Reisetagebuch Motorradtour Ost (6): „Ich habe ein Attest!“

Donnerstag, 02. Juli 2020, Jablonec

Untergeschoß der Pension, Eier, Petr.

„Weißt du, früher haben die Kommunisten die Leute verhaftet und in die Fabrik gebracht um arbeiten zu gehen“, sagt Petr und stochert in seinem Ei.

„Was für Fabriken denn?“, frage ich, „was haben die produziert?“ Ich will das ernsthaft wissen. Auf meinen Touren durch Riesengebirge habe ich viele kleine und mittelständische Unternehmen gesehen, große Fabrikanagen aber standen verfallen am Wegesrand.

Petr zuckt mit den Achseln. „Na, so Fabriken halt.“
Aha. Na dann.

Alle Wege führen nach Liberec, der größte Stadt der Region, aber aus Jablonec oder Liberec wegzukommen, das ist gar nicht so einfach. Überall gibt es Straßensperrungen und Bauarbeiten, und eine geschlagene Stunde dreht die Barocca Schleifen über die Dörfer. Immer wieder tauchen Wegweiser auf, die signalisieren, dass wir in Richtung Jablonec fahren statt davon weg, wie in einer billigen Twilight-Folge. Am Ende dauert es über eine Stunde, bis wir den Großraum der Stadt endlich hinter uns haben.

Bild: Google Earth

Der Weg führt nach  nach Westen, Richtung Dresden. Eigentlich ein Katzensprung, aber Anna hat auf meinen Wunsch hin die romantische Route gerechnet. Statt über die gut ausgebauten Schnellstraßen geht es über kleine Landstraßen, durch grüne Alleen und Wälder und immer wieder kleine und allerkleinste Dörfer, die manchmal nur aus zwei Häusern und einem Schuppen bestehen. Für die 180 Kilometer bis nach Dresden brauchen wir so geschlagene vier Stunden, aber: Landschaft!.

Gegen Mittag rollt die Barocca über die Brücken von Dresden in Richtung Innenstadt.


Der Stadtverkehr ist dicht, und die Stadt ist ein krasser Gegensatz zu der entschleunigten Leere des dörflichen Tschechiens in den vergangenen Tagen. Immerhin, auf Anhieb findet sich der zuvor ausgeguckte Parkplatz. Diese Motorradparkplätze direkt am Zentrum von Dresden sind nirgends ausgeschildert, und man muss über einen kostenpflichtigen Autoparkplatz, dann von dem runter und quer über einen Fußweg um sie zu erreichen, aber sie sind praktisch direkt an der Innenstadt und null frequentiert.

Versteckter Motorradparkplatz am Rathausplatz. Bild: Google Earth.


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Momentaufnahme: November 2020

Herr Silencer im November 2020

Grau, nass und kalt

Wetter: Anfang des Monats noch Wechselspiel zwischen nach 6 Grad nachts und und bis zu 20 Grad tagsüber, ab dem 05. dann Frost, Nebel und schlagartig sind alle Bäume kahl. Ende des Monats trocken, aber grau und Temperaturen tags um den Gefrierpunkt, nachts bis minus fünf. Ja, das ist November.


Lesen:

Jasper Fforde: The constant Rabbit (2/2)
Wales, 1965: Ein „Antromorphisierendes Ereignis“ sorgt dafür, das 9 Kaninchen, 3 Füchse, 6 Meerschweinchen und ein Dachs zu sprechenden, menschengroßen Wesen werden, wie aus einer Tierfabel.

40 Jahre später haben sich die Kaninchen vermehrt wie, nun, die Kaninchen, und versuchen sich in die britische Gesellschaft zu integrieren. Das ist nicht einfach, denn die meisten Menschen verachten Kaninchen und haben die Füchse zu Überwachern gemacht.

Wie schon im vergangenen Monat gesagt: Fforde ist Spezialist darin, absurde und bis ins Detail durchdachte Welten zu erfinden, in denen dann aber leider völlig belangloses Personal herumtappt und aneinandergereihte Szenen, aber keine echte Geschichte erlebt. Meist endet dann noch alles mit einem Cliffhanger zu einer Fortsetzung, die dann aber nie kommt.

„Constant Rabbit“ ist nicht ganz so schlimm und zumindest in sich abgeschlossen, allerdings wirkt das letzte Kapitel auch wie hingehuddelt. Nachdem der Autor den großen Schirm aufklappt und Rassismus und Faschismus mit einer Tierfabel erklärt, klappt er ihn auf die letzten Seiten mit einer Deus-Ex-Machina-Lösung einfach wieder zu. Ein billiger Trick, aber immerhin bleibt das halb vergnügliche Buch so nicht in schlechter Erinnerung.


Hören:

Shakira Laundry Service
Ich liebe diese Scheibe, musste aber bei der Digitalisierungsaktion neulich feststellen, dass ich die gar nicht besitze! Tatsächlich hatte meine Schwester das Album 2001 zu Weihnachten bekommen, und ich habe es mir dauernd ausgeliehen, weil ich es so toll fand. Jetzt gebraucht für 41 Cent gekauft und freue mich wieder über „Underneath your Skin“ und „Tango Objection“ oder „Whenever, wherever“, dessen Video ich in seiner Absurdität und Ästhetik für eines für eines der besten Musikvideos aller Zeiten halte.

Assassins Creed Valhalla OST
Einar Selvik ist eigentlich Black-Metaler, seit 2003 macht er außerdem Nordic Folk, der u.a. in der TV-Serie „Vikings“ zu hören ist. Für Assassins Creed gestaltet er zusammen mit Jesper Kyd (der das erste Mal seit „Brotherhood“ wieder dabei ist!) und Ubisoft-Hofkomponistin Sarah Schachtner nordische Welten. Mit dem vielen Gegröhle und Getrommel nicht so meins, aber auch mal interessant.


Sehen:

Patrik Pacard (1984) [DVD]

Der 16jährige Patrik Pacard macht mit seinen Eltern Urlaub in einem Fjord und trifft dort auf einen schrulligen Professor. Wenig später sind KGB, CIA und afrikanische Rebellen hinter ihm her. Was Patrick nicht weiß: Der Professor hat eine Formel gefunden, die das Erbgut von Pflanzen so verändert, dass sie überall wachsen können – Ananas auf einem Gletscher oder Weizen in der Wüste sind damit kein Problem. Dummerweise hat der Spion Dimitri die Formel gestohlen und heimlich mit einem Laser in Patricks Fußsohle eingebrannt. Die Situation spitzt sich zu, als Patriks Mutter entführt wird und er selbst droht zu erblinden, denn bei der Fußsohlenaktion ist der Laser abgerutscht und hat ihm die Netzhaut verbrannt.

1984 war Patrick Pacard ein „Weihnachtsmehrteiler“ im ZDF, eine sechsteilige Miniserie, die über Weihnachten und zwischen den Jahren ausgestrahlt wurde. Das wurde seit 1978 jedes Jahr als Fernsehevent so gemacht, und von den Miniserien, die damals entstanden sind, war „Patrik Pacard“ neben „Anna“ sicher die beste. Diese Weihnachtsmehrteiler waren tatsächlich Must-Sees für uns Kinder. Ja, es handelt sich hier um Familienunterhaltung, die Eltern und Kinder ansprechen sollte, aber das bedeutet nicht, dass das Niveau bei „Doof“ anfängt – ganz im Gegenteil, die Story ist eine Herausforderung, und Kinder finden es gut, wenn sie ernst genommen und gefordert werden.

„Patrick Pacard“ ist eigentlich ein internationaler Spionagethriller mit Actionsequenzen und sehr erwachsener und verwickelter Geschichte, die sich Zeit für ihre Charaktere nimmt und die geradezu liebevoll herausarbeitet. Für damalige Verhältnisse wird die Geschichte rasant erzählt, und als internationale Coproduktion ist sie sehr aufwendig umgesetzt.

Kann man auch heute noch gut gucken, lediglich zwei Dinge fallen mit 36 Jahren Abstand als ungewöhnlich auf: Erstens wird wirklich alles zu einem Ende geführt – selbst interessante Figuren wie Dimitri sind am Ende unwiederbringlich auserzählt. Heute würde man das für eine zweite Staffel oder ein Spin-Off offenhalten. Zweitens: Der erotische Subtext zwischen dem 16jährigen Patrick und der erwachsenen Wissenschaftlerin Giovanna Castelli trifft zwar genau die Begierde- und Fantasiewelt von pubertierenden Jungen, die alle von einer Einführung in die körperliche Liebe durch ältere Frauen träumen – aber heute hat man begriffen, dass auch solche Fantasien Unzucht mit Minderjährigen darstellen.

Also: Spannende Geschichte mit tollen Schauspielerinnen. Die teils hölzernen Dialoge stören nur minimal, und wer die Serie sehen möchte: Die gibt es komplett auf Youtube, in der gleichen (miesen VHS-) Qualität wie die DVD-Fassung.

Der Tod steht ihr gut (1992) [Prime]
1978: Die Schauspielerin Meryl Streep schnappt ihrer alten Jugendfreundin Goldie Hawn den Bruce Willis als Verlobten weg. Hawn dreht daraufhin völlig durch, verwahrlost und hegt Mordphantasien. 15 Jahre später ist die Ehe von Streep am Ende, und karrieretechnisch läuft bei der alternden Diva auch nicht mehr viel. Da taucht plötzlich eine seltsame Frau auf, die ihr einen Zaubertrank für ewige Jugend anbietet. Streep nimmt an und wird wieder jung und schön. Der Pakt ist allerdings ein teuflischer, mit einem riesigen Haken: Streep lebt vielleicht ewig, aber ihr Körper kann sterben. Das merkt sie, als sie sich das Genick bricht. Nun ist ihr Körper tot und verwest langsam, aber sie lebt weiter. Und nicht nur das: Auch Goldie Hawn hat vom Zaubertrank gekostet.

„Zombie! Zombie!“ möchte man heute rufen, aber ach, DAMALSTM wussten wir ja gar nicht, was Zombies sind. 28 Jahre nachdem ich diesen Zemeckis-Film zum ersten Mal in den Kinos gesehen habe, habe ich ihn nun im Originalton geschaut und muss sagen: Au Backe, Kind, (Oh boy, dear) ist die deutsche Synchro vermurkst.

Der Film wirkt heute auf mich anders, und das hängt auch damit zusammen, dass ich selbst älter geworden bin. Vielleicht fand ich früher den verdrehten Kopf von Meryl Streep lustig, heute zucke ich beim Anblick ausgerenkter Wirbel und knirschender Gelenke zusammen. Der Film ist ohnehin erstaunlich düster und gewalttätig, das würde man sich heute nicht mehr trauen – schon gar nicht, wenn das Ding eigentlich eine Komödie sein soll.

Abseits der hanebüchenen Geschichte ist es vor allem die Leistung der Schauspielerinnen, die bemerkenswert ist: Meryl Streep und Goldie Hawn haben erkennbar Spass an ihren Rollen, und Isabeblla Rosselini als geheimnisvolle Lisle Von Rhoman ist absolut fantastisch. Lediglich Bruce Willis ist überfordert, aber das ist er bei allem, was über ernst gucken hinausgeht. Schön ist das Ende des Films: Während die Zaubertranknutzerinnen ihr Leben als Fluch ertragen müssen, findet einzig Bruce Willis´ Figur das Geheimnis von Glück und ewiger Jugend – ein Kniff, den man schnell vergisst, der den Film aber zu etwas Besonderem macht.


Spielen:

Assassins Creed Valhalla (1/2) [PS4]
Die Welt im Jahr 2020 steht am Abgrund: Das Magnetfeld der Erde kollabiert, Satelliten fallen vom Himmel, das Klima geht vor die Hunde. Um die Katastrophe abzuwenden gilt es mal wieder einen alten Isu-Tempel zu finden, und vorher ein Rätsel zu lösen: Wie kann es sein, dass in einem 1.000 Jahre alten Grab in Nordamerika das Skelett einer Wikingerin liegt? Die Assassinen haben ein neues Team gebildet, Layla Hassan hat nun Unterstützung von Shawn und Rebecca bekommen. Layla springt in die DNA der Wikingerkriegerin und erforscht die Vergangenheit.

„Argh nicht schon WIEDER dieser Kram“ war mein erster Reflex nach 5 Stunden mit AC:V. Es gilt nämlich schon wieder eine große Karte aufzudecken und sich durch die Gegend zu prügeln, in diesem Fall England im Jahr neunhundertirgendwas.

Die Handschrift von Game Director Ashraf Ismael, von dem schon „Black Flag (2013)“ und „Origins (2017)“ stammen, ist deutlich zu erkennen: Mit Assassinen und Stealth-Mechanken hat das Ganze praktisch nichts mehr zu tun, statdessen sind doofe Mechaniken aus „Origins“ wieder da, wie Schilde und Erzschürfen, die im direkten Vorgänger „Odyssey“ zugunsten eines fokussierteren Spielerlebnisses bereits über Bord geworfen wurden. Genau dummes Kram wie aufrüstbare Waffen, dumme Charaktere, ein völlig nutzloser Luftaufklärer, miese Animationen und strunzdumme Seitenmissionen. Die sind wirklich selten dämlich, so muss bspw. eine alte Frau in einer Sammelquest mit Schlangeneiern versorgt werden. Bekommt sie genug davon, isst sie die alle und pupst dann so ekelhaft, dass allen Umstehenstehenden schlecht wird. Von diesem Kaliber gibt es so etliche Nebenquest. Sogar das unausstehliche Kind aus dem alten Ägypten ist aus irgendeinem Grund wieder da!

Der Ersteindruck war wirklich miserabel, aber nach einer Zeit habe ich doch angefangen mich in „Valhalla“ zu verlieren. Das liegt zum einen an der wirklich tollen Landschaft, denn England im Jahr 1.000 ist wirklich toll modelliert. Das liegt aber auch daran, dass alle Aktionen des CoreGameloops über eine zusammenhängende Geschichte verbunden ist, die sich in kleine Kapitel aufteilt, wobei jedes Kapitel einer geografischen Region entspricht. So muss erst in Oxenfordshire einem neuen König auf den Thron geholfen werden, bevor unsere Wikingerdame genug Verbündete hat um nach Lundinium zu ziehen. „Dame“? Oh ja, man kann wieder entscheiden ob die eigene Spielfigur männlich oder weiblich sein soll, wobei die Wikingerin im Original die bessere Vertonung hat.

Taugt das Ganze nun was? Wird sich zeigen. Einerseits gibt sich Valhalla oberflächlich sehr dumm, andererseits ist die Geschichte bislang recht clever ausgedacht, geht nur viel zu langsam voran. Die Gameprogression ist wirklich erbärmlich langsam und quält sich dahin, nach fast 40 Stunden habe ich erst ca. 1/3 gesehen.


Machen:

Pandemiebedingt nix, außer Arbeiten.


Neues Spielzeug: Invoxia GPS Tracker

GPS-Tracker ohne SIM-Karte, Batterie hält angeblich sechs Monate. Mehr dazu in Kürze.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

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Reisetagebuch Motorradtour Ost (5): Bond-Bösewicht in Rübezahls Reich

Mittwoch, 01. Juli 2020, Jablonec nad Nisou

Im Erdgschoss der Pension im tschechischen Jablonec im Riesengebirge. Auch heute bin ich in dem großen Gästeraum der einzige Gast. Alle Tische sind leer, die Buffettwagen mit Stofftüchern abgedeckt. Wieder ist die Situation leicht surreal.

Ich setze mich an den Tisch am Fenster, auf dem heute schon ein Krug mit heißem Wasser und einem Strunk Minze drin steht. Kurz darauf kommt Gastwirt Petr mit zwei dampfenden Tellern aus der Küche, stellt einen davon vor mich hin und nimmt dann mir gegenüber Platz. Ich beäuge das Ding auf dem Teller. So ein Ei habe ich noch nie gesehen.

„Heißt „Gelegtes Ei*“, glaube ich, auf Deutsch“, sagt er. Habe ich noch nie gehört. „Wird so mit Essigwasser gemacht und gewirbelt“, sagt Petr. Aha. Sieht interessant aus.

„Weißt Du“, sagt Petr, „das es hier riesige, russische Militärflughäfen gibt? Die nicht mehr benutzt werden und langsam verfallen?“ Ich horche auf. Lost Places! Das ist spannend! „Werden nicht mehr für Flugverkehr benutzt“, fährt Petr fort, „aber sie sind noch da.“ Wo? Wo? Wo? ruft meine Innere Stimme. „Manchmal machen die Russen da komische Sachen“, sagt Petr. „Was denn so?“, frage ich. Petr zuckt mit den Achseln. „Wer weiß? Kommt man ja nicht hin! Ist aber alles abgesperrt und gesichert, also muss es geheim sein.“ Ich bin mild enttäuscht.

Kurze Zeit später brummt die V-Strom über Land- und Dorfstraßen und dann SCHON WIEDER nach Liberec und die Kurvenstrecke hoch. Das ist jetzt das dritte mal in drei Tagen das ich hier lang fahre, aber mein Gott, gibt Schlimmeres als eine tolle Kurvenstrecke mit dem Motorrad zu fahren.

Kurz bevor die Straße auf der anderen Bergseite wieder ins Tal führt biege ich nach links auf eine kleine, aber gute geteerte Straße ab, die in den Wald und den Berg Ještěd hinauf führt. Unterwegs überhole ich Wanderer und Radfahrer, die ebenfalls auf dem Weg nach oben, aber mehr dafür zu leisten bereit sind.

Nach einigen Kilometern erreiche ich einen großen Parkplatz, auf den ich gegen zwei Euro die Barocca zurücklassen kann. Aus den Seitentaschen es Topcase fuddele ich ein winziges Knäuel, das sich zu einem ganzen Rucksack aus Ripstop-Supersil auseinanderfalten lässt. In den Rucksack werfe ich eine Wasserflasche und die Kamera hinein und töffele los, weiter den Berg hoch.

Mein Ziel liegt auf dem Berggipfel, der nur einen Kilometer entfernt ist,  aber 100 Meter höher liegt. Die Steigung ist ganz ordentlich, und mit den dicken Stiefeln, der Lederhose und der schweren Jacke bin ich bald ordentlich am Schnaufen. Aber ich habe das Ziel schon vor Augen, und das sieht aus wie das Hauptquartier eines James-Bond-Bösewichts: Der Fernsehturm Ještěd, der genauso heißt wie der Berg auf dem er steht.

Der Turm stammt aus den 60ern und frühen 70ern, zufällig genau den goldenen Zeiten für absurdes Setdesign in Bondfilmen (vgl. „man lebt nur zweimal“ oder „Feuerball“), und weist eine ungewöhnliche Form auf, die eines Rotationshyperboloiden (ja, das heißt wirklich so!). Der Turm steht auf ca. 1.000 Metern, ist selbst rund 100 Meter hoch und in seinen unteren Stockwerken sind ein Restaurant mit 300 Plätzen und ein Hotel mit 14 Zimmern untergebracht.


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Corona-Tagebuch (23): Rezos Zerstörung der Idioten

Weltweit: 58.900.313 Infektionen, 1.392.213 Todesfälle
Deutschland: 944.984 Infektionen, 14.258 Todesfälle

Tag 255 seit Beginn der ersten Corona-Maßnahmen.

Der Lockdown Light bringt´s nicht, die Fallzahlen steigen weiter (obwohl weniger getestet wird), die Todeszahlen auch. Aber noch immer will niemand Schulen schließen. Stattdessen sollen private Kontakte weiter eingeschränkt werden, so ein Vorschlag der Länder. „Welche privaten Kontakte“, fragt da jetzt so mancher mit einem bitteren Unterton, denn die Allermeisten von uns haben sich seit März nicht mehr mit Freunden getroffen, sind Essen oder ins Theater gegangen.

Die Hauptgründe für die steigenden Fall- und Todeszahlen dürften zwei Dinge sein: Offene Schulen und Superspreaderevents, bei denen viele Menschen zusammen kommen und dort rasend schnell das Virus von einem zum anderen verbreiten. Moment mal, Großveranstaltungen? Die gibt´s doch gar nicht mehr?

Doch, in Form von Demos. Es gibt Menschen, die gegen den Corona-Virus auf die Straßen gehen. Das ist ein bunt gemischter Haufen: Manche beklagen die Grundrechtseingriffe, manche sind so in ihrer Existenz bedroht, das sie vor Angst auf die Straße gehen. So weit, so verständlich. Was dann weniger verständlich ist, ist, dass diese Menschen Demos zusammen mit Esoterikern und Verschwörungsgläubigen machen, die behaupten es gäbe Corona gar nicht, das sei eine Erfindung der Regierung, um einer „Elite“ zu ermöglichen bei Zwangsimpfungen 5G-Chips in die Hirne der Menschen zu spritzen, damit die BRD GmbH… Naja, undsoweiter.

Anfangs wurden diese Leute als „Covidioten“ tituliert, mittlerweile wird es aber gefährlich. Denn stramm rechte und Neonazis organisieren und vernetzen unter dem Titel „Querdenken“, melden Demos an und verbreiten die Märchen, dass man sich hier „im Widerstand“ gegen „das Regime“ befinde. Das treibt absonderliche Blüten, wie am Wochenende schön zu beobachten war. Da stellte sich „die Jana aus Kassel“ bei einer „Querdenken“-Demo am Wochenende in Hannover auf eine Bühne und verkündete, sie fühle sich wie Sophie Scholl, weil sie auch im Widerstand sei und Flugblätter verteilt.

An Jana aus Kassel sieht man zwei Dinge sehr schön:

  1. An Schulbildung sparen rächt sich gesamtgesellschaftlich, immer.

  2. Wie Gunnar Lott so schön schreibt: „Die Janas dieser Welt sind so wohlstandsverwahrlost, dass sie etwas brauchen, was nur Verschwörungstheoretiker und Nazis bieten, dieses einfache Absolution „Du kannst weiter egoistisch sein, musst Dicg um nichts kümmern, musst keine Solidarität zeigen, aber trotzdem sind alle anderen Schuld an allem. Es gibt keine christliche und auch keine linke Erzählung, die es dem Rezipienten ähnlich einfach macht. Religionen und humanistische Bewegungen fangen nämlich immer beim „Ich“ an, bei der Eigenverantwortung.“

So kommt es, das wohlstandverwahrloste (dieses Wort!) Janas Seite an Seite mit Nazis, Rechten, Spinnern und Leuten mit viel Angst zusammen und natürlich ohne Masken oder Abstand durch deutsche Innenstädte marodieren. Das Konzept der Polizei bislang: Hartes Vorgehen mit Wasserwerfern – aber nur gegen die Gegendemonstranten. Die Corona-Nazis haben nämlich Kinder als Schutzschilde dabei, während die Menschen, die gegen die Coronaleugner aufstehen, weggekärchert werden.

Warum DAS ein Problem ist und bedeutet, hat Rezo sehr schön in seinem neuestem Video aufgearbeitet. Das sind 18 Minuten die sich lohnen, und natürlich ist wieder jeder Satz mit Quellen belegt.

Zum Schluss noch was Lustiges: Das hier hatte ich heute im Briefkasten. Lustige Printpublikationen bringt die Pandemie hervor.

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Reisetagebuch Motorradtour (4): Die Knochenkirche

Dienstag, 30. Juni 2020, Jablonec

„Hallo?“
Ich tappe durch das Halbdunkel im Kellergeschoss der Pension in Jablonec.

„Halloooo?“, frage ich noch einmal vorsichtig. Ich sehe mich um. Das hier ist ein großer Raum, der für Hochzeiten und andere Feiern genutzt wird. Praktisch ein großes Restaurant, mit einer Ecke für Buffets und einem weiten Raum mit Vierertischen. Hier passen bestimmt 50 bis 60 Personen rein. Eine große Fensterfront bietet eine fantastische Aussicht über den ganzen Ort Gablonz.

„Hallo!“, kommt es aus einer Ecke hinter dem Tresen der Bar, dann taucht ein Kopf auf.

Petr hantiert an einer Kaffeemaschine herum, die er konzentriert anstarrt. Ich sehe ihm einen Augenblick dabei zu und komme mir irgendwie fehl am Platz vor. „Ich habe gut geschlafen“, sage ich dann, weil ich nicht weiß was ich sonst sagen soll.
„Freut mich“, sagt Petr ohne aufzusehen und hantiert weiter.

„Wo kann ich mich denn mal hinsetzen?“ frage ich. „Da“, sagt Petr und zeigt ohne hinzusehen in Richtung eines Tisches am Fenster, auf dem eine Kaffeetasse steht, aber sonst nichts.

Um den Tisch herum sind Buffettwagen, aber alle sind leer und abgedeckt. Ob´s wohl Frühstück gibt?

Ich blicke aus dem Fenster und genieße den Blick über Gablonz. Keine Spur mehr vom Regen, der die ganze Nacht gepladdert hat, stattdessen blauer Himmel und ein paar Schäfchenwölkchen. Am Hang vor dem Fenster guckt ein Reh aus den Büschen. Als ich die Kamera bereit habe, ist es aber schon wieder weg.

„So, bitte“, sagt Petr, stellt einen Krug voller Gestrüpp auf den Tisch und gießt heißes Wasser darüber. Ich schnuppere. „Frische Minze aus dem eigenen Garten?“, frage ich. „Genau!“, sagt Petr und verschwindet. Und kommt nicht mehr wieder. Ich höre ihn irgendwas schneiden und brutzeln, aber für mehr als 20 Minuten ward er nicht mehr gesehen.


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Corona-Tagebuch (22): Föderalismus, du dumme Nuss

Weltweit: 55.736.846 Infektionen, 1.390.900 Todesfälle
Deutschland: 843.757 Infektionen, 13.159 Todesfälle

Tag 251 seit Beginn der ersten Corona-Maßnahmen.

Ganz zu Beginn der Pandemie hörte ich im Radio die Ansage eines Epidemiologen, dass Schulen die Orte seien, die die Ausbreitung von Krankheiten massiv beschleunigen und vorantreiben. Das klingt logisch und kann jeder bestätigen, der selbst Kinder in Kitas oder Schule hat. Die Lütten sind immer alle kollektiv verrotzt, haben gemeinsam Läuse oder Magen-Darm. Deshalb war es auch Folgerichtig, dass im Frühjahr die Schulen geschlossen wurden, um the curve zu flatten.

Für diese effiziente Maßnahme haben einige Landespolitiker aber wohl so dermaßen Schelte bezogen, dass sie sich das nun nicht mehr trauen. Der „Lockdown Light“ heißt ja auch deshalb so, weil Schulen und Geschäfte weiterhin geöffnet sind.

Bringen tut er freilich wenig. Zwar sind die Rate der Neuansteckungen nicht mehr exponentiell, aber krass linear und die Intensivstationen fast voll. Der Bundeskanzler Frau Merkel drängt auf strengere Maßnahmen, aber die Landeschefs mauern, fühlen sich vom Kanzleramt überrumpelt und wollen lieber, äh, irgendwas anderes machen. Förderalismus is a bitch.

Das sind übrigens dieselben Bundesländer, die – so weiß ich aus dem eigenen Bekanntenkreis, in dem sich auch Schulleiter tummeln – alle Vorschläge für Hybridunterricht, Klassenteilungen und schichtweisen Unterricht, die die Schulen über den Sommer erarbeitet haben und im Herbst umsetzen wollten, schlicht abgelehnt haben. Weil: Lüften reicht ja. Arbeitsverweigerung bis zur Verantwortungslosigkeit.

Wie es weitergeht, sieht man schon in Österreich und der Schweiz. Horrende Todeszahlen, Triage, harter Lockdown. Also das, was uns in Deutschland in Kürze auch bevorsteht.

Good News, everyone!

Sieht aus, als wären nicht nur ein, sondern zwei wirksame Impfstoffe gefunden worden. Bis das bestätigt ist, ggf. der Kram ausreichend produziert und alle geimpft worden sind, wird es vermutlich Ende 2021. Aber immerhin.

Ausland

Alles erbärmlich: In den USA weigert sich der abgewählte Trump auch wirklich abzutreten und konzentriert alle Energie darauf, die Wahl juristisch zu kippen. Gegen die Pandemie macht seine Regierung genau nüscht und sagt das auch so. Der neu gewählte Präsident kann aber noch keine Planung für seine Anti-Corona-Maßnahmen aufstellen, weil Trump ihm Zugang zu Infos verweigert.

Derweil, in Europa, dachte die Leyen-Kommission allen Ernstes es sei voll clever, die Abstimmung über den Haushalt der kommenden sieben Jahre plus 1,8 Billionen Corona-Hilfen an die Einhaltung von rechtstaatlichen Grundregeln zu knüpfen. Ja, nee, sagen da Polen und Ungarn und nun sind alle fürchterlich überrascht und im Krisenmodus. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Diktator Orban und die traurige, alte Kartoffel Kacynski machen immer genau das, was sie vorher ansagen. Rechtsstaatlichkeit bedeutet freie Presse und unabhängige Justiz, und das können sie nicht brauchen. Das man ihnen dann nicht zutraut gegen Hilfen zu stimmen, von denen beide Länder massiv profitieren, ist naiv. Denn egal was die beiden tun: Sie profitieren immer davon, im Zweifel durch eine Opferhaltung und indem sie die EU als böse darstellen. Und während die Ost-Könige weiter ihre Demokratien zerstören, gehen die südeuropäischen Länder vor die Hunde, die die Hilfen dringend bräuchten.

Gelacht

Laut gelacht habe ich, als ich das hier im Edeka um die Ecke sah: Hamstern von Klopapier wird bestraft, die Einnahmen aus den Strafzahlungen an die Tafeln gespendet. Sehr gut!

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Reisetagebuch Motorradtour (3): Ich lohn´ mich einfach nicht

Montag, 29. Juni 2020
Pension Kapellenstein am Knochen, Sachsen

Noch im Halbschlaf packe ich die Koffer. Wie das geht und was wo hingehört damit am Ende alles perfekt ausbalanciert ist, darüber muss ich gar nicht nachdenken. Obwohl ich jetzt länger als ein Jahr nicht mehr auf Tour war, erinnert sich der Körper noch genau an jede Bewegung. Ich trete auf die Terrasse der Pension, zirkele mit den Koffern in den Händen um die Au0enbestuhlung und gehe die Stufen zum Motorrad hinunter.

Jeder Handgriff um die Koffer anzubringen und zu sichern sitzt noch, jeder prüfende Blick erfolgt automatisch. Es hat die ganze Nacht geregnet, die Maschine ist nass.

Mit einem kleinen Mikrofaserhandtuch aus dem Topcase reibe ich Sattel und Instrumente trocken. Uh, kühl ist es. 14 Grad ist für Juni mal nicht viel.

Ach, eine Sache mehr als sonst haben wir noch. In einer der vorderen Bremsscheiben der Suzuki steckt ein Bremsscheibenschloss. Das benutze ich sehr selten, aber gestern Abend erschien es mir für den Ort hier angemessen. Wie auch immer, es sollte besser ab, sonst fährt die Maschine keinen Meter.

Ich stecke den Schlüssel in das aufbohrsichere Schloss und drehe ihn herum. Einmal. Nochmal. Ich ziehe ihn wieder raus, gucke ihn verwundert an, stecke ihn wieder rein und drehe ihn wieder.

Keinerlei Widerstand.

Der Schlüssel greift nicht.

Ab diesem Moment bin ich hellwach, als ich begreife, dass ich mein Motorrad nicht von der Stelle bekommen werde. Der Schlüssel dreht leer im Zylinder, aber das Schloss geht nicht auf. Wieder ziehe ich ihn raus, stecke ihn wieder rein, wackele daran herum. Nichts. Er greift nicht. Ich sehe mich schon Frau Gastwirtin bitten, einen Handwerker mit einer Flex zu bestellen.

Ich benutze das Bremsscheibenschloss sonst nie, warum habe ich das gestern Abend überhaupt angebracht? Ist doch gottverlassen hier im Erzgebirge. Ich fluche und drehe und stochere und dann rutscht der Schlüssel noch einen Millimeter tiefer hinein und das Scheißding geht endlich auf. Meine Fresse. Das Teil werde ich nicht wieder benutzen.

Unter einem bleigrauen, regenschweren Himmel geht es durchs Erzgebirge. Die Suzuki rollt über schmale Landstraßen und pöttert durch kleine Dörfer, oft nicht mehr als eine handvoll Häuser, in denen das Leben anscheinend von Weihnachten geprägt ist: In jedem Ort gibt es mindestens einen Betrieb, der Räuchermännchen oder Schwibbögen herstellt. Wundert mich nicht, seitdem ich weiß das der Kram sogar auf echten, deutschen Weihnachtsmärkten in Japan verkauft wird. Von hier aus wird deutsches Weihnachten in die Welt exportiert! In manchen Dörfern duftet es sogar ganz intensiv nach Räucherkerzen.

Roadside attraction ist ein Räuchermännchenmuseum, vor dem der zweitgrößte Räucherkegel qualmt, den ich je gesehen habe.


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London ist…

„The way we see it, London is just one massive money-laundering scheme attached to an impressive public transport system and a few museums, of which even the most honest has more stolen goods than a lock-up garage in Worcester rented by a guy I know called Chalky.“

Schönes Zitat aus „The Constant Rabbit“ von Jasper Fforde. Mehr schöne Zitate auf der Seite oben unter „Zitate“.

(So wie wir das sehen ist London nur eine Große Geldwaschanlage mit angeschlossenem ÖPNV und einigen Museen, von denen selbst die ehrlichsten auf mehr gestohlener Ware sitzen als dieser eine Typ den ich kenne namens Chalky“ )

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Wie ich einst Englisch lernte

„Piong! -WushWush – Brrrrrhhh – Piong!“
„Piong! -WushWush – Brrrrrhhh – Piong!“

Beim Aufräumen hinter der ersten Reihe Bücher meine alten Musik-CDs gefunden. Jetzt sitze ich schon das ganze Wochenende daran, eine Scheibe nach der anderen in den letzten Rechner zu stopfen, der hier noch ein optisches Laufwerk hat.

Immer die gleichen Handgriffe. CD in die Lade, WushWush, Rechner holt sich Titelinformationen und rippt Brrrrrhhh, Programm meldet Vollzug Piong! und wieder von vorn.

Die Musik geht direkt in den Wohnzimmerserver, von wo aus sie dann überall – auch über das Internet – zur Verfügung steht. Willkommen in der Zukunft.

Der Großteil meiner CDs stammt aus den Neunzigern. Davor gab es für mich keine CDs, danach habe ich nicht mehr viel gekauft.

Beim Durchschauen musste ich schon manchmal sehr schmunzeln. In der Sammlung finden sich frühe Sampler-Perlen wie die „Teenage Mutant Ninja Turtles Power Hits“ oder „Max Headroom Dance Compilation“, Verirrungen wie Shanks & Bigfoots „Sweet like Chocolate“ oder Puff Daddys „Come withe me“, aber auch Raritäten wie das Duett von Bono und Frank Sinatra mit „Under my Skin“.

Der Anzahl der Alben nach bin ich Tori Amos, Alanis Morisette und Sheryl Crow lange Zeit treu geblieben, zumindest so lange bis die entweder verrückt oder langweilig geworden sind.

Einen besonderen Platz in meinem Herzen wird immer Roxette haben. Nicht nur, weil Marie Fredriksson das Rolemodel einer starken Frau und nebenbei das heißeste war, was die 80er zu bieten hatten, sondern auch, weil ich ausgerechnet mit den strunzdummen Texten von Per Gessle Englisch gelernt habe.

Hatte ich fast vergessen, aber zwischen zwei Piongs fiel das da oben aus einer CD-Hülle: Ein Liedzettel aus der Bravo. Und die Erinnerung kam wieder: Ich habe tatsächlich langweilige Erkdundestunden und Freizeit investiert, um die englischen Texte ins Deutsche zu übersetzen, um dann mit den Übersetzungen die die Bravo damals noch abdruckte zu vergleichen ob ich richtig lag. Darüber, und über englische Computerspiele, habe ich meinen Englischen Wortschatz aufgebaut.

Genutzt hat das in der Schule freilich erstmal recht wenig. Meine erste Englischlehrerin auf dem Gymnasium mochte mich so dermaßen nicht, dass sie mir in Klassenarbeiten Vokabeln, die nicht offiziell im Lehrmaterial vorkamen, als Fehler anstrich und mir so eine Unterwertung nach der nächsten reindonnerte. Oh, what a joyride. Piong!

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Reisetagebuch Motorradtour (2): Ostwärts


Statt langer Sommerreise in ferne Länder nur eine Fahrt durch den Osten. Immerhin wird es eine Woche durch Erz- und Riesengebirge gehen und haufenweise Leichen meinen Weg pflastern.

Sonntag, 28. Juni 2020

Ich halte es nicht mehr aus.
Ich muss hier raus, ich muss hier weg. Mit dem Motorrad auf die Straße und weg, weg, weg, am Besten irgendwo hin wo alles anders ist als hier. Wind um die Nase, Asphalt unter den Reifen und was anderes sehen, aber bitte keine Menschen.

Die kurze Fahrt nach Weimar ist zwei Wochen her, aber zwei Tage in Thüringen und anschließend drei Tage Rumgammelei zu Hause, das reicht nicht, um den Stress des Jahres aus dem Kopf zu kriegen.

Das vergangene Jahr im Job war schon heftig, aber seit März ist die Arbeitsbelastung nochmal förmlich explodiert. Während fast alle Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice waren und dort versuchten Arbeit, Pandemie und Kinder irgendwie unter einen Hut zu kriegen, habe ich im Firmengebäude die Stellung gehalten.

Teils war ich tagelang alleine auf einer ganzen Etage in der Firma, außer mir nur ein bis zwei Personen im ganzen Haus. Das Telefon am Ohr bin ich durch die leeren Büros gewandert. Alles koordinieren, organisieren, den Laden irgendwie zusammenhalten, telefonieren, telefonieren, telefonieren, weil die Kollegen zu Hause halt nicht anrufbar waren. Teils alle 10 Minuten ein anderes Gespräch, andere Menschen, in anderen Notlagen, die Notwendigkeit anders auf die Leute einzugehen, eine endlose Abfolge von Zuhören, Erklären, Anweisen, Weitergeben.

Mein offizieller Rekord liegt jetzt bei 13 Stunden am Tag Dauersabbeln, zwischendurch war an solchen Marathontagen sogar der Akku des DECT-Telefons leer, genauso wie mein eigener. In den kommenden Wochen, das ist absehbar, wird die Arbeitslast NOCH größer. Wenn ich also noch eine Auszeit nehmen will, dann jetzt.

Deshalb mache ich noch eine Woche Urlaub und tue das, was mir dabei hilft, den Kopf frei zu kriegen: Wegfahren, was anderes sehen.

In der Garage steht die ZZR 600 startbereit, aber nach kurzer Rücksprache mit Leuten die wissen, wie im Osten die Straßen aktuell sind, nehme ich heute doch lieber die andere Maschine. Das Sportfahrwerk der Renaissance würde mir im Osten keine Freude machen.

Neben der Kawasaki steht die Barocca, die schwarze Suzuki DL 650 V-Strom, mein Motorrad für Fernreisen. Die Maschine ist perfekt durchgewartet und hat nagelneue Reifen drauf. Von denen ist nicht mal der Glitschmodder komplett runter, so wenig bin ich seit Oktober letzten Jahres gefahren.

Unsere große Reise dieses Jahr ist wegen Corona ausgefallen, nun geht es also gemeinsam auf eine kurze Tour. Die Suzuki trägt nur die kleinen Givi-Koffer. 36 Liter auf jeder Seite, dazu ein Topcase und einen Neuzugang: Eine kleine Tasche auf dem Soziasitz, in der die Regenkombi verstaut ist.

Ich schiebe die Maschine aus der Garage und verriegele das Tor, dann wuchte ich mich in den Sattel und versuche die V-Strom auf der abschüssige Straße vom Seitenständer zu heben. Scheiße, ist die hoch.

Für meine 1,70 Meter Körpergröße hatte ich die große Maschine 2017 tieferlegen lassen. Das hat allerdings die Fahreigenschaften so negativ beeinflusst, dass im vergangenen Herbst die Tieferlegung wieder ausgebaut wurde. Seitdem bin ich die Barocca praktisch nicht mehr gefahren und muss mich an die neue Höhe erst einmal gewöhnen.

Unter lautem Ächzen habe ich die Kiste dann irgendwann vom Seitenständer. Meine Fresse, was bin ich unfit. Coronabedingt zu wenig Bewegung, fühlt sich an, als ob ich kaum noch Muskeln habe. Egal, los jetzt.

Ich drücke den Starter, rolle die Straße runter und bin weg.

Kurz darauf fängt es ein wenig an zu regnen, aber das ist mir egal. Ich bin einfach nur glücklich, endlich wieder unterwegs sein zu können. Mein Gott, wie hat mir das gefehlt. Der Kurztrip neulich nach Weimar war nett, aber keine Erholung. Ständig habe ich an die Arbeit gedacht und Gedanken gewälzt. Ich bin anscheinend nicht der Typ für Balkonien, ich muss weg, damit der Kopf raus aus allem kommt. Nicht weit weg, aber weg, und am Besten im Sattel eines Motorrads.

Die V-Strom brummt über die Bundesstraße aus Göttingen raus, dann nach Duderstadt und hinein ins Eichsfeld. Die Menschen hier haben nicht viel Fantasie, und das merkt man an den Ortsnamen. Worbis. Breitenworbis. Kirchworbis.

Es geht nach Mühlhausen, dann nach Gotha, Ilmena, durch das ländliche Thüringen. Kornfelder, oft bis zum Horizont.

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Corona-Tagebuch (21): Lockdown Light vs. Primateninstinkte

Weltweit: 46.519.618 Infektionen, 1.200.471 Todesfälle
Deutschland: 522.060 Infektionen, 10.541 Todesfälle

Tag 234 seit Beginn der ersten Corona-Maßnahmen.

Seit heute ist es soweit, es gibt wieder verschärfte Maßnahmen, umgangssprachlich „zweiter Lockdown“, von der Politik „Lockdown Light“ genannt. Keine privaten Feiern, private Kontakte eingeschränkt, Freizeitbereich wie Fitnessstudios, Kinos und Restaurants wieder zu. Offen bleiben dagegen Schulen und Kitas und der komplette Einzelhandel. Ob das was bringt? Wir werden es sehen.

Nicht gebracht hat es das Konzept der Eigenverantwortung. Ja, viele Leute waren vernünftig, haben überall Maske getragen und unnötige Kontakte vermieden. Aber eine wesentlich größere Anzahl hat das eben nicht getan, und selbst kurz vor dem zweiten Lockdown wurden noch, so ist den Medien zu entnehmen, allerorts kleinere und größere Halloweenpartys gemacht.

Die zweite Welle war vorhersehbar, wenn man mal in die Geschichte schaut. Diese Grafik hier

bildet nicht etwa die aktuelle Situation ab. Die zeigt die Todeszahlen pro 1.000 Personen bei der Spanischen Grippe von 1918 in Großbritannien.

Und das hier sind die Infektionszahlen in Deutschland. Sieht ähnlich aus?

Was stimmt mit den Leuten nicht?, fragt man sich da, und tatsächlich sind die Mechanismen hinter dem Verhalten komplex UND interessant. Zwei der Wichtigsten:

1. Belohnung. „Ich habe doch so lange auf dies und das verzichtet, nun darf ich auch mal über die Stränge schlagen“ – kennt jeder, der nach dem Fitnessstudiobesuch mal eine Tafel Schokolade gefressen hat. Nur: Im Falle der Pandemie ist das wie „Ich habe so lange ein Kondom benutzt, jetzt darf ich auch mal ohne“.

2. Kaputte Freund-Feind-Erkennung Es ist in unseren Primatenhirnen tief verwurzelt, dass wir Freunde und Familie nicht als Gefahr ansehen. Deshalb neigen wir dazu, in Bezug auf Freunde unvorsichtig zu werden. „Ist doch nur Omma, die steckt uns schon nicht an, bei der brauche ich keine Maske“. Ja, nee. Dagegen hilft ein Trick: Man muss so tun, als sie man SELBST infiziert und müsste Omma schützen. Damit umgeht man seinen Primateninstinkt.

Fünfundsiebzig Prozent
Restaurants bekommen jetzt 75% des Umsatzes des Novembers des Vorjahres ausgezahlt. Von mir aus sollen sie, Hauptsache ich muss diese DeHoga-Tante nicht mehr sehen, der Geschäft über Menschenleben geht.

Ich frage mich nur zwei Dinge:

  1. Was hilft das neuen Restaurants, die noch kein Jahr am Markt sind? und

  2. ECHT JETZT? FÜNFUNDSIEBZIG PROZENT DES UMSATZES? GEHT ES NOCH? In der Gastronomie gibt es drei Hauptsäulen von Kosten: Miete, Personal, Rohmaterial. Klar, wenn die Miete weiterläuft bei Null Einnahmen ist das Doof. Aber was muss man genau NICHT kaufen wenn es keine Gäste gibt? Genau, Rohmaterial. Und was machen Gastronomiemenschen als erstes, wenn es nicht dolle läuft? Sie werfen das Personal raus, das in der Regel eh nur befristete Aushilfsverträge hat. Für viele Betriebe in der Gastronomie ist das hier also ein Geldregen: Kaum Kosten, aber 75 Prozent des Umsatzes UND den ganzen Tag Netflix gucken. Geilo.

Die weiteren Aussichten

Ich will jetzt keine schlechte Laune machen, aber die schweren Verläufe der jetzt neu Infizierten landen erst in 10 Tagen in den Intensivstationen der Krankenhäuser, die jetzt schon zur Hälfte belegt sind. In Schweiz musste bereits mit der Triage begonnen werden. Da wir in Deutschland dafür keine gesellschaftliche Vereinbarung haben, wie C. Drosten schön erklärte, muss die Entscheidung, wer beatmet wird und wer nicht, das medizinische Personal im Einzelfall treffen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das mit den Menschen macht. In den USA zählt man einfach die „Years lost“, damit ist ein klares Selektionskriterium gegeben: Jüngere, mit einer noch höheren Lebenserwartung und mehr Lebensjahren, die sie verlieren könnten, werden eher betreut als Alte.

1918 ging es in Großbritannien übrigens so weiter. Mit einer dritten Welle im März.

Ältere Einträge des Corona-Tagebuchs

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Reisetagebuch Motorradtour Ost (1): Die finstere Seite des Ettersbergs

Herr Silencer startet zu einer, äh, Motorradtour. Nur leider ohne Motorrad. Dabei stößt er auf sehr finstere Geschichten und gewinnt dadurch für seine Verhältnisse erstaunliche Erkenntnisse. Vorsicht, langer Text, der zudem noch schlechte Laune macht. Menschen, die von zu vielen Buchstaben getriggert werden, seien hiermit gewarnt.

15. Juni 2020
So richtig Urlaub mit mehrwöchiger Motorradreise fällt in diesem Jahr leider aus. Coronabedingt, warum auch sonst. Aber wenigstens eine kurze Tour in Deutschland will ich stattdessen machen. Ein Paar Tage mit der Kawasaki ZZR 600 nach Ostdeutschland, da kenne ich so viel noch nicht.

Das Motorrad steht schon gepackt unten in der Garage, aber ich sitze mit miesepetrigem Gesicht am Schreibtisch im Arbeitszimmer und starre aus dem Fenster.
Draußen reget es Bindfäden.

Wochenlang war es trocken und sonnig und JETZT, wo ich eine Woche Urlaub habe, da gibt es „ergiebigen Landregen, stellenweise auch Starkregen“ mit 50 Litern pro Quadratmeter, und das soll über Tage so gehen. Mir macht Wetter auf Motorradreisen nicht viel, aber diese Scheiße hier, eine Woche lang?

Ich überlege mehrere Stunden und starre dabei abwechselnd in den Regen und auf die Wettervorhersage, aber es wird nicht besser. Schließlich storniere ich einige der geplanten Unterkünfte und hinunter in die Garage, die in den Berg unter dem Haus eingelassen ist wie Höhle. Darin steht die silberglänzende ZZR neben der schwarzen V-Strom.

Beide Maschinen sind frisch gewartet, sauber geputzt und haben noch nagelneue Reifen, denn in diesem seltsamen Jahr waren sie bislang kaum ein paar Kilometer auf der Straße.

Mit der Hand fahre ich an der polierten Seite der Kawasaki entlang, blicke nach draußen in den pladdernden Regen und sage schließlich „Nicht heute“, als ich eine Entscheidung gefällt habe. Ich klinke die Seitenkoffer aus, trage sie ein Mal um die Ecke und wuchte sie in den Kofferraum des Autos. Statt also mit dem Motorrad mehrere Tage durch die Gegend zu kurven, fahre ich nun mit dem Auto von Göttingen aus 150 Kilometer nach Südwesten.

Der Weg führt bei Duderstadt über die ehemalige deutsch/deutsche Grenze, dann durch das erzkatholische Eichsfeld, und dann südlich vom Harz durch grüne Getreidefelder bis in eine Region, in der ganz geballt Orte mit bekannten Namen liegen wie Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar und Jena. Willkommen in Thüringen, dem Bundesland mit den wenigsten COVID-19-Infektionen.

Starkregen lässt sich im Auto, so die erste Erkenntnis der Fahrt, viel angenehmer ignorieren als auf dem Motorrad.

Auch 30 Jahre nach der Wende gibt es hier noch überall Straßen mit Kopfsteinpflaster. Das Kleine Gelbe AutoTM hat ein Sportfahrwerk, und ich werde erst ordentlich durchgeschüttelt und dann klappert irgendein Blech im Unterboden, dass sich abvibriert hat. Die Straßen sind für Trabbis gemacht, nicht für spanische Autos.

Mitten in Thüringen habe ich mir einen schönen Bauernhof gesucht, wo ich einer Knechtkate übernachte und mir zwei Tage lang Weimar angucken kann.

Weimar, das ist die Stadt von Bauhaus, der kantigen Architektur- und Designphilosophie. Deshalb gibt es hier auch ein großes Museum dafür, aber das hat natürlich gerade dann Ruhetag, wenn ich es besuchen will. Ruhetag am Dienstag ist eher ungewöhnlich.

Immerhin steht hier der zweitgrößte Stuhl, den ich je gesehen habe.

Weimar ist auch die Stadt dieser beiden Herren: Goethe und Schiller.

Die Beiden grüßen an jeder Ecke. Also, an WIRKLICH jeder Ecke.

Wirklich, Goethe und Schiller sind überall. Bis zum Erbrechen. In fast jeder der schmucken Gassen in der Innenstadt befindet sich irgendwas mit Goethe und/oder Schiller Bezug, und sei er noch so konstruiert. Aber egal, Weimars Altstadt ist wirklich hübsch.

Das Essen ist auch toll. Man isst hier, natürlich, Thüringer Bratwurst oder Thüringer Brät mit Bratkartoffeln.

Zum Nachtisch gibt es dann aber wieder Goethe und Schiller.

Wenn nicht gerade Goethe & Schiller vermarktet werden, dann geht es bestimmt um den Philosophen Herder. Ich muss gestehen: Das interessiert mich alles nicht die Bohne. Ich habe da keinen Bezug zu, wie zum gesamten klassischen Bildungskanon.

Die Sprache des „Dichterfürsten“ verstehe ich kaum, die Themen gehen mir ab. Ich gehöre nicht dem Bildungsbürgertum an, und von dem ist Weimar die Welthauptstadt.

Goethe, Schiller, Kulturstadt. Jaja, das stimmt ja auch. Vor ein paar hundert Jahren war Weimar die Kultur- und Bildungsstadt von Weltruf. Im 17. Jahrhhundert wirkten hier die Cranachs, im 18. Jahrhundert Bach, im 19. unter anderem Franz Liszt, Richard Strauß, oder Friedrich Nietzsche. Das Weimar eine Stadt der Hochkultur war, war auch der Grund, dass hier nach dem ersten Weltkrieg die Weimarer Republik ausgerufen wurde. Darauf ist man in Weimar heute noch stolz.

Weimars Geschichte hat aber noch eine andere Seite, und die ist sehr finster. Sie ist zugleich ein Lehrstück dafür, wie das Bürgertum mit Faschismus umgeht, ihn lebt und eher bereit ist, mit einer Lebenslüge zu leben, als sich damit auseinander zu setzen. Diese Geschichte kann uns viel über unsere eigene Gegenwart verraten.

Um mehr darüber zu erfahren, setze ich mich in das klappernde Kleine Gelbe AutoTM und fahre von Weimar aus zehn Kilometer nach Norden. Hier liegt der große Ettersberg, mit 480 Metern die höchste Erhebung im Thüringer Becken. Die Südseite ist dicht bewaldet, auf der Westseite schmiegen sich Felder an die Bergflanken. Mitte Juni sind die bedeckt sind mit grünem Getreide und manchmal mit schon gelben Feldern mit ganz viel Mohnblumen darin. Schön sieht das aus.


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Kategorien: Historisches, kleines gelbes Auto, Motorrad, Reisen | 7 Kommentare

Momentaufnahme: Oktober 2020

Herr Silencer im Oktober 2020

Einmuckeln

Wetter: Herbst, halt. Nass, 10 Grad. Ab dem 20. schlagartig kalt (0-4 Grad nachts) und die schön gefärbten Bäume verlieren ihre Blätter praktisch von einem Tag auf den anderen im Zeitraffer.


Lesen:

Jasper Fforde: The constant Rabbit
Wales, 1965: Ein „Antromorphisierendes Ereignis“ sorgt dafür, das 9 Kaninchen, 3 Füchse, 6 Meerschweinchen und ein Dachs zu sprechenden, menschengroßen Wesen werden, wie aus einer Tierfabel.

40 Jahre später haben sich die Kaninchen vermehrt wie, nun, die Kaninchen, und versuchen sich in die britische Gesellschaft zu integrieren. Was zu Spannungen führt, zumal die Regierung die Füchse als Leiter der Kaninchenbehörde einsetzt. Ausgrenzungen und Anfeindungen durch Menschen gehören für die friedlichen Nager zum Alltag, von den Füchsen droht Todesgefahr. Wie kann so eine Gesellschaft funktionieren?

Seltsame Kreuzung aus „A Watership Down“ und „1984“, schrieb der Guardian. Im Prinzip eine Parabel auf Rassismus. Noch nicht zu Ende gelesen, aber es zeichnet sich schon wieder das Muster ab, das typisch für Jasper Fforde ist: Er hat eine hervorragende Grundidee, baut darum eine detailliert ausgedachte Welt und malt sich sehr genau aus, wie die Gesellschaft funktioniert – und dann setzt er völlig egale Charaktere hinein und lässt sich strunzlangweilige und unplausible Geschichten erleben. Das scheint beim „Constant Rabbit“ nicht so schlimm zu sein wie dem direkten Vorgänger, „Early Riser„, ärgerlich ist es aber schon. Mal gucken, ob er im letzten Drittel des Buchs noch die Kurve kriegt.


Hören:


Sehen:

Borat Subsequent Moviefilm: Delivery of Prodigious Bribe to American Regime for Make Benefit Once Glorious Nation of Kazakhstan [Prime]

Journalist Borat Sagdiyev sitzt nach den Ereignissen von „Borat“ schon seit 14 Jahren im Gulag, weil er der großen Nation von Kasachstan Schande bereitet hat. Dennoch wird er eines Tages überraschend freigelassen und erhält vom kasachischen Präsidenten den Auftrag, dem amerikanischen Präsidenten ein Geschenk zu überreichen. Borat reist also wieder in die USA, trifft dort auf seine Tochter und Figuren wie Rudy Giuliani und Mike Pence.

Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht! Der erste „Borat“ war eine Mockumentary: Die Kunstfigur Borat traf auf echte Interviewpartner. Das schockte, weil so Rassismus und Wahn in den USA unverhohlen darstellte. Dem radebrechenden Journalisten aus dem Ostblock erzählten die Amerikaner Dinge, die einem als zivilisierten Zuschauer die Kinnlade runterfallen ließen.

Seitdem ist viel passiert, die Grenzen des sagbaren sind weit, weit nach rechts verschoben. Zum Glück versucht „Borat 2“ gar nicht die Tricks von früher zu wiederholen. Stattdessen ist es dieses Mal sehr clever Borats Tochter oder sein Umgang mit ihr und die Reaktionen der echten Menschen darauf, die schocken. Aber trotz allem gibt es hier viel zu lachen, weil die Story intelligent gebaut ist und dank der Pandemie sogar ein irres Ende hat. Angucken!

Weathering with you [Amazon Prime]

Der fünfzehnjährige Hodaka reisst von zu Hause aus und taucht in Tokio unter. Neben der Einsamkeit in der großen Stadt macht ihm vor allem das Wetter zu schaffen, es regnet nämlich ohne Unterbrechung. Doch dann findet der Junge ein „Sonnenmädchen“, das die Gabe hat, mit ihrem Willen das Wetter zu beeinflussen. Aber das hat seinen Preis.

Vom gleichen Studio wie der großartige „Your Name“ ist auch „Weathering with you“ reine Poesie mit wunderschönen, so noch nicht gesehenen Bildern und einem verblüffenden „Das haben die jetzt nicht wirklich gemacht“-Twist kurz vor dem Ende. Wunderschön!

The Boys, Staffel 2 [2020, Prime]

Superhelden werden nicht geboren, sie werden von einem Konzern mittels Drogen geschaffen – das ist die Enthüllung, mit der Staffel 2 der bitter-makabren Superheldenfarce startet. Noch geheim bleibt, dass der selbstverliebte Superman-Klon „Homelander“ mittels der Drogen „Superterroristen“ erschaffen hat, die nun angeblich Amerika bedrohen, weswegen seine Superheldentruppe dringend Regierungserlaubnisse braucht. Die „Boys“ kommen nicht darum herum, dagegen in den Kampf zu ziehen – und decken noch viel schlimmere Geheimnisse auf.

Wie bitterböse diese Serie ist! Die vermeintlichen Superwesen sind allesamt ranzblöde Arschkrampen, die entweder Narzissten, Psychopathen oder Rassisten sind, und alle Nase lang wird es extrem blutig. Kurz: Das Unterhaltsamste, was Amazon Originals zu bieten hat.

Long Way Up [Apple TV+]
2004 fuhren Charley Boorman und Ewan McGregor auf Motorrädern ein Mal um die Welt („Long Way Round“), 2007 einmal von Europa längs durch Afrika bis Kapstadt („Long Way Down“). Nun geht es auf dem amerikanischen Kontinent von Feuerland aus nach Norden, bis Kalifornien, und für den „Long Way Up“ haben sich die beiden elektrische Motorräder und Begleitfahrzeuge ausgesucht.

Es ist zu merken, dass der Fokus bei „Up“ ein anderer ist. In den beiden Vorgängern stand die Erfahrung körperlicher Grenzen sehr im Vordergrund. Charly Boorman ging dabei so weit, dass ich ihn als „verrückt“ einordnete, weil er aus meiner Sicht der Show wegen völlig unnötige Risiken bei Motorradfahren einging und bei einer Gelegenheit sogar fast den Kameramann getötet hätte. In den Jahren zwischen den Staffeln hat Boorman die Quittung dafür bekommen. Zahlreiche Unfälle mit schweren Verletzungen und Knochenbrüchen haben dafür gesorgt, das er heute kaum noch selbst auf sein Bike kommt und dicht an der Abwrackprämie entlang schrammt.

Folgerichtig haben die Herausforderungen in „A long way up“ weniger mit körperlicher Kraft zu tun, sondern liegen eher in der Kategorie „Wer wird Höhenkrank“ oder „Schaffen wir es mit 3 Prozent Akku noch bis zu nächsten Ladestation“ oder „Was tun, wenn die Software des Motorrads sich weghängt und die Kiste nicht mehr vom Fleck kommt?“ Das ist auch nicht unvergnüglich inszeniert, die Reisevorbereitungen sind spannend, und die ganze Fahrt selbst von Kameraman Claudio von Plata wieder wunderschön eingefangen worden. Allein die Drohnenaufnahmen der Wüsten und Gebirge Südamerikas sind eine Schau!

Apple TV+ kostet übrigens 4,99 im Monat. Apple ist aber so dankbar über jeden einzelnen Zuschauer, das zumindest ich nach 4 Wochen drei Monate lang jeden Monat eine Gutschrift über 4,99 bekomme, warum auch immer. Damit lässt sich „Long Way Up“ kostenneutral schauen.

Spielen:

Yakuza 4 [PS4]

Kamurocho, Tokyo: Ein ungewöhnlicher Finanzdienstleister trifft eine außergewöhnliche Frau. Ein zum Tode Verurteilter bricht aus dem Gefängnis aus. Ein Straßenpolizist ist auf der Suche nach dem Mörder seines Vaters. Irgendwo eiert Kiryu Kazuma rum. Und alles hängt mit einem Ereignis im Jahr 1985 zusammen.

Die letzten Spielstunden führen die Handlungsstränge zusammen und führen Sie zu einem okayen Ende, bis zum Schluss macht aber das Kampfsystem mit seiner schwammigen, ungenauen Steuerung und den ärgerlich langen Animationen überhaupt keinen Spaß. Dazu kommen langweilige Missionen und eine ärgerlich designte Spielwelt: Mit einem unterirdischen Kaufhaus und Tiefgaragen gibt es jetzt eine Ebene von Kamurocho unter der Erde, dazu eine eine Ebene über den Dächern, beide als Labyrinth gebaut. Das macht die Spielwelt ZU groß, zumal die Ebenen nur für langweilige Füllmissionen genutzt werden. Nein, das war Quälerei, selbst auf die skurrilen Nebenaufgaben hatte ich keine Lust.


The Complex [PS4]

Ein Konzern forscht an Nanozellen. Dummerweise will eine Terrorgruppe die klauen, und so findet sich die Chefwissenschaftlerin unversehens eingeschlossen in einem Hochsicherheitslabor, dem namensgebenden Complex, belagert von Fieslingen. Und nicht nur das, anscheinend hat die Konzernleitung auch Interessen, dass die gefährliche Nanotechnologie in die Hand von Diktatoren gelangt.

„The Complex“ ist ein interaktiver Film mit echten Schauspielerinnen, den man sich anschaut und nur an gewissen Stellen „A oder B“-Entscheidungen fällt. Das ist leidlich spannend, weil das Skript etwas verquast und die Handlung simpel und unspannend ist. Die Leistung der Schauspieler ist aber durchgehend gut, und es gibt krass unterschiedliche Enden. Was es nicht gibt: Die Option, an einer gewissen Stelle der Handlung neu zu starten und dann andere Entscheidungen auszuprobieren. Das senkt den Wiederspielwert, denn einen vollen Spieldurchgang – der rund 100 Minuten entspricht – will man nicht jedes mal machen, zumal sich viele Szenen immer wiederholen.


Machen:

Motorradherbst!


Neues Spielzeug:

Teurer Monat: Das Kleine Gelbe AutoTM hat neue Winterreifen bekommen, Conti Winter Contact TS860. Die Barocca hat eine Wartung und neue Reifen gebraucht. Und das Synology NAS wurde aufgerüstet, statt 2×4GBTB stecken nun 2×12GBTB WD Red Pro und weitere 4GB Hauptspeicher im zunehmend wichtiger werdenden Wohnzimmerserver.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

Kategorien: Momentaufnahme | 8 Kommentare

Ungeschickte Betrüger

Was mir gerade passiert ist:

Ich habe etwas über eine Marketplace bestellt. Nach einigen Tagen erinnerte die Plattform daran, dass der Verkäufer die Ware noch nicht versendet habe und ich ihn doch mal fragen solle wo die bleibt.

Habe ich nicht gemacht, und wenige Tage später wurde die Bestellung vom Verkäufer storniert und der Kaufbetrag erstattet.

Und jetzt kommt es: Die Ware wurde trotzdem verschickt. Also, wenn das eine Betrugsmasche ist, dann vermutlich die dümmste der Welt. Oder so schlau, dass ich den Kniff nicht verstehe.

Kategorien: Ganz Kurz | 10 Kommentare

Herbst! Saisonende 2020

Eigentlich ist das jetzt die Stelle an der jedes Jahr das Herbstwiesel verkündet, dass nun der offizielle Teil der Motorradsaison rum ist und sich ab jetzt niemand mehr dafür schämen muss auf dem Sofa rumzuliegen und Netflix zu gucken. Nur: In 2020 ist auf der Couch rumlümmeln, die Wohnung nicht verlassen und zusehen das es einem gut geht eigentlich alles, was man überhaupt sinnvoll tun sollte. Von daher sparen wir uns jetzt die Ode an das Herbstwiesel und gehen gleich zur persönlichen Rückschau auf das Moppedjahr 2020 über.

Das Pandemiejahr 1 hatte natürlich auch auf die Motorradsaison Auswirkungen. Die begann eigentlich recht früh, was vor allem daran lag, dass es keinen richtigen Winter gab.

So freute ich mich schon im Februar darauf, endlich wieder auf ein Mopped zu steigen, zumal die Ausrüstung wieder in 1A-Zustand war: Die Maschinen waren ohnehin komplett gewartet in den Winterschlaf gegangen, die Airbag-Jacke hatte im Dezember in Italien eine Wartung erfahren und selbst der früher ungeliebte N104 Nolan-Helm ist mir so an s Herz gewachsen, dass er über den Winter im Werk mit einer neuen Sonnenblende und einem neuen Federmechanismus ausgestattet worden ist.

Damit hält der N104 hoffentlich noch ein wenig, denn der Nachfolger, der Nolan N100-5, ist, mit Verlaub, Dreck aus der Hölle.

Aus Zeitgründen kam ich trotzdem erst Mitte März dazu, zumindest die nachtschwarze Suzuki DL 650 V-Strom, Rufname „Barocca“, mal wieder auf die Straße zu bringen.

Als dann aber klar wurde das COVID-19 eine echte Pandemie wird, mottete ich im April die Motorräder wieder ein. Ich hielt es nämlich für keine gute Idee, einem nicht ungefährlichen Hobby ausgerechnet zu dem Zeitpunkt nachzugehen, an dem die Intensivstationen mit COVID-Patienten völlig überlastet waren.

Schweren Herzens sagte ich denn Ende April auch den geplanten Urlaub ab. Die vierwöchige Fahrt mit der V-Strom hätte nämlich eine Schiffspassage bedingt, und mehrere Tage zusammengepfercht mit Hunderten anderen Menschen auf einem Schiff unterwegs zu sein, das konnte ich mir beim Besten Willen nicht vorstellen.

Als sich im Juli die Lage wieder etwas entspannte und auch die innereuropäischen Grenzen wieder geöffnet wurden, holte ich die Barocca und die Kawasaki ZZR 600 Renaissance aus dem Dornröschenschlaf.

Eine kurze Tour mit der V-Strom führte nach Tschechien und Polen. Das war sehr cool, denn damit erfüllte ich mir gleich mehrere, lang gehegte Wünsche: Ich kam ins Erzgebirge, ins Riesengebirge, nach Kutna Hora und Guben und ich lernte NachtPhil in Dresden endlich mal persönlich kennen. Das war super.

Mit der ZZR und gab es lediglich einige Tagesausflüge an Orte, an denen nicht viel los oder viiiiel Raum zum Abstandhalten war. Einer davon war Bergen-Belsen, genauer: Die dortige KZ-Gedenkstätte.

Das zog eine längere Beschäftigung mit der Geschichte von Anne Frank nach sich, und währenddessen kam die Idee auf, einen Ausflug nach Osteuropa zu machen und neben Auschwitz in Polen auch einen Ort zu besichtigen, den ich von Herzen gern in meinem Leben sehen würde: Den Transfăgărășan-Pass in Rumänien.

Quelle: Internet.

Also voller Vorfreude eine dreiwöchige Reise im Herbst bis ans Schwarze Meer geplant. Doch wie alles in diesem Jahr kam auch das hier anders. Kaum war ich Anfang September mit der Planung fertig, wurde Rumänien zum Risikogebiet erklärt. Ich wäre schon noch da hingekommen, aber nicht mehr aus dem Land raus – Ungarn, Österreich und Deutschland hatten Quarantäne für Personen aus Rumänien eingeführt.

Also wieder alles abgeblasen. Stattdessen einfach ein wenig mit der Renaissance um Götham herumgefahren. Lächerliche 700 Kilometer. Eine Schande für die wunderschöne ZZR, die schon halb Europa gesehen hat.

Ende September hielt ich es dann aber endgültig nicht mehr aus. Ich wäre irre geworden, hätte ich nicht eine längere Pause von der Arbeit eingelegt. Ich musste raus, und so sattelte ich die Barocca und fuhr gen Süden und an Orte die ich kannte und von denen ich wusste, dass ich dort alleine war, fernab von Menschen.

So ging es noch einmal nach Italien, was stellenweise auch etwas abenteuerlich war. Ich sage nur: Sieben Stunden im Dauerregen, teils im Gebirge und bei null Grad.

Dort erwischte mich dann, was statistisch gesehen irgendwann passieren musste: Eine Reifenpanne, verursacht durch einen geschenkwilligen Hund.

Davor lief auch alles nicht ganz so supi, das Motorrad machte erst einen unfreiwilligen Ausflug und kippte dabei um, dann zog es sich bei einem weiteren Umfaller Schäden an der Bremse und am ABS zu. Die Folge war ein Ausflug mit einem unfähigen Abschlepper in eine Werkstatt, die keinen Bock hatte zu helfen, worauf hin ich eine Irrfahrt mit plattem Reifen in den Stadtverkehr einer italienischen Großstadt machte.

Die Barocca hat zum Glück nur dort minimalst gelitten, und nur dort wo sie im Vorjahr zusätzlich verstärkt wurde. Die Handschützer und der Motorschutzkäfig haben ihre Funktion erfüllt, wie die Einschläge zeigen.

Am Ende habe ich es doch wieder unbeschadet nach Hause geschafft, und das ist es ja, was letztlich zählt.

Außerdem die Erkenntnis: Seit dem Moment, als ich Ende 2016 das erste Mal beim Händler auf der damals schon 5 Jahre alten V-Strom saß, bin ich in sie verliebt. Sie ist eigentlich zu groß für mich, sicher keine Schönheit, ihr Motor rappelt wie ein Traktor und ihre 70 PS ziehen keine Wurst vom Teller, aber ich liebe sie, weil sie so perfekt für Reisen ist.

Mit der V-Strom habe ich dieses Jahr zumindest 9.000 Kilometer zurückgelegt, was die Werkstatt gar nicht glauben wollte – „Du hast doch zwischendurch die Reifen gewechselt!“ nee, habe ich nicht.

Die Metzeler Tourance Next haben tatsächlich 9.000 Kilometer mitgemacht, davon 3.500 Autobahn, und hatten trotzdem noch 4 bzw. hinten 6 mmm Profil – das bedeutet, dass sie gerade mal etwa 2 mm Profil verloren haben.

Dabei sind das keine extrem harten Reifen, im Gegenteil – gerade auf nasser Fahrbahn haften die hervorragend. 9.000 km und eigentlich noch mehr als gut – trotzdem wurden die Reifen jetzt gewechselt. Die nächste Tour wird hoffentlich wieder genauso lang, und 18.000 Kilometer mit nur einem Satz Reifen – nein, das will ich nicht.

Was mir dieses Jahr viel Freude gemacht hat ist eine kleine Tasche von Enduristan (Danke Olpo für den Tip!). Auf den Soziaplatz geschnallt, fahre ich darin die Regenkombi spazieren – und man, hat sich das in diesem Jahr bewährt! Klein, wasserdicht, einfach super.

Sehr gut – wie immer – auch die Arbeit von Sattler Bernhard.

Die V-Strom liegt ja nun wieder normal hoch, nachdem die Tieferlegung in den vergangenen Jahren nur Probleme gemacht hat: Aufsetzen in den Kurven, kein Hauptständer möglich, Funkenschlag am Motorschutz, you name it. Also raus damit.

Eigentlich sollte die Barocca nur drei Zentimeter höher liegen, tatsächlich sind es aber satte fünf Zentimeter ohne die Tieferlegung. Das hört sich nach nicht viel an, sind aber in Sachen Handling Welten. Bei Motorrädern entscheidet manchmal schon ein Zentimeter darüber, ob einem die Hände einschlafen, die Knie lange Fahrten mitmachen oder ob der Fahrer die Maschine noch einparken kann oder schlicht im Stand umfällt.

Das ich die Barocca noch im Stand manövrieren kann, liegt neben mehr Geschick meinerseits auch an der Sitzbank, die Bernhard, der Mann, der die „Hallo, Spencer!“-Puppen gebaut hat, an den Seiten schlanker und einen Zentimeter weniger hoch gestaltet hat. Damit ist sie immer noch bequem genug für 12 Stunden fahren am Stück, trotzdem falle ich mit der Riesenkiste an der Ampel nicht um.

2020 war auch das Jahr, in dem beide Maschinen erstmals Tuningteile ohne jeglichen Nutzwert bekamen: Metallringe um die Anzeigen, handgefertigt in einer kleinen Manufaktur in Polen.

Hier die Renaissance ohne Verzierung:

Und hier mit polierten Aluringen im Cockpit:

Sieht doch fast aus wie der Klassiker, der sie nun mal ist!

Ebenso die Barocca im Orginalzustand:

Und mit gebürsteten Aluringen um Drehzahlmesser und Tacho:

Wie gesagt, kein Nutzwert, nur Optik. Ich persönlich finde die aber so toll, dass ich gleich noch ein paar verschenkt habe.

Nun ist es wieder Zeit für Statistik, einfach mal die Daten der Maschinen angucken und wirken lassen.

Die Detailaufstellungen folgen nach dem Klick. Wer sich Einzelheiten angucken möchte, findet die Daten beider Maschinen online:

ZZR 600 Renaissance bei Spritmonitor.de
DL 650 Barocca bei Spritmonitor.de
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Kategorien: Motorrad | 6 Kommentare

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