Corona (13): Es funktioniert, also weg damit!

Weltweit: 2.420.439 Infektionen (+ 33.470) 166.205 (+27.718 in 3 Tagen) Todesfälle
Deutschland: 145.743 Infektionen (+10.990), 4.642 (+838 in den letzten 3 Tagen) Todesfälle

Der harte Lockdown mit Kontaktverbot funktioniert, also lockern wir ihn. Das ist gerade das Motto in Deutschland. In den meisten Bundesländern dürfen ab heute Geschäfte wieder öffnen, Gottesdienste wieder stattfinden. Das erweckt den Eindruck wir hätten alles im Griff, die Sache sei beherrschbar. In Sachsen herrscht Maskentragepflicht, aber es gibt keine Masken vom Land. Da reicht es dann, wenn man sich das T-Shirt hochzieht.

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Es gab bei der spanischen Grippe 1918 an manchen Orten genau diese Entwicklung. Beispiel Denver: Lockdown im Oktober, Maßnahmen griffen, Fallzahlen sanken. Die Maßnahmen wurden aufgehoben, damit rollte die zweite Infektionswelle los.

Die war schlimmer als die erste, denn die Leute holten sofort alles nach, was sie in den Wochen zuvor verpasst hatten. Noch schlimmer: Den Versuch eines zweiten Lockdown machte keiner mehr mit, weil „Wir haben genug gemacht, reicht jetzt auch mal“. Kommt einem bekannt vor.

A Firenze

Von anderen europäischen Ländern kriegen wir in Deutschland nicht viel mit. In der Region Florenz herrscht jetzt wohl Maskentragepflicht. Anders als in Sachsen haben die Behörden es aber geschafft, jeder Person mit festen Wohnsitz vorab Masken per Post zu schicken.

So schlimm ist COVID-19 wirklich

OK, wie schlimm genau kann man noch nicht sagen. Aber es gibt Berichte über junge Leute mit leichtem Verlauf und ohne Vorerkrankungen, deren Lungen nach Abklingen der Symptome stark verändert waren, vielleicht sogar dauerhaft. Seriös klingen Meldungen aus dem Spital in Innsbruck über sechs Taucher mit leichtem Verlauf, die sich zu Hause auskurierten und deren Lungen jetzt so stark geschädigt sind, dass sie ihr Hobby aufgeben müssen.

Ich bin da zwiegespalten: Einerseits finde ich es gut, wenn das in den Medien nicht gepusht wird und so keine Panik entsteht. Andererseits wäre es gut, unaufgeregt und breit über solche potentiellen Risiken zu informieren, damit alle die Gefahr weiterhin ernst nehmen. Das findet meiner Wahrnehmung nach zu wenig statt, stattdessen dürfen Lobbyistenarschgeigen und Reiseveranstalter rausposaunen, dass man jetzt aber wirklich mal wieder alle Maßnahmen aufheben sollte.

Trump zerlegt die USA, Teil 9.758

In den USA, wir erinnern uns, gibt es keinen von der Bundesregierung verordneten Lockdown. Das regeln die Einzelstaaten, und die haben mancherorts die Verantwortung auf die Counties abgewälzt und deshalb stehen bei denen jetzt Trump-Anhänger mit Fackeln und Mistgabeln vor der Tür und fordern das Ende von Maßnahmen.

Trump befeuert das: Er hat einen „Plan“ vorgestellt um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Kurzform: Geht arbeiten. Die Umsetzung obliegt freilich den Bundesstaaten, und das ist eine perfide Zwickmühle, die Trump allen gebaut hat: Bleiben Bundesstaaten bei ihren Maßnahmen (wenn sie welche haben) und es geht der Wirtschaft schlecht oder die Todeszahlen gehen hoch, sind die Gouverneure schuld. Geht es der Wirtschaft gut oder sind die Fallzahlen niedrig, ist das Trumps Verdienst. Gleichzeitig ruft er seine Anhänger in demokratisch regierten Bundesstaaten auf, ihre Staaten zu „befreien“ und erinnert sie an ihr Recht zum Tragen von Schußwaffen. Um es klar zu sagen: Der Präsident der USA ruft zur Rebellion mit Waffengewalt gegen Gesundheitsmaßnahmen auf.

Am Wochenende gab es direkt Demonstrationen wütender MAGA-Anhänger, teilweise mit Schilder wie „My Body. My Decision (not to wear masks). Die Gründe reichten von „Corona ist nur eine Erfindung der Medien, Medien sind Krebs“ über „Wir lassen uns nicht verbieten zu Arbeiten um unsere Familien zu schützen“ bis hin zu „Ja klar ist die Gefahr real, aber wir vertrauen darauf, dass Gott uns schützt. Dafür hat er uns ja Trump gesandt“.
Dummheit tötet.

Bienen & Natur

Es sind gefühlt mehr Insekten unterwegs als in den Vorjahren. Das ist gut. Bei uns sind überall Eichhörnchen unterwegs, in den Blumenrabatten der Fußgängerzone nisten (sehr dumme) Vögel. Gleichzeitig hat es seit Mitte März nicht mehr richtig geregnet, jeden Tag haben wir strahlenden Sonnenschein. Ist in den Nachrichten aber kein Thema, weil: Corona.

Ich Ich Ich

Sommerreise endgültig abgesagt, alle Unterkünfte storniert. Ich wusste es ja schon lange, aber die jetzige Gewissheit macht mich doch ein wenig melancholisch. Losgegangen wäre es am 21.05., aber das hat echt keinen Sinn.

Alle Folgen des Corona-Tagebuchs.

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Reisetagebuch Japan (3): Baumkuchen, Brüste und Igel

Reise nach Japan. Heute probiere ich japanischen Baumkuchen, amüsiere mich über deutsche Worte und stolpere in Kunstinstallationen.

VORBEMERKUNG: Japans konservative Gesellschaft ist patriarchal geprägt und hat ein großes Problem mit Sexismus und ein riesiges Problem was Frauenrechte angeht. Beides halte ich für hoch problematisch.

Ich versuche mit meinen Reisen und diesem Tagebuch zu entdecken und zu verstehen, wie andere Gesellschaften ticken. Da sexualisierte Darstellungen im Jahr 2019 fester und allgegenwärtiger Bestandteil der japanischen Kultur sind, komme ich um deren Beobachtung nicht herum. Das soll kein Selbstzweck sein, sondern wird vom Versuch begleitet, durch Beobachtungen auf gesellschaftliche Phänomene zu schließen. Das nur als Grund, weshalb es im Folgenden durchaus (Comic-)Brüste geben wird.


Sonntag, 03. November 2019
Oak Hostel Fuji
Sumida, Tokyo

Beim Frühstück muss ich kurz das Gesicht verziehen. Meine Zunge gibt sich empört, weil Sie vermutet, ich hätte sich in Waschmittel gesteckt.

Nein, Zunge, das ist kein Waschmittel. Hier schmeckt nur einiges etwas anders, als wir es gewohnt sind. Der Joghurt zum Beispiel hat eine etwas andere, geradezu wässrige Konsistenz und schmeckt nicht nach den Aromen, die wir so kennen. Er schmeckt künstlich und so, wie manche Waschmittel riechen, und das empört meine Zunge.

Ich probiere ja gerne neue Sachen, aber in Maßen. So lange es sich vermeiden lässt, trinke ich keinen Grünen Tee zum Frühstück und esse dazu Fisch. Deshalb gibt es auch heute morgen für mich Rosinenbrioche und Instantkaffee, während sich Modnerd an Reisbällchen mit Fisch in Kombination mit einem seltsam rosafarbenen Getränk versucht.

Der Wohnbereich unseres Zimmers hat mittlerweile, nach einem Abendessen und zwei Mal Frühstück, Gemütlichkeit absorbiert. Oder anders ausgedrückt: Es müllt langsam aber sicher voll.

Seit zwei Tagen versorgen wir uns aus „Conbinis“, den kleinen Convenience-Stores, in denen es Fertignahrung gibt. Das ist bequem und vergleichsweise billig, produziert aber leider unglaublich viel Müll. Zumal man es in Japan mit Plastikverpackungen eh hat. Es ist unglaublich, aber ALLES gibt es hier in Wegwerfvarianten und eingepackt in Unmengen an Kunststoff. Sogar hartgekochte Eier werden geschält und dann in Plastik verpackt zum Kauf angeboten:

Völlig ungläubig haben wir gestern Abend eine Packung Kekse angestarrt, die sich Modnerd aus einem Conbini mitgebracht hatte. Drum herum war eine große, feste Plastikverpackung, innen drin war eine Halterung aus Kunststoff für die Kekse und JEDER EINZELNE KEKS war auch nochmal in Plastik verpackt. Völliger Wahnsinn, der sich beim Einkauf auch fortsetzt.

So bekommt man beim Einkauf in Conbinis zu allem Besteck dazu. Zu einem Fertigsalat eine Plastikgabel, verpackt in Plastik. Zu einem Joghurt gibt es einen Plastiklöffel, verpackt in Plastik. Dazu Servietten, natürlich verpackt in Plastik. Und man bekommt immer und überall Plastiktüten für seine Einkäufe.

Am Ausgang der Conbinis stehen sogar Mülleimer, in die man die frisch gekauften Plastiktüten gleich wieder entsorgen kann, wenn man sie nicht braucht. Aber mitnehmen muss man sie. Über diese Konvention setze ich mich jedes Mal hinweg. Ich habe meinen kleinen Tagesrucksack dabei und sogar eine Einkaufstasche aus Stoff und sehe es überhaupt nicht ein, die Plastebeutel mitzunehmen. Jedes mal wenn ich sage „Nonono“, wenn der Kassierer zum Plastikbeutel greift, werde ich erst ungläubig angesehen, dann folgt seltsames Gemurmel, und manchmal wird dann jeder einzelner Artikel mit farbigem Klebeband als „bezahlt“ markiert.

Die Ernährung auf Conbinis ist natürlich nicht gesund. Zwar gibt es auch fertig abgepackte Reisgerichte und Salate, aber die meisten Fertiggerichte sind zu süß und zu fettig. Interessant ist es natürlich schon mal zu probieren, wie japanischer Baumkuchen eigentlich schmeckt.

Auflösung: Nicht nach Baumkuchen. Das ist auch kein echter Baumkuchen, sondern lediglich ein profaner Rührkuchen, auf den mit Lebensmittelfarbe Ringe aufgemalt wurden.

Modnerd und ich fahren mit der Metro in den Stadtteil Akihabara.

Auf den Bahnsteigen ist auf dem Boden markiert, wie man in zwei Schlangen rechts und links vor einer dicken Markierung warten soll. An der dicken Markierung kommen exakt die Türen der Züge an. Manchmal sind die Markierungen gelb, manchmal grün. Keine Ahnung was das bedeutet. Was ich aber weiß: Wenn die Markierungen schreiend pink sind, dann darf ich dort nicht einsteigen.

Pink bedeutet, dass dort ein Wagen hält, in den nur Frauen einsteigen dürfen. Japan hat so gut wie keine Kriminalität, aber „Groping“, das Befummeln und Betatschen von Frauen in vollen Bussen und Bahnen, ist ein echtes und verbreitetes Problem. Die Wagen nur für Frauen gibt es auf den Hauptlinien der Tokioter Metro und sind ein etwas verzweifelt scheinender Versuch, Frauen zu schützen.

In Akihabara angekommen stellen wir fest, dass der Bahnhof zwitschert. Wirklich, wir hören Vogelgezwitscher aus den Lautsprechern. Damit wird blinden Menschen der Weg zu den Ausgängen gewiesen, unmittelbar vor Treppen zwitschert es am Lautesten. Jeder Bahnhof hat einen anderen Vogelruf.

Außerdem hat jede Haltestelle der Metro in Tokyo eine eigene Melodie, die immer beim Einfahren eines Zuges erklingt. Modnerd, der sehr auf Akustik steht, zeichnet die Bahnhofsgeräusche mit einem kleinen Soundrecorder auf. Was er da so aufnimmt, kann man in seinem Podcast unter schoene-ecken.de nachhören, dort wird diese Reise in drei Folgen besprochen.

Beim Verlassen des Bahnhofs wird sofort klar, wo wir hier sind. Akihabara ist bekannt für zwei Dinge: Erstens für Comics und Comicfiguren und zweitens für Unterhaltungselektronik. Was es in diesen Bereichen gibt oder jemals gegeben, kann man hier kaufen, egal wie absurd es ist.


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Corona (12): Wie man es hinbekommt, dass die Brille trotz Mundschutz nicht beschlägt


Weltweit: 2.081.969 Infektionen (+ 146.323) 138.487 (+17.573 in 2 Tagen) Todesfälle
Deutschland: 134.753 Infektionen (+4.0370), 3.804 (+589 in den letzten 2 Tagen) Todesfälle

Den Journalistinnen und Journalisten wird wohl langweilig, anders ist die Lust an der Katastrophe nicht zu erklären, die man gerade herbeischreibt und -sendet. In langen Interviews dürfen so unsägliche Menschen wie ein 80jähriger Rechtsphilosoph oder die Cheflobbyistin des Hotelverbands darüber schwadronieren, wie unerträglich ja diese Corona-Maßnahmen seien, das die Menschen das nicht länger mitmachen würden und wir praktisch kurz vor Aufständen stünden.

Fünf bis zehn Minuten lässt NDR Info solche Leute schwafeln, und beim Zuhören steigt mein Blutdruck. Als der Rechtsphiloph abschließend erklärt, es sei nun wirklich nicht mehr vermittelbar, dass Gottesdienste ausfallen müssten und die Lobbyfrau fordert, dass es nach 10 Rekordjahren im Hotelgewerbe eben nicht ausreiche, nur den weggefallenen Umsatz abzufedern (sondern, unausgesprochen, auch den Gewinn!), bin ich richtig wütend.

Das ist in anderen Nachrichtenformaten ähnlich, überall wird geraunt, dass es so nicht mehr lange weitergeht und jetzt wirklich mal genug sei.

Ich halte es für unverantwortlich, dass in der Berichterstattung völlig irrelevanten Menschen Raum gegeben wird, die entweder sowieso die letzten 50 Jahre nicht aus ihrem Elfenbeinturm rausgekommen sind oder die den Arsch voll Geld gepumpt kriegen um ihrer Klientel Vergünstigungen zu sichern und deren Verluste zu vergemeinschaften.

Zumal die Realität gerade noch anders aussieht. Die Zustimmungswerte für die Eindämmungsmaßnahmen lagen vor einigen Tagen bei 90 Prozent. 90 Prozent! Wann erfährt Politik mal so viel Zustimmung?

Das ist erstaunlich und man sollte froh und dankbar über diese Disziplin in der deutschen Bevölkerung sein, und dass nicht rechte Brüllaffen vor den Rathäusern randalieren, wie gerade in den USA. Nun in den Medien auf Repeat-One die Platte „Wir halten das nicht mehr aus“ laufen zu lassen, ist aber der beste Weg zu genau solchen Zuständen.

Es sind immer die anderen

Apropos USA: Trump übernimmt nie für irgendwas Verantwortung. Das in den USA nun die Leute sterben wie die Fliegen ist in erster Linie seinem langen Zaudern zu schulden, und seinen Versuchen Schlangenöl (Malariamittel) als Wundermittel zu verkaufen. Jetzt braucht er einen Sündenbock, und das ist ausgerechnet die World Health Organisation. Zu spät hätten sie ihm Bescheid gesagt,und sich zu sehr auf China fokussiert. Alles gelogen, aber Trump stellt die Zahlungen der USA an die WHO ein.

Dafür lässt er seinen Namen auf alle Schecks drucken, die die Amerikaner jetzt als Beihilfe bekommen. Das ist eigentlich verboten und durch den Namensdruck verzögert sich die Ausstellung, wodurch mehr Menschen sterben, aber hey, der Tump, ne. Weil er gerade einen Lauf hat, will er auch das Parlament in Pause schicken und mal durchregieren. Hat ja in Ungarn und England auch geklappt. Maßnahmen zur Isolation? Nein, unwichtig.

Flatten the Curve!

Der Bundeskanzler Frau Merkel verkündete gestern, dass es zwar einen Erfolg gäbe, der aber fragil sei. Die Curve ist geflattet, die Ansteckungsrate sei jetzt bei 1,0 (1 Infizierter steckt einen neuen an). Aber der Erfolg sei fragil. Werden jetzt die Maßnahmen gelockert und die Rate steigt auf 1,1, seien wir im Oktober wieder am Rande der Kapazität unseres Gesundheitssystems. Steigt sie auf 1,3, ist dieser Punkt um Juni erreicht. Die Kontaktsperre wird deshalb zwei Wochen fortgesetzt, bis Anfang Mai. Dann sehen wir weiter.

Beschlagen

Ich gehe ja nur noch mit Mundschutz raus und kannte das Problem auch: Trägt man zum Mundschutz eine Brille, geht die Atemluft direkt hinter die Gläser und die Sehhilfe beschlägt.

In diesem Video verrät uns ein japanischer Channel, wie man dem vorbeugt: Einfach die Maske oben ein Mal falten oder ein Taschentuch zwischen Maske und Nase legen. Das funktioniert! (Es sei denn, es ist draußen sehr kalt).

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Impressionen eines Wochenendes (31): Dorfromantik

Das Dorf liegt in einem sanften Tal, zu einer Seite umgeben von Wald, zu der anderen von Feldern. Da wohne ich jetzt seit 10 Jahren, habe mir aber nie die Zeit genommen, mal eine Runde über die Berge direkt vor meiner Haustür zu drehen. Das ist echt eine Schande, denn die Bergseite mit dem Wald liegt 100 Meter von meinem Haus weg, die andere Seite mit den Feldern 10 Minuten zu Fuß.

Es brauchte also erst eine Pandemie, damit ich vor die Tür gehe. Das Dorf selbst ist ja ohnehin knuffig. Es besteht zum Großteil aus liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern. Lediglich an einem Hügel am Ortsrand haben sich völlig überzogenene 80er-Jahre Villen breitgemacht, mit klotzigen Glasfronten und schrägen Dächern. Aber die prägen das Ortsbild nicht. Aktuell prägt eher kitschige Deko das Dorfbild.


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Corona (12): Ostern im Lockdown

Weltweit: 1.935.646 Infektionen (+ 431.746) 120.914 (+30.983.460 in 5 Tagen) Todesfälle
Deutschland: 130.383 Infektionen (+17.087), 3.215 (+866 in den letzten 5 Tagen) Todesfälle

Vorerst gilt der Lockdown in Deutschland nur bis Anfang kommender Woche. Heute bespricht sich die Bundesregierung dazu ob er verlängert wird, morgen Bund und Länder. Einige Landesfürsten, unter anderem Armin Laschet aus NRW, sind ganz jibberig darauf Schulen wieder zu öffnen und die Beschränkungen in der Wirtschaft zu lockern.

Das wissenschaftliche Feigenblatt dafür hat ihnen jetzt die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina aus Halle geliefert, in einer Stellungsnahme, in der solche Szenarien für möglich gehalten werden. Das Papier tragen nun konservative Politiker und Wirtschaftsliberale mit „jetzt ist aber mal genug, die Wirtschaft muss wieder anfahren und hier ist unser Persilschein“-Attitüde durch die Gegend.

Nur: Anscheinend haben die alle das Dokument nicht wirklich gelesen. Das gibt nämlich mitnichten konkrete Empfehlungen für ab sofort, sondern fabuliert mit „sobald wie vertretbar“ und entlässt daher nicht die Politik aus der Verantwortung.

Mit dem Dokument selbst habe ich auch so meine Probleme. M.E. sind die realen Bedingungen an Schulen und die Praktikabilität der skizzierten Maßnahmen nicht in die Betrachtung eingeflossen. Wie kann sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler ständig Masken tragen, sich die Hände waschen und auch auf dem Schulhof Abstand halten? Das ist wohl, insb. in der Grundschule, unrealistisch. Und woher sollen Räume kommen, die groß genug sind, um max. 15 SchülerInnen auf einmal zu unterrichten?

Auch sonst sind liest sich das Leopoldina-Dokument wie eine Ansammlung von hätte-würde-könnte-sollte, klingt stellenweise etwas weltfremd oder geht von Annahmen aus, die ich für realitätsfern halte. Außerdem stimmt mich nachdenklich, dass auf der Expertenliste zu dem Papier exakt zwei Virologen und eine Infektionsforscherin stehen, aber 10 Sozialwissenschaftler, Juristen, Historiker und Theologen. WTF.

Aber egal, die verkürzten Aussagen aus dem Paper sind Wasser auf die Mühlen derer, denen Wirtschaft vor Menschenleben geht.

In der Bundesregierung weiß man das, und deren Kommunikationsstrategie ist gar nicht mal schlecht. Der Bundeskanzler Frau Merkel macht immer mal wieder so Andeutungen, damit man sich schon mal mit dem Gedanken anfreunden kann, dann trifft es einen nicht mehr ganz so hart. An dem, was sie vorsichtig schwurbelt, kann man also ablesen wie es weiter geht. Vor Ostern waren das Sätze wie „Naja, so Schulen und Kitas, die werden sicher nicht das erste sein, was wir wieder öffnen können“.

In Frankreich ist Amtskollege Emanuel Macron anderes drauf. Er verkündete gestern ohne Umschweife, dass der Lockdown weiter gilt bis Mitte Mai, und das man sich keine Illusionen machen solle – auch die Öffnung der Grenzen in Europa sieht er nicht vor September.

Also Vorsichtig sein im Umgang mit diesem Leopoldina-Papier. Aber dafür müsste man es, wie gesagt, lesen. Das dümmste Riff in der aktuellen Regierung, ausgerechnet unsere Wissenschaftsministerin, hat das natürlich nicht und findet es eine „erstklassige Beratungsgrundlage“. Ihr Kollege Scheuer liest ohnehin nur Zahlen auf Geldscheinen und lässt sich jetzt gerade dafür feiern, dass er mit Anrufen bei der Lufthansa half, einem befreundeten Händler aus seinem Wahlkreis Passau Millionen von Schutzmasken aus irgendwelchen grauen Quellen nach Deutschland zu bringen – der die nun mit ordentlich Profit verkaufen dürfte.

Immerhin, die harten Maßnahmen und die Grundrechtseinschränkungen zeigen Wirkung. Zu Beginn der Maßnahmen steckte ein Infizierter 4 bis 5 andere Personen an, jetzt liegen wir bei ungefähr einer Neuinfektion pro Infiziertem. Das ist nicht schlecht, aber noch nicht wieder im Bereich wie zum Beginn der Pandemie, wo Infektionsketten wieder nachverfolgbar sind und wirklich über Lockerungen nachgedacht werden kann, sind wir noch entfernt.

Ich Ich Ich

Der Lockdown macht sich auch bei der Medikamentenversorgung bemerkbar. Am Wochenende lag ein Brief von Doc Morris im Kasten. „Zu unserer Entlastung senden wir Ihnen Ihr Originalrezept zurück“. Warum? Weil die Bestellung nicht ausführbar war, mein Blutdrucksenker Candesartan ist momentan schwer erhältlich. Nun sind Blutdrucksenker wichtig, aber nicht gleich Lebensnotwendig. Nur: „Jeden Tag geht was anderes aus“, wie die Apothekerin heute morgen sagte. Es komme dann zwar immer wieder Nachschub an diesem oder jenem, aber sofortige Verfügbarkeit bei verbreiteten Medikamenten ist nicht gegeben. Immerhin, ich hatte Glück, in der dritten Apotheke die ich abgeklappert habe, lag noch eine letzte Packung Candesartan rum – was selbst die PTA dort wunderte.

Ostern im Lockdown

„Was machst Du so über Ostern? Verreist Du?“, fragte mein Vater, der immer noch ignoriert, was eigentlich los ist. „Sohn, ist doch nicht schlimmer als eine Grippe“, posaunte er fröhlich am Telefon und hörte schon wieder nicht mehr zu, als ich dem Herrn Ingenieur den Unterschied zwischen linearem und exponentiellen Wachstum erklären wollte.

Bewegungsdaten der Handyprovider zeigen, dass mein alter Herr nicht der einzige ist, der nicht zuhause bleiben kann. Die Reiseaktivität hat zugenommen, anscheinend wollten sich viele den Osterbesuch bei den Familien nicht nehmen lassen.

Hier bei mir was man vernünftig. Auf meinem Dorf gab es keine Osterfeuer, keine Familiengartenfeste. In meinem Haus blieben alle unter sich, machten aber trotzdem was Schönes. Zum einen fand ich vor meiner Haustür ein Osternest, so wie Osternester in der Zeit von Corona aussehen:

Im Treppenhaus materialisierten sich plötzlich Dinge wie frisch gebackener Käsekuchen oder Zwiebelkuchen, was per SMS und Whatsapp kommuniziert wurde. Jede und jeder konnte sich bedienen. Ein Schönes Symbol für „Ihr seid vielleicht allein in Eurer Wohnung, aber nicht in Euren Herzen“. Bah, Kitschig. Aber auch lecker!

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Reisetagebuch Japan (2): Irgendwas mit Architektur

Reise nach Japan. Heute erprobe ich japanische Toiletten, nähere mich Tokyo und warte darauf, dass mein Reisegefährte Modnerd verhaftet wird.

Samstag, 02.11.2019
Oak Hostel Fuji
Sumida, Tokyo

Als ich die Augen aufschlage, sehe ich den Boden eines Etagenbetts über mir. Ich weiß sofort wo ich bin: In Japan! Die gestrige Reise ein Mal um die Welt war kein Traum!

Ich habe wie ein Stein geschlafen, stelle ich fest, und jetzt bin ich putzmunter. Es ist es kurz vor 08:00 Uhr, zuhause in Deutschland wäre jetzt erst Mitternacht. Cool, keinerlei Jetlag!

Kurz darauf und etwas später sitzen Modnerd und ich in der Wohnecke des 4-Bettzimmers, das wir für uns allein haben. Das ist purer Luxus, immerhin sind wir hier in einem Hostel. Nebenan schlafen acht Leute in einem Raum der nur halb so groß ist und in dem jeder hat nur eine Schlafkoje mit einem Vorhang hat. Und wir haben hier sogar eine Sitzecke und einen Balkon.

Was wir nicht haben: Eine normale Zimmerdecke. Aus irgendeinem Grund ist unser Zimmer nach oben offen. Man kann ins nächste Stockwerk durchgucken, das aus einem kleinen Raum besteht, der wie ein Turm oben aus dem Haus raussteht.

Im Supermarkt habe ich mir gestern Instant-Kaffee und einen Rosinenbrioche gekauft. Modnerd ist ein wenig exotischer drauf und hat zum Frühstück giftgünen Instant-Tee und ein Brötchen mit süßer Pasta. Er kauft perverseste Dinge, unter dem Vorwand sich an lokale Geschmäcker anzupassen. Ich beäuge seine Frühstücksauswahl betont mißtrauisch. „Schmeckt gut“, behauptet Modnerd demonstrativ.

Frühstück für Helden? Frühstück für Wikinger sieht in Japan verdächtig nach Karies aus:

Was unsere Luxussuite neben einer Zimmerdecke auch nicht hat: Ein Badezimmer. Im Erdgeschoss des Hostels, neben dem Gemeinschaftsraum, sind ein paar Duschen, und im Gang vor unserem Zimmer sind Waschbecken und Toiletten, die wir gemeinsam mit Backpackern aus aller Welt nutzen.

Die Toiletten sind natürlich das Besondere. Japanische Toiletten sind Hightech-Produkte, die äußerst sparsam mit Wasser umgehen, sich selbst desinfizieren und so beschichtet sind, dass nichts am Becken kleben bleiben kann – eine Klobürste ist unnötig.

In der Regel ist die Klobrille beheizt, und gespült wird über ein Kontrollfeld an der Wand oder direkt neben der Toilette. Allerdings sollte man sich vorher mit den Symbolen auf dem Tastenfeld vertraut machen, sonst kann man seltsame Überraschungen bis hin zum ungewollten Einlauf erleben.

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Corona (11): Die leere Welt

Weltweit: 1.503.900 Infektionen (+56.434.086) 89.931 (+6.460) Todesfälle
Deutschland: 113.296 Infektionen (+5.633), 2.349 (+333) Todesfälle seit gestern

Die nächsten 18 Monate, so las ich vor einiger Zeit, seien für das Klima unseres Planeten entscheidend. Würde sich nichts Gravierendes ändern, so hieß es, erreichen wir einen kritischen Tippingpoint, und ab dem wäre es das dann mit der Erderwärmung. Kein Zurückdrehen mehr möglich. Nur was, dachte ich damals (vor sechs Wochen), sollte sich in 18 Monaten schon ändern?

Nun, gravierendere Änderungen als durch die Pandemie kann man sich kaum vorstellen. Automobiler Individualverkehr ist um 75 Prozent gesunken, Flugverkehr um 85 Prozent. Wie man sich das vorstellen muss, zeigt dieser Film von Eurocontrol mit einem Vergleich von Flugbewegungen Ende März von jetzt und vor einem Jahr:

Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung.

Weil niemand weit weg kann, sind hier auf dem Land sind die Wald- und Feldwege voller Menschen. Quasi im Gänsemarsch schieben sich die Stadtbewohner durch Flur- und Feldmark, aber die Städte sind leer. Nicht nur hier, sondern rund um die Welt.

Ich habe gerade Fernweh und sehe durch die Augen von Webcams Orte, die ich schon in echt besucht habe und die stets völlig überlaufen waren. Normalerweise tobt hier das Leben, nun sind sie leer und verwaist. Eine Auswahl.

Mailand, Dom.

Verona, Arena. Bild: Skycams.

Verona, Piazza delle Erbe. Bild: Skycams.

London, Westminster Bridge und Uhrenturm von Big Ben.

London, Westminster Bridge

Orvieto, Dom.

Lecce, Piazza delle Orgodingsbums.

Recco, Strand.


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Corona (10): Der Sirenengesang des Baumarkts und das Eintuppern von Wasser

Weltweit: 1.447.466 Infektionen (+158.086) 83.471 (+12.989) Todesfälle
Deutschland: 107.663 Infektionen (+7.477), 2.016 (+426) Todesfälle seit gestern

Baumärkte!

Alle deutschen Männer eines gewissen Alters werden von Baumärkten praktisch magisch angezogen. Vermutlich ist es in unseren Genen angelegt, wie bei Kaiserpinguinen der Marsch über das Eis. Baumärkte locken uns mit einem unhörbaren und unwiderstehlichen Sirenengesang. Mindestens ein Mal pro Monat, besser ein Mal pro Woche, müssen wir zu Obi, Globus, Praktiker, Hammer oder Trotz fahren und… äh, naja, so BESORGUNGEN machen, wie mein Vater es nennt. Die sind wichtig, die, äh, Besorgungen.

Wird uns der Baumarkt vorenthalten, kriegen wir Männer praktisch stante Pede Lagerkoller. Das weiß auch die Politik, weshalb in manchen Bundesländern die Baumärkte als „systemrelevant“ erklärt wurden und durchgängig geöffnet hatten. In Niedersachsen waren die jetzt 10 Tage geschlossen, aber da auch die Politiker alte, weiße Männer sind, die nicht gegen ihre Gene ankönnen, sind sie seit Samstag wieder geöffnet. Also, die Baumärkte, nicht die alten Männer.

Die Bilder waren erwartbar: Baumarkt macht um 08:00 Uhr auf, ab 07:00 Uhr war der Parkplatz mit 300 Autos voll und lange Schlangen standen vor dem Eingang, schreibt die Lokalzeitung.

Jetzt ist fast alles wieder gut. Baumärkte sind Balsam auf die geschundene Männerseele. Nur fast gut, weil jetzt die Waschanlagen geschlossen sind. Die Waschanlagen!

Waschanlagen!

Waschanlagen! Geschlossen! Da fällt dem deutschen SUV-Boomer glatt ein Ei aus der Hose. Die ersten Facebookgruppenmitglieder kündigen schon Akte der Rebellion an: Sie werden aus Protest ihren Stadtgeländewagen auf der offenen Straße waschen! Das ist die Vorstufe zur Anarchie! Weil, Pandemie hin oder her, aber Blütenstaub auf dem VW Touareg, das geht doch nicht, wo simma denn hier?

Wunderkind aus Österreich

Kanzlerkind Sebastian Kurz: „Wir machen die Geschäfte wieder auf!“ Und die BILD-Zeitung so: „Die Ösis machen uns vor wie es geht!!“ In der Frage wem man eher glauben möchte, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder politischen Populisten mit Angst vor sinkenden Umfragwerten, hat man sich im BILD-Homeoffice zwischen zwei Schlucken aus der Lackdose schon entschieden.

Die orangefarbene Gefahr

„Trifft eine unfähige Regierung auf eine weltweite Krise“ – so beginnen keine Witze, nicht mal schlechte. „Unfähigkeit“ ist dieser Tage orange und hört auf den Namen Trump. Sein Leugnen der Gefahr und das jetzige Missmanagement der Lage führen dazu, dass alle 90 Sekunden ein US-Bürger an CoVID19 stirbt, gestern alleine über 2.000.

Trump übernimmt nie für irgendwas Verantwortung, immer sind die anderen Schuld. Heute hat er verlautbaren lassen, dass an der Krise in den USA nur die Weltgesundheitsorganisation WHO schuld sei. Die USA sei der größte Beitragszahler (das ist gelogen) und die WHO würde nur China helfen (was auch gelogen ist) und den USA schlechte Ratschläge geben (selbstverständlich auch gelogen). Nur deshalb gäbe es jetzt so viele Tote, und deswegen müssen die USA aus der WHO austreten. Is klar.

Gleichzeitig empfiehlt Trump seinen Landsleuten das Malariamittel Hydroxychloroquine zu schlucken. Das hat keine nachgewiesene Wirkung gegen COVID19, aber warum nicht. Vermutlich hat Trump Aktien an dem Unternehmen, das dieses Hydrodingsda herstellt. Ist seinen Anhängern aber auch egal, die Beschimpfen in den unsozialen Medien die Ärzte, die vor dem Mittel warnen, und feiern die Weisheit ihres Präsidenten. Der wiederum macht Hilfe für Bundesstaaten davon abhängig, wie wohl sie ihm gesonnen sind. Steckt man tief in seinem Hintern, bekommt man medizinische Hilfsgüter. Ist ein Staat von Demokraten regiert heißt es Sorry, hinten anstellen.

Unterdessen schenkt China der Stadt New York 1.000 Beatmungsgeräte und trägt damit maßgeblich zur Entspannung der Lage in den Krankenhäusern vor Ort bei.
China als gütiger Hegemon, die USA als Schurkenstaat. Willkommen, neue Weltordnung.


Und sonst so?

Vier Milliarden Menschen sind gerade gehalten zu Hause zu bleiben. Das sind vier Milliarden Menschen weniger, die auf der Erdkruste rumtrampeln und -fahren. Das können Seismologen messen, und ohne die von Menschen gemachten Störungen lässt sich viel präziser feststellen, was in unserem Planeten passiert.

Ich Ich Ich

Ich werde anscheinend zum Prepper. Plötzlich hielt ich es für eine voll gute Idee mal ein wenig Wasser einzutuppern, habe aber aus Versehen statt einem gleich drei 30-Liter Tanks bestellt. Verdammter Onlinehandel. Wäre ich doch nur in den Baumarkt gefahren.

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Corona (9): Rundumschlag

Weltweit: 1.29380 Infektionen (+730.878) 70.482 (+45.231) Todesfälle
Deutschland: 100.186 Infektionen (+50.842), 1.590 (+1.286) Todesfälle

Woche 3 der Isolation und achje, schon wieder eine Woche her seit den letzten Notizen. Was hat sich seitdem getan? Ein großzügiger Rundumschlag.

National: Es mehren sich die Stimmen derer, die der Meinung sind, jetzt sei es aber auch mal gut mit der Isolation. Man solle jetzt doch mal wieder schaffen gehen, und im Zweifel nur die Risikogruppen isolieren. Das wird aber nichts. COVID19 kennt keine Gnade, durch alle Altersgruppen und Schichten hindurch sterben Menschen bei schweren Verläufen. Durchhalten ist die Parole der Stunde. Und wir werden noch lange durchhalten müssen:

Besserwisserisch: Das Wort „Quarantäne“ kommt vom italienischen Wort für 40, und das war die Anzahl von Tagen, die Schiffe mit der Pest an Bord vor dem Hafen liegen mussten. 40 Tage werden aber bei Corona nicht ausreichen. Im folgenden Video rechnet Mai sehr unaufgeregt vor, dass es im Besten Fall 56 Tage dauert, bis Maßnahmen gelockert und wie zu Beginn der Pandemie durch strenge Kontrollen mit Nachverfolgung von Infektionsketten ersetzt werden können. Wir haben also erst ein Drittel hinter uns.

Persönlich: Es ist schwer, vernünftig zu sein. Seit Mitte März hat es nicht mehr wirklich geregnet, stattdessen jeden Tag Sonnenschein und jetzt auch noch frühsommerliche Temperaturen. Der Körper giert nach Bewegung, der Kopf will an die frische Luft, aber nein, dass darf ja nicht. Dann einen Blick in die Berichte wie schlimm ein Tot an COVID-19 sein kann und schon ist das Bedürfnis rausgehen zu wollen auf ein erträgliches Maß reduziert.

Maskiert: „Masken helfen nicht“, hieß es zu Beginn der Pandemie allerorten. Darüber wunderten sich nicht nur die Chinesen. Jetzt wird die Bevölkerung aufgerufen selbst welche zu nähen. Nicht um den Träger der Maske zu schützen, sondern andere. Skurrilitäten am Rande: Abmahnanwälte schicken Unterlassungsbriefe an Firmen, die Schutzmasken herstellen wollen, und die USA klauen anderen Ländern deren Lieferungen an medizinischen Mundschutzen.

Polizeilich: Demo in Göttingen, viele Demonstranten tragen Mundschutz, alle halten Abstand. Plötzlich kriegt die Bereitschaftspolizei einen Triller, greift sich einzelne Personen raus, umstellt die mit mehreren Beamten ohne Mundschutz, die aus Tuchfühlungsentfernung auf die Demonstranten einreden. Hinweise auf das Abstandsgebot werden mit höhnischen Sprüchen quittiert. Mal ganz ehrlich: Was stimmt den den Polizisten nicht, die für Maßnahmen zur Einhaltung von Regelungen des Infektionsschutzgesetzes jegliche Schutzmaßnahmen mißachten?

Europäisch: Ungarn ist jetzt endgültig eine Autokratie, aufgrund von Notstandsgesetzen ist das Parlament suspendiert und die Presse eingeschränkt, für mindestens ein Jahr. Wie es dazu kommen konnte? Das Parlament selbst hat dafür gestimmt, und dort hatte Orbans Fidesz-Partei die Mehrheit. Und das, liebe Kinder, ist der Unterschied zwischen einer demokratisch gewählten Partei und einer demokratischen Partei. Auch die Fidesz wurde demokratisch gewählt, aber sie arbeitete an der Abschaffung der Demokratie. Wie die AfD in Deutschland.

Europäisch II: Was bemerkenswert ist: Das dröhnende Schweigen der EU-Kommission. Kein Wort von von der Leyen zu der Ungeheuerlichkeit, die sich in Ungarn abspielt. Eine Diktatur, mitten in Europa! Von der Leyen sagt dazu: NICHTS. Möglicherweise deshalb, weil sie nur mit Orbans Stimmen Präsidentin geworden ist. Statt der Kommission setzen nun 13 andere Länder eine Erklärung auf, in der sie es verurteilen, wenn Länder die Corona-Krise nutzen, um repressive Maßnahmen einzuführen. Ungarn wird nicht explizit genannt, aber es ist klar, an wen sich die Erklärung richtet. Ironie des Ganzen: Orban hat ausrichten lassen, dass er die Erklärung gut findet und auch unterzeichnen will Mehr Hohn geht kaum.

Europäisch III: Die Länder Südeuropas fordern gemeinsam die Vergemeinschaftung von Schulden, Deutschland lehnt das ab. Europa, es war schön mit Dir. Mittlerweile denke ich, dass die EU diese Krise nicht überleben wird, und das ist maßgeblich die Schuld von Deutschland.

Blümerant: Franca ist 76. Sie hat versprochen nicht rauszugehen, sondern schön zu Hause zu bleiben und Blümchen zu fotografieren. Jetzt schickt sie mir jeden Tag Beweisbilder. Vielleicht habe ich gerade ein Tränchen im Augenwinkel.

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Reisetagebuch: Japan (1)

Im Herbst 2019 verschlägt es Herrn Silencer nach Japan. Die Reise findet ohne Motorrad statt, weswegen die nächsten Teile, die immer Samstag erscheinen, nicht im Motoblogger-Reddit auftauchen werden. Auch ohne zwei Räder: Abenteuerlich wird es trotzdem.

Donnerstag, 31. Oktober 2019, Götham

Man, bin ich müde.

Müde, weil ich wenig geschlafen habe und schon seit 6:30 wach bin.

Dabei ist heute Feiertag, Reformationstag, der 31. Oktober. Ich habe also frei und könnte ausschlafen. Aber das wäre erstens nicht gut und zweitens bin ich jetzt doch ein wenig aufgeregt.

Zum wiederholten Male checke ich Webseiten.
Bus? Fährt.
Bahn? Fährt, wenn auch verspätet, was für eine Überraschung.
Flieger? „Heute ist ein hohes Reiseaufkommen, planen Sie mehr Zeit für den Checkin ein“, meldet der Flughafen, sonst aber alles gut.

Ich mache den Rechner aus, stelle die Heizung ab und klicke dann die Sicherungen der Wohnung raus. Dann zippe ich den Rucksack zu. Alles, was ich für drei Wochen brauche, ist da drin.

Verreisen mit möglichst minimalistischem Handgepäck, das habe ich ursprünglich mal von Kalesco und Modnerd gelernt. Während Modnerds Gepäck dann im Laufe der Jahre immer voluminöser wurde, entlang den immer handgepäckfreundlicheren Regeln von Ryan Air, ist meines immer noch weiter geschrumpft.

Nach jeder Reise gucke ich genau, was ich nicht gebraucht habe und was beim nächsten Mal zu Hause bleiben kann. Hier was weglassen, da ein paar Gramm einsparen, dort ein Teil durch etwas leichteres ersetzen.

Zwei Erkenntnisse daraus:
1. Aus vielen, wenigen Gramm, die man hier und da einspart, wird irgendwann ein Kilo und das kann entscheidend sein.
2. Ich brauche unterwegs nicht viel.

Die Bonuserkenntnis: Ich bin kein Rollkoffertyp.

Ich habe es echt versucht, aber ich kann mich mit den Dingern nicht anfreunden. Griffmechanik und Rollen sind zusätzliches Gewicht und nehmen Platz weg, was mir schon in der Seele weh tut. Und man hat die Hände nicht frei, wenn man ein Köfferchen ziehen muss. Deshalb bin ich mit einem Gepäckstück unterwegs, das leicht ist, und mit dem ich – anders als bei Rollkoffern – die Hände frei habe.

Zum ersten Mal verwende ich Packing Cubes, ultraleichte Reißverschlusstaschen, um Klamotten im Rucksack nach Ober-/Unterbekleidung und Schmutzwäsche zu trennen. Sowas hatte ich bislang nicht, nach alter Moppedfahrermanier habe ich bislang meine Klamotten immer in Müllbeutel verpackt, weil die wasserdicht und superleicht sind. Aber gut, ich muss zugeben, mit den Cubes sieht es ordentlicher aus.

Ich bin auch deshalb müde, weil ich ein wenig kränkele. Ich werde ja nie krank, aber vorgestern Nacht bin ich stundenlang bei Temperaturen nahe Null und viel zu leichter Bekleidung durch die Gegend gerannt. Eine Hausmeisterin fand es wohl witzig, den Parkplatz der Volkshochschule abzuschließen, während die Schüler noch drauf standen, nur um dann Feierabend zu machen. Fast eineinhalb Stunden bin ich durch die Kälte gerannt bis ich endlich jemanden gefunden hatte, der mein Auto vom Parkplatz lassen konnte. Scheiß Aktion. Die Quittung dafür: Husten und verschnupfte Nase. Mist.

Ein letzter Blick zurück. Huhu, der Blogpinguin, wird in meiner Abwesenheit auf alles aufpassen. Jetzt hat er es sich auf der Couch bequem gemacht und winkt zum Abschied.

Ich schließe die Wohnung ab und mache mich auf den Weg zum Bus.
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„Männer an Maschinen verdienen mehr als Frauen an Menschen“

Starke Worte heute im ZEIT-Podcast „Was jetzt“: „Männer an Maschinen verdienen mehr als Frauen an Menschen“.

Hintergrund: Im medizinischen Bereich und im Pflegesegment steigen weder die Löhne des Personals noch wird der Personalstand aufgestockt, und das, obwohl die Nachfrage seit Jahren hoch ist und immer weiter steigt.

Stattdessen beobachtet man das Gegenteil, auch der Arztberuf wird im Vergleich schlechter entlohnt als früher. Der Autor der ZEIT macht das auch daran fest, dass mehr Frauen den Beruf ergriffen haben, und kommt zu dem Schluss, dass das das Ergebnis patriarchaler Kultur in Tateinheit mit Kapitalismus ist.

Oder anders ausgedrückt: Wo Alte-Männer-Strukturen Hand in Hand mit gewinnfixierten Wirtschaft laufen, kommt nichts Gutes bei raus. Stattdessen werden Marktmechanismen durch Machtmechanismen ersetzt, es steigen die Profite, aber nicht die Löhne.

Die Theorie das „Die unsichtbare Hand des Marktes“, Preise und Löhne durch Angebot und Nachfrage regelt, kann so langsam als falsifiziert gelten. Also, sie KÖNNTE falsifiziert werden, wenn es sowas wie eine WirtschaftsWISSENSCHAFT wirklich gäbe. Aber BWL und VWL ist nunmal keine Wissenschaft, sondern eher Religion.

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Teaser

Kleiner Vorgeschmack auf die Orte, an die es das Reisetagebuch in den kommenden Wochen verschlägt. Die neuen Episoden erzählen das Abenteuer, wie der Dorfmensch Herr Silencer versucht sich in einer 38 Millionen-Metropole zurecht zu finden, dabei Dinge über Roboter und Idole lernt, Banden von kriminellen Hochqualitätsbambis begegnet und irgendwann völlig nackt und fiebrig auf einem herbstlichen Berg steht. Nun, vielleicht nicht beides gleichzeitig.

All das und mehr ab Samstag. Hier im Blog.


Frühere Meisterwerke der Videokunst:

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Momentaufnahme: März 2020 (2)

Herr Silencer im März 2020

Krisenbedingt viel Medienkonsum, deshalb hier Teil 2 der monatlichen Rückschau.
Hier ist Teil 1.

Sehen:

Terminator: Dark Fate [Bluray]
30 Jahre Nach den Ereignissen von „Terminator 2“: Skynet wird es nie geben, aber dafür wird andere KI die Menschheit jagen. Nur: Dieses Mal haben die Menschen keinen John Connor als Erlöserfigur, denn der wurde tatsächlich noch in den 90ern von willkürlich im Zeitstrom abgesetzten Maschinenkillern terminiert. Diese versprengten Terminatoren jagt nun eine alte, verbitterte und vor Paranoia halb irre Sarah Connor, bis sie über ein ungleiches Gespann stolpert: Eine Mexikanerin, die von einer Soldatin aus der Zukunft begleitet wird, und die beide einen hartnäckigen Verfolger haben.

Noch so ein Terminator-Film, nach dem niemand gefragt hat. Die Grundprämisse von „Deadpool“-Regisseur Tim Miller klingt nicht uninteressant: Er ignoriert die letzten drei Filme („Rebellion der Maschinen“, „Salvation“ und den grottigen „GeniSys“) und setzt „T2“ von 1991 fort. Nur: Das passiert mit einer Ausnahme völlig mutlos.

Statt auf frische Ideen setzt Miller auf das „Force Awakens“ Prinzip und verfilmt hier praktisch Terminator 2 einfach noch einmal. Ein paar Figuren haben ein nun anderes Geschlecht oder eine andere Hautfarbe, aber die Storybeats sind die gleichen. Das ist OK umgesetzt und unterhält so mittel: Man kennt halt alles, das hat man alles schon gesehen. Ich würde mich ja mal über neue Geschichten im Franchise freuen. Sowas wie: Mensch aus der Gegenwart reist in die Zukunft um die Vergangenheit zu ändern, oder so. Aber nicht immer den gleichen Käse, auch wenn er kurzweilig und mit starken Frauen inszeniert ist.

On the Milky Road [2016, DVD]
Im jugoslawischen Bürgerkrieg bringt Milchmann Kosta jeden Tag Milch auf seinem Eselchen über die Frontlinie. Kosta ist ein Glückspilz: Nicht nur, das er nie von Kugeln getroffen wird, bald wird er auch die Dorfschönheit heiraten. Da tritt eine italienische Flüchtlingsfrau (Monica Bellucci) in sein Leben. Kosta verliebt sich in die geheimnisvolle Frau, aber die ist schon einem anderen versprochen und hat einen Ex-Mann, der Killerkommandos hinter ihr her hetzt.

Emil Kusturicas erster Film seit Ewigkeiten. Der Film ist dreigeteilt, aber kein klassischer Dreiakter. Teil 1 beginnt lustig und kauzig-skurril, wandelt sich aber im zweiten Teil zum surrealen Drama mit bizarr-grausamen Momenten. Spätestens wenn Schafe in einem Minenfeld im die Wette explodieren, weiß man nicht mehr, ob man darüber lachen kann. Teil drei ist dann die Rückschau eines alten Kosta, der zum Eremiten geworden ist.
Das ganze ist ein filmisches Erlebnis, Sinn ergibt es aber nicht unbedingt.

Wie sehr liebst Du mich? [2013, DVD]
Ein kleiner Büroangestellter hat 4 Millionen Euro in der Lotterie gewonnen. Damit geht er zu der schönen Prostituierten Daniela (Monica Bellucci) und bietet an, ihr jeden Monat 100.000 Euro zu zahlen, bis das Geld alle ist. Dafür soll sie so tun, als sei sie seine Frau. Der Deal steht, fällt aber nach kurzer Zeit schon wieder auseinander. Daniela fürchtet plötzlich, dass die Schatten ihrer Lebenswelt, in der sie sich wohl fühlt, den braven Typen in einen Abgrund ziehen. Dafür taucht plötzlich ihr Zuhälter und echter Ehemann (Gerard Depardieu) auf und will die 4 Millionen.

Fürchterlich verbimmelter Film, der zu keinem Zeitpunkt auf eine Erzählung fokussiert, sondern mal hierhin und mal dorthin kippt und ab der Hälfte einfach narrativ rückwärts auf den Boden fällt und den Rest der Laufzeit nur noch zuckt. Dramatische Probleme werden aufgemacht, um dann 5 Minuten später vergessen zu werden. Lediglich Monica Bellucci ist fantastisch, weil ihr Charakter im Film dem entspricht, was sie gut spielen kann: Eine Projektionsfläche für Begierden.

Don´t look back [BluRay]
Sophie Marceau lebt mit Mann und Kindern in Paris. In ihrem Alltag stellt sie merkwürdige Veränderungen fest. Erst sind es Kleinigkeiten: Ein Küchentisch, der nicht mehr an der richtigen Stelle steht, oder ein umgeräumter Kleiderschrank. Das steigert sich aber schnell. Plötzlich kommt nicht mehr ihr Ehemann nach Hause, sondern ein Fremder. Und auch die Kinder sind nicht mehr ihre eigen. Schließlich muss sie im Spiegel mit ansehen, wie sie selbst sich in eine andere Frau (Monica Bellucci) verwandelt. Verwirrt macht sie sich auf die Suche nach dem Grund dieser Geschehnisse und findet ihn in Süditalien.

Noch so ein verquaster Arthouse-Quatsch. Viel zu lang zieht sich die Geschichte im Mittelteil, um dann mit einer geradezu einfältigen Auflösung um die Ecke zu kommen, die zu dem Zeitpunkt aber schon niemanden mehr interessiert. Als Zuschauer hat man sich nach dem gemächlichen Einstieg schon das Bild gemacht, das die Protagonistin geistig Krank ist, da erwartet man dann auch keine Erklärung mehr für. Und die „Erklärung“, die dann kommt ist genauso hanebüchen wir naiv.

Meine Güte, Sophie Marceau UND Monica Bellucci, DIE europäischen Göttinnen, zusammen in einem Film, kann man das versauen? Man kann, „Don´t look back“ ist der Beweis. Hätte als Kurzfilm funktioniert, auf Spielfilmlänge ist es Folter.

Stan & Olli [Prime Video]
1937 lag die Welt dem Komikerduo Laurel und Hardy zu Füßen. Ein paar Jahre später tingeln sie auf einer Tour durch England und spielen in halbleeren Pubs. Während Laurel davon träumt, noch einen großen „Stan & Olli“-Film zu machen, hat Hardy Probleme mit Ehefrauen, Spielsucht und seiner Gesundheit.

Langsam und gemächlich trottet dieser Film daher. Beeindrucken tut weniger die kaum vorhandene Geschichte, als vielmehr die Maske und wie die beiden Hauptdarsteller Stan & Olli channeln. Die Charakterstudien sind interessant anzusehen und zeigen die Menschen hinter „Dick und Doof“, Spektakel oder Drama darf man aber nicht erwarten.

Bild: NDR

Tatort: Gewitter im Kopf (ARD)
Ein Typ dreht durch und nimmt Kommissarin Lindholm als Geisel. Nur das beherzte Eingreifen von Kollegin Schmitz rettet der Kommissarin das Leben. Aber warum ist der Ex-Soldat ausgerastet? Und ist es wirklich eine Folge der posttraumatischen Belastungsstörung, das Schmitz den von ihr Getöteten immer wieder vor sich sieht? Gemeinsam ermitteln die beiden Frauen. Die Spur führt an die Göttinger Uni.

Das ist der zweite Tatort, der in meinem Wohnort Göttingen spielt. Die Stadt kommt aber praktisch nicht vor, und das ist auch gut so. Denn mit diesem Schund möchte niemand assoziiert werden. Spätestens wenn ein UniProf eine querschnittsgelähmte Bundeswehrsoldatin im Rollstuhl in den Hörsaal rollt und ernst verkündet „ihr Hirnimplantat kommuniziert mit Sensoren unterhalb der Fraktur, mit Bluetooth UND Infrarot“ hegt man den Verdacht, dass das Drehbuch nicht zu den allerbesten gehört.

Diese Vermutung verfestigt sich dann schnell zu der Gewissheit: Dieser „Tatort“ möchte ein Tech-Thriller sein, aber das Drehbuch wurde von einem Autor verfasst, der bis an die Arbeitsverweigerung faul ist, der keinen Bock hatte sich mit der Materie zu beschäftigen, der auf dem technischen Wissensstand von ungefähr 1987 ist und Physik immer geschwänzt hat.

Ständig fallen Sätze wie „Das ist gerichteter Schall. Der ist quasi wie Licht“, es wird mit USB-Sticks und Disketten hantiert und die fiesen Bösewichte fummeln in dunklen Räumen im Licht von blauen Monitoren an Joysticks herum. Dieser Tatort will Cyberpunk sein, muffelt aber nach Faxgerät. Selbst die besten Schauspielerinnen können die Szenen nicht glaubhaft spielen, die so unwürdig albern sind wie die Dialoge zum Fremdschämen hanebüchen. Das auf jeder Drehbuchseite ganz unmotiviert mindestens ein englischer Satz fallen muss, vermutlich weil der Autor das für töfte, freche Sprache hält, hilft auch nicht wirklich. Ich habe keine Ahnung wie so ein Drehbuchautor mit dem Grimmepreis ausgezeichnet werden konnte.

Zum Fremdschämen schlecht geschrieben und hölzern umgesetzt – nein, mit diesem miesen Dreck will man als Stadt nicht in Verbindung gebracht werden. Immerhin: Göttingen hat die beiden tollsten Kommissarinnen im deutschen Fernsehen. Hoffentlich bekommen sie in ihrem, bereits abgedrehten, dritten Fall eine Chance auch zu zeigen, was sie können.


Spielen:

Judgment [PS4]
Immer noch „Judgment“ (s. vergangener Monat). Das Spiel verkackt leider sein Pacing nach hinten raus.

Ab Stunde 23 wird die Hauptstory öde, weil sie darauf besteht, satte VIER MAL alle Sachverhalte nochmal auszuwalzen, bis auch der Dümmste den Plot verstanden hat. Die Erklärbärnummer zieht das Spiel drei Stunden durch, bis es endlich in das zweistündige Finale startet – was auch kein Höhepunkt der Unterhaltung mehr ist, sondern unverhältnismäßig lang gestreckt wirkt und im Verhältnis zu allen sonstigen Abschnitten sehr schwer ist.

Dank des vergurkten letzten Viertels behält man das Spiel als schleppend und langweilig in Erinnerung. Das tut ihm als Gesamtkunstwerk ein wenig Unrecht, ist aber leider eine Tatsache.

Draugen [PS4]
Norwegen, 1923. Ein Ruderboot gleitet durch einen stillen Fjord. An Bord: Der Amerikaner Edward Harder und sein Mündel Alice. Die beiden sind auf der Suche nach Edwards Schwester, die zuletzt in den kleinen Ort Graavik wollte. Als Edward und Alice in dem winzigen Ort eintreffen, finden sie ihn verlassen vor. Was ist hier passiert? Gemeinsam sammeln sie Hinweise und puzzlen so Stück für Stück die Chronologie einer Tragödie und ihrer eigenen Geschichte zusammen.

Ich schätze den Autor Ragnar Thornquist sehr. Der Kopf hinter „The Longest Journey“ und „The Secret World“ hat tolle Ideen und schreibt wirklich gute Geschichten, die meist sehr behäbig und textlastig daherkommen. Eigentlich genau das richtige für das Genre der Walking-Simulatoren, wie Draugen einer ist. Es gibt kein echtes Gameplay oder Rätsel, man folgt einfach wie auf Schienen der Erzählung. Das Indie-Spiel verlässt sich dabei ganz auf die Dialoge zwischen den Hauptfiguren und die Geschichte.

Leider hat der narrative Aufbau schwere Fehler. Weder Edward, durch dessen Augen wir die Geschichte erleben, noch Alice lernen wir zu Beginn kennen. Das ist Teil des Konzepts von Draugen, führte aber dazu, dass mir der Charakter der Alice von Anfang an egal war und im Verlauf nur begann zu nerven. Wenn die wichtigste Figur der Erzählung zu einem nervigen Faktor wird, funktioniert sie schon nicht mehr. Das im Mittelteil das Pacing noch auseinanderfällt, hilft ebenfalls nicht. Nach einer behäbigen Einleitung werden hier absurde Dinge am Stück rausgehauen, in denen dann die eigentliche Geschichte des Geheimnis von Graavik untergeht. Das Ende des überraschend kurzen Spiels präsentiert sich dann auch noch äußerst schwach und bietet keine definitiven Antworten auf die Frage, was wirklich in Graavik passiert. Das darf man sich selbst zurechtlegen, aber darum geht es zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr.

Kein Meilenstein der Erzählkunst also, und wegen der überaus kurzen Spielzeit von 3 bis 4 Stunden die 20 Euro im Vollpreis nicht wert. Im Sale kann man aber einen Blick drauf werfen.


Machen:
Motorrad wieder einwintern. Ansonsten: Isolation dank Corona.


Neues Spielzeug:

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Momentaufnahme: März 2020 (1)

Herr Silencer im März 2020

Die Welt fährt runter.

Coronabedingt sehr viel Medienkonsum diesen Monat, deshalb erstmalig die „Momentaufnahme“ in zwei Teilen.

Wetter: Bis Mitte des Monats mild und recht viel Regen, dann kein Niederschlag mehr und sehr sonnig, dafür abwechselnd brüllend warm (tagsüber 18 Grad) und sehr kalt (Monatsende nachts -7).


Lesen:

Frank Panthöfer: Winterflucht – Eine Motorradreise durch Spanien, Portugal und Marokko. [Kindle]
Die Kradvagebunden sind wieder unterwegs. Nach Ende ihrer Weltreise, die sie in zwei Büchern aufgearbeitet haben, versuchen Frank „Panny“ Panthöfer und Simone „Simon“ Dörner für sechs Monate dem Deutschen Winter zu entkommen. Im November geht´s los, bis ins Atlasgebirge von Marokko.

Nach den beiden Vorgängerbüchern „Licht- und Schattenseiten einer Weltreise“ wollte ich nie wieder was von den Kradvagabunden lesen. Jetzt bin ich doch schwach geworden und wurde schnell daran erinnert, warum ich mich verweigern wollte.

Frank Panthöfer, der sich zwischenzeitlich vorgenommen hat seinen Lebensunterhalt als Reisejournalist verdienen zu wollen, schreibt ernsthaft seine Reiseberichte so, dass ich davon schlechte Laune bekomme – das muss man auch erstmal hinkriegen.

Sowohl sein Schreibstil als auch über was er schreibt gefällt mir überhaupt nicht. Als Leser sieht man die Welt immer durch das Hirn des Autors, und das macht den Charme von Reiseberichten aus – wie erlebt der Autor Situationen? Wie reagiert er auf das Fremde, wie wirkt das auf ihn?

Leider steht in Panthöfers Welt ausschließlich Panthöfer im Mittelpunkt, und zwar primär seine körperlichen Bedürfnisse. Häufig geht es um wenig mehr als „Wo gibt´s Alkohol?“, „Wie war das Scheißhaus?“ und „Wie schlimm sind mir andere Menschen aus den Sack gegangen“. Für die eigentliche Reisebeschreibung bleibt oft nur ein Hinweis auf´s Wetter und ein „Ist schön hier“ – was genau daran jetzt aber toll ist, das wird nicht beschrieben. Die eigentlichen Fahrten werden häufig zusammengefasst mit „wir fressen Kilometer“, um dann am Ziel festzustellen „Ist vom Feinsten hier“. Aha. Reiseorga, Landschaften, Kultur oder Begegnungen mit anderen Menschen kommen bei Panthöfer nur am Rande oder gar nicht vor.

Klar, kann man machen, liest sich dann raubatzig. Das mag eingangs erfrischend sein, ist schnell aber nur ermüdend. Richtig ärgerlich ist dann aber die engstirnige Haltung, die durch die Texte immer wieder auf das Unangenehmste durchschimmert. Der Autor kann im richtigen Leben so eigentlich nicht sein, aber seine Texte lassen ihn an vielen Stellen als verbitterten Blockwart scheinen, dem andere Menschen in der Hauptsache auf die Nerven gehen – ganz egal ob europäische Wohnmobilbesitzer, einheimische Händler oder ausländische Autofahrer, alle sind unfähig und nerven. Die Wohnmobilfahrer stehen auch alle viel zu spät auf, und das, wo man von ihnen doch heißes Wasser für den Kaffee schnorren will. Ja, um sowas drehen sich die Texte ernsthaft. Da auch jeglicher Humor völlig abwesend ist, wirkt das unangenehm verbittert.

Die letzten 10 Prozent des Buchs drehen sich nur noch darum, das Panthöfer ja von überall arbeiten kann, weil er ja Reisejournalist ist und für Motorradzeitschriften schreibt und Vorträge hält. Und das man sein Buch doch bitte bei ihm kaufen soll, und nicht bei Amazon. Weil er ja Reisejournalist ist, und Geld brauchen kann, weil er ja alles selber machen muss. Das erklärt vielleicht auch die schlechte Formatierung des eBooks, dessen Fotos nicht skalieren und die Überschriften mit merkwürdigem Kontrast hinterlegt sind.

Die Kradvagabunden werden allerorten für ihre Werke bejubelt und hoch gelobt, ich bin von Panthöfer angenervt. Schreibstil, Themenauswahl, die völlig Abwesenheit von Humor und Emotionen (mit Ausnahme von Verbitterung und Ärger über andere), wenig relevante Informationen für eigene Reisen außer bereits veralteten Preisangaben – nein, ich wüsste nicht, warum jemand dieses Buch lesen sollte.

Wer gute Texte sucht, die einen auf Reisen mitnehmen, bei denen man vielleicht noch was lernt, aus denen man etwas über Menschen und Länder erfährt und bei dem der Autor sich auch mal doof anstellt oder Hindernisse überwinden muss, der liest sowas wie Lea Riecks „Sag dem Abenteuer, ich komme“. Oder verfolgt Nicki und Moe auf Moppedhiker. Oder dieses Blog hier. Immerhin schreibe ich genau so, wie ich mir Texte vorstelle, die ich gerne lesen würde. Klingt überheblich, ist aber so.


Hören:


Sehen:

Die Känguru Chroniken [Kino]
Marc-Uwe lebt mit einem Känguru zusammen. Das behauptet Kommunist zu sein, verhaut gerne Nazis und tritt nervige Hunde durch den Park. Gemeinsam verteidigen sie ihren Berliner Kietz gegen die Pläne eines Baumoguls, der nebenbei der Führer der rechtsextremen AZD ist.

Ich kann sagen: Ich habe den Film im Kino gesehen! Das haben nicht viele geschafft, oder, wie Autor Marc-UweKling es ausdrückt: „Das war der schlechteste Zeitpunkt für einen Filmstart seit dem zweiten Weltkrieg“. Auf Youtube spielt er deshalb den Film in einer angepassten „Coronoa-Version“ nach:

Ich liebe die mittlerweile vier Bücher um das Känguru, insbesondere die von Marc-Uwe Kling selbst gesprochenen Hörbücher. Die beinhalten Kurzgeschichten, die oft auf eine sehr clevere und sozialkritische Pointe hinauslaufen. Die Kunstform des Kängurus ist das Episodische. Kann das nun in einen Film übertragen werden?

In Erwartung von cringiger Fremdscham ging ich ins Kino, und wurde halb-positiv überrascht. Positiv, weil Kling und Regisseur Levi es geschafft haben, Elemente aus den Büchern in eine halbwegs kohärente Story zu packen, das computergenerierte Känguru OK umgesetzt ist und eine Metaebene eingezogen wurde, die, ähnlich den Fußnoten in den Büchern, öfter mal die vierte Wand durchlässig macht und stellenweise sehr spassig ist – etwa, wenn Känguru und Marc-Uwe sich im Off streiten und der Hauptdarsteller einfach mal den Audiokommentar abstellt. Oder wenn zur Vermeidung von Markenproblemen auf Gegenständen wie einer Milchtüte einfach „Filmmilch“ steht.

Nur so halb positiv war das Erleben, weil das Ganze dann doch extrem holpert und der Film sich auf zwei Elemente stützt, die im Buch kurz vorkommen, hier aber zum tragenden und durchgehenden Storybogen ausgebaut werden. Das funktioniert nur so mittel, zu überdreht und albern gibt Henry Hübchen dafür den rechtspopulistischen Baumogul Jörg Dwix und zu harmlos kommt das Ganze daher. Das Känguru in dieser Fassung ist genau das, was es in den Büchern immer befürchtet hat: Kein kommunistisches Känguru, sondern eher ein gemäßigt sozialdemokratisches Beuteltier. Immerhin schön: die vielen FCK A*D-Aufkleber im Film. Die werden unsere Faschos im Lande ärgern. Aber die sind eh nicht die Zielgruppe.

Parasite [Prime Video]
Südkorea. Ein junger Mann lebt mit Freundin und Familie in einem schäbigen Kellerloch. Die Sippe hängt vor ihren Handys, gammelt durch den Tag und hält sich durch das Falten von Pizzakartons über Wasser. Durch Zufall gelangt der junge Mann an eine Stelle als Englischlehrer im Haus eines reichen Geschäftsmannes. Die Chance nutzt er, um Stück für Stück seine Flodder-Familie in Positionen im Haushalt der Reichen unterzubringen.

Der Film kokettiert mit überraschenden Wendungen, die tonale Schwankungen mit sich bringen. Eben ist der Film noch Sozialdrama am Rand der Komödie, zwei Szenen weiter kommen Horrorelemente. Richtig sympathisch ist keine der Figuren, weder die satten Reichen noch die erfinderischen Habenichtse. Die dadurch entstehende, emotionale Distanz zum Zuschauer ist etwas Gutes – nur so kann der Film seine Wirkung entfalten, die als soziales Experiment zu beginnen scheint, ab der Mitte des Filmes aber in ungeahnte Richtungen abbiegt. Das Fehlen jeglichen moralischen Überbaus oder Zeigefingers macht den Film mindestens so erfrischend wie der Genremix. In meinen Augen keine vier Oscars wert, unterhaltsam aber alle mal.

Die Fahrt von London nach Peking [Prime Video]
Eine Gruppe Motorradfahrer bucht eine geführte Tour und fährt von London nach Peking. In 5 Episoden wird ihre Geschichte im Stil von „A long Way Round“ erzählt, nur scheißiger.

Ich finde diese Miniserie tief verstörend. Normalerweise finde ich es toll, Motorradreisenden auf Weltreise zuzusehen, aber dieses Ding hier verursacht körperliche Schmerzen. Das beginnt schon bei der Idee hinter der Reise: Da buchen Typen aus der ganzen Welt bei einem britischen Unternehmer eine geführte Fahrt und gehen dann tatsächlich mit der Grundhaltung „Ich habe hier bezahlt, ich will unterhalten werden“ da ran.

Die Teilnehmenden sind entweder wirklich alte Männer in ihren Sechzigern oder junge Arschgeigen, die sich benehmen wie die Axt im Walde. Die permanente „Paaart-teeeey!!!!“-Attitüde der Twentysomethings und des Organisators nervt ab Minute 1 und wächst sich schnell zu Fremdscham aus.

Klar zeigt ein Reisefilm immer nur Momentaufnahmen und arbeitet mit Vereinfachungen, aber die hier als unausstehliche Flötenköppe gezeigten Personen sind tatsächlich widerliche Flitzpiepen. Respektlos gegenüber anderen Menschen und Kulturen verarschen die Hohlbirnen Einheimische in der Mongolei, bringen Menschen in Usbekistan in Gefahr und belästigen Frauen in Tibet.

Dazu kommt: Bis auf den Fahrer des Versorgungsfahrzeugs und den Organisator selbst scheint keiner der Teilnehmenden auf die Herausforderungen vorbereitet zu sein, länger als 5 Minuten im Voraus zu planen oder auch nur Grundzüge von Kompetenz zu besitzen. Da wird absichtlich durch schlimmste Stromschnellen oder als unpassierbar gemeldete Pässe gefahren, versucht Bargeld zu schmuggeln oder Medikamente gegen Höhenkrankheit werden nicht genommen, um sich dann über Ausfälle an Maschinen und Menschen zu beklagen. Permanent bringen die inkompetenten Kretins sich und andere in Gefahr. Das ist so verantwortungslos und dumm, das es ganz, ganz schlimm ist. So sollte eine Weltreise nicht aussehen.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

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Reisetagebuch Motorradtour 2019 (18): Ich bin ein menschlicher Tintenfisch

Sommerreise mit der V-Strom. Heute geht´s hoch hinaus, dann nach Hause.

Freitag, 28. Juni 2019, Großglockner Hochalpenstraße

Die Hochstraße ist jetzt nicht mehr ganz so voll, und die Motorräder fahren schön gereiht hintereinander her. Also, die meisten.

Die Parkverwaltung bittet darum langsam, vorsichtig und leise zu fahren. Das tun auch fast alle, aber selbstverständlich gibt es Ausnahmen. Einige Kradfahrer sehen in der Hochalpenstraße wohl sowas wie eine Rennstrecke, auf der sie eine neue persönliche Bestzeit aufstellen müssen. Ich hatte schon befürchtet, dass alle paar Meter so ein Held hinter mir hängt und drängelt, und obwohl ich zügig unterwegs bin, ist es natürlich genau so.

Sogar noch schlimmer, es gibt auch jede Menge unzivilisierte Gruppen, wo einer vorne weg rast (Held) und die dahinter krampfhaft versuchen Anschluss zu halten. Die letzten, das sind dann die schwächsten Fahrer, und die versuchen verzweifelt Anschluss zu halten und fahren sich haarsträubenden Scheiß zusammen, schneiden Kurven und gefährden dabei sich und andere. Das, meine Damen und Herren, ist nicht wie Gruppenfahrten funktionieren sollten.

Ohnehin sind viele richtig schlechte Motorradfahrer unterwegs. Insbesondere Niederländer fallen dadurch auf, dass sie ihre Maschinen um die Kurven tragen. Dieses Prachtexemplar hier eiert zum Beispiel völlig ohne jede Schräglage und in Schrittgeschwindigkeit um die Kurven.

Trotzdem ist die Fahrt durch diese großartige Landschaft fantastisch. Links und rechts tun sich immer wieder Ausblicke auf, die ich ganz tief in mir aufsaugen und nie vergessen möchte. Schneefelder bedecken sattgrüne Wiesen, Seen stehen in kleinen Tälern und Wasserfälle aus Schmelzwasser sprudeln über Felswände.


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Kategorien: Reisen, Motorrad | 9 Kommentare

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