Satire

Texte, die nach Sperma riechen

„Ich bin ein Schriftsteller, ich komme von Tolstoi, ich komme von Homer, ich komme von Cervantes. Lasst mich in Frieden und stellt mir nicht solche Fragen.“
(Peter Handke, Oktober 2019)

Solche Fragen sind nämlich unter der Würde eines Peter Handke. Fragen wie die, was er von denjenigen hält, die die Verleihung des Literaturnobelpreis an Peter Handke kritisieren. Da reagiert ein Peter Handke dann schon mal beleidigt. Das passt zu jemandem, der sich völlig ironiefrei auf eine Stufe mit den Größten Schriftstellern der Geschichte stellt.

Handke ist mir zum ersten Mal aufgefallen, als er in der taz verarscht wurde. Irgendeiner der Autoren der Satireseite „Die Wahrheit“ hatte Handkes Stil nachgeahmt, und ich dachte nur: Das gibt´s doch nicht, das jemand so schreibt. Gibt´s aber doch. Handke schreibt endlose Bandwurmsätze über Trivialitäten.

Beispiel gefällig? Hier. Herr Handke steht, warum auch immer, im Garten und guckt, ob am Baum noch eine Quitte hängt. Das ist alles. In Handkes Sprache wird daraus:

„Jetzt werde ich sie entdecken, die eine, bisher übersehene Frucht im scheinbar Fruchtleeren Baum“ – noch eine Steigerung, Schritt für Schritt um den Quittenbaum herumgehend, innehaltend, den Kopf hebend, äugend, vor und zurück gehend, und so fort, steigerte sich mein Vorsatz, zu erblicken, zu einem wilden Willen, mit nichts als den eigenen Augen die fehlende Frucht in die Leere über mir hineinzuschauen, alleine Kraft meines Blicks dort oben aus all den zugespitzten Blätterlanzetten in einem, und wenn auch noch so kleinem Zwischenräumchen „diejenige Welche“ hervor ans Licht zu treten, sich jetzt, jetzt vorwölben und rund zu machen. Und für den Bruchteil eines Augenblicks schien der Zauber zu gelingen, Da hing sie, die Frucht, so schwer wie duftig.

Das ist keine sinnstiftende Literatur, dass ist Zeitverschwendung im grauen Raum der eigenen Tristesse. Handkes Texte sind wortverkleisterte Allgemeinheiten, die sich eigentlich immer nur um eines drehen: Um ihn selbst.

Peter Handke schreibt stets über Peter Handke. Die Welt um ihn herum ist ein Spiegel, den er nur für eines nutzt: Sich selbst darin zu betrachten.

Das ist eine besonders klebrige Form von literarischer Onanie, die sich oben drauf noch einer unangenehm manierierten Schreibweise bedient. Jeder triviale Scheiss wird zu einer dem Autor huldigenden Erektion aufgeblasen, deren Lusttröpfchen in jede Ritze suppen bis der ganze Text nach kaltem Peter-Handke-Sperma riecht.

Natürlich nimmt sich Peter Handke überaus ernst, immerhin ist er der wichtigste Mensch in der Welt, ach was, des Universums! des Peter Handke.

In den 80ern und 90ern machte der Peter Handke einige Pauschalreisen, pinselte seine Beobachtungen in ein Reisetagebuch und nannte das dann – nein, nicht „Peter Handkes Reisetagebuch“, sondern „Das Gewicht der Welt“. Darunter macht ein Peter Handke es nicht.

Die Beobachtungen eines Peter Handkes über andere Ländern sind dann aber hauptsächlich Beobachtungen über Peter Handke selbst. Aber auch die sind wieder trivial, vom Kaliber:

„Die Welt im Gehen, Schauen, Bedenken, Betrachten stellt sich anders dar als die Welt in den Zeitungen“

„Nein!“ – „Doch! – „OH!“

Ich kenne nicht viele „großen, wichtigen“ Autoren des absurd selbstreferentiellen Literaturbetriebs, und die meisten von denen, die ich kenne – wie den unvermeidbaren Günther Grass – finde ich schwer erträglich. Es ist viel zu oft eitle Altmännerlitertur aus einer vergangenen Epoche, aber Handke, Handke ist mit dem was er schreibt und wie er es schreibt wirklich herausragend unerträglich.

Vollends eklig wurde Handke, nachdem er Mitte der 90er zwei Kurztrips nach Serbien gemacht hatte. In „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“ von Peter Handke verharmlost Peter Handke serbische Kriegsverbrechen.

Handke guckte in die serbische Landschaft, sah das Leben der einfachen Leute und beschieht, dass Menschen, die Barfuß laufen, keine Kriegsverbrechen begangen haben können. Der Mutlifunktionskünstler Wiglaf Droste beschieht Handke dafür einen veritablen Dachschaden, aber erstaunlicherweise lasen einige Leute immer noch seine schwiemligen Texte. Zumindest im Feuilleton, auch wenn die „Zeit“ sich zwischenzeitlich leicht enttäuscht zeigte:

„Man erfährt, dass Peter Handke in Serbien ein gern gesehener Gast ist – er darf umsonst tanken, man reicht ihm dort bei Bombenalarm bereitwillig Äpfel, und einfache Zimmermädchen sagen ihm Dank, „für das Wort, das ich meinerseits für sie und ihr Land, für ihr Land, für sie, eingelegt habe“

In einem Land, in dem einem Peter Handke so gehuldigt wurde, hatte Peter Handle seine Bestimmung gefunden. Während ihn in seinem Heimatland niemand mehr wollte, verstand er sich fortan als „Freund des serbischen Volkes“. Er kumpelte mit Slobodan Milošević herum, den Handke im Gefängnis besuchte, öffentlich verteidigte und dessen Völkermord er bis heute leugnet. Handke tingelte durch die Welt und machte Werbung für einen Völkermörder, gab Tips wen die Serben bei Wahlen wählen sollten, trat der Serbisch-orthodoxen Kirche bei und reagierte beleidigt, als das nicht alle im Literaturbetrieb so töfte fanden.

2014 war er immer noch so eingeschnappt, dass er anregte „Den Literaturnobelpreis sollte man endlich abschaffen“. Die diesjährige Entscheidung des Nobelpreiskommitees, ausgerechnet Peter Handke auszuzeichnen, ist für alle Menschen außer Peter Handke völlig unverständlich.

Verständlich ist hingegen, das Peter Handke den Preis, den er unbedingt abschaffen wollte, in dem Moment wieder toll findet, wo er ihn verliehen bekommt. Peter Handke nimmt den Preis an und streicht das Preisgeld ein. Kritik an seiner Geschwiemel wischt er mit dem Verweis, dass er in der Tradition der größten Schriftsteller der Geschichte steht, einfach weg – als wäre das, selbst wenn es stimmen würde, eine Erklärung für dünnhäutige Wutausbrüche.

Das passt genau in das Muster einer eingebildeten, eitlen Wurst, wie Peter Handke eine ist.

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Krawall im Luftkurort!

Ich gebe es zu, ich mag einige dieser seltsamen, deutschen Dörfchen die sich“Luftkurorte“ nennen. Das sind so Überbleibsel längst vergangener Zeiten, als Stadtmenschen noch auf´s Land geschickt wurden, um zumindest ein Mal im Jahr die Staublunge ein wenig auszulüften.

In manchen Orten gibt es noch skurrile Hinterlassenschaften, wie die Kurhalle auf einem Berg über Wernigerode. Da durften um 1900 Berliner AOK-Angestellte hin, setzen sich dann in diesen viktorianischen Glasbau, guckten auf den Ort runter und…. atmeten.

Oder Gradierwerke. Gradierwerke sind auch auf den ersten Blick seltsam. Riesige bauten, hölzerne Ungetüme, mit dicken Seitenwänden aus Reisigbündeln. Da hindurch rinnt Salzwasser. Kurgäste können nun durch das Innere des Gradierwerks spazieren und Salzluft einatmen. Als wenn man am Meer wäre.

Die wenigen, verbliebenen Bäder und Kurorte in Deutschland strahlen eine seltsame Ruhe und einen inneren Frieden aus. Bad Pyrmont, Bad Karlshafen, Bad Orb, Bad Gandersheim, um nur einige zu nennen, sind hübsche Orte mit einem fast morbiden Charme und schönen Parks, die zum Flanieren und Verweilen einladen, und aus jeder Ecke scheinen die Orte zu wispern „Sauge mich in Dich auf, ich helfe Dir Ruhe und Deine innere Mitte zu finden“.

Die ruhige Atmosphäre der Orte steht allerdings meist diametral der Krawalligkeit der Menschen entgegen die sich dort aufhalten. Die Rede ist nicht von „Jugendlichen“. Das ist ja ohnehin ein Begriff, der generationenübergreifend als Synonym von „Benimmt sich Scheiße“ benutzt wird. Dabei stimmt das nur noch begrenzt. „Jugendliche“ glotzen heute stumm auf ihre Smartphones und labern nur im Kino.

Nein, die Rede ist von einer Gruppe, die das genaue Gegenteil von jugendlich sind: Der Generation 70 Plus, und zwar die Exemplare, die einem durch ihre offensive Launigkeit echt die Stimmung vermiesen kann. Dazu gehört das Klatschaffentum, wie ich es neulich schon hier beschrieb. Keine Ahnung wie diese Indoktrination zustande kam, aber sobald irgendwo Musik ertönt, klatschen alle Senioren über 70 sofort mit. Die würden sogar noch in der Kirche mitklatschen. Hat denen mal jemand erzählt Mitklatschen wäre Pflicht?

Zumindest benehmen sie sich so, und auch ansonsten lassen sie keinen Zweifel daran, dass sie es mit ihrer guten Laune todernst meinen. Neulich erst wieder beobachtet: Mit heftiger Zielstrebigkeit wird ein Jägermeister nach dem nächsten verklappt wurde, denn lautstark gebollertes „mir nehm´noch ein, wir beede!“ steigert ja automatisch die Befindlichkeit. Dann werden Witze mit Verfallsdatum 1939 rausgeholt und übelst sexistischer und rassistischer Scheiß gelabert, ist ja nur ein Witz, wa? Irgendwann ist dann der Alkoholpegel so hoch, dass das Scheißelabern nicht mehr so klappt, dann wird das Smartphone rausgeholt.

Ohja, das Smartphone in Kombination mit einer Oma in einem Restaurant im Luftkurort, das ist die wahre Hölle auf Erden. Schon früh am Abend wird stundenlang wird an dem Kasten rumgedrückt und rumgefummelt, um dann verwackelte Videos von kleinen Bens, Fynns, Emilias oder Sofias am Tisch rumzuzeigen. Das ist die harmlose Phase.

Richtig abartig wird es, wenn der o.g. Füllstand erreicht ist. Ein Teil der Renternschaft guckt dann stier in die Blumenrabatte, um die sich der Rest der Welt gerade wie ein Karussell dreht, aber die Frohsinnspansen drehen jetzt richtig auf. Da gab es doch diese magische Funktion am Smartphone, die alles spielt was man will…. und schon quäkt „Griechischer Wein“ aus den Handylautsprechern.

Nun beugen sich andere Omas vor und fragen „Kann das Ding auch dieses Lied von dem Dings, was wir immer so gerne gehört haben?“. Dann nickt die Smartphonebesitzerin stolz, und die ganze nächste Stunde folgt Schlager auf Schlager auf Schlager, von „Schön war die Zeit“ mit Freddy Quinn über Andy Borgs „Fischer von San Juan“ bis hin zu Mike Krügers „Bode mit dem Bagger“. Zwischendurch kräht Costa Cordalis „Annnnitaaaaa!“ und Roberto Blanco beteuert, dass ein Bißchen Spass sein muss. Das sehen die Senioren genauso und klatschen, was das Zeug hält.

Es ist die HÖLLE, zumal diese Dummlieder auf voller Lautstärke auf einem scheppernden und quäkenden Handy angespielt werden, bis sich die Hirne der Umsitzenden langsam auflösen. Spotify, in den Händen betrunkener Senioren, verwandelt sich in eine tödliche Waffe. Und das ist der Grund, weshalb man in Luftkurorten nicht nach 21 Uhr essen sollte. Denn dann machen die Senioren Krawall, und zwar so richtig.

Es ist wirklich erstaunlich, aber es sind tatsächlich unsere ältesten Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich überhaupt nicht zu benehmen wissen und denen alle anderen Scheißegal sind. Hauptsache, SIE haben Spaß. Da Lob ich mir doch unsere Jugendlichen. Die klatschen wenigstens nicht zu ihrer Handymusik.

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Göttinger Blau

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Göttingen ist eine nette Stadt. Nett im Sinne von „nicht komplett doof“, was angesichts der Tatsache, dass ein Fünftel der 125.000 Einwohner Studierende sind, nicht selbstverständlich ist.

Göttinger fahren am Liebsten überall mit dem Fahrrad hin, und wer was für die Radfahrer tut, wird von ihnen gewählt. Das führt in der Lokalpolitik des öfteren zu merkwürdigen Aktionen, insbesondere wenn Wahlen in Tateinheit mit abgreifbaren Fördermitteln anstehen, die Beschaffung von Wahlstimmen also praktisch zum Nulltarif passieren kann.

Exakt diese Situation hatten wir im vorvergangenen Jahr in Südniedersachsen. Es standen Wahlen an, und zeitgleich förderte der Bund die Elektromobilität. Nun hat Göttingen mit Elektroautos nicht viel am Hut, aber eben mit Radfahrern. Aus dieser unheiligen Konstellation erwuchs der „eCycle Superhighway Göttingen“, auf Deutsch „eRadschnellweg“. Die Idee: Vom Bahnhof bis zum vier Kilometer entfernten Nordcampus der Universität wird eine vier Meter breite Radspur eingerichtet, auf der dann glückliche Studis auf Elektrorädern hin- und hersausen können. Die Elektroräder sind allerdings nicht im Preis inbegriffen. Man könne aber auch mit normalen Rädern auf dem eRadweg fahren, und damit viel schneller und sicherer als bisher durch die Stadt flitzen, teilte die Stadt Göttingen mit und fuhr mit dem Antrag eine Million Euro an Fördergeldern ein.

eCycle Superhighway.

eCycle Superhighway.

Allerdings liegt zwischen Bahnhof und Norduni ein Teil der Innenstadt und ein Wohnviertel, und Häuser abreißen wollte man für die Fahrradschnellstraße dann doch nicht. Das Resultat: Der eHighway führt nun zum Teil über alte Radwege, aber auch über Busspuren, Abbiegestreifen, Spielstraßen, im 45 Gradwinkel über eine vielbefahrene Kreuzung und schließlich auf einer stattlichen Länge von zwei Kilometern über die Gegenfahrbahn des motorisierten Straßenverkehrs.

Für einen „eCycle Superhighway“ gibt es in der StVO keine Regelungen zur Kennzeichnung, und so nahm sich Göttingen einige künstlerische Freiheiten heraus. Man erfand ein neues Schild (s.o.), und ging ansonsten recht offensiv mit blauer Farbe ans Werk. Mal wurden Bordsteine blau angemalt, mal blaue Linien an Wegräder gezogen, mal ganze Flächen und Wege blau getüncht. Für eine Million Euro bekommt man VIEL blaue Farbe.

Für eine Million Euro lässt sich VIEL blaue Farbe kaufen.

Für eine Million Euro lässt sich VIEL blaue Farbe kaufen.

Etwas befremdet reagierten Anwohner einer Wohnstraße, als sie eines Morgens Bautrupps vorfanden, die ihre Straße blau anmalten. Das sei jetzt eine Fahrradstraße, erklärte man ihnen, und im übrigen sei ab jetzt hier Durchfahrt für Autos verboten. Das sorgte für einigen Unmut unter Anwohnern der Schlumpfstraße und den ansässigen Supermärkten, die sich prompt danach erkundigten, wer die Kosten für die Warenanlieferung per Fahrradkurier übernehmen würde. Daraufhin wurden Anlieferverkehr, Autos und Motorräder wieder erlaubt, was die Fahrradstraße faktisch wieder zu einer normalen Straße macht – nur blauer.

Fahrradstraße!! Aber, äh, auch für Motorräder und Autos.

Fahrradstraße!! Aber, äh, auch für Motorräder und Autos.

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Cebit 2015

Wie jedes Jahr gab´s auch heuer, wie wir Österreicher sagen, wieder eine CeBit. Die war in diesem Jahr ganz besonders, aus mehreren Gründen. Zum einen: Das Wetter. Es gibt einen feststehenden Ausdruck für depressionsauslösenden Grauhimmel in Tateinheit mir scharfen Wind, der einen Nieselregen in jede Ritze drückt: CeBitwetter. In diesem Jahr war kein Cebitwetter, sondern… Sonnenschein? Das Messegelände in Hannover, das sonst den rauen Charme eines sibirischen Gulags verströmt, glich plötzlich einem relaxten Campus. Seltsam.

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Der zweite Grund: Vor einigen Jahren lag die CeBIT am Boden und zuckte nur noch, jetzt war die gefühlte Stimmung unter den Ausstellern wesentlich besser. Die Dichte der jovialen Anzugsträger mit Guttenberg-Gedächtnis-Gesicht war extrem hoch, ein Zeichen, dass die Branche wieder dicke Eier vor sich her trägt. Wie das kommt? Nun, vor zwei Jahren gab es ja diese Snowden-Enthüllung, dass wir alle durch die Geheimdienste über das Internet überwacht werden.

Das man damit durchkommen kann ohne Folgen befürchten zu müssen, beflügelt auf der CeBIT einen Großteil der Aussteller, nach dem Motto: Wenn man DAMIT durchkommt, dann kann man die Leute mit allem verarschen! Und so sah die CeBIT 2015 dann auch aus.

Hier kann man das Handwerk  lernen: Vom Meister himself, the one and only Karsten Maschmeyer, ...Versicherungsverkäufer.

Hier kann man das Handwerk lernen: Vom Meister himself, the one and only Karsten Maschmeyer, …Versicherungsverkäufer.

Um richtiger IT-Manager zu werden, kann man sich ein Stück weiter das letzte Bißchen Hirn kauterisieren und den passenden Anzug verpassen lassen.

Um richtiger IT-Manager zu werden, kann man sich ein Stück weiter das letzte Bißchen Hirn kauterisieren und den passenden Anzug verpassen lassen.

SAP verhöhnt alle, die schonmal mit seiner Software zu tun hatten - wenn die Software wirklich simpel wäre, würden keine SAP-Berater mit fünfstelligen Tageshonoraren benötigt. Und vielleicht gäbe es Quelle noch.

SAP verhöhnt alle, die schonmal mit seiner Software zu tun hatten – wenn die Software wirklich simpel wäre, würden keine SAP-Berater mit fünfstelligen Tageshonoraren benötigt. Und vielleicht gäbe es Quelle noch.

Davon träumt die Branche: Alle Daten, von jedem, immer und überall, BIIIIG DATA!!!! Man kann die Erektion mancher Firmen förmlich spüren.

Davon träumt die Branche: Alle Daten, von jedem, immer und überall, BIIIIG DATA!!!! Man kann die Erektion mancher Firmen förmlich spüren.

BIG.... DATA... SCANNER... manche Firmen klingen wie  Zombie... HIIIIRN...

BIG…. DATA… SCANNER…
manche Firmen klingen wie
Zombie… HIIIIRN…

Das Customer-Briefing Center der Telekom: Hier wird Kunden gesagt, was sie denken und kaufen sollen.

Das Customer-Briefing Center der Telekom: Hier wird Kunden gesagt, was sie denken und kaufen sollen.

Was kann Deutschland nicht? Internet. Was kann Deutschland? Industrie. Nur Folgerichtig hat sich unsere Bundesregierung den Bullshit von der „Industrie 4.0“ aus dem Hinten gezogen, das Wort in den Raum geworfen und guckt nun, was die Firmen daraus machen. Die üblichen Verdächtigen stürzten sich darauf wie Hunde auf den Knochen. Ganz vorn dabei: Prof. Scheer, der in diesem Jahr sogar behauptet, Industrie 4.0 quasi erfunden zu haben. Das aktuelle Prospekt schleudert dann auch wieder eine Unmenge Buzzwords in den Raum und guckt mal, was kleben bleibt.

Adaptive Logistics & Supply Chains mit Smart Analytics und Agile Planning dank collaborative Product & service Engineering. Die Worte lassen sich in beliebiger Reihenfolge mixen.

Adaptive Logistics & Supply Chains mit Smart Analytics und Agile Planning dank collaborative Product & service Engineering. Die Worte lassen sich in beliebiger Reihenfolge mixen.

Manche Leute übertreiben es beim Buzzwordmixen auch, das fällt aber in der euphorischen Goldgräberstimmung kaum auf. Oder was soll „Smartes Wasser“ sein?

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Bei Bullshit immer mit dabei: Telekom, SAP und Fraunhofer. Gemeinsam machen sie das „Digitale Wirtschaftswunder“ mit „Industrie 4.0“. Wie das aussieht weiß die Marketingabteilung noch nicht, aber die Farbe steht bestimmt schon fest.

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Gegen Regenwetter aus der Cloud: Wirtschaftswunderregenschirme.

Gegen Regenwetter aus der Cloud: Wirtschaftswunderregenschirme.

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Natürlich ist Sicherheit ein Riesenthema, und weil die Geheimdienste alle super verarschen und die Politik so fein mitmacht, lässt sich auch die Wirtschaft nicht lumpen und lügt allen ins Gesicht. Man kann das eigentlich nur noch ironisch interpretieren und lauschen, ob man hinter den Kulissen der Stände Gelächter hört.

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Damit liegen sie auf einer Linie mit den Bundes- und Landesbehörden. DIE schützen! Und produzieren Sicherheit! Und Vertrauen!

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Und wie machen Sie das? Na, durch schärfere Kontrollen und stärkere Überwachung natürlich!

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Der Niedersächsische Verfassungsschutz wirbt mit Zeilen, die wie Hohn klingen. Oder warum setzen die den Satz „Uns liegt ihr Know-How-Schutz am Herzen“ in Anführungszeichen? Egal, darunter präsentieren sie die Palette ihrer Dienstleistungen, u.a. Wirtschaftsspionage:

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Natürlich will die Landespolizei dabei mitmachen und hat schonmal Dienstwagen bestellt, damit sie auf Streetview Cyberpatrouille fahren können:

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Natürlich gab es auch die kleinen und großen Facepalms. In der Reihenfolge der Schlimmigkeit:

Klassische Facepalms:
Kleine und mittlere Aussteller, die viel Aufwand in Standbau und Anreise gesteckt haben, und dann wie die Affen hinter ihren Smartphones oder Notebooks hocken oder die Messehostessen angraben, aber sich keinen Deut um das Publikum kümmern.

Du bissja nen lecker Mäddsche, ne?

Du bissja nen lecker Mäddsche, ne?

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Mittelgroße Facepalms

1. Unternehmen, die ernsthaft fragen (und vermutlich machen) was ihre Kunden wollen:

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2. Blackberry: Zuckt noch ein wenig. Kann sich nur noch einen halben Gemeinschaftsstand leisten, umklammert aber in seinen fast erkalteten Fingern störrisch das Schild mit der Aufschrift „Ich binne nicht tot“

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Riesenfacepalms:

1. Das Bundesministerium für Transport, Bewegung und Verkehrssicherheit (oder so ähnlich) kann so viel mit IT anfangen, dass sie in ihrer Verzweiflung eine alte Lara Croft Figur aufgestellt haben, die sie hinterm GameStop aus dem Sperrmüll gefischt haben. Inhaltlicher Bezug? Nicht gegeben.

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2. Der Stand des Landes Niedersachsen. Da arbeiten wir Niedersachsen JAHRELANG an der Behauptung, mehr zu können als nur Schafe zu ficken, und DANN DAS!

Der Stand des Landes Niedersachsen: Alles VOLLER SCHAFE die nichtmal von elektrischen Androiden träumen.

Der Stand des Landes Niedersachsen: Mein Gott, er ist voller Schafe. Alles VOLLER SCHAFE, die nichtmal von elektrischen Androiden träumen.

3. Hippies, die in der Workshophalle Holz beiteln, Stoff batiken und Ikonen malen. Und warum? UM DIE WIRTSCHAFT ZU RETTEN. Am Rand der Halle stehen SAP-Berater und lachen sie aus.

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Nein, das sind mit die Russen lieber. Die präsentieren ganz offen und ehrlich was sie im Programm haben: DROGEN.

Man sollte zuerst den Stand der Russischen Föderation in Hall 9 aufsuchen. Eine kurze Probe der angebotenen Waren macht den Rest des Besuchs erträglicher.

Man sollte zuerst den Stand der Russischen Föderation in Hall 9 aufsuchen. Eine kurze Probe der angebotenen Waren macht den Rest des Besuchs erträglicher.

Für gute Stimmung sorgt auch die Nachricht, dass wieder ein paar Chinesen verhaftet wurden, die gute, europäische Produkte plagiiert haben und dafür von der Cyberpolizei verhaftet und von Netzwerkausrüstern mit neunschwänzigen Kabelpeitschen gefoltert wurden. Geschieht denen Recht, das geistige Eigentum will respektiert werden! Ideen anderer klauen, das würde die CeBIT NIE MACHEN!!

Alles was zählt: Saufen bis die Lutzi qualmt.

Alles was zählt: Saufen bis die Lutzi qualmt.

Na, egal. Ich kann sowieso nicht auf die Standparties. Für mich war das ein langer und aufschlußreicher Cebit-Tag, aber jetzt geht es nach Hause. Warum springt das Auto nicht an? Oh scheiße, jemand hat den Motor geklaut.

Seitdem Booth-Babes politisch nicht mehr korrekt sind, ist das hier das meistfotografierte Model der Messe: Tesla Model S.

Seitdem Booth-Babes politisch nicht mehr korrekt sind, ist das hier das meistfotografierte Model der Messe: Tesla Model S.

Kategorien: Berufsleben, Satire | 4 Kommentare

Äh, Deutsche Bahn?

Bei der Deutschen Bahn gibt es ja schon ewig so ein System, wo man für jeden Euro Umsatz 0,314829192 Punkte bekommt. Ist man zwei Mal um den Erdball gefahren und hat der Bahn eine fünfstelligen Betrag nachgeworfen, kann man drei Trilliarden Punkte gegen eine Freifahrt oder ein Knibbelbild einlösen. Haupteffekt der Teilnahme am Nimmt man am „Bahnbonus“-Programm ist, dass man jeden Tag ein- bis zwei fünfseitige Briefe von Bahnchef Grube und der verantwortlichen Bonustante im Briefkasten hat. Da steht dann drin wie weit man noch davon entfernt ist ein Knibbelbild besitzen zu dürfen und dass man ganz viel Bahn fahren soll, wenn man nicht ausgelacht werden will, weil man kein Knibbelbild hat.

So weit, so bekannt. Die Glasperlenwährung unserer Zeit heißt Punkte sammeln. Ganz neu ist aber bei der Bahn Punkte sämmeln. Ja wirklich: sämmeln.

2014-11-14 19_40_38-bahn.bonus - Säm & Mel
Quelle: https://www.bahnbonus-saemmeln.de

Die Bahn schreibt auf www.bahnbonus-saemmeln.de:

Säm und Mel, die frechen bahn.bonus-Punkte, laden zum großen Jagen und Sämmeln ein. Sämmeln? Na klar. Das ist wie Sammeln. Nur mit mehr Punkten, viel mehr Spaß und am Ende mit tollen Prämien.

So sehen die „frechen bahn.bonus-Punkte“ (SIC) aus:

2014-11-14 19_20_16-bahn.bonus - Säm & Mel

Äh, hallo, Deutsche Bahn? Ist wer zu Hause?
Säm und Mel? So ein mieses Wortspiel sieht doch auch nur auf einem Paper beim koksnasigen Pitch einer Berliner Werbeagentur gut aus. „Sämmeln“ ist ja in einer Liga mit „Junited Autoglas“.

Und dann diese Umsetzung! Als hätte ein minderbegabter Computerfan versucht in bekifftem Zustand Tribbles mit Paint zu animieren. Vollkommen unpassend zum knallroten Äußeren wurde dann noch die Grafik einer lebensechten Zunge verwendet, womit klar sein sollte, was die Vorlage für die beiden „frechen“ Punkte war: Das Creepy Happy Meal des Todes, das seit einiger Zeit Kindern in den USA ähnlich traumatisiert wie „lustige“ Clowns.

Creepy happy meal

Wie kommt sowas bitte in die Öffentlichkeit?! Also, ich hege ja die Vermutung: Der Weselsky hat seine Drogen mit den Leuten bei der Bahn geteilt. Anders ist sowas doch nicht zu erklären. Oder? ODER?! Wie auch immer, ich kann mir gerade noch verkneifen jetzt das Wortspiel zu bringen, dass man den Leuten aus der Werbeabteilung eine sämmeln sollte. Wie wir alle wissen, werden die bei der Revolution ohnehin als erste an die Wand gestellt*.

(Danke an Herrn S. für´s finden!)

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* Vgl. Adams, Douglas: The Hitchhikers Guide to the Galaxy, PAN Verlag, 1978

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Tarja Live in Hannover 2014: The Colours in the Dark-Tour

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Ach ja, Hannover. Hauptstadt des Bundeslands Niedersachsen und wahrlich keine schöne Stadt. Um genau zu sein: Die zweithässlichste von Deutschland. Kann man aber trotzdem mal hinfahren, denn in Hannover gibt es auch Schöne Ecken, man kann so mittelgut Shoppen und gelegentlich gibt es ein Konzert zum angucken. Entweder in der Oper…

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…oder, wie ich gestern Abend, im Theater am Aegi:

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Ja, das ist von innen genauso hässlich wie von außen. Am 3. Mai spielte dort zunächst mal „The Name“, was ein denkbar bescheuerter Name für eine Band ist, die man im Internetzeitalter vielleicht auch mal über eine Suchmaschine finden möchte. „The Name“ machen so Kindergartenmetal auf Schulhofniveau, was durchaus passt, denn die Band sieht auch aus wie eine Horde Gymnasiasten. Auffälligstes Merkmal ist Sängerin Hadassa, die vor allem zwei Dinge kann: Gaaanz knappe Röckchen tragen und sich permanent über einen, auf der Bühne liegenden, Ventilator beugen. Dadurch sieht sie aus wie eine buckelige Medusa und bekommt dauernd Haare in den Mund und ins Gesicht, aber ihr macht das wohl Spaß, also sei´s drum.

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Main Act des Abends war aber jemand anders, nämlich Tarja. Die 1977 geborene Finnin war mal die Frontfrau von „Nightwish“. Seit 2005 frickelt sie allein vor sich hin. Heute lebt sie mit Mann und Kind in Argentinien und geht nur selten auf Tour. Und da ich die Möglichkeit hatte in der ersten Parkettreihe eine Karte zu bekommen… warum nicht, obwohl das eine Reise nach Hannover bedeutete.

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Skeptisch war ich vor allem deshalb, weil Tarja der Ruf einer Diva anhaftet. Bei Nightwish ist sie, angeblich wegen Divenhaftigkeit, rausgeflogen, und man war schnell bereit das der Band um Papa Schlumpf zu glauben – bis sich rausstellte, dass die alle Nase lang ihre Sängerinnen auf unfeinste Art und ohne ihnen was zu sagen abservieren. Auch wenn „Nightwish“ letztlich Arschlochfinnen sind, sie machen immerhin noch anhörbare Musik. Das ist bei Tarja nur noch bedingt so.

Drei Soloalben hat sie bislang rausgebracht: Das 2007 erschienene „My Winter Storm“ ist ein grandioses Konzeptalbum, dass ich immer wieder gerne höre, aber fast alles was danach kam, kann man leider getrost vergessen. Das 2010er „What lies behind“ scheint sich zum Großteil mit schmutziger Wäsche aus der „Nightwish“-Zeit zu befassen, und das 2013er Album „colours in the Dark“ ist hoffnungslos überproduziert. Tarja ist eine klassisch ausgebildete Sopranistin, deren Spezialität der Gesang zu Metalsongs ist. Die Musik lebt vom Gegensatz der klassischen Stimme zu eher harter Musik, und auf dem letzten Album stimmt das Verhältnis nicht mehr: Die Musik überklebt mit bombastischem Synthigeorgel und endlosen Gitarreneinsätzen den Gesang, und dadurch leidet das Gesamtkunstwerk.

Außerdem hatte ich im Vorfeld von gerade mal einstündigen Konzerten in halbvollen Häusern gelesen, was zusammen mit dem Bild der Diva den Eindruck einer zickigen Künstlerin vermittelt, die nichts mehr so richtig gebacken kriegt und sich von der Welt unverstanden fühlt. Das alles zusammen hatte meine Erwartungshaltung ziemlich runtergeschraubt, und ich war auf eine distanzierte Eiskönigin und einen mediokeren und unterkühlten Auftritt gefasst.

Tatsächlich war das, nicht gerade supergroße, Theater am Aegi nicht ausverkauft, mehr als die Hälfte der Ränge war frei – nicht gerade das beste Zeichen.
Umso überraschter war ich, als Tarja sich überaus gutgelaunt und springlebendig herausstellte, als sie nach rund einer Stunde nach Konzertbeginn die Bühne betrat. Wie ein Gummiball hüpfte die über die Bühne, lachte und freute sich und flirte von der ersten Sekunde an mit dem Publikum.

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Das Publikum war extrem gemischt: Von WIRKLICH alten Damen (mit Rollator!) über pubertierende Langhaarwürstchen, kuttentragende Metalzwerge und 150 Kilo-Gothmädchen in knapper Spitze bis zu dramatisch guckenden Magersuchtfrauen, die vermutlich in Tarjas schlechten Texten nach dem Sinn des Lebens suchen, war alles mit dabei. Aber alle hatten eines gemeinsam: Sie liebten Tarja. Schon nach dem ersten Lied standen alle und feierten die Sängerin ab, was dieser tatsächlich ein wenig die Tränen in die Augen trieb. Ich persönlich, als eher kleiner Mensch, finde die Rumsteherei in bestuhlten Locations immer eher doof, aber da ich wirklich weit vorne an der Bühne und Tarjas Bewegungsdrang ansteckend war, war das in diesem Fall OK.

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Zusammen mit einem faxenmachenden Punker am Schlagzeug, einer coolen Bassistin, einem Gitarristen, einem Cellisten und einem Mann an den Syntheziern heizte Tarja so richtig ein. Sie hat ohnehin eine sehr gute und klare Gesangsstimme, der man gut zuhören kann. Aber Sie kann noch weitaus mehr – wenn richtig intensive Passagen kommen, zündet Tarja ihren Sopran-Nachbrenner und singt mit der Kraft einer Opernsängerin gegen Gitarrenriffs und Schlagzeug an, und das auch live fehlerfrei, in erstaunlichen Höhen und mit einer Lautstärke, die in dem kleinen Theater fast die Lautsprecher überflüssig machte. Dafür, dass sie eine zierlich gebaute Frau ist, überrascht dieses Volumen doppelt.

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Gegeben wurde ein Mix der bisherigen Werke. Auch wenn Songs von „Colours in the Dark“ im Mittelpunkt standen, fanden sich von den älteren Werken auch immer mal wieder welche dazwischen, wie etwa das grandiose „I walk alone“ oder auch das absurde „Anteroom of Death“. Sogar ein Nightwish-Song hatte sich in die Setlist verirrt, „I Wish I had an Angel“.

Obwohl sie zwischen den Songs nicht viel redete, brachte Tarja trotzdem das Kunststück fertig zu vermitteln, dass SIE es war, die vom Publikum mit Anwesenheit geadelt wurde, nicht umgekehrt. Wirklich, ich habe noch nie erlebt, dass eine Künstlerin oder ein Künstler so dankbar für Publikum war und auch soviel physischen Kontakt suchte wie die vermutete Eiskönigin, die total sympathisch rüberkam.

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Nach 75 Minuten ging kurz das Licht an, die Zugabe kam kurz darauf und brachte die Gesamtlaufzeit (ohne Vorgruppe und halbstündige Pause) auf über 105 Minuten. Ein rundum gelungenes Konzert, bei dem lediglich das Konzept der Tour nicht griff. Das soll nämlich sein, dass man in edlen, bestuhlten Locations, ohne Festival- oder Arenaatmosphäre, Tarjas Musik genießen kann – vermutlich auch ein Zugeständnis an die vielen älteren Fans. Dadurch, dass es das Publikum nicht auf den Sitzen hielt, konnten natürlich gerade die älteren und kleineren nicht viel sehen – aber das kann man schwerlich der Künstlerin anlasten.

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Für die Show hat sich selbst die Reise nach Hannover gelohnt. Und genrell kann ich nun sagen: Ein Besuch bei Tarja lohnt schon wegen der energiegeladenen Performance und der großartigen Stimme, wenn man die Gelegenheit hat, sollte man ein Konzert besuchen – wer weiß, wann Tarja wiederkommt.

Karten gibt es ab 38 Euro. Die nächsten Termine:

05.05.14 Frankfurt, Batschkapp
06.05. Härterei, Zürich
08.05. Theaterhaus, Stuttgart
09.05. Alte Oper, Erfurt
11.05. Kurfürstliches Schloß, Mainz
14.05. Stahlwerk, Düsseldorf

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GEMA treibt Gebühren von Geheimdiensten ein

Wie der Postillion meldet, geht jetzt die GEMA gegen die Geheimdienste vor. Laut einem Urteil aus Karlsruhe stellt das Abhören von Kommunikation einen Mitschnitt dar, und „Wo ein Mitschnitt ist, ist auch ein Urheber“, lautet der Urteilsspruch. „Dessen Rechte macht – wie auch bei anderen Tonträgern – die GEMA geltend.“

Jeder Bundesbürger und jede Bundesbürgerin kann von einer GEMA-Ausschüttung profitieren, wenn ein Wahnrnehmungsvertrag geschlossen wird.

Hier geht es zur Meldung und einer Anleitung für den Vertragsabschluss.
Lasst die GEMA von der Kette! Wird Zeit, dass die mit ihren Instrumenten mal was Gutes tut, statt immer nur mit Youtube rumzuzanken.

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Fahrgeld

Schwarz-Geld gibt sich ja alle Mühe, den Wahlkampf mit Steuermitteln zu gewinnen. Als hätte man das nötig – die SPD hat sich doch schon entschieden, die Wahl zu verlieren. Das teilzeitrabiate ältere Herren mit „guten Connections“ in die Wirtschaft nicht wahlfähig sind, zeigt das Beispiel Romney doch eindrucksvoll.

Betreuungsgeld für die Bayern, Abschaffung der Praxisgebühr für die FDP – alles wahltaktisches Getue ohne langfristige Strategie. Als . Was kommt als nächstes, fragt man sich da. Nun, zumindest darauf hat die Gabrielpartei eine gute Antwort:

Tatsächlich finde ich persönlich diese ganzen Wahgeschenke zum aus-der-Haut fahren. Betreuungsgeld heisst nichts anderes, als Kindern aus sozial weniger gut situierten Haushalten Bildung vorenthalten. Ja, auch Kinderkrippe und -garten sind für mich Bildung. Und die Praxisgebühr mit Verweis auf die Ansparungen der Krankenkassen abszuschaffen ist schlichtweg ein Skandal – bei DEN Herausforderungen, denen sich die Kassen u.a. mit demographischem Wandel ausgesetzt sehen, sollte man dankbar um jedes kleine Finanzpolster sein, das irgenwo rumliegt. Zumal die 14 Milliarden, und von so wenig reden wir hier, von einigen wenigen Kassen erwirtschaftet wurden, der Großteil der Kassen macht nämlich Miese. Aber ach, sowas interessiert ja wieder niemanden, mit Politikstrategien über Jahrzehnte hinweg kann man ja heute keine Wahl gewinnen. Da muss dann erst wieder jeder vom Typ Schröder kommen, um sowas mal anzustossen. Wollen mal hoffen, dass die vom dem damals DNA genommen haben, dann müsste der Klon bald einsatzfähig sein.

Nachtrag: Das dem Qualitätsjournalismus nur einfällt, das man mit dem gesparten Geld eine hübsche Saftpresse kaufen könnte, passt mal wieder zu dem Saftladen.

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Für die Innere Sicherheit: Fang doch mal einer diesen Papst!

Ey, jetzt reicht es langsam!
Gestern hiess es: Gehen sie am besten nicht aus dem Haus. Der Papst kommt!
Und heute nun Schüsse!!

Also, ganz ehrlich, die Vorstellung nicht rausgehen zu dürfen weil ein gefährlicher Papst ums Haus schleicht, das ist schon unheimlich. Aber jetzt reicht es wirklich! Da werden fast 30 Millionen für Sicherheit und Polizei ausgegeben um diesen Papst zu fangen, und der eskaliert lustig vor sich hin und schiesst sogar schon auf Leute???

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Vor der Wahl in Baden-Württemberg: Eine kurze Zusammenfassung des Mappus

Hahah: http://mappus-restlaufzeit.de/

Das dieser Stefan Mappus überhaupt zur Wahl antreten darf, das wundert mich ja schon.

Der Mappus stellt sich, rein subjektiv, so dar: Erst klüngelt er in einer Schwitzhütte in einer Altherrenrunde mit schwäbischen Bauunternehmern Stuttgart21 aus. Dann lässt er sich von der Atomlobby kaufen und fordert den schnellstmöglichen Aussteig aus der Energieversorgung durch Gas- und Kohlekraftwerke und eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Dazwischen setzt er die Bauarbeiten in Stuttgart mit Gewalt durch, in dem er Demonstranten mit Wasserwerfern die Weichteile wegschiessen lässt. Die Gewalt gegen Bürger lenkt ein wenig von seinen anderen Machenschaften ab: Mappus agiert mit Landesmitteln quasi öffentlich für Enerieversorger und seine Kumpels, das ging in den S21-Debatten aber nahezu unter.


Quelle: http://zeitlose-wahrheit.blogspot.com/

Die wirklich schlimmen Dinge stecken nämlich, kaum oder stümperhaft versteckt, in der Sache mit dem Deal mit EnBW. Und der geht so: Das Land kauft für schlappe 4,7 Milliarden Euro Aktien des Energieversorgers. Der Deal sollte Mappus im Wahlkampf als Atombefürworter und Macher präsentieren, während gleichzeitig seine Kumpels aus der Schwitzhütte auch was davon haben: Der Milliardendeal wird, gegen einen gewissen Prozentsatz der Transaktionssumme, von einem Finanzhaus abgewickelt, das den Auftrag ohne Ausschreibung bekam. Und dessen Chef ist Mappus Trauzeuge und engster Freund aus Junge-Union-Zeiten.

Das die Übernahme mit einem unüblich hohen Aufschlag auf den aktuellen Börsenwert der Aktien erfolgt, um die Transaktionssumme aufzublähen, fällt da kaum noch auf. Die Zustimmung zu dem Ganzen hat Mappus sich vom Landtag erst geholt, als die Verträge schon unterzeichnet waren. Das BRÜLLT alles nach Machtmissbrauch und Filz.

Der ganze Deal ist nun schon mehrfach auf verschiedene Füße gefallen: Zuerst natürlich dem Land und den Steuerzahlern, denn die EnBW-Aktien gehen nicht erst seit dem Erdbeben in Japan und der Atomausstiegsdiskussion den Bach runter. Das hat auch Auswirkungen auf Mappus: Der hat finanziell zwar seine Schäfchen im Trockenen, aber der Deal war SEIN Kernding im Wahlkampf. Pro-Atom, Mappus als Strahlemann präsentieren, das war der Kern der Wahlkampfstrategie. Geht nun leider alles gar nicht mehr. Vor Kurzem hat Mappus noch den Rücktritt von Bundesumweltminister Röttgen gefordert, weil der Mappus´ Forderungen nach Laufzeitverlängerungen für AKW nicht sofort und rückgratlos zugestimmt hat. Mittlerweile hat aber selbst Mappus gemerkt, dass so eine Nummer gerade beim Volk nicht gut ankommt.

So ein Mappus ist aber immer auch noch für andere Klopfer gut. So ist er gegen Homosexualität und bezeichnete den Christopher Street Day öffentlich als abstossend, lehnt Lebenspartnerschaften ab, findet Vertriebene als Stammwählerschaft der CDU wichtig, verhindert schonmal den Kauf von Steuerbetrugsdaten ab (warum wohl?) und droht kulturellen Einrichtungen, die sich Ausstellungen zum Neo-Faschismus befassen, mit der Kürzung der Mittel.

Übrigens hat kein Wähler jemals den Mappus zum Ministerpräsidenten gewählt. Der ist einfach von der Partei als Nachfolger von Oettinger ausgekungelt worden, weil der von der Bundesmerkel auf die EU-Ebene abeschoben wurde.

Was bei mir hängen bleibt, ist das Bild eines zutiefst korrupten, schwulenhassenden, skrupelosen, rechten Machtmenschen, der sich und seine Kreise hemmungslos mit Steuergeldern bereichert.
Von den Schwaben an sich habe ich eh nicht die höchste Meinung, aber wenn DER am kommenden Sonntag vom Volk zum Ministerpräsidenten gewählt wird, dann votiere ich dafür, dass Baden-Württemberg aus der Bundesrepublik ausgeschlossen wird.

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Damit´s bei der Arbeit läuft wie geschmiert.
Via Picsmark

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Visualisieren Sie: Was bleibt vom Sparpaket der schwarz-gelben Regierung übrig?

„Lesen Sie eigentlich Zeitung? Die zahlen das gerade sechs Jahre. Danach sollen die Strombosse freiwillig was abgeben. Strombosse, freiwllig, abgeben – das sind gleich drei Fehler in einem Satz“

Ich habe heute zum ersten mal die Heute-Show des von mir, ob seines Comdey-Talents, sehr verehrten Oliver Welke (manchen als Sportreporter oder als Pathologe Dr. Brinkman aus dem „Wixxer“ bekannt) geschaut. Und für gut befunden. Auch wenn Kalkofe ein wenig fehlt.

Das folgende Video erklärt auf sehr unterhaltsame Weise das aktuell diskutierte Sparpaket der deutschen Bundesregierung und wie schlimm dumm die aktuelle Politik ist.

Die komplette Sendung gibt es, zumindest für 1 Jahr, in der ZDF Mediathek.

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Buugle – Das bessere Google

Während Google für Entsetzen sorgte, ging ein anderes Projekt zu Unrecht unter. Buugle ist der, von der Bundesregierung geförderte, Konkurrent von und zu Google.

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Die Wahrheit über Ziegen!

Es muss einfach mal gesagt werden: Ziegen sind das personifizierte Böse. Die Ziege ist eine Pottsau, und eine hinterhältige noch dazu. Ohne eine grobe Wortwahl lässt sich die Ziege gar nicht beschreiben. Aber der folgende Text ist die ABSOLUTE WAHRHEIT, sonst würde er ja nicht im Internet stehen.

Ziegen sind unheimlich. Wenn ich eine Ziege sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken runter und ich bekomme eine Gänsehaut, selbst an warmen Tagen. „Och wie süss!“ hört man von Leuten, die um Ziegen herumstehen und auf sie starren. Meine Güte, sind diese Leute BLIND und TAUB?? Hat niemand von denen mal einer Ziege in die Augen geblickt? Diese widerlichen, übelriechenden AUGEN DES BÖSEN, die der Ziege zu eigen sind?

Ein Blick in diese Augen enthüllt sofort: Diese Spezies plant etwas. Die haben was vor. Ist noch niemandem aufgefallen, dass Ziegenaugen ganz anders sind als andere Säugetieraugen? Als ob die Ziege nicht von diesem Planeten wäre. Ziegen sind ohnehin schlimmer als Ausserirdische und Zombies zusammen. Vielleicht sind Ziegen ja ausserirdische Zombies, das würde einiges erklären.

Monsteraugen sehen Dich an. Copyright @modernernerd

Blickt man länger in ihre unästhetischen und glasigen Pupillen, saugt einem die Ziege den Verstand aus.
Auch denjenigen Menschen, die ansonsten der hypnotischen Gehrinbeeinflussung der Ziege entgehen können. Die Ziege besitzt nämlich die Fähigkeit, Menschen mit posthypnotischen Hirnstrahlen zu willenlosen DSDS-Zuschauern zu machen. Wie sonst, ausser durch PSI-Kräfte, ist es zu erklären, dass das BÖSESTE Wesen dieses Planeten sich immer wieder in den Streichelzoos dieser Welt einnisten kann? Ein normaler Mensch, der alle seine Sinne beisammen hat, würde niemals KINDER in die Nähe einer Ziege lassen. Ein Mensch mit klarem Verstand würde beim Anblick einer Ziege schnellstmöglich Deckung suchen und den Raketenwerfer auspacken.

Ziegen sind eiterbeulige Geschichtsfälscher

Die Augen einer Ziege allein reichen aus, um Kleinkinder zum schreien und sensible Gemüter zu Nervenzusammenbrüchen zu bringen, aber sie sind nur Äusserlich und nichts gegen die innewohnende Boshaftigkeit der Ziege. Selbst wenn die Ziege alles unter Kontrolle hat und sämtliche Wesen auf der Streichelwiese mit ihren Hypnosebefehlen zu willfahrigen „oh-wie-Süss“-Marionetten versklavt hat, kann sie es nicht lassen. Unvermittelt senkt sie den Kopf und rammt ihre spitzen Hörner in den nächstbesten Schritt oder sie schubst ein Kind um. Die Ziege ist wie ein irrer Hooligan, der einen am Boden liegenden Wehrlosen noch in die Eier tritt. So ist sie drauf, die Ziege, und das ist die Wahrheit!

Ziegen sind ausserdem Geschichtsfälscher. Wie sonst ist es zu erklären, dass das Wissen um Ziegen aus unserer Kultur verschwindet? Unsere Ahnen kannten die Ziege noch als weltliche Personifizierung von Satan, des Bösen schlechthin. Aber durch die Jahrhunderte fraßen Ziegen unser Wissen und die Aufzeichnungen ihrer Taten und bezahlten Lohnschreiber dafür, sie als niedlich und harmlos darzustellen. Die Ziegen zogen die Strippen im Hintergrund, bis die ganze Menscheit durch „Heidi“ und ähnlichen Quatsch eingelullt war und die Ziege nicht mehr als das erkannte, was sie ist: Ein durch und durch verkommenes Subjekt.

Ziegen sind außerirdische Zombiearschgesichter

Lediglich der Plan der Ziegen, Katzen und Hunde als Haustiere abzulösen, ist bisher gescheitert.
Was für ein Glück, sage ich! Zwar versucht es die Ziege immer wieder und argumentiert damit, dass sie ja Biomüll fresse und dafür Milch gäbe, aber die das abstoßene Äussere der Ziege erzeugt bisher einen Ekelreiz, der stärker ist als jede mentale Beeinflussung. Hypnotische Beeinflussung hin oder her, die Ziege ist dann doch zu grotesk. Das hat dann doch bisher den Einzug der gehörnten Abscheulichkeit in die Wohnhäuser verhindert. Denn wie das Viehzeug schon aussieht: Der Kopf eines Schafes, montiert auf einen wolllosen Körper. Das borstige Fell nach Abfall stinkend. Das Maul zu einem eingefrorenen, diabolischen Grinsen verzerrt. Die grindigen Ohren schwenkend, um neue Ziele für die scharfgeschliffenen Kopfhörner auszulauschem. Die kleinen Hufe, die Löcher in Stahlplatten schlagen können. Und dann noch dieser merkwürdige Bart, der genau aussieht wie der Schwanz!

Das sie von Hinten wie von Vorne gleich aussieht ist passend, denn die Ziege ist ein ARSCHGESICHT. Sie stinkt aus dem Hals als würde sie innerlich verfaulen, was wiederum ein Punkt mehr für die ausserirdische-Zombies-Theorie ist. Nicht Gutes ist je von einer Ziege gekommen, und was sie uns gemeinhin als „Milch“ andrehen will, ist nichts weiter als schwärender Eiter, den die Ziege in einer Boshaftigkeitsdrüse unter ihrem Bauch produziert. Nimmt ein Mensch auch nur ein Quentchen dieser Ekzemdurchseuchten Flüssigkeit zu sich, dann gehen sofort Psychopharmaka in den Blutkreislauf über, die sich viral vermehren und über die Blut-Hirn-Schranke am Ende in der Zirbeldrüse eingelagert werden. Menschen, die schonmal Ziegensekret zu sich genommen haben, sind dazu verdammt, bis zu ihrem Lebensende Ziegen süss finden und streicheln zu müssen.

Die Ziege ist ein verludertes Miststück. Ohne ihre Manipulationsfähigkeiten wäre sie schon lange ihrem verdienten Schicksal zugeführt und ausgerottet. Ziegen sind zu überhaupt nichts gut. Ihr Fleisch ist sehnig und üblriechend, ihr borstiges, von Neurodermitis durchzogenes Fell nicht zu gebrauchen und ihre meckernde Laute lassen Milch auf der Stelle sauer werden.

All das wussten sogar schon die Neanderthaler. Aufgrund ihrer dicken Stirnplatten waren die nämlich immun gegen die Psychospielchen und Hypnosestrahlen der Ziegen und schlugen sie stante pede tot, wo immer sie einer begegneten. Das liess die Ziege nicht auf sich sitzen und rottete in einem erbitterten Krieg die intelligenteste Spezies dieses Planeten aus.

Das die Ziege auch Wäsche von der Leine klaut, Lebensmittel in Kühlschränken vor Ablauf des MHD zum verschimmeln bringt, linke Socken frisst, im Stehen pinkelt und die Gaspedale japanischer Kleinwagen manipuliert, nimmt sich wie ein Kavaliersdelikt aus gegen die ungeheuren Abscheulichkeiten, die noch hinter den toten Augen der Ziege vor sich gehen.

Denken Sie daran, wenn sie das nächste Mal eine Ziege sehen und den Reflex verspüren, dieses ausserirdische Zombiekroppzeug streicheln zu wollen!!

Lesen in Kürze an dieser Stelle: Die Wahrheit über Schafe.

Kategorien: Betrachtung, Hass, Satire | 21 Kommentare

Impfung gegen dieses Schweinedings

Bildschirmfoto 2009-10-22 um 17.15.53

Quelle: Bild.de

Das glaube ich. Weiß jemand, woher man eine Impfung dagegen bekommen kann?

Kategorien: Satire | 6 Kommentare

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