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Wie Trailer Filme kaputtmachen

Trailer schneiden ist eine hohe Kunst, und wenn man es richtig machen will, extrem zeitaufwendig. Wenn man beim Trailer aber schludert, kann das Filme schwer beschädigen. Drei Fallbeispiele.

Beispiele für schlechte Trailer gibt es zuhauf. Gestern im Kino lief bspw. der Trailer „SMS für Dich“, dem neuen Karoline-Herfurth-und-Nora-Tschirner-Vehikel. Er begann recht verheissungsvoll, glitt dann aber ab in „Ich erzähle den kompletten Film in drei Minuten“, inklusive der Preisgabe storyentscheidender Wendungen. So einen Trailer guckt man und denkt am Ende „OK, danke, jetzt brauche ich den Film nicht mehr zu sehen“.

Ein besonders schlimmer Fall von „Ich erzähle den Film und anhschliessend guckt den keiner mehr“ war übrigens Terminator GeniSYS. Kein schlechter Streifen, aber der Plotpivot, das John Connor nun böse ist, der gehörte nicht vorab verraten.

In letzter Zeit trifft man vermehrt auf schlechte Trailer der Marke: Hat mit dem Film nichts zu tun. „Ghostbusters“ gilt mit fast einer Million Dislikes als grottigster Trailer, der je auf Youtube veröffenlicht wurde. Zu recht, denn er ist mies geschnitten, hat ein lausiges Pacing und der Einsatz der Musik ist unteirdisch. Vor allem stellt er aber die Charaktere falsch dar und behauptet, das Reboot sei eine Fortsetzung. In meinen Augen ist das Ding kein Trailer, das ist Sabotage.

Anderer Fall der jüngsten Vergangenheit: Der erste Trailer zu „Star Trek: Beyond“. Ebenfalls schlimm geschnitten, völlig vergurkte Musikauswahl und seltsamste Aneinanderreihung von Bildern, so dass das fast nach einem neuen „Fast & Furious“ als nach Star Trek aussah. Der Trailer war so schlimm, dass Drehbuchautor Simon Pegg sich dafür entschuldigte und Regisseur Justin Lin beteuerte eiligst, dass der Film ganz anders sei. Was stimmt.

Warum kommt ein Trailer ins Netz und in die Kinos, den nicht mal die Filmmacher gut finden? Ganz einfach: Weil Trailererstellung aufwendig ist, wird das immer öfter an Externe outgesourced und von Schlipsträgern vom Studio beaufsichtigt. Es gibt Firmen, die sind auf Trailer spezialisiert, und etliche sind auch extrem gut darin*. Ein Trailer sollte nach Möglichkeit die Tonalität und das Feeling des Werks einzufangen und wiedergeben. Manchmal gelingt das aber nicht, und dann kommt ein Trailer zu einem völlig anderen Werk dabei heraus.

Den krassesten Fall von so einem „Thema verfehlt“-Trailer dürfte der zu „Suicide Squad“ sein. Der Film fährt gerade vernichtende Kritiken ein. Unter anderem deshalb, weil er wirkt, als hätte man versucht zwei verschiedene Filme zusammen zu kleben. Der Witz dabei: Genau das ist der Fall.

Wenn stimmt, was man aktuell liest, ist Folgendes passiert: Der Film wurde gedreht mit dem Ziel einen düsteren und erwachsenen Streifen abzuliefern. Dann hat eine externe Firma aus dem Rohmaterial einen Trailer zusammengeschnitten, der massiv auf Musikuntermalung setzte und zudem einen recht locker-spaßigen Grundton vermittelte:

Der Trailer kam massivst gut an, jeder mochte ihn – und dem Regisseur und dem Studio war plötzlich klar, dass sie hier einen Film  anpriesen, den es so nicht gab. Hektisch wurden zwei Schnittfassungen des Films erstellt. Eine Fassung war so düster und ernst wie ursprünglich intendiert, die andere spaßiger und anders mit Musik unterlegt, so wie der Trailer. In Fokusgruppentests kam die lockere Fassung besser an, und so wurde die Trailerfirma beauftragt massive Nachdrehs zu leiten, um die andere Tonalität irgendwie umgesetzt zu bekommen. Die nachgedrehten Szenen wurden dann eiligst in das vorhandene Material eingepasst und plakative Popmusik über jede zweite Szene gelegt.

Das Resultat ist ein Film, der zwei Visionen folgt, und das immer abwechselnd. Ein Frankenstein-Film, der aus unterschiedlichsten Teilen zusammengepatcht wurde und nun vorne und hinten auseinanderfällt.

Trailer können also Filme auf mehrer Arten zerstören. Sie können dem Werk wirtschaftlich massiv schaden (Ghostbusters), vollkommen andere Erwartungen wecken (Star Trek) oder sogar den Aufbau und den Ton des Films komplett über den Haufen werfen, wenn die Schlipsträger des Studios kalte Füße bekommen (suicide Squad).
Schön ist das alles nicht.

————–
* Gehört hier nicht hin, aber die Rendertailer von Digicpictures sind Kunstwerke, die eine eigene Geschichte erzählen, dem Werk treu bleiben UND Informationen liefern.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 21. August 2016 in Ganz Kurz

 

Bundeswehrputsch in Deutschland

„Sommer 2015. Flüchtlinge kamen ungesteuert nach Deutschland, die politische Führung war ohne Plan. Der Stab ging von Staatsversagen aus. Deshalb beschloss die Führung der Bundeswehr… den Putsch“.

BBB Leaks enthüllt die geheimen Pläne und das Scheitern des Bundeswehrputsches im Sommer 2015:

 
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Verfasst von - 20. August 2016 in Webvideo

 

Review: Suicide Squad (2016)

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Superman war ein nettes Alien, aber was, wenn das nächste Wesen mit übermenschlichen Kräften den Menschen nicht so wohlgesonnen ist? Um für so einen Fall gewappnet zu sein, tut die US-Regierung das selbstverständlich völlig naheliegendste: Sie stellt exakt so eine Gruppe von bösen Metawesen mit übermenschlichen Kräften zusammen. Allesamt sind fies und gemein oder haben einen an der Waffel oder beides. Tatsächlich taucht kurze Zeit später mit Cara Delevingne ein nur mit CGI-bekleidetes Supermodel mit einem furchtbaren Plan auf: Sie will eine Schlechtwettermaschine bauen und damit überall auf der Welt dunkle Wolken machen. Was in Deutschland niemand bemerken würde, erregt die Amerikaner so dermaßen, dass sie ihre Beklopptentruppe losschicken.

Ach, DC. Ich würde es dem Verlag ja so gerne gönnen, dass er gemeinsam mit Warner Bros sein eigenes „Cinematic Universe“ (DCU) auf die Beine gestellt bekommt: Superheldenfilme, die miteinander verwoben sind, genau wir Konkurrent Marvel das auch macht. Aber es soll wohl nicht sein, denn „Suidice Squad“ ist schon der dritte von drei Film im DCU, der einfach nur… Grütze ist.

Dabei ist das Problem nicht die Ausstattung, die Schauspieler oder die Effekte – alles, was man für Geld kaufen kann, ist wirklich top notch. Nein, dem DCU mangelt es an Charakteren und Geschichten. Kein Wunder, wenn man sich ausgerechnet den Eulenfilmmann Zack Snyder als Mastermind an Bord holt.

Snyder liefert zwar tolle Standbilder, aber spätestens seit „Watchmen“ wissen wir, dass er sich kein Stück um Geschichten und Charaktere schert. Folgerichtig lieferte Snyder mit „Man of Steel“ und „Batman v. Supermann“ zwei strunzdumme und hässliche Filme ab. Das einzig verwunderliche ist, dass er mit der Masche weitermachen darf und nicht gefeuert wurde: Sofort nach dem letzten Flop darf Snyder nun „Justice League“ kaputtmachen und „kreative Kontrolle“ über andere Filme ausüben.

Wie das aussieht, kann man nun am Beispiel von Suicide Squad gut sehen. Der Film hat viele Probleme, am Schlimmsten ist aber der fehlende Fokus. Er mäandert irgendwo zwischen Buddy- und Kriegsmovie, hat keinen richtigen Plot, bekommt die große Anzahl an Charakteren nicht sinnvoll unter und geht zudem lieblos mit seinen Figuren um. Warum sollen die mich, als Zuschauer, scheren, wenn der Film selbst sich auch nicht für sie interessiert?

Dabei fängt es nicht schlecht an: Einige Charaktere werden gut eingeführt, und der erste Akt beeindruckt mit einem dreckigen und realistischen Look. Gewalt ist im DCU, anders als bei Marvel, wirklich fühlbar – und Jared Letos Version des Jokers ist so fruchteinflößend wie zuvor nur Gruselfiguren wie Hannibal oder Scarface. Der aktuelle Joker ist ein offensichtliches Monster, das wirklich Angst beim Zuschauer erzeugt.

Im ersten Akt nerven offensichtlich wirklich nur die willkürlich und offenbar nach dem Erfolg von „Bohemian Rapsody“ im Trailer hastig über den Film geklebten 80er-Jahre-Popsongs. Alle zwei Minuten liegt ein Musikstück über Szenen und Dialogen, egal ob es passt oder nicht, und meistens passt es nicht.

Ist aber auch egal, denn spätestens im dritten Akt fällt alles hinten und vorne auseinander. Der Mangel an Story sorgt dafür, dass alle noch schnell ihr Ding zu Ende machen und dann wird ausgestempelt und nach Hause gegangen. Der Film verabschiedet sich damit genauso schnell von der Leinwand wie aus dem Gedächtnis. Was OK ist, denn so vergisst man als DC-Fan wenigstens schnell die Schmach, die den Figuren hier angetan wurde. Dann lieber den Animationsfilm „Assault on Arkham“ gucken. Da hat das Suicide Squad einen coolen Einsatz und zeigt, was aus der Realverfilmung hätte werden können.

 
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Verfasst von - 20. August 2016 in Film, review

 

N26 oder: Wenn die Bank auf´s Vertrauen pfeift

Man stelle sich einen privaten Postdienst vor. Dem übergibt man Briefe, denkt sich nicht weiter, und natürlich kommen die beim Empfänger an. Was für ein Gefühl ist es, wenn man Monate später feststellt, dass der Postdienst alle Briefe geöffnet, gelesen und den Inhalt kategorisiert hat? Und nicht nur dass, er hat über all seine Briefkunden hinweg eine Auszählung der Kategorien gemacht und veröffentlicht diese zu Werbezwecken: Hey, guckt her, wir haben soundsovieltausend Briefe befördert! 12 Prozent waren Liebesbriefe, 45 Prozent Rechnungen, 23 Prozent Mahnungen und in 10 Prozent aller Briefe wurde der Ex verflucht?

Undenkbar? Die junge Bank N26, formerly known as Number 26, macht genau das. Die Geschäfte des FinTech („Financial Tech“)-Startups konzentrieren sich auf das Banking mittels einer App. Mit der ist es auch möglich, anderen N26-Kunden in sekundenschnelle Geld zu überweisen. Die Bank nennt das „Moneybeam“. Bei jedem Geldstrahl lässt sich auch ein Betreff bzw. Kommentar beifügen, und genau diese Kommentare hat N26 nun ausgewertet, mit anderen Daten in Beziehung gesetzt und aggregierte Statistiken ins Netz gepackt.

Auf dieser Seite erfährt nun jeder interessierte, dass der Großteil der Leute sich anscheinend Auslagen für Mittag und Abendessen zurückerstattet, sind doch die am häufigsten verwendeten Kommentare „Essen“ oder „Lunch“, dicht gefolgt von „Pizza“. Auf weiteren Plätzen: „Bier“, „Burger“, „Döner“.

Auch die Zeit analysiert N26, und tatsächlich, zur Mittagszeit und am Abend wird das meiste Essen bezahlt. Aber auch zwischenmenschliches passiert in Moneybeams. „Ich liebe Dich“ und „Kuss“ sind nur einige der Schlagworte, die die Häufigkeitsauszählung anführen. Es gibt auch noch zwischenmenschlicheres, das… tiefer geht:

N26 wertet aus. So tief es geht.

N26 wertet aus. So tief es geht.

Mit der gibt sich N26 aber nicht zufrieden. Sie machen eine echte, sozialwissenschaftliche Analyse und Clustern Transferhäufigkeiten und Betreffe, um ihre Kunden dann in Profiltypen einzuteilen. Wie zum beispiel den „Sozialen“, der häufig Geld zwischen wechselnden Personen versendet und dabei überproportional häufig den Betreff „Drink“ verwendet.

Da passt es auch ins Bild, dass N26 nicht weiß, wie „Privacy Policy“ geschrieben wird.

"Privat Policy" (Sic!) Quelle: https://n26.com/moneybeam/

„Privat Policy“ (Sic!)
Quelle: https://n26.com/moneybeam/

Nach Orten ausgewertet führt Berlin. Aus all diesen Daten ergibt sich ein gutes Bild der N26-Nutzergruppe: Abgebrannte Berliner, die sich von Freunden und verwandten Geld schicken lassen, um das bei Döner und Bier auf den Kopf zu hauen.

Das die Statistiken diesmal anscheinden hauptsählich Hipsterlis getroffen hat, macht das alles aber nicht besser. Denn, mit Verlaub, das Verhalten von N26 ist creepy. Eine junge, aufstrebende Bank mit innovativen Ideen ist toll und hat mich selbst vor 6 Monaten zum Number 26-Kunden gemacht. Aber niemand kann es ernsthaft gut finden, wenn die Bank relativ kleinteilig seine Kunden analysiert und deren Daten NUR UM EINES LAUNIGEN BLOGPOST WILLENS INS NETZ STELLT. Wann wird wir häufig was von welchem Personencluster gekauft, das sind Daten, die auch aggregiert nicht in soziale Netzwerke gehört. Nicht jeder Kunde ist Anhänger der Spackeria.

Im Gegenteil. Für mich ist das ist wie ein Bruch des Briefgeheimnisses oder auf einer Stufe mit dem Vermieter, der heimlich durch die Wohnung schleicht und dann Statistiken über Hausbewohner ins Netz stellt. „26% all unserer Mietparteien trägt schwarze Socken“ lässt bei genügend großer Stichprobe keinen Rückschluss auf einzelne zu, aber dennoch: Sowas will man nicht. Sowas will ICH nicht. Gut, dass die Kündigungsfrist bei N26 kurz ist. Schade ist es dennoch, denn innovativ ist die Bank. Aber bei Stalkern lasse ich mein Geld nicht, egal wie erfindungsreich sie sind. Egal wie jung die Bank ist, um Geldgeschäfte zu machen braucht es Vertrauen.

 
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Verfasst von - 19. August 2016 in Betrachtung

 

Perfektionstraining

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Ein Motorradtraining sollte jede Fahrerin und jeder Fahrer mal mitgemacht haben. Die, die jetzt sagen „Hö? Wieso? Ich kann doch fahren!“ ganz besonders. Nee, könnta eben nicht. Zumindest nicht so, dass es nichts mehr zu verbessern gäbe. Drei gute Gründe für Trainings:

1. Kein Motorradfahrer kann und weiß alles, und selbst wenn es so wäre: Ein guter Fahrer ist man nicht einfach und bleibt das bis in alle Ewigkeiten. Fahrtechnik muss immer wieder aufgefrischt werden, Theorie genauso wie Praxis. Selbst wenn es bekannte Übungen sind: Dinge wie Notfallausweichen muss man in das Gedächtnis des Körpers eintrainiert werden, damit er im Notfall schon richtig handelt während das Hirn noch mit runtergeklappter Kinnlade danebensteht.

2. Im Alltag schleifen sich falsche Dinge ein, die man selbst gar nicht mehr bemerkt. Bei einem Training guckt sich ein erfahrener Ausbilder die eigene Fahrweise an und gibt gezielte Hinweise zur Verbesserung.

3. Übung von Dingen, die man sonst normalerweise im Alltag nicht macht. Im Straßenverkehr turnt man nicht auf dem Bike rum oder legt einfach mal so eine Vollbremsung hin. Im Training kann man sich und seine Maschine ausprobieren.

Ich mache gerne jährlich ein Training, wenn es geht zu Beginn der Saison. Wie nützlich die sind, zeigt ein Blick zurück hier im Blog: Das Kurventraining bei Peter Schoustall (Teil 1, Teil 2) hat mich gelehrt, Kurven überhaupt richtig zu fahren, mir damit die Angst genommen und die Freude am Fahren wiedergegeben. Das Geländetraining dagegen hat mich an die Grenzen gebracht und ein Motorrad lang gelegt. Beim ADAC gibt es verschiedene Trainings. Damit es nicht langweilig wird, bauen die aufeinander auf. Neben Anfänger- und Wiedereinsteigertrainings gibt es noch das Basis-, das Aufbau- und das Intensivtraining. Nur wer das absolviert hat, darf am Perfektionstraining teilnehmen.

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Gründau-Lieblos ist nur einer von vielen Orten mit merkwürdigen Namen mitten in Hessen. Rundrum liegen z.B. noch Ortschaften wie Linsengericht, Großkrotzenburg, usw. Den albernen Namen mal beiseite mag ich Gründau sehr gerne: Der angrenzende Spessart ist nett zum drin rumkurven und im nahegelegenen Bad Orb kann man wunderbar günstig Übernachten, fürstlich Speisen und durch tolle Parkanlagen flanieren.

In Gründau selbst liegt das ADAC-Trainingszentrum Hessen/Thüringen, ein moderner Bau mit interessanter Architektur.

Kreisrunde Beton-Engangsschleuse.

Kreisrunde Beton-Engangsschleuse.

Edelstahl und Beton Brute allerorten, aber immer mit Stil.

Edelstahl und Beton Brute allerorten, aber immer mit Stil.

Empfangstresen: Definitiv ein Einzelstück. Aus ganz vielen Einzelstücken.

Empfangstresen: Definitiv ein Einzelstück. Aus ganz vielen Einzelstücken.

Hier versammelten sich am vergangenen Sonntagmorgen um kurz vor Acht Auto- und Motorradfahrer/-innen. Drei getrennte Trainings fanden an dem Tag statt.

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Bei sonnigem Wetter und mehr als 25 Grad stand ein Tag auf dem Trainingsgelände bevor. Das sieht schon aus der Luft imposant aus. Neben mehreren Übungsplätzen und Kreisbahnen sieht man von oben deutlich die Schleuderkurse und Rutschbahnen (weiß). Nicht alles ist so eben, wie es auf dem Bild wirkt; auch Gefälleabschnitte sind ins Gelände eingebettet.

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Beim Perfektionstraining ist eine Gruppe nicht größer als 12 Personen. Das Grundlagenwissen wird voraus gesetzt und nur bei Bedarf oder auf Nachfrage noch einmal erläutert. Das sowas wie der paradoxe Lenkimpuls nicht nur bekannt ist, sondern auch genutzt werden kann, ist wichtig, denn generell ist die Leine lockerer als in den vorhergehenden Trainings. Übungen werden vom Trainer aufgebaut und in der Gruppe erläutert, dann heißt es: Tobt Euch aus!

Zum Glück gab es in meiner Gruppe keine heißblütigen Angeber, die unbedingt was beweisen mussten. Solche Vollpfosten stören mit ihrem Wettbewerbsgehabe die Arbeit. Allerdings findet man diesen Typus bei Fortgeschrittenentrainings ohnehin recht selten, weil „Hö, wir können doch fahren“.

Gefeit ist man freilich nicht vor „Ich hab´schon alles gesehen und alles mitgemacht“ Besserwissern, aber das ist wohl unvermeidlich, wenn alte Männer zusammenkommen. So einer ist IMMER dabei. Meine Gruppe war erfreulich gut gemischt, ein Viertel Frauen (darunter sogar eine ältere Dame), viele Tourenfahrer mit Fahrleistungen zwischen 3.000 und 30.000 Kilometern im Jahr und unterschiedlichsten Maschinen, von einer kleinen Xj600 über ausgewachsene Brummer wie eine Ducati Monster oder Motoguzzi Norge bis zum Reisedampfer BMW K1200.

Zum Warmwerden ging es bei meiner Gruppe gleich in Übungen wie den Langsamfahrwettbewerb mit Stützgas, das Anfahren mit Volleinschlag und das Zirkeln um superenge Kurven. Dabei behielt der Trainer immer ein Auge auf jeden einzelnen, zog immer wieder Maschinen raus und gab Verbesserungsvorschläge.

Dann wurde es heftiger: Ausweich- und Bremsübungen. Ganz ähnlich denen aus den vorangegangenen Trainings, aber nun mit selbstgewählten und wesentlich höheren Geschwindigkeiten im Bereich von 80 bis 100 km/h.

Schließlich: Vollbremsungen. Die wurden bei uns exzessiv lange geübt, wohl über 20 Mal habe ich die ZZR auf einer kurzen Anlaufstrecke im zweiten Gang bis auf 80-100 km/h hochgedreht und dann vollständig auf Null runtergebremst. Absolut materialmordend, die im Frühjahr erst neu gemachten Bremsen und die nagelneuen Reifen und die Kette taten mit leid. Wäre geschickter gewesen die erst nach dem Training zu tauschen. Aber: In dem Moment war mir das egal. Ich wollte mal auf Teufel-komm-raus wissen wie stark ich bremsen kann und was die Maschine wirklich bringt.

Genau aufgezeichnet wird das von einem Bremsschreiber, einem kleinen Gerät, das auf den Tank geklebt wird und den Verlauf der Vollbremsung aufzeichnet. Die Auswertung zeigt dann die gefahrene Geschwindigkeit, den Bremsweg und den Verlauf der Verzögerung.

Bremsweg und Geschwindigkeit aus 80 km/h.

Bremsweg und Geschwindigkeit aus 80 km/h.

Detailverlauf der Bremsung.

Detailverlauf der Bremsung.

Aus den Daten lassen sich zwei Dinge herauslesen:
1. Ich bremse viel zu zaghaft. Selbst als ich mich schon über zwei Versuche rangetastet hatte und voll reinlangte und das Vorderrad bereits zu schrubbeln begann, hätte ich NOCH heftiger bremsen können. Ich erreiche kaum Werte von über 8 m/s^2, möglich sind über 9,5. Hätte nicht gedacht, dass die ZZR solche Kräfte übertragen kann. Ich hatte immer vermutet, dass das Vorderrad viel eher blockiert.

2. Der Unterschied zwischen einem Fahrzeug ohne ABS (wie meiner ZZR600) und mit ABS (ALLE anderen Motorräder bei dem Training) ist gigantisch. Die ABS-Maschinen erreichten problemlos Verzögerungen von über 10 m/s^2, aus solchen Werten ergibt sich auch der theoretische Bremsweg von 25 Metern aus 80 km/h. Die ZZR stand aber erst nach 39 Metern. Ein GIGANTISCHER Unterschied, zumal sich ABS-Fahrer keine Gedanken darüber machen müssen, ob ihnen beim beherzten Bremseinsatz jetzt das Vorderrad blockiert oder nicht. Diese Bremsschreiber-Geschichte macht man nur im Perfektionstraining. Leider. Das gehört eigentlich in jedes Training über Basis.

Zur Entspannung kam dann eine Runde Kreisfahren, wobei die Fahrstile Drücken und Legen und sogar das Hanging-Off (Das im Straßenverkehr nichts zu suchen hat!) geübt wurden. Der Strich, den der Trainier auf´s Hinterrad gemalt hat, war bis auf einen winzigen Rest nicht mehr zu sehen.

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Ich bin mit der Kurvenlage, die sich daraus ablesen lässt, sehr zufrieden – zumal ich nicht alles gegeben habe, denn in der Kreisbahn waren immer auch andere unterwegs und der Belag gerade neu. Auf schwitzendem Bitumen gehe ich kein Risiko ein, und wenn das selbst dem Trainer unheimlich ist, dann mal lieber Piano.

Gefahrenbremsung in Kurven und das Fahren über Hindernisse in Kurven und an Steigungen ist Standardprogramm, dass ich aus vorangegangenen Trainings kannte. Neu war allerdings die Verschiebeplatte, und MAN, ich weiß, warum da kein Anfänger drauf darf.

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Die Verschiebeplatte ist ein Stück Fahrbahn, das in dem Moment, in dem das Hinterrad des Motorrads darauf ist, ruckartig zur Seite gerissen wird. Der plötzliche Versatz durch die Platte sorgt für einen heftigen Schlag im ganzen Fahrwerk, wodurch das Motorrad gefühlt anfängt zu springen. Ich musste ganz schön kämpfen, die bockende Renaissance in der Kreisspur zu halten. Ein wegglitschendes Hinterrad fühlt sich in der Realität zwar anders an, aber dennoch ist es gut, einen plötzlichen Fahrwerksschock in Schräglage mal erlebt zu haben.

Nach 8 Stunden in der Sonne schleppte sich unsere Perfektionsgruppe vom Platz. Alle kaputt (in unterschiedlichen Stadien, der jeweiligen Kondition entsprechend), mit verschlisseneren Motorrädern, aber alle Stolz drauf, es geschafft zu haben.

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Der Heimweg von Gründau nach Götham hat mir dann deutlich gezeigt, wie viel das Training mir persönlich gebracht hat: Selbst durch die fiesesten Kurven bin ich souverän wie ein junger Fuchs geglitten. Falls junge Füchse gleiten können. Ach egal, es war jedenfalls ein Vergnügen.

So anstrengend so ein Training auch sein mag, es gibt einem mehr Sicherheit und Freude am Fahren für den Alltag.

Die letzte ihrer Art: Die ZZR 600 war die einzige Maschine im Teilnehmerfeld ohne ABS.

Die letzte ihrer Art: Die ZZR 600 war die einzige Maschine im Teilnehmerfeld ohne ABS.

 
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Verfasst von - 16. August 2016 in Motorrad

 

Die Barbari-Karte

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Von manchen Personen findet man immer wieder Spuren in der Geschichte, auch wenn sie selbst gar nicht berühmt sind. Die Namen werden kurz erwähnt, verschwinden, tauchen an anderer Stelle wieder auf. Solche Personen scheinen keine bedeutende Rolle zu spielen, aber sie sind bei bedeutenden Anlässen zugegen oder lösen sie sogar erst aus. Diese Personen stehen nicht im Rampenlicht der Bühne der Geschichte, sondern etwas versteckt in den Kulissen. Sie sind Mentoren oder Schüler oder Kollegen, die tragende Nebenrollen spielen und Katalysatoren sein können.

Eine dieser Figuren ist Jacopo de´ Barbari. Er wurde in den 1460er Jahren in Venedig geboren und war Kupferstecher. So weit, so egal, auch zu seiner Zeit.

Interessant ist aber sein Arbeitsleben. Im Jahr 1500 reiste Barbari nach Norden und arbeitete in Deutschland als Hofmaler. Die Renaissance war in vollem Gang, und er wurde bekannt mit perspektivisch korrekten und fast fotorealistischen Bildern. Seine Arbeit hinterliess Spuren, und er prägte Menschen.

Am königlichen Hof zu Nürnberg traf Barbari auf einen jungen Mann, der ihn sofort sehr bewunderte und versuchte ihm nachzueifern. Der Name des jungen Mannes war Albrecht Dürer, aus ihm wurde später der bekannteste deutsche Maler der Renaissance. Ein anderer Fan Barbaris war Hans von Kulmbach, der ebenfalls später ein bedeutender Grafiker wurde.

Später war Jacopo de Barbari Hofmaler in Sachsen. Sein Nachfolger in dem Job wurde ein gewisser Lucas Cranach der Ältere.

Das bekannteste Werk Barbaris ist aber kein Gemälde, sondern eine Karte. Im Jahr 1498 setzte er sich hin und gravierte einen dreidimensionalen Stadtplan von Venedig. Diese Karte ist ein Meisterwerk. Sie ist perspektivisch korrekt und unfassbar detailliert – jedes einzelne Haus der Stadt ist auf dem Plan maßstabsgetreu wiedergegeben. Da sich in Venedig selten etwas ändert, ist der Plan auch heute noch in weiten Teilen korrekt.

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Der Markusplatz mit dem Dogenpalast und der Kirche.

Der Markusplatz mit dem Dogenpalast und der Kirche.

Wahnsinn: Auf der Barbari-Karte ist das Gebäude eingezeichnet, in dem ich 512 Jahre später übernachtet habe. Ok, vielleicht ist es nicht das selbe Haus, aber zumindest steht es am gleichen Fleck.

Wahnsinn: Auf der Barbari-Karte ist das Gebäude eingezeichnet, in dem ich 512 Jahre später übernachtet habe. Ok, vielleicht ist es nicht das selbe Haus, aber zumindest steht es am gleichen Fleck.

Die Karte selbst ist riesig: 140 mal 280 Zentimeter, zusammengesetzt aus sechs hölzernen Druckplatten. Die wurden 300 Jahre lang verwendet, heute sind sie im Museo Correr am Markusplatz in Venedig ausgestellt.

Ich finde die Barbari-Karte fasziniered. Irgendwann hatte ich die in einem Buchgesehen und mich voll in sie reinverliebt. Bei meinem ersten Besuch in Venedig hatte ich das Glück eine Reproduktion in einem Geschäft für Künstlerbedarf ergattern zu können. Nicht in Originalgröße, aber immerhin fast einen Meter breit und einen halben Meter hoch. Schon deshalb war es schwierig, die Karte unverknickt im Rucksack über die Alpen zu bringen. Seitdem verreise ich nur noch mit einer Dokumentenrolle im Gepäck.

Gibt es heute noch im gleichen Geschäft zu kaufen: Künstlerladen neben dem Hard Rock Café.

Gibt es heute noch im gleichen Geschäft zu kaufen: Künstlerladen neben dem Hard Rock Café.

Wieder zu Hause nahm ich mir vor, das schöne Stück zu Rahmen und an die Wand zu hängen. Leider kam dann schnell die Ernüchterung: Rahmen in der Größe sind Maßanfertigungen, und ein Geschäft hier vor Ort schrieb was von 200 bis 300 Euro in den Kostenvoranschlag. Irgendwann, sagte ich mir, wenn ich mal zu viel Geld hätte, würde ich einen Rahmen für die schöne Karte machen lassen.

Leider kam der Tag nie. Seit 2012 lag die Barbari-Karte im Regal. Fünf Jahre lang fiel regelmäßig mein sehnsüchtiger Blick darauf. Wie gerne hätte ich die an der Wand gehabt!

Dann stolperte ich dieser Tage über ein glattgestreamtes Hipster-StartUp-Onlinedings mit dem komischen Namen http://www.perfekte-bilderrahmen.de

Auf der schicken Website kann man sich einfach einen Wunschrahmen zusammenklicken, eine Schreinerei in Merseburg stellt den dann her und versendet ihn, das ganze für überaus kleines Geld. Der Trick, um die Kosten gering zu halten: Statt echtem Glas verwenden die dicke Acrylfolie. Das ist mir sehr recht, denn dadurch ist der Rahmen federleicht und hält sogar an meinen maroden Rigips-Wänden.

Nun hat sie endlich einen Platz an der Wand, die Barbari-Karte, und Jacopo de´ Barbari hat eine weitere Spur in der Geschichte hinterlassen – meiner Geschichte.

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Verfasst von - 12. August 2016 in Historisches

 

August in Deutschland

Äh. Tiefste Temperatur heute Nacht: 4 Grad. Beim Aufstehen: 7 Grad.

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Ey, pass mal auf, Wetter: Wenn es jetzt sogar im Sommer hier so ist, dass ohne Fleecejacke, Wärmflasche und Handschuhe nix mehr geht, dann sind wir fertig miteinander. Dann wandere ich aus, in wärmere Gefilde.

 
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Verfasst von - 11. August 2016 in Ganz Kurz

 

Taschen Sumo

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„June, Du musst sofort alles stehen und liegen lassen und herkommen“, hatte ihr Mann am Telefon gesagt, „Das musst Du dir ansehen!“

June Newton schmiss sich in die Klamotten und eilte in das Hotel drei Straßen weiter, in dem Helmut gerade ein Meeting mit dem Verleger Benedikt Taschen hatte.

Taschen war aus Deutschland nach Los Angeles gekommen, um dem Fotografenehepaar einen Entwurf für ein neues Buch zu zeigen, mit dem er hart an der Grenze zum Größenwahn entlangschrammte. Es sollte nämlich das größte Buch des 20. Jahrhunderts werden. Das Format alles Dagewesene sprengen. Inhaltlich alle Aspekte von Newtons Schaffen zeigen, auf mindestens 400 Seiten. Sorgfältigst kuratiert sollten Newtons Fotografien mit den neuesten Techniken retuschiert, verbessert und gedruckt werden.

Das Buch würde nicht einfach nur ein Bildband werden, sondern ein Opus Magnum, mit dem Umfang einer mittleren Ausstellung, eine nicht überbietbare Würdigung des Schaffens eines der besten Fotografen der Welt. Die Form des Buches würde gleichzeitig eine Verneigung vor der Kunst der Buchherstellung sein. Diese Würdigung von Kunst und Handwerk sollte seinen Preis haben – mindestens einen vierstelligen Betrag wollte Taschen dafür aufrufen.

Als der Verleger seine Vorstellung beendet hatte, war Helmut Newton skeptisch. Aber June zeigte sich begeistert, und so beugte er sich, wie alle guten Ehemänner, und das Projekt nahm Fahrt auf.

Zwei Jahre nach dem Treffen in Los Angeles erschien 1999 „SUMO“. Ein passender Name für einen Koloss von Buch. 464 Seiten im Format 70×50, auf edelstem Papier, Gesamtgewicht über 30 kg. Das Buch wurde mit einem eigenen Lesetisch ausgeliefert, designt von Philippe Starck. Dieses Buch definierte den Begriff „Coffeetable Book“ ganz neu.

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Die Auflage war limitiert auf 10.000 Stück, jedes Exemplar von Helmut Newton handsigniert. Der Verlag verkaufte es für 1.000 D-Mark pro Stück. Die Auflage war innerhalb weniger Stunden vergriffen. Aktuell bekommt man kein gebrauchtes SUMO unter 12.500 Euro. Ein Exemplar, das von allen noch lebenden und darin abgebildeten Künstlern signiert war, ging bei Sotheby für 620.000 Euro über den Tisch. SUMO ist damit nicht nur das größte, sondern auch das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts.

Ich verehre ja Helmut Newton. Schon in meiner ersten Studentenbude hing „Waiting for the Earthquake“ an der Wand, ordentlich herausgetrennt aus einem alten „Stern“-Heft. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt eine nackte Frau, die in einem Sturmkeller an einem Kühlschrank lehnt. Eine seltsame Kombination aus nackter Normalität und lasziver Anspannung. Definitiv ein Bild, das man länger angucken muss, um zu begreifen warum es auf einen wirkt. Für mich ist stellt es den Kern von Newtons Aktaufnahmen dar: Er schafft es, unbekleidete Frauen nicht als Sexobjekte darzustellen, sondern als starke, fordernde Sexsubjekte.

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Helmut Newton hat eine besondere Art, Dinge und Menschen fotografisch festzuhalten. Die unterkühlte Extravaganz der Modeaufnahmen aus den Jahren für die „Vogue“ in Paris, die agressive Sexualität der „Big Nudes“ oder auch die Portraitfotos von Politikern in seinen letzten Jahren: Newton hat über Jahrzehnte Aufnahmen voller Stil und Eleganz produziert und dabei doch immer den Stil und die Personen der Zeit eingefangen.

Hätten Sie ihn erkannt? Das ist Karl Lagerfeld.

Hätten Sie ihn erkannt? Das ist Karl Lagerfeld.

Ich laufe in jede Newton-Ausstellung, die meine Wege kreuzt. Der reiche Mäzen mit der eigenen Kunsthalle hier um die Ecke hat seine Newton-Originale schon mal gezeigt, die Dauerausstellung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Berliner Ostbahnhof ist auf jeden Fall sehenswert, und neulich in Venedig hatte ich das Glück einen ganzen Palazzo voller Newton-Reproduktionen zu finden.

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Newton im Palazzo  Tre Oci in Venedig.

Newton im Palazzo Tre Oci in Venedig.

Bei aller Newton-Bewunderung: Einen echten SUMO kann ich mir natürlich nicht leisten. Aber zum Glück kam 2009, 10 Jahre nach Erscheinen des Original SUMO, eine verkleinerte und günstigere Version heraus, die, O-Ton Verlag, „für eine demokratischere Verbreitung sorgen“ sollte. Seit 7 Jahren tanze ich jetzt um dieses Buch herum, denn auch der „demokratischere“ Preis ist mit 100 Euro immer noch ordentlich hoch.

Jetzt habe ich ihn mir endlich gegönnt. Statt 30 wiegt der „kleine“ SUMO nur noch 10 Kg. Das Format ist mit 50×28 kleiner als das Original, aber immer noch groß. Das Buch wird ein einem Pappkoffer geliefert.

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Ein Tisch von Philippe Stark ist nicht dabei, aber ein sehr edler Ständer aus Plexiglas.

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Ebenfalls liegt ein Begleitheft bei, das von Newtons Werdegang erzählt. 1920 in Berlin geboren, erlebte er den zweiten Weltkrieg hautnah mit. In dem Begleitheft erzählt er davon, genauso wie von seinen andauernden Mißerfolgen. Erst in den 70ern fand er in Paris den Ort, wo alles zusammenkam und seine Kunst gewürdigt wurde.

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Newton starb 2004. Die Veröffentlichung des „kleinen“ SUMO hätte ihn sicherlich gefreut, denn seine Kunst sollte nie Eliten vorbehalten sein. Ich freue mich auf jeden Fall über dieses sehr besondere Stück. Jetzt muss ich nur noch einen Tisch dafür bauen.

 
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Verfasst von - 10. August 2016 in Sexy

 

Wieder zurück

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Sie ist wieder auf der Straße!
Die diesjährige Sommerreise hat der kleinen ZZR ganz schön zugesetzt. In Kürze erzähle ich die Geschichte ausführlich im Reisetagebuch, für den Moment sagen wir einfach mal: Am Ende der Fahrt war sie verkrüppelt, und ich konnte froh sein, dass sie sich gerade noch nach Hause geschleppt hat.

Seitdem war sie schon anderthalb Tage nur für Inspektionsarbeiten im Trockendock der hiesigen Kawasakiwerkstatt. Die, nebenbei gesagt, sehr, sehr gut ist.

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Danach war die Renaissance zwar wieder fahrtauglich, Gepäck konnte die Maschine aber nicht tragen. Es hatte nämlich unter anderem das Trägersystem für das Topcase zerrissen, und dafür Ersatz zu bekommen stellte sich als gar nicht einfach heraus. Die Firma, die den Topcaseträger herstellte, ist nämlich schon lange pleite gegangen. Zwar ist der Träger noch in Restbeständen erhältlich, aber was es da noch gibt, ist krumm und schief geschweißt. Die Halterungen haben nicht den richtigen Abstand und den korrekten Winkel um an´s Motorrad zu passen.

Theorie....

Theorie….

...und Praxis. Hier passt nix.

…und Praxis. Hier passt nix.

Krumm und schief...

Krumm und schief…

Es gibt noch einen anderen Hersteller, aber dessen Topcaseträger passt nicht mit dem Seitenträger zusammen. Statt ein Neuteil zu verbauen wurde deshalb der alte Träger überarbeitet, weswegen ich die letzten Samstage in der Werkstatt verbracht habe. Mit einem Kaffee in der Hand konnte ich durch die Scheibe zur Werkstatt dabei zugucken, wie das Kawasakipersonal sich freute, dass sie mal wieder richtig basteln durften.

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Gebrochene Teile wurden geschweißt und verstärkt, Bohrungen geändert, neue Gewinde eingesetzt und andere Schrauben zu Befestigung verwendet. Dann stießen die Techniker auf einen weiteren, interessanten Konstruktionsfehler: Die Haupthalterung des Topcaseträgers liegt im Auslieferungszustand gar nicht am Rahmen auf. Die hängt einfach in der Luft! Mir war das nie aufgefallen. Die Striche markieren den Spalt zwischen Auflage und Träger.

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Das heißt: Nahezu die GANZE Last wird von zwei lökerigen Befestigungslasschen getragen. Ist also vollkommen klar, dass die irgendwann brechen müssen. Und natürlich bricht die verdrehte, die ohnehin zusätzlich unter Spannung steht, als erste. Die Werkstatt hat jetzt die Halterungen etwas geweitet, damit nichts mehr unter Spannung steht, und etwas Material darunter geschweißt. Jetzt liegt der Träger direkt auf dem Rahmen auf, und nun federt der keinen Zentimeter mehr. Dieser Träger, quasi von Hand an genau mein Motorrad angepasst und zusätzlich verstärkt, sollte nun ewig halten.

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Die Seitenträger für die Koffer wurden komplett ausgetauscht. Die alten sahen, bis auf ein paar Roststellen an den Schweißnähten, zwar noch gut aus, aber nach den Erlebnissen im Sommer befürchte ich da eine nicht sichtbare Materialermüdung.

Außerdem gab es fast das volle Inspektionsprogramm plus Kettennsatz und neuer Reifen, das zweite Paar seit dem Frühjahr. Werkstattmitarbeiterin Mila freut sich über so viel Arbeit:

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Jetzt fährt die Renaissance wieder wie eine junge Göttin. Im Ernst, noch nie zuvor lag die Kiste so ruhig auf der Straße. Fährt wie auf Schienen, quasi. Das ist eine Wohltat, denn ein Großteil des miesen Fahrerlebnisses im Juni ist der Tatsache geschuldet, dass der Lenker flatterte wie Sau. Ich hatte das Lenkkopflager im Verdacht, aber offensichtlich lag es an den Reifen. Die wurden im Frühjahr von der ranzigen Schrauberbutze montiert, mit der es die letzten Male immer Ärger gab, und anscheinend wuchten die mittlerweile Reifen nicht mehr, wenn sie sie aufziehen. Die neuen Pneus hat die Werkstatt des Vertrauens montiert, und nun ist alles gut. So, wie sie jetzt fährt, ist das zutiefst befriedigend. Alles ist wieder sanft und wie geölt.

In der Summe war das ein teures Jahr. Der Wartungsintervall ist mit 6.000 km bei der ZZR 600 sehr kurz, was zu zwei Inspektionen führte, eine unmittelbar vor und und eine nach der Sommerreise. Außerdem zwei Mal neue Reifen, ein neuer Kettensatz, rundherum neue Bremsbeläge und Bremsscheiben, ein neuer Kofferträger, ein neues Schutzblech für das Vorderrad und natürlich etliche Arbeitsstunden.

Aber letztlich ist das alles relativ. Was ich jetzt in Verschleissteile investiert habe, brauche ich im kommenden Frühjahr nicht auszugeben. Und ich habe JETZT den Fahrspaß eines perfekt gewarteten Motorrads.

Im kommenden Jahr werden dann noch die Züge überholt und die Radlager prophylaktisch ausgetauscht, dann sollte die Renaissance wieder für eine etws heftigere Fernreise gewappnet sein. Denn das ich mit ihr noch mindestens ein Mal auf große Tour gehen werden, das steht mittlerweile außer Frage.

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Verfasst von - 8. August 2016 in Motorrad

 

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Verfasst von - 7. August 2016 in Motorrad, Reisen

 

Review: Ghostbusters (2016)

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Die Neuauflage von „Ghostbusters“ hat eine weibliche Besetzung. Deshalb benehmen sich Fanboys in sozialen Netzwerken wie eine Bande kotwerfender Affen, und auch Kritiker reduzieren den Film auf die Besetzung. Abseits davon stellt sich die Frage: Wie ist gut ist eigentlich dieses Reboot?

Eine papierdünne Handlung, Plotholes am laufenden Meter, merkwürdiges Pacing, lahme Kameraarbeit und schlechte Effekte. So könnte man Ghostbusters beschreiben. Und zwar das Original von 1984. Warum das Ding trotzdem ein Erfolg geworden ist? Wegen der hervorragenden Schauspieler, der coolen Grundidee und den skurrilen Charakteren. Der Rest ist ziemlich… doof. In der Rückschau wirkt der Film einfach viel cooler als er tatsächlich ist, weil das Hirn 33 Jahre lang Gelegenheit hatte Puderzucker darüber zu streuen, und bei erneuter Sichtung werden unbewusst die Nostalgiefilter auf volle Pulle gefahren.

Nicht falsch verstehen: Der Original-Ghostbusters macht fraglos immer noch viel Spaß, aber er ist NICHT das totale Meisterwerk, als das so mancher Fanboy ihn überhöht. Ich schreibe bewusst FanBOY, denn die waren es, die entsetzt aufheulten und sich dann gar nicht mehr einkriegten, als publik wurde, dass die neuen Ghostbusters… vier Frauen sind!

Damit brach ein Shitstorm sondergleichen los. Über ein Jahr sind die Darstellerinnen, Regisseur Paul Feige und die Produzenten dem geballten Hass in den sozialen Netzwerken schon ausgesetzt. Von „Ihr macht uns unsere Kindheit kaputt“-Vorwürfen über „Muss Hollywood aus politischer Korrektheit und falschem Feminismus hetzt ALLES mit Frauen besetzen?“ bis hin zu persönlichen Schlägen unter die Gürtellinie: Was da vorgebracht wurde ist richtig, richtig eklig. Am Schlimmsten hat es wohl Leslie Jones getroffen, die sogwar zwischenzeitlich ihren Twitteraccount deaktiviert haben soll. Denn eine großgewachsene, farbige Frau als Geisterjägerin? Die perfekte Zielscheibe für Hassattacken aus allen Richtungen, Rassismus brach sich da ebenso Bahn wie Angriffe aus der Bodyshaming-Ecke. In so manchem Forum und auf Facebookseiten gebärden sich die Männer, als ob ihnen mit diesem Film die Eier abgeschnitten werden sollten. Es ging am Ende gar nicht mehr um den Film, es ging nur noch um Hasspöbeleien.

Dooferweise geht es jetzt auch in den meisten Reviews nur noch um die weibliche Besetzung und den dadurch ausgelösten Shitstorm, was unter den Tisch fällt ist die Frage: Ist die Neuauflage von Ghostbusters ein guter Film?

Um das zu beantworten, bin ich direkt zur Deutschlandpremiere ins Kino gegangen und habe mir selbst ein Bild von der Lage gemacht. Die gute Nachricht lautet: Ghostbusters 2016 ist ein lustiger, feiner, kleiner Film, der in der Tradition des Original steht, mit dessen Motiven spielt und sie geschickt variiert.

Die Geschichte ist dabei dem Original recht treu. Wissenschaftlerinnen werden aus Uni geworfen, gründen Geisterjägerfirma und stellen sich im Showdown einem haushohen Feind. Die klassische Originstory, was manche Kritiker dem Film als unoriginell auslegen und fehlende Eigenständigkeit beklagen. Ich weiß nicht, welchen Film DIE gesehen haben, den, den ich gesehen habe war überaus eigenständig. Das beginnt schon im ersten Akt: Die Charaktere werden sinnvoll eingeführt und besser ausgearbeitet als in der 1984er Version, die Motivationen sind andere und insgesamt nimmt sich der Film mehr Zeit, und wesentliche Dinge wie die Entstehung der Ausrüstung, einfach mal ordentlich auszuleuchten.

Das tut er auf quatschalbere Art, die allerdings nicht slapstick-peinlich-komisch, sondern wirklich lustig ist. Beispiel: In den Dialogen wird nicht mal versucht Technobabbel halbwegs sinnvoll zu imitieren. Die Charaktere werfen mit Begriffen um sich, die einfach gar keinen Sinn ergeben. „Ich habe hier einen Faraday´schen Käfig zur Geräuschabsorption“ verkündet Kate McKinnon z.B. mit großem Ernst und hält ein geflicktes Nudelsieb in die Kamera. Das ist in der Situation urkomisch, hier macht Ghostbusters tatsächlich die Tradition auf und lässt den skurrilen Charakteren und den großartigen Schauspielerinnen einfach mal freien Lauf. Und das funktioniert! Alle Protagonistinnen sind gestandene Comediennes, haben ein irres Gespür für Timimg und Situationskomik und sind einfach wirklich richtig gut.

Das gilt auch für die von ihnen verkörperten Charaktere, die allesamt neue Figuren sind und nicht einfach ein Recycling der alten. Holtzmann ist ein undurchschaubares Technikgenie und mutmaßlich verrückt, Abby eine vom Leben genervte Wissenschaftlerin, Erin eine leicht hilflose Forscherin, die mit all dem am liebsten nichts zu tun hätte, und Patty ein wandelndes Historienlexikon.

Ausnahmslos jeder männliche Charakter wird hingegen als dumm und inkompetent dargestellt, und zwar dermaßen überzogen, das die Überzeichnung auch schon wieder lustig ist. Hier sieht man nicht nur Geschlechterumkehrung, Ghostbusters zelebriert das Geschlechterspiel als TOTALE PROTONENUMKEHR.

So ist der Bürgermeister ohne die patente Beraterin an seiner Seite vollkommen hilflos, der Dekan in seiner rotzigen Art wie ein kleiner Schuljunge und und Chris Hemsworth´Kevin („Auf welchem Foto sehe ich eher wie ein Arzt aus? Auf dem, wo ich nackt Saxophon spiele oder das, auf dem ich nackt am Saxophon horche?“) ist schlicht ein knackedoofes Lustobjekt, das passenderweise ausgerechnet von der leicht verklemmt wirkenden Erin exzessiv angebaggert wird.

In solchen Momenten funktioniert Ghostbusters am Besten: Wenn er mit Erwartungen bricht. Das passiert nicht oft, aber wenn es passiert, dann überrascht er.

In der Summe kann ich sagen: Ghostbusters 2016 ist feines Popcorn-Kino und das, was ich mit als Kind in den 80ern immer gewünscht habe: Er zeigt mehr Geisterjagden, mehr von der coolen Ausrüstung, mehr von den Ghostbusters. Das die zufällig weiblich sind tut dem Spaß keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.

Das sage ich übrigens als jemand, der den Originalfilm liebt, ihn in den letzten 30 Jahren dutzende Male gesehen hat und auswendig mitsprechen kann. Damit gehe ich als Fanboy durch, und als solcher möchte ich den Regisseur und den Cast umarmen und für eine so gelungene Wiedergeburt der Ghostbusters danken. Es gibt halt auch Fanboys, die starke Frauen nicht nur aushalten, sondern mögen.

 
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Verfasst von - 5. August 2016 in Film, review

 

Mittelstandserlebnisse

Ich hatte mich ja neulich schon ein wenig über den metallverarbeitenden Mittelstand amüsiert, dem irgendwie schon klar ist, dass man irnzwat mit Internet machen muss, aber noch nicht richtig dort angekommen ist.

Durch die Reparaturmaßnahmen am Motorrad hatte ich es jetzt in rascher Folge mit drei solchen Betrieben zu tun, und irgendwie hat es jeder geschafft irgendwas zu versieben.

Betrieb Nummer 1 liefert zwei Ersatzteile, eines davon ist aber krumm und schief zusammengeschweißt.

Krumm und schief...

Krumm und schief…

Darauf angesprochen, dass das so unmöglich passen kann, kommt freundlich, aber lapidar die Kernaussage: Ist halt so, nehmen Sie es so oder lassen´ses. Ich wollte es dann lieber lassen únd eine Gutschrift für das eine Teil. Dann war erstmal zwei Wochen Funkstille, dann eine Meldung: Man hätte meine Bankdaten nicht mehr, die möge ich bitte mal einreichen. Gesagt, getan – und prompt mehr Geld gutgeschrieben bekommen als erwartet, nämlich nicht nur den Preis des schiefen Teils, sondern der kompletten Lieferung. Weil ich ehrlich bin, also wieder hinter denen hergelaufen und eine teilweise Rücküberweisung einer Gutschrift für eine Überweisung angestoßen.

Betrieb Nummer 2 hat Ersatzteile geliefert, die leider nicht gepasst haben. Das war meine Schuld, die Renaissance ist so oft modifiziert worden, da hätte mir klar sein müssen, dass das nicht passt. Aber gut, übers Netz bestellt, hat man halt Widerufsrecht. Um das auszuüben muss man nur das Widerrufsformluar aus der Bestellmail ausdrucken, ausfüllen und denen faxen. Zwar kann man auch über die Fancy Website mit den großen Fotos eine Rückgabe beantragen, was mit diesem Antrag aber passiert weiß niemand. Das verprochene Retourenetikett gibt es jedenfalls nicht, die Rücksendung zahlt der Kunde selber. Was vollkommen OK ist, aber dann sollte bitte drauf verzichtet werden kostenlose Retouren zu versprechen. Die Bestätigung einer Gutschrift kommt dann per Post, das Geld lässt sich aber wochenlang nicht wieder blicken. Weil per Paypal Geld erstatten, uh, unheimlich.

Betrieb Nummer 3 hat nette Mitarbeiter, die gerne Dinge reparieren. Die Mitarbeiter sind aber nicht per Mail erreichbar, die ganze Firma hat nur eine Mailadresse. Man erwischt die nur per Telefon, aber die Durchwahlen geben sie nicht raus. Dann soll man ihnen die zu reparierenden Dinge zuschicken. Aber bitte nicht im August, denn da mache man Inventur und nehme schon deswegen keine Pakete an, erst im September sei man wieder für die Kunden da.

Was ich geradezu bezaubernd fand: Alle drei Unternehmen bewegen sich auf dem ungewohnten Dienstleistungsparkett wie tapsige Bärenjungen auf Glatteis. Ihre Strukturen sind nicht auf Kundenkontakt ausgelegt, aber sie wagen es trotzdem. Dabei gehen Sachen schief, aber alle drei Betriebe haben es hinbekommen, durch schnelle Reaktionen und echte Freundlichkeit einen guten Eindruck zu hinterlassen. Man hat es halt bei denen mit Menschen zu tun, nicht mit Konzernen. Menschen machen nunmal Fehler, aber wenn sie sich dann nicht gebärden wie Arschlöcher, sieht man ihnen das doch gerne nach.

 
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Verfasst von - 4. August 2016 in Ganz Kurz, Motorrad

 

Montagmorgen

Montagmorgen, auf dem Weg zur Arbeit. Direkt hinter der Kurve am Ende des Waldes steht jemand mitten auf der Gegenspur der Straße. „Depp“, denke ich, während ich um ihn rum kurve.

Dann sehe ich, dass der da nicht freiwillig rumsteht wie Max inne Möhren. Zu seinen Füßen liegt eine Frau auf dem Asphalt, neben ihr ein Fahrradhelm und ein Stück weiter das zugehörige Fahrrad. Offensichtlich ein Unfall. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein halbes Dutzende Personen. Es kümmert sich also schon jemand, ich werde da nicht gebraucht. Dann bremse ich doch, halte an und laufe zurück.

Eine junge Frau telefoniert aufgeregt mit dem Notruf. Sehr gut, das ist also erledigt. Drei Autos haben bereits gehalten, aber niemand hat die Unfallstelle gesichert. Ich will gerade etwas sagen, da kommt einer der Fahrer selbst auf die Idee, dass man an beiden Seiten der Kurve Warndreiecke aufstellen könnte. Bleibt die Frau auf dem Asphalt, neben der ein junger Mann kniet und nicht weiß, was er machen soll.

Sie ist ansprechbar, kann sich aber nicht bewegen. Ihre Schulter und Hüfte tut weh, was passiert ist, weiß sie nicht. Das klingt nach Hirnerschütterung. Sie bittet darum, dass ihr Mann und ihre Arbeit informiert werden. Eine junge Frau übernimmt das mit dem Handy der Verunfallten, der junge Mann lagert auf mein Geheiß ihre Füße hoch. Nicht zu früh, denn jetzt setzt der Schockzustand ein und die Hirnerschütterung haut richtig durch, die Frau vergisst Sachen, wiederholt sich und spricht immer undeutlicher. Ich kann nicht viel mehr machen als mich mit ihr ruhig zu unterhalten. Versichern, dass gleich Hilfe da ist. Darüber scherzen, dass sowas einem echt den Tag verderben kann. Ihr gut zureden. Dann hält bereits der Krankenwagen neben uns.

Manchmal ist das Timing der Welt seltsam. Am Samstag habe ich erst einen Auffrischungskurs in erster Hilfe besucht, und schon zwei Tage später komme ich wieder in eine Ersthelfersituation. Das ist wie damals, als ich einen Feuerlöscher kaufte und einen Tag später ein brennendes Auto löschen musste. Life is strange.

Und, was soll ich sagen? Allein das Bewusstsein, gerade erst den Kurs gemacht zu haben, hat mir heute mehr Sicherheit gegeben. Ich wäre auch so auf die Situation zugegangen, aber so konnte ich das mit noch mehr Selbstbewusstsein tun. Hat sich also schon gelohnt.

 
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Verfasst von - 1. August 2016 in Ganz Kurz

 

Momentaufnahme: Juli 2016

Herr Silencer im Juli 2016

Wetter: Warm, sonnig, trocken.

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Lesen:


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Hören:

2016-07-31 16_36_06-Starten
André Peschke, Christian Schmidt auf ein Bier – 10 Jahre klüger [Podcast]
Was für Themen haben die Gamesszene im Juli 2006 bewegt? Wie bewertet man die heute, 10 Jahre später? Gab es Trends, die erkennbar waren? Oder krasse Fehleinschätzungen? Warum war „Prey“ wichtig, wohin ist die Debatte um Spielesucht verschwunden, und: Funktionieren Episodenspiele wirklich nicht?

Branchenspezialisten André Peschke (ehemals Krawall, später Gamestar) und Christian Schmidt (früher Redakteur Gamestar, heute Analyst bei Bigpoint) unterhalten sich angenehm unaufgeregt, kenntnisreich und mit analytischer Tiefe, und auch nette Anekdoten gibt es. Peschke stellt sich dabei als idealer Partner für Schmidt heraus, der Gedanken weiterspinnt, reflektiert und eigenes hinzufügt – anders als im Schwesterpodcast „Stay Forever“, bei dem Schmidt Gunnar Lott gegenüber sitzt, der immer so wirkt, als wäre er gerade aus dem Tiefschlaf erwacht und habe nicht wirklich aufgepasst.

[Nachtrag] Tatsächlich probieren Lott und Schmidt dieses Konzept in der neuesten Folge von „Stay Forever“ gemeinsam aus. Und es funktioniert tatsächlich nicht so gut wie mit Peschke, vielleicht, weil es zu oft um Layout und andere technische Aspekte von Gamestar geht, und weniger um Spielethemen.

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Sehen:
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Stranger Things [Netflix]
Eine generische, amerikanische Kleinstadt in den 80ern. Ein 12jähriger Junge verschwindet auf dem nächtlichen Nachhauseweg. Seine Freunde machen sich auf die Suche und finden eine gleichaltrige Ausreißerin. Die spricht nicht viel und hat keinen Namen, nur eine Nummer: 11.
Elevens Auftauchen ist nur der Beginn einer Serie unheimlicher Ereignsse, in die schnell nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern verstrickt werden – allen voran Winona Ryder, die Mutter des verschwundenen Jungen. Die wagt sich sogar in die Twilight Zone.

„Wenn Winona Ryder spielt, sieht man ihre Seele auf ihrer Haut“. Das hat in den späten Neunzigern ein Kritiker gesagt, und damit hatte er völlig recht. In „Stranger Things“ sieht man von Ryders Riesentalent leider nur Restspuren. Nach ihrer fast 10jährigen Abwesenheit aus dem Filmgeschäft ist sie immer noch gut, aber leider ist ihre Rolle als Mutter am Rande des Wahnsinns so hysterisch geschrieben, dass unter der 80er-Jahre-Wischmop-Frisur die unglaubliche Begabung der Frau R. nur selten sichtbar wird.

Das ist schade, denn letztlich sind es die Schauspieler, die diese achtteilige Netflixserie, die jetzt schon das Sommerphänomen 2016 ist, tragen. Ohne die Glanzleistungen des sorgfältig zusammengestellten Casts würde die Serie nach einer halben Stunde hinten und vorne auseinanderfallen. Der Plot ist naiv und simpel, der Retrocharme trägt nur eine halbe Stunde, aber die Leistungen der Schauspieler bleiben im Gedächtnis. Insbesondere die 18jährige Natalia Dyer (die man kennen könnte, hätte man „Hannah Montana – der Film“ gesehen hätte) liefert beeindruckend ab.

„Wie ein Destillat aller Spielberg-Filme“ sei Stranger Things, liest man allerorten. Das stimmt nur soweit, als das die Optik und die Protagonisten über weite Teile an „E.T.“ erinnern. Die Ähnlichkeiten erschöpfen sich aber recht schnell, und wer sich die Mühe macht und etwas genauer hinguckt, sieht, wie hier Dutzende Popkulturelle Referenzen verschiedener Dekaden verquirlt werden, von Filmen wie „Contact“, „Poltergeist“, „Goonies“ oder „Alien“ bis hin zu Spielen wie „Silent Hill“. Ist aber letztlich alles Wurst, weil: Winona Ryder.


Star Trek Beyond
[Kino]
Der Weltraum, unendlich langweilige Weiten. James T. Kirk hat die Hälfte der 5-Jahres-Mission abgerissen und keinen Bock mehr mit der Enterprise durchs All zu segeln und seltsame Kulturen ausfindig zu machen. Zu seinem persönlichen Glück spratzt ein extrem hässlicher Außerirdischer die Enterprise kaputt und die Crew strandet auf einem hässlichen Planeten. Dort darf Kirk Moppedfahren.

Simon Pegg (Shaun of the Dead, Hot Fuzz) hat eine sehr schöne Story geschrieben, die Justin Lin (Fast & Furios) in schnellen und furiosen Bildern verfilmt hat. Die Optik ist stellenweise wirklich atemberaubend mit Bildern, die man so noch nicht gesehen hat. Manchmal wirkt alles etwas zu hektisch und verdichtet, denn zum Luftholen bleibt nie Zeit, aber das tut der Freude über einen gut unterhaltenden Film keinen Abbruch.

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Spielen:

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The Witcher 3: Blood & Wine [PS4]

Geralt von Rivia, Monsterjäger for hire, zieht einsam durch die verheerten Landstriche von Nilfgaard, als ihn ein Ruf erreicht. Die Baronessa von Toussaint benötigt seine Dienste, unverzüglich. Der Witcher zögert nicht und macht sich auf die Socken. Die Baronie ist weit von den Kriegsgebieten entfernt, die in Armut und Zerstörung liegen. Toussaint ist sonnendurchflutet und geprägt von malerischer Landschaft. Weinberge, gepflegte Ortschaften, märchenhafte Schlösser werden von edlen Ritter in strahlenden Rüstungen verteidigt. Aber unter der Oberfläche lauern alte Geschichten, die begonnen haben, ihre Klauen nach Toussaint ausstrecken. Der Witcher macht sich an die Arbeit, und stößt schnell auf mehr als nur eine Tragödie.

„Blood and Wine“ ist der Abschluss von „The Witcher 3“. Und was für einer. Der DLC bringt neue Grafiken, neue Spielmechaniken, rund 90 Nebenquests und vor allem: Eine überaus befriedigende Geschichte. Gleich zu Beginn bekommt Geralt ein Weingut übereignet, dass man zu einem echten Zuhause ausbauen kann. Am Ende der Story laufen dann alle Fäden zusammen, und als Spieler kann man mit dem immanent guten Gefühl abschließen, dass Geralt sich jetzt inmitten lauschiger Weinberge und an der Seite seiner Liebe zur Ruhe setzen kann. Kann es einen schöneren Abschluss geben? Rund 30 Stunden Spiel bekommt man für die 14,99 Euro, die man im Seasonpass bezahlt. Unbezahlbar ist das Gefühl, mit dem Blood & Wine einen in dem Moment entlässt, in dem Geralt grummelt „Wir haben uns eine Pause verdient“ und mit einem Seitenblick direkt in die Augen des Spielers die vierte Wand einreisst.

„You deserve a bit of a Rest“ – „That, we do“.

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Machen:
Das Motorrad wieder auf die Beine, äh, Räder bringen.

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Neues Spielzeug:
Ein Fivestars Träger, Angel GTs (der zweite Satz in diesem Jahr!), ein N104 mit einem B5L.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Juli 2016 in Momentaufnahme

 

Reisetagebuch Shorties (1):Erste Hilfe

35 Prozent aller Unfälle passieren im Haushalt,
30 Prozent in der Freizeit,
25 Prozent bei der Arbeit und nur
10 Prozent im Straßenverkehr.

Das bedeutet: Wenn etwas passiert, dann trifft es mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit jemanden, den man kennt und der einem nahe steht. Weniger oft muss man unvermittelt jemandem helfen, den man gar nicht kennt.

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Neulich, in Venedig.
Es ist Juni und fast unerträglich heiß. Ich stehe auf einem Balkon in einem Bereich des Dogenpalastes, der für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Nur in Begleitung von Adriana darf man hier her.

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Außer Adriana und mir sind noch 5 weitere Personen dabei, ein ca. 50jähriger Franzose mit seinem Sohn und drei Amerikanerinnen, eine Oma samt Tochter und Enkeltochter. Letztere ist ca. 18, dünn und sehr blass um die Nase. Auf den ersten Blick dachte ich, sie täte nur demonstrativ zu Tode gelangweilt, aber nun sehe ich, dass sie mit den Augen rollt weil sie die nicht aufhalten kann.

Wir stehen in der prallen Sonne, es sind über dreißig Grad, und Adriana beeilt sich nicht gerade damit, die Geschichte der Dogen zu erzählen. Das blasse Mädchen schwankt, der Kopf ruckt zur Seite. Achje, warum das denn ausgerechnet jetzt? Ihre Mutter umfasst die schmalen Schultern und führt sie ein paar Schritte von der Gruppe weg, das knickt dem Mädchen schon ein Knie ein. Ich weiß, was als Nächstes passieren wird. Bevor es soweit ist, ziehe ich die schwere Motorradjacke aus und nehme noch einen Schluck aus der Wasserflasche. Wer weiß, wann ich das nächste Mal dazu komme. Ich blicke hinab auf den Markusplatz, wo Tausende von Menschen herumwuseln. Fremde Menschen. Schon erstaunlich, wie manchmal die Welt implodiert und sich Fremde plötzlich nahe sind. Genau das wird gleich passieren.

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Hinter mir höre ich einen lauten Hilferuf. Es ist soweit. Ich stecke die Wasserflasche weg, Adriana unterbricht ihre Erklärungen, alle Köpfe rucken herum. Das blonde Mädchen sackt in sich zusammen, ihre Mutter versucht sie aufrecht zu halten und sorgt damit zumindest für ein kontrolliertes Zusammenbrechen, bis die Tochter auf dem Boden sitzt. Der Kopf hängt auf der Brust, die Arme schlaff herunter. Außer unserer kleinen Gruppe ist niemand hier, der helfen könnte.

Die Franzosen und die Oma starren nur, tun aber nichts. Adriana eilt zu dem Mädchen und spricht sie direkt an. Keine Reaktion. Die Italienerin fasst das Mädchen an den Schultern und schüttelt sie und ruft dabei laut. Der Kopf der Blonden ruckt hoch, die Augenlider flattern. Sie stösst ein paar unverständliche Worte aus, dann kann ich sie verstehen. „Mir geht es nicht gut“, sagt sie auf englisch. Ja, DAS sieht man, Mädel. Aber wenigstens ist sie ansprechbar.

Ihre Mutter wird dagegen gerade hysterisch und brüllt „HILFE! HILFE! WARUM TUT DENN KEINER WAS?!“, nicht realisierend, das 1. außer uns niemand hier ist und 2. die erste Hilfe bereits läuft: Adriana hat sich wie im Lehrbuch verhalten und das Mädchen erst angesprochen, dann berührt und so geprüft, ob sie bei Bewusstsein ist.

„Holen sie Hilfe“, sage ich zu Adriana und wende mich an die Mutter. „Legen Sie sie auf den Rücken. Langsam Vorsichtig. Passen sie auf, dass sie sich den Kopf nicht stösst!“. Die Mutter tut wie ihr geheißen und hält den Kopf ihrer Tochter in den Händen. Ich umfasse die Beine der Blonden an den Fesseln und hebe sie hoch. Dabei stehe ich, etwas ungeschickt, direkt vor ihr. Nicht, dass das schlimm wäre – das Mädchen trägt eine Hose, hätte sie einen kurzen Rock an, wäre das jetzt – akward. Trotzdem denkt die Mutter in ihrer Panik, ich hätte schlechte Absichten. „Fassen Sie meine Tochter nicht an!“, giftet sie. Und nochmal lauter „DO NOT TOUCH MY DAUGHTER!!!“

Von dem Geschrei schlägt das Mädchen die Augen auf und blickt verwirrt zu mir hoch. Ich hocke mich hin und bette ihre Füße auf meine Knie. „Wie heisst Du?“, will ich wissen, das geifernde Muttertier ignorierend. „Josie“, sagt das Mädchen schwach. „Ok Josie, hör zu“, sage ich. „Dein Kreislauf hat schlapp gemacht. Das passiert. Das muss Dir nicht peinlich sein. In Vendig ist das vollkommen normal, ok? Auch wenn Du jetzt natürlich die ganze Aufmerksamkeit hast. Kreislauf ist nichts Schlimmes und passiert einfach mal. Vielleicht wegen der Hitze. Woher kommst Du?“ Herrje, ihre Lippen haben die gleich Farbe wie der Rest von ihr, kalkweiss. „California“, haucht Josi. Im Hintergrund spricht Adriana mit dem Besuchercenter. Aus dem Handfunkgerät krächzt auf italienisch die Bestätigung, dass ein Sanitäter unterwegs ist.

Ich verziehe das Gesicht. „Ein California Girl, das Hitze nicht abkann? Erzähl mir doch nix!“, sage ich. Josie lächelt matt. Ihre Mutter hat das Keifen eingestellt und guckt ein wenig fassungslos. Ich reiche ihr die Wasserflasche und nicke. Vorsichtig versucht sie Josie ein wenig Wasser zu geben, das Mädchen kann den Kopf anheben.

„Wann seid ihr in Venedig angekommen?“, will ich wissen. „Gestern“, sagt die Mutter. „Dann musst Du einen Höllenjetlag haben, richtig?“ Josie und Mutter nicken unisono. Das erklärt die Kreislaufprobleme.

Als drei Minuten später eine ältere Dame in der Uniform einer Museumsbediensteten mit einem Notfallrucksack auftaucht, ist Josie schon wieder in der Aufrechten. Die Schocklage hat es gebracht, das Mädchen macht sogar schon wieder Scherze. Ja, das war alles nicht besonders kritisch. Aber dennoch war es eine Situation, und es kam zu erster Hilfe. Und drei Minuten können bei ernsteren Sachen über Leben und Tod entscheiden.

Geht schon wieder: Als Hilfe eintrifft, geht es Josie schon wieder besser.

Geht schon wieder: Als Hilfe eintrifft, geht es Josie schon wieder besser.

Was ich an mir schätze: Ich bin jemand, der in Notsituationen einen klaren Kopf behält. Ich gerate nicht in Panik, kann Dinge klar artikulieren, scheue nicht davor zurück Anweisungen zu geben und ich weiß meistens relativ genau was als nächstes zu tun ist. Dieses „Tun“ muss aber geübt werden, denn zum einen vergisst man Handgriffe, zum anderen ändern sich auch Praktiken. Was man vor 10 oder 20 Jahren bei der Führerscheinprüfung gelernt hat, gilt heute eventuell gar nicht mehr.

Schon aus dem Grund mache ich gerne alle paar Jahre mal wieder einen Erste-Hilfe-Kurs. Handgriffe üben, altes Wissen auffrischen, neues Wissen erwerben. Mein letzter Kurs ist 8 Jahre her, auch schon wieder viel zu lang. Das war mir auch bewusst, und schon im vergangenen Jahr hatte ich das diffuse Bedürfnis, mal wieder einen Kurs zu machen. Die Begegnung mit Josie hat mir gezeigt, dass es höchste Zeit ist. Schocklage habe ich noch hinbekommen, aber wie war das nochmal mit der stabilen Seitenlage? Und weiß ich wirklich noch genau, wo die Herzmassage platziert werden muss? Oder wie lange man zwischen zwei Atemspenden pumpen muss?

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Ein Erste-Hilfe-Kurs dauert 8 x 45 Minuten und ist nicht teuer. Ca. 40 Euro kostet es, wenn man keinen kostenlosen ergattern kann. Es besteht aber auch die Möglichkeit den Arbeitgeber zu fragen, ob man den Kurs als betrieblicher Ersthelfer machen kann. Gibt der Chef sein OK, kostet ihn das keinen Pfennig – die Lehrgangskosten übernimmt die Berufsgenossenschaft. Dafür kann der Betrieb sich mit einem zertifiziertem Ersthelfer schmücken.

Der heutige Kurs hat mich wirklich überrascht. 12 Personen haben den Samstag mit Übungen verbracht, davon 9 Führerscheinanfänger, 1 Führerscheinverlängerer und inkl. mir 2 Personen die freiwillig Wissen auffrischen wollten. Und es hat sich gelohnt. Nicht nur, dass Handgriffe heute anders gemacht werden als noch vor ein paar Jahren, auch die Inhalte haben sich deutlich von früheren Kursen unterschieden. Was bei Sonnenstich zu tun ist, wie das Heimlich-Manöver funktioniert oder wie man bei Asthma helfen kann, das hatte ich so noch nie gelernt. Highlight des Tages war das Üben mit einem dieser modernen Defibrillatoren. Die Dinger hängen ja immer öfter an öffentlichen Plätzen rum, und ich weiß jetzt, wie ich die benutze.

Denn die Frage ist ja nicht, OB man mal helfen muss, sondern nur WANN. Und wenn die Hilfe benötigt wird, dann, siehe oben, mit 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit von Personen, die einem nahestehen.

In diesem Sinne: Wie lange ist euer letzter Kurs her?

 
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Verfasst von - 30. Juli 2016 in Ganz Kurz, Motorrad, Reisen

 
 
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