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Abgeschossen

So, bin wieder da. Die diesjährige Sommerreise verlief etwas anders als geplant. Statt nach 8.000 Kilometern und 25 Tagen endete sie nach exakt 348 Kilometern und 6 Stunden in Wiesloch, einem Kaff kurz hinter Heidelberg. Das kam so.

Der vergangene Freitag war eigentlich der perfekte Starttag für eine Reise. Es war warm, und während ich auf dem Balkon frühstückte, spielten Nachbars Hühner auf der Wiese vor dem Haus im Schein der Morgensonne.

Im Flur standne schon die gepackten Koffer, und um kurz nach 9 zog ich die Haustür hinter mir zu.

Die Wohnung war im Abwesenheitsmodus, der Kühlschrank abgetaut, Heizung aus, alle Sicherungen raus. Ich trug die Motorradkoffer zur Garage, in der die V-Strom schon seit Tagen startbereit stand. Ich hatte sie zuletzt gar nicht mehr gefahren – fehlte mir noch, dass kurz vor der 3-Wochen-Reise eine Umfaller oder ein unachtsamer Autofahrer das Motorrad ruinierten, an dem ich nun seit 3 Monaten rumbaute.

Ich schob die große Suzuki auf die Straße, klippte die Koffer daran und checkte die Maschine. Alles OK. Schnell noch den Gehörschutz in die Ohren, dann den Helm auf, Bluetoothverbindung angeschmissen und los ging´s!


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Verfasst von - 6. Juni 2017 in Motorrad

 

 
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Verfasst von - 3. Juni 2017 in Ganz Kurz

 
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Sendepause

 
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Verfasst von - 1. Juni 2017 in Meta

 

On the Road. Again.

Auf Tour, mit dem Motorrad.

Kann ich auch brauchen. Keine Ahnung, was in diesem Jahr los ist, aber das gesamte Frühjahr durch bis jetzt bin ich schlecht gelaunt, leicht reizbar, unfit und dauernd müde. In den vergangenen Wochen bin ich quasi nach Hause gekommen, habe noch ein, zwei Stunden was gemacht und bin dann ins Bett gefallen – um am nächsten Morgen müder wieder aufzustehen als ich beim Einschlafen war. Für andere Aktivitäten, Side- und Blogprojekte oder sogar Sport, war keine Kraft da.

Körperliche Ursachen, sagt Tante Doktor, gibt es angeblich nicht, das ist aber nicht wirklich ein Trost. In anderen Jahren hat mein Körper vor einer Sommerreise gesummt vor Energie, in diesem Jahr schleppe ich mich bildlich über die Ziellinie des Urlaubs und frage mich, wie ich die körperlichen Herausforderungen der Reise meistern soll. Aber vielleicht ist es genau das, was ich brauche kann: Herausgefordert werden, in Kombination mit Konzentration auf was anderes.

Dafür ist Motorradfahren nämlich gut geeignet: Das Bewusstsein konzentriert sich ganz auf´s Fahren, für alle anderen Gedanken ist gar kein Platz. Erst ab dem dritten, vierten Tag auf der Straße stellt sich ein Zen-artiger Zustand ein, bei dem der Körper schön weiter Motorrad fährt, aber ein Teil der Gedanken auf Wanderschaft geht. Der Kopf wird dabei angenehm leer, Prioritäten werden zurechtgerückt und die Sicht auf´s eigene Leben wieder etwas klarer.

***

Ist schon merkwürdig. Obwohl ich jetzt schon zum sechsten Mal auf Fernreise mit dem Zweirad bin, habe ich kurz vorher immer noch ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es kann hat halt viel passieren, wenn man wochenlang und allein unterwegs ist. Dazu kommt, dass es diesmal mit einem Mopped losgeht, dass ich noch gar nicht richtig kenne – ich kann die V-Strom zwar fahren, aber die Ticks und Eigenarten von Maschinen bekommt man erst nach einiger Zeit raus.

Wer wissen möchte, ob es mich noch gibt, kann ab und an mal in auf twitter.com/silencer137 reingucken, da gibt es mit Sicherheit den ein oder anderen Eintrag.

So, und nun drückt mal die Daumen, dass mir keine Passatfahrer in die Quere kommen und schlechtes Wetter und Pannen an mir vorbeigehen.
Man liest sich!

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Verfasst von - 31. Mai 2017 in Ganz Kurz, Meta

 

Hand drauf

Jeder Handschlag ein Duell: Wenn Donald Trump anderen die Hand gibt, lohnt es sich genau hinzusehen. Der orangefarbene Primat hat nämlich eine ganz besondere Handschütteltechnik. Erst hält er seine Hand ausgestreckt, geöffnete Handfläche nach oben, als würde er seinem Gegenüber ein Stück Torte präsentieren. Dann grabscht er blitzschnell zu, greif die andere Hand, dreht sie um 90 Grad und reisst gleichzeitig mit aller Kraft seinen Arm bis an die Hüfte zurück und zieht die Leute an sich heran. Im ungünstigsten Fall bringt er damit die Leute aus dem Gleichgewicht und sie stolpern auf ihn zu, im merkwürdigsten Fall machen beide eine Reissbewegung, und es zieht aus, als wollten Trump und der „Begrüßte“ Holz sägen. Dann beginnt Trump sein Gegenüber zu tätscheln, während er gönnerhaft grinst.

Das sieht schon sehr schräg aus:

Ist natürlich alles eine Kraftprobe. Durch seinen Handschlag versucht Trump andere zu dominieren. Er unterwirft seine Gäste bereits bei der Begrüßung. Den japanischen Premier hat er damit vollkommen überrumpelt, spätestens seitdem ist die Masche aber bekannt. Für ausländische Staatschefs ist Händeschütteln mit Trump seitdem eine Feuerprobe. Gut gemacht hat das Justin Trudeau, der Kanadier, der sich einfach mit der linken Hand an Trump abgestützt hat, damit der ihn nicht an sich heranreissen konnte. Oder Macron, der Trumps Hand mit stählerndem Griff packte und keinen Millimieter bewegte. Großartig!

Das ein simpler Handschlag eine Kraftprobe und ein Ritual zur Unterwerfung sein kann, ist mir persönlich erst Anfang des Jahres klar geworden. Es war auf einer IT-Tagung. Fast alle Teilnehmenden waren Männer, Anteil der Frauen ca. 1 Prozent. Einer der Frauen gab ich die Hand – und war im nächsten Moment sehr verblüfft. Anstatt eines normalen Handschlags setzte Sie ihre Hand in einem spitzen Winkel an meine, und drückte dann von oben mit ihrem Daumen in mein Daumengelenk. Das war nicht nur sehr unangenehm, weil an der Stelle Nerven zusammenlaufen, sie drückte meine Hand auch von oben einfach runter. Das war kein Handschlag unter zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen, das war absolute Dominanz.

Hatte ich so noch nie erlebt, war sehr unangehem und macht in der Rückschau die Dame zu einem Menschen, mit dem ich nichts weiter zu tun haben möchte.
Seitdem achte ich genauer auf Handschläge.

 
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Verfasst von - 30. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Momentaufnahme: Mai 2017

Herr Silencer im Mai 2017
„Gleich geht es los.“

Wetter: Monatsanfang einstellige Temperaturen und Regen, Monatsmitte morgens 0-4 Grad, tagsüber 10-12 und trocken. Gegen Ende des Monats zeigt der Mai dann, was er wirklich kann: Sonne und 12 bis 20 Grad, an den letzten Tagen sogar Hochsommer mit 30 Grad und Sonne.

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Lesen:

Neil Gaiman: Amercian Gods
Shadow hat allen Grund schlechte Laune zu haben: Er kommt gerade aus dem Knast, er hat erfahren das seine Frau verstorben ist, er hat keine Perspektive. Deprimiert und am Boden nimmt er das Jobangebot eines gewissen Mr. Wednesday an, ihn auf einem Roadtrip durch die USA zu begleiten. Schon bald merkt Shadow, dass irgend etwas merkwürdig ist an Mr. Wednesday und den Menschen, die sie auf ihrer Reise besuchen. Sind es wirklich Menschen? Oder sind es alte Götter, halbvergessen und mangels Anhängern ihrer Macht beraubt?

Habe ich vor 16 Jahren das letzte Mal gelesen. Tolles Buch über sich ändernde Zeiten und alte Erinnerungen, über Dinge, die wir verehren und wie Götter leiden. Die Geschichte ist schwer zu verorten. Ein Mysterthriller? Ein Fantasykrimi? Irgendwie sowas. Und dazwischen auch ganz anders, denn wie schon in „Sandman“ streut Gaiman auch hier immer wieder kleine, für sich stehende Kurzgeschichten in die Hauptstory ein. Ein Buch wie ein Roadtrip, und zwar ein sehr guter.

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Hören:

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh
In den 70er Jahren ermordete Fritz Honka mehrere Prostituierte im Hamburger Trinkermilieu. Seine Opfer lernte er in der Kneipe „Der goldene Handschuh“ kennen. Die Leichen zerstückelte und versteckte er auf Altona und in seiner Wohnung.

Heinz Strunk ist sonst er für lustige Erinnerungen aus den 80ern gut. Hier schlägt er einen ganz anderen Ton an. Akribisch hat er Honka und seinen Opfern hinterherrecherchiert, sich in das Trinkermilieu hineinversetzt und daraus eine bedrückende Erzählung gemacht, die über jede Grenzen hinausgeht. Ungeschönt und unerträglich sind die Schilderungen der kaputten Trinker, der Menschen ohne Gedächtnis, ohne Identität, ohne Willen, die für eine Flasche Korn alles machen. Strunks Studie zeigt, wie Honkas Verbrechen möglich wurden und wie es sein konnte, dass niemand die getöteten Frauen vermisste. Ein soziokultureller Abgrund. Das ist wirklich, wirklich harter Stoff. Ich konnte das nur in Etappen hören und habe Monate dafür gebraucht.

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Sehen:

Guardians of the Galaxy Vol. 2 [Kino]
Die selbsternannten „Beschützer der Galaxie“ nehmen als Freelancer Kammerjägerjobs an. Als sie für eine goldene Trulla arbeiten, klaut der Waschbär alte Radioröhren. Dann findet Peter Quill seinen Vater, der das ganze Universum aufessen möchte.

Um es mal kurz zu machen: „Guardians Vol. 1“ war ein super Film, dieser hier ist es nicht. Dafür gibt es zu wenig wichtige Dinge, alles plätschert irgendwie vor sich hin, und alles, was in Teil 1 cool war, wird bis zum erbrechen wiederholt. Teil 1: Die 3 Sekunden Baby-Groot waren cool. Teil 2: 5 Minuten Babygroot-Solo. Teil 1: Die zwei Szenen mit Yondus Gedankenpfeil waren cool. Teil 2: Gedankenpfeil wird gefühlt 20 Minuten am Stück gezeigt. Apropos gefühlte Zeit: Guardians II ist mit 2,5 Stunden nicht nur gefühlt viel zu lang. Am Ende will man nur noch, dass es vorbei ist. Einer der schlechtesten Marvel-Filme bislang.

American Gods [Amazon Video]
„American Gods“ ist als Serie wunderbar Twin-Peaks-est umgesetzt. Charakterschauspieler, HDR-Optik, schräge Blickwinkel. Manchmal bleibt man der Vorlage auf die Dialogzeile treu, manchmal wird zeitgemäß variiert. Große Kunst, auf jeden Fall, und ich hoffe auf weitere Staffeln – die 8 Folgen der ersten bilden nur einen Teil des Buches ab.

Arrival [Amazon Video]
Überall auf dem Planeten landen Raumschiffe. Wissenschaftler gehen an Bord und stehen erstmal im Nebel. In dem stecken Außerirdische, die komische Zeichen in die Luft malen. Weil die Aliens nichts machen als rumkrakeln, beschliesst das Militär sie wegzubomben. Eine Linguistin findet das nur so mitteltoll.

„Es gibt noch SciFi für Erwachsene“ und „der beeindruckstende Science Fiction Film seit „Insterstellar“, jubelte es allerorten beim Erscheinen von „Arrival“. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was die Kritiker zu solchen Begeisterungsstürmen hingerissen hat. „Arrival“ hat exakt eine Idee, die den Film tragen soll. Die findet man aber gar nicht mehr so supi, wenn bis zur Auflösung 2 Stunden schnarchlangweiliges Rumgeflenne ertragen musste. Auf die letzten 5 Minuten wird der Film dann noch spannend, blendet dann aber schnell aus – als wäre es pfui, wenn auf der Leinwand mal was passiert. Das die zugrundeliegnende Prämisse der Filmtragenden Idee rotzedoof und von ähnlicher Glaubwürdigkeit ist wie seinerzeit das „Scarlett Johannson wird zu einem göttlichen USB-Stick“-Desaster, gleicht die verlorene Lebenszeit kaum aus. In der Heimkinofassung hat der Film zu dem das Problem, dass das Bild so dunkel und kontrastarm ist, dass stellenweise die Augen schmerzen. Ja, „Arrival“s Bilder sollen dunkel sein, aber das hier wirkt, als hätte man vergessen einen Filter für Kinoanlagen zu entfernen: Selbst sonnige Szenen wirken, als wäre sie im Dezember gegen 16.00 Uhr aufgenommen, und in den wirklich gewollt dunkelen Szenen an Bord der Raumschiffe ist stellenweise kaum noch was zu erkennen.
Merke: Schnarchiges Rumgefuddel, tränenreich in Kamera blicken und schlechte Lichtverhältnisse definieren NICHT SciFi für Erwachsene.

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Spielen:

Mass Effect: Andromeda [PS4]
Das Ding lappte über den Rand des Vormonats. Da hatte ich ja schon heftig geschimpft, und es wird nach hinten raus nicht besser. ME: Andromeda ist in Deckungsshooter, bei dem das Deckungssystem nur so mittel bis nicht funktioniert. Es ist ein Rollenspiel, bei dem sich der eigene Charakter null entwickelt und seine Skills nutzlos sind. Die NPCs sind allesamt nervige Unsympathen oder flennende Weicheier. Das Craftingsystem ist sinnlos. Es gibt 5 verschiedene Ingame-Währungen, die auch alle sinnlos sind, weil einen das Spiel damit zuschmeisst. Die Dialoge sind unerträglich schlecht. Die Story ist völlig Banane.

Am Schlimmsten aber: „Andromeda“ ist von allem zu viel. Nahezu jeder verdammte NPC erzählt nicht nur ausführlich seine uninteressante und langweilige Lebensgeschichte, er hat auch eine Quest parat. Ich habe keine Ahnung wieviele Sidequests es insgesamt gibt, gefühlt sind es mehrer Hundert, und zwar von der bescheuertesten Sorte: Sammele Kräuter. Scanne Schrott. Fahre Wegpunkte ab. Alles garniert mit VIEL Backtracking. Die Hälfte der Zeit glotzt man auf Ladebildschirme, weil die Kräuter über die halbe Galaxis verteilt sind. Das Schlimmste: Hinter manchen der Doofquests verbergen sich wichtige Storyinfos. Das ist vom Spieldesign her so ein Müll, dass ich irgendwann keine NPCs mehr angesprochen habe, um nicht noch mehr Gejammer hören und Blümchen pflücken zu müssen. Oh, und Bossfights. Ja, richtig: Mass Effect Andromeda hält wirklich im Jahr 2017 Bossfights für eine gute Idee. Aber nicht, weil es dabei um irgendwas ginge. Das sind auch so Nebenaufträge, nach dem Motto „Geh da mal hin, mach mal das Ding weg. Oder halt nicht, ist auch egal“.

Da stellt sich das Gefühl von „Wann ist das Elend endlich vorbei?? Warum hört da nicht endlich auf???“ ein. Von Allem bietet Mass Effect zu viel, kein Wunder, dass es den Fokus verloren hat.

Full Throttle [PS4]
Die USA, in einer alternativen Zeitlinie. Ben ist ein harter Biker und Anführer einer Motorradgang. Das ändert sich jedoch schnell, Ben wacht in einer Mülltonne auf, seine Gang ist weg, und er hat einen Mord am Hacken. Auf sich allein gestellt versucht Ben herauszufinden was passiert ist.

„Full Throttle“ habe ich vom ersten Moment an geliebt. Damals, 1995, als rauskam. Beindruckende Inszenierung, röhrende Motoren, Rockmusik – das gab es in einem Point & Click-Adventure bis dahin nicht, und später nie wieder. Jetzt, 22 Jahre später, gibt es eine aufgefrischte Version für Konsolen und PC. Und die hat es in sich: Die Grafik ist überarbeitet, der Sound gesäubert und das Interface angepasst. Besonder schön: Auf Tastendruck kann man zwischen neuer und alter Version umschalten. Als Bonus gibt es einen Audiokommentar der Macher, der einen interessanten Einblick in die damalaigen Produktionbedingungen gibt. Einziger Wehrmutstropfen: Das Spiel ist nach wie vor kurz. Nach knapp 10 Stunden erklingt der Schlussakkord. Aber die Reise bis dahin ist allemal die 14 Euro wert, die aktuell dafür aufgerufen werden.

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Machen:
Eine V-Strom reisefertig machen.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. Mai 2017 in Momentaufnahme

 

V-Strom (5): Elektrik & Gedöns

In den letzten Wochen war ich damit beschäftigt eine Suzuki DL 650 V-Strom so herzurichten, dass ich damit auf Touren gehen kann. In einer Miniserie werden die Änderungen an der Maschine vorgestellt. Im letzten Teil: Gedöns!

Elektrik
Keine Ahnung wie lange die Batterie in der Maschine war. Vermutlich war es noch die erste. Zwar war die noch gut, aber nach 7 Jahren darf mal eine neue her. Wieder eine Yuasa.

Licht
Der Vorbesitzer hat Givi S310 „Trekker“ Zusatzscheinwerfer an den Sturzbügel gebastelt. In meinen Augen eine Spielerei, weil die Dinger trotz Halogen recht funzelig sind und die V-Strom schon zwei große Hauptscheinwerfer hat. Aber hey, wenn es die Sichtbarkeit erhöht, warum nicht.

Um die Sichtbarkeit WIRKLICH zu erhöhen, hat die V-Strom Osram Nightracer 50-Lampen bekommen. Wie der Name schon sagt, sind die 50 Prozent heller als andere H4-Lampen, halten dafür aber weniger lange. Ist ein Kompromiss. Eine Alternative wäre die Nightracer 110 gewesen, die irre hell sind, aber nur 160 Stunden halten. Das war mir ein Bisschen zu wenig.

Auch die anderen Leuchtmittel wurden einmal durchgetauscht. Sowohl die Blinker als auch die Standlichtbirnchen sind gegen neue ausgetauscht wurden, und gleich viel sichtbarer. Richtig sichtabr wäre man natürlich mit hellen LED-Birnchen. Die gibt es am Markt, die Nutzung ist aber in Deutschland verboten.


Heizgriffe

Hätte ich auch nicht missen wollen, hat sich zum Glück schon der Vorbesitzer drum gekümmert: Heizgriffe. Die Guten, von Daytona. Dazu Handprotektoren von Suzuki. Geschützte und warme Hände, was will man mehr.


Reifen, Reifendruckkontrolle und Ventile

Ein Reifendruckkontrollsystem ist normalerweise ein Luxus, der den ganz dicken BMWs vorbehalten ist. Aber nicht bei mir. Von Garmin gibt es Ventilkappen, in denen Bluetooth-Sensoren stecken. Die vernetzen sich mit dem Navi und zeigen den jeweiligen Status an. Das ist ein gutes Maß an Beruhigung, wenn man zwischendurch mal den Reifendruck checken kann, besonders, wenn man gerade über spitze Dinge gefahren ist.

Die Reifendruckradkappen sind zwar mit 9 Gramm recht leicht, aber an einem schnell laufenden Rad reicht das Gewicht, um normale Gummiventile aus der Felge zu reissen. Deshalb wurden Metallventile verbaut, die diese Kräfte aushalten.

Das Reifendruckkontrollsystem in den Ventilkappen wurde allerdings von der Renaissance transferiert. Die kleinen Dinger sind mittlerweile mehr als doppelt so teuer wie früher, ein Satz kostet aktuell 180 Euro. Das tut nicht not.

In dem Zug kamen gleich mal neue Reifen drauf. Statt meiner geliebten Angel GTs fährt die V-Strom auf Tourance Next von Metzler. Das Marketing nennt die „Straßen-Enduro-Reifen“, aber Enduro ist daran mal gar nichts. Tourentauglich sind sie aber, und bringen dazu Spitzenwerte für Haftung auf nassem Asphalt mit. Ich bin gespannt wie die sich machen, bislang gefallen mir die Eigendämpfung, das Kurvenverhalten und die Tastache, dass der Reifen nicht dazu neigt Längsrillen nachzulaufen.

Vom Vorbesitzer: Kotflügelverlängerung.

Die Metallventile sind übrigens recht lang, was das Nachfüllen der Reifen noch schwerer macht als ohnehin schon. Winkelventile wären ideal, um das etwas leichter zu machen, aber die funktionieren nicht im Zusammenspiel mit den Reifendruckkappen.

Eine gute Alternative ist dieses Ding hier: Ein Winkeladapterdapter.

Sehr wertiges, CNC-gefrästes Teil, das mit der großen Rändelschraube aufs Ventil geschraubt wird. Das rote Drehrad öffnet und schliesst das Ventil dann. Damit kann man ganz bequem und ohne Luftverlust den Reifen nachfüllen.

Luft stellte sich in der Vergangenheit ohnehin gelegentlich als Problem raus. Gerade im Ausland haben Tankstellen oft gar keine Luftstationen, und wenn doch, dann sind sie häufig defekt. Sehr glücklich macht mich gerade diese kleine, aber sehr leistungsfähige Fußluftpumpe von Bikers Dream.

Die ist minifuzziklaan, wie wir Kölner sagen, und wiegt so gut wie nix. Mal gucken, vielleicht nehme ich die mit, damit wäre die nervige Suche nach Tankstellen mit funktinierender Luft Geschichte. Dafür könnten auch die Pressluftpatronen aus dem Reifenreparaturset zu Hause bleiben. Denen traue ich ohnehin nicht, und vom Gewicht nehmen sich Pumpe und Patronen nichts.

Navigation
Natürlich wird an der V-Strom auch das Garmin Zumo 590 verwendet. Da die Originalhalterung fest an der ZZR 600 verbaut ist, wurde in der V-Strom eine zusätzlich beschaffte Cradle verlegt.

Testaufbau im Winter.

Die ist nun fest eingebaut und versorgt das Navi mit Strom über geschaltetes Plus. Meine V-Strom hat das eine oder andere Relais mehr als eine Standardmaschine, da liess sich das gut anklemmen.

Die Cradle sitzt übrigens am Lenker. Die meisten V-Strom-Piloten bevorzugen eine Position an der Frontscheibe, weil dann der Blickweg nicht so weit ist. Geht bei mir aber nicht, zum einen komme ich während der Fahrt nicht mit den Armen bis an die Scheibe, zum anderen ist der Madstad-Scheibenhalter dafür nicht geeignet.

Gedöns
In die Rubrik Gedöns fallen noch der GPS-Tracker und der WLAN-Access-Point, die nun auch der V-Strom stecken. Genauso wie das kleine Thermometer, das nun im Cockpit klebt. Ist ja immer wieder erstaunlich… Es gibt keine kleinen, wasserdichten und batteriebetriebenen Thermometer mit Fühler für Motorräder. Das hier ist selbstgebaut, aus einem Termomodul, einem Elektronikgehäuse und Teilen eines Mini-Kamerastativs.

Ebenfalls Gedöns: Die Kamerahalterungen. Erstaunlicherweise hat die V-Strom gar nicht so viele Punkte, wo man eine Kamera sicher und vibrationsarm anbringen kann. Ich probiere es mal so:
Die VIRB XE klebt mit einem Saugnapf auf der vorderen Verkleidung. Sie zeichnet nicht nur Bilder, sondern auf, sondern auch Position, Lage, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Temperatur (über einen Sensor im Heck).

Gesteuert wird sie mit einer kleinen Fernbedienung am Lenker.

Davon unabhängig gibt es noch die kleine Rollei, die im Fahrwerk hängt.

So. Damit wäre das Motorrad dann soweit. Ich will hoffe, dass die Frau Strom genauso zuverlässig ist wie die ZZR 600. Wie sie sich schlägt, werde ich ab kommender Woche erfahren – dann geht es auf Tour. Mehrere Wochen lang.

 
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Verfasst von - 26. Mai 2017 in Motorrad

 

V-Strom (4): Gepäck

In den letzten Wochen war ich damit beschäftigt eine Suzuki DL 650 V-Strom so herzurichten, dass ich damit auf Touren gehen kann. In lockerer Folge werden die Änderungen an der Maschine vorgestellt.

SW-Motech Evo QuicklLink Koffersystem
Die gebrauchte V-Strom hatte schon einen Kofferhalten montiert. Zuerst habe ich mich total gefreut, als ich gesehen habe, dass es sich dabeium ein SW-Motech-Teil handelt. Die deutsche Zubehörschmiede geniesst einen ausgezeichneten Ruf, und das „Evo“-System ist wirklich ein Meisterstück. Mit Adapterkits lässt es sich so umrüsten, dass sowohl meine Givi-Koffer als auch Hepco & Becker, Steed und andere Koffer an die Maschine passen. Super, das spart den Kauf eines Kofferträgers, und ich kann meine Koffer weiterverwenden.

Die Kehrseite: Das Evo ist ein Quicklink-System. Man dreht die Schraubverbindungen um 90 Grad und zack, hat man den Träger demontiert. Ist für Leute, die Kofferträger unästhetisch finden.

Ist ja auch eine nette Idee, wenn man den Träger nicht dauernd dranhaben möchte. Allerdings lässt er sich ohne spezielles Werkzeug lösen. Auch dann, wenn die Koffer dran sind. Für Diebe ist es daher sehr einfach, durch Lösen von vier Clickverschlüssen eben mal das Gepäck wegzutragen.

Suboptimal. Abhilfe schaffen spezielle Haltebolzen mit Schlössern drin, die ich nachträglich montiert habe.

Wesentlich fester ist da schon die Halteplatte von Givi. Die wird mit fummeligen Halterungen direkt auf die Gepäckbrückde der Suzuki geschraubt und ist ohne passendes Werkzeug und ausgerenkte Finger nicht mehr abzubekommen. Dummerweise ist sie recht dicht an der Sitzbank moniert, geht aber nicht anders.

Die V-Strom hat nur einen Auspuff, der an der rechten Seite weit hochgezogen ist. Dadurch ist die ohnehin breite Maschine asymetrisch, und der rechte Koffer steht 6 Zentimeter weiter nach Außen ab als der linke.

Ich hatte erst überlegt ein asymetrisches Kofferset zu montieren. Nachdem ich mir einige Sets genauer angesehen habe muss ich sagen: Diese Art von Koffer sind meist irre teuer und lenken erst recht den Blick auf die Asymetrie. Und noch schlimmer: Bei manchen muss man echt den Nutzwert anzweifeln, anscheinend zählt die Optik mehr als der praktische Nutzen.

So ein Fall sind die „Trekker“ von Givi. Mit denen hatte ich heftig geliebäugelt, als ich dann aber einen der 46 Liter-Modelle zu Hause hatte, war ich ziemlich negativ überrascht. So schön die neuen auch sind, mit ihren schwarzen Aluminiumplatten und dem geteilten Deckel: Sie sind am Ende des Tages halt auch nur Plastikkoffer, und dafür mit 6 Kilogramm Gewicht einfach zu schwer.

Der Motech-Träger kann 12,5 Kilo pro Seite tragen, wenn die Koffer schon 6 davon mit Eigengewicht belegen, bleibt nicht mehr viel für den eigentlichen Inhalt übrig. Nach reiflicher Überlegung bin ich tatsächlich zu dem Schluss gekommen: Meine alten E45-Givis sind tatsächlich das Beste, was es in dem Bereich gibt. Sie machen vielleicht optisch nicht so viel her, aber sie sind stabil, leicht ( wiegen 3 Kg) und dicht.

Ein weiterer Punkt für die Weiterverwendung der alten E45 ist das selbstgebaute Passivlichtsystem, das für die Sichtbarkeit unschlagbar ist. Das umlaufende Diamond Grade Markierungsband, das ich in mühsamer Handarbeit nachgerüstet habe, macht, dass die Maschine selbst in finsterster Nacht bei geringstem Streulicht leuchtet wie ein Weihnachtsbaum.

Ganz zu schweigen vom Topcase, das im doppelten Boden nicht nur eine Warnweste mitbringt, sondern in sich nochmal ein Gepäcksystem mit Wasserflaschen und Kleinteiletaschen hat.

Das Topcase fahre ich übrigens meistens genauso leer durch die Gegend. Dann passt nämlich der Helm rein. Ich erlaube mir den Luxus, denn Helm durch die Gegend schleppen ist doof.

Vermutlich brauche ich die 90 Liter Stauraum der beiden E45 Givis gar nicht mehr. Bei den Reisen mit der ZZR war der rechte Koffer zum Großteil mit Werkzeug und Ersatzteilkram beladen. Das brauchte wenig Volumen, brachte aber viel Gewicht auf die Waage. Bei der V-Strom kann ich mir das Mitführen von Ersatzteilen hoffentlich sparen. Anders als die ZZR ist die Suzuki dafür gemacht auch mal Umfaller wegzustecken. Bei einem Sturz brechen nicht sofort die Fußrastenhalter, sondern verbiegen sich und lassen sich vom Dorfschmied wieder in Form dengeln. Und das Werkzeug lässt sich anders unterbringen:

Tooltube

Auf der rechten Seite der V-Strom verläuft zwischen Hinterrad und Kofferträger der Auspuff, aber links war da – nichts. Bis jetzt. Ein Dokumentenzylinder aus einem John-Deere-Traktor wurde zu einer Tooltube, einer Werkzeugröhre.

Halterungen bringt das Plastikding schon mit, und nach einigem Experimentieren und mit Alberts Hilfe (Geht´s nicht M8 und V2A?“) hatte ich dann auch irgendwann die passenden Schrauben zur Verbindung mit dem Gepäckrahmen gefunden, der praktischerweise noch unbenutzte Löcher hatte.

In der Röhre befinden sich nun Ersatzhebel, Werkzeug, ein Warndreieck und eine starke Taschenlampe. Abschließen kann man sie nicht, aber ich würde mich stark wundern, wenn da wer dran geht.

Rechts Auspuff, links Tooltube.

Fällt kaum auf, das Ding:

Sitzbank
Die beste Investition in die ZZR 600 die ich JEMALS getätigt habe war die Sitzbank, die eine kleine Sattlerei in Hameln für mich gefertigt hat. Durch die Form und die Geleinlage kann ich 8 Stunden am Stück fahren ohne das mir der Hintern abfällt. Die V-Strom hat eine 4Seat Sitzbank von Baehr mitgebracht.

Das Teil kostet mit 500 Steinen mehr als drei Mal so viel wie das Unikat aus der Sattlerei. Ob das Ding die viele Kohle, die ich persönlich nicht ausgegeben hätte, wirklich wert ist, muss sie erst noch beweisen. Sehr vertrauenserweckend ist der erste Eindruck nicht: Einer der Haltehaken zum Chassis ist schon gebrochen. Der Vorbesitzer hat sich wohl draufgesetzt, als das Kunststoff-Ding nicht richig eingerastet war. Das dürfte aber keine Rolle spielen, solche wichtigen Teile müssen aus Metall sein und dürfen nicht brechen, nie! Schon gar nicht an einem 500 Euro-Sitz.

Unter der Sitzbank bringt die V-Strom auch noch erstaunlich viel Stauraum mit. Da lagern bei mir jetzt Papiere (Eintragungen, Zulassungen, Unfallbericht, grüne Karte), ein Verbandskasten sowie das, was man als Moppedfahrer immer für Reperaturen braucht: Klebeband und Kabelbinder.

Mit Tooltube und Sitzbankstauraum kann ich mir jetzt tatsächlich die Werkzeugtasche im Koffer sparen.

 
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Verfasst von - 25. Mai 2017 in Motorrad

 

V-Strom (3): Schutz & Scheibe

In den letzten Wochen war ich damit beschäftigt eine Suzuki DL 650 V-Strom so herzurichten, dass ich damit auf Touren gehen kann. In lockerer Folge werden die Änderungen an der Maschine vorgestellt.

Sturzbügel
Endlich wieder ein Sturzbügel! Mögen viele ja nicht, wegen Ästhetik und so, aber da kann man bei der V-Strom ja eh nicht viel versauen. Ich muss aber zugeben: Ich stehe total auf Sturzbügel. Hatte ich schon an der 450er Honda, und der hat mir bei zwei Stürzen das Bein gerettet und die Maschine vor Schaden bewahrt. Wegen der Vollverkleidung passte kein Sturzbügel an die ZZR 600, deshalb hat die Maschine Sturzpads. Aber in so einen richtigen Rohrrahmen habe ich mehr Vertrauen als in einen Metallpilz.

Als ich sie gekauft habe, hatte die V-Strom einen Sturzbügel aus dem Suzuki-Zubehörprogramm. Der ist ziemlich winzig.

Sturzbügelchen von Suzuki. Doof.

Albrecht merkte an, dass der im Falle eines Umfalls oder Sturzes lediglich den Motor schützt, während der Tank und das Bein des Fahres in Mitleidenschaft gezogen wird. Recht hat er, der Albrecht, zahllose V-Strom-Besitzer mit zerstörten Tanks und Verkleidungen können da ein Lied von singen! Also ab mit dem Suzuki-Mist und stattdessen einen Sturzbügel verbaut, der den Namen auch verdient. Sieht ein wenig martialisch aus, aber der neue Sturzbügel von Givi bietet wirklich die beste Schutzwirkung.

Martialisch: Struzbügel von Givi.


Unterfahrschutz

Die V-Strom ist kein Geländemotorrad, in erster Linie wegen fehlender Bodenfreiheit. Nun bin schon öfter ungewollt in Situationen gekommen, wo ich über Felsen oder Absätze huppeln musste. Macht man das mit der V-Strom, kann man sich dabei den Kühler beschädigen oder den Ölfilter abreissen. Die sind nämlich etwas seltsam, direkt hinter dem Vorderrad, positioniert.

FKK: Kühler und Ölfilter baumeln nackig im Wind.

Deswegen verkaufen sich Motorschutzbleche so gut. Leider passen weder die originalen noch die von Drittherstellern mit den Sturzbügeln von Givi zusammen. Die Lösung: Handarbeit.

Marselus, eine Manufaktur in Tschechien, baut auf Anfrage Zubehörteile für die V-Strom – auch einen Motorschutz, der direkt am Givi-Sturzbügel montiert werden kann.

War ein wenig seltsam, auf einer tschechischen Seite nur nach Bild was zu bestellen, aber der darauffolgende Mailkontakt war sehr nett, und 14 Tage nach Bestellung kam das Stück hier an.

Lasergschnittenes, dickes Aluminium, handgeschweißt, pulverbeschichtet und perfekt passend. Ein wirklich schönes Stück Handwerkskunst, bei dem es ob seiner WErtigkeit schon Freude bereitet, es zu berühren.

Vorn wird es am Sturzbügel montiert, hinten an den Schrauben von Seitenständer und Auspuffhalterung. Damit ist der Motor rundum geschützt, und wenn man doch mal dran muss, kann man den Korb durch das Lösen von vier Schrauben abnehmen.

Sportscheibe
Als ich die V-Strom bekam, trug sie eine riesige Tourenscheibe mit einem zusätzlichen Spoiler oben drauf. Das Ding war so hoch, dass die Kante und der Spoiler direkt in meinem Blickfeld war, totzdem hatte ich Verwirbelungen am Helm. Dasist bei den V-Stroms ein bekanntes und echtes Problem: Hinter der hohen Scheibe gibt es Wirbel, die einem bei höheren Geschwindigkeiten den Helm nach links und rechts reißen oder Luftwellen, die direkt auf den Kopf ballern. Im Schlimmsten Fall gibt das ein verwackeltes Seefeld und Kopfschmerzen beim Fahrer. Das ist der Grund, weshalb man V-Stroms so gut wie nie mit der Originalscheibe sieht.

Viele Fahrer bauen nun riesige Tourenscheiben an, hinter denen sie komplett vor Wind und Wetter geschützt sind. Das wirft aber gleich mehrere Probleme auf. Zum einen wird die Maschine anfällig für Wind und maacht dann u.U. Pendelbewegungen, zum anderen muss man als Fahrer durch die Scheibe schauen oder hat zumindest die Kante im Blickfeld. Besonders unangenehm bei Reisen in warme Länder: Der Helm wird nicht mehr belüftet, weil der Luftstrom von vorne fehlt.

Eine Schrankwandgroße Scheibe ist nicht mein Ding. M.E. besteht der Sinn einer Scheibe am Mopped NICHT darin, den Fahrer vollflächig vor Wind und Regen zu schützen. Nein, normalerweise dient die Scheibe der Minderung des Windrucks auf der Brust, während der Helm frei im Windstrom liegt. Also weg mit der zu hohen Toruenscheibe und auf Ebay eine Originalscheibe zum Testen gekauft. Die ist aber auch recht hoch und produziert Wirbel.

Glücklicherweise fand sich in Wien eine gebrauchte Sportscheibe. Die Dinger sind selten, weil Suzuki sie nur kurz im Programm hatte. Unverständlich, denn sie erfüllt ihren Zweck nicht nur besser als die Standardscheibe, sondern sieht dabei auch noch cool aus!

Sportscheibe vs. Standardscheibe.

Problem war nur: Der Winkel stimmte nicht. Auch die Sportscheibe produzierte Luftwirbel. Aber auch da gibt es was, wenn man bereit ist, die Extrameile zu gehen.

Madstad-Scheibenhalter

Der Originalscheibenhalter lässt eine Verstellung der Scheibe in der Höhe zu, in zwei festen Positionen. Glücklicherweise gibt es Mark Stadnyk. der fährt selbst eine V-Strom und hat 2006 eine Scheibenhalterung zurechtgetüfelt, die super verstellbar ist und Luftwirbel durch andere Neigungswinkel eliminiert.

Mark produziert diese Halterungen in einer kleinen Manufaktur „Madstad“ in Brooksville, Florida, und von dort haben sie ihren Weg an meine V-Strom gefunden (nach einem wochenlangen Irrweg von Fort Worth, Miami und den deutschen Zoll).

Aus den USA importiert: Scheibenhalterung.

Höhe und Winkel der Scheibe lassen sich über zwei Rändelschrauben schnell einstellen, damit sollten Windböen der Vergangenheit angehören. Jetzt muss ich nur noch die richtige Einstellung finden.
Man munkelt übrigens in düsteren Forenecken, dass der Madstad-Scheibenhalter nicht an deutschen Moppeds montiert sein darf, weil er keine E- oder KBA-Nummer hat. Ich habe mal direkt den Dekra-Prüfer gefragt. Antwort: Das Ding braucht weder eine Zulassungsnummr noch eine Einzelabnahme, weil es nicht Sicherheitsrelevant ist oder die Fahreigenschaften ändert.

Wo ich gerade am Tauschen der Scheiben war, habe ich den den vorderen Halter Neodym-Magnete eingeklebt.

Die sieht man nicht, wenn das Teil montiert ist…

…aber eine passende Hülle für Parkscheine klebt bombenfest daran:

Und ja, das wird nötig sein. Die Frau Strom hat nämlich einen dicken Hintern und ist fast so breit wie ein Twingo. Sowas parkt man nicht unauffällig auf einem Fußweg, die wird schon mal auf kostenpflichtigen Parkplätzen stehen müssen.

 
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Verfasst von - 24. Mai 2017 in Motorrad

 

V-Strom (2): Fahrwerk, Ständer, Kettenöler

In den letzten Wochen war ich damit beschäftigt eine Suzuki DL 650 V-Strom so herzurichten, dass ich damit auf Touren gehen kann. In lockerer Folge werden die Änderungen an der Maschine vorgestellt.

Tieferlegung
Die Frau Strom ist GROSS, wirklich groß. Ich nicht. Um mal zu zeigen wie groß die Schwarze ist, hier mal ein Vergleichsbild neben der Renaissance.

Ich habe zwar lange Beine, aber für mehr als einen Fuß auf dem Boden reichte es nicht. Das genügt zwar um an einer roten Ampel nicht umzufallen, ist aber zu wenig, um die Kiste rückwärts aus einem geschotterten Parkplatz zu schieben. Deshalb wurde eine Tieferlegung von Alphatechnik verbaut. Diese Teile hier sind Umlenkhebel, die 37mm länger sind als die Standardteile.

Die Hebel ziehen das Motorrad hinten 30mm weiter runter. Vorne wird die Gabel 0,8mm durchgesteckt. Hört sich alles nach nicht viel an, aber es aus, dass ich mit beiden Füßen an den Boden und ohne Leiter auf die V-Strom komme. Preis der Freiheit: Der Seitenständer musste auseinandergeflext, um 20mm gekürzt und wieder zusammengeschweißt werden.

Ständer
Ein Hauptständer ist eigentlich unverzichtbar bei einer Reisemaschine, wenn man den Hinterreifen wechseln oder flicken muss die Ketten schmieren will. Doof: Die Strom hat sowas serienmäßig nicht. Nett: Der Vorbesitzer hatte einen Original-Hauptständer nachgerüstet. Doppeldoof: Durch die Tieferlegung war der nicht mehr zu gebrauchen, und in Kurven schrappte er auch noch schnell über den Asphalt. Die Funkenspur sieht zwar beeindruckend aus, ich brauch sowas aber nicht. Also ab mit dem Hauptständer.

Ich kann mich noch dran erinnern: Das erste Mal ganz bewusst habe ich die DL 650 wahrgenommen, als eine polnische V-Strom vor I Papaveri stand. Aufgefallen ist mir die Kiste wegen der Fußverbreiterung, die auf den Seitenständer aufgesteckt war. Sowas wollte ich auch! Gab es aber leider für die Kawasaki nicht. Jetzt habe ich eine, aus Alu gelasert.

Es kommt nämlich relativ häufig vor, dass ich auf Schotter, Rasen oder anderen, unfesten Untergründen parken muss. Dann sinkt der Seitenständer ein. Für die ZZR hatte ich eine Platte zum Unterlegen dabei, für die V-Strom gibt es aber was Besseres in Form des „Elefantenfußes“.

Ein Hauptständer wäre zwar praktisch, aber für Reifenpannen gibt es immer einen Service in der Nähe, und zum Ketten schmieren gibt es einfachere Methoden:

CLS-Kettenöler

Heiko Höbelt ist ein Tütfler. Seit Jahren baut er immer neue Versionen seines Chain Lube Systems (CLS), einem verschleißfreien Kettenschmiersystem. Mototorradketten müssen dauernd gereinigt und gefettet werden, sonst sehen sie schnell aus wie auf dem Bild oben: Rostig und dreckig. Abhilfe schaffen Kettenöler, das sind Konstruktionen, die die Kette autmatisch ölen.

Die ZZR hatte ein unterdruckgesteuertes Kettenölsystem von Scottoiler verbaut. Das kennt nur zwei Einstellungen: Ventil auf oder Ventil zu. Da sich die Viskosität des Öls in Abhängigkeit von der Außentemperatur zwischen 5 und 25 Grad Celsius um bis zu 400% ändert, muss man die Durchflussmenge ständig per Hand nachjustieren, über eine Rad unter der Sitzbank. Macht man natürlich nicht, mit dem Resultat, dass bei warmem Wetter so viel Öl auf die Kette läuft, dass es überall hin geschleudert wird: Auf die Felgen, in die Verkleidung, sogar am Nummernschild kleben an warmen Tagen schwarze Tropfen.

Die Pumpe, die Höbelt erfunden hat.

Display und Tank.

Bei Heiko Höbelts CLS ist das anders. Hier sitzt eine Pumpe in der Seitenverkleidung, die immer genau einen Tropfen in die Ölleitung drückt, egal wie viskos das ist. Trotzdem kann man das System regeln, über ein Display am Lenker. So lässt sich der Ölfluss erhöhen, wenn man z.B. im Regen oder in staubiger Umgebung unterwegs ist. Das System klemmt direkt an der Batterie und springt nur an, wenn es merkt, dass die Lichtmaschine Strom zuliefert, also der Motor läuft. Genial! – So spart man sich rumfuckelei mit Relais und ähnlichem.

Die Steuerelektronik ist in der linken Seitenverkleidung versteckt.

Der Öltank ist unter der Sitzbank angebracht. Eine Füllung reicht für 16.000 Kilometer.

Display mit Folientasten zum Einstellen der Ölmenge.

Die Pumpe sitzt in der rechten Seitenverkleidung.

Als Effekt muss man die Kette nie wieder von Hand schmieren, sie hält wesentlich länger, und putzen muss man sie auch nie. Dieser Komfort hat seinen Preis. So ein elektronisches CLS kostet 270 Euro, ein unterdruckgesteuerter Scottoiler der Marke Dreckschleuder ist dagegen für 100 Euro zu haben. Aber nach der Schweinerei an der ZZR in den letzten Jahren muss ich sagen: Nie wieder. Dank des Höbeltschen Erfindungsgeists bleibt die V-Strom sauber.

 
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Verfasst von - 23. Mai 2017 in Motorrad

 

Fernreisetauglich 2017: V-Strom DL 650

„This Girl is going Places“


(Anm: Artikel enthält jetzt auch die folgenden 5 Beiträge. All inclusive, sozusagen)

Es gibt kaum einen schlechteren Zeitpunkt für den Kauf eines Motorrad als mitten im Winter. Ich habe es trotzdem getan, seit Ende Februar gehört mit eine sechs Jahre alte Suzuki V-Strom. In den vergangenen Wochen wurde heftig an der gebaut, ihr erste große Reise mit mir als Fahrer startet in Kürze.

Dabei hat die V-Strom schon einiges hinter sich, aber dazu später mehr.

Die Renaissance, meine treue Kawasaki ZZR 600, hat mich nie enttäuscht. Aber nach fünf Jahren, in denen wir gemeinsam wochenlang kreuz und quer durch Europa gekurvt sind, haben sich meine Ansprüche etwas verschoben. Es gibt Strecken, die ich mit der ZZR nicht fahren und Orte, die ich mit ihr nicht oder nur unter Schmerzen erreichen kann. Schon jetzt hat die Sporttourerin mehr gesehen und mitgemacht als die meisten „Adventurebikes“. Aber ich kenne inzwischen auch ihre Grenzen und meine Wünsche sehr genau. Auf meiner Wunschliste stand ein weicheres Fahrwerk, eine andere Sitzhaltung und ABS. Genau das bringt die V-Strom von Haus aus mit.

Die DL 650 V-Strom wird von Suzuki gerne als „Sport-Enduro-Tourer“ vermarktet. Das ist ziemlicher Quatsch, denn die Maschine taugt weder im echten Gelände, noch ist sie besonders sportlich. Der Marketingquark zeigt aber recht gut, wie schwierig das Motorrad zu verorten ist. Denn wenn sie eines ist, dann vielseitig. Das lässt sicher aber leider im Pitch nicht auf einen Unique Selling Point runterbrechen.

Meine V-Strom ist eine der Letzten (L0) der WVB1-Reihe, die von 2004 bis 2010 fast unverändert gebaut wurde. Gängiger Konsens ist, dass das Design als hässlich empfunden wird. Zu bollerig kommt sie daher, zu glubschig die Scheinwerfer, zu zerklüftet die Front, zu breit das Heck. Erst die 2012er-Maschinen brachten gefälligere Maße und augenschmeichelndere Formen mit, laufen etwas ruhiger und verbrauchen noch weniger.

Aber das Aussehen ist Geschmacksfrage und war mir in dem Fall nicht die Mehrausgabe von mehreren Tausend Euro wert. Denn V-Stroms sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, bei Gebrauchtmaschinen sinkt aber der Wert irgendwann nicht mehr – was auch für die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit spricht.

Nein, um Design ging es mit nicht. Was mir wichtig war: Reisetauglichkeit, Wartungsfreundlichkeit und eine robuste Ignoranz gegenüber dem Untergund (Fahren auf Schotter oder umbrischen Straßen, was in etwa einer Fahrt auf einem Truppenübungsplatz entspricht).

Tatsächlich ist die V-Strom eine bequeme, agile Reisemaschine. Anders als auf Sportmaschinen, auf denen man eher kauert, thront man auf der V-Strom geradezu. Für mich war es erst einmal ungewohnt, wieviel Motorrad ich plötzlich um mich rum hatte. Zum Vergleich: Bei der ZZR endet das Windschild, die Frontscheibe, direkt vor meiner Nase, ich gucke direkt auf den Asphalt und die Spiegel sind unterhalb der Sichtlinie. Bei der V-Strom ist das Windschild eine ganze Armeslänge entfernt, und DAVOR geht die Maschine noch weiter. Die Frau Strom ist wirklich groß. Nicht umsonst wird sie gerne von Menschen mit 1,90 Körpergröße gefahren, die passen da nämlich prima drauf.

Auch für kleinere Menschen ist die aufrechte Sitzhaltung gelenkschonend, und das weiche Fahrwerk mit den großen Rädern schluckt Unebenheiten und Schlaglöcher bequem weg. Gleichzeitig ist sie in Kurven aber wieselflink und handlich, was zumindest ich ihr so gar nicht zutraut hätte. Ohne große Übung erreiche ich mit der Strom Schräglagen, die ich so mit der ZZR nicht ohne Weiteres hinbekomme.

Ungewohnt sind auch Verarbeitungsqualität und Getriebe. Während die V-Strom in Sachen Passform und Materialqualität, insbesondere der Kunststoffteile, weit hinter der 8 Jahre älteren Kawasaki hinterherhängt, ist das Getriebe ein Traum. Da klappert und hakelt nichts, die Gänge gleiten einfach so rein. Herrlich.

So geschmeidig das Getriebe ist, so bollerig ist der Motor. Der Zweizylinder röhrt und vibriert wie ein Trecker, zumindest im direkten Vergleich mit dem geschmeidigen Vierzylinder der Kawa. Das muss man ihm aber nachsehen, dafür ist er zuverlässig und glänzt er mit niedrigem Verbrauch. In Kombination mit dem 22 Liter großen Tankvolumen reicht eine Füllung für 400 Kilometer, in der Theorie sogar 500. Zum Vergleich: Mit der ZZR ist bei 250 bis max. 300 km Schluss, mit der muss ich manchmal drei Mal am Tag an die Tankstelle. Dafür bringt der V-Strom-Motor mit 69 PS wesentlich weniger Leistung, was sich sowohl in der Beschleunigung, als auch bei der Höchstgeschwindigkeit bemerkbar macht. Bei Tempo 180 ist Feierabend. Das spielt aber auf Reisen keine große Rolle. Schneller als 130 fahre ich mit Koffern dran eh selten, und bis dahin springt die Strom schnell genug.

Die V-Strom wurde 7 Jahre nahezu unverändert und in großen Stückzahlen gebaut. Das heisst auch: Es gibt einen riesigen Markt an Ersatz- und Zubehörteilen.

Das ist auch gut so. Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um für mich rauszufinden worauf ich beim Motorradreisen wert lege. Die ZZR so umzubauen, dass ich damit absolut zufrieden war, hat durch iterative Entwicklung insgesamt drei Jahre gedauert. Die V-Strom hat einige dieser Dinge, auf die ich nicht verzichten kann, schon mitgebracht. Der Vorbesitzer muss die Maschine echt geliebt haben – sie hat einige der besten Zubehörteile überhaupt von ihm bekommen, u.a. den Kofferträger und die Sitzbank. Aber auch im Detail hat er feine Veränderungen vorgenommen. Das es sich bei den merkwürdigen Teilen, die versteckt in der Verkleidung an der Gabel angebracht sind, um Ösen für Zurrhaken handelt, die man zum Vertäuen der Maschine u.a. auf Fähren braucht, zeigt, dass die Kiste schon mehr als eine lange Reise hinter sich hat.

Dazu kamen nun in den vergangenen sechs Wochen weitere Veränderungen.

Für die größeren Umbauten wurde die Kawasakiwerkstatt des Vertrauens rangezogen. Die mussten sich erst an die Suzuki gewöhnen, letztlich haben sie aber alles so schrauben können wie ich es wollte. Verbaut wurden Teile, die in kleinen Manufakturen in Deutschland, Tschechien und den USA zum Teil speziell für meine Strom gefertigt wurden. Herausgekommen ist nun eine Maschine, die wieder so einzigartig ist wie die Renaissance, sich aber ganz anders fährt. Man, bin ich gespannt, wie die sich auf der nächsten Sommerreise schlägt.

Das hier sind die Anpassungen, die an der Freu Strom vorgenommen wurden:

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Verfasst von - 22. Mai 2017 in Motorrad

 

Hohlspiegel

SPIEGEL Online gerade so:

Heimwerkerblog? Echt jetzt?

 
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Verfasst von - 19. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Ich werfe den ersten Stein

„80 Prozent aller Teenager bis 16 Jahren haben etwas getan, was strafbewährt zu ahnden wäre, mithin ein Verbrechen darstellen“, sagt der Jurist und guckt in die Runde. Unsere Gruppe besteht aus 20 Personen, die letzten Minuten hat der Jurist uns was von Kriminalitätsstatistiken erzählt. Dass die seit 1993 sinken, kontinuierlich, Jahr für Jahr. Und das mit den Jugendlichen. Besonders Jungs stellen Unfug an, aber nur bis sie 16 sind, danach hört das abrupt auf.

„Gehen Sie mal in sich. Melden Sie sich, wenn Sie noch NIE ein Verbrechen begangenhaben. Haben Sie nie etwas geklaut, eine Kneipenschlägerei angefangen, Vandalismus oder Fahrerflucht begangen?“

Ich melde mich.
Und gucke verblüfft in die Runde.
Ich bin tatsächlich der einzige. Die Gruppe besteht aus Akademikern, die meisten sind klassische Schlipsträger, ungefähr 1/3 Frauen. Manche treten von einem Fuß auf den anderen, ein paar verkreuzen die Arme vor der Brust und schauen zu Boden, einer blickt versonnen in die Ferne und grinst dabei leicht.

Ich bin einigermaßen erstaunt. Wie kann das denn sein? Bin ich wirklich so eine Ausnahme? Ich habe tatsächlich nie eine Schlägerei angefangen – wenn man clever ist, bekommt man andere dazu sich zu prügeln. Vandalismus ist Zeitverschwendung, Fahrerflucht und Diebstahl gehören sich ohnehin nicht. Ich handele nicht unbedingt nach der Kantschen Maxime („„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Er ist im System Immanuel Kants das grundlegende Prinzip der Ethik.“), aber stets nach dem Motto „Was ich nicht will, dass man mir tu, füg ich keinem anderen zu“.

Anscheinend bin ich damit ziemlich alleine.
Erstaunlich.

 
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Verfasst von - 17. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Repeal & Replace, UK Edition

Die französischen Wählerinnen und Wähler haben der Welt gerade einen letzten Rest an Hoffnung bewahrt, zumindest für den Moment.
Anderswo ist es jetzt schon so Zappenduster, da würde es schon jetzt nicht auffallen, wenn jemand komplett das Licht ausmacht. Die Rede ist vom Unvereinigten Königreich.

Nach dem Wahlsieg Macrons titelte die „Daily Mail“ beleidigt, dass „Dieses mal Frankreich den Deutschen Benzin und Kugeln gespart hat“. Der offensichtliche Nazivergleich wird rangezogen um die Wahl Macrons als einen weiteren Affront gegen Brexit-UK hinzustellen. Unverantwortlich, sowas. Aber die Britische Presse hat ja ohnehin fast im Alleingang für den Brexit gesorgt, da braucht einen das nicht zu wundern.

Viel schlimmer ist, dass vorvergangene Woche ein Gesetz erlassen wurde, dass Echtzeitüberwachung von Personen nicht nur erlaubt, sondern den Providern zur gesetzlichen Auflage macht. DAS geht weit über alles hinaus, was George Orwell sich in seinen schlimmsten Fieberträumen ausgeschwitzt hat.

Geradezu niedlich ist dagegen diese Meldung aus dem Londoner Evening Standard. Die Tories wollen die Fuchsjagd wieder einführen.

Und da sage noch mal einer, May und Konsorten würden nicht in ihrer ganz eigenen Welt leben.

Als Nächstes dann: Die Wiederbelebung der Dampflokindustrie. Gesundheitssystem gibt es ja schon nicht mehr. Da zeichnet sich ein Bild ab: Die Briten rollen gerade die Neuzeit zurück, bis in die Zeit der industriellen Revolution. Dagegen wirkt Trumps Repeal & Replace geradezu lächerlich.

 
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Verfasst von - 10. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Uff.

Ich wage wieder auszuatmen und sage still Danke. An alle, die heute wählen waren und damit über die Zukunft Europas entschieden haben.

 
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Verfasst von - 7. Mai 2017 in Ganz Kurz

 
 
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