My dirty Hobby (5): 2025
Es gab lange keine News mehr vom Balkon! Das muss unbedingt geÀndert werden.
Die Saison startete nicht so dolle. Dabei hatte ich mir dieses Mal wirklich(!) MĂŒhe gegeben, damit alle Pflanzen ĂŒberleben. Ab November bis in den MĂ€rz hinein gehörte mein Arbeitszimmer den vier groĂen Jasminpflanzen, und die Wisteria, der chinesische Blauregen, durfte in der Garage ĂŒberwintern. Auch der japanische Maulbeerbaum bekam ein PlĂ€tzchen im Warmen, was ihn prompt dazu veranlasste, schon im Januar wieder erste BlĂ€tter zu bekommen.
Im MĂ€rz gingÂŽs dann ins Freie, und – natĂŒrlich – fielen prompt die Temperaturen nochmal in den Minusbereich.
Nicht schlimm, dachte ich.
Die Pflanzen werdenÂŽs ĂŒberleben.
Dachte ich.
Was ich aber nicht bedacht und nicht gesehen hatte: Der Jasmin hatte schon BlĂŒtenansĂ€tze bekommen, und die sind sĂ€mtlichst weggefroren. Die Pflanzen waren daraufhin so traurig, dass sie selbst auch die BlĂ€tter hĂ€ngen lieĂen und braun und knusprig wurden. Doch erfroren? Ăberlebensprognose: Unbekannt.
Mist.
Kein Jasminduft in lauen Sommerabenden? Das geht nicht!
Also fix zwei neue Pflanzen bestellt. Statt eines Trachelospermum Jasminoides (Stern- oder Duftjasmin) kam was anderes. Zumindest stand auf dem Schild was anderes drauf, und die Pflanzen sahen auch etwas anders aus, dichter und sehr viel buschiger.
Neu bestellt wurde auch der Blauregen, denn aus irgendeinem Grund war der in der Garage verstorben. Keine Ahnung warum – er bekam dort Licht (die Garage hat Fenster), der Topf stand isoliert, die Erde war nie gannz trocken und die Temperaturen jetzt nicht tief unter Null. Aber nein, der war tot, und so hielten zwei neue Wisterias hier Einzug. Ich möchte auch mal so ein grĂŒnes Dach haben wie Giulietta es in ihrer Laube hat, wo der ganze Himmel aus Blauregen besteht.
Die Neuen machten sich auch gut. Der neue Jasmin fing praktisch sofort an zu blĂŒhen und duftete sehr intensiv, und die Wisterias gingen zumindest nicht ein.
Auch der Oleander kam wieder. Der hatte im vergangenen Jahr permanent und sehr schlimm Schildlausbefall. Die Viecher schissen seine BlĂ€tter zu und nagten seine BlĂŒtenstĂ€nde fĂŒrÂŽs kommende Jahr weg, und ich dachte, das warÂŽs nun mit dem. Und es war mir egal, ich mag die Pflanze nicht mehr.
Aber nein, er kam wieder, die SchildlĂ€use bislang nicht, also alles Bongo. Anders als die Regenbogenchili, die sich auf die letzten Meter schon wieder Spinnmilben fing und das dieses mal nicht ĂŒberlebte.
Im April krĂ€nkelte der japanische Maulbeerbaum. Er bekam StĂŒck fĂŒr StĂŒck braune BlĂ€tter und war im Mai ganz kahl, und ich nahm an, dass der nun auch den Weg allen Irdischen gegangen war. Aber nein: Nach einem Monat bekam er neue BlĂ€tter, und ganz viele und dicht noch dazu! Der Eumel hat vermutlich im MĂ€rz gedacht es sei Herbst, noch mal alle BlĂ€tter abgeworfen und dann im Mai gemerkt, dass das doof war und er einen zweiten FrĂŒhling einleiten muss.
Das Hochbeet brauchte ein neues Vlies, und in dem Zuge siebte ich mal die Erde durch und fand… Engerlinge. Dutzende. Die hatten wohl im vergangenen Jahr schon die Pflanzen von unten zernagt, was einiges erklĂ€rt – unter anderem, warum die alte Wisteria nie richtig gewachsen ist und dann in der Garage verreckte. Das waren mit Sicherheit auch diese Viecher.
Mit neuem Vlies und saubererer Erde wuchs der Salat wie irre…
…bis er in meiner Abwesenheit so groĂe wurde, dass er entsorgt werden musste. “Ich hĂ€tte gerne einen groĂen Salat” sah dann so aus: Portion Eimer.
An seiner Stelle wachsen dort jetzt Tomaten und eine neue Salatgurke Tanya.
Fein wachsen tun auch die FeigenbĂ€ume, die jetzt auch ein kleines Bett auf TonkĂŒgelchen gegen StaunĂ€sse haben. Im dritten Jahr haben sie ein dichtes Laubdach entwickelt und tragen rund ein Dutzend FrĂŒchte.
Aktuell ist der Balkon eine grĂŒne Hölle. Der alte Jasmin hat es doch komplett ĂŒberlebt und wĂ€chst seeeehr langsam, bekommt aber neue BlĂŒten.
Der KĂŒbel mit dem den Wisterias hatte auch eine BlĂŒtenmischung verabreicht bekommen und blĂŒht wie Zeng.
Das Hochbeet macht sich gut, ein Kasten mit Petersilie, Schnittlauch und Basilikum murkelt vor sich hin, ein Topf mit Rosmarin ist auch noch nicht kaputt und ein Kasten mit Erdbeeren trĂ€gt reichlich FrĂŒchte.
Wohl fĂŒhlen sich auch zwei NeuzugĂ€nge: Ein OlivenbĂ€umchen, das ich bei LĂDL aus dem Abfall gerettet habe und ein Japanischer Blutahorn, der sich auch gut macht.
Man sieht: Wird nicht langweilig auf dem Balkon. Fragt mich nur nicht, wo ich den ganzen Kram im kommenden Winter lasse.
























