RSS

„Yeah, I can Blog“ zum Zehnten

Erster „Hello World“-Eintrag vom 03.05.2008.

„Yeah, I can Blog“, so lautete der Titel des ersten Posts in diesem Blog, damals, am 03.05.2008. In der Rückschau immer noch gute erste Worte für einen „Hello World“-Beitrag, analog zu Tony Starks Bemerkung „Yeah, I can Fly“ in „Iron Man“, der gerade im Kino lief.

Wir schrieben das Jahr 2008, und gefühlt hatte JEDER ein Blog. Die meisten drehten sich thematisch um den Bereich des eigenen Alltags, und wenn sich der vornehmlich um bestimmte Dinge wie den Job oder die Aufzucht der eigenen Brut drehte, war das eben ein Jobblog oder eine Mamablog oder so. Die meisten Blogger/-innen waren untereinander vernetzt und kommentierten einander fleißig, weshalb sie ihre jeweiligen Sphären gerne als „Kleinbloggersdorf“ bezeichneten. Bloggen und Kommentieren kostet viel Zeit, aber das ist genau die, die heute in Whatsapp und Facebook fließt.

Die große Blogwelle hatte 2008 ihren Zenith sogar schon überschritten, die ersten Blogs bröselten schon wieder weg. In dieser Situation versuchte mich meine Freundin zu nötigen, doch endlich ein eigenes Blog zu starten. Wollte ich aber nicht. Denn beim Bloggen kommt es auch auf Kontinuität an, und ich war mir nicht sicher, ob ich länger als drei Wochen Spaß daran hätte.

Eines Abends, am Küchentisch meldete sie mich quasi nebenbei bei WordPress an, und wenige Minuten später gab es ein Blog mit dem sperrigen Titel „Nonstop Action from a different Perspective“. Tja. Und wo es schon mal da war, schrieb ich dann mal was rein.

Weil mir die Alltagsblogs auf die Nerven gingen, die sich betont bescheiden oder individuell gaben („Willkommen in Inges kleinem Gedankenfluß. Taucht ein in meine kleine Welt, das ist aber immer nur die Sicht einer Freiträumerin“) stellte sich das Blog hier gleich mal selbstbewusst hin und sagte von sich im Untertitel: „Ich bin das relevanteste Blog der Welt“. Das stimmt selbstverständlich, auch heute noch.

Jetzt hatte ich also ein Blog. Und was sollte ich da nun reinschreiben? Sollte ich mich auf ein Thema einschießen? Oder ein Berufsblog aufmachen? Argh, ich hatte ein Blog! Hilfe! Ich fing dann einfach mal an. Filmrezensionen hatte ich schon woanders aufgeschrieben, dementsprechend wollte ich damit beginnen. Aber dann kam es anders.

Tatsächlich landete das Blog dann aber gleich zu Beginn einen Scoop, wie wir Medienleute sagen. Es begab sich, das Trickbetrüger Abmahnbriefe wegen eines angeblichen Verkehrsunfalls verschickten. Einen davon bekam meine Freudin. Ich recherchierte dem hinterher und stellte das Ergebnis ins Blog. Suchte man nach Infos zu diesem Abmahnschreiben, fand man NUR meinen Blogeintrag – und Boom, in den ersten vier Tagen hatte das Blog eine vierstellige Anzahl an Besuchern und war aus dem Stand wirklich relevant.

Also, so richtig, selbst das Fernsehen fragte an, ob ich den Fall vor laufenden Kameras erklären wollte. Wollte ich nicht. Außerdem brachte mich das Ganze ein wenig in die Klemme. Der sperrige Name „Non-Stop Action usw.“ war eigentlich nur als Platzhalter gedacht gewesen, bis mir was besseres eingefallen wäre. Aber nun war das Blog über Nacht unter diesem Titel berühmt geworden.

Ich bloggte dann mal weiter vor mich hin. Alltagsbeobachtungen, Netzfundstücke… halt allen möglichen Kram, meist zwei kurze Einträge pro Tag, einer morgens, einer abens. Das mag aus heutiger Sicht erstaunen, aber wie gesagt: Die Leute hingen damals permanent in Blogs rum und nicht auf Facebook, ein bis zwei kurze Artikel pro Tag, das konnte man schon machen. Nach Themen suchen musste ich übrigens nie. Im Gegenteil: Anstatt dass das Blog nach Themen suchen musste, fanden die Themen das Blog.

2009 fand ein Knallerthema das Blog. Ich hatte Spaß an Musikspielen gefunden, damals vor allem „Guitar Hero“ auf der PS2, später dann auch „Rock Band“ auf der XBOX. Ich verbloggte Neuigkeiten über Spiele, Rezensionen und Songlisten und nannte das als Oberbegriff „Plastic Rock“. Eines Tages probierte ich aus, welche Musikinstrumente an welchem Spiel funktionierten und schrieb das mal auf.

Damit landete ich wieder einen Scoop. „Die ultimative Kompatibilitätsliste“, eine Tabelle, die Konsolenplattform, Instrument und Spiel umfasste, war von Tag 1 an ein Kracher. Tausende Besucher fanden den Weg ins Blog auf der Suche nach den darin zusammengestellten Infos, diskutierten, halfen beim weiteren Ausbau. Über 500 Kommentare hat der Artikel.

Darin vernetzten sich auch die Besucher, und irgendwann kamen Blogkollegin Wortkomplex und rstockm auf die Idee, ein Forum als Spin-Off dieses Blogs zu gründen. Gesagt, getan. „PlasticRock.de“ wurde zur deutschen Plastic Rock Zentrale, mit wöchentlichen Musikwettbewerben, Live Events, Forumstreffen und einer großen Community, von denen viele angefangen haben echte Instrumente zu spielen und heute noch befreundet sind.

Plasticrock.de gibt es heute noch.

Von Anfang an dabei war übrigens das Wiesel. Jeden Freitag gab es sogar dedizierten Wieselcontent, meist ein Suchbild oder ein Foto. Das noch jemand im Blog wohnt, merkte ich erst 2009, als ich durch Zufall einen gewissen Blogpinguin hinter dem Kommentarkasten entdeckte. Huhu und das Wiesel sind also Blogurgesteine, wobei das Wiesel kurzzeitig eine echte Internetberühmtheit war.

Ab Herbst 2008 reiste es erst durch zahlreiche Blogs, dann mit Bloggern um die Welt. Es steuerte ein Kreuzfahrtschiff, stand mit Prominenten auf der Bühnen, war auf jedem Kontinent und fand nur schwer wieder nach Hause zurück. Zwischenzeitlich ging es dann nochmal mit Kenny auf Tour, der als (einziger!) Gastautor hier eine eigene Serie hatte. Bis heute reist das Tier gerne, allerdings hat es nun sein eigenes Blog: „Travelingweasel.wordpress.com„, hier ist es nun noch gelegentlicher Gaststar.

Das Wiesel war schon fast überall.

Ach ja, die turbulenten Anfangsjahre. Das Blog wurde zur Spielwiese, in dem ich durchaus mal journalistische Darstellungsformen ausprobieren konnte. Wichtig sind mir bis heute zwei Dinge:

Erstens: Das Blog sollte Meinungsstark auftreten. Kein verhuschtes „Das sind nur meine zwei bescheidenen Cent, und vielleicht kann man das auch anders sehen“, sondern zugespitzt und pointiert, dabei aber durchaus lernfähig.

Zweitens: Ich wollte das Blog für niemanden anderes schreiben als mich selbst. Wenn andere mitlesen freue ich mich, aber eigentlich blogge ich, als ob mir keiner zuguckt. Nicht falsch verstehen: Ich freue mich immer über Kommentare, die motivieren viel mehr als ihr glaubt. Aber wenn ich meine Motivation nur aus Kommentaren gezogen hätte, hätte sie mich schon vor langer Zeit verlassen. Die Kommentarkultur ist schon vor einiger Zeit den Bach runtergegangen – statt einem Kommentar hinterlassen die meisten heute maximal ein „gefällt mir“, und das war´s. Damit kann ich leben, und mit dem Ansatz „Ich blogge nur für mich selbst“ kann ich im Zweifel auch die gewisse Beliebigkeit, die man dem Blog berechtigterweise unterstellen kann, rechtfertigen.

Diese beiden Maximen haben zwei tolle Effekte:

Zum einen wird mir nie langweilig, weil sich das Blog ändert. Es ändert sich mit mir. Es hat kein festes Thema, das irgendwann auserzählt ist oder dessen ich überdrüssig werden könnte. So, wie sich mein Leben ändert, ändert sich das Blog. Und das ist sichtbar. Ging es in den Anfangsjahren um Popkulturkram und Plastic Rock, ging es später erst um Reisen, dann um Motorräder und aktuell im Schwerpunkt um beides.

Zum anderen kann ich mein Leben in diesem Blog nachlesen. Wieviele Details gibt es, die ich im Laufe von 10 Jahren schon wieder vergessen habe und hier nachschauen kann. Z.B. das ich 2009 mit dem Rauchen aufhörte. Wie ich 2010 mit Modnerd das erste mal auf Reisen ging. Dann das turbulente Jahr 2011 mit gleich zwei Umzügen. 2012, als ich mir die ZZR ausstattete und das erste mal auf Motorradreise ging. Wie das Blog Wörter erfand (z.B. „Nurk“, wenn man nichts mehr riecht). Und und und.

Schön ist auch die Serie der monatlichen „Momentaufnahme“, die seit Anbeginn läuft. Über 120 Mal habe ich schon aufgeschrieben, welche Bücher ich in einem Monat gelesen habe, welche Filme ich gesehen habe und anderes mehr. Dabei offenbart sich auch so mancher schwarzer Fleck. So versuche ich offenbar schon seit 2009 Gordon Dahlquists „The Glass Book of the Dreameaters“ zu lesen und komme einfach nie über die ersten 100 Seiten hinaus.

Natürlich habe ich zwischendurch mal Abstecher auf andere Plattformen gemacht. Einige habe ich wieder verworfen (Instagram, Facebook) andere nutze ich sporadisch (Tumblr). Diese Plattformen kannibalisieren das Blog, und sie sind nicht gut durchsuchbar. Man wirft Content hinein, zack, rauscht er durch die Timelines und ist verschwunden. Was gut funktioniert, ist das Blog in Kombination mit Twitter. Das eignet sich gut für kurze Shoutouts, während das Blog etwas aufbereiteteren Content erhält.

Ich hatte übrigens mal ernsthaft überlegt ein Videolog, ein Vlog, analog zum Blog zu machen. Aber das würde bedeuten, die Anonymität komplett aufzugeben und tatsächlich mit Bild und Ton in Erscheinung zu treten. Das möchte ich, schon aus beruflichen Gründen, lieber nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ja, das Blog hier ist alt. Und es wird noch älter, denn ich habe immer noch Spaß daran, Dinge aufzuschreiben. Was mich beim bloggen hält, ist die Veränderung. Als dieses Blog startete, dachte ich noch, es würde sich um Filmrezensionen, Bücher und Wiesel drehen. Aber es veränderte sich: Im Lauf der Zeit machte das Blog etliche Wandlungen durch und erfand sich mehrfach neu. Ganz von allein.

Heute ist es so eine merkwürdige Mischung aus Meinung, Dokumentation und Reiseblog. Und natürlich Wiesel. Warum auch immer: Das Wiesel scheint die Konstante zu sein. Hm. Vielleicht ist das Thema dieses Blogs Wiesel.
Egal.
Alles Gute zum Geburtstag, kleines Blog, auf die nächsten 10 Jahre.

 
22 Kommentare

Verfasst von - 3. Mai 2018 in Meta

 

Momentaufnahme: April 2018

Herr Silencer im April 2018
„Einfach so durchgerauscht, der Monat“

Wort des Monats: „Fiorum“

Wetter: Am Monatsanfang kreislaufstressend: Nachts -1 Grad, tagsüber Sonnenschein und über 20 Grad. In der zweiten Woche kontinuierlich zwischen 15 und 25 Grad und nur gelegentliche Schauer, was die Natur schlagartig explodieren lässt und Allergiker in den Pollenwahn treibt. Die Dritte Woche nimmt sich etwas zurück, nachts landen wir wieder im einstelligen Temperaturbereich, Frost gibt es aber nicht. Tagsüber pendelt es zwischen 13 und 17 Grad und zwischen bewölkt und heiter. Am Monatsende kommt der Sommer zurück, mit Sonnenschein und über 20 Grad.


Lesen:

Heidi Benneckenstein: Ein deutsches Mädchen
Die kleine Heidi wächst wohlbehütet in einem Dorf bei München auf. Sie hat zwei Schwestern, die Mutter ist Hausfrau, der Vater Beamter. Bei den Benneckensteins scheint ein wenig die Zeit stehengeblieben zu sein. Es ist Mitte der 90er, aber die Kinder tragen ausschließlich Dirndl und geflochtene Zöpfe. Wie sehr die Zeit stehen geblieben ist, erfährt außerhalb der Familie niemand.

Tatsächlich ist Heidis Vater ein glühender Verehrer des Nationalsozialismus, der seine Kinder zu zivilem Ungehorsam erzieht, auf den kommenden Systemumsturz und den Krieg vorbereitet. Dazu werden die Kinder in den Ferien in Trainingscamps verfrachtet, die als katholische Wandergruppen auftreten, in Wahrheit aber Nazi-Organisationen angehören.

Als Heidi erwachsen wird, spielen rechte Kameradschaften weiterhin eine tragende Rolle in ihrem Leben. Über die kommt sie zur NPD, in der sie aktives Mitglied wird. Eines Tages beschließt sie auszusteigen, doch der braune Sumpf ist klebrig.

Ein mutiges Buch, das Heidi Benneckenstein hier vorlegt. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte ganz undramatisch, so dass sie an vielen Stellen fast trivial scheint, aber in der Summe deutlich macht, was sie zu erleiden hatte. Darüber hinaus, und das ist der größere Verdienst des Buches, erhält man als Außenstehender Einblicke in das Funktionieren der rechten Szene: Die straffe Organisation und enge Vernetzung der lokalen „Kameradschaften“ in ganz Deutschland; der Erwerb von Liegenschaften im Osten, getarnt als Biobauern oder Freizeitzentren; die Verliererpersönlichkeiten, aus denen die Szene besteht, die aber oft sofort aussteigen, wenn sie etwas haben, auf das sie stolz sein können; wie Sprache („völkisch“) und Musik zur Identifikation benutzt wird; wie unter dem Anstrich von Bürgerlichkeit mit Konsensthemen („gegen Kinderschänder“) Propaganda gemacht wird.

Von der Organisation über die Denkweise bis hin zu den Charakteren werden die Mechanismen deutlich und welche Gefahr diese wenigen, aber lauten und unnachgiebigen Stimmen für die Demokratie bedeuten. Nach der Lektüre kann man als Leser nur einen Schluss ziehen: Diese Neonazi-Szene hat sich nun unter dem Dach der AfD versammelt, die mit genau diesen Mechanismen nun sehr laut Propaganda macht. Das ist die eigentliche Erkenntnis: Lies die Lebensgeschichte von Heidi Benneckenstein, ziehe Deine Schlüsse und komme zu der Erkenntnis, dass die AfD eine rechtsradikale Partei ist.

Petra Reski: Bei aller Liebe
Ein deutscher Staatsanwalt wird in Palermo von einem Transgenderprostituierten ermordet. Er hat im neuesten Geschäftsfeld der Mafia ermittelt: Flüchtlinge. Von der Unterbringung in Heimen über die Sicherheit bis hin zur Verpflegung oder der Einschleusung in andere EU-Länder, überall verdient die Mafia mit. Gesteuert wird das ganze aus Deutschland, von ausgewanderten Mafiosi. Die haben nur zwei Dinge unterschätzt: 1. Den Fremdenhass der Deutschen und 2. die palermitanische Staatsanwältin Serena Vitale, die nun zu ermitteln beginnt.

Petra Reski ist eine deutsche Journalistin und lebt und arbeitet seit den 80ern in Italien. Sie schrieb regelmäßig und sehr gut über Enthüllungsstories über das Wirken der Mafia, auch in Deutschland. Dafür verklagten sie die hier ansässige „erfolgreiche Geschäftsleute mit italienischen Wurzeln“ und gewannen vor Gericht. Reskis Verlag ließ sie im Regen stehen, sie verlor bis auf den letzten Cent alles. Sie kann aber nicht vom Thema lassen, und deshalb verpackt sie die Ergebnisse ihrer Recherchen nun in Romanform, denn im Fall einer Klage kann sie sich mit „Ist alles Fiktion“ rausreden. Ich halte Petra Reski für eine absolut brilliante Journalistin und bewundere sehr, dass sie immer weiter kämpft und sich nicht unterkriegen lässt. Ihre Zeitungs- und Blogartikel sind spitze recherchiert und spannend zu lesen, wirklich großartig. Aber dieser Roman, der ist zum Gruseln.

Das beginnt bei den Charakteren die ins comichafte überzeichnet sind und endet bei Erzählpassagen, die dumm und irrelevant sind und so verbittert klingen, als wären sie mitten in der Nacht nach einer Flasche Rotwein entstanden. Wenn ich lese, wie die Ökofreundin eines Reporters mit dem Namen „Wolfgang Widukind Wienecke“ eine Blumenkohlbar aufmacht, oder die wunderschöne, blonde, hochbeinige Staatsanwältin ständig Lippenstift nachzieht… dann möchte ich das Buch direkt wieder weglegen.

Habe ich aber nicht, denn die Machenschaften der Mafia im Flüchtlingsgeschäft sind erschreckend und detailliert beschrieben. Flüchtlinge als Geschäft, an denen jeder verdient: Mafia, Kommunen, Politiker nehmen gemeinsam die EU aus. Das ist spannend und eröffnet neue Perspektiven. Der Nachteil: Für einen Roman braucht es nicht nur Fakten, es brauch eine ordentliche Geschichte. Die verheddert sich auf halbem Weg, und am Ende franst sie einfach aus und verpufft.

Ich bin extrem zwiegespalten. Die Erkenntnisse aus dem Buch sind interessant. Für die muss man sich aber durch dumme Charaktere, ständige Übertreibungen und uninteressante Erzählpassagen kämpfen. Es gibt noch zwei weitere Romane von Reski, aber bis ich mir die antue, brauche ich eine Pause.


Hören:


Sehen:

A Series of Unfortunate Events (Season 2) [Netflix]
Violet, Sunny und Klaus Baudelaire haben es nicht leicht: Erst kamen bei einem Feuer ihre Eltern ums Leben, nun werden sie vom bösen Grafen Olaf gejagt. Dem Bösewicht ist jedes Mittel recht um an das Vermögen der Waisen zu kommen. Er nutzt die seltsamsten Verkleidungen, um die Kinder durch eine von In&Out-Listen verdrehte High Society, ein bizarres Internat, ein komisches Krankenhaus und einen grausamen Zirkus zu jagen.

Ach, herrlich! Schon die erste Staffel glänzte durch hervorragende Ausstattung und tolle Schauspieler, und die vorliegende Staffel 2 setzt hier nochmal einen drauf: Die Schauplätze sind größer, die Stammschauspieler absolut in ihren Rollen und die Gäste (wie Nathan Fillion als Jaques Snicket!) hervorragend besetzt. Wieder wurden 4 Bücher verfilmt, jeweils in zwei Teilen. Dabei sind die Produzenten mutiger geworden, was dem Ganzen gut tut: Ein neuer Handlungsstrang zeigt nun die Bemühungen der geheimnisvollen Organisation „FF“ den Waisen zu helfen. Das bringt wohltuende Abwechselung und verhindert, dass die Serienepisoden ähnlich holzschnittartig ablaufen wie die Bücher. Sehr gelungene Fortsetzung, bei der allein schon jede Sekunde Screentime von Neil Patrick Harris („How I met your Mother“) als Graf Olaf ein böse kicherndes Vergnügen ist.

A Couch in New York [Theater im OP]
Psychanalytiker Harriston ist genervt. Das Leben des New Yorker Psychologen könnte so akkurat geordnet sein, wenn nicht seine durchgeknallten Patienten wären. Kurzentschlossen gibt er eine Anzeige auf, um sein Appartment am Central Park für einige Wochen gegen eines in Paris zu tauschen. Auf die Anzeige meldet sich Mademoiselle Sauniere, eine chaotische Tänzerin, die ihre ganz eigenen Gründe hat aus Paris zu fliehen.

Angekommen in der jeweils anderen Stadt übernehmen die beiden nicht nur die Wohnung des jeweils anderen, sondern hinterlassen auch Spuren in den Fußstapfen des anderen Lebens.

Schön gespielt, funktionales Bühnenbild. Leider fehlt der Punch, den ein solch komödiantischer Stoff erfordert. Die Inszenierung ist zu träge, zu langatmig. Das man nach 10 Minuten weiß, wie die Story ausgehen wird – geschenkt. Aber das viele Gags wird aus drei Kilometern Entfernung angekündigt und dann in zäher Langsamkeit ausgewalzt werde, bis sie nicht mehr lustig sind, das ist bitter. Die Laufzeit beträgt zweieinhalb Stunden, und ist damit rund eine Stunde zu lang. Hätte man hier und da etwas gerafft, wäre die „Couch“ das lustigste Stück seit langem im ThOP gewesen. So wird es leider in Erinnerung bleiben als die Vorstellung, die dank langer Laufzeit, zuspäten Beginns und überzogener Pause insgesamt dreieinhalb Stunden Sitzfleisch verlangte.

Im Nachgang zum Stück habe ich mir übrigens die Verfilmung des Stoffs von 1996 mit Juliette Binoche und William Hurt angesehen. Die ist erstaunlicherweise unerträglich lahmarschig und einfallslos inszeniert, die Dialoge grenzen an Schwachsinn und manche Szenen sind so absurd umgesetzt, dass es zur Qual für die Darsteller wird. Am ThOP hat man den Film Szene für Szene nachgespielt, allerdings all dessen Schwächen mitgenommen UND das Tempo weiter gedrosselt – das tut dem Stoff nicht gut. Nach „irreversibel“ ist „Eine Couch in New York“ übrigens der 2. Film in meinem Leben,. den ich nicht zu Ende geguckt habe, weil ich es nicht ertragen konnte. Wenn auch aus krass unterschiedlichen Gründen.

So lange ich lebe (Jab Tak Hai Jaan) [DVD]

Shah Rukh Khan ist Bombenentschärfer, und zwar der beste in ganz Indien. Ohne Schutzanzug fordert der verschlossene Mann bei jedem Einsatz Gott und das Schicksal heraus, nur um sich danach wieder in die Einsamkeit zurück zu ziehen. Als eine junge Journalistin eine Reportage über „Den Mann, der nicht sterben kann“ dreht, entdeckt sie versehentlich sein Geheimnis. Dessen Spur führt nach London und in eine Zeit, in der Khan ein anderer Mensch war.

Ich mag diese dreistündigen Bollywood-Filme ja, zumindest, wenn sie angemessen episch und gut erzählt sind. Das ist hier der Fall: London ist eine großartige Kulisse, die Geschichte umspannt mehrere Jahrzehnte, die Tanznummern sind großartig und die Geschichte rührt zu Tränen. Ganz großes Kino, bester klassischer Khan-Film nach „Om Shanti Om“ und den Dons („Meine Name ich Khan“ läuft außer Konkurrenz).


Spielen:

Assassins Creed Origins: Curse of the Pharaohs [PS4]
In Ägypten erheben sich die Pharaonen aus ihren Gräbern und versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Bayek geht dem nach und versucht herauszufinden, was die Ruhe der Gottkönige stört. Dabei muss er auch den Duat, das Jenseits der Ägypter, besuchen.

Nach dem langweiligen, ersten DLC „The Hidden Ones“ folgt nun die zweite und letzte Erweiterung für „Assassins Creed Origins“. Die hat es in sich und dreht alle Regler auf 11: Mit Theben, Luxor und dem Tal der Könige kommt ein großes Gebiet hinzu, in dem es wieder viel zu erkunden und zu tun gibt. Leider ist das meiste davon wieder trivialer Mist. Die üblichen, hässlichen und schlecht gesprochenen NPCs, die mehr nach Verkehrsunfall als nach Personen aussehen, geben einem doofe Fetchquests oder jammerlappige Suchmissionen. Das nervt, und um es mal ganz klar zu sagen: Wenn ich noch ein Mal ein verschwundenes Kind finden und aus einer Höhle tragen soll, werde ich Balg von der nächsten Klippe werfen.

Zum Glück belässt es der DLC dabei nicht. Er erzählt eine stimmige Hauptgeschichte und eröffnet mit dem Jenseits ganz neue und abstrakte Szenarien. Leider ist die Story wieder nicht besonders gut erzählerisch in Szene gesetzt, dennoch macht es Spaß ihr zu folgen. Herausfordernd ist es allemal, das Levelcap wurde auf 55 angehoben, was im Kampf gegen Nofretete oder Ramses auch nötig ist. „Curse of the Pharaohs“ ist daher empfehlenswert für alle, die das Hauptspiel mochten, die aber nicht einfach nur more of the same wollen.

Assassins Creed: Rogue [PS4]
Die amerikanischen Kolonien im 18. Jahrhundert: Der Assassine Shay Cormac wird von der Bruderschaft auf geheime Missionen geschickt, in denen er Tempel der Vorfahren aufspürt. Diese speziellen Tempel enthalten Artefakte, die seismische Beben auslösen können. Durch Shays Mission wird ein Erdbeben ausgelöst, das 1755 Lissabon vernichtet und tausende Menschen das Leben kostet. Daraufhin fleht Shay die Assassinen an, diese Artefakte in Ruhe zu lassen – ohne Erfolg. Um zukünftige Katastrophen zu verhindern, flieht Cormac aus der Bruderschaft und macht Jagd auf seine alten Freunde und Kollegen.

„Rogue“ erschient 2014 zeitgleich mit „Unity“. Während letzteres auf der neuen Konsolengeneration grandios floppte, weil es neue Dinge wagte, aber buggy veröffentlicht wurde, setzte „Rogue“ auf PS3 und XBOX 360 auf Bewährtes: Die Engine von „Assassins Creed III“ mit den Seefahrtsmechaniken aus „Black Flag“, neue Texturen drüber, fertig. Damit war es nicht das bessere Spiel, wie viele Kritiker irrtümlicherweise annehmen. Es war nur runder.

Die jetzt veröffentlichte „Remastered“-Version für PS4 und XBOX One unterscheidet sich nicht groß von der vier Jahre alten Fassung. Die Grafik ist etwas höher aufgelöst, aber nicht schöner. Spaß macht es dennoch, mit der „Morrigan“ den Hudson enthochzusegeln und im Nordatlantik das Polarlicht anzugucken. Die Story trägt dabei gerade mal für 6 Stunden, bis man das Schiff entsprechend aufgelevelt und die Karte aufgedeckt hat, braucht es rund 20 Stunden. Kompletionisten werden irre ob der Vielzahl an Sammelaufgaben, bis man alles Gedöns beieinander hat, vergehen rund 50 Stunden. Wert ist es das freilich nicht, als Belohnung gibt es nur ein paar pottenhässliche Skins.


Machen:

Eine kleine OP.

Neues Spielzeug:

Eine neue Schreibtischplatte. Yay! hat ja nur 7 Jahre gebraucht bis ich mich dazu aufgerafft habe.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 30. April 2018 in Momentaufnahme

 

Reisetagebuch Städtetour (2): Supermodel-Samstag

Februar 2018: Tag zwei einer Städtereise südlich der Alpen. Heute mit Euphemismen in Verona, einer duftenden Überschwemmung und einer schlimmen Befürchtung.

Samstag, 10.02.2018, Verona
Langsam strampele ich mich aus der erholsamen Dunkelheit eines tiefen Schlafes frei und lasse mich mit der Strömung an die Oberfläche des Wachseins treiben. Ausreichend guter, tiefer Schlaf, der hat mir die letzten Tage gefehlt. Vor 05:00 Uhr aufzustehen bekomme ich zwar hin, was ich aber meist eher nicht hin bekomme ist das zugehörige frühe ins Bett gehen. Auf Dauer laugt das aus. Aber jetzt ist es kurz nach Acht, ich habe eine Nacht erholsamen Schlafes hinter mir, die Energie ist wieder da.

In dem riesigen Badezimmer des B&B Lady Verona nehme ich eine ausgedehnte Dusche, dann packe ich meine Sachen zusammen und schaue in den Frühstücksraum. Anna, die Rezeptionistin von gestern, wirbelt hier schon zwischen den Frühstückstischen herum. Dazu trägt sie wieder die hochhackigen Overknee-Stiefel von gestern, dazu ein hautenges, gänzlich schwarzes Ensemble inklusive Lederjacke. Interessante Arbeitskleidung für die Tätigkeit in einem B&B. Mit heruntergezogenen Mundwinkeln stellt sie mir einen Caffé Doppio hin.

Ich bin erstaunt. Der Anzahl der Tische nach muss das B&B Kapazität für rund 20 Gäste haben. So groß hätte ich das Haus gar nicht geschätzt. Aber tatsächlich trudeln nach und nach immer mehr Personen ein. Italienische Pärchen, chinesische und britische Touristen, japanische Studentinnen. Binnen Kurzem ist fast jeder Tisch besetzt und vielsprachiges Schnattern erfüllt die Luft. Ich trinke meinen Caffé aus, drücke der Lady Verona meinen Zimmerschlüssel in die Hand und verabschiede mich.

Vor dem Stadhaus trete ich in den Sonnenschein auf die Straße. Es ist kühl, aber der Himmel ist strahlend blau, kein Wölkchen zu sehe. Ich schließe für einen Moment die Augen und spüre die Wärme auf dem Gesicht. Die Sonne hat noch nicht viel Kraft, aber man, wie ich die vermisst habe!

Meine Hand wirft einen Schatten! Das… das muss dieses „Sonne“ sein, von dem meine Großmutter immer erzählte!

Die Innenstadt von Verona liegt in einer Schleife der Etsch, und die Lady Verona liegt genau an einer der Brücken über den Fluß. Dumme Witze a la „livin´on the Etsch“ erspart mir mein Hirn zum Glück in diesem Moment, da kommt es erst später drauf. Im Moment ist es viel zu sehr damit beschäftigt, die wirklich tolle Kulisse zu bestaunen. Der Fluß im Sonnenlicht, die großen Statuen an der Brücke, das Römerkastell in der nächsten Flußbiegung, das sind schon beeindruckende Bilder.


Read the rest of this entry »

 
5 Kommentare

Verfasst von - 28. April 2018 in Reisen

 

Follow me! Der Trackimo

Trackingtechnologie finde ich faszinierend. Vielleicht, weil sie wie für mich gemacht ist. Zu meinen geheimen Superkräften gehört es ja, dass ich mich überall verlaufen kann, selbst im kleinsten Ort. Seitdem ich einen kleinen Tracker mit mir rumtrage, ärgere ich mich in solchen Situationen nicht mehr, sondern denke nur noch „Na, das wird später ein interessantes Bild abgeben“. Abends gucke ich mir dann am Rechner an, wie und wo ich mich verlaufen oder verfahren habe. Meist muss ich dann selbst schmunzeln, wenn ich sehe, wo genau ich nun wieder vom rechten Weg abgekommen und überall rumgeeiert bin.

Auf Reisen begleitet mich immer ein kleiner Tracker der BT-Baureihe. Gibt es schon lange nicht mehr neu zu kaufen.

Der Hauptvorteil ist, dass der Nokia-Akku mehr als 24 Stunden durchhält, während der Tracker alle 5 Sekunden Koordinaten, Richtung und Geschwindigkeit speichert. Der Nachtteil: Um diese Infos auszulesen, muss das Gerät per Kabel an einen Rechner geklemmt werden.

Mittlerweile gibt es kleinere Tracker, die ihren Standort online mitteilen. Einer der besten, laut c´t, ist der Trackimo. Da das Ding mit knapp 70 Euro sehr günstig ist, habe ich mir mal einen bestellt. Der deutsche Importeur reagiert schnell und freundlich. Das er Schwabe ist, merkt man SEHR deutlich am Dialekt. Das er dennoch die Werbevideos von Trackimo selbst übersetzt und vertont, hat bei mir für ein breites Grinsen gesorgt.

Fix flatterte der winzige Karton hier ein, wobei kleiner = besser ist. Der Trackimo ist tatsächlich winzig, gerade mal 47x40x17 mm groß und dabei 42 Gramm leicht.

In der Schachtel befindet sich noch eine Silikonhülle, eine Rückseite mit Klettverschluss sowie passende Klett-Klebepads, ein Klett-Magnet und ein Micro-USB-Kabel.

Der Silikonüberzieher wird bei Outdooreinsätzen als Spritzwasserschutz benötigt. Wasserdicht ist der Trackimo nämlich nicht.

Im Inneren des Trackimos werkelt eine SIM-Karte. Genau die ist auch der Grund, weshalb man unbedingt vom Importeur kaufen sollte, und nicht über Amazon oder ähnliches. Dem Vernehmen nach ist bei Drittanbietern die Chance relativ hoch z.B. einen polnischen Trackimo zu bekommen, der sich in Deutschland nicht oder nur unter Würgen aktivieren lässt.

Das der Trackimo über ein eigenes GSM-Modul verfügt, hat zwei Vorteile:
1. kann er zur Standortbestimmung Funkzellen auswerten, was die Ortung schneller und genauer macht und
2. kann er damit nach Hause telefonieren.

Das Gerät meldet seine Daten ständig an den Trackimo-Server, die Meldeintervalle lassen sich zwischen 1 mal pro Minute bis 1 Mal alle zwei Stunden einstellen. Je nachdem hält der Akku zwischen 3 und 5 Tagen.

Einmal registriert, kann man sich als Anwender in eine App auf dem Smartphine (iOS/Android) oder auf einer Website einloggen. Dort werden die Standortdaten, Akkuladung und die Geschwindigkeit angezeigt. Der Verlauf lässt sich Tage- oder Stundenweise aufrufen, so lässt sich genau sehen, wann der Trackimo wo war. Je nach Vorliebe kann man die Website mit Open Street Maps, Map Box oder Google Maps und Google Satellite nutzen, wo vorhanden funktioniert sogar Street View.

In der Weboberfläche lassen sich Geofences anlegen, bei deren Überschreitung der Tracker eine Infomail an eine zuvor definierte Webadresse sendet. Ebenso lässt sich ein Bewegungsalarm einstellen. Bewegt sich der Tracker bei aktiviertem Alarm, versendet er eine SMS an eine zuvor hinterlegte Telefonnummer.

Auch die drei Tasten auf der Vorderseite lassen sich mit Telefonnummern vorkonfigurieren.

Ein Druck auf den „SOS“-Button in der Mitte oder die beiden Seitentasten löst dann eine SMS mit einem vorher festgelegten Hilfetext und den Koordinaten aus. Bis zu 10 SMS pro Monat sind im Service enthalten. Der ist im ersten Jahr ab Aktivierung kostenlos und kostet danach 5 Dollar pro Monat.

Die Standortbestimmung nach dem Einschalten ist dank der Funkzellenpeilung rasant, teilweise hat das Gerät schon 10 Sekunden nach dem Einschalten seine Position gefunden. Die Positionsbestimmung ist für ein Gerät von der Preisklasse OK, in bebauten Gebieten liegt sie bei rund 5-10 Metern.

Die eigene Datenverbindung macht den Trackimo als Tracker in vielen Situationen nützlich. Besitzer renitenter Haustiere können den Vierbeiner damit verfolgen (es gibt spezielle Halsbänder), auf Flugreisen lassen sich Koffer tracken und Helikoptereltern können die Kinder verwanzen. Mein Anwendungsfall ist naturgemäß ein anderer, bei mir kommt der Trackimo in den fahrbaren Untersatz.

Ich mache mir dabei gar keine Illusionen; Ich fahre keine neuen Motorräder, dementsprechend gering ist auch die Wahrscheinlichkeit, das eines meiner Moppeds gestohlen wird. Welcher professionelle Dieb klaut eine 7 Jahre alte Suzuki, wenn der Schwarzmarkt nach brandneuen BMWs giert?

Trotzdem mag ich es, immer noch ein Ass im Ärmel zu haben. Es gibt halt auch genügend unprofessionelle Diebe. Die Renaissance hat deshalb einen versteckten Hauptschalter, mit dem man die gesamte Elektrik der Maschine einfach abschalten kann. Das ist das kleine Quentchen mehr an Beruhigung, das ich möchte wenn die Maschine in zwielichtigen Hafengegenden am Mittelmeer parkt.

Die V-Strom hat sowas nicht, was aber beide Maschinen haben ist eine Halterung für das Garmin ZUMO. Die bringt einen ziemlichen Kabelbaum mit, in dem unter anderem auch ein wassergeschützter USB-Anschluss ist.

Damit ist es ein leichtes, den Trackimo mit Ladestrom zu versorgen und ihn unauffällig in eine Seitenverkleidung zu stopfen. Unauffälliger als hier, das war nur zur Probe.

Damit kann ich sehen wo ich mit dem Motorrad war. Parkt es in zwielichtigen Gegenden, kann ich den Bewegungsalarm aktivieren. Wird es gestohlen, bekomme ich sofort eine SMS und kann sehen wo es sich befindet.

Der Trackimo im Motorrad ist hoffentlich nur ein Gimmick, das nie im Ernstfall gebraucht wird. Man kann das natürlich zu recht albern finden, aber wie ich eingangs schrieb: Trackingtechnologie fasziniert mich.

Worüber man sich vor dem Kauf im Klaren sein sollte: Vermutlich ist der Trackimo-Webservice billig zusammengeklebter Kram, der irgendwo in der AWS-Wolke läuft und von Chinesen kontrolliert und von der NSA abgeschnorchelt wird. Man sollte sich vorher bewusst machen, dass man hier persönlichste Bewegungsprofile aus der Hand gibt. Zum einen werden diese Daten irgendwann abhanden kommen, zum anderen hat der Trackimo im Gehäuse auch Löcher, die verdächtig nach Mikrofonöffnungen aussehen. Wer also solchen Dingen mißtraut, sollte die Finger davon lassen. Dafür ist der Trackimo mit seinen Webservices bequemer als einen eigenen Trackingserver aufzusetzen. Muss letztlich jeder selbst wissen, meine Kinder würde ich damit aber sicher nicht tracken.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 26. April 2018 in Motorrad

 

Der bildungsferne Jedi

„GameTwo“ ist eine lustige, kleine und dabei hochprofessionelle Internetsendung über, eben, Games. Eine Rubrik in der Sendung heisst „Wünsch Dir was“, und Redakteur Michi hat sich ein neues Star Wars-Spiel mit Lichtschwertduellen und einer frischen Grundidee und Story gewünscht. Zum Beispiel „Die Hauptfigur könnte ein bildungsferner Jedi sein, der seine Macht mißbraucht, bis er einen Meister findet.

Wie das aussehen kann, spielt er gleich mal selbst vor, und ICH KANN NICHT AUFHÖREN DIESES VIDEO ZU GUCKEN BITTE MACH JEMAND DIESES VIDEO AUS ICH MACH MICH SONST EIN VOR LACHEN OMG LOL ROFL!!!!!

Das ist fast so gut wie das legendäre „The Slap“:

 
2 Kommentare

Verfasst von - 24. April 2018 in Ganz Kurz

 

Reisetagebuch Städtetour 2018 (1): Die Lady Verona

Freitag, 09. Februar 2018
Der Wecker klingelt. Ich öffne ein Auge und schiele auf´s Display.
4:45 Uhr.
Unfair.
Aber ich habe es ja nicht anders gewollt.

Um 5:00 Uhr stehe ich auf, schiebe mir die Zahnbürste zwischen die Zähne und kleide mich an. Dann regele ich die Heizung der Wohnung runter und schalte alle Sicherungen aus. Das Wiesel hebt kurz den Kopf und guckt mich desinteressiert an, dann rollt es sich wieder zusammen und schnarcht weiter. Winterschlaf muss toll sein. Ich schultere den Reiserucksack, dann ziehe ich die Haustür ins Schloss und trete hinaus in die Kälte.

Als ich das Haus verlasse, schlage ich den Kragen der Jacke hoch und ziehe die Mütze über die Ohren. Es ist kalt. Schweinemäßig kalt, in den letzten Tagen hatten wir minus 10 Grad, und das tagsüber, nachts fielen die Temerperaturen noch viel tiefer. Jetzt sind es „nur“ minus sieben Grad. Autos, Gehwege und Bäume sind weiß übergefroren.

So geht das schon seit Wochen. Es ist alles kalt und dunkel. Ich neige nicht zu Winterdepressionen, schon gar nicht wenn ich ständig beschäftigt bin. Und in den letzten Monaten war wirklich viel zu tun. Jetzt ist mir nach Abwechselung. Statt Arbeit bitte Kultur, statt kalt und dunkel zumindest etwas Sonne und frische Luft. Was bietet sich da besseres an als eine kleine Städtereise?

Der Bus bringt mich direkt bis zum Bahnhof, und kurz darauf sitze ich im ICE nach München. Die Welt, die am Fenster vorbeizieht, ist wie erstarrt. Oder wie eingefroren. Auf den Feldern liegt Schnee, Bäume sind mit Rauhreif überzogen.

Bei Fulda wird es langsam hell, aber die blasse Wintersonne schafft es nicht durch die Wolkendecke. Das Licht bleibt fahl und die Welt farblos.

Ich dämmere ein. Müdigkeit ist ohnehin gerade mein ständiger Begleiter. In den letzten Tagen habe ich mich beim Aufstehen schon darauf gefreut wieder nach Hause zu kommen, um dann früh ins Bett gehen zu können. Eine Art von Wintermüdigkeit, so energielos wie die fahle Welt da draußen bin auch ich.

Erst kurz vor München werde ich wieder wach. Hier habe ich eine Stunde Aufenthalt. Ich wandere auf dem kalten Bahnsteig herum und versuche die Zeit rumzukriegen. Ein italienischer Markt steht in der Vorhalle und verkauft Spezialitäten aus Südtirol und dem Aostatal. Käse, Wurst, Schinken.

Eine Werbung fällt mir ins Auge. Ein Süßigkeitenhersteller wirbt mit einem muslimischen Model. Gefällt mir. In einer Zeit, in der die rechtsradikale AFD im Bundestag sitzt und Hetze gegen Muslime zur Normalität zu werden scheint, begrüße ich solche eindeutigen Zeichen. Und sei es nur von einer Süßwarenfirma.

Als der Eurocity endlich in den Bahnhof einfährt, bin ich froh. Endlich wieder sitzen und weiterdämmern. Gott, bin ich müde.

Der Eurocity über die Alpen wird mittlerweile von der ÖBB betrieben. Wie so viele Verbindungen, die die Deutsche Bahn nicht mehr wollte. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren von allem möglichen getrennt: Autozüge, Nachtzüge, Eurocities… das alles gibt es nicht mehr, zumindest nicht von der Deutschen Bahn. Damit geht auch eine besondere Kultur des Reisens verloren. Früher stieg ich in München in den Nachtzug, legte mich ins Bett, und war am kommenden Morgen südlich der Alpen. HEUTE verfrachtet einen die Deutsche Bahn in einen DB-Fernbus, der einen sitzend über den Brenner fährt und viel länger braucht. Was soll sowas?

Immerhin: Einige Strecken hat die Österreichische Bundesbahn übernommen, und darüber bin ich gerade mal wieder sehr glücklich. Der Eurocity, in den ich nun einsteige, ist zwar alt, aber gut gewartet und bequem.

Die Fahrt geht zuerst nach Rosenheim, quasi einem Vorort von München. Dann geht es über Kufstein und Insbruck in die Alpen.

Skifahrer steigen ein und aus und haben Probleme ihr Sportgerät zu bugsieren, alle naselang fällt ein Bündel Skier um oder ein Rucksack aus der Gepäckablage. Ich sitze am Fenster, höre Podcasts und schaue dabei zu, wie vor dem Fenster eine aufregend bergige Landschaft vorbeizieht.

Gegen Mittag fährt der Zug über den Brenner. Ich mag die Strecke über den Brenner ja sehr, und das ist jetzt das erste Mal, dass ich sie mit dem Zug und bei Tageslicht fahre und wirklich Zeit habe mir die Landschaft anzusehen.

Read the rest of this entry »

 
6 Kommentare

Verfasst von - 21. April 2018 in Reisen

 

Großes Blogsterben wegen EU DSGVO? Keine Angst vor Datenschutz!

Heute gleich mehrfach Dinge gelesen wie „Das Blog hier muss leider schließen, als kleiner Blogbetreiber kann die EU-Vorgaben für den Datenschutz nicht erfüllen. Bevor ich abgemahnt werde, höre ich lieber auf zu bloggen“. Da schwingt immer ein „Danke, EU!“ mit, was an ätzender Bitterkeit einem „Danke, Merkel!“ gleichkommt. Dabei gibt´s in der Datenschutzgrundverordnung wenig neues, bislang wurden die Regeln nur vielerorts ignoriert.

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt, jetzt von einigen genutzt wird um halb verwaiste Blogs zu schließen, die schon länger vor sich hinmodern und konsequenterweise schon vor einiger Zeit hätten dichtgemacht werden sollen. Da sollte man aber auch so ehrlich sein sich einzugestehen, dass man keinen Bock mehr auf´s bloggen hat, oder keine Zeit, oder sonstwas. Das ist überhaupt nicht verwerflich.

Verwerflich ist dagegen die Panikmache. Dabei braucht vor der EU DSGVO kein Blogger Angst zu haben.

Ich sag´s mal ganz klar:

  1. Datenschutz ist was Gutes.
  2. Don´t Panic! Kein Blogger muss Angst vor der Europäischen Datenschutzgrundverordnung haben.
  3. Wer vorgibt, wegen der DSGVO mit dem Bloggen aufzuhören, lügt in den meisten Fällen anderen (und vielleicht sogar sich selbst) in die Tasche.

Gerade nicht-kommerzielle Blogs haben wenig Schmerzen mit der DSGVO. Versucht man allerdings durch bloggen Kohle zu erwirtschaften, steigt der Aufwand. Immer noch nicht ins Unermessliche, aber signifikant. Das ist aber auch so gewollt: Die EU DSGVO möchte nichts anderes, als das man sich Gedanken darüber macht, wie man mit möglichst wenig Daten anderer Leute möglichst bewusst und sorgfältig umgehen kann. Sie möchte, dass man sich Gedanken macht, welche Daten erhoben werden und wozu, und wo die liegen und wie lange. Und sie möchte ins Bewusstsein rücken, dass es nicht OK ist, Nutzer heimlich zu tracken, zu profilen und ihre Daten weiter zu geben oder für sonstwas zu gebrauchen.

Ich bin kein Jurist, habe aber beruflich mit der EU DSGVO zu tun. Von daher weiß ich ziemlich genau von was ich rede, dennoch ist das hier natürlich weder eine Rechtsberatung, noch übernehme ich hier Garantien für Vollständigkeit, Aktualität oder Korrektheit der Angaben oder hafte für irgendwas, auch nicht für verletzte Gefühle. Ich gebe nur mal einen groben Überblick.

Wer sich tiefer über die EU DSGVO informieren möchte, findet viele Quellen dazu im Netz. Für den Einstieg gut und informativ ist z.B. fitfuerjournalismus.de und Datenschmutz, angenehm unaufgeregt informiert auch Binary-Butterfly.

Aber Achtung: Je mehr man dort liest, desto mehr Angst bekommt man wieder vor allen möglichen Verstoßszenarien. Deshalb hier nur mal ganz grobe Informationen, was man als kleiner Blogger, ggf. auf einer Plattform, tun sollte um dem Gedanken der EU DSGVO zu entsprechen.

Sagen wir es alle gemeinsam: Datenschutz ist was Gutes!

Wer mal weniger über Abmahn-Horrorszenarien liest und viel mehr die EU DSGVO direkt, der ist vielleicht etwas beruhigter. Denn:

Read the rest of this entry »

 
33 Kommentare

Verfasst von - 18. April 2018 in Meta

 

Teaser

Frühere Meisterwerke der Videokunst

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 17. April 2018 in Reisen, Trailer

 

Impressionen eines Wochenendes (18): Einfach weggepustet

Ein kleiner Ausflug am Wochenende führte mich in meinen Heimatort. Der liegt im Leinetal, Luftlinie rund 30 Kilometer vom Nordwestlichen Harzrand entfernt. Wenn man von oben auf Deutschland guckt, liegt das Leinetal ziemlich genau in der Mitte und ist damit von allen spannenden Orten maximal weit entfernt. Ein bergiges Gebiet mit vielen Feldern, Wiesen und Wäldern, dass man, wenn überhaupt, nur vom durch- oder dran vorbeifahren kennt.

Mit der letzten Bergkuppe vor dem Tal stimmt irgendwas nicht. Ich kenne die typischen Silhouetten des Leinetals mein ganzes Leben lang. An den Berghängen sind Felder, oben drauf dichter Wald. Also, WIRKLICH dichter Wald. Nicht sowas wie das hier, das aussieht wie Zahnbürste von Oppa.

Ich fahre näher ran, stoppte die V-Strom auf einem Feldweg und kAnn kaum glauben, wie es hier aussieht. Vom Wald ist an dieser Stelle praktisch gar nichts übrig. Es sieht aus wie nach einem Krieg. Die Erde ist aufgewühlt, Wurzelballen umgekippter Bäume ragen in der Luft, Baumreste stehen schief in der Mark.

Erinnert sich noch wer an Friederike? Das war der Sturm, der am 18. Januar 2018 über Deutschland hinwegzog. Die Bahn machte damals komplett dicht, weshalb später vor allem aus Teilen Süddeutschlands heftige Kritik kam. Nach dem Motto „Soll´n das, bei uns war schönes Wetter, kann doch nicht so schlimm gewesen sein!“ Tja, hm.

Die Aufräumarbeiten sind schon beeindruckend weit, dutzende Baumstämme liegen abholbereit am Forstweg. Die Kerben im Holz zeigen, dass das keine Handarbeit war, sondern automatische Harvester am Werke waren, vermutlich ein ganzes Heer. Hauptsache weg mit dem Holz, bevor sich darin Schädlinge einnisten.

Später erfahre ich von einem Forstwirt, das allein in diesem Flurstück so viel Holz gefallen ist, wie man sonst in 5 Jahren schlagen würde: Über 100.000 Kubikmeter. Von überall her wurden Harvester rangekarrt, um der Holzmenge Herr zu werden. Fast rund um die Uhr karren LKW die Baumstämme auf Züge zu den kleinen Bahnhöfen im Leinetal, die das Holz zur Verarbeitung nach Süddeutschland und Polen bringen. Die Holzpreise sind im Keller, aber für die Forsteigentümer lohnt sich das Ganze trotzdem. Sie bekommen vom Land Förderung und Beihilfen für die Beseitigung der Schäden, außerdem Ausfallsgeld und Entschädigungen. Eher ein Grund zum Frohlocken als zur Sorge.

Dennoch, die Zerstörung, die Friederike hier angerichtet hat, ist enorm. In Anbetracht der Tatsache, dass die ICE-Trasse und die Nord-Süd-Achse des Bahnverkehrs nur zwei Kilometer von hier entlang laufen und nicht klar war, ob der Sturm am Harzrand nach Osten weitergeht oder nach Süden abdreht, war die Sperrung des Bahnverkehrs während Friederike absolut richtig, ganz egal ob in Teilen Bayerns zeitweise die Sonne schien oder nicht.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 17. April 2018 in Ganz Kurz

 

Scheibenkleister: Powerbronze Adventure an V-Strom 650

Machen wir uns nichts vor, einen Schönheitspreis wird die erste Ausgabe der V-Strom 650 nie bekommen. Ist aber auch egal, die kleine Reisetourerin hat ganz andere, hervorragende Qualitäten. Oder anders rum: Sie hat funktional praktisch kaum eine Schwäche. Für mich sogar genau nur eine, und das ist die Scheibe. Im Auslieferungszustand ist die so mittelhoch und ziemlich problematisch, denn dahinter bilden sich Luftwirbel, die dem Fahrer genau auf den Helm ballern. Keine Ahnung wie sowas passieren kann, es wirkt, als hätten die Konstrukteure die Kiste nie in einem Windkanal getestet. ODER sie haben Testfahrer da drauf gehabt, die gerade mal einen Meter groß waren.

Wie auch immer, die Standardscheibe ist großer Mist und der Abstand Fahrzeugfront/Fahrer so seltsam, dass man die Luftwirbel nie ganz loswerden wird. Es gibt nun zwei Möglichkeiten das in den Griff zu bekommen:

1. Anderer Neigungswinkel der Scheibe.
2. Andere Scheibe montieren.

Um den Winkel zu verändern baut Ingenieur Mark Stadnyk verstellbare Halterungen. Die sind gut und bringen was. Bei mir ist es allerdings so, dass der Winkel der Standardscheibe so flach sein muss, dass es nicht mehr praktikabel ist.

Bei den Scheiben gibt es nun zwei Geschmacksrichtungen. Man kann den Anspruch verfolgen möglichst wind- und wettergeschützt zu sitzen, dann wird man eine hohe Scheibe mit einem Spoiler verwenden. Sowas wie das hier:

Die „Airflow“-Scheibe von Givi ist hier Maß der Dinge. Der Vorteil ist klar: Wetterschutz par Excellence. Die Nachteile: Das Mopped sieht aus wie eine rollende Schrankwand, man hat die Scheibenkante und das Spoilergedöns im Sichtfeld, und auch bei heißem Wetter bekommt man keinen Fahrtwind mehr ab. Damit funktioniert auch die Helmlüftung nicht mehr.

Ich komme eher aus der anderen Richtung. Die ZZR ist eine Sporttourerin, die kann gar keinen Wetterschutz bieten. Die Scheibe dient bei der dazu, die Luft über die Schultern des Fahrers zu lenken. Damit sind Brust und Arme vom Winddruck entlastet, und idealerweise liegt der Helm ohne Verwirbelungen im Windstrom und wird gut belüftet. Der Nachteil ist natürlich: Wetterschutz gibt´s nicht, Regen, Nebel und alles andere geht direkt auf den Helm.

Um so ein Sporttourverhalten bei der V-Strom hinzubekommen gibt es nicht viele Möglichkeiten. Ganz mutige setzen den Dremel an und kürzen ihre Originalscheibe, was natürlich verboten ist. Aber Not macht halt erfinderisch. Von Suzuki gab es nur mal für ganz kurze Zeit eine dunkle Sportscheibe her, die signifikant kürzer war, die aber schon lange nicht mehr verkauft wird.

Sportscheibe vs. Standardscheibe.

Die ist nicht schlecht, leider aber nicht kurz genug und dazu recht schmal: Bei Touren bekommen meine Schultern Windwirbel ab. Das nervt auf Dauer, weshalb ich die erste größere Tour im vergangenen Jahr doch mit der Standardscheibe gefahren bin.

Hellhörig wurde ich, als ein geneigter Leser mich auf die Adventurescheibe der englischen Firma Powerbronze hinwies. Die hat die Breite der Orginalscheibe, ist aber kürzer als die Sportscheibe.

Links die Standardscheibe, Mitte die Powerbronze Adventure, rechts die Suzuki Sportscheibe.

Montiert sieht das Ganze so aus:

Meine Scheibe ist dunkel getönt, es gibt sie aber in über 20 Farben von gelb bis eis blau.

Die Bestellung erfolgt über die Webseite des deutschen Importeurs, dann heißt es warten – die Scheibe wird extra gefertigt. Je nachdem ob die Auftragsübermittlung zeitnah geklappt hat und der Importeur die Ware auch gleich weiterschickt, kommt nach 4 Wochen (Zeit lt. Website) und 12 Wochen (in meinem Fall) eine Scheibe ins Haus. Der liegt ein Kantenschutz und ein Aufkleber mit einer KBA-Nummer bei, der angebracht werden muss. Das entsprechende TÜV-Gutachten dazu kann man sich auf der Website von Powerbronze runterladen und muss es ausgedruckt mitführen.

Die Passform der Scheibe ist so làlà – die Bohrungen sind leicht versetzt. Man bekommt sie fest, aber Hochpräzision sieht anders aus. Was auffällt: Die „Adventure“ ist wirklich der Minirock unter den Scheiben. Sie ist schon fast albern kurz, ein paar Zentimeter mehr hätte nicht geschadet. Weil sie so kurz ist, verträgt sie sich auch mit dem Madstad-Halter nicht hundertprozentig: Der guckt nämlich oben raus.

Nichtsdestotrotz ist das Fahren mit der Scheibe angenehm. Keine Verwirbelungen, die an den Schultern zuppeln, und kein Geballer am Helm. Allenfalls noch leichtes Rauschen und Flappern, aber damit kann ich leben. Vermutlich. Ein wenig Arbeit an den Einstellungsmöglichkeiten mit Höhe und Neigungswinkel wird noch zu tun sein, aber in der Summe ist die Adventure die Scheibe, die meinen Vorstellungen bislang am Nächsten kommt.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 16. April 2018 in Motorrad

 

Schlagwörter: ,

Reisetagebuch London (11): Goldbarren, Custard und das Rennen nach Hause

Die kleine Reise nach London ist fast vorbei. Heute gibt es nur noch einen Geburtstagsapfelkuchen, ich hantiere mit Goldbarren rum, laufe 30 Kilometer durch die Stadt und mache mich dann auf den Weg nach Hause – was sich aber unerwartet schwierig gestaltet und in ein Abenteuer mit einer Wanderdüne ausartet.

Samstag, 11. Februar 2017
Der Tag beginnt frustig – es ist Wochenende, und Transport for London, die Behörde, die für Busse und U-Bahn zuständig ist, hat die wichtige „Circle Line“ der U-Bahn für Wartungsarbeiten stillgelegt. Statt 10 Minuten brauche ich fast eine Stunde, bis ich endlich bei Speedys bin.

Wer Besitzer Chris kennt, weiß, dass Speedy sein Spitzname ist – und pure Ironie. Denn Chris ist vieles, der Schnellste ist er aber nicht. Er nimmt sich gerne viel Zeit, und hat mir schon mal die Vorzüge von langsam gebrauten Café auseinandergesetzt und für diese Erklärung gute drei Minuten gebraucht – länger als besagter Kaffee. Rasend schnell sind aber seine Angestellten, die einem in Rekordzeit Frühstück zaubern.

Heute gibt es den „Full Monty“, ein komplettes Frühstück inkl. „Black Pudding“, gebratenem Kartoffelpüree, Bohnen, Speck, Ei und einer sorgfältig getöteten Tomate, die als Alibi für Gemüse herhalten muss.

Black Pudding ist wohl sowas wie gebratene Blutwurst. Kannte ich beides nicht, weder den Schwarzen Pudding noch Blutwurst, deshalb musste ich das jetzt mal probieren, weil ich mich schon beim Gedanken an eingekochtes Blut ekele. Aber warum reist man? Um neue Dinge kennen zu lernen und sich Sachen zu stellen, die man normalerweise nicht machen würden. Um sich zu überwinden. Erstaunlicherweise schmeckt der Blutpudding dann aber nicht so schlimm wie erwartet. Nochmal brauche ich das aber auch nicht.

Danach gibt es noch einen Geburtstagsapfelkuchen mit Custard, und weil ich diesmal um die Gefährlichkeit der klebrigen Vanillepuddingsauce weiß, halte ich sie weit von meinem Telefon entfernt.

…to me!

Danach laufe ich durch südlich gelegene das Univiertel und bewundere mit mildem Interesse die alten Bauwerke.


Read the rest of this entry »

 
7 Kommentare

Verfasst von - 14. April 2018 in Reisen

 

137

Die Zahl 137 verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Sie taucht immer wieder auf, mal als Personalnummer im Job, mal auf groß auf Paketen, mal versteckt in Werbeanzeigen und Texten. Was mich schon früh zu dem Schluß führte: Douglas Adams irrte. Nicht 42 ist die Antwort auf das Leben, das Universum un den ganzen Rest. Es ist die 137.

Heise Online bestätigt nun diesen Verdacht. In einem launigen Artikel über die „Aufmüpfige 137“ beschreibt der Autor, wie ein Mathematikprofessor von der 137 träumt, die auf die Metaphysik aller Zahlen hinweist. „When the world goes pop, we shall go pop too“ – Wenn die Welt untergeht, verschwinden auch die Zahlen.

Tatsächlich berechnete später der Astrophysiker Sir Arthur Eddington, dass die 137 der Kehrwert der Sommerfeldschen Feinstrukturkonstante ist. Oder anders ausgedrückt: „Basierend auf der Sommerfeldschen Feinstrukturkonstante, kam Eddington zum Schluss, dass 137 die Zahl ist, die das Universum zusammenhält.“

Aha. Nun, das erklärt einiges. Wenn mich die 137 dauernd stalked, erklärt das zumindest den gelegentlichen Ausfall der natürlichen Entropie, weshalb mir ständig Dinge passieren, die eigentlich extrem unwahrscheinlich sind. Aber warum hat die Metaphysik ausgerechnet an mir solchen Spaß? Bin ich ein Endzeitapostel? Oder wird die Welt einfach enden, wenn ich ende? Zumindest letzteres werde ich nie erfahren.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 12. April 2018 in Ganz Kurz

 

Augenmysterium

„P… D… 2… K… 6… 8…“
„OK, können sie die dritte Reihe auch lesen?“
„M… … D… … Äh…. Hm… Also… Das nächste könnte eine 5 sein.“
„So besser oder so?“

Ich bin ja normalerweise nicht gut in diesen „So-besser-oder-so“-Dingen. Ich bin dann immer der, der fragt „Kann ich das erste nochmal sehen?“ Aber hier, beim Optiker des Vertrauens, da läuft´s. Ich bin nach drei Jahren mal wieder hier, weil sich die Augen gelegentlich müde anfühlen, und wenn ich was in der Ferne lesen möchte, schiebe ich manchmal die Brille hoch oder merke, wie ich die Augen zusammenkneife. Das sind so die ersten Anzeichen, dass man mal wieder die Sehschärfe kontrollieren lassen sollte.

Also ab zum Optiker. Der fährt ein Prüfgestell mit Testlinsen vor´s Gesicht, darin stellt er meine aktuellen Brillenwerte ein, dann muss ich auf eine Tafel mit kleiner werdenden Buchstaben und Ziffern gucken. Der Optiker macht dann Stück für Stück Einstellungen am Messapparat, und ich muss immer sagen, ob ich damit jetzt besser oder schlechter gucken kann.

„Ist der Kreis auf dem roten Untergrund schärfer und kontrastreicher oder auf dem grünen?“
„Rot.“
„Und jetzt?“
„Grün.“
„Und jetzt?“
„Beide gleich“
„Und noch mal die dritte Reihe. Die vierte muss nicht, aber die dritte sollten Sie lesen können.“

Beim Optiker bin ich ohnehin alle paar Jahre. Die nehmen sich nämlich mehr Zeit für Sehtests als Augenärzte. Von Ärzten lasse ich nur den Augenhintergrund checken, ein Mal im Jahr. Das ist bei mir auch notwendig, denn mit 11 Dioptrien Fehlsichtigkeit ist mein Augapfel so verkrümmt, dass die Netzhaut reissen kann. Deshalb: Regelmäßige Checks. Immerhin lassen sich meine seltsamen Augen noch korrigieren. Mit einer gut eingemessenen Brille erreiche ich eine Sehschärfe von 120 Prozent. Normalerweise ist man froh, wenn man Sehfehler wie meine auf 80 Prozent korrigieren kann.

Nach einer halben Stunde „So-oder-so-besser“ sagt der Optiker „So, jetzt haben wir die Ergebnisse. Das linke Auge ist um eine ganze Dioptrie schlechter geworden, das rechte fast genauso viel“.

„WAS?!“, entfährt es mir, „Das kann doch nicht sein! Ich merke, wenn meine Augen signifikant schlechter werden! Hätte ich eine Dioptrie zu wenig, wären das 40 Prozent Sehschärfe, damit würde ich doch gar nichts mehr erkennen können! Das kann nicht stimmen“. „Ist aber so“, sagt der Optiker bedauernd. Ich runzele die Stirn.

Ich schwenke die Messapparatur mit den Prüflinsen von meinem Gesicht weg und setze meine alte Brille auf. Die, die angeblich jetzt eine Dioptrie zu schwach ist. Dann schaue ich beiläufig auf die Wand mit der Buchstabiertafel.

„K-D-P-F-6-7-4-5-Z“, lese ich flüssig und ohne ein Stocken vor. „Das war jetzt aber nicht die dritte Reihe“, sagt der Optiker verwundert. „Nee, das war die vierte“, sage ich.

Jetzt runzeln wir beide die Stirn. Mit einer Dioptrie zu wenig durfte ich nicht mal erkennen das überhaupt Buchstaben an der Wand sind. In der Messapparatur haben meine Augen schlechtere Werte als mit der Brille? Das ist uns beiden noch nicht untergekommen.

Ein Mysterium.
Der Termin bleibt ohne Ergebnis. Stattdessen machen wir einen neuen. Andere Tageszeit, woher soll ich die Augen entspannen.
Mal sehen, was dann rauskommt.

 
7 Kommentare

Verfasst von - 10. April 2018 in Ganz Kurz

 

Spannung!! Vom Abenteuer, Karten für Harry Potter 8 zu buchen

Soll ich die jetzt nehmen oder nicht? Ich merke, dass ich vor Nervosität zittere. Zwei Schritte zurück. Einer vor. Wieder das gleiche Ergebnis. Verdammt.

Kaum jemand kennt alle Teile der „Harry Potter“-Geschichte. „Moment“, werden jetzt viele sagen, „ich habe alle sieben Bücher gelesen und alle 8 Filme gesehen!“ Tja, mag sein, aber es gibt ACHT Bücher, und das letzte ist nicht verfilmt worden.

Das Siebte endet kurz nach dem Sieg über Voldemort, in der letzten Szene verabschieden Harry und Ginny Potter ihr Kind am Bahnsteig nach Hogwarts. Das achte Buch spielt 19 Jahre später. „Harry Potter and the Cursed Child“ ist allerdings kein Roman und kein Film. Es ist ein Drehbuch für ein Theaterstück, und das lief bis vor Kurzem nur an einem Ort auf der Welt: Dem Palace Theatre in London.

Man denke in diesem Zusammenhang an einen neuen Star Wars-Film, der nur in einem Kino auf der Welt läuft. Das gibt eine kleine Vorstellung davon, wie gewaltig der Andrang auf die Karten ist. Mittlerweile läuft die Produktion zwar auch in New York und Melbourne, aber dennoch ist die Nachfrage riesig. Erschwerend kommt hinzu: Die Geschichte ist so episch, dass ein Theaterbesuch nicht reicht, um sie zu in Gänze erleben. Man muss tatsächlich zwei Vorstellungen besuchen, jede gut 150 Minuten lang, um alles zu sehen. Fast 6 Stunden braucht es, um „The Cursed Child Part I & II“ zu sehen.

Das Palace Theatre veröffentlicht alle drei Monate Karten für die Vorstellungen in einem Jahr, zu beziehen nur Online und in Minuten ausverkauft. Heute war es wieder soweit, es gab Karten für den Zeitraum Februar bis April 2019. Der Buchungsvorgang war… eine interessante Erfahrung.

Die Harry-Potter-Produktion arbeitet mit zwei Ticketvertrieben zusammen, die beide unter dem Webauftritt http://www.harrypottertheplay.com arbeiten, aber leicht unterschiedliche Buchungseiten haben. Die ATG-Seite ist etwas übersichtlicher, auf der Seite von Nimax hat man dafür mehr Optionen.

Wer Tickets haben möchte, abonniert am besten den Newsletter auf der Website, dann wird man rechtzeitig informiert wann der Verkauf startet. An einem Tag X geht es dann um 11:00 Uhr los, um eine Chance zu haben muss man 30 Minuten vorher auf der Seite sein. Dort betritt man einen virtuellen Warteraum, während ein Timer runtertickert.

Kommt er bei Null an, geht es los: Alle Wartenden bekommen eine Nummer, die willkürlich zugelost wird. Die Nummer gibt die Position in der Warteschlange an. Ich muss zugeben: Ich bin nervös. Ich bin allerdings auch derjenige, der bei Ebay-Auktionen drei Sekunden vor Schluss vor Adrenalin kaum aus den Augen gucken kann. Werde ich dieses Mal Karten bekommen? Falls nein, werde ich ein Jahr warten müssen bis zum nächsten Versuch.

Das Buchungssystem läuft stabil, die Seite ist erreichbar und reagiert flüssig. Das ist bei so vielen, gleichzeitigen Aufrufen auch schon eine Kunst für sich. Ich bin in zwei Browsern eingeloggt. Während meine eine Identität Platz 90.489 bekommt, hat die andere Glück: Platz 175. Man sieht übrigens jederzeit wie viele Personen vor einem sind, und wie lange es ungefähr dauert, bis man dran ist.

Kommt man in die Buchungseite, hat man bei Nimax 5 Minuten, bei ATG 15 Minuten Zeit. Nun gilt es zunächst auszuwählen: Möchte man beide Teile an einem Tag oder an aufeinanderfolgenden Tagen sehen? Oder doch nur ein Ticket für einen Teil? Dann muss das Datum gewählt werden. Auf der ATG-Seite sucht man sich jetzt eine Preiskategorie aus, dann bekommt man vom System die besten Plätze zugewiesen – oder das, was der Computer dafür hält.

Auf der Nimax-Seite kann man sich zumindest aussuchen, ob man im Parkett oder auf einem der Balkone sitzen möchte, aber auch hier ist dann der Platz vom Buchungssystem vorausgewählt. Man bekommt übrigens in beiden Vorstellungen denselben Platz. Ist der also mies, ärgert man sich gleich zwei Mal darüber.

Klick-Klick-Klick
, ich möchte beide Teile an einem Tag, im Februar 2019… „Superplätze in I19“, meldet die Website. Ja, nee, glaub ich nicht.

Ich habe nämlich nebenbei die Website „Seatplan“ offen. Die kann ich uneingeschränkt empfehlen, die ist für London eines meiner wichtigsten Planungsinstrumente. Auf Seatplan.com sind von fast allen Londoner Locations die Sitzpläne abrufbar. Aber nicht nur das: Nutzer der Seite können Rezensionen und Bilder zu jedem einzelnen Platz posten. Im Besten Fall kann man auf Seatplan also genau sehen, wie der Blick auf die Bühne ist.

„I19“ liegt im „Dress Circle“, dem ersten Balkon. Recht weit weg von der Bühne, und oben drüber wölbt sich schon der nächste Balkon, der Grand Circle. Das Bild ist von seatplan.com:

„Ist nicht so toll“, schreiben die Rezensionen. „Lieber einen Platz weiter unten nehmen“. Und: „Platz war für mich OK, aber ich habe auch nur 10 Pfund für die Karte bezahlt. Gepriesen sei Last Minute, hehe“, schreibt einer. Nun, billig sind die Tickets im regulären Verkauf mal nicht. Die Preislage, in der der Computer mir gerade Plätze sucht, liegt bei 70 Pfund. Für Londoner Verhältnisse ist das günstig, aber dazu kommen noch 5 Euro Gebühren, und man braucht halt zwei Tickets, und schon ist man bei 150 Pfund, was aktuell 170 Euro sind. Dafür kann man 10 mal ins Kino gehen.

Ich gehe nochmal zwei Schritte zurück und wähle nochmal, aber wieder bietet mir der Computer nur I19 an. Oder einen Platz im Parkett, aber da ist die Gefahr groß, dass ein großer Mensch vor mir sitzt und ich 6 Stunden lang einen Hinterkopf begutachten kann. Nein, wenn, dann Balkon. Aber so meilenweit von der Bühne entfernt?
Der Timer tickert langsam runter, ich muss mich entscheiden…

Kurz darauf habe ich tatsächlich die I19-Tickets für HP8. An meinem Wunschdatum. Aber halt auf einem nicht optimalen Platz. Aber hey, es geht noch schlimmer, Seatplan hat auch Bilder vom „Balcony“. In dessen letzter Reihe muss man schwindelfrei, man guckt gefühlt senkrecht und aus großer Höhe auf einen kleinen Ausschnitt der Bühne. DAS sind schlechte Plätze.

Bild: Seatplan.com

Wie ein befriedigender Kauf fühlt sich das trotzdem nicht an. Aber ein nicht-ganz-so-doller Platz besser ist als keiner, oder?

Wrong. Später am Tag kam die Erkenntnis: Ich fahre nicht nur, aber auch wegen dieses Stücks nach London. Dann sollte das Erlebnis besser ein Gutes sein.
Am Abend, als der Ansturm auf die Website vorbei ist und das Buchungssystem wieder ohne Warteschlange arbeitet, klicke ich mich nochmal durch den Bestellprozess.

Aha, jetzt sind bei Nimax auch die besonders guten Karten auswählbar! Das Preisband „Premium“ enthält die Karten, die man WIKRLICH will. Gute Sicht auf die Bühne, praktisch nicht verbaubar. Und tatsächlich noch für mein Wunschdatum erhältlich!

Schnell klicke ich mir die und fühle kurzzeitig den Endorphinrausch. Der endet, als die Bezahlung mittendrin scheitert, weil meine Kreditkarte mit einer App authorisiert werden möchte, die ich gerade nicht auf dem Handy habe.

Ich bin kurz am Boden zerstört, aber nicht lange, denn tatsächlich hatte ich das verkehrte Datum ausgewählt. An meinem Wunschdatum gibt es keine Premiumkarten. Aber eine Woche vorher…

Lange Rede, kurzer Sinn: JETZT habe ich nicht nur irgendwelche Karten, sondern sogar richtig gute. Leider nicht an meinem Wunschdatum, aber dicht dran. Und dieser Blick auf die Bühne ist es wert, das Datum der Reise zu verschieben:

Bild: Seatplan.com

Puh, spannender Tag. An dessem Ende steht nun fest: Ich fahre im Februar 2019 wieder mal nach London. Und ich werden den achten Teil von Harry Potter sehen.

Auch wenn ich gerade viel Geld ausgegeben habe: Ich freu mich! Jetzt muss ich mich nur noch darum kümmern, dass ich die zuerst geklickten I19-Karten erstattet bekomme. Denn in Summe 350 Pfund wäre selbst für das tollste Theaterstück der Welt zu viel…

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 9. April 2018 in Ganz Kurz

 

Reisetagebuch London (10): Im Wohnzimmer der Windsors

Im Februar 2017 sind Silencer und das Wiesel in London unterwegs. Heute machen die beiden einen Ausflug nach Außerhalb.

Freitag, 10. Februar 2017
Nach einem schnellen Frühstück, dass die fleissigen Polinnen im Keller des Belvedere gezaubert haben, stehe ich um kurz vor Acht am Bahnsteig 3 vom Bahnhof Paddington.

Ein Zug der „First Grand Union“ rollt ein. Der Name ist irritierend, denn auch auf jeder Tür an den Wagen steht er mal dick „FIRST“ – was es schwer macht zu sehen, ob es sich jetzt um ein First-Class-Wagen oder um die zweite Klasse handelt. Das sich Bahngesellschaften heutzutage überhaupt noch die erste Klasse leisten und damit den Luxus, mehrere Wagen praktisch leer durch die Welt fahren zu lassen, will mir ohnehin nicht in den Kopf. Und in England schon mal gar nicht, denn hier sind die Ticketpreise ohnehin irre teuer. Auch das sind Folgen der Privatisierung: Teure Tickets, trotzdem kaputtes Bahnnetz.

Der Zug bringt mich ins 15 Minuten entfernte Slough.

Hier muss ich umsteigen, und nach weiteren 10 Minuten bin ich in der Grafschaft Berkshire, im Ort Windsor.

Der Bahnhof liegt in einer beeindruckenden, weil viktorianischen, Shoppingmall. Schon seltsam,in der schmiedeeisernen Konstruktion moderne Geschäfte zu sehen.

Read the rest of this entry »

 
7 Kommentare

Verfasst von - 7. April 2018 in Reisen