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Schlagwort: Bill gates

Erklärung: Was uns der neue Microsoft-Werbespot sagt

Erklärung: Was uns der neue Microsoft-Werbespot sagt

Schon vor einiger Zeit ging es durch die Medien: MicroSoft startet einen Gegenkampagne zu Apples “Get a Mac”-Spots (“Hi, I am a Mac” “And I am a free Pizza”) und kauft sich dafür Jerry Seinfeld ein – für läppische 10 Millionen Dollar.
Nach relativ kurzer Zeit ist nun der erste Spot der neuen Kampagne erschienen. Neben Seinfeld kommt auch Bill Gates darin vor.

Die Story: Gates will Schuhe kaufen, Seinfeld entdeckt ihn und führt die Beratung durch. Am Ende schlurfen die Beiden davon als hätten sie einen Hüftschaden, Seinfeld wünscht sich essbare Computer und fragt nach Microsofts plänen die Welt der Rechner zu verändern. Die Tagline lautet: “The Future. Delicious.”

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=uz6amk3P-hY]

Tja, was soll das denn sein?
“Joes Garage” schreibt dazu:

Im Prinzip gibt der Spot eigentlich genau das wieder was Vista verkörpert: Keiner braucht es, keiner versteht es und niemand weis wirklich genau weshalb es überhaupt produziert wurde…

Es liegt der Verdacht nahe, dass die Werbeabteilung des Konzerns von außerirdischem Rosenkohl übernommen wurde. Nach der “Mojave”-Kampagne, in der das Unternehmen die eigenen Nutzer als Vollidioten darstellte (Menschen, die noch nie Vista gesehen hatten, aber ihm negativ gegenüber eingestellt waren, wurden Funktionen wie der 3D-Flip gezeigt, worauf sie vor Begeisterung vom Stuhl purzelten) und sich selbst hochlobte (“Guckt, Vista ist besser als ihr glaubt”) nun also eine Schuhwerbung. Oder so.

“It´s about – nothing” war das Credo von Seinfelds großartiger Sitcom “Seinfeld”. Das passt auch auf den MicroSoft Werbespot. Oberflächlich betrachtet geht es um nichts, vorgetragen als gespielter Witz von zwei alten Männern. Das ganze hätte wirklich ganz cool sein können, wenn der Rosenkohl ein wenig länger überlegt hätte.

Das Kalkül der außerirdischen Kohlköpfe geht vermutlich in die Richtung: Wir geben Microsoft ein menschliches Gesicht, lenken von unseren wirklichen Problemen ab und bringen den ganzen Ärger mit Vista und Co. in einer zweiten Bedeutungsebene unter. Vista kann man daher nur am Rande erahnen (“neue Schuhe sind anfangs immer unbequem”). Wenn man diese Eben aber zu stark interpretiert, kommt man zu dem Schluss, dass man einen Vista-verseuchten Rechner wohl unter die Dusche stellen muss damit man ihn irgendwann mal verwenden kann.

Mein eigentliches Problem mit der Werbung, bzw. der Grund warum ich mich so darüber amüsiere: Seinfeld! Ich meine, der Spot zielt mit seinem, gelegentlich infantilen, Humor klar auf eine jüngere Zielgruppe. Problem dabei: Sicherlich haben die Manager bei MicroSoft, selbst alle aus der 50+ Riege, Seinfeld als Hip und Cool in Erinnerung. Gerade die Jüngeren stellen sich aber unter “Humorgranate” mit Sicherheit nicht den 54-jährigen Jerry Seinfeld vor. Der ist nämlich seit Ende der 90er in Rente. Seine Show startete vor 20 Jahren – da war die begehrte Zielgruppe zum Großteil noch gar nicht geboren. Diejenigen, die ihn und die Show tatsächlich noch erleben durften, wissen das in seinem Wohnzimmer immer ein Mac im Hintergrund stand und Seinfeld seit Jahrzehnten bekennender Apple-Nutzer ist. Und Gates? Haben wir nicht gerade seinen letzten Arbeitstag miterleben dürfen? Warum werden hier Rentner vor die Kamera gezerrt?

Das ist klassisches MicroSoft-Verhalten. Viel Geld wird´s schon richten. Gebt 300 Millionen Dollar aus, um eine Kampagne zu fahren und 10 Millionen um Seinfeld einzukaufen. Der wird das schon machen.

Aber, lieber außerirdischer Rosenkohl: Auch wenn das der tollste Spot der Welt geworden wäre, mit einer vernünftigen Besetzung und einer klaren Aussage – es ist und bleibt Werbung.
Werbung. Nicht Magie.
Die wäre aber nötig, um die Leute von Vista zu überzeugen.
Die “Get a Mac”-Spots funktionieren deshalb so gut, weil sie auf amüsante Art die Wahrheit sagen. Dem hat MicroSoft nun “Nothing” entgegengesetzt. Bezeichnend, oder?

Was sagt uns der Spot nun? Das MicroSoft irgendwas macht, das sie selbst als “Next Big Thing” betrachten. Na sowas. Wer hätte das gedacht.

Gesundheitszustand von Steve Jobs

Gesundheitszustand von Steve Jobs

Seit der letzten Keynote wurde ja viel über den Gesundheitszustand des etwas mageren Steve Jobs gemutmaßt. Apples Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit hat auf dieses Gerücht reagiert wie sie es immer tun: durch totstellen. Das war in dem Fall nicht unbedingt geschickt, da trotz fantastischer Quartalszahlen und dem Start des iPhone 3G die Aktienkurse abstürzten.

Allen, die sich immer noch sorgen um den Beloved Leader of the Apple-Cult (BeLOAC) machen, sei versichert: es geht ihm gut.

Hier der Videobeweis:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=hm5GwwRCC58]

Zumindest geht es ihm NOCH gut, denn aktuell von Steve Jobs unter einem Dach mit Bill Gates: Im Silicon Apartment.

Walt Mossberg (in der deutschen Version: Georg Schurer) moderieren durch den WebComic, der das Zusammenleben der beiden IT-Manager dokumentiert. Ansehen.