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WeltWieselTag 2017

In jedem Jahr am zweiten Wochenende des Augusts ist WeltWieselTag, so will es der Codex. An den heurigen Iden des Wiesels fand der WWT in Hamburg statt. Am Vorabend traf sich eine Abordnung von Wieseln in Göttingen zum Vorglühen. Von Links nach Rechts: Wiesela (angereist aus München), die Ältere Dame, Horst, Nanderez (ohne Bart, olé!) und das Wiesel.

Die Wiesel glühten vor, dass es nur so eine Freude war. Mit dem Ergebnis, das am nächsten Morgen alle mit einem Kater in der Ecke lagen und nur das Blogwiesel noch reisefähig war.

Wir machten uns auf zum Bahnhof.

Radfahrer in Göttingen = Kopf auf Tisch

Vor dem Bahnhof hatten sich ca. 200 asiatische Touristen versammelt um vielleicht ein Foto mit dem Wiesel machen zu können, aber das blie im Rucksack.

Erst als es in der Bahn vor den Paparazzi sicher war, guckte es wieder raus.

Am Hundertwasserbahnhof in Uelzen wurde ein kurzer Zwischenstop eingelegt um Aspirin nachzukaufen.

Dann ging es nach Hamburg. Wir hatten Glück noch reinzukommen, denn Hamburg war wegen so voll, dass es beinahe vor Überfüllung geschlossen worden wäre. Alles nur, weil JEDER zum WeltWieselTag wollte. War gar nicht so einfach, im Bahnhofsgewühl @FrauZimt zu finden.

Tatsächlich sprengte der WWT alle Rekorde. Zur vereinbarten Zeit, gegen 15.00 Uhr, trafen etwas über 30.000 Wiesel am Ort der zentralen Kundgebung ein. Hier startete gleich der Rekordversuch des diesjährigen: Massen-Versteckspiel! Und tatsächlich gelang es. Gegen 15.03 Uhr notierten die Vertreter des Guinessbuch einen neuen Weltrekord im Wiesel-Massenverstecken. Auf diesem Bild sind 30.000 Wiesel versteckt. Wiesel sind äußerst geschickte Verstecker.

Am Abend setzen sich das BlogWiesel, Frau Zimt und ich in Richtung Hafenviertel ab. Das Wiesel liess es sich nicht nehmen, den offiziellen sELPHIspot vor der Elbphilharmonie zu benutzen.

Mittlerweile hungrig gab es dann erstmal einen schönen Uschi-Teller.

Dann ging es zum Hauptakt des Tages. Im eigens angemieteten Volksparkstadion warteten bereits die angereisten Wiesel und einige ausgewählte Companions. Das Blogwiesel eröffnete die Veranstaltung mit einem ShowAkt allererster Güte.

Dann begann das Wiesel Film Festival.

Design: Owley

Hintereinander wurden zahlreiche Werke internationaler Künstler gespielt. Der vielleicht bekannteste: Owley, bei dessen zuvor aufgezeichneten Videogruß das Publikum total ausrastete.

Spät in der Nacht endete das Filmfestival, und der harte Kern der Wiesel, u.a. das Wunderbare Wiesel, Festivus und das Blogwiesel, zogen weiter in die Luana-Lounge und tanzten dort durch bis dem Morgen graute.

Ein äußerst erfolgreicher WeltWieselTag 2017!

 
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Verfasst von - 15. August 2017 in Wiesel

 

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Reisetagebuch: Wispern, Wellen, Wale

Nachts und am Wochenende sind Hochschulen seltsame und friedliche Orte. Geisterhafte Korridore, alte Wachmänner, lange Stunden. 

Das Arbeitswochenende war nett, aber nun ist es vorbei. Es ist Sonntag Morgen, und  die übernächtigten Teilnehmer sitzen noch kurz beim Frühstück zusammen, dann brechen sie zum nahegelegenen Bahnhof auf oder beladen Autos für die Fahrt nach Hause.
Ich nicht.

Nach Hause will ich nicht, und statt eines Dienstwagens steht die Renaissance vor der Tür, noch nass vom Tau der Nacht.

Ich klippe die kleinen Koffer an, in denen die Arbeitssachen für die letzten Tage waren, und starte den Motor. Dann geht es im morgendlichen Sonnenschein hinaus auf die Landstraße.

Kurz hinter der Hochschule liegt, auf einer Fläche so groß wie das Saarland, das Saarland.
Die ZZR summt über die noch leeren Landstraßen. Es ist Sonntags, kurz nach 8 Uhr, da ist noch nicht viel los. Ich sauge die kalte Morgenluft tief in die Lungen. Es ist Juli, aber während Südeuropa unter Dauertemperaturen über 40 Grad ächzt, sind sie hier mit 9 Grad einstellig.
Egal.

Frische Luft, leere Straßen, das Motorrad. Mein Gott, wie habe ich das vermisst. War mir gar nicht so klar, wie sehr die Sommerreise mit dem Mopped schon zum festen Bestandteil meines Lebens geworden sind. Dieses Jahr ist sie ausgefallen, und jetzt wird mir klar, wie sehr mir das fehlt.

Die ZZR schnurrt dahin und läuft absolut makelos. Keine Unwucht, nirgends. Keine merkwürdigen Geräusche. Einfach nur perfekt, elegant, kraftvoll.
Wie ich diese Kiste liebe!

Nach einer Stunde komme ich in einem kleinen Ort an. Die Straßen sind hier jetzt nicht mehr leer, sondern voller Motorradfahrer und SUVs. Auf den Motorrädern hocken dicke alte Männer, in den SUVs Großeltern mit den Enkeln.

Allen gemein ist, dass sie zur Saarschleife wollen. Und so stehen wir alle kurz darauf auf einer Plattform aus Natursteinen und gucken von oben auf das Tal der Saar.

Auch ein Arboretum gibt es hier, eine riesige Holzkonstruktion, in der man zwischen den Baumwipfeln rumlaufen kann. Aber so hoch will ich heute nicht hinaus.


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Verfasst von - 12. August 2017 in Motorrad, Reisen

 

Der erste Weltkrieg

Soldaten in den Dolomiten, ca. 1917.

Es ist schon merkwürdig. In meiner gesamten Schulzeit habe ich nicht ein Mal was über den ersten Weltkrieg gelernt, außer, das es ihn gab und irgendwas mit einem Kronprinz in Sarajevo. Das Steckenpferd des Geschichtslehrers war die französische Revolution, weswegen die gleich zwei Jahre am Stück durchgenommen wurde. Damit dauerte der Unterricht darüber länger als die Revolution selbst.
Dabei wäre das Thema in der Schule so wichtig gewesen, denn Ereignisse, die nicht mehr aufgrund persönlicher Erlebnisse in den Familien weitererzählt werden, verschwinden aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen. Was schlimm ist, denn es ist so wichtig aus den Ereignissen der Vergangenheit zu lernen. Gerade jetzt.

Denn es war der erste Weltkrieg, der auch der große Krieg genannt wird, der unsere Welt bis heute prägt hat wie kaum ein anderes Ereignis der jüngeren Zeit. Zu seinem Ausbruch haben viele Faktoren geführt, die wichtigsten waren aber sicherlich Protektionismus und Nationalismus in Tateinheit mit massiver Fehleinschätzung der Lage und einer fürchterlichen Naivität und Glauben an die eigene Überlegenheit der Machthaber.

Das sind genau die Faktoren, die uns aktuell wieder überall begegnen – in den Trump-USA sogar in Personen, die sich ausdrücklich Belehrungen aus Geschichtsbüchern verbitten. Dabei kann man gerade aus der Entstehung des ersten Weltkriegs bittere Lehren ziehen. Und das ist auch passiert, nur geraten die in Vergessenheit. Heute scheren wieder Länder aus Staatenbünden aus und suchen bilaterale Abkommen, Protektionismus wird hochgehalten und auf andere Staaten verächtlich herabgesehen. Genau wie vor 100 Jahren.

Es war die Zeit der Belle Epoque. Frieden und relativer Wohlstand herrschten in Kerneuropa. Städte wie Paris, London und Berlin waren vibrierende Zentren des Lebens. Der technische Fortschritt und die gute Wirtschaftslage sorgten für Euphorie bei den Menschen. Jahr für Jahr brachte die Technologie neue Wunder hervor: Schnellzüge! Autos! Telefone! Elektrisches Licht! Kriege betrachtete man in solch optimistischen und zivilisierten Zeiten als Relikt der Vergangenheit.

Es gab aber Menschen, die dieser Vergangenheit anhingen. Die ihre eigenen Länder wieder groß machen wollten, und die in den Friedensjahren eine zunehmend krawallige Rhetorik an den Tag legten, um protektionistische Ideen in die Welt zu bringen: Die Militärs, insbesondere die aus den Reihen der Monarchien.

Deutschland liebäugelte mit der Übernahme des französischen Elsass-Lothringens. Österreichs Monarchie brauchte mal wieder einen neuen Krieg, um demokratische Bemühungen einzugrenzen. Selbst die Türkei, die als „kranker Mann am Bosporus“ galt, weil sie in einen failed State schlitterte, wollte Stärke durch militärische Präsenz zeigen. Während die Bevölkerung also in Frieden und Zukunftsgläubigkeit lebten, warteten die Generalstäbe auf eine Gelegenheit zum Krieg.

Die bot sich, als ein Attentat auf den österreichischen Kronprinzen verübt wurde. Das Attentat wurde quasi als Terrorakt angesehen, als Angriff auf Österreich, und dessen Bündnispartner – allen voran Deutschland – standen Gewehr bei Fuß um sich gegen Agressionen aller Art zu wehren und Rache zu üben.

Deutschland übte die Vorwärtsverteidigung und griff Frankreich an. Ein Spaziergang, so dachte man. Die feigen Franzosen würden beim Anblick der Deutschen quasi vor Angst fliehen, und man würde nach Paris einfach durchmarschieren. Das erzählten sich die Soldaten, die sich mit einem Lachen verabschiedeten und mit einer Blume im Gewehrlauf in den Krieg zogen, um es dem Franzmann mal richtig zu zeigen. Danach sollte es nach Osten gehen, der Russe wollte es ja schließlich auch besorgt bekommen. Vielleicht kein Spaß, aber eine notwendige Unannehmlichkeit, würde sicher nicht lange dauern.

Oh, wie sie sich irrten. Die Franzosen leisteten nicht nur heftigen Widerstand, sondern nun aktivierten sich überall bi- oder trilaterale Bündnisse, was zu Mehrfrontenkriegen führte. Auch die Kolonien der Bündnispartner wurden überall auf der Welt in den Krieg verwickelt. Innerhalb eines Jahres brannte der Globus, in nahezu jedem Land der Erde wurde gekämpft.
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Verfasst von - 11. August 2017 in Historisches

 

Reisetagebuch Shorties (4): Landsmann

Am Rastplatz. Ich schüttele mir die Muskeln aus, als so ein Wohnmobilrentner auf mich zustrolcht. Er hat offensichtlich Langeweile und meint, sie sich dadurch vertreiben zu müssen, dass er fremde Leute anquatscht.

„Un, was sin´sie denn für ä Landsmann?“, nuschelt er.

Statt zu antworten zeige ich wortlos auf meinen Helm.


Irritiert wackelt das Rentnerchen davon. Irgendwie fehlte im wohl der weitere Text.

 
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Verfasst von - 9. August 2017 in Ganz Kurz

 

Hallo, hier spricht Anna

Die Stimme, die mich so zuverlässig und manchmal wochenlang begleitet, hat tatsächlich einen Namen. Keinen besonders coolen, sie heißt einfach Anna. Habe ich neulich erst rausgefunden.

Anna sagt mir wo es lang geht, Anna passt auf den Reifendruck auf, Anna nervt, wenn ich nur ein paar Km/h über der zulässigen Geschwindigkeit liege, Anna weiß immer wo die nächste Tankstelle zu finden ist oder der nächste Blitzer lauert, wie das Wetter entlang der Reiseroute wird und wo ich zuletzt das Motorrad geparkt habe. Anna könnte sogar die Wartungspläne der Renaissance oder der V-Strom runterbeten, wenn ich sie an die Daten ranlassen würde. 

Anna ist also ein wenig mehr als ein normales Navi und liegt nur knapp unter einer kleinen KI. Vor allem ist Anna manchmal für Wochen die einzige deutsch sprechende Stimme die ich höre. Man kann sich an so eine körperlose Stimme als Begleitung tatsächlich gewöhnen. Eine Zeit lang war sie für mich die Stimme der ZZR. Deshalb fühltest sich erst ganz falsch an, das die V-Strom genauso klang. Aber „Marie“, die zweite deutsche Stimme des Zumo590, ist keine Alternative. Marie klingt wie ein Roboter und vollkommen unnatürlich, sie kann wirklich nur Sachen sagen wie „in-300-Metern-links-abbiegen“,  während Anna in der gleichen Situation sagt „an der Ampel neben der Tankstelle nach links“. Sowas erleichtert die Orientierung ungemein und klingt viel natürlicher.

Heute hat Anna jedoch dafür gesorgt, dass ich geblitzt wurde. dabei bin ich ganz brav 70 gefahren. Doof nur, dass die 70-Zone kurz von einem Abschnitt mit 50 km/h unterbrochen wurde. Habe ich nicht mitgekriegt, denn Anna war eingefroren. Das passiert sehr, sehr selten, aber es kommt vor, und während ich damit beschäftigt war sie neu zu starten, blitzdingste es auch schon.

Genau in dem Moment bootete sich Anna zurück in meinen Helm. Das erste Lebenszeichen? „Ding-Ding-Ding, Achtung, Du bist zu schnell! Und hier wird geblitzt“. Tja Anna, das hatte ich dann auch ohne Dich schon bemerkt.

 
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Verfasst von - 7. August 2017 in Motorrad

 

Die Rückkehr der Wickelmumie

Manche haben sich vielleicht gefragt, was in der riesigen Wickelmumie von neulich eigentlich drin war.

Das hier:

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Verfasst von - 3. August 2017 in Motorrad

 

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Wieder da

Schau mal an wer wieder da ist!

Die V-Strom ist endlich wieder komplett auf der Straße!

Aus dem Krankenbett ist sie schon länger, aber bis wirklich alles wieder in Ordnung war, hat es bis jetzt gedauert. Der Unfall war ja am 02. Juni. Dann kam die Suzuki in die Werkstatt und blieb da fast sechs Wochen.

Weil der Vollidiot von Unfallgegner den Unfall nicht meldete, dauerte es fast einen Monat bis die Reparaturfreigabe durch die Versicherung da war, und dann nochmal zwei Wochen bis die wichtigsten Ersatzteile an Land gekommen und verbaut waren. Anfang Juli kam sie dann aus der Werkstatt. Fahrtüchtig zwar, aber immer noch mit kleinen Defekten wie kaputten Nebellampen und Abdeckungen.

Ersetzt wurden der Sturzbügel, das komplette Gepäcksystem, das hintere Schutzblech, das Kennzeichen, die Handprotektoren, der Lenker, der linke Spiegel, die Koffer und noch ein wenig Kleinkram wie kaputte Glühbirnen und Abdeckgläser. Von wegen „ist ja nur ein verbogenens Metallteil, das zahle ich aus eigener Tasche“, wie der Unfallgegner meinte. Der Schaden betrug nun fast zweieinhalbtausend Euro, und ich kann froh sein, dass nicht Achse, Rahmen oder Felgen bei dem Einschlag beschädigt wurden.

Die letzten Teile kamen erst letzte Woche, aber nun ist sie wieder fit und brummt wie vor dem Unfall! Kleinigkeiten fallen jetzt noch zuhauf an. Ich habe erst jetzt gemerkt, wieviel es doch einzustellen gibt, bis so ein Motorrad richtig passt. Die Neigung des Lenkers, der Winkel der Armaturen, die Einstellungen der Spiegel… das muss alles passen, und das wieder richtig hinzukriegen ist Feinarbeit.

Was auch noch nicht ganz passt sind die Spiegel. Der neue Spiegel ist ein Originalspiegel Marke „Bratpfanne“, den die meisten V-Strom-Fahrer ob seiner Hässlichkeit innig hassen. Der Kaputte war ein kleinerer, ästhetischerer, aus dem Zubehörhandel. Mir gefällt aber, dass man in dem Kuchenblech mehr sieht:

Also werde ich wohl nochmal investieren und auch rechts einen Originalbratpfannenspiegel montieren.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die neuen Koffer, die die Versicherung bezahlt hat. Das Set ist asymmetrisch, damit das Mopped links und rechts gleich breit ist. Die Koffer sind chique:

Aber sie sind schwer, was die Nutzlast einschränkt, und das Asymmetrische sieht seltsam aus:

Der rechte Koffer fast 33 Liter und damit 12 Liter weniger als der alte. Er sieht aus wie ein Aktenkoffer:

…während der linke Koffer 46 Liter fasst, aber absteht wie ein Bauklotz:

Verwenden werde ich die für lange Reisen nicht, dafür habe ich mir ja die guten Gebrauchten zugelegt. Aber die wollte die Versicherung ja nicht zahlen. Ebensowenig übrigens wie die Rückholkosten für mein Gepäck oder Nutzungsauswahl oder auch nur die Heimfahrt. Begründung: „Wären Sie tatsächlich in Urlaub gefahren, hätten sie ja auch irgendwann zurückfahren müssen“. Tja. Nur das durch die Matschbirne von Unfallgegener halt drei Wochen Urlaub mal einfach so ausgefallen sind, ne? Egal, darum kümmert sich meine Anwältin, deren Ehrgeiz nun geweckt ist.

Ich freue mich erstmal darüber, das die Vrau Strom wieder unterwegs ist.

 
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Verfasst von - 2. August 2017 in Motorrad

 

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Weltwieseltag 2017

Am zweiten Samstag im August findet in Hamburg der Weltwieseltag 2017 statt*.

Die Veranstalter der WTF (Wiesel Task Force) rechnen mit bis zu 30.000 Besuchswieseln aus aller Welt. Die zentrale Kundgebung beginnt am Samstag, 12.08. um 15.00 Uhr im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf auf dem Platz Kapellenstraße Ecke Waldstraße.

Willkommen sind alle Wiesel und Menschen, die in Begleitung eines Wiesels kommen. Wer dabei sein möchte aber kein Wiesel hat, guckt in die Röhre. Die WTF weißt aber darauf hin, dass man sich HIER evtl. noch kurzfristig ein Wiesel organisieren kann.

Wie in den vergangenen Jahren wird die Veranstaltung bestenfalls seltsam ablaufen. Da Wiesel nicht sprechen können, fällt die Eröffnungsrede aus. Danach werden die Wiesel sehr leise, dafür aber sehr unorganisiert ca. 5 Minuten durch die Gegend marodieren, bis die Aufmerksamkeitsspanne ausgeschöpft ist und sie in alle Richtungen auseinanderlaufen.
Danach Abendprogramm.

Wer dabei sein möchte ist selbst schuld und muss sich vorab per Fax bei silencer137@me.com anmelden.

Bild vom WWT 2014: Damals waren es ca. 6 Wiesel, diesemal werden bis zu 30.000 erwartet.

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* Arme Hansestadt. Erst G20, nun Weltwieseltag.

 
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Verfasst von - 1. August 2017 in Wiesel

 

Momentaufnahme: Juli 2017

Herr Silencer im Juli 2017
Wort des Monats: „Kuchenhoffnung“

Wetter: Warm und sonnig, Temperaturen minimal immer so 20 Grad, meist höher. Bis am 25. die Sintflut kommt: Dauerregen spült die Temperaturen in den 12 Grad-Keller und verursacht in Teilen Südniedersachsens heftige Überschwemmungenn. Dann geht es hochtemperaturig mit 20-28 Grad weiter.

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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Saturday Night Fever [Domfestspiele]
Ausführliche Besprechung hier.

Beautiful Thing [Theater im OP]
Ein trostloser Plattenbau in Thames Mead im Südosten von London. Hier leben leicht defekte, aber liebenswerte White-Trash-Charaktere. In dieser Umgebung entdecken zwei Pubertierende homosexuelle Gefühle füreinander.

Tolle Szenebilder, starke Darsteller, mäandernde Geschichte mit einem zu langen, ersten Akt. Coming of Age-Geschichten finde ich normalerweise furchtbar, diese hier ging so – noch besser wäre sie gewesen, hätte man das Material um 30 Minuten gestrafft. Die Stärke des Stücks ist eindeutig die Darstellung der skurrilen Charaktere, es macht Spaß, denen beim Leben zuzusehen.

The Amazing Spider-Man (2012) [Netflix]
Peter Parker wird von einer Spinne gebissen. Natürlich tut er, was jeder Schüler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, zieht sich Strumpfhosen an und bekämpft das Böse. Zeitgleich: Wissenschaftler wird von Echse gebissen. Natürlich tut er, was jeder Wissenchaftler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, rennt halbnackt durch New York, beisst Leute und will eine Armee aus Echsenmenschen erschaffen.

ARGH. WAS FÜR EIN UNGLAUBLICHER SCHEIß! Dieser Film ist so brüllend schlecht, sowas habe ich echt selten erlebt. Das beginnt beim miserablen Casting – es wirkt, als hätte Sony die erstbesten Leute von der Straße gezerrt und vor die Kamera gestellt. Kein Schauspieler trifft seinen Charakter, untereinander gibt es keine Chemie, kein gutes Spiel, nirgends. Am wenigsten von dem Boyband-Typen mit der Monchichi-Frisur, der Peter Parker darstellen soll. Dazu kommt: Die Story ist schlimm. Die Effekte sind schlecht. In jeder Szene passiert etwas, das mich Facepalmen lässt. Unfassbarer Müll, keine Ahnung weshalb der Film seinerzeit so hoch bewertet wurde.

Spiderman: Homecoming (2017) [Kino]
Peter Parker wird NICHT von einer Spinne gebissen, zumindest wird das nicht nochmal erklärt. Er hat schon seine Kräfte, deswegen wurde er von Tony Stark mit zum Kampf gegen Captain America nach Berlin genommen (in „Civil War“). Das hat den Jungen verändert. Seitdem sitzt er in seinem Appartment in New York und wartet darauf, dass sich die Avengers wieder bei ihm melden. Die haben aber ganz anderes zu tun, und so kämpft Peter in der Zwischenzeit mit seinem Doppelleben, einer unerwiderten Liebe, und den Tatsachen, dass bald der Homecoming-Ball stattfindet und jeder seine Tante May heiß findet. Bis er einen illegalen Waffenhandel in New York aufdeckt und dann richtig Mist baut.

Wow, SO muss Spiderman! Endlich liegt die Lizenz wieder bei Marvel, und yeah, haben die das richtig hinbekommen. Das Casting ist auf den Punkt: Tom Holland spielt Peter exakt so, wie er nach den Comics sein muss. Michael Keaton darf endlich als Bösewicht glänzen. Die Story ist simpel, aber nicht doof, und wird dadurhc veredelt, dass wirklich jeder Charakter glaubwürdige Motive für sein Handeln hat. Nach „Guardians 2“, der der bislang schlechteste Marvel-Film war, ist „Spiderman“ nun der vielleicht beste.

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Spielen:

Nier Automata [PS4]
In ferner Zukunft: Die Erde wurde von Maschinenwesen übernommen, die von Aliens geschickt wurden. Die Menschheit ist vor Tausenden von Jahren auf den Mond geflüchtet und schickt von dort Kampfandroiden, die den Maschinen einheizen sollen. Eine solche Androidin ist 2B, die in den Überresten der Erde ihren Missionen nachgeht.

WTF? „Nier Automata“ ist konzentrierte Absurdität. Das beginnt bei der Hauptfigur: Androidin 2B trägt Kampfschwerter, eine Augenbinde und ein Goth-Lolita-Röckchen. Die Gegener sind knuffige Roboterchen, die man am Liebsten knuddeln möchte. Das Gameplay variiert zwischen Actionadventure, RPG, Sidescroller, Hack´n´Slay und Stickshooter und wechselt manchmal von Szene zu Szene – man hat das Gefühl, mehr als ein Spiel zu spielen.

Dabei ist es so schwer zugänglich, dass es an eine Zumutung grenzt. Bis nach dem ersten Bosskampf kann man nicht mal speichern. Verliert man den, muss man 20 Minuten noch einmal spielen. Auch die Schnellreisefunktion muss erkämpft werden. Der Schwierigkeitsgrad ist heftig, die Bedienung in der Standardbelegung fummelig und die Konfiguration der Spielfigur fast unmöglich. Und doch: Nier Automata sprüht vor Kreativität. Überraschungen und WTF-Momente sind ist die Belohnungen für die Zumutungen. Ein Spiel, dass wirklich ständig mit Skurrilitäten überrascht.

Zur Sperrigkeit gehört leider auch, dass man nach einem Spieldurchlauf nur einen Teil der Geschichte erlebt hat. Beim jedem neuen Spielstart erlebt man Geschehnisse, die parallel oder nach der Haupthandlung spielen, und zwar aus der Sicht einer anderen Figur. Das ist originell, aber ebenfalls sperrig – es dauert zu lange, bis man den diesem Punkt ist. Narrationsfans kommen nicht bis dahin, weil die Geschichte zu dünn gestreut ist, und durchschnittliche Spieler sind nach einem Durchlauf am Ende, weil die Core-Spielmechanik seltsam unbefriedigend ist. „Nier: Automata“ ist dennoch ein Riesenerfolg geworden, irgendeinen (japanischen) Nerv muss es also treffen.

„Nier: Automata“ ist eine Wundertüte, bei der man nie weiß, was man als nächstes findet. Wenn man was findet, weiß man nichts mit anzufangen, weil die Fundsache absurd ist.

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Machen:
– Der Nachbarin einen neuen Job erschreiben
– Die V-Strom wieder auf Vordermann bringen
– Reiseplanung für Oktober.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Juli 2017 in Momentaufnahme

 

Bleichetrinker

Noch ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Impfartikel: Ich habe mir den Impfgegner, den sich Nicki und Moe gefangen haben, noch mal ein wenig angesehen. Wir erinnern uns: „Wer gesund ist, der braucht keine Impfung“ war seine Grundaussage. Und wie bleibt man gesund? Natürlich durch die Einnahme von MMS!

MMS war mir vor einiger Zeit schon untergekommen, ich habe aber schlicht vergessen über diesen kranken Mist schreiben. MMS, das ist die Abkürzung für „Magical Mineral Supplement“, also in etwa „Magische Mineralien Nahrungsergänzung“. Hört sich harmlos an, oder? Ich assoziiere mit „Nahrungsergänzung“ jedenfalls automatisch Brausetabletten, die nach künstlichem Orangenaroma schmecken. Aber weit gefehlt, damit hat MMS nichts zu tun.

MMS sei nämlich weitaus potenter, sagt sein „Erfinder“, der Amerikaner Jim Humble. Bei oraler Einnahme soll es vor allen Arten von Krankheiten, insbesondere vor Malaria und Hepatitis, schützen. Außerdem soll es Krebs heilen, genauso wie Demenz, AIDS und Autismus. Als Einlauf verabreicht befreit es den Körper von zahlreichen Giften und von den Seilwürmern, die angeblich jeder Mensch in sich trägt.

Seilwürmer?

Hört sich nach liebenswerter Spinnerei an, ist es aber nicht. Denn bei MMS handelt es sich keinesfalls um Brausetabletten, sondern um Natriumchlorit. Wer jetzt an Kochsalz denkt liegt falsch, denn das wird hinten mit d geschrieben. Natriumchlorit mit „t“ ist weit weniger harmlos, denn dabei handelt es sich um chlorige Säure. Nach Humble soll man die noch mit Salzsäure mischen und das daraus enstehende, giftige und ätzende Chlordioxid trinken oder als Einlauf nehmen. Verkürzt: Die MMS-Anhänger trinken Chlorbleiche.

Ernsthaft. Das Zeug ist ätzend und findet sich sonst in Abflußreinigern und Reinigungsmitteln auf Chlorbasis, und die MMS-Anhänger machen damit Spülungen, trinken es und verabreichen sich Einläufe. Wird ihnen davon schlecht, ist das ein Beweis der Wirksamkeit. Die vermeidlichen „Seilwürmer“ sind nichts anderes als verätztes Darmgewebe, das sich großflächig gelöst hat und zusammengerollt ausgeschieden wird.

Für den Ex-Scientologen Jim Humble ist MMS ein tolles Geschäft. Damit ist er durchaus in der Tradition der fahrenden Schlangenölverkäufer im Wilden Westen zu sehen, den Herren mit Weste und Zylinder, die von ihren Kutschen herab grüne Flaschen mit einem Wunderelixir verkauften. Fielen den Leuten dann die Haare aus, weil darin so feine Zutaten wie Quecksilber war, war das nur ein weiterer Beweis der Wirksamkeit.

Schlangenöl vs. Medizin

Da sind wir nun, im Jahr 2017, und wieder verkauft jemand Schlangenöl. Und das in einem Umfang, dass mittlerweile die Behörden davor warnen müssen. Denn dieser kranke Mist verbreitet sich: Es gibt Chlorbleiche-Seminare, Onlineshops zum Bezug des „Wundermittels“ und in Facebookgruppen tauschen sich Eltern über die „Therapie“ ihrer Kinder aus und darüber, wie viele Seilwürmer man damit schon losgeworden sein. Die Kinder nicht impfen lassen, aber ihnen Chlorbleiche rektal verabreichen. Wi-Der-Lich.

Um zu unserem eingangs erwähnten Impfgegner zurückzukommen: Der führte ein MMS-Tagebuch im Netz, in dem er seine Eigenbehandlung über die Zeit dokumentieren wollte. Es hat genau zwei Einträge:

1. Eintrag: MMS Tropfen kaufen – Wo bekomme ich Jim Humbles Miracle Mineral Supplement?
2. Eintrag: Tag 1 ist überstanden, ich lebe noch

Beide Einträge sind vom 26.06. letzten Jahres. Danach kommt nichts mehr, die Dokumentation endet schlagartig nach der Einnahme.
Chlorbleichetrinker.
Es gibt Sachen, die KANNSTE Dir beim besten Willen nicht ausdenken.

 
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Verfasst von - 28. Juli 2017 in Skurril

 

Impfen

Drüben auf „moppedhiker.de“ beschreiben Nicki und Moe in einem herzallerliebsten Blog, wie sie sich Stück für Stück auf eine Weltreise mit einem Motorrad vorbereiten.

Das passende Gefährt finden, Ausrüstung zusammenstellen – an so viel ist zu denken! Natürlich gehört zum Reisen in ferne Länder auch, dass man sich vorher gegen die schlimmsten und verbreitetsten Krankheiten impfen lässt. Auch das haben die beiden gemacht, nach Konsultation von Auslandsseiten und Reisearzt wurde gegen Cholera, Typhus, Hepatitis und noch ein paar andere Sachen geimpft. Darüber haben Nicki und Moe einen sehr guten Blogpost verfasst, den ich gerne gelesen und kommentiert habe, denn natürlich ist Impfen bei Auslandsreisen sinnvoll. Ich selbst habe vor zwei Jahren auch eine Hepatitisimpfung bekommen, weil die Krankheit in Südeuropa sehr verbreitet ist.

Ich hatte meinen Kommentar noch nicht ganz zu Ende getippt, da hatte sich das Blog von Nicki und Moe schon ganz fiese Bazillen eingefangen: Impfgegner!

Seid vorsichtig mit dem Impf-Cocktail, den Ihr hier einfach so lapidar empfehlt“, raunte es unter einem Stein hervor. „Wenn Ihr gesund seid, dann benötigt Ihr keine einzige Impfung – nicht jetzt und auch nicht morgen.“

Ich war einigermaßen fassungslos. Wie MACHEN diese Leute das? Haben die einen Google-Alert auf das Schlagwort „Impfung“ gesetzt und patrouillieren ständig durchs Netz, um Leute vom Impfen abzuhalten? Anders ist es kaum zu erklären, dass innerhalb kürzester Zeit die „warnenden“ Stimmen auftauchen, sobald einer was über das Impfen schreibt.

Auch auf meine Anmerkung zur Hep-Impfung wurde der Impfgegner aktiv: „Leider wissen die meisten Menschen nicht über die Wirksamkeit und das Risiko einer Impfung Bescheid. Gerade die Hepatitis Impfungen sind höchst zweifelhaft und richten weltweit mehr Schaden an als das sie Nutzen stiften. Naja, wohl bekomms!“

Meine Antwort war etwas trollig:

Hallo Impfgegner,
Weißt du, was mehr Schaden anrichtet als Hepatitismpfungen?
1. Hepatitis
2. Impfgegnergeschwurbel.


Bussi!
Silencer

In der Regel benehme ich mich in fremden Blogs besser, aber bei dem Thema geht mir echt der Hut hoch. Was genau läuft bei Leuten eigentlich schief, die der Meinung sind, dass man schon keine Krankheiten bekommt, wenn man nur gesund ist? Was ist das denn für eine Logik?

Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs. Guckt man mal in entsprechende Facebook-Gruppen, in denen sich diese Gestalten zusammenrotten, tun sich Abgründe auf. Da reicht das Spektrum von besorgten Eltern, die nur skeptisch gegenüber Impfungen sind, über Leute, die lieber Chlorbleiche trinken als der „Schulmedizin“ zu vertrauen bis hin zu Aluhut-Trägern, die in Impfungen allen Ernstes einen Plan zur Unterjochung der Menschheit sehen. Was man da liest, dreht einem den Magen um. Besorgte und oft gebildete Jungeltern tauschen dort Tips aus, wie man Impfungen der Kinder vermeidet oder wie man sich am Besten versteckt:

Andere sind da radikaler und erinnern in ihrer Wortwahl an Veganer (Smiley!):

Screenshot aus der Metagruppe „Was Impfgegner sagen“.

Egal ob besorgte Eltern oder Aluhutträger: Sie alle hängen einer Ideologie an, deren kleinster gemeinsamer Nenner sie eint. Der lautet: Impfen ist schlecht oder könnte es zumindest sein.

Mythen & Märchen über die Gefährlichkeit des Impfens

Das könnte man als Spinnerei einer Minderheit abtun. Leider sind die Auswirkungen dieser Ideologie aber dramatisch, und der Unfug greift massiv um sich. Die Impfgegner-Gruppen sind nämlich gut extrem gut vernetzt und im Internet sehr sichtbar. Ähnlich wie Reichsbürger, Homöopathen, Chemtrailer und Flat_Earther bestärken sie sich innerhalb ihrer Echokammern aus Facebook-Gruppen und Internetforen ständig selbst. Durch die Bestätigung durch Gleichgesinnte wird das eigene Tun legitimiert und weniger hinterfragt, Anekdoten und Mythen über das Impfen werden in solchen Kreisen dankbar aufgesogen und weitergegeben. Manche Anhänger dieser Ideologie gehen so weit, dass sie – siehe oben – aktiv zu missionieren beginnen.

Impfungen seien so gefährlich wie die Krankheiten, vor denen sie schützen sollen, ist das beliebteste Argument. Was sich nicht belegen lässt. Laut WHO sterben jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten, gegen die es eigentlich Impfungen gibt. Gesicherte Belege über Todesfälle oder lebenslange Schäden durch Impfungen gibt es dagegen nicht, weder von der WHO noch vom Paul-Ehrlich-Institut, bei dem Verdachtsfälle auf Impfkomplikationen in Deutschland gesammelt werden.

Tatsache ist: Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht geimpft werden können. Das sind schwerkranke Menschen, deren Immunsystem das nicht mit macht. Die werden nur dadurch geschützt, dass alle anderen sich impfen lassen und Krankheiten deshalb nicht übertragen. Dieses Prinzip nennt man Herdenschutz.

Gesunden Menschen schadet eine Impfung dagegen nicht. Klar fühlt man sich nach manchen Impfungen schlapp, die Haut juckt und manchmal bekommt man Fieber, in seltenen Fällen kommt es auch zu allergischen Reaktionen. Das sind die möglichen Nebenwirkungen einer Impfung, aber das ist spätestens nach ein paar Tagen vorbei und kein Drama. Anders als die möglichen Auswirkungen, wenn man auf Impfungen verzichtet.

Immunität auf natürlichem Weg?

Masern sind ein gutes Beispiel dafür. Die waren fast mal ausgerottet, aber dann kamen die Impfgegner. Deren Hauptsitz scheint ausgerechnet in Berlin zu sein. Man stelle sich in dem Zusammenhang junge, gebildete und besorgte Hipstereltern vor, die nur das beste für ihr Kind wollen und es deshalb auf eine Masernparty schicken, damit es sich bei anderen Kindern ansteckt und so „auf natürlichem Weg“ immun wird. Masern! Ausgerechnte! Man stelle sich das vor! Masern sind hochansteckend, nahezu JEDER Kontakt mit einer nicht geimpften Person führt zu einer Neuinfektion. Masern können tödlich sein, und besonders zu leiden haben Kinder, die aus speziellen Gründen, etwa einem geschädigten Immunsystem, nicht geimpft werden können. Da die Hipstereltern die Herdenimmunität mit Füßen treten und gezielt für Masernansteckung- und verbreitung sorgen, sind es genau diese Kinder, die von Masern dauerhafte Schäden zurückbehalten oder sterben. um es mal ganz klar zu sagen: Wer sich der Herdenimmunität verweigert ist ein asozialer Drecksack, der den Tod von Kindern in Kauf nimmt.

Ich will nur das Beste für mein Kind, deshalb lasse ich es nicht impfen!

Resultat des „ich will ja nur das Beste für mein Kind“: Masern sind nicht nur nicht ausgerottet, 2015 rollte sogar eine Masernepedemie von aus Berlin übers Land. Deutschland gilt damit als Problemland, ist aber kein Einzelfall. Auch in Frankreich und Italien gab es Masernepedemien. Ausnahmsweise fackelten diese Staaten nicht lange und führten eine Impfpflicht für Kinder ein. Wer seine Kinder nicht impfen lässt, muss nun mit harten Strafen rechnen.

Soweit ist es in Deutschland noch nicht, hier setzt man auf Beratung und Aufklärung.
In diesem Sinne: Danke für das Lesen dieses ranthaltigen Aufklärungsartikels.

Und checkt mal wieder Euren Impfpass. Diphterie, Tetanus und Keuchhusten müssen alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Impfkalender. Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), http://www.impfen-info.de/ CC BY-NC-ND 3.0 DE

P.S.: Und an die Impfgegner, die vom Google-Alert hergeführt wurde: Na kommt. Traut Euch.

#Impfung #Pflichtimpfung

 
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Verfasst von - 27. Juli 2017 in Betrachtung, Rant

 

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Schriftliche Verwarnung mit Verwarngeld / Anhörung

…oder, wie ich es nenne: Betriebskosten. 😉

Das erste mal seit 2001 geblitzt worden. Guter Schnitt. Wenn es mich mal erwischt, trage ich es wie ein Mann und zahle einfach.

Für „Ich bin aber auf dem Bild gar nicht richtig zu erkennen“-Gewinsel oder, bei Bußgeldbescheiden aus dem Ausland, das „Wir haben hier aber gar keine Halterhaftung, mein Auto war ganz allein in Frankreich“-Rumgeflenne habe ich schlicht kein Verständnis.

Wenn man Scheiße baut und sich dabei erwischen lässt, soll man auch dazu stehen.

 
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Verfasst von - 26. Juli 2017 in Gnadenloses Leben

 

Generationen


Helme im Wandel der Zeit. Immer leichter, immer besser.

Von oben nach unten: 

  • Nolan N104 Evo (2016-heute)
  • Nolan N90 (2012-2016)
  • Nexo Touring II (2010-2012)

Nicht im Bild:

  • Caberg Unlimited II (1996-2003)
  • Uvex noname (1993-1996)

 
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Verfasst von - 23. Juli 2017 in Motorrad

 

DHL nimmt keine Wickelmumien

Dieser Homunkulus von einem Paket kam neulich bei mir an.

Eine echte Wickelmumie, jeder Quadratzentimeter von Klebeband bedeckt. Ich habe es kurz geöffnet, den Inhalt gecheckt, dann sollte es wieder auf Reisen gehen. Aber da war Elizaveta davor.

„Mit dem Paket werden Sie aber nicht glücklich“, sagte die moldavische Chefin der hiesigen Postfiliale, als ich mit dem Klebebanddesaster ihren Laden betrat. „Das ist Sperrgut“.
„Was?“, entfuhr es mir.

„Ja, neulich war ein DHL-Berater hier, der hat mir gesagt, ich hätte schon 100 Euro Umsatzausfall gemacht, weil ich Sachen, die eigentlich Sperrgut waren, als normales Paket angenommen hätte. Jetzt gibt es härtere Regeln. Das hier hat er da gelassen.“

Sie schiebt mir einen Schnellhefter über den Tresen. „Woran erkenne ich Sperrgut“, steht auf dem ersten Blatt. Dahinter sind in Klarsichthüllen Bilder von seltsamsten Dingen abgebildet. Ein Benzinkanister, der mit Lappen umwickelt ist. Ein Stück Regenrinne, verpackt in einen Müllsack. Ein Gartengerät, vielleicht eine Harke, über die notdürftig Geschenkpapier gefrickelt ist. Und irgendwas Undefinierbares, von oben bis unten in Klebeband eingewickelt.

Auf das tippt die Postfrau. „Ihr Paket fällt in die Kategorie. Wenn das so umwickelt ist, ist es für DHL jetzt Sperrgut. Härtere Regeln. Sperrgut kostet 26 Euro, dazu kommt Porto.“ Sie sieht mich fragend an.

„Nee“, sage ich. „Ich gucke mal, ob ich einen neuen Karton finde.“

Ich würde mich jetzt über die härteren Regeln aufregen, wenn, ja wenn ich nicht wüsste, was Leute manchmal so verschicken.

Wir haben im Büro jemanden, der gelegentlich solche Lieferungen bekommt, und ich muss ganz ehrlich sagen: Meine Toleranzgrenze ist erreicht, wenn der Transportdienst hier fünf Liter-Kanister mit hochbrennbaren Reinigungsalkohol oder Industrieklebstoffen anschleppt, die überhaupt keine Verpackung haben und deren Gefahrenstoff-Aufkleber mit einer Paketmarke überklebt wurde. Von daher finde ich etwas härtere Regeln durchaus sinnvoll.

Nur: Sowohl meine Wickelmumie als auch die explosiven Kanister kamen nicht per DHL, sondern per GLS, und die sind verzweifelt genug so einen Kram auch zukünftig zu befördern.

Wer also, sagen wir mal, eine Gasflasche, eine Topfpflanze oder eine lebende Kuh versenden will: Einfach flächendeckend Klebeband drum rum, GLS nimmt das schon mit. Wenn DHL jetzt picky ist, wird GLS der neue Lieblingsversanddienst aller ebayer.

 
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Verfasst von - 22. Juli 2017 in Gnadenloses Leben

 

Bestseller Nr. 1 in Spiralförmige Rührstäbe

Manchmal läuft das autoamtische Kategorisierungssystem von großen Plattformen komplett Amok. Das trifft u.a. auch Netflix („Filme in der Kategorie dokumenarische Sci-Fi-Tragödien mit Adam Sandler“), aber Amazon produziert den schönsten Schrott:

 
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Verfasst von - 21. Juli 2017 in Ganz Kurz

 
 
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