RSS

Reisetagebuch Motorradtour (10): Ab nach Hause

Im September 2017 ging es auf Tour, erstmals mit der V-Strom 650. Dies ist das Tagebuch der Reise. Heute habe ich eine kleine Sinnkrise, kämpfe ich mit einem langen Ständer und werde erkannt.

Freitag, 29. September 2017, Hotel Elisabeth Due, Fano, Marken

Ich muss einen Workshop oder eine Unterrichtstunde moderieren. Nicht freiwillig, sondern weil der Kollege Didaktiker meint sich zurücklehnen zu müssen. Nichtstun und alle anderen machen lassen, das sei sein didaktisches Konzept. Weil ich das dumm finde, nehme ich die Sache in die Hand und komme so zu Ergebnissen.

Ich wache ich auf, weil sich jemand neben meinem Hotelbett übergibt. Obwohl, nee, zum Glück nicht: Der Nachbar im Nebenzimmer übergibt sich in sein eigenes Klo, aber er tut das sehr geräuschvoll. Es ist kurz nach sechs, und als sich meine Gedanken anfangen um Kette & Co. zu drehen, ist an nochmaliges Einschlafen nicht mehr zu denken.

Ich mache mich fertig, dann trage ich die ersten Koffer zum Motorrad. Das hat die Nacht vor dem Elisabeth Due verbracht und ist noch naß vom Morgentau. Bevor es heute losgeht, löse ich einmal mehr die Hinterachse und lockere die Kette wieder etwas. Denn wenn etwas passieren kann, habe ich gestern gelesen, dann nur, wenn man eine verschlissene Kette zu fest anspannt. Oh, und apropos Anspannung: Gestern hatte ich auch noch die Federung der V-Strom härter eingestellt. Ich drehe die wieder auf weich zurück. Der Maschine bringt das exakt gar nichts, aber ICH bekomme damit vielleicht weniger von der Ruckelei mit, die die ungleichmäßig gelängte Kette veranstaltet.

Ein schnelles Frühstück im rosa-weißen Speisesaal, dann geht es in den Berufsverkehr von Fano und auf die Autobahn. Es gibt zwei Wege jetzt nach Norden zu kommen: Entweder die mautpflichtige Autobahn oder wieder Stop-and-Go durch endlose Orte. Dann doch lieber freie Fahrt, zumal bei Geschwindigkeiten ab 110 die Ruckelei auch nicht so auffällt.
Read the rest of this entry »

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 6. Januar 2018 in Motorrad, Reisen

 

Neue Beamerlampe – Ruby No. 3

„Du hast noch ne´Röhre?“, fragen manche Besucher ungläubig und können es gar nicht fassen, dass in meinem Wohnzimmer tatsächlich noch ein 20 Jahre alter, 30 kg schwerer Röhrenfernseher im 4:3 Format steht. Der Trick ist: Der uralt-TV wird praktisch nicht mehr benutzt und steht da nur noch, damit der WLAN-Router ein gutes Plätzchen hat.

Die Flimmerkiste steht aber neben an einer ansonsten leeren Wand, und DIE ist der eigentliche Bildschirm, denn darauf projiziert ein alter Sanyo Z700-Beamer ein FullHD-Bild mit einer Diagonale von drei Metern siebzig. Ja, 55 Zoll Fernseher mögen groß scheinen, aber DAS sind rund 140 Zoll.

So ein Beamer ist, unter den richtigen Umständen, ein tolles Ding. Ich nutze den praktisch jeden Tag, zum Anschauen von Filmen und Serien, aber auch für die Spielkonsolen. Ein Spiel, das auf einer ganzen Wohnzimmerwand läuft, ist oft so richtig immersiv. Die Betriebsgeräusche stören mich dabei gar nicht, der Sanyo hat zwar schon 7 Jahre auf dem Buckel, aber in Punkto Lautstärke und Bildeinstellung ist er besser als das meiste, was man heute kaufen kann.

Allerdings braucht so ein Beamer auch alle paar Jahre eine neue Lampe. Das Leuchtmittel verliert im Laufe seines Lebens kontinuierlich an Leuchtkraft, das Bild wird immer dunkler. Insgesamt hält die Lampe zwischen zwei- und dreitausend Stunden, dann wird eine neue fällig. Und da fangen die Probleme an, denn der Markt für Ersatzlampen ist bestenfalls unübersichtlich. Originallampen sind mit 300 Euro sehr teuer, auf der anderen Seite der Preisskala gibt es chinesische Billigangebote ab 50 Euro. Was soll man nun kaufen?

Antwort: Keines von beiden. Bei den Originalen bezahlt man den Namen, die Billiglampen sind in der Regel ihr Geld nicht wert und können auch schon mal gesundheitsgefährdend sein. Ich habe mich vor einigen Jahren da mal durchgetestet: Die Billigteile bis 130 Euro hatten oft nicht die richtige Lichtstärke, manche stanken beim Betrieb, andere gaben das Licht ungleichmäßig ab oder produzierten Fehlfarben. In einem Fall ist mir die Lampe sogar im Gerät explodiert, und alles war voller Glassplitter (und das Wohnzimmer vermutlich voller Quecksilbernebel).

Die wirklich gute Alternative sind Ruby-Lampen. Das sind Lampen aus den Werken der drei großen Hersteller Philips, Osram und Ushio, die auch die Erstausrüster für alle Beamer aller Marken sind. Die „Ruby“ ist quasi eine Eigenmarke, um Originallampen günstiger zu verkaufen. Das Lampenmodul entspricht aber in Qualität und Passform exakt den Originallampen. Die Dinger sind so gut, dass der deutsche Vertrieb sogar 5 Monate Garantie gewährt.

Der Vertrieb, das ist in Deutschland u.a. Andy Hess mit seiner Firma HCinema. Die Website sieht zwar immer noch so aus, als sei sie durch ein Zeitloch aus den Neunzigern gefallen, aber die Inhalte sind hochprofessionell, die Preise fair und die Lieferung superfix.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Blogeintrag ist eigentlich eine Erinnerung an mich selbst, dass ich heute die Lampe gewechselt habe. Ist jetzt die 4. Lampe seit 2011 und die dritte Ruby. Die Vorgängerin hätte mir gerade 1.892 Stunden auf der Uhr seit April 2016 noch mindestens 500 Stunden Lebensdauer gehabt, aber das Bild war schon leicht, aber merklich dunkler geworden. Seit heute strahlt die Wohnzimmerwand wieder in voller Helligkeit und Farbtreue. Da kann der alte Röhrenfernseher nur noch neidisch gucken.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 5. Januar 2018 in Service

 

Monetarisierungsverdacht

Silencers Blog soll nicht Teil eines Problems werden, das langfristig die Kernidee hinter Blogs komplett demontieren kann. Dazu ein paar Worte, auch in eigener Sache.

Blogs haben ein Problem. Ich rede hier gar nicht vom massenhaften Sterben von Blogs und dem Niedergang der Blogosphäre, denn diesen natürlichen Prozess hat das, verhältnismäßig alte, Format schon durch. Nein, Blogs steuern gerade in neue Untiefen: Die der Monetarisierung.

Neulich bin ich über Blog gestoßen, in dem jemand sein vermeintliches Traumprojekt dokumentierte: Mit dem Motorrad um die Welt fahren! Die Seite war erstaunlich professionell aufgemacht – aber für die Thematik erstaunlich lieblos geschrieben. Ich konnte mir nicht ganz vorstellen, wie man so wenig Herzblut im Text haben kann, wenn man doch so für eine Sache brennen müsste. Bis ich dann entdeckte, dass sich der Blogautor die Fahrt von einem guten Dutzend Ausrüstungshersteller sponsorn lässt.

Damit hat das Blog auf einen Schlag seine Glaubwürdigkeit als Quelle für echte Erfahrungen verloren. Wird der Autor schreiben, dass die Koffer von Hersteller XY sich auf der Fahrt nicht bewähren, wenn der gleiche Hersteller ihm das halbe Mopped da hingestellt hat? Wird er schreiben, dass die Schuhe Mist sind, wenn der Schuhproduzent ihn mit Tretern in vierstelligem Wert bemustert hat? Vermutlich nicht. Bestenfalls schweigt er darüber, was mir für eigene Reisen exakt keinen Erkenntniswert bringt. Das Mißtrauen geht aber noch tiefer: Ist die Weltreise wirklich das Traumprojekt des Autors, oder ist das ein Geschäftsmodell? Verdient er am Ende damit sogar was, oder nutzt er das, um sich als Influencer zu etablieren?

Solches Sponsoring von Blogs ist kein Einzelfall mehr. Rübergeschwappt ist das aus der Youtube-Welt. Dort setzte vor einigen Jahren etwas ein, was es in dem Maßstab so bislang nicht gab: Monetarisierung von Inhalten. Zuerst über Ausschüttungen der Plattform, wenn Werbeanzeigen um den Content herum geschaltet wurden. Dann entdeckten die Werbestrategen der großen Firmen Social Media für sich. Am Anfang wurden Youtuber direkt mit Produkten bemustert, später wurden sie direkt unter Vertrag genommen oder Produkte um sie herum gestrickt. Diese Influencer haben zum Teil eine riesige Reichweite und verdienen dementsprechend gut.

Blogs spielten dagegen in den Werbebudgets lange Zeit keine Rolle, bis man sich schließlich gegenseitig entdeckte. Blogs bieten ein gutes Werbeumfeld: Sie sind oft monothematisch, wodurch sich die Zielgruppe sehr gut eingrenzen lässt. Auf der anderen Seite gibt es viele Blogbetreiber/-innen, die neidisch auf die Youtube-Influencerbande schielen und auch so gerne ein Stück vom Kuchen oder zumindest Gratisdeo von Rossmann hätten.

Genau hier fangen m.E. die Probleme. Ich schätze viele Blogs, weil sie entweder eine bunte Spielwiese sind, oder sich ihre Betreiber aus einer intrinsischen Motivation heraus mit einer sehr spezifischen Materie intensiv auseinandersetzen. Das sind Blogs, die ich aus purem Vergnügen lese oder weil hinter ihnen Personen mit unfassbarem Expertenwissen stehen, die bei Fragen auch gerne mal helfen. Blogs sind für mich nützlich, weil sie glaubwürdig und authentisch sind. Das ist ihre Kernkompetenz: Glaubwürdigkeit. Und an genau der nagt die Monetarisierung.

Der Kommerzialisierungswunsch steht, zumindest in meiner Wahrnehmung, bei vielen Blogs deutlich öfter im Vordergrund als früher. Wurde früher aus purer Freude über ein Ding darüber gebloggt, kommt man heute nicht mehr ohne mindestens den Affiliatelink zu einem Onlineshop aus. Das ist Lowlevel, sozusagen. Auf mittlerer Ebene liegt die Bemusterung durch Hersteller, deren Produkte dann ausführlich im Blog vorgestellt werden. Und geschafft hat es, wer eine Firma als regelmäßigen Sponsor aufgetan hat.

Dafür, so wird bei Blogtreffen mittlerweile geraten, muss man aber schon mit einer Mappe voller Medidaten vorstellig werden. Blogreichweite und -zielgruppe sollten exakt darstellt werden, am besten legt man sich noch eine Corporate Identity für´s Blog zu, inkl. eigenem Farbschema, Design und Logo. Das ist super wichtig, wenn das Self branding erfolgreich sein soll, wenn man vom Autor zur Marke werden will.

Ich stehe der Entwicklung mit einigem Kopfschütteln gegenüber und bin damit zum Glück nicht allein. Nun ist es nicht von vornherein verwerflich, mit seinem Hobby auch ein wenig Geld zu verdienen. Aber: Die Monetarisierung ist die Axt am Stamm der Glaubwürdigkeit von Blogs, und das ist fatal. Viel anderes als ihre Authentizität haben sie nicht, und wenn sie sich diesen Ast absägen, was bleibt dann noch?

Werbemedien sind selten eine relevante Erkenntnisquelle. Schlimmstenfalls schreiben sich Blogs hier also in die eigene Bedeutungslosigkeit, und das wäre nun wirklich schade. Werben können andere Formate und Medien definitiv besser, siehe Youtube oder klassische Kampagnen. Hier muss sich jeder fragen, wie hoch sein Preis eigentlich ist, und ob die paar Euro es wert sind, sich in Abhängigkeiten zu begeben.

Mittlerweile gucke ich bei Blogs, die ich neu entdecke, ob die irgendwo „Mediadaten“ aufführen oder eine „Unterstützt von“-Seite haben. Falls ja, mache ich mir in den meisten Fällen nicht die Mühe sie zu abonnieren.

Auch mit diesem erworbenen Mißtrauen bin ich nicht allein, das geht auch anderen so, auch diesem Blog gegenüber. In den letzten Monaten wurde hier mehrfach vermutet ich wolle Werbung machen, z.B. als ich meine Erfahrungen mit Matrazzo schilderte. Mißtrauen ist gesund, aber zu diesem Monetarisierungsverdacht ein paar Sätze in eigener Sache:

Dieses Blog wird nicht gesponsort. Angebote für Testmuster oder gesponsorte Blogposts lehne ich grundsätzlich ab. Affiliate-Links gibt es hier nicht. Werbeanzeigen wird man hier nicht finden. Im Gegenteil: Ich bezahle pro Jahr einen dreistelligen Betrag an WordPress, damit hier keine Werbung eingeblendet wird.

Dieses Blog ist finanziell unabhängig und damit auch rechtlich auf der sicheren Seite.
Rechtlich? Oh ja. Die strikte nicht-kommerzielle Ausrichtung erlaubt es mir z.B., Creative-Commons-Inhalte mit NC-Verweis zu nutzen. Selbst Fotos vom Eiffelturm bei Nacht darf ich problemlos zeigen – und da ist bedeutend mehr Wert als die paar Kröten, die vielleicht Affiliate-Links bringen würden.

Also: Wenn ich hier positiv über Dinge, Firmen oder Menschen schreibe, dann deshalb, weil ich ehrlich begeistert bin und meine Erfahrungen damit weiter geben möchte. Dafür bezahlt mich niemand. Das hier ist mein Tagebuch und meine kleine Spielwiese, die sich je nach Lebensabschnitt auch ganz anders ausrichten kann. Hier tue und lasse ich was ich möchte – ohne das ich dafür externe Verpflichtungen eingehe. Denn dieses Blog soll Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems.

 
15 Kommentare

Verfasst von - 3. Januar 2018 in Meta

 

Verzeigt noch eins!

„Bitte beachten Sie, dass Falschparker gebüsst werden.

„Falsches Parkieren wird verzeigt“

Es tut mir sooo leid, liebe Schweizerischen Freunde, aber diese Ausdrücke sind in Deutschland so nicht in Gebrauch und klingen für meine Ohren so fremd, dass diese ernstgemeinten Warnungen bei mir ein breites Grinsen auslösen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 2. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Last Minute

Auf den letzten Metern von 2017 ist mir eingefallen, dass ich seit Ende Oktober dieses seltsame, zwanzigjährige Jubiläum posten wollte:

Obwohl ich es fast täglich benutze, habe ich lange nicht begriffen, dass die „1997“ im Logo bedeutet, dass es nun schon zwanzig Jahre her ist, dass ich dieses „Murphys Irish Red“ Glas aus dem „Kleinen Rastkeller“ habe mitgehen lassen. Bitte keine moralischen Vorhaltungen, sowas gehört als Student zu guten Ton. Aber ey: ZWANZIG JAHRE!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 31. Dezember 2017 in Ganz Kurz

 

Das war das Jahr, das war (2017)

Lange hat es sich angekündigt, nun passierte es: 2017 fühlte sich an wie der Anfang vom Ende

Wenn man morgens die Nachrichtenseiten aufmacht um zu checken, ob der US-Präsident schon den dritten Weltkrieg ausgerufen hat oder ob Nazis durch Berlin marschieren, dann stimmt etwas ernsthaft nicht.

Schon mehrere Jahre fragte ich mich wie lange es noch gut geht, dass die aktuelle politische Generation auf Grundwerten und Solidarität rumtrampelt und daraus Kapital schlägt. 2017 gab es die Quittung dafür: In den USA bereichern Trump und Konsorten ungehemmt und drehen die Uhr zurück in die 50er. In Europa spalten Brexit und fehlende Visionen die Gemeinschaft, Rechtspopulismus wurde salonfähig und gewählt, Länder wie Polen, Ungarn oder auch die Türkei werden in Autokratien umgebaut.

„Die Medien“ machen dabei ziemlich ungehemmt mit. In der Türkei zogen eine Zeitung über die andere her, so lange bis alle im Knast saßen. In den USA gießt FOX Öl in die Leere von Trumps Hirn und stachelt ihn damit weiter an. Jüngst wurden sie dafür zum einflussreichsten Medium gekürt, wozu Trump ihnen umgehend gratulierte. Ob er gerafft hat, dass die den Preis bekommen haben, weil sie IHN beeinflussen? Vermutlich nicht.

In Deutschland sieht es nicht besser aus, hier wird in Kommentarspalten gerade vehement eine Neuauflage der Großen Koalition gefordert, und die Weigerung der SPD als Taktieren und schlimmstenfalls Flucht vor der Verantwortung gewertet. Die meisten Kommentatoren ignorieren dabei völlig die Tatsache, dass eine GroKo in Deutschland keinen Platz mehr für Opposition lässt, damit Demokratie nachhaltig schädigt und am Ende zu solcher Unzufriedenheit führt, dass die Leute bei der nächsten Wahl den Extremen ihre Stimme geben. Ach, alle den Beruf verfehlt, Politiker wie Journalisten, aber ich kann halt nicht alles machen.

Mein persönliches Jahr war geprägt von viel Licht und viel Schatten. Irgendwie Dauermüde, dennoch beruflich erfolgreich, zu gleichen Teilen Freude und Leid an einem neuen Motorrad, dann Leid in der Familie. Ich bin froh, dass das Jahr vorbei ist und freue mich auf das nächste. Fühlt sich gerade an wie „Level durchgespielt, ihr habt größtenteils überlebt, Get Ready for Round 2“.

Und sonst noch?

Worte des Jahres: Menschen sterben, andere werden geboren. Das ist der Kreis des Lebens.

Einschneidendstes Erlebnis:
Der Tod eines Vertrauten.

Zugenommen oder abgenommen? Zugenommen.

Verstörendstes Ereignis:
Der doofe Unfall und seine lange Nachgeschichte.

Bestes Ereignisse: Übernahme der Garage. In Orten weit weg wie ein alter Bekannter begrüßt werden. Neue Freundschaften.

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr.

Mehr bewegt oder weniger? Weniger. Seufz.

Die hirnrissigste Unternehmung? Einen 40PS-Kleinwagen nach Frankreich überführen.

Ort des Jahres? Die Forellenfarm „Trout Lodge“ in den apuanischen Alpen.

Die teuerste Anschaffung? Die V-Strom, ganz klar.

Das leckerste Essen? „Wilddieb“

2017 zum ersten Mal getan? Ein NAS eingerichtet.

2017 nach langer Zeit wieder getan? An einem PC rumgebaut.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Erstarkender Rechtsradikalismus, dumme Nachbarn, Beerdigungen

Gereist? Oh ja.

2017 war in einem Wort…? Urgh (Geräusch das man macht wenn man die Zähne zusammenbeißt und die Luft anhält)

Film des Jahres: Dunkirk

Theaterstück des Jahres: „The Play that goes wrong“ im Duchess Theatre

Musical des Jahres: „Kinky Boots“ im Adelphi Theatre

Podcast des Jahres: GamesPodcast

Spiel des Jahres: War ein ausgezeichnetes Jahr für erstklassige Games. „Uncharted: Lost Legacy“, „Wolfenstein 2“, „Senuas Sacrifice“, „What Remains of Ediths Finch“, um nur ein paar zu nennen. Mein persönliches Game of the Year war aber das unfassbar gut geschrieben, toll designte und zum Verliebenen schöne „Horizon: Zero Dawn“.

Serie des Jahres: American Gods

Buch des Jahres: Ich habe wenige Bücher gelesen, das beste war definitiv Blood, Sweat & Pixels

Ding des Jahres: V-Strom DL 650

Spielzeug des Jahres: Synology DS218+

Enttäuschungen des Jahres: Mass Effect Andromeda

Die schönste Zeit verbracht damit…? In einer Wohnung in Siena zu kochen.

Vorherrschendes Gefühl 2017? Da müssen wir jetzt durch.

Erkenntnis(se) des Jahres: 1. Sowas wie das Dritte Reich kann auch heute noch passieren, überall. 2. Ich bin grau geworden.

In diesem Sinne: Ich wünschen einen guten Start in ein tolles 2018!

Nekrolog:
War dieses Jahr nicht so schlimm wie im vergangenen, was den Kahlschlag der Helden angeht. Im Gegenteil, waren auch einige dabei, wo ich sagen würde: Wurde auch Zeit.
Read the rest of this entry »

 
7 Kommentare

Verfasst von - 31. Dezember 2017 in Momentaufnahme

 

Reisetagebuch Motorradtour (9): Nee, so nich´

Im September 2017 ging es auf Tour, erstmals mit der V-Strom 650. Dies ist das Tagebuch der Reise. Heute: Lügenbildchen, Wolkenhörner und Verkehrschaos.

Donnerstag, 28. September 2017, Agriturismo Lo Smeraldo, Castreccioni, Marken

Die Luft über dem Bergsee ist klar und kalt, als ich die Koffer an die V-Strom hänge und mich zur Abfahrt bereit mache.

Kurze Zeit später ruckelt die Maschine über die Brücke, die die Halbinsel im Norden mit dem Festland verbindet. Ja, die Suzuki ruckelt. Gerade im Rollen, also wenn sie nur die Geschwindigkeit gleichbleibend halten soll, dann merke ich wie sie schiebt und ruckelt. Die verschlissene Kette mindert den Fahrspaß jetzt ganz erheblich. Eigentlich macht das Fahren mittlerweile gar keinen Spaß mehr.

Die gestrige Bergetappe hat der Kette nicht gut getan, und das Nachspannen hat praktisch nichts gebracht, es allenfalls noch schlimmer gemacht. Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass das alte Ding reißt? Komme ich damit noch nach Hause? Das Ruckeln schüttelt mich durch und erinnert mich auf jedem Meter daran, dass die Kette jetzt wohl vollkommen hin ist. Dabei könnte ich jetzt echte Freude am Fahren haben, denn die Landschaft der Marken ist wunderschön, an diesem frischen Morgen ganz besonders.

Nach 40 Minuten komme ich in Osimo an, einem kleinen Ort auf – natürlich – einem hohen Berg. Heute ist Markttag, was ich vorher nicht wusste, und alle Parkplätze außerhalb der hohen Stadtmauer sind ausnahmslos belegt. Da sehe ich schon mein Ziel, das Touristenbüro von Osimo, das in die Stadtmauer eingelassen ist. Und Glückes Geschick, direkt gegenüber ist eine kleine Fehlfläche, auf die ganz genau, aber auch GANZ genau die Barocca passt, und die sogar das nötige Gefälle hat, damit die Kiste mit ihrem zu langen Seitenständer nicht umkippt! Fein!


Read the rest of this entry »

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. Dezember 2017 in Motorrad, Reisen

 

12

…und hier noch ein P und da ein D. Jetzt habe ich hier noch ein ALT GR, wo kommt das nochmal hin?

Die Zeit zwischen den Jahren. Eigentlich habe ich hölleviel zu tun, aber diesmal habe ich mir vorgenommen, mir auch die Zeit für längst überfällige Dinge zu nehmen.

Und wohin gehört das Pfeilchen? Pfeilchen… Pfeilchen… hm. Ist das ein Pfeilchen nach links oder nach rechts? Ach, guck an, wenn man es so rum hält ist das ein V!

Den Schreibtisch hier mal auf eine vernünftige Höhe einstellen, zum Beispiel. Hat jetzt nur 12 Jahre (!) und eine Ergonomieschulung gebraucht, bis ich das endlich mal angehe.

Wie rum gehört jetzt die 8? So oder so?

Dagegen sind die 12 Monate, die eine SSD hier rumlag, bis ich sie jetzt endlich eingebaut und den Rechner drauf migriert hatte, schon rekordverdächtig schnell. Jetzt ist der Arbeits-PC auch wieder benutzbar. Statt 3 Minuten braucht er jetzt 30 Sekunden zum Booten.

Ah! Wer hätte gedacht, dass das Ö neben das L kommt?!

Im Moment puzzle ich gerade die Tastatur wieder zusammen. Die hatte ich zuerst abgewischt, und oberflächlich sah die auch sauber aus. DANN habe ich einen Blick unter die Tasten geworfen:

Hautschuppen und Barthaare aus 12 Jahren. Also alle Tasten abgefriemelt und ins Schaumbad geschmissen, Gehäuse ausgesaugt und mit Mikrofasertuch alles abgeschrubbt.

Danach wieder richtig zusammenbauen….

Eh voilà: Schneller Rechner, sauberes Tippbrett, guter Schreibtisch. Die Freuden des Büroarbeiters.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28. Dezember 2017 in Berufsleben

 

Momentaufnahme: Dezember 2017

Herr Silencer im Dezember 2017
„Noch 6 Monate bis Sommersonnenwende.“

Wetter: Pünktlich am 01. Advent fallen 20 Zentimeter Schnee – sehr gemütlich! Dann wird es erst kalt und regnerisch, dann warm und regnerisch. Pünktlich zu Weihnachten ist es mit 10 Grad frühlingshaft und windig.

——————————————————————————————————————————————————-

Lesen:

Jean-Yves Ferri und Didier Conrad: Asterix in Italien
Obelix hat sich in den Kopf gesetzt Rennfahrer werden zu wollen. Da trifft es sich gut, dass das römische Reich just ein Rennen ausgelobt hat um die Qualität seiner Straßen zu beweisen. Zusammen mit Kumpel Asterix startet der Hinkelsteinhersteller zu einer Wettfahrt quer durch Italien und muss dabei gegen Briten, Römer, Goten, Russen und Kuschiterinnen antreten.

Urvater Uderzo (der gerade 90 geworden ist) hatte die Asterix-Reihe in den letzten Jahren an den Baum gefahren. Spätestens als er außerirdische Mickeymäuse mit Twitterfeeds angreifen ließ war klar, dass der alte Mann nicht mehr wirklich weiß worüber er schreibt, aber generell mal gegen die Welt von heute ist.

Mit den neuen Autoren hat sich das zum Glück geändert. Der Zeichenstil ist eine 1:1 Kopie des klassischen Asterix-Stils, wie er seit den 70ern gepflegt wird, aber die Story ist wieder liebenswert, naiv und lustig. „Asterix in Italien“ ist so, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne: Mit lustigen Wimmelbildern und Karikaturen und leicht zu folgender Handlung. Letztlich zwar belanglos, aber ganz witzig. Mehr erwarte ich gar nicht.

——————————————————————————————————————————————————–

Hören:

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

The Good Place (Season 1) [Amazon Video]
Eleanor (Kristen Bell, „Veronica Mars“, „Assassins Creed II“) stirbt bei einem Unfall und wacht im „Good Place“ auf. So erklärt es ihr zumindest Michael (Ted Danson, „Cheers“, „CSI“) als er sie voller Stolz durch den von ihm geplanten Ort im Jenseits führt. Die Vorortnachbarschaft wird nur von den besten und reinsten Seelen bevölkert, die allesamt ihren Seelenpartner gefunden haben, den ganzen Tag lächelnd durch die Gegend laufen und sich voll lieb haben.

Das Problem dabei: Der Neuzugang ist weder eine gute Seele noch war sie ein guter Mensch, ganz im Gegenteil. Eleanor war eine stinkstiefelige white Trash Bitch, die nur durch ein dummes Versehen im „Good Place“ gelandet ist. Nun ist sie von den ganzen guten Menschen im Himmel tödlich angenervt. Die Anwesenheit einer zynischen Seele führt zu Problemen: Der gute Ort bekommt Fehlfunktionen, gigantische Shrimps fallen vom Himmel, Höllenschlunde öffnen sich unvermittelt und die ortseigene Siri spackt ab. Während Michael nach dem Grund für die Katastrophen sucht, muss sich Eleanor anstrengen zu verbergen, das sie hier eigentlich nicht hin gehört.

„Höher schneller weiter“ scheint bei Serien ja aktuell zu gelten. Immer monströser die Budgets, immer größer die Casts und die Namen der Stars. „The Good Place“ ist das genaue Gegenteil: In nur einem Set gedreht, ein Kern-Cast aus nur 6 Personen. Die Schauspieler sind großartig: Ted Danson als leicht trotteliger Engel ist super, Kristen Bell kann endlich noch zynischer als in „Veronica Mars“ ihre böse Seite ausleben und die Nebencharaktere sind allesamt gut besetzt.

Die mit 13 Folgen recht kurze Staffel, die Episodenlänge von nur 20 Minuten und die fantastischen Drehbücher sorgen dafür, dass überhaupt keine Durchhänger entstehen. Im Gegenteil: Immer, wenn man denkt man habe verstanden, worum es eigentlich geht, dreht die Serie alles um 90 Grad, spätestens ab Folge 5 ist das oben geschilderte Szenario nicht mehr Grundlage der Serie. Scheint es anfangs, als würde sich die gesamte Story um Eleanor drehen, rücken plötzlich andere Charaktere in den Vordergrund um andere Fragen abzuhandeln und die Serie weiterzutragen.

Kern von Staffel 1 ist am ehesten die Erforschung der Frage „Wann ist man eigentlich „gut“?“. Ist die Charitylady eine gute Person, weil sie ihr ganzes Leben Spenden für Arme gesammelt hat? Oder zählt das nicht, weil sie das nur getan hat um ihre Schwester auszustechen? Dieser Kernfrage wird mit großem Witz zuleibe gerückt. Allein als die Leitung des „Bad Place“ auftaucht und „Böse Politikerreden-Karaoke spielt, musste ich mehrfach lauthals loslachen. Die große, größte Überraschung kommt dann am Ende von Staffel 1 und lässt einen mit offenem Mund zurück. Da Staffel 2 schon verfügbar ist, ist es zumindest kein totaler Cliffhanger.

In der Summe würde ich sagen: Innovativste Serien seit Jahren, aber nicht für jeden geeignet. Unter den Jensseitsserien ist „Good Place“ nicht so stylisch oder überdreht wie „Pushing Daisies“ und nicht so muffelig langweilig wie „Dead Like me“. Fans der beiden Serien (oder Verehrer von Kristen Bell) werden „Good Place“ lieben, alle anderen können zumindest mal einen Blick drauf werfen.

Baby Driver [BluRay]
Der junge Baby steht in der Schuld von Kevin Spacey, deshalb muss er Fluchtwagen für dessen Banküberfälle fahren. Als seine Kollegen immer bösartiger und durchgeknallter werden, bringt das Baby dazu sein Leben zu überdenken. Da er darin nicht der schnellste ist, geht das ganze südwärts.

OK, die Story passt auf einen Bierdeckel, das besondere ist hier was anderes: Nahezu alle Actionszenen sind passgenau auf die Musik geschnitten. Storyvehikel dafür ist, dass Baby einen Tinnitus hat, den er dadurch überspielt, dass er ständig Musik hört. Daher läuft, ballert und fährt hier alles im Takt der Musik. Dafür gibt es ein Fleißsternchen, der Rest ist nett – aber warum der Film so dermaßen von der Kritik gehyped wurde, erschliesst sich mir nicht ganz, denn letztlich ist das ganze recht dumm.

Star Wars: The Last Jedi [Kino]
Ausführliche Besprechung hier.

Hexenschuss [Theater im OP]
England, in den prüden 50ern: Gelangweilte Hausfrau holt sich Lover ins Haus, der verrenkt sich den Rücken, fällt in die Badewanne und kann sich nicht mehr bewegen. Dummerweise kommt der Ehemann nach Hause, mit ganz anderen Sorgen im Gepäck, in Form einer zugedröhnten und liebestollen Stewardess. Und dann ist da noch der ständig mampfende Klavierstimmer.

Uuuuund noch eine Screwball-Komödie am ThOP, damit haben die es dieses Jahr echt. „Hexenschuss“ folgt zwar klassischen Mustern und lässt kein Klischee aus, ist aber dennoch eine der lustigeren. Das liegt an den netten Ideen der Regie, aber auch an der durchgehend guten Leistung der Darsteller. Mit zweieinhalb Stunden ist es lediglich mindestens 30 Minuten zu lang, aber hey, für eine lustigen Abend ist das OK.

———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Horizon: Zero Dawn. The Frozen Wilds.
Die Zivilisation ist zerfallen, Städte sind nur noch Ruinen, die primitive Menschen ziehen durch die verheerte Landschaft. Aber genug von Sachsen, jetzt zum DLC von „Horizon: Zero Dawn“.

Seltsame Geschichten erzählt man sich ein Tal im Norden. Die Maschinentiere dort seien bösartig geworden und Berge würden Feuer spucken. Jägerin Aloy macht sich auf und wandert über die schneebedeckten Pässe der Gebirge, um auf die Stämme der Banuk zu treffen. Die berichten von einem Dämon, der die Tiere des Nordens stark und aggressiv macht und von ganz neue Tierarten, die Jagd auf die Jäger machen.

Eine bessere Sci-Fi-Geschichte als in dem, im Februar erschienenen, „Horizon: Zero Dawn“ ist in den letzten 10 Jahren nicht erzählt worden, weder in Büchern noch in Filmen oder Spielen. „Frozen Wilds“ knüpft nicht an das Ende von Aloys Geschichte an, sondern spielt kurz davor und passt sich perfekt in das Hauptspiel ein. Am Ende der Suche hat Aloy eine neue Verbündete.

Bis es soweit ist, verbringt man rund 30 Stunden mit „More of the same“ aus jagen, handeln und spannenden Missionen. Auch die Dualität funktioniert noch, selbst wenn man den Twist des Hauptspiels schon kennt. Wenn Aloy „Metallvögel“ in einem unterirdischen Bunker findet und damit nichts anfangen kann, oder gar nicht begreift, was Vulkane und Yellowstone miteinander zu tun haben weiß man als Spieler, was Reaperdrohnen sind und warum der Yellowstone stabilisiert werden musste. Die Kluft zwischen dem Wissen des Spielcharakters und des Spielers hat immer noch seinen Reiz.

Unter Level 40 und ohne die Shieldweaver-Rüstung sollte man sich allerdings nicht in den Norden trauen, dazu ist er zu rau. Wer sich dorthin wagt, wird schon optisch belohnt. Die gefrorene Wildnis ist wunderschön in Szene gesetzt: Verharschte Schneefelder glitzern im Sonnenlicht, Pulverschnee wird über Bergkämme gewirbelt und Geysire dampfen am Rand von farbigen Seen. Die Landschaft ist so schön, dass man oft einfach stehenbleiben und sich in Ruhe umschauen möchte. Dafür bleibt aber nicht viel Zeit, denn neue Maschinentypen und urige Menschencharaktere beschäftigen einen ständig. „Frozen Wilds“ ist viel DLC für´s Geld und gibt Hoffnung, dass Hersteller Guerilla Games den Zauber des Hauptspiels in einem echten Sequel wiederholen kann.

Ausserdem gespielt: Horizon: Zero Dawn Hauptspiel

———————————————————————————————————————————————————

Machen:
Erst viel Arbeit, dann über Weihnachten: Nüscht.

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:
FritzBox 7580, noch eine Folge des Derangements.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Verfasst von - 28. Dezember 2017 in Momentaufnahme

 

Die dicke Agathe

Als der Vormieter hier auszog, hinterließ er ungefähr 5 Kubikmeter „wertvolle, quasi antike Möbel“, vulgo: Schrott. Sagen wir es, wie es ist: Der ist einfach ausgezogen und hat seinen ganzen Krempel hier zurückgelassen. Antikes Bügelbrett, my ass.

Unter den Hinterlassenschaften war auch ein großer Topf mit einem mickrigen Weihnachtskaktus und einer kränklichen Palme.

Der Palme habe ich Anfang des Jahres hinübergeholfen, als ich sie im April in die Freiheit des Balkons entließ und es nochmal Frost gab. Der Weihnachtskaktus ist aber nicht erfroren und wächst seither wie Zeng, so dass er sich den Spitznamen „dicke Agathe“ eingefangen hat.

Der Weihnachtskaktus als solcher ist nicht besonders ansehnlich. 11 Monate im Jahr besteht Agathe nur aus labberigen, gummiartigen, knotigen, fleischigen Blättern, die wie tote Wurstfinger auf dem Topf hängen. Aber im Dezember, da dreht sie voll auf. Plötzlich wird aus dem hässlichen Weltraumgemüse eine blühende Pracht in, äh, Pink. Erst zeigen sich rosa Spitzen an den Gummifortsätzen, dann explodiert Agathe.

Huhu findet Agathe übrigens sehr bequem, das Wiesel hält sie für lecker. Keine Ahnung was mit den Viechern nicht stimmt.

Ist aber auch egal, aktuell sind die beiden Blogtiere ohnehin mit anderen Dingen beschäftigt. Sie haben nämlich Weihnachtspakete von einer Blogleserin bekommen. Huhu eine Tüte in Form eines Pinguins, die er erst seltsam fand, dann aber zu seinem neuen besten Freund erkoren hat. In der Tüte ist auch noch was drin, aber er findet die Verpackung schon so cool, dass er damit wohl noch ein wenig beschäftigt ist.

Und das Wiesel hat Sternchenkekssternchen bekommen, die es ganz verliebt anhimmelt.

In diesem Sinne: Das Team von Silencers Blog wünscht ruhige Festtage!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 24. Dezember 2017 in Meta

 

Reisetagebuch Motorradtour (8): Campo Imperatore


Im September 2017 ging es auf Tour, erstmals mit der V-Strom 650. Dies ist das Tagebuch der Reise. Heute: Mopped mit Kängurubenzin und der Tag des Fieseler Storchs.

Mittwoch, 27. September 2017, Agriturismo Cupello, in der Nähe von L´Aquila

Über dem Ort liegt ein Schleier, eine Mischung aus Morgennebel und dem Rauch von Holzheizungen. Es ist kalt, und obwohl im Agriturismo Cupello die Heizungsanlage ordentlich bullert, bin ich doch froh über die leichte Fleecewäsche, die sich auch wunderbar als Schlafanzug tragen lässt.

Um kurz nach Acht trage ich den den ersten Koffer zum Motorrad, das die Nacht vor dem Haus verbracht hat.

Von Signora Patrizia, der Besitzerin des Hofs, ist noch nichts zu sehen. Im Speisesaal herrscht gähnende Leere.

Na gut, dann schlage ich halt die Haustür geräuschvoll zu und klötere lautstark im Treppenhaus rum, dann gehe ich wieder auf mein Zimmer. Als ich Geräusche im Haus höre warte ich noch zehn Minuten und lese in der Zeit Morgennachrichten. Es ist 2017, was bedeutet, dass man jeden Morgen nachgucken muss, ob nicht über Nacht der dritte Weltkrieg ausgebrochen ist oder ein Naziaufstand angefangen hat. Nein, heute scheint noch alles OK zu sein. Beruhigt trage ich die beiden anderen Koffer zur V-Strom, die in der Morgensonne schon abenteuerlustig auf mich wartet.

Im Frühstücksraum flitzt mittlerweile Signora Patricia herum. Sie ordnet sich gerade noch die Haare, hat aber schon den Kamin angeheizt und einen Caffé bereitgestellt. Wir plaudern ein wenig über dies und das während ich frühstücke. Brot, Butter und Konfitüre – alles hat sie selbst gemacht, und alles schmeckt hervorragend. Dann mache ich mich auf die Socken.

Zehn Minuten vom Agriturismo halte ich auf einem Parkplatz am Straßenrand an, nehme die Koffer von der Suzuki ab und sprühe dann sehr sorgfältig die Kette ein.

Perfekte Haltestelle.

Durch die ungleichmäßige Längung der Kette ruckelt und schiebt die Maschine mittlerweile während der Fahrt. Das ist mir erst gar nicht groß aufgefallen, aber seit gestern ist es deutlich spürbar. Als hätte die V-Strom Kängurubenzin getankt, wie mein alter Fahrlehrer immer zu sagen pflegte. Das ist zum einen sehr unangenehm, zum anderen beschäftigt mich das praktisch ununterbrochen. Den Großteil der Fahrzeit drehen sich meine Gedanken um Fragen wie: Wird die noch bis nach Hause durchhalten? Werden durch das ständige Geruckel noch andere Dinge kaputtgehen, Ruckdämpfer oder Getriebe?

Ach, es ist ein Elend. Ich gebe echt viel Geld für vorbeugende Instandhaltung aus, und das mir die Fahrt ausgerechnet dadurch vermiest wird, das ein Verschleißteil nicht rechtzeitig gewechselt wurde, das ist schon Ironie. Ich versuche den Gedanken zu verdrängen und stattdessen die Berglandschaft der Abruzzen zu genießen, aber das ist nicht leicht – ständiges Ruckeln erinnert mich daran, dass das Motorrad nicht in Form ist.

Über die Berge hinter L´Aquila kommt man schnell zum Campo Imperatore, der Hochebene mitten im Bergmassiv des Gran Sasso. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis stehe ich nach kurzer Zeit vor einer Straßensperre. Ich fluche laut, denn der Besuch dort oben war eigentlich das Herz dieser Reise.

Straßensperre wegen Erdrutsch.

Und nun? Anna findet keinen anderen Weg zum Campo Imperatore. Mist, muss ich mir das wohl abschminken. Nur einen Kurs um die Berge herum findet das Navi, und so steuere ich die V-Strom mehrere Stunden lang durch tiefe, felsige Täler.

Die Straße ist extrem kurvig, aber mit meiner ruckelnden Kette habe ich da nur wenig Spaß dran. Das hier ist kein flüssiges Fahren, kein Dahingleiten und eins werden mit Motorrad und Straße. Das hier ist unbequem und ätzend. Toll aussehen tut die Landschaft natürlich trotzdem:


Read the rest of this entry »

 
11 Kommentare

Verfasst von - 23. Dezember 2017 in Motorrad, Reisen

 

Google weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Es begab sich irgendwann im Spätsommer: Der Akku des Telefons schien sich schneller zu leeren als sonst. Das passiert manchmal, meist ist irgendeine App schuld, die nach einem Update buggy ist und im Hintergrund Amok läuft. Meist gibt sich das nach einiger Zeit und einem Update.

Diesmal nicht. Der Akkuverbrauch blieb über Wochen konstant hoch. Im Oktober ging mir das Ganze so auf den Sacque, dass ich mal nachforschte. Tatsächlich war es Google Maps, was im Hintergrund ständig den Standort abfragte. Ich griff zur Brachialmaßnahme und entzog der App die Rechte für Standortzugriff, dann war der Spuk vorbei.

Bis heute glaubte ich an einen Fehler im Zusammenspiel mit Apples iOS. Bis ich gerade in der Desktopversion von Google Maps den Eintrag „Meine Zeitachse“ fand. Kannte ich nicht, also mal angeklickt und – Boom: Bewegungsprofile für jeden Tag, von April bis Oktober. Für jeden Tag ist fein säuberlich gespeichert, wann ich wo war und wie lange ich mich dort aufgehalten habe, inkl präziser Adresse oder Bezeichnung des Standorts. Der Mitfahrerparkplatz in Wiesloch-Rauenberg am 02. Juni? Jetzt kann ich nachschlagen, wie lange ich dort nach dem Unfall auf den Abschleppdienst gewartet habe.

Das die Profile überhaupt gespeichert werden ist wohl ein wenig bekannter Nebeneffekt der Funktion „Standort teilen“ in Google Maps. Ähnlich wie „Freunde“ in iOS teilt man darüber den eigenen Standort mit ausgewählten Personen. Anders als in „Freunde“ wird der Standort aber nicht nur abgefragt und übertragen wenn die ausgewählten Personen die App nutzen, sondern permanent. Und die permanente Übertragung wird von Google mitgeschnitten und gespeichert. Vermutlich steht das sogar irgendwo im Kleingedruckten, dass man abgenickt hat, aber ernsthaft, Google: WTF?

Die Suchmaschine ist mittlerweile ja für vieles gut, aber das man googlen kann, wo man wann was gemacht hat – nein.
Einfach nur: Nein.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 18. Dezember 2017 in Ganz Kurz, Gnadenloses Leben

 

Reisetagebuch Motorradtour (7): Die Geisterburg


Im September 2017 ging es auf Tour, erstmals mit der V-Strom 650. Dies ist das Tagebuch der Reise. Heute: Glorreiche Eigenleistungen im Themenkomplex Scheißeparken und Verfahren auf Sperrgebiet.

Dienstag, 26. September 2017, Il Faggio Rosso, Pescasseroli

Der Tag ist schon länger angebrochen, aber im Tal von Pescasseroli herrscht ein seltsames, farbloses Zwielicht. Erst als sich gegen halb neun die Sonne über die Berggipfel schiebt wird es hell. Sie vertreibt auch in kürzester Zeit die Wolken, die in den Tälern hängen.

Seltsames Zwielicht: Es ist Tag, aber die Sonne ist noch nicht übern Berg.

Zehn Minuten später: Sonne ist da, Wolken verschwinden.

Draußen Bimmeln die Rinder in den Bergen rum. Der Frühstückssaal des Faggio Rosso, der roten Buche, könnte problemlos eine Hundertschaft aufnehmen, und vermutlich tut er das im Winter auch. Heute bin nur ich hier. Das Hotel hatte heute Nacht noch zwei andere Gäste, aber die schlafen noch.

Einen Caffé Doppio später bin ich abreisebereit. Als ich die Koffer zum Motorrad trage, macht sie das kleine Mädchen von gestern gerade für die Schule fertig. Sie trägt einen Schulranzen, der viel zu groß für sie ist, und nörgelt an dem Apfel rum, den ihre Mutter ihr noch zustecken will. Schulkinder sind überall gleich.

Die Rotte weißer Hunde beobachtet, wie ich die V-Strom startbereit mache. Welcher von denen ist wohl Clara? Ach, egal.

Zum Abschied sagt die Hotelierin „Einen Moment noch“, und verschwindet im Hinterzimmer der Rezeption. Dann kommt sie mit einer Flasche Wein wieder und will sie mir schenken. Mei, wie lieb! Ich habe echte Probleme ihr klarzumachen, dass ich die leider nicht mitnehmen kann – ich habe keinen Platz, sage ich und verschweige, dass ich heute einfach keine Glasflasche mit Flüssgkeit an Bord haben möchte, weil heute ein komischer Tag ist und alles mögliche passieren kann. „Ich dachte, wenn sie die vielleicht ein wenig irgendwie reinschieben“… ach, wie lieb die Frau ist! Aber nein, ich lehne ab und sage, dass ich die beim nächsten Mal gerne mitnehme.

Es geht die üble Zufahrtstraße vom Hotel den Berg runter, raus aus Pescasseroli und nach Süden, eine wundervolle Landstraße voller perfekter Kurven entlang.

Auf dem Weg liegt Barrea, von wo aus man einen tollen Ausblick auf den gleichnamigen See hat. Das Panaorama der Berge spiegelt sich im blauen Wasser, und ich verstehe, wieso das hier die „Perle der Abruzzen“ genannt wird.

Read the rest of this entry »

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. Dezember 2017 in Motorrad, Reisen

 

Star Wars Episode VIII: The last Jedi (Review)

Vor zwei Jahren lief „The Force Awakens“ im Kino. Der erste Star Wars Film aus dem Hause Disney zupfte stark an den Nostalgienerven, beschränkte sich ansonsten aber auf eine Nacherzählung von „A new Hope“. Das schürte starke Zweifel, ob die JJ-Abrams-Bande es wirklich schafft, Star Wars gut fortzusetzen. Episode 8 stellt also die echte Bewährungsprobe dar.

Eines vorweg: Ich habe im Kino selten so viele Emotionen durchlebt wie während dieses Films. Ich habe laut gelacht, bin vor Spannung im Sessel nach vorne gerutscht, und ich hatte sogar stellenweise Tränen in den Augen. „The last Jedi“ hat mich umgehauen, ich kam total geflasht aus der Mitternachtspremiere.

Die 501th war auch da.

Volles Haus: Das Cinemaxx Göttingen zeigte die MItternachtspremiere in 8 Sälen gleichzeitig.

„Last Jedi“ ist Beweis dafür, was Kino immer noch leisten kann wenn ein Film eine Geschichte erzählen will und wenn er sich für seine Charaktere interessiert. Beides ist hier gegeben, und das ist mehr, als viele aktuelle Blockbuster hinbekommen – man erinnere sich an die DC-Debakel wie „Justice League“, wo nicht mal die Charaktere Bock auf die Story haben. Nicht so hier: Die Story ist dicht gepackt und wird ständig vorangetrieben, und die Charaktere sind allesamt interessant und machen eine Entwicklung durch – selbst solche, die in „Force Awakens“ als Nullnummern daherkamen, und ja, ich gucke hier in Richtung Dameron Poe.

Dazu kommt der fantastische Cast. Daisy Ridley ist eine Naturgewalt auf der Leinwand, sie dominiert durch ihre Präsenz ausnahmslos jede Szene. Mark Hamill macht eine ebenso gute Figur und rockt das Haus, und Neuzugänge wie Kelly Marie Tran sind eine echte Bereicherung. Ebenso eine Bereicherung ist, das die wichtigen Rollen im Geschlechterverhältnis auf ca. 50:50 kommen dürften. Das allein die ganze Führungscrew der Rebellen aus Frauen besteht, ist eine schöne Abwechselung, und Laura Dern als Admiral liegt vom Coolnessfaktor her ca. 8,5 auf der Mon-Mothma-Skala. Einziger Ausfall ist ausgerechnet Adam „Kylo Ren“ Driver, was aber wieder eher an der Rolle als am Darsteller liegt.

So ganz nebenbei räumt Regisseur und Autor Rian Johnson einiges an George-Lucas´schem Schwachsinn weg (Hoch-Machtbegabt darf jetzt wieder jeder sein) und dreht Star Wars in eine neue Richtung. Das Mantra des Films ist „Überwinde das Alte“. Das muss man nicht unbedingt mögen, es ist aber erfrischend.

Damit kommen wir zu spoilerhaltigen Kritikteil, denn obwohl „Last Jedi“ ein anschauenswerter und gut gemachter Film ist, der mich ziemlich weggeblasen hat, ist er keinesfalls perfekt.

ACHTUNG, SPOILER NACH DEM KLICK.
Read the rest of this entry »

 
2 Kommentare

Verfasst von - 15. Dezember 2017 in review

 

Schlagwörter: , , ,

Zwei weitere Jahre

Werkstatt: „Ihr Auto ist nicht durch die TÜV-Prüfung gekommen“

Ich: 😱

Werkstatt: „Keine Bange. Wir sind dann zur DEKRA gefahren. Hier, Plakette.“

Ich: 😳

Tja. 16 Jahre hat das Kleine Gelbe AutoTM mittlerweile auf dem Buckel, 10 davon in meinem Besitz. Nun sind also mal wieder die Nuffelmuffen an Hinterachse und Querlenker fällig. Trotz des Alters: Ich mag mich von dem Leon 20 VT einfach nicht trennen. Alles, was ich sonst mal probegefahren bin, ist weniger wertig, weniger präzise, weniger auf den Punkt als der gelbe Hot Hatch, der nach den letzteren Reparaturen an Luftmasssenmesser und Lambdasonde wieder rennt wie Pferd.

Das einzige Argument für ein neues Auto wäre geringerer Verbrauch – und da liegen erstaunlicherweise Neuwagen und der 16 Jahre alte Bolide nicht wirklich weit auseinander.

Von daher fahre ich das KGA jetzt, bis auch die DEKRA nicht mehr will. Bis dahin, so hoffe ich, sind Elektroautos in akzeptablen Preisregionen angekommen.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 12. Dezember 2017 in kleines gelbes Auto

 
 
%d Bloggern gefällt das: