Bilder von iphone und Lumix und treffe eine Vorauswahl. Im Nachgang flöhe ich durch die Videos von PRISM und VIRB und schaue mir die GPS-Tracks in Google Earth an und mache Screenshots . Die werden alle mit einem Irfan-View Batch verkleinert auf 2048 Px Kantenlänge auf der längsten Seite und dann nach WordPress.com hochgeladen.

Dann passe ich den Text an, damit er auch die Bilder einbezieht oder suche gezielt nochmal Bilder, die den Text stützen. Wichtig: Ich bearbeite Bilder nie nach. Abgesehen davon, dass ich gar nicht weiß wie das geht, wäre mir das zu mühselig.

Dann wird der Text verfeinert und entschlackt. Ich neige zu Füllworten, die werden genauso entfernt wie schwache Adjektive, für die sich fast immer ein besserer Ausdruck finden lässt. Diese Arbeit kostet am meisten Zeit, am Ende hat ein Blogeintrag rund 25 Revisionen auf der Uhr und so um die 6 Stunden gedauert.

Bin ich mit allem zufrieden, wird der Timer aktiviert und der Reisetagebucheintrag um 00:01 an einem Samstag Morgen veröffentlicht. Und NUN kommt das eigentlich spannende: Sobald der Text veröffentlicht ist, enthält er plötzlich lauter Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Satzbaufehler!

Wie gesagt: Jeder Blogeintrag hat im Schnitt 25 Revisionen hinter sich, d.h. ich habe ihn auch rund ein halbes Dutzend mal gegengelesen und korrigiert, und TROTZDEM strotzt er in dem Moment wo er erscheint vor Fehlern, die mir jetzt erst auffallen…

Also sitze ich um Mitternacht wieder vor dem Rechner und korrigiere den schlimmsten Quatsch. Die korrigierte Version wird leider nicht nochmal per Feed ausgeliefert, RSS-Reader erhalten immer die schlimm verstümperte Releaseversion und nicht den Day-1-Patch. Das ist der Grund, weshalb man meine Beiträge immer im Blog, nie im Feedreader lesen sollte.

Tja, und so blogge ich für das Reisetagebuch. Eigentlich mache ich das nur für mich, weil ich Spaß daran habe, durch die intensive Nachbereitung einer Tour Dinge zu vertiefen und die Reise so Stück für Stück noch einmal nach zu erleben. Trotzdem freue ich mich, wenn hier jemand mitliest – und das tun allein jeden Samstag 400 Menschen!

Mir ist klar, das bloggen soooowas von 2008 ist, aber ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen das Format des Reistagebuchs auf Nur-Video umzustellen und ausschließlich Filme zu machen – auch wenn es mich schon reizen würde.

Und jetzt ihr: Wie bloggt ihr so?

Kategorien: Meta, Motorrad | 31 Kommentare

Beleidigt

Es begab sich einmal, vor vielen, VIELEN Jahren, dass ich in diesem Blog über eine Person A schrieb, die einer Person B sehr ähnlich sah.

Person A war in der Bezirkspolitik für die CSU tätig, Person B war eine Größe im Satiregeschäft. Im Wahlkampf 2008 fiel dann irgendjemandem auf, das Person A der B wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sah, und weil ich das lustig fand, machte ich einen Screenshot von der Wahlkampfwebsite von Person A und fragte in einem kurzen Blogeintrag „Unterwandert Komiker B die CSU?“.

Das war so mittellustig und würde ich heute auch so nicht mehr machen. Zum einen war damals das Blog Sammelstelle für alle möglichen Webfundstücke, und über die Jahre hat sich die Ausrichtung doch deutlich geändert. Bildchen mit Sprüchen oder so lustiger KLeinkram, das gibt es hier heute nicht mehr.

Zum anderen haben wir aktuell gerade ein Klima, in dem sich gewählte Volksvertreter oft übelsten Hasskampagnen ausgesetzt sehen. Solchen Entwicklungen will ich keinen Vorschub leisten, nicht mal mit lustig gemeinten und, wie im damaligen Fall passiert, als „Satire“ und „Fun“ gekennzeichneten Beiträgen.

Oktober 2008, das war eine andere Zeit. Das Internet war noch unbelastet von der Güllegrube des Hasses (aka Facebook), und nicht nur ich fand die Ähnlichkeit von A und B damals zum Schmunzeln: Noch heute gibt es rund 130 Beiträge im Netz, auf Seiten wie der Münchner Abendzeitung oder der Titanic, mit Titeln wie „schlecht geklont“ oder „die besten heimlichen Zwillinge“, auf denen Person A und B miteinander verglichen werden.

Um diese Beiträge heute noch zu finden muss man aber schon sehr gezielt nach Person A und B suchen, und anscheinend hat genau dieses die Person A nun gemacht. Owley hinterließ damals den letzten Kommentar, wo er sinngemäß schrieb „Sind die beiden schon mal in einem Raum gesehen worden? Müsste man mal fragen“.

Heute Nacht um 01:37 Uhr (SIC!) tauchte ein neuer Kommentar unter meinem 11 Jahre alten Artikel auf. Autor: Person A. Inhalt:

„Ich bin nicht Person B und ich beantworte keine Fragen. Ich habe diesen Schwachsinn satt!“

Echt jetzt? Elf Jahre später googelt jemand mitten in der Nacht seinen Namen und wird dann dünnhäutig? Zweifel an der Echtheit der Person habe ich übrigens nicht. Niemand außer konservativen Politikern, Rechtsanwälten und Handwerksbetrieben nutzt heute noch Mailadressen von AOL. (Ja, die gibt´s noch und ja, so habe ich auch geguckt).

Ich habe den Artikel offline genommen, weil: Siehe oben. Trotzdem bin ich einigermaßen überrascht, und zwar zuvorderst von der Instinktlosigkeit und der digitalen Inkompetenz, die es unter Politikern immer noch gibt. Jede Person, die irgendwie im öffentlichen Leben steht, sollte schon mal etwas vom Streisand-Effekt gehört haben. Der besagt, dass eine Sache nur noch größer wird, je mehr man versucht sie aus dem Netz zu bekommen.

Zum Zweiten: Die Faschisten von der AFD haben es allen Ernstes geschafft, in den letzten Wochen das Thema „Meinungsfreiheit“ auf sämtliche Agenden zu setzen. „Man darf in Deutschland ja nichts mehr sagen“, ist deren Behauptung. Das ist natürlich Quatsch, aber aus unerfindlichen Gründen haben alle großen Zeitungen diesen groben Unfug aufgegriffen. Und in diesem Klima nun geht ein Politiker rum und klopft beleidigt an Blogs an, weil ihm die, von der Meinungsfreiheit gedeckten, Beiträge über ihn nicht gefallen? Wirklich? Sollte die Person das eskalieren wollen, wäre das ein wahrhaft katastrophales Signal.

Ich will mal stark hoffen, dass der beleidigte Kommentar nicht die Vorstufe zu rechtlichen Schritten war. Ich habe keine Lust meine Zeit in eine Auseinandersetzung um einen 11 Jahre alten Satireartikel zu investieren. Was aber weitaus Schlimmer wäre: Ich müsste dann wirklich die Meinungsfreiheit gegen einen gewählten Politiker und eine Person des öffentlichen Lebens verteidigen. Das so eine Konstellation überhaupt möglich ist, noch dazu im aktuellen Klima, das hätte ich vor 11 Jahren nicht geglaubt und bis vergangene Nacht auch nicht.

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10 Jahre rauchfrei

Heute vor zehn Jahren rauchte ich meine letzte Zigarette. Das es meine letzte Kippe sein würde, wusste ich in dem Moment aber nicht. Ich hatte nicht vor aufzuhören. Klar, irgendwann – wie jeder Raucher – aber noch nicht heute.

Dann sah ich das Video „Nichtraucher in 5 Stunden“. In dem sehr unaufgeregt die Funktionsweise der Nikotinsucht erklärt wird. Nach dem Video dachte ich mir: Ach, guck an. So geht das also, deshalb rauche ich. Na, wenn das SO funktioniert, dann ist mir jetzt klar warum ich wie fühle. Und Zack, ab dem Abend am 02. Juni 2009 habe ich nie wieder geraucht.

Quasi die Mechanismen der Sucht verstanden und ihr einen Stock zwischen die Speichen gesteckt, und von Jetzt auf Gleich war es vorbei.

In den ersten Tagen war ich mir noch unsicher. Wenn ich gefragt wurde, ob ich nicht mehr rauche, dann habe ich immer gesagt „Nein, HEUTE rauche ich mal nicht“.

HEUTE war überschaubar. Das setzte mich selbst nicht so unter Druck. Immerhin hatte ich – wie lange? Dreizehn Jahre? Mit zunehmender Intensität geraucht. Zuletzt hielt ein Päckchen Tabak nur noch zwei Tage, was 30 bis 35 Zigaretten pro Tag entspricht. Außerdem rauchte meinte Freundin und auch praktisch jeder meiner Arbeitskollegen. Wenn ich stolz verkündete jetzt nie wieder zu rauchen, wäre Häme im Fall eines Rückfalls sicher. Nein, so hoch wollte ich das Ziel gar nicht hängen. Aber nur HEUTE nicht zu rauchen, das würde ich hinbekommen.

Klar gab es am Anfang Japp auf eine Zigarette. Besonders in Situationen, die mit einer Kippe fest im Hirn verdrahtet waren – Kaffeetrinken, zum Beispiel. Zum Kaffee gehörte die Zigarette. Aber da ich verstanden hatte, dass diese Verdrahtung sich auch wieder lösen ließ, setzte ich mental den Seitenschneider an.

Geholfen haben mir Apps, die ganz simpel mitzählen wie lange ich nicht mehr rauchte, wieviele Zigaretten ich nicht geraucht habe und wieviel Geld ich dadurch gespart habe. Da guckte ich zwischendurch immer wieder drauf. Es machte mich stolz, schon so weit gekommen zu sein, und zugleich machte es mir bewusst, dass die Uhr wieder bei Null anfangen würde, würde ich rückfällig.

Eine der Apps läuft heute noch. Laut der habe ich rund 127.000 Zigaretten nicht geraucht und damit den Gegenwert eines Kleinwagens für 20.000 Euro gespart – mit 2009er Zigarettenpreisen, wohlgemerkt. Bis das Risiko für Lungenkrebs wieder auf dem Niveau ist, als hätte ich nie geraucht, wird es aber nochmal 10 Jahre dauern.

Rückfällig wurde ich nie. Nicht mal in Versuchung kam ich. Denn von vornherein war klar, dass ich wirklich nie wieder eine Zigarette würde anfassen dürfen. Auch nicht „mal eine auf ner Party“ oder so. Als ich aufhörte, hatte ich schon Schmerzen in der Brust und chronischen Husten und eine Mordsangst, schon bleibende Schäden zu haben. Hatte ich zum Glück nicht.

Dafür war ich genauso dankbar wie für die neugewonnene Lebensqualität. Mein Geruchssinn kam zurück, ich hatte mehr Energie, dafür keine Krämpfe mehr in den Füßen. Zugenommen habe ich übrigens nicht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine regelrechte Sorge, doch versehentlich wieder zu rauchen. Noch Jahre später träumte ich davon, dass mich jemand ansprach nach dem Motto „Ich dachte, Du rauchst nicht mehr?“ und ich guckte dann irritiert und sagte „Tue ich doch auch nicht“ – und in dem Moment sah ich die Zigarette in meiner Hand und wusste, ich war rückfällig geworden. Aber das blieben immer wirre Albträume.

Vor 10 Jahren wurde noch überall geraucht, selbst in der Bahn und in Restaurants. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Möchte man aber auch nicht. Unmittelbar nach mir haben erst Freundin, dann fast das ganze Kollegium aufgehört zu rauchen. Es musste nur erstmal jemand ausprobieren und vormachen.

Gut, das die Raucherzeiten vorbei sind.

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Silencers Blog wünscht frohe Festtage!

Das ist Harmonie: Huhu hängt die letzten Kugeln an den Baum, während das Wiesel andächtig an einem Fitzel Geschenkpapier herumkaut. Weihnachten im Blog halt.

Die beiden Blogtiere haben tatsächlich von geneigten Leser/-innen Geschenke bekommen, und stellvertretend für Huhu und das Wiesel bedanke ich mich für die liebevoll gebastelten Gaben!

Huhu hat ein Eimerchen geschenkt bekommen, im Pinguindekor natürlich, und gefüllt mit leckeren Dingen.

Ohne die Dinge darin, hat er beschlossen, ist aber praktischer, denn dann kann er darin baden.

Ebenso schön ist die Kühltasche, die ausdrücklich für Huhus Fischstäbchen gedacht ist:

Das Wiesel ist nicht weniger reich bedacht worden. Es hat ein ganzes Kilogramm seiner geliebten Sternchenkekse bekommen! EIN KILO! Das dürfte dann für einen ganzen Tag reichen, mal gucken, wann Huhu dem Wiesel einen Kamillentee gegen die Bauchschmerzen machen muss.

Ich wünsche der geneigten Leserschaft ruhige Festtage und so. Mit möglichst wenig Familienkrach und Kollateralschäden, dafür mit viel netten Wiedersehen von Leuten, die man sonst viel zu selten sieht. Und natürlich viele Geschenke.

Wie immer an dieser Stelle ein kleines Lied. Robert Downey Jr. mit Joni Mitchells “River”.

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„Yeah, I can Blog“ zum Zehnten

Erster „Hello World“-Eintrag vom 03.05.2008.

„Yeah, I can Blog“, so lautete der Titel des ersten Posts in diesem Blog, damals, am 03.05.2008. In der Rückschau immer noch gute erste Worte für einen „Hello World“-Beitrag, analog zu Tony Starks Bemerkung „Yeah, I can Fly“ in „Iron Man“, der gerade im Kino lief.

Wir schrieben das Jahr 2008, und gefühlt hatte JEDER ein Blog. Die meisten drehten sich thematisch um den Bereich des eigenen Alltags, und wenn sich der vornehmlich um bestimmte Dinge wie den Job oder die Aufzucht der eigenen Brut drehte, war das eben ein Jobblog oder eine Mamablog oder so. Die meisten Blogger/-innen waren untereinander vernetzt und kommentierten einander fleißig, weshalb sie ihre jeweiligen Sphären gerne als „Kleinbloggersdorf“ bezeichneten. Bloggen und Kommentieren kostet viel Zeit, aber das ist genau die, die heute in Whatsapp und Facebook fließt.

Die große Blogwelle hatte 2008 ihren Zenith sogar schon überschritten, die ersten Blogs bröselten schon wieder weg. In dieser Situation versuchte mich meine Freundin zu nötigen, doch endlich ein eigenes Blog zu starten. Wollte ich aber nicht. Denn beim Bloggen kommt es auch auf Kontinuität an, und ich war mir nicht sicher, ob ich länger als drei Wochen Spaß daran hätte.

Eines Abends, am Küchentisch meldete sie mich quasi nebenbei bei WordPress an, und wenige Minuten später gab es ein Blog mit dem sperrigen Titel „Nonstop Action from a different Perspective“. Tja. Und wo es schon mal da war, schrieb ich dann mal was rein.

Weil mir die Alltagsblogs auf die Nerven gingen, die sich betont bescheiden oder individuell gaben („Willkommen in Inges kleinem Gedankenfluß. Taucht ein in meine kleine Welt, das ist aber immer nur die Sicht einer Freiträumerin“) stellte sich das Blog hier gleich mal selbstbewusst hin und sagte von sich im Untertitel: „Ich bin das relevanteste Blog der Welt“. Das stimmt selbstverständlich, auch heute noch.

Jetzt hatte ich also ein Blog. Und was sollte ich da nun reinschreiben? Sollte ich mich auf ein Thema einschießen? Oder ein Berufsblog aufmachen? Argh, ich hatte ein Blog! Hilfe! Ich fing dann einfach mal an. Filmrezensionen hatte ich schon woanders aufgeschrieben, dementsprechend wollte ich damit beginnen. Aber dann kam es anders.

Tatsächlich landete das Blog dann aber gleich zu Beginn einen Scoop, wie wir Medienleute sagen. Es begab sich, das Trickbetrüger Abmahnbriefe wegen eines angeblichen Verkehrsunfalls verschickten. Einen davon bekam meine Freudin. Ich recherchierte dem hinterher und stellte das Ergebnis ins Blog. Suchte man nach Infos zu diesem Abmahnschreiben, fand man NUR meinen Blogeintrag – und Boom, in den ersten vier Tagen hatte das Blog eine vierstellige Anzahl an Besuchern und war aus dem Stand wirklich relevant.

Also, so richtig, selbst das Fernsehen fragte an, ob ich den Fall vor laufenden Kameras erklären wollte. Wollte ich nicht. Außerdem brachte mich das Ganze ein wenig in die Klemme. Der sperrige Name „Non-Stop Action usw.“ war eigentlich nur als Platzhalter gedacht gewesen, bis mir was besseres eingefallen wäre. Aber nun war das Blog über Nacht unter diesem Titel berühmt geworden.

Ich bloggte dann mal weiter vor mich hin. Alltagsbeobachtungen, Netzfundstücke… halt allen möglichen Kram, meist zwei kurze Einträge pro Tag, einer morgens, einer abens. Das mag aus heutiger Sicht erstaunen, aber wie gesagt: Die Leute hingen damals permanent in Blogs rum und nicht auf Facebook, ein bis zwei kurze Artikel pro Tag, das konnte man schon machen. Nach Themen suchen musste ich übrigens nie. Im Gegenteil: Anstatt dass das Blog nach Themen suchen musste, fanden die Themen das Blog.

2009 fand ein Knallerthema das Blog. Ich hatte Spaß an Musikspielen gefunden, damals vor allem „Guitar Hero“ auf der PS2, später dann auch „Rock Band“ auf der XBOX. Ich verbloggte Neuigkeiten über Spiele, Rezensionen und Songlisten und nannte das als Oberbegriff „Plastic Rock“. Eines Tages probierte ich aus, welche Musikinstrumente an welchem Spiel funktionierten und schrieb das mal auf.

Damit landete ich wieder einen Scoop. „Die ultimative Kompatibilitätsliste“, eine Tabelle, die Konsolenplattform, Instrument und Spiel umfasste, war von Tag 1 an ein Kracher. Tausende Besucher fanden den Weg ins Blog auf der Suche nach den darin zusammengestellten Infos, diskutierten, halfen beim weiteren Ausbau. Über 500 Kommentare hat der Artikel.

Darin vernetzten sich auch die Besucher, und irgendwann kamen Blogkollegin Wortkomplex und rstockm auf die Idee, ein Forum als Spin-Off dieses Blogs zu gründen. Gesagt, getan. „PlasticRock.de“ wurde zur deutschen Plastic Rock Zentrale, mit wöchentlichen Musikwettbewerben, Live Events, Forumstreffen und einer großen Community, von denen viele angefangen haben echte Instrumente zu spielen und heute noch befreundet sind.

Plasticrock.de gibt es heute noch.

Von Anfang an dabei war übrigens das Wiesel. Jeden Freitag gab es sogar dedizierten Wieselcontent, meist ein Suchbild oder ein Foto. Das noch jemand im Blog wohnt, merkte ich erst 2009, als ich durch Zufall einen gewissen Blogpinguin hinter dem Kommentarkasten entdeckte. Huhu und das Wiesel sind also Blogurgesteine, wobei das Wiesel kurzzeitig eine echte Internetberühmtheit war.

Ab Herbst 2008 reiste es erst durch zahlreiche Blogs, dann mit Bloggern um die Welt. Es steuerte ein Kreuzfahrtschiff, stand mit Prominenten auf der Bühnen, war auf jedem Kontinent und fand nur schwer wieder nach Hause zurück. Zwischenzeitlich ging es dann nochmal mit Kenny auf Tour, der als (einziger!) Gastautor hier eine eigene Serie hatte. Bis heute reist das Tier gerne, allerdings hat es nun sein eigenes Blog: „Travelingweasel.wordpress.com„, hier ist es nun noch gelegentlicher Gaststar.

Das Wiesel war schon fast überall.

Ach ja, die turbulenten Anfangsjahre. Das Blog wurde zur Spielwiese, in dem ich durchaus mal journalistische Darstellungsformen ausprobieren konnte. Wichtig sind mir bis heute zwei Dinge:

Erstens: Das Blog sollte Meinungsstark auftreten. Kein verhuschtes „Das sind nur meine zwei bescheidenen Cent, und vielleicht kann man das auch anders sehen“, sondern zugespitzt und pointiert, dabei aber durchaus lernfähig.

Zweitens: Ich wollte das Blog für niemanden anderes schreiben als mich selbst. Wenn andere mitlesen freue ich mich, aber eigentlich blogge ich, als ob mir keiner zuguckt. Nicht falsch verstehen: Ich freue mich immer über Kommentare, die motivieren viel mehr als ihr glaubt. Aber wenn ich meine Motivation nur aus Kommentaren gezogen hätte, hätte sie mich schon vor langer Zeit verlassen. Die Kommentarkultur ist schon vor einiger Zeit den Bach runtergegangen – statt einem Kommentar hinterlassen die meisten heute maximal ein „gefällt mir“, und das war´s. Damit kann ich leben, und mit dem Ansatz „Ich blogge nur für mich selbst“ kann ich im Zweifel auch die gewisse Beliebigkeit, die man dem Blog berechtigterweise unterstellen kann, rechtfertigen.

Diese beiden Maximen haben zwei tolle Effekte:

Zum einen wird mir nie langweilig, weil sich das Blog ändert. Es ändert sich mit mir. Es hat kein festes Thema, das irgendwann auserzählt ist oder dessen ich überdrüssig werden könnte. So, wie sich mein Leben ändert, ändert sich das Blog. Und das ist sichtbar. Ging es in den Anfangsjahren um Popkulturkram und Plastic Rock, ging es später erst um Reisen, dann um Motorräder und aktuell im Schwerpunkt um beides.

Zum anderen kann ich mein Leben in diesem Blog nachlesen. Wieviele Details gibt es, die ich im Laufe von 10 Jahren schon wieder vergessen habe und hier nachschauen kann. Z.B. das ich 2009 mit dem Rauchen aufhörte. Wie ich 2010 mit Modnerd das erste mal auf Reisen ging. Dann das turbulente Jahr 2011 mit gleich zwei Umzügen. 2012, als ich mir die ZZR ausstattete und das erste mal auf Motorradreise ging. Wie das Blog Wörter erfand (z.B. „Nurk“, wenn man nichts mehr riecht). Und und und.

Schön ist auch die Serie der monatlichen „Momentaufnahme“, die seit Anbeginn läuft. Über 120 Mal habe ich schon aufgeschrieben, welche Bücher ich in einem Monat gelesen habe, welche Filme ich gesehen habe und anderes mehr. Dabei offenbart sich auch so mancher schwarzer Fleck. So versuche ich offenbar schon seit 2009 Gordon Dahlquists „The Glass Book of the Dreameaters“ zu lesen und komme einfach nie über die ersten 100 Seiten hinaus.

Natürlich habe ich zwischendurch mal Abstecher auf andere Plattformen gemacht. Einige habe ich wieder verworfen (Instagram, Facebook) andere nutze ich sporadisch (Tumblr). Diese Plattformen kannibalisieren das Blog, und sie sind nicht gut durchsuchbar. Man wirft Content hinein, zack, rauscht er durch die Timelines und ist verschwunden. Was gut funktioniert, ist das Blog in Kombination mit Twitter. Das eignet sich gut für kurze Shoutouts, während das Blog etwas aufbereiteteren Content erhält.

Ich hatte übrigens mal ernsthaft überlegt ein Videolog, ein Vlog, analog zum Blog zu machen. Aber das würde bedeuten, die Anonymität komplett aufzugeben und tatsächlich mit Bild und Ton in Erscheinung zu treten. Das möchte ich, schon aus beruflichen Gründen, lieber nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, das Blog hier ist alt. Und es wird noch älter, denn ich habe immer noch Spaß daran, Dinge aufzuschreiben. Was mich beim bloggen hält, ist die Veränderung. Als dieses Blog startete, dachte ich noch, es würde sich um Filmrezensionen, Bücher und Wiesel drehen. Aber es veränderte sich: Im Lauf der Zeit machte das Blog etliche Wandlungen durch und erfand sich mehrfach neu. Ganz von allein.

Heute ist es so eine merkwürdige Mischung aus Meinung, Dokumentation und Reiseblog. Und natürlich Wiesel. Warum auch immer: Das Wiesel scheint die Konstante zu sein. Hm. Vielleicht ist das Thema dieses Blogs Wiesel.
Egal.
Alles Gute zum Geburtstag, kleines Blog, auf die nächsten 10 Jahre.

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Großes Blogsterben wegen EU DSGVO? Keine Angst vor Datenschutz!

Heute gleich mehrfach Dinge gelesen wie „Das Blog hier muss leider schließen, als kleiner Blogbetreiber kann die EU-Vorgaben für den Datenschutz nicht erfüllen. Bevor ich abgemahnt werde, höre ich lieber auf zu bloggen“. Da schwingt immer ein „Danke, EU!“ mit, was an ätzender Bitterkeit einem „Danke, Merkel!“ gleichkommt. Dabei gibt´s in der Datenschutzgrundverordnung wenig neues, bislang wurden die Regeln nur vielerorts ignoriert.

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt, jetzt von einigen genutzt wird um halb verwaiste Blogs zu schließen, die schon länger vor sich hinmodern und konsequenterweise schon vor einiger Zeit hätten dichtgemacht werden sollen. Da sollte man aber auch so ehrlich sein sich einzugestehen, dass man keinen Bock mehr auf´s bloggen hat, oder keine Zeit, oder sonstwas. Das ist überhaupt nicht verwerflich.

Verwerflich ist dagegen die Panikmache. Dabei braucht vor der EU DSGVO kein Blogger Angst zu haben.

Ich sag´s mal ganz klar:

  1. Datenschutz ist was Gutes.
  2. Don´t Panic! Kein Blogger muss Angst vor der Europäischen Datenschutzgrundverordnung haben.
  3. Wer vorgibt, wegen der DSGVO mit dem Bloggen aufzuhören, lügt in den meisten Fällen anderen (und vielleicht sogar sich selbst) in die Tasche.

Gerade nicht-kommerzielle Blogs haben wenig Schmerzen mit der DSGVO. Versucht man allerdings durch bloggen Kohle zu erwirtschaften, steigt der Aufwand. Immer noch nicht ins Unermessliche, aber signifikant. Das ist aber auch so gewollt: Die EU DSGVO möchte nichts anderes, als das man sich Gedanken darüber macht, wie man mit möglichst wenig Daten anderer Leute möglichst bewusst und sorgfältig umgehen kann. Sie möchte, dass man sich Gedanken macht, welche Daten erhoben werden und wozu, und wo die liegen und wie lange. Und sie möchte ins Bewusstsein rücken, dass es nicht OK ist, Nutzer heimlich zu tracken, zu profilen und ihre Daten weiter zu geben oder für sonstwas zu gebrauchen.

Ich bin kein Jurist, habe aber beruflich mit der EU DSGVO zu tun. Von daher weiß ich ziemlich genau von was ich rede, dennoch ist das hier natürlich weder eine Rechtsberatung, noch übernehme ich hier Garantien für Vollständigkeit, Aktualität oder Korrektheit der Angaben oder hafte für irgendwas, auch nicht für verletzte Gefühle. Ich gebe nur mal einen groben Überblick.

Wer sich tiefer über die EU DSGVO informieren möchte, findet viele Quellen dazu im Netz. Für den Einstieg gut und informativ ist z.B. fitfuerjournalismus.de und Datenschmutz, angenehm unaufgeregt informiert auch Binary-Butterfly.

Aber Achtung: Je mehr man dort liest, desto mehr Angst bekommt man wieder vor allen möglichen Verstoßszenarien. Deshalb hier nur mal ganz grobe Informationen, was man als kleiner Blogger, ggf. auf einer Plattform, tun sollte um dem Gedanken der EU DSGVO zu entsprechen.

Sagen wir es alle gemeinsam: Datenschutz ist was Gutes!

Wer mal weniger über Abmahn-Horrorszenarien liest und viel mehr die EU DSGVO direkt, der ist vielleicht etwas beruhigter. Denn:

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Monetarisierungsverdacht

Silencers Blog soll nicht Teil eines Problems werden, das langfristig die Kernidee hinter Blogs komplett demontieren kann. Dazu ein paar Worte, auch in eigener Sache.

Blogs haben ein Problem. Ich rede hier gar nicht vom massenhaften Sterben von Blogs und dem Niedergang der Blogosphäre, denn diesen natürlichen Prozess hat das, verhältnismäßig alte, Format schon durch. Nein, Blogs steuern gerade in neue Untiefen: Die der Monetarisierung.

Neulich bin ich über Blog gestoßen, in dem jemand sein vermeintliches Traumprojekt dokumentierte: Mit dem Motorrad um die Welt fahren! Die Seite war erstaunlich professionell aufgemacht – aber für die Thematik erstaunlich lieblos geschrieben. Ich konnte mir nicht ganz vorstellen, wie man so wenig Herzblut im Text haben kann, wenn man doch so für eine Sache brennen müsste. Bis ich dann entdeckte, dass sich der Blogautor die Fahrt von einem guten Dutzend Ausrüstungshersteller sponsorn lässt.

Damit hat das Blog auf einen Schlag seine Glaubwürdigkeit als Quelle für echte Erfahrungen verloren. Wird der Autor schreiben, dass die Koffer von Hersteller XY sich auf der Fahrt nicht bewähren, wenn der gleiche Hersteller ihm das halbe Mopped da hingestellt hat? Wird er schreiben, dass die Schuhe Mist sind, wenn der Schuhproduzent ihn mit Tretern in vierstelligem Wert bemustert hat? Vermutlich nicht. Bestenfalls schweigt er darüber, was mir für eigene Reisen exakt keinen Erkenntniswert bringt. Das Mißtrauen geht aber noch tiefer: Ist die Weltreise wirklich das Traumprojekt des Autors, oder ist das ein Geschäftsmodell? Verdient er am Ende damit sogar was, oder nutzt er das, um sich als Influencer zu etablieren?

Solches Sponsoring von Blogs ist kein Einzelfall mehr. Rübergeschwappt ist das aus der Youtube-Welt. Dort setzte vor einigen Jahren etwas ein, was es in dem Maßstab so bislang nicht gab: Monetarisierung von Inhalten. Zuerst über Ausschüttungen der Plattform, wenn Werbeanzeigen um den Content herum geschaltet wurden. Dann entdeckten die Werbestrategen der großen Firmen Social Media für sich. Am Anfang wurden Youtuber direkt mit Produkten bemustert, später wurden sie direkt unter Vertrag genommen oder Produkte um sie herum gestrickt. Diese Influencer haben zum Teil eine riesige Reichweite und verdienen dementsprechend gut.

Blogs spielten dagegen in den Werbebudgets lange Zeit keine Rolle, bis man sich schließlich gegenseitig entdeckte. Blogs bieten ein gutes Werbeumfeld: Sie sind oft monothematisch, wodurch sich die Zielgruppe sehr gut eingrenzen lässt. Auf der anderen Seite gibt es viele Blogbetreiber/-innen, die neidisch auf die Youtube-Influencerbande schielen und auch so gerne ein Stück vom Kuchen oder zumindest Gratisdeo von Rossmann hätten.

Genau hier fangen m.E. die Probleme. Ich schätze viele Blogs, weil sie entweder eine bunte Spielwiese sind, oder sich ihre Betreiber aus einer intrinsischen Motivation heraus mit einer sehr spezifischen Materie intensiv auseinandersetzen. Das sind Blogs, die ich aus purem Vergnügen lese oder weil hinter ihnen Personen mit unfassbarem Expertenwissen stehen, die bei Fragen auch gerne mal helfen. Blogs sind für mich nützlich, weil sie glaubwürdig und authentisch sind. Das ist ihre Kernkompetenz: Glaubwürdigkeit. Und an genau der nagt die Monetarisierung.

Der Kommerzialisierungswunsch steht, zumindest in meiner Wahrnehmung, bei vielen Blogs deutlich öfter im Vordergrund als früher. Wurde früher aus purer Freude über ein Ding darüber gebloggt, kommt man heute nicht mehr ohne mindestens den Affiliatelink zu einem Onlineshop aus. Das ist Lowlevel, sozusagen. Auf mittlerer Ebene liegt die Bemusterung durch Hersteller, deren Produkte dann ausführlich im Blog vorgestellt werden. Und geschafft hat es, wer eine Firma als regelmäßigen Sponsor aufgetan hat.

Dafür, so wird bei Blogtreffen mittlerweile geraten, muss man aber schon mit einer Mappe voller Medidaten vorstellig werden. Blogreichweite und -zielgruppe sollten exakt darstellt werden, am besten legt man sich noch eine Corporate Identity für´s Blog zu, inkl. eigenem Farbschema, Design und Logo. Das ist super wichtig, wenn das Self branding erfolgreich sein soll, wenn man vom Autor zur Marke werden will.

Ich stehe der Entwicklung mit einigem Kopfschütteln gegenüber und bin damit zum Glück nicht allein. Nun ist es nicht von vornherein verwerflich, mit seinem Hobby auch ein wenig Geld zu verdienen. Aber: Die Monetarisierung ist die Axt am Stamm der Glaubwürdigkeit von Blogs, und das ist fatal. Viel anderes als ihre Authentizität haben sie nicht, und wenn sie sich diesen Ast absägen, was bleibt dann noch?

Werbemedien sind selten eine relevante Erkenntnisquelle. Schlimmstenfalls schreiben sich Blogs hier also in die eigene Bedeutungslosigkeit, und das wäre nun wirklich schade. Werben können andere Formate und Medien definitiv besser, siehe Youtube oder klassische Kampagnen. Hier muss sich jeder fragen, wie hoch sein Preis eigentlich ist, und ob die paar Euro es wert sind, sich in Abhängigkeiten zu begeben.

Mittlerweile gucke ich bei Blogs, die ich neu entdecke, ob die irgendwo „Mediadaten“ aufführen oder eine „Unterstützt von“-Seite haben. Falls ja, mache ich mir in den meisten Fällen nicht die Mühe sie zu abonnieren.

Auch mit diesem erworbenen Mißtrauen bin ich nicht allein, das geht auch anderen so, auch diesem Blog gegenüber. In den letzten Monaten wurde hier mehrfach vermutet ich wolle Werbung machen, z.B. als ich meine Erfahrungen mit Matrazzo schilderte. Mißtrauen ist gesund, aber zu diesem Monetarisierungsverdacht ein paar Sätze in eigener Sache:

Dieses Blog wird nicht gesponsort. Angebote für Testmuster oder gesponsorte Blogposts lehne ich grundsätzlich ab. Affiliate-Links gibt es hier nicht. Werbeanzeigen wird man hier nicht finden. Im Gegenteil: Ich bezahle pro Jahr einen dreistelligen Betrag an WordPress, damit hier keine Werbung eingeblendet wird.

Dieses Blog ist finanziell unabhängig und damit auch rechtlich auf der sicheren Seite.
Rechtlich? Oh ja. Die strikte nicht-kommerzielle Ausrichtung erlaubt es mir z.B., Creative-Commons-Inhalte mit NC-Verweis zu nutzen. Selbst Fotos vom Eiffelturm bei Nacht darf ich problemlos zeigen – und da ist bedeutend mehr Wert als die paar Kröten, die vielleicht Affiliate-Links bringen würden.

Also: Wenn ich hier positiv über Dinge, Firmen oder Menschen schreibe, dann deshalb, weil ich ehrlich begeistert bin und meine Erfahrungen damit weiter geben möchte. Dafür bezahlt mich niemand. Das hier ist mein Tagebuch und meine kleine Spielwiese, die sich je nach Lebensabschnitt auch ganz anders ausrichten kann. Hier tue und lasse ich was ich möchte – ohne das ich dafür externe Verpflichtungen eingehe. Denn dieses Blog soll Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems.

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Die dicke Agathe

Als der Vormieter hier auszog, hinterließ er ungefähr 5 Kubikmeter „wertvolle, quasi antike Möbel“, vulgo: Schrott. Sagen wir es, wie es ist: Der ist einfach ausgezogen und hat seinen ganzen Krempel hier zurückgelassen. Antikes Bügelbrett, my ass.

Unter den Hinterlassenschaften war auch ein großer Topf mit einem mickrigen Weihnachtskaktus und einer kränklichen Palme.

Der Palme habe ich Anfang des Jahres hinübergeholfen, als ich sie im April in die Freiheit des Balkons entließ und es nochmal Frost gab. Der Weihnachtskaktus ist aber nicht erfroren und wächst seither wie Zeng, so dass er sich den Spitznamen „dicke Agathe“ eingefangen hat.

Der Weihnachtskaktus als solcher ist nicht besonders ansehnlich. 11 Monate im Jahr besteht Agathe nur aus labberigen, gummiartigen, knotigen, fleischigen Blättern, die wie tote Wurstfinger auf dem Topf hängen. Aber im Dezember, da dreht sie voll auf. Plötzlich wird aus dem hässlichen Weltraumgemüse eine blühende Pracht in, äh, Pink. Erst zeigen sich rosa Spitzen an den Gummifortsätzen, dann explodiert Agathe.

Huhu findet Agathe übrigens sehr bequem, das Wiesel hält sie für lecker. Keine Ahnung was mit den Viechern nicht stimmt.

Ist aber auch egal, aktuell sind die beiden Blogtiere ohnehin mit anderen Dingen beschäftigt. Sie haben nämlich Weihnachtspakete von einer Blogleserin bekommen. Huhu eine Tüte in Form eines Pinguins, die er erst seltsam fand, dann aber zu seinem neuen besten Freund erkoren hat. In der Tüte ist auch noch was drin, aber er findet die Verpackung schon so cool, dass er damit wohl noch ein wenig beschäftigt ist.

Und das Wiesel hat Sternchenkekssternchen bekommen, die es ganz verliebt anhimmelt.

In diesem Sinne: Das Team von Silencers Blog wünscht ruhige Festtage!

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Sendepause

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On the Road. Again.

Auf Tour, mit dem Motorrad.

Kann ich auch brauchen. Keine Ahnung, was in diesem Jahr los ist, aber das gesamte Frühjahr durch bis jetzt bin ich schlecht gelaunt, leicht reizbar, unfit und dauernd müde. In den vergangenen Wochen bin ich quasi nach Hause gekommen, habe noch ein, zwei Stunden was gemacht und bin dann ins Bett gefallen – um am nächsten Morgen müder wieder aufzustehen als ich beim Einschlafen war. Für andere Aktivitäten, Side- und Blogprojekte oder sogar Sport, war keine Kraft da.

Körperliche Ursachen, sagt Tante Doktor, gibt es angeblich nicht, das ist aber nicht wirklich ein Trost. In anderen Jahren hat mein Körper vor einer Sommerreise gesummt vor Energie, in diesem Jahr schleppe ich mich bildlich über die Ziellinie des Urlaubs und frage mich, wie ich die körperlichen Herausforderungen der Reise meistern soll. Aber vielleicht ist es genau das, was ich brauche kann: Herausgefordert werden, in Kombination mit Konzentration auf was anderes.

Dafür ist Motorradfahren nämlich gut geeignet: Das Bewusstsein konzentriert sich ganz auf´s Fahren, für alle anderen Gedanken ist gar kein Platz. Erst ab dem dritten, vierten Tag auf der Straße stellt sich ein Zen-artiger Zustand ein, bei dem der Körper schön weiter Motorrad fährt, aber ein Teil der Gedanken auf Wanderschaft geht. Der Kopf wird dabei angenehm leer, Prioritäten werden zurechtgerückt und die Sicht auf´s eigene Leben wieder etwas klarer.

***

Ist schon merkwürdig. Obwohl ich jetzt schon zum sechsten Mal auf Fernreise mit dem Zweirad bin, habe ich kurz vorher immer noch ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es kann hat halt viel passieren, wenn man wochenlang und allein unterwegs ist. Dazu kommt, dass es diesmal mit einem Mopped losgeht, dass ich noch gar nicht richtig kenne – ich kann die V-Strom zwar fahren, aber die Ticks und Eigenarten von Maschinen bekommt man erst nach einiger Zeit raus.

Wer wissen möchte, ob es mich noch gibt, kann ab und an mal in auf twitter.com/silencer137 reingucken, da gibt es mit Sicherheit den ein oder anderen Eintrag.

So, und nun drückt mal die Daumen, dass mir keine Passatfahrer in die Quere kommen und schlechtes Wetter und Pannen an mir vorbeigehen.
Man liest sich!

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Kategorien: Ganz Kurz, Meta | 8 Kommentare

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So, ich wäre dann auch mal wieder da. Sechstausendsechshundertundfünf Kilometer habe ich in den letzten drei Wochen auf den Straßen Europas zurückgelegt. Mir geht´s gut, dem Motorrad… nicht so.

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Einen Unfall gab es zum Glück nicht, aber dafür auf allen anderen Frequenzbändern Scheiße am laufenden Meter. Nach vier Jahren ohne Panne kam es dieses Jahr ganz geballt: Probleme mit der Elektrik und strukturelles Versagen tragender Teile am Motorrad waren Grund für Sorge und Anspannung. Die Schlaglochorgien, die man in Umbrien „Straßen“ nennt, haben der 600er dann den Rest gegeben.

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Jetzt muss die Renaissance erst mal ins Trockendock. Bis sie wieder tauglich für längere Fahrten ist, wird viel Arbeit und Geld nötig sein: Der Motor muss neu eingestellt werden, ein neues Rad- oder Lenkkopflager ist fällig, neue Reifen und ein neuer Kettensatz sind nötig, Öl und Zündkerzen ebenso. Und wenn ich jemals wieder mit ihr auf Reisen will, dann muss sie auch rundherum komplett neue Kofferträger bekommen müssen. 

Das hier wird vermutlich nicht die letzte lange Fahrt der Renaissance gewesen sein, aber ich werde jetzt dennoch mal die ein oder andere Probefahrt mit Reiseenduros machen. Deren Konzept ergibt auf den Strecken, auf denen ich zuletzt unterwegs war, durchaus einen Sinn. Aber erstmal bin ich froh, dass die ZZR und ich es überhaupt zurück nach Hause geschafft haben.
Fahrten durch Starkregen und Gewitterstürmen in den Bergen sorgten ebenfalls für gedämpfte Laune und den ein oder anderen Wutausbruch unterm Helm. Aber es gab auch schöne Momente, Treffen mit tollen Leuten und Augenblicke voller Glück in großartigen Landschaften und an sehr speziellen Orten.

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Schön zu sehen, dass das Blog noch steht. Hatte ich aber auch nicht anders erwartet, war ja nix los hier.

Huhu döst gerade auf dem Balkon vor sich hin, vermutlich hat er in meiner Abwesenheit die ganze Zeit Langeweile geschoben. Nunja, dass ist nun vorbei, es geht wieder los. Was ich auf dieser sehr abenteuerlichen Fahrt alles erlebt habe, gibt es dann in einiger Zeit hier zu lesen, im Reisetagebuch: Motorradtour 2016.

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Kategorien: Meta, Motorrad, Reisen | 9 Kommentare

Sendepause

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So, ich bin gerade mal weg. Auf Tour, mit dem Motorrad.

Ist schon merkwürdig. Obwohl ich jetzt schon zum fünften Mal auf Fernreise mit dem Zweirad bin, habe ich kurz vorher immer noch ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es kann hat halt viel passieren, wenn man wochenlang und allein unterwegs ist. Vielleicht ist es einfach nur der Respekt vor den x-tausend Kilometern, die ich in den nächsten Wochen zurücklegen werde. Aber das ist wie mit dem Berg: Wenn er vor einem aufragt, sieht er mächtig uznd unbezwingbar aus. Aber man setzt immer einen Fuß vor den anderen, konzentriert sich immer nur auf das nächste Stückchen, und bezwingt so irgendwann den Riesen. So wird es auch bei dieser Reise sein: Eine Etaoppe nach der anderen, ein Kilometer nach dem nächsten, immer Stück für Stück und irgendwann ist die gigantische Summe zusammen. Respekt davor zu haben schadet trotzdem nicht.

In meiner Abwesenheit sorgt Huhu (der Blogpinguin, der hinter dem Kommentarkasten wohnt) hinter den Kulissen dafür, dass die WordPress-Engine immer schön weiter tuckert und hier im Blog nicht das Licht ausgeht. Neues gibt´s die nächsten Wochen aber nicht, denn hier herrscht erstmal Sendepause.

Wer wissen möchte, ob es mich noch gibt, kann ab und an mal in auf twitter.com/silencer137 reingucken, da gibt es mit Sicherheit den ein oder anderen Eintrag.

So, und nun drückt mal die Daumen, dass mir keine Passatfahrer in die Quere kommen und schlechtes Wetter und Pannen an mir vorbeigehen.
Man liest sich!

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Kategorien: Meta | 4 Kommentare

Happy Blogsday

Katja schreibt:

And now for something completely different: Happyhappy Blogsday und heute bitte eine extra Portion Fischstäbchen für Huhu, der das Blog so gut in Schuss hält!❤

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Ach, ihr seid die Besten! Wenn die Leserinnen und Leser wie Katja oder Kenny nicht an den Bloggeburtstag denken würden – ich hätte ihn auch in diesem Jahr wieder vergessen. Dabei ist dieses kleine Blog jetzt gerade aus seinem verflixten, 7. Jahr raus und begeht heuer, wie wir Österreicher sagen, schon den 8. Geburtstag!

Neulich mal mit Rüdiger vom Thatblog philosophiert, was uns eigentlich beim bloggen hält und ob wir irgendwann „unser Ding“ auserzählt haben und dann das Blog als abgeschlossen zurücklassen, quasi ein verwaistes Stück Kunst im Netz.

Ich glaube nicht, dass das so bald passiert. Einfach, weil dieses Blog nicht auserzählt sein kann, denn es hat sich zum Glück von Anfang an nie auf ein Thema festlegen lassen.

Nun, was mich beim bloggen hält, ist die Veränderung. Als dieses Blog startete, dachte ich noch, es würde sich um Filmrezensionen, Bücher und Wiesel drehen. Tat es aber nur zum Teil. Und es veränderte sich: Im Lauf der Zeit machte das Blog etliche Wandlungen durch und erfand sich mehrfach neu. Ganz von allein. Heute ist es so eine merkwürdige Mischung aus Meinung, Dokumentation und Reiseblog. Und natürlich Wiesel. Warum auch immer: Das Wiesel scheint die Konstante zu sein. Hm. Vielleicht ist das Thema dieses Blogs Wiesel.

Egal, Fischstäbchen.

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Und wieder vergessen…

…ich habe den Geburtstag dieses Blogs. Nur Kenny hat dran gedacht, dass gestern vor sieben Jahren diese Kiste hier an den Start ging.

DamalsTM dachte ich, ich mache das nur zwei Wochen und habe dann keine Lust mehr. Tatsächlich macht bloggen heute noch genauso viel Spaß wie damals, auch wenn es ganz anders ist. Neulich, im Gespräch mit Rüdiger, erwischte mich die Erkenntnis: Es macht nur deswegen noch Spaß, weil dieses Blog sich in den vergangenen 7 Jahren mehrfach komplett neu erfunden hat. Das ging nur, weil es von vorn herein nicht monothematisch angelegt war, sondern seit Beginn als Spielwiese und Tagebuch genutzt wurde. Wie in ein klassisches Album packe ich hier Dinge rein, die mich beschäftigen.

So wie ich mich verändere, verändert sich auch das Blog. Im Jahr 2008 beschäftigte sich das Blog viel mit kleinen Wenfundstücken und Dingen wie Filmtrailern u.ä. Dann gab es eine Phase, in der längere Texte mit leicht lustigem Inhalt häufiger vorkamen. Und seit einiger Zeit entwickelt es sich stark in Richtung Reiseblog. DamalsTM dauerte das Verfassen eines Blogeintrags Minuten, heute brauche ich für einen größeren Reiseartikel mit Video und allem SChisselaweng ein bis zwei Tage.

Mittlerweile kann ich hier zwar nicht mehr alles schreiben, weil der Schutz der kompletten Anonymität gefallen ist und sogar Familie hier mitliest. Aber das macht nichts.

Wenn ich mal schaue, was mich im Mai vor 7 Jahren beschäftigt hat, fällt eine erstaunliche Kontinuität ins Auge:

Fernsehserie: Dr. House (damals Staffel 3, 2015 habe ich Staffel 7 und 8 geguckt)
Filme: Marvel (damals Iron Man, heute Avengers II)
Aufreger: Alte Männer auf Rädern (damals wie heute, nur das ich jetzt selbst dazu gehöre. Aber natürlich VIEL besser fahre.)
Haustier: Wiesel. (Damals wie heute. Huhu zählt als Mitarbeiter.)
Buch: The Glass Books of the Dreameaters. 2008 schon dran rumgekämpft, 2015 steht es immer noch halb gelesen im Regal und guckt mich vorwurfsvoll an.

Nunja. Manche Dinge ändern sich halt nur alle 8 Jahre.

Von daher: Alles Gute zum Geburtstag, kleines Blog.

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