Satire

Mutierter Schweinegrippeerreger entdeckt: London wird evakuiert

Die Medien haben mit ihrer Panikmache nicht übertrieben: Es wird tatsächlich alles schlimm-schlimm-schlimm wegen dieser Schweinegrippe. Schlimmheit in geradezu apokalyptischen, noch nie dargewesenen Ausmaßen.

Die neueste Schreckensmeldung: Die BBC meldet, dass London evakuiert wird. Grund: Es wurde eine Mutation des Schweinegrippeerregers gefunden. H1Z1, so die Bezeichnung, verfügt über erstaunliche Merkmale:

Similar to a scare originally found in Cambodia back in 2005, victims of a new strain of the swine flu virus H1N1 have been reported in London.

After death, this virus is able to restart the heart of it’s victim for up to two hours after the initial demise of the person where the individual behaves in extremely violent ways from what is believe to be a combination of brain damage and a chemical released into blood during “resurrection.”

The World Health Organization (WHO) has raised the alert to phase six, its highest level, and advised governments to activate pandemic contingency plans.

Mit anderen Worten: H1Z1 produziert Zombies!
Hier geht es zur Website der BBC News mit der entsprechenden Meldung: EU quarantines London in flu panic
Und hier ein Screenshot, der beweist, dass die Meldung wahr sein muss. Sonst stünde sie ja nicht im Internet.

h1z1

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Kein Balg an Bord!

Bekanntes Thema, neuer Dreh am Ende:
„Was geht in diesen Eltern eigentlich vor“, frage ich mich immer, wenn ich hinter einer dieser Familienkombis herschleiche, von dessen Heckscheibe es stolz verkündet: „Balg an Bord“. Das steht da natürlich nicht in dieser Form.

Angefangen hat das vor Urzeiten, als die „Ein Herz für Kinder“-Sticker von den „ACHTUNG! Baby an Bord“-Aufklebern abgelöst wurden. Bei denen wusste man ja auch schon nicht, was das eigentlich sollte. Ist das Kleinkind im Auto der Vorausfahrenden eine solche Gefahr für die Allgemeinheit, dass davor gewarnt werden muss? Greift es während der Fahrt ins Lenkrad, pisst es dem Fahrer ins Auge oder wirft es gar mit Schnullis aus dem Fenster?

Oder glaubt eines der Elternteile allen Ernstes, ohne diesen Aufkleber käme ihre doofe Karre nicht heil durch den Stadtverkehr, weil alle anderen Verkehrsteilnehmer nichts besseres zu tun hätten, als die Kiste zu rammen, wenn da kein Aufkleber dran ist? Neulich gesichteter, besonders krasser Einzelfall: Ein Kombi, dessen Rückseite mit solchen Stickern in allen möglichen Größen quasi tapeziert war PLUS der handgemalten Beschriftung „FOR MY CHILDS SAKE, PULL BACK!!!“, die sich über den gesamten Stossfänger zog.

In den letzten Jahren ist ein Trend zur Personalisierung und damit zur Verschlimmerung zu erkennen. Immer öfter dröhnen die Papperl vom Heck der Familienschleuder auch die Namen der, seien wir ehrlich: In den meisten Fällen missratenen, Brut: „Anna-Jaqueline on Tour“, „Kevin Maria an Bord“ oder „Leon-Jochen-Lukas unterwegs“.

Die Bedeutung der Aufkleber scheint sich also gewandelt zu haben, vom Äquivalent der außen angebrachten Christophorus-Plakette hin zum Auswuchs elterlichen Mitteilungsbedürfnisses.
Nur: Was genau soll da mitgeteilt werden? Die abartigen Namen der verzogenen Brut? Bisschen viel Aufwand, nur um vor aller Welt schlechten Geschmack zu demonstrieren.

Nein, ich vermute, es geht eher, wie fast immer, um die Darstellung der eigenen Leistung. Wenn es politisch korrekt wäre, würden die Elterntiere sicherlich auch ein „Seht her, hier kommt eine Familie, die schon brav für die Rente kopuliert hat – und DU?“ ins Heck kleben, in der Hoffnung, dass dem kinderlosen Single im Auto dahinter so richtig der Tag versaut wird.

Was auch immer dahinter steckt, was auch immer die erfolgreichen Nachwuchserzeuger kommunizieren wollen, nun haben alle Kinderlosen ebenfalls die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen. Rene Ade hält in seinem Blog einen entsprechenden Aufkleber bereit, auf Wunsch auch zum Download als PDF. Einfach ausdrucken, ausschneiden und in die Heckscheibe friemeln:

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Silencers Jahresrückblick (4): Das war 2009

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 4. Quartal des kommenden Jahres.

05. Oktober
Hubert Weizenkeim aus Oberurgl findet die Lösung, um zukünftig internationale Finanzkrisen zu verhindern: Der Freizeitökonom macht den Vorschlag, dass an den Börsen der Welt mit Spekulationen spekuliert werden darf. Auch das spekulieren mit Spekulationen über Spekulationen soll erlaubt werden, genau wie der Handel mit zusammengefassten und gerateten Spekulationspaketen. Diese dürfen aber nur auf dem Parkett der Börse gehandelt werden. Aus Sicherheitsgründen muss das Börsengebäude zu jeder Zeit fest verschlossen und mit Sicherheitsleuten umstellt sein, Telefon und Internet nach draußen sind verboten. Sobald Spekulanten das Gebäude verlassen, müssen sie aufgegessen werden. Auf diese Weise sind die Banker beschäftigt und richten in der echten Welt keinen Schaden an. Die Regierungen der Welt sind begeistert und beauftragen Jack Bauer mit der sofortigen Umsetzung.

14. Oktober
„Das bringt doch auch nichts mehr“ ist der Titel des, mittlerweile sehr unregelmäßig erscheinenden, S.PIEGELs als Reaktion auf die Spekulationsspekulationen, „Wir werden ALLE untergehen“. Illustriert wird die Schlagzeile mit einem Bild der einstürzenden Twin-Towers, auf die jemand mit Edding „Finanzmarkt“ geschrieben hat.

23. Oktober
In seiner Dankesrede aus Anlass der Entgegennahme des „Nobel-Sonderpreises für ungewöhnliche und absurde Finanzideen“ bedankt sich Hubert Weizenkeim bei einem gewissen „Wiesel“ für die Inspiration. Beobachter halten das für einen Insidergag, den kein Schwein versteht.

09. November
20 Jahre Wiedervereinigung und deutsche Einheit werden heute gefeiert. Interessiert eigentlich keine Sau, es passiert halt das Übliche mit viel Blabla und so. Einzig der notorische Spinner, der den Wiederaufbau der Mauer fordert, besitzt einen gewissen Unterhaltungswert und wird von Talkshow zu Talkshow gereicht. Niedersächsische Schüler sind von soviel Geschichte in Tateinheit mit Geografie verwirrt und verängstigt. Die Eltern unterzeichnen den „Wolfsburger Aufruf“ und fordern den Schutz der Kinder.

16. November
Der Spieg.el erreicht einen neues Auflagentief. Nur noch 14 Leser hat das Blatt, dass mittlerweile nicht mehr am Kiosk erhältlich ist, sondern manchmal Nachts unter der Tür durchgeschoben wird. Er erscheint auf schlechtem Matrizenpapier, das Cover ist mit Wachsmalstiften gestaltet. Es zeigt in riesigen Lettern das Wort „Erwachet!!!!!!!!!“, darunter ein Strichmännchen mit Hitlerbärtchen, neben dem „Der UNTERGANG“ steht. Ganz links in die Ecke hat der Künstler eine kleine Maus gemalt.

28. November
Die Zeit der Jahresrückblicke und Bestenlisten beginnt. In der Blogosphäre wird Lisa Krabutznik über Nacht berühmt, weil sie auf ihrer Seite „Die besten Bestenlisten 2009“ und „Rückblick auf die Jahresrückblicke 2009“ anbietet – eine Idee, die bisher noch niemand hatte. RTL kauft die Lizenzrechte und macht eine wöchentliche Show mit Olliver Geißlein daraus.

02. Dezember
Ein Jahr voller Pannen bei der Deutschen Bahn geht zu Ende: Erst hatte im September der ICE nach Konstanz 8 Minuten Verspätung, nun gibt es auch noch einen schrecklichen Zugunfall mit prominentem Opfer: Im ICE 78BRATZ auf der Strecke von Hannover nach Dortmund rutscht Oliver Putzlkat beim Versuch, im Stehen zu Pinkeln, aus und prellt sich den Ellenbogen. Der Verband Pro Bahn fordert Konsequenzen. Bahnchef Helmut Mehrkorn bleibt hart und baut, als Zeichen seiner Entschlossenheit, ein verkrumpeltes Metallpferd vor den Bahnhof von Nürtingen.

13. Dezember
Endlich gelingt es, den Bunker unter der Brandstwiete zu öffnen. Den Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens: Die Redaktion des SPI.EGEL hat sich, offenbar um dem selbst herbeigeschriebenen Weltuntergang zu entkommen, zum größten Teil selbst entleibt. Die wenigen Überlebenden hocken im Halbdunkel, trinken Matrizenflüssigkeit und kichern irre in absurde Bärtchen.

17. Dezember
Das Wiesel schafft es auf das Cover der News York Times, auf dem Arm von Jack Bauer. Es wird es als „Wiesel of the Year“ ausgezeichnet, weil es den Wohlfühlfaktor der Menschen gesteigert und die Welt sicherer und besser gemacht hat. Im Forbes-Ranking belegt es zudem Platz 8 der reichsten Personen der Welt. Manche Blogprojekte laufen halt etwas aus dem Ruder.

24. Dezember
Völlig unerwartet steht plötzlich Weihnachten vor der Tür. Die BIL.D wittert einen Skandal, die Eichsfelder protestieren. Verbraucherschützer fordern eine deutlichere Kennzeichnungspflicht. Der „Aufruf von Dabergotz“ wird von 1.000 Prominenten unterzeichnet. Was da drin steht, weiß nur Annegret Fröhn.

29. Dezember
Silencer veröffentlicht den völlig zutreffenden und unfreundlichen Jahresrückblick auf 2010. WordPress bricht unter dem Ansturm der Besucher zusammen.

31. Dezember
2009, die alte Sau, ist endlich rum.
Alle atmen auf und hoffen, dass 2010 besser wird.
Bis auf diejenigen, die Silencers Blog lesen.
Die wissen: Es kommt gaaaaaanz anders. Und damit rechnet keiner!

Jahresrückblick 2009: Januar – März
Jahresrückblick 2009: April – Juni
Jahresrückblick 2009: Juli – September

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Silvester ist schlimmer als Karneval

Silvester ist schlimmer als Karneval: Genauso unerträgliche Party überall, aber mit dem zusätzlichen Nachteil, dass die besoffenen Stimmungskanonen mit Explosivstoffen hantieren dürfen.

Dabei nervt Silvester nicht nur an einem Tag. Oh nein, jedes Jahr der gleiche Mist: Erst wird man allerorten mit Jahresrückblicken und Top-Scheiss-Listen gefoltert, dann geht spätestens eine Woche vorher die Fragerei aus dem sozialen Umfeld los:

„Und, was machst Du an Silvester?“
„Nichts. Ich gucke einen guten Film, verlasse die Wohnung nicht und lese am nächsten Tag im Polizeibericht, was ich verpasst habe.“

Das wird als Antwort natürlich nicht akzeptiert.
Stattdessen wird versucht, den Silvesterverweigerer in den gruppenverordneten Spasszwang einzugliedern. Wenn man nicht gleich mit Menschen, die sich nach einem Reisetag als unaushaltsam verpeilt herausstellen, in eine alternative Schwitzhütte nach Finnland fahren muss, wird im Freundeskreis „gefeiert“.

Der sieht dann meist so aus, dass man sich in irgendeiner, mit IKEA-Sperrmüll vollgemuckelten, Rumpelbude trifft. Dort wird ekeliges, fettiges Essen gekocht („Weil gemeinsam kochen doch sooooo lustig ist) oder einer der Billig-Klassiker gefahren: Fondue. Oder dessen häßliche Schwester: Raclette.

Dann setzt man sich hin, hört sich langweilige Geschichten von doofen Laberköppen an, setzt die Tischdeko mit Kleinstfeuerwerk in Brand oder kippt sich geschmolzenes Blei über die Hose. Dabei werden lautstark große Mengen alkoholischen Irgendwas (Eierpunsch?) weggelötet, bis auch der letzte Stimmungsverweigerer im Partymodus angekommen ist.

Pünktlich um 23.59 beginnt die große Diskussion um die Uhrzeit. Rolf hat da diese 2.000 Euro-Uhr mit integriertem Höhenmesser und Flugabwehrgeschütz, die MUSS doch genau gehen! Auch wenn die Gurke sagt, dass noch 10 Minuten bis Mitternacht ist. Annes iPhone dagegen zeigt an, dass man den Jahreswechsel schon überschritten hat. Uiuiui.

Merke: Auch teure Geräte sind nur so gut wie ihr User. Irgendwer will dann, wie in der guten, alten Zeit, ARD anmachen und die Uhr auf dem Fernseher anglotzen. Dummerweise gibt es in Zeiten von Digital-TV einen unerklärlichen Zeitversatz, merkt der Technikfreak in der Runde an, es könnte also sein dass man 5 Sekunden zu spät anstösst! Ach Du Scheiße, das bringt bestimmt die nächsten zehn Jahre Unglück!

Nach dem Stößchen geht´s für die Männer raus auf die Strasse, dass ein oder andere Körperteil wegsprengen, die Damen der Schöpfung saufen derweil einen Jahresvorrat Prossecco weg.
Gegen 1 Uhr liegen dann alle: Entweder in der Notaufnahme oder im eigenen Erbrochenen.

Der 01. Januar fällt dann komplett aus, wegen Kater in Tateinheit mit Flitzekacke-durch-Eierpunsch. Wenn man nicht gerade über dem Becken hängt, werden die Brandlöcher in den eigenen Klamotten gezählt. Der halbwegs vernünftige Teil der Menschheit schwört an solchen Tagen, nie, NIE wieder Silvester zu feiern. Nur die Raclette-Fans, die verabschieden sich mit „Schön war´s, machen wir dieses Jahr unbedingt wieder, ja?!“
Man sollte ihnen in solchen Momenten auf die Schuhe kotzen.

In diesem Sinne: Gutes Neues.
Und so.

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Silencers Jahresrückblick (3): Das war 2009

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 3. Quartal des kommenden Jahres.

01.-31. Juli
In diesem Monat passiert absolut nichts. Hinterbänkler der Linkspartei fordern daher, dass er zukünftig offiziell in „Sommerpause“ umbenannt wird.

02. August
Der Bundestagswahlkampf kommt in die heiße Phase. Kommentar von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier: „Ach, Scheiße jetzt aber auch! Unverschämtheit, das hier.“
Angela Merkel schliesst die Landesgartenschauen und schmeisst feierlich den Schlüssel weg.

14. August
Skandal! Abgeordnete der Grünen sinnieren laut in eine Kamera, dass sie sich höhere Steuern auf Bier vorstellen können. Mitten in Deutschland! Die BIL.D fragt sich, ob sowas erlaubt ist. Die CSU-Fraktion beantragt, die Grünen zukünftig vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Joschka Fischer bettelt um die Aufnahme in die FDP.
Zur Bundestagswahl treten die Grünen nicht mehr an. Die Linke aus Solidarität auch nicht.

27. August
Das Blogwiesel wird in Moskau gesichtet. Bei einer offiziellen Ansprache sitzt es neben Diktator Putin, beobachten aufmerksame Fernsehzuschauer. Lenkt vielleicht in Wirklichkeit das Wiesel die Geschicke des Riesenreichs?

03. September
Schlechte Nachrichten für die Einwohner von Bispingerode. Damit hatte wirklich niemand gerechnet! Großes Mitgefühl und spontane Hilfen werden angeboten. Die B.ILD-Zeitung wittert einen Skandal. Die Eichsfelder sind der Meinung, sowas gehört verboten. Das THW soll mobilisert werden. Daraus wird jedoch vorerst nichts, da im Bundestag erst über ein robustes Mandat entschieden werden muss. Das alte Mandat ist schäbbich und wird nur noch von Klebeband zusammengehalten – was sollen nur die Leute denken? Leidtragende ist wie immer Annegret Fröhn aus Dabergotz in der Nähe von Wittstock-Ruppin. Was erstaunlicherweise ganz schöne weit von Bispingerode entfernt ist, wie amerikanische Wissenschaftler mittels Routenplaner herausfinden.

16. September
Obwohl sie bis 2 Spieltage vor dem Finale auf dem letzten Tabellenplatz lagen, wird der 1. FC Bayern München trotzdem Fußballweltmeister von Deutschland. Die Bayern nehmen das zum Anlass sich freudig zu besaufen. Deutschland distanziert sich und verhängt sofortige Autonomie. Der „Freistaat Bayern“ ist zukünftig der einzige Staat, in dem Bayern frei rumlaufen dürfen.

18. September
Die aktuellen PISA-Ergebnisse werden veröffentlicht. Die Öffentlichkeit ist geschockt: Im europäischen Vergleich liegen niedersächsische Schüler im Fach Geografie auf dem letzten Platz, noch hinter Neuseeland.

27. September
Bei den Bundestagswahlen gewinnt die CDU mit großer Mehrheit. Eine Wahlanalyse ergibt, das Angela Merkel dank der Stimmen von Blumenzüchtern, Gärtnern und Biertrinkern „Kanzlerin der Herzen“ (BI.LD) geblieben ist. Der SP.IEGEL bleibt skeptisch und titelt „Kanzlerin der Krise“, dazu ein Bild von Merkel mit Hitlerbärtchen. Das Blatt rechnet vor, wie schlecht es gerade allen gehen müsse und belegt die Rechnungen mit Vergleichszahlen und Tortengrafiken, die verdächtig nach angebissenem Bienenstich aussehen.

Jahresrückblick 2009: Januar – März
Jahresrückblick 2009: April – Juni

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Silencers Jahresrückblick (2): Das war 2009

Jahresrückblicke auf alte, abgelaufene, gammelige Jahre sind langweilig. Hier der exklusive Rückblick auf das 2. Quartal des kommenden Jahres.

02. April
Die Dax-Unternehmen legen Quartalszahlen vor, die durchweg positiv sind. Der SP.IEGEL traut der Sache jedoch nicht, bebildert die Wirtschaftslage mit einer explodierenden Hindenburg und schlagzeilt: „Deutschland, Land der Selbstverleugner“.

12. April
Damit hatte niemand gerechnet! Die BIL.D-Zeitung wittert einen Skandal, die Eichsfelder protestieren. Betroffene Gutmenschen trinken Tee und unterzeichnen den „Aufruf von Osterholz-Scharnbeck“, um die Menschenrechte zu wahren. Die Pilotenvereinigung Cockpit nimmt dazu Stellung und fordert Konsequenzen. Die Betroffenen rechnen vor: „Damit hat NIEMAND gerechnet! Niemand!“

23. April
Angela Merkel eröffnet die Bundesgartenschau in Schwerin und findet das nach eigenem bekunden „Total knuffich, wa.“
Aus einer Laune heraus macht Sie am

25. April
noch die Landesgartenschau von Brandenburg in Oranienburg auf.

09. Mai
Der SPI.EGEL bebildert die Wirtschaftslage mit einer untergehenden Titanic, an deren Steuer Hitler zu sehen ist. Warum das so ist, weiß keiner. Die Redaktion hat sich in katastrophensichere Räume unter der Brandstwiete zurückgezogen und geht nicht mehr ans Telefon.

17. Mai
Die neue CD von Britney Spears ist ein riesiger Verkaufserfolg. Kein Wunder: Die Produzenten haben dafür gesorgt, dass Britney weder singt noch tanzt oder Fotoshootings mitmacht. Das komplette Album wurde von einer speziellen Audiosoftware ausgewürfelt, die Coverbilder mit Photoshop generiert und die Videos von ILM erstellt.

22. Mai
Ver.di fordert 11 Prozent, die Arbeitgeber bieten aber bloss 4,9 an. Darauf lässt man sich nicht ein. Die Verhandlungen sind zäh, und -schwupps!- ist der als launig gedachte, gemeinsame Abend schon wieder rum. Ohne das man sich geeinigt hätte, ob man nun Wein oder Bier zum Essen trinkt.

01. Juni
Zum ersten Mal seit einem halben Jahr veröffentlicht Herr Silencer wieder einen Blogbeitrag. Auf seine lange Abwesenheit angesprochen grummelt er nur „War beschäftigt“ und räumt schnell einen Stapel mit „Rock Band“-Song Packs weg.

12. Juni
In 2008 gab es gar keine Sommerlochtiere, weshalb die Medien in diesem Jahr alles geballt nachholen: In einem Kiessee in der Nähe von Esslingen wird Nessie gesichtet, die Verstecken mit Monsterkrokodilen und Haien spielt. Während der Fotopirsch wird ein BIL.D-Fotograf von einem herumstreunenden Eisbären gefressen, der eigentlich auf der Jagd nach einem entflohenen Känguruh war.

26. Juni
Angelina Jolie hört, dass Lüneburg die dritte Welt Norddeutschlands sei und adoptiert spontan alle Einwohner. Stellungnahme von Lüneburgs Oberbürgermeister Dittmar Dettmar: „Warum nich´, schlimmer kann´s nich´mehr werden.“

30. Juni
Schlechtgelaunte Tschechen tauchen vor dem EU-Ratsgebäude auf. Große Aufregung, als man ihnen erklärt, dass dies der letzte Tag ihrer Präsidentschaft ist. Man macht das beste draus und feiert mit den Schweden in den nächsten Vorsitz rein. Das die EU über ein halbes Jahr keine Führung hatte, ist niemandem wirklich aufgefallen.

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Silencers Jahresrückblick (1): Das war 2009

Sucht man bei G.oogle nach „Jahresrückblick 2008“ findet man „ungefähr 1.600.000“ Treffer. Ich schreibe hier nicht den ungefähr 1.600.001sten, denn: Wen interessieren schon alte, abgenutzte Jahre? Stattdessen gibt es hier was viel Nützlicheres: Einen Rückblick auf das brandneue 2009.

Los geht´s mit dem ersten Quartal:

01. Januar
Eigentlich soll Tschechien heute den EU-Ratsvorsitz übernehmen. Zur Schlüsselübergabe taucht allerdings niemand auf: Die tschechische Delegation liegt noch im Koma. Das ist wiederum Nicolas Sarkozy ganz recht: Carla Bruni hat den Schlüsselbund verbaselt. Ein Trupp Fremdenlegionäre macht sich auf eine Suchexpedition in die Untiefen ihrer Handtasche.

12. Januar
Der SPIEGEL vergleicht die Lebensmittelpreise der ersten 12 Tage des Jahres 2009 mit Mittelwerten der Jahre 1896-1957 und stellt nüchtern fest: Alles teurer geworden! Daraus folgert er: Die Rezession greift um sich, in Kürze geht alles den Bach runter.

18. Januar
Vorgezogene Landtagswahl in Hessen. Roland Koch wird mit 68% aller Stimmen gewählt, da die Wählerinnen und Wähler nicht wussten, dass es auch andere Kandidaten gab. Die SPD zieht sich Folgerichtig ganz aus Hessen ganz zurück, nur Schäfer-Mümbler sagt das keiner. Der freut sich auf die Opposition, erklärt er, nackich vor einer Schrankwand stehend, in einem dreistündigen Internetvideo.

20. Januar
Barak Obama fängt endlich offiziell als Präsident der USA an zu arbeiten. Er delegiert alle anstehenden Aufgaben an Jack Bauer. Nach 24 Stunden ist alles erledigt, Obama geht zufrieden in den Urlaub.

05. Februar
Der SPIEG.EL hat seinen Lieblingsdiktator auf dem Titelblatt. Warum, versteht niemand, im Heft findet sich nicht eine Zeile zu Hitler, sondern nur Katastrophenberichte über die Wirtschaftslage. Auf Nachfrage ist aus der Redaktion zu erfahren „Das das eben so sein muss, das letzte mal war Hitler vor 6 Wochen auf dem Titelblatt.“

09. Februar
Eine Penumbral-partielle Okkultation lässt sich beobachten. Nach Meinung vieler Eichsfelder gehört so ein Schweinkram verboten. Alle anderen finden die Mondfinsternis toll.

12. Februar
Der 200. Geburtstag von Charles Darwin. Amerikanische Kreationisten zweifeln das an.

18. Februar
Tschechien hat die Ratspräsidentschaft noch nicht übernommen. Auf Nachfrage erklärt ein Sprecher, dass man aktuell Wichtigeres zu tun hat: Die Nordische Skimeisterschaft im eigenen Land angucken.

20. Februar
Irgendeine B-Prominente kriegt ein Kind. Die B.UNTE jubelt, für die BIL.D ist es ein Skandal. Mit dieser Meinung steht sie nicht allein da, sondern erhält Rückendeckung von Alice Schwarzer. Das Fachorgan GA.LA hat dazu keine Meinung und wird deshalb von Schwarzer angegriffen. Glücklicherweise eilt Elke Heidereich dem Blatt zur Hilfe. Es kommt zu einem wortgewaltigen Krieg der Edelfedern, in dessen Verlauf aufgezählt wird wer schon mal wo Urlaub gemacht hat. Das gelangweilte deutsche Feuilleton wendet sich anspruchsvolleren Themen zu und guckt lieber „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“.

03. März
Auf Spie.gel-Online werden stündlich die neuesten Ergebnisse der IFO-Geschäftsklimaumfragen veröffentlicht. Die sind recht positiv, aber der Spiegel traut der Sache nicht und titelt provokant „Quo Vadis, Deutschland?“. Auf dem Cover ist eine knochenübersäte Wüste abgebildet, über der Geier kreisen. Hält man das Heft schräg gegen das Licht, sieht einer der Kakteen ein wenig wie Hitler aus.

11. März
Aus Protest gegen sog. „Killerspiele“ läuft ein 63jähriger Rechtsprofessor schwer bewaffnet Amok. Glücklicherweise tut er das auf einem Acker in der Mark Brandenburg und gefährdet so kein intelligentes Leben. Als er das herbeigerufene SEK-Team sieht, brüllt er „Kommt doch her, Ihr Counter Striker!“. Betroffene Gutmenschen unterschreiben daraufhin den „Kasseler Aufruf“ und bestellen noch einen Tee.

27. März
Tragischer Unfall: In Köln Hürth/Kalscheuren brennt das „Big Brother“-Studio samt Container ab. Abgesehen von einer kleinen Meldung im Kölner Abendblatt bleibt dies aber von Medien und Öffentlichkeit unbemerkt.

31. März
Die Tschechen feiern immer noch das Ende der Nordischen Skimeisterschaften in Tschechien. Die dezente Erinnerung an den EU-Ratsvorsitz wird mit bösen Blicken
und einer weiteren Lokalrunde quittiert.

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Von „Öhm“ und zersägten Filmen

Moderator: „So, und nun zum, öhm, Gewinnspiel, öhm, ich bitte mal drei Zuschauer nach, öhm, hier vorne. Öhm.“
Drei Gestalten schlurfen durch die Reihen des Kinosaals
Moderator: „Also, öhm. Timur, öhm, Timur Bek…, öhmöhmöhm, also, äh, dieser Regisseur von dem Film den ihr gleich, öhm, sehen werdet. Der hat schon zwei, öhm, Filme gedreht. Derjenige von euch, der mir einen davon nennt, gewinnt, äh, so Freikarten. Also, öhm, wie hießen die?“
Drei Gestalten: „???“
Moderator: „Also, öhm, so zwei Filme. Hat der gemacht. Das eine war die Fortsetzung vom anderen.“
Drei Gestalten: „???“
Moderator: „Die spielen in, öhm, Russland. Meistens nachts“
Drei Gestalten (verdrehen angestrengt die Augen und kauen auf der Unterlippe rum): „???“
Vereinzelte Stimmen im Publikum (unter Armheben und Fingerschnipsen): „Hier ich! Ich! Ich weiß es!“
Silencer (laut): „Vollpfosten! Nichtskönner! Matschbirnen!!“
Moderator: „Die Filme fingen mit „Wächter des…“ an“
Drei Gestalten: „???“

Ok, um das an dieser Stelle abzukürzen: Am Ende wurden die Karten verlost, an die Matschbirne die am schlauesten geguckt hat.

Derart ignorantes Pack findet sich am „Männerabend“ übrigens zuhauf im Kino.
Die Idee der geschlechtsspezifisch getrennten Previewabende im lokalen Multiplex ist an sich schon bescheuert genug. An „Männerabenden“ werden in der Regel Kabumm-Filme gezeigt, dazu gibt es BOGOF („buy-one-get-one-free“) auf Bier und eine Wichsvorlage für Adoleszente („FHM“) gratis, was erklärt warum solche Fruchtfliegen wie die o.g. Doofköppe am Start sind.
Bei Frauenabenden gibt es vermutlich eine Vanit.y Fair, Piccolöchen und Filme, bei denen Frauen um Couchtische tanzen, was weiß ich.

Als wäre das nicht schlimm genug, dürfen in „Ladies Night“-Vorstellungen keine Männer in den Kinosaal („Habt Bitte Verständnis, dass die Frauen unter sich sein wollen“), Frauen wird der Zutritt zu Männerabenden aber nicht verwehrt. Ja, die Gleichberechtigung treibt manchmal merkwürdige Blüten. Ist das eigentlich schon ein Fall für´s AGG?

Zu allem Überfluss wird ein normallanger Film an solchen Abenden jetzt auch noch an der spannensten Stelle durch eine 20-minütige Pause zersägt. Warum?
Nun, die Kinoleitung befragt regelmäßig die Frauen nach ihren Wünschen und Verbesserungsvorschlägen. Und die haben sich sich eine Pause gewünscht. Das Konzept wird natürlich am Männerabend getestet. Great.

Mal ehrlich: Das ist doch alles Quatsch. Genauso wie sich Frauen „Dark Knight“ ansehen, gibt es Männer, die gerne „Mamma Mia“ gucken. Mal 2 Stunden auf dem Hintern sitzen bleiben ohne zwischendurch 20 Minuten durch die Gegend zu lamentern sollte auch drin sein. Gerade der Aussetzer im Film versaut das Kinoerlebnis komplett. Und auf Altpapierlieferungen in Form von Printprodukten, denen jegliche Daseinsberechtigung abgesprochen werden muss, kann man getrost verzichten. Mein Vorschlag daher: Gleichberechtigung! Nennt die Previews wieder Previews, lasst 1. diese blöde Differenzierung nach Geschlechtern und 2. während des Films das Licht aus. Kann man bestimmt auch ganz toll vermarkten, als Gleichberechtigungsabend oder so. „CineMurks reisst Geschlechterbarrikaden ein“, könnte die Pressemitteilung jubeln. Und Freibier für Alle wäre zur Feier des Tages dann auch angebracht.

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Silencer boykottiert… (Platz 1)

Platz 1: Das Rechner-Lädchen
Ebenfalls ein Einzelhändler des Grauens (Vergl. Platz 3: Fredis Stereo-Butze) in unserer Stadt, bezeichnet sich auch gerne selbst als „Teile-Diskonter“.

Als Diskonter bzw. Discounter (von engl. discount = Preisnachlass, Rabatt) bezeichnet man Unternehmen des Einzelhandels, die sich durch ein schmales Warensortiment, einfache Warenpräsentation, kleine Verkaufsflächen und durch diese Kosteneinsparungen ermöglichte geringe Preise auszeichnen. (Wikipedia)

Jaha, und beim Besitzer des Ladens wurde sogar am Hirn gespart!

Das ist meine Lieblings-Boykottgeschichte. Es begab sich um das Jahr 2002 herum, dass ich mal wieder einen neuen Computer bauen wollte. Das „Rechner-Lädchen“ bot die nötigen Einzelteile feil.

Hinter dem Tresen stand ein schlacksiges Verkäufersurrogat, der Anzahl der Ellenbogen und Pickel nach zu urteilen mitten in der Pubertät. Irgendwie brachte ich ihn dazu, mir trotz seiner eindeutigen Abneigung gegen Kunden die Teile zu verkaufen, löhnte eine Menge Kohle und konnte wenig später ein neues Mainboard samt Prozessor und Lüfter aus dem Laden zerren. Die Freude des Rechnerbaus währte nicht lange, beim ersten Probelauf brannte nach ca. 8 Sekunden der neue, und mit 150 DM nicht ganz billige, AMD-Prozessor durch.

Woran das lag?
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Silencer boykottiert… (Platz 2)

Platz 2: M-Markt
Ja, der mit der vielen roten Werbung.
Meine persönliche Abneigung gegen den Mädchenmarkt begann im Jahr 2001. Ich hatte vier Jahre(!) darauf gespart, und NUN sollte es ein Notebook (hieß damals noch Laptop) sein. Ich bin mit 4.000,- DM in der Tasche losgezogen – und wurde im MM von einem Verkäufer angepflaumt und aus der Computerecke geworfen, weil ich es gewagt hatte auf den Ausstellungstücken Probe zu tippen. Ich habe übrigens NICHT gleichzeitig noch ein Eis gegessen.
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Esoterik

Anruf: „Der PC läuft nicht mehr, kann ich mir gar nicht erklären, ich habe da nie was dran gemacht, gestern ging´s noch.“

Oh, ich weiß was Du getan hast.
Da wurde jeder Gammel auf dem Windows PC installiert: Demos, Testversionen, drei Bildbetrachter, 2 Officepakete, 50 Spielchen. Irgendwann läuft die Kiste nicht mehr vernünftig. Kein Wunder, jedes der hochwichtigen Progamme hat mindestens einen Eintrag im Autostart und der Taskleiste, jeder Dreck wird beim Start geladen und will´s sich sofort besorgen (ein Update). Allein Nor.ton ist ressourcenfressend genug um einen Mittelklasse PC zum Erlahmen zu bringen.

Aber was macht der Poweruser? Windows endlich, nach 4 Jahren, mal neu installieren um die Leichen in der vollgerümpelten Registry loszuwerden?

Nein, davor scheut unser Experte zurück.
„Ich habe schon das Tune-Up-Tool installiert, dass hat auch mächtig gerödelt“
Sicher, bestimmt hat es den Papierkorb geleert und sonst ein bißchen Show gemacht. Und jetzt? Wird defragmentiert bis die Platte qualmt und anschliessend mit der Stoppuhr die Unterschiede vermessen. Hui, Windows braucht jetzt nur noch 04 Minuten und 23 Sekunden zum starten! Eine Verbesserung um 20 Hunderstel!

Wenn man dran glaubt…
Besser als Voodoo sind diese Maßnahmen jedenfalls nicht.

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Wenn zwei sich streiten…

Wenn Journalistinnen oder Journalisten über Jahre großes Lob erfahren (und sei es nur von Ihren Untergebenen) werden sie manchmal komisch.

Herr M., ist ein Prachtexemplar dieser Gattung. Am liebsten schreibt er über Patriotismus oder die Ungerechtigkeit der Welt. Dabei spickt er seine Artikel mit Verweisen auf sein Weltwissen und ist ständig auf der Suche nach etwas, wozu er seine „polarisierende“ Meinung in die Welt tröten darf. Nach seinem Rausschmiss als Kulturch.ef eines großen Nachrichtenmagazins ist die Redaktion anscheinend genauso genervt von dieser Edelfeder wie ein Großteil der Leser, weshalb man ihm praktisch einen Jagdschein ausgestellt hat. Jetzt darf er machen was er will, z.B. ein eigenes Videoblog füllen, das, haha, lustig und bildend sein soll, sich aber meist als unkomische Selbstinszenierung präsentiert.

Ebenfalls in die Gattung der von sich überzeugten Selbstüberschätzerinnen fällt Frau S.
Über die Jahre zur Ikone gealtert, hat sie die Weisheit praktisch gepachtet. Daher kann es auch nicht schlimm sein, wenn sie Werbung für „Deutschlands größte Ta.geszeitung“ macht, immerhin steht unter ihrem Konterfei ja „Jede Währheit braucht eine mutige die sie ausspricht“ – und genau so gefällt sich Frau S., so sieht sie sich selbst. Sicherlich auch ein Grund, warum sie erst nach gefühlten 60 Jahren die Leitung der von ihre gegründeten Zeitschrift unter lautem Medien-Täteräh abgab, um dann wenige Monate später ihre Nachfolgerin zu feuern und den Platz der Chefredakteurin wieder selbst einzunehmen.

Weil Frau S. nun alle an ihrer Weisheit teilhaben lassen möchte, erklärt sie gerne mal ungefragt ihre Sicht der Welt. Und in dieser Welt ist die B.ild-Zeitung genauso wenig böse wie das Regime in Burma, für das sie Verständnis zeigt und den Nothelfern sinistre Motive unterstellt. Sie muss das wissen, sie verbringt schließlich ihre Ferien in Burma und wohnt da praktisch schon.

So liest zumindest Herr M. ihren Text, und schon schwillt ihm die Edelfeder dermaßen, dass er einen offenen Brief in den Spi.egel haut. In dem tut er erstmal kund, dass er auch schon In Burma Urlaub gemacht hat, um Frau S. dann sinngemäß zu fragen ob noch alle Latten am Zaun hat. Sicherlich nicht ganz unberechtigt, die Frage. Allerdings reitet er dann, genau wie Frau S., wieder auf seinem breiten Wissen und seinen Erfahrung und blabla rum, nur um am Ende ihr Ausscheiden aus einem Preisverleihungsgremium zu fordern. Uhm.

Wenn zwei so in sich selbst verliebte Menschen sich gegeneinander in Stellung bringen – dann kann man schon gespannt sein, wieviel Schlamm sie in ihrem Medienblässchen aufwühlen.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Niedersachsen ist arm

Sogar so arm, dass man sich da keine Feiertage leisten kann. Dabei hatte das zweitgrößte Bundesland der BRD vor langer Zeit ebenso viele Feiertage wie seine südlichen Nachbarn.

Einen davon haben 1789 die Welfen an die Engländer verhökert, im Tausch gegen einen Beutel Glasperlen und eine halbe Orange.

Ein weiterer Feiertag implodierte versehentlich im Jahre 1912, als ein Alchimist mit ihm herumexperimentierte.

Zwei ganze Feiertage wurden im Monsterwinter 1978 bei durchreisenden Bayern gegen warme Decken, etwas trocken Brot und Suppe eingetauscht.

Deshalb feiern die Bayern jetzt auch 13 Mal pro Jahr alles was nicht bei drei auf dem Baum ist, während die Flachlandbewohner nur noch über mickerige neun Festtage verfügen.

Ach, armes Niedersachsen.

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Niedersachsen ist reich

…an Landschaft, netten Menschen und, äh, Nutztieren.

Darüber hinaus bietet Niedersachsen unglaubliche Standortvorteile für Unternehmen.
Feiertage sind hier z.B. so gut wie unbekannt. Stattdessen steigern an solchen Tagen Ausflügler aus anderen Bundesländern das BIP in niedersächsischen Innenstädten.

Während der Rest der Bundesländer also zwischen Harz und Nordsee nach Herzenslust shoppt oder im Biergarten rumhängt wird dort malocht.

Fleissiger Norden, fauler Süden:
Mit den ganzen Brückentagen, die die Südländer eben noch so zwischen Feiertag und Wochenende schieben, den Urlaubs- Ferien- und Krankzeiten ist es eigentlich ein Wunder, dass jenseits von Kassel überhaupt mal wer ans Telefon geht.

Nicht so die Flachlandbewohner, im Gegenteil. Es ist sogar geplant, demnächst auch noch den Tag der Deutschen Einheit (braucht keiner) und den Zweiten Weihnachtsfeiertag (da gibt es nur immer Zoff in den Familien) in Niedersachsen abzuschaffen. Diese obskuren Feiertage kann man bestimmt gewinnbringend an andere Bundesländer verhökern.

Oder an die Chinesen, die stehen auf so authentischen europäischen Quatsch. Die bauen den Feiertag hier Stein für Stein ab und in China wieder auf. Mit Transrapidanbindung. Der wurde übrigens, nur so nebenbei, von einigen Niedersachsen erfunden. Während andere im Biergarten saßen.

Niedersachsen – immer vorne mit dabei!

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Alte Männer auf Rädern (II)

Forsetzung:

…der Alte Sack in der Nahbetrachtung:

Strahlt am Wochenende die Sonne vom Himmel (bloß keine Wolke!), quält sich der Mittfünziger in seine Goretex-Klamotten (Leder wäre zu schwer für die morschen Knochen), schleppt sich zur Garage und holt die Hyabusa raus.
Um die wäre er früher beneidet worden, heute interessiert das keine Sau. Auch nicht, dass es das neueste Modell ist, wird nämlich alle zwei Jahre nachgekauft, hihi, als Zahnarzt kann man es sich ja leisten.
„Je faltiger der Sack, umso glatter der Lack“1

Nach einer halben Stunde Ächzen und Stöhnen hat Kerl die dicke Wampe endlich hinterm Tank des Boliden verstaut, der eigentlich für deutlich schlankere Personen entworfen wurde.
Dann wird auf den E-Starter gedrückt, das Gas aufgerissen (die Nachbarn sollen ja mitkriegen, dass Mr. Cool wieder Biken geht) – und schon tuckelt der Schönwetterfahrer mit Tempo 40 aus der Einfahrt und über die Bundestrasse.
Bloss nicht schneller, man könnte ja was von der Landschaft verpassen.
Aus Angst umzufallen lehnt sich der der Post-Midlife-Krisianer auch nicht in die Kurve, sondern trägt die Karre lieber um jede Ecke. Aber egal, weit weg geht es ja eh nicht.

Denn der alte Mann „biked“ ja nicht aus Spass.
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